Downton Abbey (2019)

Nach einem verdienten freien Tag, an dem es eigentlich gar nichts zu tun gab, ich aber irgendwie doch die ganze Zeit am rennen war, sind wir abends recht spät aufs Sofa gekommen. Deshalb wollte ich mich auch nicht mit der Filmwahl aufhalten und habe direkt „Downton Abbey“ in den Player geschoben. Die Serie hatten wir erst vor knapp zwei Wochen beendet und ja, es hat sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen… 🏰

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wie eine übergroßes Weihnachts-Special

Schon während der ersten Klänge des Scores hatte ich eine Gänsehaut. Diese hat sich gesteigert, bis zum ersten Mal das Anwesen selbst in einer wunderschönen Kamerafahrt ins Bild kam. Hach. Einfach nur toll! Der Rahmen der Handlung, dass die die britische Monarchie zu Gast auf Downton Abbey sein würde, war perfekt gewählt, um das Leben der Figuren ordentlich aufzuwirbeln. Dabei hat man es tatsächlich geschafft, den gesamten Cast wieder zusammenzutrommeln und zwar sowohl oben als auch unten. Dabei entwickeln sich die Figuren weiter und ich habe mich speziell für Thomas Barrow gefreut, der zum ersten Mal seit Beginn der Serie ein wenig persönliches Glück erfährt. Doch auch viele andere Figuren (z.B. Violet Crawley oder Tom Branson) werden konsequent weitererzählt. Das mochte ich sehr.

Insgesamt sollte man von „Downton Abbey“, dem Film, aber nicht erwarten, dass er etwas anderes wäre als eine Sonderfolge der Serie. Er fühlt sich an wie ein noch einmal pompöseres Weihnachts-Special, was ich aber nicht schlimm finde. Wie sollte er auch etwas komplett Neues erzählen? Ich habe diese Rückkehr nach Downton Abbey auf jeden Fall sehr genossen und würde mich auch sehr über eine Fortsetzung freuen. Als wir den letzten Blick auf das Anwesen geworfen haben, war ich sogar ein wenig traurig, denn im Gegensatz zum Finale der Serie, gibt es aktuell kein weiteres Kapitel. Der Film im Regal (in einer wunderschönen Edition, siehe Foto unten) war immer noch das Versprechen einer baldigen Rückkehr:

Fazit

Vermutlich werden sich ohnehin nur Fans der Serie an den Film „Downton Abbey“ heranwagen. Und diese werden keinesfalls enttäuscht sein. Ich hatte enorm viel Spaß, den liebgewonnen Figuren erneut einen Besuch abzustatten. Deshalb gibt es von mir komplett subjektive 9/10 Punkte.

Downton Abbey – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

Kann es in der aktuellen Situation eine bessere Serie geben als diese? Um das Großprojekt „Downton Abbey“ bin ich schon lange herumgeschlichen und jetzt schien mir der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein. Gut, dass ich gewartet hatte! Diese Serie bietet einfach den perfekten Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise. Wenn ihr also für die nächsten paar Wochen in die Vergangenheit abtauchen wollt, in der ganz andere Probleme (von der Episode mit der Spanischen Grippe einmal abgesehen) herrschten, dann ist diese Historienserie perfekt für euch… 🏰

Downton Abbey | © Universal Pictures Germany GmbH

Downton Abbey | © Universal Pictures Germany GmbH

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Unbreakable: The Western States 100 (2012)

Nach einem Social-Distancing-Geburtstag, den wir getrennt durch einen Gartenzaun gefeiert haben, stand abends ein Dokumentarfilm auf dem Programm, den ich schon lange sehen wollte: Von „Unbreakable: The Western States 100“ hatte ich schon häufiger im von mir seit 197 Episoden geschätzten FatBoysRun-Podcast gehört. In einer ihrer letzten Ausgaben haben sie erwähnt, dass Journeyfilm ihre Doku kostenfrei auf YouTube zur Verfügung stellt. Der perfekte Zeitpunkt also, den lang gehegten Wunsch einer Sichtung in die Tat umzusetzen… 🏃‍♂️

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Eine unfassbare Leistung in packenden Bildern

Vor 12 Jahren habe ich mehr oder weniger ernsthaft mit dem Laufen begonnen. Seitdem habe ich jeden Lauf, vom ersten bis zum aktuell 687. Lauf, hier im Blog festgehalten. Seit 2008 bin ich 5.569 km gelaufen und war knapp 552 Stunden (oder 23 Tage) auf den Beinen. Ich liebe das Laufen und als ich letztes Jahr aufgrund meines verletzten Sprunggelenks fast sechs Monate pausieren musste war das wirklich hart. Ich bin kein großes Lauftalent, doch ich habe Spaß daran, mich draußen in der Natur zu bewegen. Vom Ultra-Running bin ich weit entfernt, doch kann ich die Faszination daran gut nachvollziehen. Auch ich liebe die kleinen Waldwege mit ihren fiesen Steigungen und das immerwährende Vorankommen, alleine durch die Kraft des eigenen Körpers. J.B. Benna gelingt es wunderbar, dieses Gefühl einzufangen.

Neben den Bildern und der Struktur des Films, stechen besonders die Charaktere der vier porträtierten Läufer hervor. Anton Krupicka und Kilian Jornet dürften jedem bekannt sein, der sich auch nur ein wenig für die Laufszene interessiert. Von Hal Koerner und Geoff Roes hatte ich zuvor allerdings noch nicht gehört. Der unterschiedliche Hintergrund der vier Läufer ist mindestens ebenso interessant, wie das Ultra-Rennen an sich. Wenn ihr euch nun dafür interessiert, wie der Western States 100 im Jahr 2010 letztendlich ausgegangen ist, dann schaut euch den Film ab besten gleich selbst an:

Fazit

Man sollte ein Faible für den Laufsport haben, wenn man „Unbreakable: The Western States 100“ etwas abgewinnen will. Ansonsten mögt ihr dieses Vorhaben im Spannungsfeld zwischen verrückt und langweilig einordnen. Für mich als Hobbyläufer hat der Dokumentarfilm jedoch alle Knöpfe gedrückt und ich freue mich jetzt schon auf meinen kurzen Lauf morgen früh. Dabei werde ich bestimmt an Tony, Kilian, Hal und Goeff denken: 9/10 Punkte.

Paddington 2 (2017)

Gestern erst habe ich darüber geschrieben, dass Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise extrem wichtig ist. Somit war heute natürlich ein Filmabend angesagt und die Wahl der Kinder ist auf „Paddington 2“ gefallen. Nachdem der Zwergofant bei der Sichtung des ersten Teils noch ziemlich viel Angst hatte, verblieb die Fortsetzung sehr lange ungesehen im Regal. Im letzten Jahr ist der Zwergofant jedoch viel mutiger geworden. Somit stand einem bärigen Filmabend nichts im Wege… 🐻

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

„Paddington 2“ ist der perfekte Kinderfilm

Schon nach nur wenigen Minuten waren wir wieder komplett drin in der bunten Welt von Paddington. Paul King hat den Film so wundervoll verspielt, voll kindlicher Freude und Naivität inszeniert, dass es ein großes Vergnügen ist. Dabei ist die Geschichte nie lächerlich oder der Humor zotig, nein, „Paddington 2“ nimmt sich und seine Figuren im besten Sinne ernst und bleibt dabei doch herrlich augenzwinkernd. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so herzhaft gelacht habe, wie bei den Slapstick-Einlagen als Paddington Fenster putzt oder sich als Friseur versucht. Daneben stehen Augenblicke, die zutiefst emotional sind und wirklich ans Herz gehen. Getragen wird der Film zudem von famosen Schauspielern wie Sally Hawkins („The Shape of Water“)  oder Hugh Bonneville, den ich gerade in „Downton Abbey“ sehe. Die Show stielt hier jedoch eindeutig Hugh Grant als herrlich überzogener Bösewicht.

All das würde den Film schon sehr gut machen. Was „Paddington 2“ jedoch zu einem herausragenden Film macht, ist seine makellose Struktur. Es werden etliche Szenen eingestreut, die man zunächst als nette Anekdote (z.B. wie sich die Eltern kennenlernen) wahrnimmt, am Ende sind diese jedoch stets handlungsrelevant und werden mit einem Payoff aufgelöst. Das gibt es mehrfach im Film. Kein noch so kleines Detail ist unbedeutend und wird doch so locker-leicht eingestreut, als wäre es reiner Zufall. Davon können sich die meisten anderen Filme eine Scheibe abschneiden. Und damit meine ich nicht nur andere Kinderfilme.

Fazit

Mit „Paddington 2“ konnte sich die Geschichte um den sympathischen Bären noch einmal steigern. Für die ganze Familie war es ein famoses Filmerlebnis und ich hoffe sehr, dass wir dieses magische London noch für ein drittes Mal besuchen dürfen. Eine dicke Empfehlung für alle Kinder, Eltern und den ganzen Rest: 9/10 Punkte.

Shameless (US) – Season 9

Lange habe ich darauf gewartet, wieder in die verrückte Welt der Gallaghers zurückzukehren. Genau genommen war es nur ein knappes Jahr und dennoch habe ich gemerkt, dass die Zeit für „Shameless – Season 9“ nun gekommen war. Ein wichtiges Jahr für die Serie, die mit Fiona eine ihrer wichtigsten Figuren hinter sich lässt. Wie der Abschied gelingt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

Shameless – Season 9 | © Warner Home Video

I want more out of life than this

Im Gegensatz zu den vorherigen Staffeln hat es dieses Jahr ein wenig gedauert, bis ich wirklich drin war. Gerade die erste Episode fühlte sich ein wenig wie ein Fremdkörper an, da sie eine sehr isoliert und zotig wirkende Geschichten erzählt. Danach hat sich die Serie wieder in vertrautere Gewässer begeben – und das sowohl inhaltlich als auch insbesondere von der Stimmung her: Die Mischung aus sehr ernsthaften und emotionalen Momenten und völlig absurder Eskalation ist es, was die Serie für mich selbst nach neun Jahren noch auszeichnet. Und natürlich all die wunderbar miteinander verwobenen Erzählstränge:

  • Frank wird Wahlkampfmanager für einen vorbestraften Politiker, befruchtet durch seine eine Samenspende sechs Eizellen seiner nervenkranken Freundin (gespielt von Katey Sagal, „Sons of Anarchy“) und nimmt an einer menschenverachtenden Marketing-Aktion teil.
  • Fiona macht in dieser Staffel wohl die größte Wandlung durch: Sie fällt unglaublich tief, was wirklich schmerzhaft anzusehen ist, nur um am Ende endlich ihr Leben ganz konsequent selbst in die Hand zu nehmen.
  • Bei Lip dreht sich alles um Verantwortung und Vaterschaft, sowohl was seine Ziehtochter Xan angeht als auch seine Rolle als Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern.
  • Debbie und Carl haben Liebeskummer wegen der gleichen jungen Frau. Dies sorgt für allerlei Komplikationen.
  • Ian verbringt die Hälfte der Staffel im Gefängnis und hat in dieser Staffel insgesamt wohl am wenigsten zu tun.
  • Kev und Veronica haben unterschiedliche Ansichten zur Familienplanung und erleben auch sonst haarsträubende Abenteuer.
  • Liam bekommt endlich mehr zu tun, fliegt (dank Frank) von der Schule und zieht kurzzeitig aus.

Wie ihr seht, ist auch die neunte Staffel wieder vollgepackt mit verrückten und emotionalen Geschichten. Gerade Fionas Handlungsbogen ist mir sehr nahe gegangen und ihr Abschied, so unprätentiös dieser auch inszeniert war, hat mich doch bewegt. Ich bin gespannt, wie die Serie diese Lücke im kommenden Jahr füllen will. Ihre Rolle innerhalb der Familie übernehmen zwar schon länger Lip und Debbie, doch ihre Figur samt aller Stärken und Schwächen wird definitiv fehlen.

Fazit

Auch wenn „Shameless“ im neunten Jahr durchaus ein paar kleinere Schwierigkeiten hatte, so ist die Serie nach wie vor beeindruckend unterhaltsam. Neun Jahre. Unglaublich. Inzwischen wurde die Serie um zwei weitere Staffeln verlängert und danach ist Schluss. Diese werden wohl auch entscheidend, da wichtige Figuren fehlen werden. Ich freue mich zu sehen, wie es weitergeht: 9/10 (8.5) Punkte.

Narcos – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nach ein paar einzelnen Staffeln, habe ich mich wieder einmal einem etwas größeren Projekt gewidmet. Dabei handelt es sich um eine Netflix-Serie. Habe ich mir nun etwa doch einen Zugang besorgt? Natürlich nicht. Die Serie „Narcos“ gehört zu den Netflix-Produktionen, denen tatsächlich eine klassische DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung zuteil wurde. Insofern bin auch ich in den Genuss gekommen und ob es ein solcher war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Narcos | © Netflix

Narcos | © Netflix

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Game of Thrones – Season 8

Zurzeit habe ich einen Lauf: Erst sehe ich nach acht Monaten endlich „Avengers: Endgame“ ohne davor einen Spoiler gelesen zu haben, dann schaffe ich es tatsächlich zu „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ ins Kino und nun habe ich auch noch „Game of Thrones – Season 8“ abgeschlossen. Ebenfalls ohne Spoiler. Es ist unfassbar. Drei popkulturelle Großereignisse, die mehr oder weniger befriedigend zu Ende gegangen sind. Gerade die achte Staffel von „Game of Thrones“ hat viel Schelte abbekommen. Umso mehr freue ich mich, dass ich das Finale durchaus mochte… ⚔🐉🔥 Spoiler sind zu erwarten.

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Eine Staffel mit beeindruckenden Höhepunkten

Was war das für ein Hype! Selbst bei mir auf der Arbeit gab es ein Tippspiel mit der Frage, wer denn am Ende auf dem Iron Throne sitzen würde. Als ich 2011 mit der ersten Staffel Westeros bereiste, war die Serie außerhalb von Fantasy- und Buch-Fans noch kein sonderlich großes Ding. Ende 2011 hatte ich dann auch George R. R. Martins Vorlage gelesen und der Veröffentlichung von „A Dance of Dragons“ entgegen gefiebert. In der Zwischenzeit ist die HBO-Serie durch die Decke gegangen und hat sogar ihre literarische Vorlage überholt. Ein wahres Phänomen, das inzwischen ein extrem breites Publikum erreicht hat. Für mich hat die Serie ihre Qualität bisher halten können. Umso erstaunter war ich, dass über das Finale kaum ein gutes Wort zu lesen war. Wobei ich auch zugeben muss, mich dem Thema, aufgrund der Angst vor Spoilern, bisher nur sehr vorsichtig genähert zu haben.

Vor dem Start der letzten Staffel, hatte ich mir noch einmal das Finale der siebten Staffel angesehen, um besser in die Geschichte reinzukommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich richtig heiß darauf, nach Westeros zurückzukehren. Und ja, die Begeisterung sollte anhalten: Die ersten beiden Episoden, noch in Standardlänge, haben wunderbar ruhig und mit vielen Charaktermomenten auf die große Schlacht hingeführt. Speziell die Atmosphäre direkt vor dem Kampf in „A Knight of the Seven Kingdoms“ mochte ich sehr. Dann bricht „The Long Night“ mit einer extremen Wucht auf uns Zuschauer und die Charaktere herein. Selten habe ich eine ausgewälzte Schlacht so gut inszeniert gesehen, ohne dass es langweilig wird. Auch das Ende fand ich befriedigend, denn schließlich wurde schon seit acht Staffeln darauf hingearbeitet. Das Gefühl der Bedrohung und Ausweglosigkeit war stets zu spüren. Zudem gibt es großartig gefilmte Drachenkämpfe. Fantasy-Herz, was willst du mehr? „The Last of the Starks“ stellt schließlich die Schachfiguren für das große Finale auf…

Ein konsequentes und interessantes Finale

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es mit „The Bells“ wohl eine der anstrengendsten Episoden der ganzen Serie zu sehen. Alles fällt auseinander. Alle Hoffnungen und Pläne. Gespiegelt wird diese Erkenntnis, gerade bei Tyrion und Jon Snow, durch die tatsächliche Zerstörung, mit der Daenerys mit Drogon King’s Landing in Schutt und Asche legt. Das ist ziemlich bitter und geschieht vielleicht schneller als gedacht, doch wurde dieser Ausbruch an Gewalt bereits über die gesamte Staffel angekündigt. In „The Iron Throne“ liegt dann auch alles in Scherben: Nicht nur King’s Landing, sondern auch die Beziehungen der Charaktere untereinander.

Der Tod von Daenerys‘ kam für mich tatsächlich überraschend und ich hätte mir ein anderes Ende erwartet. Gewünscht sowieso, aber schließlich ist das „Game of Thrones“, so dass ein klassisches Happy End ohnehin undenkbar schien. Ich hätte erwartet, dass Daenerys am Ende tatsächlich auf dem Iron Throne sitzt und das Spiel um eben diesen einfach in die nächste Runde geht. Ein sehr offenes Ende also. Mit Bran the Broken als König von Westeros wirkt das Finale abgeschlossener und ein wenig positiver. Dennoch sitzt Jon Snow nicht als strahlender Held auf dem Thron und wirklich ein Erfolg ist der Tod von Daenerys auch nicht. Am Ende sehen wir die vier verbleibenden Starks in ihren neuen Rollen. Wer hätte das noch vor ein paar Staffeln gedacht? Kein perfektes Finale, doch irgendwie auch konsequent und interessant. Bestimmt hätte man sich mit so mancher Entwicklung mehr Zeit lassen können, doch mochte ich auch die Unausweichlichkeit, mit der die Geschichte in dieser Staffel vorangeschritten ist. Am Ende hat der zögerliche und harmoniebedürftige Jon Snow tatsächlich gehandelt.

Auch wenn ich das Gesehene noch ein wenig verarbeiten muss, so weiß ich jedoch bereits, dass ich auch die finale Staffel von „Game of Thrones“ sehr mochte. Ja, selbst das endgültige Finale:

  1. „Game of Thrones – Season 5“ (9.7 Punkte)
  2. „Game of Thrones – Season 6“ (9.7 Punkte)
  3. „Game of Thrones – Season 2“ (9.6 Punkte)
  4. „Game of Thrones – Season 7“ (9.6 Punkte)
  5. „Game of Thrones – Season 3“ (9.5 Punkte)
  6. „Game of Thrones – Season 4“ (9.5 Punkte)
  7. „Game of Thrones – Season 1“ (9.5 Punkte)
  8. „Game of Thrones – Season 8“ (9.2 Punkte)

Mein Fazit zu 8. Staffel von „Game of Thrones“

Für mich geht mit dieser finalen Staffel von „Game of Thrones“ eine zehnjährige Reise zu Ende. Zumindest so lange, bis George R. R. Martin endlich „The Winds of Winter“ fertig geschrieben hat. Acht Staffeln und fünf Bücher. Das ist eine lange Zeit, um in eine Welt einzutauchen. Auch wenn es nicht perfekt war und meinen Erwartungen im Detail entsprochen hat, so mochte ich das teils epische, teils ruhige Finale doch sehr. Für mich ein äußerst gelungener Abschluss dieser langen Reise: 9/10 (9.2) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

In einem Land vor unserer Zeit – OT: The Land Before Time (1988) (WS1)

Ich wünsche euch ein gesundes neues Jahr! Wie es sich für einen 1. Januar gehört, haben wir lange geschlafen und einen ausführlichen Neujahrspaziergang (über 7 km!) gemacht. Da die Geduld der Kinder dadurch ziemlich strapaziert wurde, haben wir ihnen einen Filmabend versprochen. Um „In einem Land vor unserer Zeit“ sind wir schon lange herumgeschlichen und haben irgendwann sogar schon einmal das Buch dazu vorgelesen. Heute haben sich alle Mitschauer getraut, sich dem Scharfzahn gegenüberzustellen… 🦖🦕

In einem Land vor unserer Zeit (1988) | © Universal Pictures Germany GmbH

In einem Land vor unserer Zeit (1988) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein nostalgisches Meisterwerk von Don Bluth

Wie bereits in meiner ersten Besprechung vor 11 Jahren(!) geschrieben (damals war ich noch nicht einmal Vater), verbinde ich mit „In einem Land vor unserer Zeit“ viele nostalgische Gefühle. Gar nicht so sehr, weil ich den Film als Kind so oft gesehen hätte, sondern weil ich die Hörspielkassette, welche die Tonspur des Films verwendet, unzählige Male gehört habe. Somit sind mir die Erzählstimme, die Musik sowie die Dialoge zwischen Littlefoot, Cera, Ducky, Petrie (und Spike) bestens vertraut. Speziell die emotionalen Szenen rund um den Tod der Mutter sind mir im Gedächtnis geblieben und diese waren es auch, die meine Kinder am meisten bewegt haben. Don Bluths Animationsfilm ist hier wirklich sehr emotional und teils auch ziemlich düster erzählt. Auch die Konfrontation mit Scharfzahn ist nicht ohne, jedoch ist selbst der Zwergofant inzwischen so abgehärtet, dass er diesen Szenen mit zumindest einem halb geöffnetem Auge folgen konnte.

Hatte ich mich damals beschwert, dass die Qualität der DVD mangelhaft sei, so bin ich mit der Blu-ray durchaus zufrieden. „In einem Land vor unserer Zeit“ wurde zwar nicht perfekt restauriert, und man kann die analoge Herkunft des Films spüren, was jedoch auch den Charme der Produktion ausmacht. Die Animationen sind extrem hochwertig und Don Bluth ist das Kunststück gelungen, die Geschichte auf 68 Minuten so zu verdichten, dass nur noch ihre Essenz übrig bleibt. Gerade in der heutigen Zeit, in der Filme unter 120 Minuten Laufzeit die Ausnahme sind, ist das sehr beeindruckend. Überhaupt ist die Geschichte von Don Bluth und seinem Animationsstudio sehr spannend. Wenn ihr euch näher dafür interessiert, schaut doch zum Beispiel einmal hier rein (nicht vom Click-Bait-Titel abschrecken lassen):

Mein Fazit zu „In einem Land vor unserer Zeit“

Nicht nur für den trägen 1. Januar war „In einem Land vor unserer Zeit“ die perfekte Wahl. Die Kinder konnten sich so richtig in die Geschichte fallen lassen und wir haben selbst den atmosphärischen Abspann bis zum Schluss durchlaufen lassen. Für mich einer der ganz großen Animationsfilme: 9/10 Punkte.

Avengers: Endgame (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Avengers: Endgame“ am 19. Oktober 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem der Hype schon lange vorbei ist, bin auch ich endlich dazu gekommen, das große, vorübergehende Finale des Marvel Cinematic Universe (MCU) anzuschauen. Erstaunlicherweise habe ich es bis zur heutigen Sichtung ohne Spoiler geschafft, was fast schon an ein Wunder grenzt. Ob mich „Avengers: Endgame“ demnach zu überraschen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung (Spoiler sind zu erwarten).

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Back to Days of Future Past

Natürlich habe ich mir nach dem Finale von „Avengers: Infinity War“ keine Illusionen gemacht, dass die Hälfte unserer Helden (und der restlichen Bevölkerung unseres Universums) einfach tot bleibt. Auch wenn der Time Stone, wie von mir vermutet, nicht zum Einsatz kommt, so ist Zeitreise doch eines der großen Themen des Films. Damit erinnert „Avengers: Endgame“ ein wenig an ein anderes großes Superhelden-Franchise, das mit „X-Men: Days of Future Past“ eine ganz ähnliche Prämisse auffährt. Da wir hier jedoch im MCU sind, macht dieser Aspekt jedoch nur einen Teil der Geschichte aus: Weiterhin gibt es etliche Charakterszenen und am Ende eine bombastische Schlacht, die wahrlich ihresgleichen sucht. Wem zudem die unzähligen Enden in „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ zu viel waren, der dürfte in diesem Film einen Zusammenbruch erleiden. Ja, „Avengers: Endgame“ ist genau der bombastische Blockbuster, den man als Finale dieser Filmreihe erwarten durfte.

Ein wahrlich episches Finale!

Erneut war ich erstaunt bis begeistert, wie gut die Russo-Brüder die unzähligen Fäden zusammengeführt haben. Dabei ist kein Aspekt wirklich überraschend. Insofern geht es weniger darum, was passiert als wie und warum es passiert. Dies ist mir seit jeher eine sympathischere Herangehensweise an eine Geschichte. Spoiler hätten mir den Filmgenuss also nicht verdorben. Auch wenn die übergreifende Handlung nur wenige Überraschungen enthält, so haben mich doch viele kleine Momente glücklich gemacht: Sei es unter anderem die Begegnung zwischen Tony und seinem Vater oder ein Einblick in die Vergangenheit von Thanos und seinen beiden Töchtern. Das hat die Welt und ihre Figuren für mich reicher gemacht. Das Ableben von Tony Stark, Natasha Romanoff und irgendwie auch Steve Rogers war für mich erwartbar und auch konsequent. Nein, das MCU ist hier weder schockierend, noch sonderlich mutig, aber es nimmt sich Zeit seine Figuren zu Ende zu erzählen. Das mochte ich sehr.

Neben seinen inhaltlichen Stärken ist „Avengers: Endgame“ ein audiovisueller Hochgenuss. Damit meine ich nicht nur die schön übersichtlich inszenierten Actionszenen, sondern auch gerade die ruhigen Momente. Ich mag die Ästhetik der Marvel-Filme, die sich tatsächlich von anderen Blockbustern abhebt. Eine absolut runde Sache, die einen gewissen Endpunkt setzt, ohne sich jedoch die Zukunft zu verbauen. Sehr beeindruckend gelöst. Ich bin gespannt, wie es nun mit dem MCU weitergehen wird.

Fazit

Auch wenn das viele Filmfreunde anders sehen, so muss ich doch den Hut vor Disney für das ziehen, was sie in den letzten 11 Jahren mit dem MCU auf die Beine gestellt haben. „Avengers: Endgame“ ist zusammen mit seinem Vorgänger zweifellos der vorübergehende Höhepunkt der Saga. Der Film hat mich mehr gepackt, als ich es für möglich gehalten hätte: 9/10 Punkte.

Chernobyl – Die komplette Serie (2019)

Inzwischen ist der Hype um die Miniserie fast schon wieder verflogen. Höchste Zeit also, dass auch ich mich endlich der Sichtung von „Chernobyl“ widme. Aufgrund der extrem positiven Kritiken, waren die Erwartung hoch. Sehr hoch. Fast schon nicht mehr messbar. Wie die alles zerstörende Strahlung. Ob auch mich die Serie außergewöhnlich stark mitreißen konnte und somit zur besten Serie aller Zeiten wurde, lest ihr in der folgenden Besprechung… ⚡⚛⚡

Chernobyl (2019) | © Polyband

Chernobyl (2019) | © Polyband

Meine persönlichen Erinnerungen an Tschernobyl

Ich kann mich noch recht gut an die Katastrophe von Tschernobyl erinnern. Damals war ich 5 Jahre alt und weiß noch ziemlich genau, wie geschockt meine Eltern waren. Natürlich habe ich die Hintergründe nicht genau verstanden, doch es war für mich das auslösende Ereignis, warum ich Atomkraft bis heute extrem kritisch sehe. Akut hat es für mich damals bedeutet, nicht zum Spielen nach draußen zu dürfen. Schon gar nicht in den Sandkasten. Noch Jahre danach ist das Thema immer wieder dann aufgekommen, wenn Pilze auf dem Speiseplan standen, da gewisse Pilzarten bis heute radioaktiv belastet sind. Das Unglück von Tschernobyl gehört zu meinen spezifischen Kindheitserinnerungen, genauer auseinandergesetzt habe ich mich damit jedoch nie.

Mein Bezug zu der Katastrophe war demnach entsprechend diffus und sehr durch meine persönliche Perspektive geprägt. Spätestens mit dem Unglück von Fukushima sind die Erinnerungen wieder präsenter geworden. Nun also die Katastrophe in einer mehr oder minder leicht verdaulichen Unterhaltungsserie. Wer hätte gedacht, dass dieser Ansatz so gut funktioniert? Und können wir in Zukunft noch mehr Katastrophen in Serienform erwarten? Oder ist „Chernobyl“ besonders, weil die Katastrophe so sehr in unserem kollektiven Bewusstsein verankert ist?

Real wirkender Katastrophen-Horror

Mich erinnert die dramaturgische Aufbereitung der Katastrophe ein wenig an David Simons „The Wire“. Zwar gibt es Personen, die im Fokus der Geschichte stehen, jedoch werden in den unterschiedlichen Episoden stets neue Perspektiven eingebracht. Wenn sich in der zweiten Staffel von „The Wire“ der Fokus z.B. auf den Hafen von Baltimore verlagert, nimmt sich „Chernobyl“ in der vierten Episode den Liquidatoren an, die in der verstrahlten Zone die Tiere erlegen. In einer anderen Episode stehen u.a. die Bergbauarbeiter im Mittelpunkt, welche die Sicherungsmaßnahmen gegen die Kontamination des Grundwassers durchführen. Eine Wahl haben sie nicht.

Durch diese erzählerische Vielfalt bekommen wir als Zuschauer ein gutes Gesamtbild über alle Elemente der Katastrophe. In der letzten Episode läuft schließlich alles zusammen, es gibt endlich Erklärungen und auch emotional wird die Geschichte noch einmal verarbeitet. Gerade die dokumentarischen Aufnahmen der letzte 10 Minuten haben mich so richtig mitgenommen. Wahnsinn. So sehr sogar, dass ich mich gefragt habe, ob eine Doku-Serie nicht der noch gelungenere Weg hätte sein können, um sich dem Unglück von Tschernobyl retrospektiv zu nähern. Gefilmtes Material scheint ja ausreichend vorhanden zu sein.

Fazit

Es ist nicht wirklich überraschend, dass auch mich „Chernobyl“ sehr gepackt hat. Zweifellos eine beeindruckende Serie. Aber die beste Serie aller Zeiten? Soweit würde ich nicht gehen. Einige Szenen schienen mir doch sehr dramaturgisch aufbereitet, was im Rahmen einer TV-Serie natürlich Sinn macht. Gerne hätte ich eine ausführliche dokumentarische Aufarbeitung des Themas gesehen. Jedoch ist „Chernobyl“ auch als inszeniertes Drama eine herausragende Serie, die in ihrem Genre alles aus der tragischen Geschichte herausholt. Sehr empfehlenswert: 9/10 (9.2) Punkte.