Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

Weiter geht es mit dem Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem vor zwei Tagen „Spider-Man: Homecoming“ auf dem Programm stand, folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ heute der chronologische Nachfolger. Vom Trailer war ich damals genervt, doch Taika Waititi und gute Besprechungen haben mir Hoffnung gemacht. Wo sollte sich der Film in meiner Gunst letztendlich platzieren?

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

What We Do on Other Planets

Wow, Marvel hat das Humor-Level doch glatt auf 11 gedreht. Im Gegensatz zu den direkten Vorgängern „Thor“ und „Thor: The Dark World“ fühlt sich „Thor: Ragnarok“ eher wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ an. Auch die vielen Fantasy- und Sci-Fi-Elemente tragen zu diesem Effekt bei. Die Erde spielt fast keine Rolle und Waititi darf sich auf den fremden Welten so richtig austoben. Der Humor funktioniert gerade in der ersten Hälfte des Films fantastisch und ich habe Lust bekommen, noch einmal Waititis „What We Do in the Shadows“ zu sehen. Einfach herrlich!

In der zweiten Hälfte nimmt die Action zu und auch die Geschichte wird weiter vorangetrieben. Der Film wirkt dadurch generischer und auch viel näher an der typischen MCU-Formel dran, als noch in den absurderen Momenten davor. Selbst wenn „Thor: Ragnarok“ nur wenig Handlung bietet, so ist das doch gerade seine Stärke. Denn, wenn wir einmal ehrlich sind, verlaufen alle Superhelden-Filme doch ohnehin nach dem gleichen Schema. Der differenzierende Faktor sind die Charaktere und in diesem Fall eben der Humor. Diese Mischung funktioniert gar ausgezeichnet und sorgt für äußerst unterhaltsame zwei Stunden.

Fazit

Es freut mich, dass Taika Waititi dem MCU, zumindest in weiten Teilen, seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit gehört „Thor: Ragnarok“ für mich auch zu den Highlights des Franchises. Nachdem James Gunn von Disney gefeuert wurde, ist hier der letzte Regisseur am Start, der eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Mal sehen, ob er das MCU auch weiterhin positiv beeinflussen kann: 8/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

  1. Ich mochte ja What we do in the Shadows auch sehr gern, aber der Humor hat für mich überhaupt nicht ins MCU gepasst. Der Humor hat mich da ohnehin meist schon eher genervt und in Thor 3 wird es halt auf die Spitze getrieben. Ich habe kein Problem mit so Blödelhumor, aber dann bitte nicht, wenn es darum geht, das Universum zu retten. Da ist mir die Dissonanz zu groß irgendwie 😦

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    • Ja, das kann ich schon irgendwie nachvollziehen. Für mich wertet der Humor das MCU aber deutlich auf. Denn wirklich ernst nehmen kann ich die generischen Bedrohungen, die dann doch keine sind, nicht wirklich („Infinity War“ soll ja wohl eine Ausnahme sein). Deshalb funktionieren für mich die komischen Filme („Guardians of the Galaxy“, „Ant-Man“ und nun dieser hier) wohl auch am besten.

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  2. Puh, den Film fand ich – grad wegen der „humorigen“ Einlagen – ziemlich anstrengend. Die Dialoge erinnerten mich in Teilen an die Rainer-Brandt-Synchos der 70er-Jahren. Allerdings habe ich den Film bisher auch nur in der deutschen Fassung gesehen. Vielleicht überzeugt mich ja die englische Tonspur doch noch.
    Optisch sehr innovativ und nett gefilmt. Das kann ich dem Film problemlos zugestehen. Was aber natürlich gar nicht ging, war ein Thor mit kurzen Haaren. Aber dieser Kritikpunkt kam aus einer anderen Ecke des Steffelowski-Haushalts. 😊

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    • Ich sehe schon, der Humor spaltet das Publikum. Vielleicht habe ich das bisherige MCU auch zu wenig ernst genommen, doch für mich war er wirklich erfrischend. Kann aber verstehen, wenn du nicht so viel damit anfangen konntest. Ich habe übrigens die Originalfassung gesehen.

      Was die Frisur angeht bin ich leidenschaftslos… 🤷

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  3. Auch wenn ich mit dem Satz „wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ “ überhaupt nicht einverstanden bin, so recht gebe ich dir beim Rest.
    Über weite Strecken ist ihm das MCU vollkommen egal und das ist für mich ein großer Pluspunkt, weil ich ebenso das Universum immer weniger ernst nehmen kann. So konnte man sich auf den Humor und die überzogende Action konzentrieren (Blitz-Thor + Led Zeppelin = Geil!).

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      • Ne, tatsächlich nicht. GotG will nach 2 Stunden Spaß auf einmal eine ernste Geschichte erzählen und große Emotionen erzeugen. Das funktioniert für mich nicht, wenn eine Sekunde davor und danach die größte Party abgeht.
        „Thor“ ist in seiner Story mehr trashig und nimmt sich selbst nicht besonders ernst. Wäre Thor nicht bei Disney hätte Waititi wohl noch mehr drauf gehauen 😀

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      • Ich finde gerade, dass GotG noch besser die Balance aus Ernsthaftigkeit und Humor hinbekommt. Gerade die Restriktionen durch Disney fallen bei „Thor: Ragnarok“ mehr ins Gewicht. Für mich funktionieren beide Ansätze sehr gut, wobei ich GotG noch eine Spur gelungener finde.

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      • Mein Problem mit GotG ist irgendwie schwer zu erklären. Ich will halt, dass die Protagonisten die Regeln ihrer eigenen Welt ernst nehmen. Die Charaktere z.B. bei GotG haben auch kurz vor dem Weltuntergang noch einen lustigen Spruch, aber als Zuschauer soll ich weinen wenn irgendjemand stirbt und „Father and Son“ im Hintergrund läuft.
        Ich habs mal in einem Beitrag ausführlicher beschrieben (ab dem Absatz „Der richtige Witz“, sorry wenn ich den Artikel schonmal verlinkt haben sollte 😀 )
        https://apokalypsefilm.wordpress.com/2018/01/14/blockbuster-wir-muessen-reden/

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      • Ich kenne diese Argumente und kann sie auch durchaus nachvollziehen. „Star Wars: The Last Jedi“ ist so ein Beispiel, wo der Vorwurf passt. Bei GotG 2 funktioniert für mich die Mischung. Auch der erste Teil steigt sehr traurig ein, nur um kurz danach Witze abzufeuern. James Gunn kann diese unterschiedlichen Ausschläge aber gekonnt inszenieren und verbinden. Rian Johnson dagegen trifft den Ton (für mich) nicht. Ist also wohl, wie so vieles, Geschmackssache.

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      • Na klar, Geschmäcker sind verschieden und sonst wärs auch ziemlich langweilig 😀 Für mich haben halt beide Regisseure, sowie ein Großteil der heutigen Blockbuster, die gute Mischung leider verloren.

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