Brooklyn Nine-Nine – Season 2

Auch wenn ich die letzten Wochen nur wenig zum Fernschauen gekommen bin, so habe ich doch immerhin alle paar Abende eine Episode von „Brooklyn Nine-Nine – Season 2“ gesehen, was mir so manchen Lacher zu später Stunde beschert hat…

Brooklyn Nine-Nine – Season 2

Cop-Comedy in Perfektion

Meine Sichtung der ersten Staffel liegt über zwei Jahre zurück, so dass ich anfangs befürchtet hatte, mich nicht wieder in die Welt von „Brooklyn Nine-Nine“ einzufinden. Diese Sorge war jedoch unbegründet, denn die Charaktere sind so überzogen und doch sympathisch gezeichnet, dass man sich sofort wieder in dieser verrückten Welt zu Hause fühlt. Natürlich sind die bearbeiteten Fälle völlig nebensächlich: Wie bei jeder guten Workplace-Comedy stehen die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander im Mittelpunkt. Die Schauspieler sind extrem spielfreudig und die Autoren wissen ihre Stärken in den Drehbüchern geschickt einzusetzen. Eine wirklich runde Sache, bei der die 20 Minuten jeder einzelnen Episode wie im Fluge vergehen.

Fazit

Ich hatte wieder viel Spaß mit dieser Truppe rund um Captain Raymond Holt und Detective Jake Peralta. Enorm viel Spaß. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass nicht sonderlich viel hängen bleibt. Das macht aber auch nichts, denn als Comedy-Happen zwischendurch, gibt es zurzeit wohl kaum eine bessere Serie als „Brooklyn Nine-Nine“: 8/10 (8.3) Punkte.

The Fall (2006)

Ein verregneter Freitagabend (hier seht ihr den Sturm aufziehen) hat dafür gesorgt, dass ich meinen neuen Fernseher endlich mit einem Film einweihen konnte. Nur was schauen? Natürlich ein bildgewaltiges Epos. Folglich ist „The Fall“ in den Blu-ray-Player gewandert, der ohnehin schon viel zu lange auf meiner Liste der dringend nachzuholenden Filme stand. Ob sich das gelohnt hat?

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The Fall (2006) | © Capelight Pictures

Ein fantasievoller Bilderrausch

Von Regisseur Tarsem Singh kenne ich bisher nur „The Cell“, den ich unglaublich packend fand. Träume faszinieren mich schon immer und die düsteren Welten, die Singh in dem Film kreiert, haben mich tief beeindruckt. An dem Psycho-Thriller wurde jedoch die gleiche Kritik geübt, wie an „The Fall“: Der Film besäße nur schöne Bilder, die Geschichte wäre dünn und generell sei das alles ja nur style over substance. Wen wundert es also, dass auch Tarsem Singhs zweiter Langfilm unglaubliche Bilder bietet? Und ja, selbst als Bilderrausch würde der Film bereits eine Daseinsberechtigung besitzen. Doch tatsächlich bietet „The Fall“ mindestens noch zwei weitere Ebenen.

„Die Braut des Prinzen“ Reloaded?

Mit seiner Rahmenhandlung und der Geschichte in der Geschichte erinnerte mich „The Fall“ doch stark an Rob Reiners Fantasy-Klassiker „Die Braut des Prinzen“. Tatsächlich basiert Tarsem Singhs Film allerdings auf einem bulgarischen Kinderfilm mit dem Titel „Mein Freund, der Pirat“ aus dem Jahr 1981, der ziemlich genau die gleiche Handlung erzählt – und diese funktioniert gar wunderbar: Lee Pace als depressiver Stuntman und die junge Catinca Untaru als verletztes Mädchen spielen großartig zusammen. Viele ihrer Szenen wirken improvisiert und sehr roh gespielt. Für mich hat das ausgezeichnet funktioniert und ich war emotional voll involviert.

Die letzte Ebene ist die Liebeserklärung an das Kino selbst und die Macht seiner Geschichten. Es ist großartig zu sehen, was Alexandria aus den Worten des Stuntmans kreiert und wie sich daraus absurde und traumhafte Welten ergeben, die keinerlei Logik in Hinblick auf Raum und Zeit zu verfolgen scheinen: Man erlebt die Geschichte dadurch direkt aus den Augen eines Kindes.

Fazit

Auch wenn ich ganz am Anfang noch vom neuen Seherlebnis abgelenkt war, so hat mich die Geschichte doch schnell in ihren Bann gezogen. Ich liebe die Bilder und auch die ruhigen Momente in der realen Welt. Das Märchen ist dabei nichts für Kinder, spricht dunkle Themen an und verpackt diese in teils drastische Bilder. Dabei wurden auch Erinnerungen an „Pans Labyrinth“ wach, der jedoch in jeder Hinsicht noch ein bis zwei Schritte weitergeht. Sollte ich nicht der letzte Filmfreund gewesen sein, der „The Fall“ für sich entdeckt, dann kann ich euch nur empfehlen, den Film selbst endlich nachzuholen: 9/10 Punkte.

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Vacation: Wir sind die Griswolds″ am 1. Mai 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einer ziemlich aufregenden Arbeits- und turbulenten ersten Ferienwoche, waren am Abend alle Familienmitglieder ziemlich platt. Als die Kids gegen 20:30 Uhr im Bett waren, haben wir uns vor den Fernseher zurückgezogen und mit „Vacation: Wir sind die Griswolds“ einen Film eingelegt, von dem ich mir nicht viel erwartete. Dennoch war ich neugierig, wie denn die Fortsetzung einer der beliebtesten Filmreihen der 80er Jahre heute aussieht…

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Eine Fortsetzung, kein Reboot

Die Originale rund um die Familie Griswold habe ich als Kind und Jugendlicher unzählige Male gesehen. Speziell „Christmas Vacation“ liegt mir sehr am Herzen und ich schaue und bespreche den Film jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit. Doch auch den ersten verfilmten Urlaub der Griswolds aus dem Jahr 1983 mag ich sehr (wenngleich ich ihn bei der letzten Besprechung ein wenig harsch bewertet habe). Wie man es auch dreht und wendet: Ich verbinde etliche schöne Erinnerungen mit der Reihe. Dementsprechend skeptisch war ich (speziell nach den teils desaströsen Kritiken), wie sich denn der Reboot anschickt, die Griswold-Tradition aufrecht zu erhalten.

Mit der Besetzung bin ich schon einmal sehr zufrieden: Ich sehe sowohl Christina Applegate als auch Ed Helms sehr gerne. Für mich hätte es keine bessere Besetzung geben können. Ein weiterer Pluspunkt: Es handelt sich beim 2015er „Vacation“ nicht um ein inhaltliches Reboot (wie es z.B. „Ghostbusters“ gemacht hat), sondern um eine Fortsetzung. Im Zentrum der Geschichte steht dieses Mal Rusty, der Sohn von Clark und Ellen Griswold. Das lässt dem Film auch die Möglichkeit ganz natürlich die beiden Stars von damals in die Handlung zu integrieren, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Ich mochte das wirklich sehr. Auch die weiteren Referenzen, die stets mit einem Kniff im Film zu sehen sind. Man merkt deutlich, dass das Regie- und Autoren-Duo das Original nicht nur gut kennt, sondern auch schätzt.

Rückkehr nach Walley World

Die Rahmenhandlung erzählt ziemlich genau die Geschichte des Original-„Vacation“ nach. Dessen ist sich der Film aber bewusst und es gibt ein paar schöne Meta-Gags, die diesen Aspekt aufgreifen. Die Stationen der Reise sind jedoch andere und lassen Raum für allerlei Albernheit, von denen einige zünden, andere nicht. Der Humor mäandert stets um die Gürtellinie herum, jedoch muss ich gestehen, dass ich öfter lauf lachen musste und mir teils sogar – sehr zum Amüsement meiner Frau – die Tränen im Gesicht standen. Speziell der Tartan Prancer hat es mir angetan. Da mag ich einfach gestrickt sein. Auf jeden Fall hatte ich meinen Spaß.

Fazit

Auch wenn es die meisten anders sehen, so halte ich den 2015er „Vacation“ für eine gelungene Fortsetzung, die den Geist des Originals wunderbar einfängt. Weniger Fäkalhumor wäre wünschenswert gewesen, doch stehen dem gegenüber etliche Witze, die bei mir wirklich gezündet haben. Ich mag zudem die Entwicklung, die die Figuren durchmachen – zwar wenig subtil und ziemlich offensichtlich, doch immerhin. Kein großes Kino, doch für mich als Fan der Reihe ein großes Vergnügen. Ich würde mir noch weitere Sequels rund um Rusty und seine Familie ansehen: 7/10 Punkte.

The Shallows: Gefahr aus der Tiefe (2016)

Eigentlich war das Wetter heute nach einer Woche Dauerregen endlich einmal wieder gut genug, um einen gemütlichen Abend auf der Terrasse zu verbringen. Da wir aber wieder den ganzen Tag unsere alte Wohnung gestrichen haben, sind wir erst spät und total platt nach Hause gekommen. Also schnell geduscht und aufs Sofa gefallen. Um wenigstens ein wenig Sommer zu haben, sind wir mit „The Shallows: Gefahr aus der Tiefe“ ans Meer gefahren, wo uns ein fieser Weißer Hai überraschte. Ob das eine gute Alternative zum Bier auf der Terrasse war?

The Shallows (2016)

Der Weiße Hai kehrt zurück

Während des Prologs kam tatsächlich ein wenig Urlaubsstimmung auf. Die Werbeclip-Ästhetik trägt zudem ihren Teil dazu bei, dass man Nancy am liebsten bei ihrem Wellenritt begleiten würde – allerdings haben wir Zuschauer natürlich einen Wissensvorsprung, der jede Szene im Wasser von einem unguten Gefühl begleiten lässt: Da draußen lauert irgendwo ein Weißer Hai. Auch wenn sein Name nicht Bruce ist, so ist er doch mindestens ebenso schlecht gelaunt, wie sein großes Vorbild. In meinem Kopf wurde auch ständig John Williams‘ großartiges Theme angespielt, was deutlich zeigt, wie einflussreich Steven Spielbergs Klassiker auch heute noch ist. Ohne „Der Weiße Hai“ hätte es „The Shallows“ vermutlich nie gegeben.

Jaume Collet-Serras Film ist immer dann am stärksten, wenn es ums nackte Überleben geht bzw. wenn sich die Spannung in der Szene aufbaut. Der Hai selbst erinnert leider weniger an Bruce, als an die genetisch veränderten Artgenossen aus „Deep Blue Sea“ – das CGI  ist oft leider ziemlich offensichtlich und mag nicht zum ansonsten so realistischen Setting passen. Im letzten Drittel mutiert der tierische Gegenspieler sogar noch zum klassischen Bösewicht, da ihm mehr und mehr Charakter verliehen wird. Passend dazu entledigt sich unsere geschundene Heldin der Gefahr durch eine ziemlich lächerliche, aber doch unglaublich befriedigende Aktion.

Fazit

Nein, „The Shallows“ ist nicht die große Genre-Innovation, doch der Film ist unglaublich effektiv und unterhaltsam. Ein B-Movie in Hochglanzoptik, mit dem man für knapp 90 Minuten wirklich viel Spaß haben kann. Blake Lively mimt dabei sehr überzeugend die geschundene Surferin und ihr Charakter bietet genau das richtige Maß an Identifikationspotenzial, um uns Zuschauer bei der Stange zu halten. Kein großes Kino, doch wirklich mitreißende Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Castle – Season 7

Neben meinem sehr reduzierten Filmkonsum, schlägt sich das sommerliche Wetter auch auf meine geliebten TV-Serien nieder. Wenn überhaupt ist abends nur noch Zeit für leichte Unterhaltung. Somit hat es sich angeboten, mit „Castle – Season 7“ meinem liebsten Krimi-Procedural einmal wieder einen Besuch abzustatten…

Castle - Staffel 7 - Season 7

Mehr Comedy als Krimi

Mit „Castle“ habe ich mich für die perfekte Serie für den Sommer entschieden. Jeder Fall ist für sich abgeschlossen, was bedeutet, dass es auch egal ist, wenn man einmal ein paar Tage nicht weiterschaut. Der klassische Procedural-Gedanke also, der heute fast schon ausgestorben scheint. Hier funktioniert das Konzept aber noch, was wohl auch daran liegt, dass „Castle“ in großen Teilen eher wie eine Sitcom, denn wie ein Krimi funktioniert. Ich mochte das erneut sehr gerne, sind die Fälle zwar ganz nett, doch meist unglaublich konstruiert und nur das Vehikel für etliche Oneliner und Geplänkel zwischen den Figuren. Am besten haben mir wieder die Episoden gefallen, die sich komplett von der Krimi-Realität entfernt und unsere Charaktere in ein völlig überzogenes Setting (wie z.B. eine Western-Stadt oder eine Mars-Simulation) geworfen haben.

Sobald sich die Autoren verstärkt auf die einzelnen Fälle bzw. einen übergeordneten Handlungsfaden konzentrieren, fällt die Serie immer ein wenig in sich zusammen. So kann leider auch das große Mysterium rund um Richard Castles Verschwinden (der große Cliffhanger der sechsten Staffel) nicht überzeugen und speziell die Auflösung war letztendlich doch ein wenig beliebig. Aber nun gut. Dafür schaut man die Serie ja auch nicht. Castles Ausflug als Privatdetektiv hat mir dagegen sehr gut gefallen, weil auch dieser Handlungsstrang verstärkt auf Comedy gesetzt hat.

Fazit

In den ruhigen Sommermonaten hat sich „Castle“ als Übergangsserie abermals bestens bewährt. Auch wenn es seit drei Tagen ununterbrochen regnet, habe ich es nicht häufiger vor den Fernseher geschafft. Somit dominiert das Krimi-Procedural einsam meinen Bewegtbildkonsum im Juli – und da hätte ich es wahrlich schlechter treffen können. Wunderbar leichte Sommerunterhaltung: 8/10 (7.8) Punkte.

The Box (2009)

Puh, das war wirklich knapp. Beinahe hätte ich einen gesamten Monat seit meinem letzten Film verstreichen lassen. Mit der Sichtung von „The Box“ habe ich dieses grausame Schicksal gerade noch einmal abgewendet. Nicht dass meine Leser am Ende noch auf die Idee kommen, das hier wäre überhaupt kein Filmblog mehr. Ob gerade Richard Kellys umstrittenes Werk geeignet war, um die filmische Dürreperiode zu durchbrechen, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Film als gigantische Mystery Box

Während der Sichtung von „The Box“ habe ich mir öfter gewünscht, im Vorfeld noch nicht so viel darüber gelesen zu haben. Gar nicht einmal so sehr auf den Inhalt bezogen, denn von diesem wusste ich, bis auf die Grundprämisse der titelgebenden Box, nicht wirklich viel. Allerdings habe ich stets daran denken müssen, dass der Film so unglaublich schlechte Kritiken bekommen hat. Ich war also beständig auf der Hut und habe versucht Fehler zu finden. Keine gute Voraussetzung. Glücklicherweise war ich vom restlichen Tag ziemlich platt (wir haben unsere alte Wohnung renoviert), so dass ich mich nach einiger Zeit wunderbar von der Atmosphäre einlullen ließ.

J. J. Abrams hat den Begriff der Mystery Box geprägt. Seine gesamte TV-Serie „Lost“ besteht fast nur aus einer Aneinanderreihung von Mystery Boxen. Auch Richard Kelly bedient sich dieser Methode, die er bereits erfolgreich in „Donnie Darko“ anzuwenden wusste. Kelly buchstabiert seine Rätsel jedoch selten aus und überlässt viel der Atmosphäre und seiner Inszenierung. Auch „The Box“ besteht zu großen Teilen aus Mysterien, die teils offensichtlich, teils nebenläufig erzählt werden. Wie bereits in seinen vorherigen Filmen, siehe auch „Southland Tales“, gibt der Film nur sehr bedingt Antworten. Man kann sich als Zuschauer seinen Teil zusammenreimen, doch wirklich zufriedenstellend wird die Geschichte nicht aufgelöst. Am besten man lässt sich in die dichte Atmosphäre fallen, die durchaus funktioniert, wenngleich sie auch nie die traumhafte Wirkung eines „Donnie Darko“ entfaltet.

Fazit

Es mag an meiner langen Filmabstinenz liegen, doch fand ich „The Box“ wirklich ziemlich gelungen. Inhaltlich völlig überfrachtet (Richard Kelly hätte die autobiographisch geprägte Geschichte über seine Eltern lieber in einen gesonderten Film auslagern sollen), doch atmosphärisch packend. Selbst die angedeuteten Sci-Fi-Elemente fand ich gelungen, haben sie mich doch tatsächlich vage an „The Three-Body Problem“ erinnert. Wenn ihr offen für andersartige Filmerlebnisse seid, und nicht unbedingt eine stringente Narrative benötigt, dann kann „The Box“ durchaus ein interessantes Filmerlebnis sein: 7/10 Punkte.

Kevin Can Wait – Season 1

Es gibt sie noch, die klassischen Sitcoms mit Gelächter aus der Konserve. In den letzten Jahren ist diese Form der Comedy-Serie beinahe ausgestorben, was mich beinahe ein wenig traurig stimmt, auch wenn ich damit ziemlich alleine bin. Besonders gefreut habe ich mich über die Ausstrahlung von „Kevin Can Wait – Season 1“ auf Amazon Prime, da die andere Sitcom von und mit Kevin James – die Rede ist natürlich von „The King of Queens“ – zu meinen persönlichen Lieblingen zählt. Lässt sich das Konzept jedoch auf die 2010er Jahre übertragen?

The King of Queens 2.0

Kevin aus „Kevin Can Wait“ könnte genauso gut Doug heißen. Seine Figur ist wirklich 1:1 dem liebenswürdigen Paketfahrer aus Queens nachempfunden. Auch der Humor der Serie deckt sich nahezu komplett mit „The King of Queens“, was nicht wirklich überraschend ist: Meist möchte Kevin etwas rund um Sport, Essen oder einem sonstigen Freizeitvergnügen seiner Frau gegenüber durchsetzen und überlegt sich dabei mehr oder minder kreative Möglichkeiten, sie zu überzeugen oder auch ganz einfach zu hintergehen. Am Ende fliegt die Geschichte auf und alle haben sich nach einem kleinen Konflikt wieder lieb. Kennt man und funktioniert, auch wenn das Konzept heute tatsächlich ein wenig angestaubt wirkt. Statt dem Schwiegervater Arthur wohnt nun der britische Verlobte der ältesten Tochter als ungebetener Gast im Haus, was leider nicht annähernd so gut funktioniert wie das Original.

Zu all den bekannten Elementen kommen noch etliche Schauspieler, wie Kevin James‘ Bruder Gary Valentine, Ray Romano oder Adam Sandler hinzu, die man bereits in Nebenrollen oder Gastauftritten in „The King of Queens“ gesehen hat. In der finalen Doppelfolge stößt dann Kevin James‘ langjähriger Serienpartnerin Leah Remini dazu, was die Serie endgültig zur Neuauflage macht. Vor ein paar Tagen gab es dann die Meldung, dass die von Erinn Hayes gespielte Serien-Ehefrau in der zweiten Staffel nicht mehr auftreten und dafür Leah Remini zur Hauptdarstellerin befördert wird. Wie das funktionieren soll, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, jedoch werden böse Erinnerungen an die Neukonzeption wach, welche die Retro-Sitcom „Last Man Standing“ in der zweiten Staffel durchgemacht hat.

Fazit

Auch wenn mir die Schwächen der Serie in jedem Moment bewusst waren, so wurde ich doch größtenteils wirklich gut unterhalten. Da steckt ganz viel Nostalgie mit drin, doch mochte ich die Mischung aus neuen Figuren und bekannten Verhaltensmustern. Nach den Ankündigungen zur Neuausrichtung habe ich die Serie jedoch fast schon abgeschrieben, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Autoren einen sinnvollen Übergang schaffen wollen. Schade, denn für mich wäre das originale Konzept durchaus aufgegangen: 7/10 (7.2) Punkte.

Bastille Day (2016)

Kürzlich habe ich noch darüber gesprochen, warum ich auf ein Medium gepresste Filme dem Stream gegenüber vorziehe, und dass mein Stapel ungesehener Blu-rays viel zu hoch geworden ist. Gestern habe ich all das jedoch ignoriert und mich für den Action-Thriller „Bastille Day“ entschieden, den man sich (wohlgemerkt im korrekten Bildformat) auf Amazon Prime ansehen kann. Ob sich der Ausflug nach Paris gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Amerikaner in Paris

Auf „Bastille Day“ wurde ich vor allem aufgrund von Idris Elba aufmerksam. Seine Hauptrolle in der TV-Serie „Luther“ hat den Schauspieler nach „The Wire“ erneut auf meinen Radar gebracht und ich war gespannt, wie er sich in einem typischen Action-Thriller schlägt. Gerüchte um Elba als James Bond halten sich hartnäckig bereits seit Jahren und man könnte den europäisch-amerikanischen Thriller fast schon als sein Bewerbungsvideo für die Rolle sehen, zumindest wenn man den durch Jason Bourne inspirierten Stil als Referenz nimmt. Anfangs war es ziemlich gewöhnungsbedürftig Elba nach „Luther“ amerikanisches Englisch sprechen zu hören. Auch sein Co-Star Richard Madden (bekannt als Robb Stark aus „Game of Thrones“) wurde als Amerikaner besetzt, obwohl er eigentlich Schotte ist. Was die Besetzung angeht, kann man dem Film keine Vorwürfe machen und sowohl Elba als auch Madden zeigen sich äußerst spielfreudig.

Auf inhaltlicher Seite ist „Bastille Day“ deutlich schwächer aufgestellt und gerade gegen Ende zerfasert der Film in einen 08/15-Actioner mit comichaftem Bösewicht und an den Haaren herbeigezogenem Plot. Gerade aufgrund der jüngsten Anschläge fand ich es dennoch dem Unterhaltungswert zuträglich, dass am Ende eben doch nicht der Kampf gegen den Terror thematisiert wurde. Ob die Darstellung der französischen Politiker und Polizisten als komplett korrupt dagegen so nötig gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Der Film macht jedoch nie einen Hehl aus seinen Action-Wurzeln und er nimmt sich deutlich weniger ernst als z.B. „96 Hours“, was vor allem der Buddy-Movie-Dynamik zwischen Idris Elba und Richard Madden geschuldet ist.

Fazit

Wenn ihr euch für 90 Minuten gut unterhalten lassen wollt und einen anspruchslosen Actioner sucht, dann kann ich euch „Bastille Day“ durchaus ans Herz legen. Er ist auf jeden Fall gelungener als der x-te Aufguss von „Taken“ und hat zudem zwei frische Schauspieler zu bieten. Kein Film, der länger im Gedächtnis bleibt, doch bietet er für die Dauer seiner Laufzeit genau das richtige Maß an Unterhaltungswert: 6/10 Punkte.

Alien: Covenant (2017)

Gestern hat es sich ziemlich spontan ergeben, dass die Kinder bei den Großeltern übernachteten und wir somit „Alien: Covenant“ im Kino sehen konnten. Neben „Blade Runner 2049“ der Film, den ich dieses Jahr am meisten herbeigesehnt habe. Speziell aufgrund meiner kürzlichen Zweitsichtung von „Prometheus: Dunkle Zeichen“ war ich extrem gespannt, wie Ridley Scott die mysteriöse Geschichte um die Ingenieure und ihre Schöpfungen fortführt. Ob sich das Warten (und dass ich mich mit fieser Erkältung ins klimatisierte Kino geschleppt habe) gelohnt hat? Spoiler sind zu erwarten.

Zwischen „Prometheus“ und „Alien“

Auf den ersten Blick hat „Alien: Covenant“ alles zu bieten, was ich mir von einer Fortsetzung erhofft hatte. Der Look erinnert so sehr an den ursprünglichen „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, dass es eine wahre Freude ist. Ridley Scott hat die filmische Brücke also nicht nur inhaltlich (z.B. Zusammensetzung der Crew), sondern auch formal geschlagen. Somit verwundert es auch nicht, dass sowohl das erste Drittel wie auch das letzte Drittel des Films beinahe schon wie ein Remake des Originals von 1979 anmuten. Ich habe es wirklich sehr genossen einmal mehr in dieses wunderbar ausgearbeitete Universum einzutauchen und bekannte Klänge zu vernehmen sowie auch Mechanismen zu erleben. Doch einen Moment, bitte. Was ist nun eigentlich aus Elisabeth Shaw, dem Androiden David und ihrer Reise zum Planeten der Ingenieure geworden? Stimmt, da gibt es ja noch den Mittelteil des Films…

Typisch „Alien“-Sequel: Alles wird auf Null gesetzt

Gerade im inhaltlich interessanten Mittelteil krankt die Geschichte leider. Ich habe mich gefühlt wie damals, als ich das erste Mal „Alien 3“ gesehen habe: Jegliche inhaltliche Entwicklung wird ignoriert und die Ausgangssituation einfach auf Null gesetzt, damit man abermals die gleiche Geschichte erzählen kann. Über die Jahre habe ich den Film dennoch lieben gelernt. Ob mir das bei „Alien: Covenant“ auch gelingen wird? Wie gern hätte ich mehr über die Abenteuer von Shaw und David auf dem Heimatplaneten der Ingenieure erfahren. Aber nein: Shaw ist tot, David entpuppt sich als wahnsinniger Androide mit Gotteskomplex, der einfach mal so alle Ingenieure auslöscht. Keine Antworten, keine weiteren Mysterien, einfach alles auf Null gesetzt.

Ich fand es zwar durchaus interessant, David – nachdem er in „Prometheus: Dunkle Zeichen“ noch eher eine ambivalente Figur war – als verrückten Wissenschaftler inszeniert zu sehen, der mit seinem Bruder Walter über Schöpfung und Götter philosophiert (wenngleich die Flötenszene auch ein wenig albern war). Letztendlich hat David durch seine Genexperimente Eier, Facehugger und Xenomorphs erschaffen. Hier hatte ich tatsächlich einen kleinen Midi-Chlorianer-Moment, der viel von der Faszination für diese Kreaturen genommen hat. Nein, mir hat diese Entwicklung wirklich nicht gefallen und ich finde es unendlich schade, dass Scott und Co. die gesamte Mythologie, die sie noch im Vorgänger mühevoll aufgebaut hatten, einfach über Bord werfen. Glücklicherweise spielt Michael Fassbender wieder unglaublich gut, so dass es trotz der enttäuschenden inhaltlichen Entwicklungen eine wahre Freude ist, seinem verrückten Androiden (und das passt inhaltlich natürlich wieder perfekt zum Franchise) zuzusehen.

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an „Alien: Covenant“ und mir eine deutlichere Entwicklung in Richtung „Prometheus: Dunkle Zeichen“ gewünscht. Leider haben sich Scott und 20th Century Fox jedoch für den sichereren Weg entschieden und übereilt die Brücke zu den beliebten Originalen geschlagen. Was nun noch in den nächsten beiden Filmen gezeigt werden soll? Auch wenn die Enttäuschung auf inhaltlicher Sicht wohl überwiegt, so war ich jedoch zu jeder Sekunde gefangen von den Bildern und der Atmosphäre. Der Film atmet das „Alien“-Franchise noch viel stärker als der Vorgänger und ja, tatsächlich bin ich dem jüngsten Neuzugang in dieser Hinsicht völlig verfallen. Ein spannendes und auf jeden Fall lohnendes Kinoerlebnis, bei dem sich noch zeigen muss, ob es überdauert: 7/10 Punkte.

Prometheus: Dunkle Zeichen – OT: Prometheus (2012) (WS1)

Gerade ist „Alien: Covenant“ angelaufen und ich hege die zarte Hoffnung, dass ich den Film tatsächlich noch im Kino sehen werde. Folglich war es nach fünf Jahren auch an der Zeit, meine Erinnerungen an „Prometheus: Dunkle Zeichen“ aufzufrischen. Der Vorgänger hatte mir damals exzellent gefallen. Allerdings habe ich inzwischen so viele vernichtende Worte über den Film gehört und gelesen, dass ich leichte Zweifel hatte, ob er mir auch heute noch gefallen würde, doch lest selbst…

Ein selbstbewusster Neuanfang

Das „Alien“-Franchise zeichnet sich nicht gerade durch Konsistenz aus. Ob spontane Genre-Wechsel von Horror („Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“) zu Action („Aliens: Die Rückkehr“) oder unzählige Male umgeschriebene Drehbücher („Alien 3“) – als Fan der Reihe hat man schon so einiges mitgemacht. Dennoch war der Ruf nach einer Fortsetzung zu „Alien: Die Wiedergeburt“ stets da. Neun Jahre später war es dann endlich soweit und im Vorfeld herrschte viel Unklarheit darüber, um was es sich bei „Prometheus“ eigentlich handeln sollte: ein Sequel oder ein Prequel? Gar ein Reboot? Oder doch etwas ganz Anderes? Letztendlich ist Ridley Scotts Sci-Fi-Epos eine Mischung aus alldem und doch etwas ganz Eigenes: eine Geschichte im „Alien“-Universum, die mit den Versatzstücken des Franchises spielt und doch viel größer ist. Und ich kann Ridley Scott nur dafür danken, diesen Weg eingeschlagen zu haben, denn auch bei der heutigen Sichtung hat mich sein Film wieder enorm gepackt.

Woher kommen wir eigentlich?

„Prometheus“ macht es einem als Zuschauer nicht leicht: Einerseits ist der Film ein typischer Sci-Fi-Reißer mit Monstern, klischeehaft geschriebenen Redshirts und teils sehr blutigen Szenen. Dem gegenüber steht der philosophische Unterbau, der Fragen nach Schöpfung, Glaube und einer größeren Mythologie aufmacht. Für viele Zuschauer mag das nicht zusammenpassen, doch für mich funktioniert es einfach wunderbar. Ich liebe die Space-Trucker-Atmosphäre, die Scott im ersten Drittel des Films wieder sehr gekonnt einfängt, ebenso wie horrorlastigen Actionszenen sowie die Fragen, die in der Geschichte aufgemacht werden. Im Zentrum der Handlung steht, ganz in Tradition der Reihe, abermals eine Frau, doch neben ihr rückt ein Androide in den Fokus. Auch ein solcher hatte in den ersten beiden Filmen eine tragende Rolle, hier spiegelt er zudem den Kern der Geschichte wider, was ich ganz und gar famos fand. Dies hätte leicht nach hinten losgehen können, doch Michael Fassbender spielt David so eindringlich und doch nuanciert, dass es eine wahre Freude ist.

Neben dem Inhalt ist bei Ridley Scott natürlich die Form extrem wichtig und hier überzeugt „Prometheus“ auf ganzer Linie: Ich liebe die Weyland-Yutani-Designs, die Raumschiffe und Uniformen, die technischen Spielereien und natürlich die von H. R. Giger inspirierte Welt auf LV-223. Was Monster angeht, so gibt es auch in diesem Film einiges zu sehen, wobei nichts auch nur annähernd den ikonografischen Facehuggern oder Xenomorphs das Wasser reichen kann. Am meisten beeindruckt haben mich wohl tatsächlich die humanoiden Engineers und ich bin gespannt, wie in der Fortsetzung letztendlich der Bogen zu den klassischen Aliens gespannt wird.

Fazit

Meine Sorge mich aufgrund etwaiger Beeinflussungen in Drehbuchschwächen oder   Logiklöchern zu verlieren, war völlig unbegründet. Ich habe „Prometheus“ genossen, wie damals bei der ersten Sichtung im Kino. Einzig das famose 3D habe ich tatsächlich vermisst. Wer hätte das gedacht? Auch dieses Mal werde ich wieder viel über die Geschichte nachdenken und mir eigene Erklärungen zurechtlegen. Ich mag es sehr, dass der Film nicht alles erklärt und uns Zuschauern Spielraum für Spekulationen lässt. Dabei funktioniert „Prometheus“ auch wunderbar als audiovisuell starker Sci-Fi-Trip, mit dem man einfach viel Spaß haben kann. Falls ihr die alten Filme liebt und um diesen Neuanfang bisher einen bogen gemacht habt: Lasst euch nichts erzählen und macht euch selbst ein Bild. Ein toller Film: 9/10 Punkte.