Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS12)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Auch wenn heute nur das Ende einer normalen Arbeitswoche war, und ich noch vier Tage vor mir habe, so hat es sich doch schon sehr nach Abschied angefühlt. Vermutlich war ich auch zum letzten Mal in diesem Jahr im Büro. Wehmütig? Vielleicht ein wenig. Nachdem ich den Film letztes Jahr eher spät gesehen habe, stand die Sichtung von „Schöne Bescherung“ dieses Jahr bereits heute auf dem Programm. Ob das für Weihnachtsstimmung gesorgt hat, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

A Masterpiece of Comic Timing

Um es kurz zu machen: Nein, so richtig Weihnachtsstimmung ist bei mir nicht aufgekommen. Das liegt aber weniger am Film, als an den äußeren Umständen. Macht aber auch nichts, denn ich konnte „Schöne Bescherung“ dennoch wertschätzen. Es gibt keinen zweiten Film, den ich bereits so häufig gesehen habe. Entsprechend kenne ich Timing, Dialoge und Inszenierung. All das spielt wahrlich großartig zusammen. Auch wenn der Film in großen Teilen sehr albern ist und auf Slapstick setzt, so sind es jedoch gerade die satirischen Elemente, die ihn über Standardkomödien herausheben. Hinzu kommt die schöne Weihnachtsatmosphäre und das Herz, das ihm in vielen Szenen innewohnt (z.B. der Dialog zwischen Clark und seinem Vater gegen Ende).

Die Kinder haben sich köstlich amüsiert und lautstark gelacht, was auch mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Der Anfang ist somit getan und die Weihnachtszeit kommt. Ganz egal, ob die zugehörige Stimmung da ist oder nicht. Am Wochenende werden wir schon einmal den Baum aufstellen. Der Rest wird sich schon ergeben. Und wie sagte Clarks Vater? Zur Not gibt es noch den Freund Whisky. 🥃

Fazit

Nachdem wir letztes Jahr mit „Kevin: Allein zu Haus“ samt Nachfolger ein großes Weihnachtsfilmprogramm hatten, gibt es dieses Jahr nur das Pflichtprogramm. Aber ich lasse mir für den kommenden Filmabend noch etwas einfallen. Bis dahin erwarte ich natürlich, dass auch ihr alle bei den Griswolds vorbeischaut, denn ohne kann es ja schließlich nicht Weihnachten werden: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985)

Momentan ist eine seltsame Zeit. Gegen Ende des Jahres fühle ich mich ja meist etwas von der Rolle, doch zurzeit ist es echt schlimm. Vermutlich habe ich mich heute auch deshalb für „Enemy Mine: Geliebter Feind“ entschieden. Weil ich damit Erinnerungen verbinde, doch dazu später mehr. Zudem gibt es ein neues RedLetterMedia re:View dazu, was wohl ein Zeichen ist. Also dann, auf zu fremden Welten… 👨‍🚀👽

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Herrlich klassisches Sci-Fi-Kino made in Germany

Ich habe „Enemy Mine: Geliebter Feind“ irgendwann als Kind bzw. junger Teenager gesehen. Aber nicht komplett. Vermutlich bis zur 45-Minuten-Marke, also bis 21 Uhr. Damals starteten Filme schließlich allesamt um 20:15 Uhr nach der Tagesschau. Somit war ich also noch so jung, dass ich früher ins Bett musste. Auch weiß ich genau, dass ich den Film auf jeden Fall noch fertigschauen wollte, da mich die Geschichte unglaublich faszinierte. Allerdings habe ich das nie. Heute jedoch war es soweit und ich wurde mit einem wunderbar klassischen Sci-Fi-Drama belohnt.

Die Prämisse von zwei Feinden, die auf einem fremden Planeten stranden und die sich dort zusammenraufen, ist so einfach wie genial. Dennis Quaid spielt einen typischen, amerikanischen Draufgänger und Louis Gossett Jr. seinen außerirdischen Gegner. Natürlich kommt es, wie es kommen musste: Die beiden freunden sich unter widrigen Bedingungen an, es kommt zu einem tragischen Todesfall und einer der beiden muss ein Versprechen einlösen. All das ist wunderbar handgemacht inszeniert und strahlt viel Charme aus. Zumindest wenn man sich nach den ersten paar Minuten an die doch nicht mehr taufrischen Effekte gewöhnt hat. Speziell die Maske der/des Drac ist jedoch nach wie vor großartig. Auch die meisten Sets können sich sehen lassen. Die Gänge der futuristischen Raumstation habe ich selbst übrigens schon, nach einem Ritt auf Fuchur, in der Bavaria-Filmstadt erkundet.

Als Kritikpunkte kann ich höchstens den teils anstrengenden Score sowie das konstruierte und teils auch gehetzt wirkende Finale nennen. Das war schon zu schön, um wahr zu sein. Andererseits hätte mich ein düsteres Ende auch nicht glücklich gemacht. So oder so bin ich froh, den Film endlich komplett gesehen zu haben.

Fazit

Nun habe ich Wolfgang Petersens „Enemy  Mine: Geliebter Feind“ nach ca. 30 Jahren endlich zu Ende geschaut. Auch wenn die Faszination der damaligen Sichtung nicht komplett eingefangen werden konnte, so ist der Film für Sci-Fi-Fans doch immer noch lohnenswert. Die Geschichte um Toleranz und Akzeptanz ist zudem wirklich schön und in unserer heutigen Zeit auch wichtiger denn je: 8/10 Punkte.

Krabat (2008) (WS1)

Nach einer ziemlich anstrengenden und recht deprimierenden Woche, hängt mir die Booster-Impfung immer noch in den Knochen. Ich habe mich somit sehr auf einen entspannten Freitagsfilmabend gefreut. Leider hatte der Zwergofant diese Woche Fernsehverbot, so dass die Wahl mit „Krabat“ auf einen etwas erwachseneren Film gefallen ist. Das Zappelinchen war gespannt und ich auch… 🧙‍♂️💀

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Ein düsteres Coming-of-Age-Märchen

Ich habe „Krabat“ zuletzt 2008 im Kino gesehen. Damals konnte mich die Verfilmung eines meiner liebsten Jugendbücher durchaus überzeugen. Dennoch war es nur ein guter Film, dem gegenüber ein herausragendes Buch steht. Auch heute mochte ich die Ausstattung, die Kostüme und die generelle Atmosphäre sehr. Gerade das winterliche Setting hatte es mir angetan. Die meisten Schauspieler*innen können ebenfalls überzeugen, doch wirkte die Montage auf mich teils zu gewollt und auf Hollywood getrimmt. Hinzu kommt, dass der Film viel ausformuliert, was im Buch, so zumindest meine Erinnerung, nur angedeutet wird.

Das Zappelinchen war sehr im Film drin. Gerade Elemente, wie explizit gezeigte und blutige Leichen waren schon viel für sie. Doch sie hat es gut weggesteckt und war von der Geschichte gefangen. Zuträglich war vermutlich, dass sie in der Schule bereits eine der intensivsten Szenen in Textform analysiert hatten. Ich bin mir sicher, dass für sie viele Filme mit FSK-12-Freigabe nun möglich wären. Aber ich freue mich auch, wenn demnächst der Zwergofant wieder mit dabei ist.

Fazit

Ich habe die Zeit mit „Krabat“ erneut genossen und hätte nun Lust, einmal wieder das Buch zu lesen. Das Zappelinchen war sehr angetan und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn beide Kinder alt genug sind, um den Filmabend auf den nächsten Level zu bringen. Bis dahin genieße ich auch noch die jugendfreien Filme. Diese Zeit geht ohnehin viel zu schnell vorbei: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte.)

tick, tick… BOOM! (2021)

Nach einem verregneten Sonntag, an dem ich laufen war und wir eine neue Gitarre für den Zwergofanten gekauft haben, habe ich mich abends sehr auf „tick, tick… BOOM!“ gefreut. Ich sehe Musicals ohnehin gerne und die Geschichte von Jonathan Larson ist mir seit meiner Sichtung von „Rent“ (und der zugehörigen Dokumentation) nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Nun also seine Biographie als Musical. Ich war gespannt! 🎼

tick, tick... BOOM! (2021) | © Netflix

tick, tick… BOOM! (2021) | © Netflix

Mitreißend, kraftvoll und lebensbejahend

Ich hatte zunächst vermutet, dass sich der Film viel stärker auf die Zeit direkt vor Jonathan Larsons tragischem Tod fokussiert. Jedoch springen wir fünf Jahre vorher in sein chaotisches Leben und begleiten ihn bei der Arbeit an seinem ersten Musical „Superbia“. Für die Erzählstruktur benutzt Regisseur Lin-Manuel Miranda einen geschickten Kniff: Wir wohnen einer Aufführung des Rock-Monologs „tick, tick… BOOM!“ bei und springen aus diesem immer wieder in Larsons tatsächliches Leben. Fiktion und dramaturgisch erhöhte Biographie gehen somit Hand in Hand. Und was soll ich sagen? Das funktioniert wahrlich fabelhaft!

Der Film „tick, tick… BOOM!“ lässt uns somit nicht nur am Musical des gleichen Titels teilhaben, sondern zeigt uns auch Jonathan Larson als Person und Künstler. Gespielt wird er von Andrew Garfield (zuletzt in „Under the Silver Lake“ gesehen) und das wahrlich großartig. Er geht völlig in seiner Figur auf, performt wie von Sinnen und trifft dennoch auch die ruhigen Töne. Ich war wirklich sehr begeistert: von den Songs, der Inszenierung und der emotionalen Tragweite. Auch wenn Larsons früher Tod nicht instrumentalisiert wird, so hatte ich am Ende doch Tränen in den Augen.

Fazit

Wenn ihr Musicals auch nur das Geringste abgewinnen könnt, und vielleicht auch noch „Rent“ kennt und mögt, dann schaut unbedingt in „tick, tick… BOOM!“ rein. Ich bin extrem begeistert und habe jede Sekunde genossen. Die Veröffentlichung auf Netflix macht es zudem leicht, den Film auch ohne Kino zu sehen. Das ist einerseits schade, andererseits, in Anbetracht der Pandemie, aber auch ein Segen: 9/10 Punkte.

Nachts im Museum 2 – OT: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (2009) (WS1)

Heute war ein eher müder Tag. Ich bin sehr spät ins Bett gekommen und viel zu früh aufgewacht. Morgens habe ich gleich gewerkelt (die Adventsbeleuchtung steht) und war danach eine Runde laufen. Nachmittags habe ich mit dem Zappelinchen für die Französisch-Schulaufgabe gelernt und dann war der Tag auch schon vorbei. Da gestern der Filmabend ausgefallen ist, stand heute „Nachts im Museum 2“ auf dem Programm, den ich zuletzt vor acht Jahren gesehen habe… 🛩

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Ein netter Ausflug nach Washington, D.C.

An meine erste Sichtung von „Nachts im Museum 2“ kann ich mich nicht mehr sonderlich gut erinnern. Einzig Amy Adams als Amelia Earhart ist mir im Kopf geblieben und tatsächlich hat sie auch dieses Mal die Show gestohlen. Sehr erfrischend und tatsächlich eine schöne Chemie mit Ben Stiller. Hank Azaria sehe ich auch stets gerne, doch hier war sein Bösewicht schon beinahe zu überzogen dargestellt. Ansonsten lebt der Film nach wie vor von seiner Prämisse, Ausstellungsstücke lebendig werden zu lassen. In diesem zweiten Teil ist alles noch größer, bunter und lauter. Eine typische Fortsetzung eben.

Im Vergleich zum ersten Teil fand ich die Geschichte ein wenig zu gehetzt und ja, auch die Masse an Effekten wirkte auf mich eher ermüdend. Dabei ist der Film in nahezu jeder Szene unterhaltsam und funktioniert auch nach wie vor gut. Eben ein Kinder-Blockbuster und mehr sollte man auch nicht hinein interpretieren. Schön fand ich es, eine Jim-Henson-Figur (neben Darth Vader) zu sehen, da ich damals selbst die Jim-Henson-Ausstellung im Smithsonian-Museum besuchen konnte.

Fazit

Alles in allem war „Nachts im Museum 2“ genau der richtige Film für solch einen müden Tag. Ohne Sichtung in Gesellschaft wäre ich bestimmt eingeschlafen, doch das Lachen der Kids hat mir Energie gegeben. Einfach nette Unterhaltung, die eine Spur zu groß und effektlastig geworden ist: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nachts im Museum – OT: Night at the Museum (2006) (WS1)

Aus der vergangenen Woche hätte man locker drei machen können. Somit war ich froh, als ich bei einem entspannten Filmabend auf das Sofa sinken konnte. Die Wahl fiel dieses Mal auf „Nachts im Museum“, den ich zuletzt 2009 noch ohne Kinder gesehen habe. Er war mir noch lebhafter in Erinnerung als die damalige Bewertung vermuten lassen würde. Wie er den Kids und mir heute gefallen hat? Lest selbst… 🤠🐒

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Ein großer Spaß für die ganze Familie

Die Prämisse, dass die Exponate eines Museums nachts lebendig werden, ist so simpel wie hanebüchen. Dennoch funktioniert der Film erstaunlich gut. Am meisten ist mir von der ersten Sichtung tatsächlich die Atmosphäre des nächtlichen American Museum of Natural History im Kopf geblieben. Auch heute mochte ich diese. Allerdings bietet der Film kaum Verschnaufpause, da Regisseur Shawn Levy (zuletzt mit „Free Guy“ im Kino) stets in die Vollen geht. Eine slapstickhafte Actionszene jagt die nächste und Ben Stiller kann als überforderter Nachtwächter gekonnt aufspielen.

Die Kinder hatten insgesamt viel Spaß mit dem Film, gerade in der zweiten Hälfte. Dem Zwergofant war der Spannungsaufbau zu Beginn beinahe ein wenig zu intensiv, weil dieser sehr auf Atmosphäre und den Überraschungseffekt setzt. Als dann klar war, was der Clou ist, konnte auch er die wilden Abenteuer „Nachts im Museum“ genießen. Mich hat der Film wieder an meinen eigenen Besuch des American Museum of Natural History erinnert, auch wenn dieser bereits 13 Jahre zurückliegt.

Fazit

Für heute war „Nachts im Museum“ genau der richtige Film. Ich hatte mehr Spaß als bei meiner damaligen Sichtung, was vermutlich an der Gesellschaft lag. Nun sind alle schon heiß auf die Fortsetzung, an die ich mich selbst kaum noch erinnern kann. Für diesen Teil gibt es: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Zwei sind nicht zu bremsen – OT: Pari e dispari (1978)

Der Monat ist schon halb vorbei und dies ist der erste Filmabend. Unfassbar. Sollte es etwa doch noch knapp werden mit den angepeilten 100 Filmen im Jahr? Die Wahl für meinen 83. Film ist auf „Zwei sind nicht zu bremsen“ gefallen. Frau bullion musste heute arbeiten und somit haben die Kinder und ich nach über einem Jahr seit „Zwei wie Pech und Schwefel“ endlich einen weiteren Spencer/Hill-Film gesehen… 🎲🎰

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Ich habe Vanille, Schokolade, Zitrone, leckere Erdbeere und Mokka!“

In meinen Erinnerungen habe ich „Zwei sind nicht zu bremsen“ immer wieder mit „Zwei bärenstarke Typen“ durcheinander geworfen. Beide Filme habe ich in meiner Kindheit auch unzählige Male gesehen, so wie die meisten Werke des Prügelduos. Von diesem Film sind mir vor allem Bud Spencer als LKW-Fahrer, die transportierten Delfine und das Jai-Alai-Match im Kopf geblieben. Und natürlich die oben zitierte Pistazieneisszene, welche überhaupt zu den einprägsamsten des gesamten, filmischen Kanons der beiden italienischen Schauspieler zählen dürfte. Immer noch herrlich!

„Mir sitzt heut‘ der Schalk im Nacken, drum setz‘ ich mal den ganzen Packen!“

Die Geschichte rund um die Glücksspielganoven ist auch hier natürlich eher ein Alibi für ausgefallene Actionszenen und wilde Prügeleien. Die Sprüche sind größtenteils immer noch großartig, an ein paar hat aber auch der Zahn der Zeit genagt. Kein Wunder, ist der Film und die Synchronarbeit doch ein Produkt ihrer Zeit. Die Produktion hat inzwischen immerhin schon 43 Jahre auf dem Buckel.

Fazit

Mit „Zwei sind nicht zu bremsen“ haben wir einen der letzten gemeinsamen Filme von Bud Spencer und Terence Hill gesehen. Danach gibt es noch ein paar Solowerke und vermutlich schließt sich das Zeitfenster für die Kids auch so langsam. Gerade das Zappelinchen war zu Beginn nicht sonderlich begeistert von der Filmwahl, hatte dann aber doch enorm viel Spaß damit, so wie wir anderen auch: 8/10 Punkte.  (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Midnight Mass (2021) – Besprechung der Miniserie

Zwar hatte ich schon viel Gutes über die Serie gelesen, doch ohne die vehemente Empfehlung von Dome wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, mir „Midnight Mass“ tatsächlich auch anzusehen. Schließlich ist es eine Geschichte von Mike Flanagan, der in den letzten Jahren mit den Gruselserien „Spuk in Hill House“ und „Spuk in Bly Manor“ große Erfolge feierte und der sich auch für die Verfilmung des „Shining“-Sequels „Doctor Sleeps Erwachen“ verantwortlich zeichnet. Ob die Serie für einen alten Angsthasen wie mich geeignet war? Spoiler sind zu erwarten. 👻

Midnight Mass (2021) | © Netflix

Midnight Mass (2021) | © Netflix

Die perfekte Symbiose aus Drama und Horror

Bereits nach der ersten Episode war ich geplättet und von der dichten Atmosphäre der kleinen Insel, auf der nahezu die gesamte Serie spielt, komplett vereinnahmt. Speziell zu Beginn wusste ich noch gar nicht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln würde. Sie schien sich in Richtung Geistergrusel zu bewegen, was in Anbetracht des Prologs auch Sinn zu machen schien. Doch schon bald stellt sich die scheinbare Geistererscheinung als reine Visualisierung der Schuld unseres Protagonisten dar. Dieser wird übrigens von Zach Gilford gespielt, den Serienfreund*innen aus „Friday Night Lights“ kennen dürften. Ihm gegenüber spielt Hamish Linklater die zweite männliche Hauptperson, den Pfarrer Paul. Auch wenn sich Linklater in den letzten Jahren immer mehr dem dramatischen Fach zugewandt hat, so muss ich bei ihm stets an seine Rolle in „The New Adventures of Old Christine“ denken. Wahnsinn, was er seitdem für eine Wandlung durchgemacht hat.

Man of Science, Man of Faith

Inhaltlich macht Mike Flanagan mit „Midgnight Mass“ viele Türen auf: Es geht um Schuld, Sühne und Vergebung. Natürlich steht auch ganz offensichtlich Religion im Zentrum der Geschichte, bis hin zu religiösem Fanatismus. Dazwischen gibt es jedoch unzählige Schichten an Interpretationsmöglichkeiten. Ich warne an dieser Stelle noch einmal vor Spoilern! So kommt unser Pfarrer überhaupt nicht auf die Idee, dass es sich bei dem Wesen, das sich ihm annimmt, um etwas anderes handeln könne, als um einen Engel Gottes. Für uns Zuschauer ist es vom ersten Moment an offensichtlich, es hier mit einem Vampir zu tun zu haben. Vampire scheinen jedoch in der Serienwelt nicht zu existieren, denn kein(e) Protagonist*in spricht je diese Vermutung aus. Im Grunde geht es aber auch nicht um das monsterhafte Wesen, sondern wie Paul und seine Apostel es und seine Wunder auslegen. Wie diese vielleicht schon immer ausgelegt wurden. Für mich wohl der spannendste Aspekt der gesamten Serie.

„Midnight Mass“ ist offensichtlich eine religionskritische Serie, wobei Mike Flanagan seinen Figuren auch nicht abspricht, einen Sinn im Glauben (egal ob Christentum oder Islam) zu finden. Er stellt sich klar gegen extremistische Tendenzen, welche in der Serie erschreckend durch die Figur von Bev Keane (beeindruckend gespielt von Samantha Sloyan) zum Ausdruck gebracht werden. Es steckt jedoch noch so viel mehr in den nur sieben Episoden dieser Serie, dass ich in den nächsten Wochen bestimmt noch viel über sie nachdenken werde. Gerade auch, weil das Finale wunderbar abgeschlossen ist und es demnach bei dieser Miniserie bleiben wird. Eine Serie wie ein gutes Buch.

Fazit

Mich hat „Midnight Mass“ extrem beeindruckt: Die ruhige, bedächtige Erzählweise, die gezielt eingesetzten Schockmomente, die famosen Schauspieler*innen und vor allem der thematische Twist auf bekannte Horrorfiguren. Einfach fantastisch. Definitiv eine der besten Serien, die ich dieses Jahr gesehen habe. Eine dicke Empfehlung, auch wenn ihr sonst keine Horrorserien (ist auch keine) schaut: 9/10 (9.3) Punkte.

Halloween (2018)

Welchen besseren Film kann es für Halloween geben, als die 2018er Fortsetzung von John Carpenters Original, welche ebenfalls den Titel „Halloween“ trägt? Richtig, natürlich John Carpenters Original. Aber ich greife voraus. Nachdem die Kids aus der Nachbarschaft bei uns ein paar Süßigkeiten abgegriffen haben, bin ich also nach Haddonfield zurückgekehrt…  🎃🔪

Halloween (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Halloween (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine unausgegorene Rückkehr Michael Myers

Meine letzte Begegnung mit „Halloween“ liegt bereits ein paar Jahre zurück: 2012 habe ich mir das Remake von Rob Zombie zu Gemüte geführt und fand es ziemlich schrecklich. Das Original habe ich bestimmt schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr gesehen. Davor war es aber ein stets gerne gesehener Gast auf Videoabenden, gerade eben an Halloween. Ich mochte den Film schon immer, gerade weil er nicht auf Gore setzt, sondern sehr minimalistisch daherkommt und Michael Myers einfach eine ikonische Figur ist. An dieser Stelle möchte ich die zugehörige Episode aus der Netflix-Doku „The Movies That Made Us“ empfehlen. Nun also hat David Gordon Green eine weitere Fortsetzung mit neuer Zeitlinie ins Leben gerufen. Ich erinnere mich noch an „Halloween H20“, der 20 Jahre zuvor etwas Ähnliches versucht hat (und damals übrigens meine allererste DVD war). Auch in diesem Sequel kehrte Jamie Lee Curtis als Laurie Strode zurück, was ich immer recht gerne mochte. Die anderen Fortsetzungen waren für mich stets vernachlässigbar.

Doch zurück zum 2018er Film: Ich mochte den Score und den Look des Films sehr gerne. Nicht so übertrieben abgefuckt wie in Rob Zombies Version und doch schön intensiv. Hinzu kommt, dass das Ensemble zwar nicht sonderlich helle agiert, aber immerhin durchaus sympathisch ist. Zumindest größtenteils. Davon abgesehen ist das Drehbuch leider ziemlich schwach und die Figuren stolpern mehr schlecht als recht durch die dünne Geschichte. Manche Szenen haben auf mich auch unfreiwillig komisch gewirkt, was dem Spannungspotenzial wirklich geschadet hat. Eigentlich bin ich ein ziemlicher Angsthase, wenn es um Horrorfilme geht, doch hier habe ich mich weder erschreckt, an den Nägeln gekaut, noch gegruselt. Was David Gordon Green dabei geritten hat, Michael Myers zunächst ausführlich ohne Maske einzuführen, werde ich auch nie verstehen. Damit entmystifiziert er die Figur komplett und die Wirkung war für mich danach nicht mehr dieselbe.

Fazit

Ich hatte durchaus Spaß mit dem 2018er „Halloween“. Gerade die Halloween-Atmosphäre in Haddonfield hat es mir angetan. Auch Michael Myers in vollem Kostüm wiederzusehen, war mir eine schaurige Freude. Davon abgesehen bleibt leider nicht viel übrig. Insgesamt doch eine kleine Enttäuschung (auch wenn ich nicht viel erwartet hatte): 5/10 Punkte.

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft – OT: Honey, We Shrunk Ourselves (1997)

Nachdem der gestrige Filmabend mit „Nightmare Before Christmas“ für die Kinder leider größtenteils ein Reinfall war, haben wir heute direkt einen weiteren Filmabend angeschlossen. Mit „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ habe ich nichts dem Zufall überlassen, da bereits die beiden Vorgänger bestens bei den Kindern angekommen sind. Ob die Direct-to-Video-Fortsetzung überzeugen konnte? 🕷

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Eine schöne Fortsetzung für den Heimkino-Markt

Zunächst einmal ist dem Zwergofanten das Bildformat aufgefallen. Warum denn da nun auf den Seiten schwarze Balken sind? Diese Frage konnte ich recht schnell klären und nach ein paar Minuten ist diese Tatsache nicht mehr groß ins Gewicht gefallen. Schon witzig, dass das 4:3-Format heute beinahe ausgestorben ist. Davon abgesehen merkt man dem Film das geringere Budget an und die riesenhaften Sets von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ mussten in vielen Szenen Greenscreen-Szenen weichen. Es gab aber auch ein paar gebaute Handlungsorte, was gleich viel wertiger wirkt. Selbst die günstig getricksten Szenen wurden mit viel Kreativität umgesetzt, so dass meine Sympathie für den Film deutlich überwiegt.

Die Geschichte ist erneut nicht sonderlich innovativ, doch fand ich sie etwas gelungener als von „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“. Vermutlich weil ich geschrumpfte Menschen in einer gigantischen Welt spannender finde, als Babys die wie Godzilla durch Städte wüten. Hervorzuheben ist noch, dass Rick Moranis in „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ seinen letzten Auftritt hatte, bevor er sich aus dem Schauspielgeschäft zurückzog. Für das Reboot steht er wieder als Wayne Szalinski in der IMDb. Würde ich mir anschauen. Ansonsten gibt es noch eine junge Mila Kunis (Jackie aus „That ’70s Show“) zu bewundern.

Fazit

Die Kinder waren von „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ begeistert und ich tatsächlich auch. Für ein Direct-to-Video-Sequel hätte man sich nicht mehr wünschen dürfen. Nun ist auch diese Reihe abgeschlossen und ich werde sie in guter Erinnerung behalten. Herrlich altmodische Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)