Kevin Can Wait – Season 1

Es gibt sie noch, die klassischen Sitcoms mit Gelächter aus der Konserve. In den letzten Jahren ist diese Form der Comedy-Serie beinahe ausgestorben, was mich beinahe ein wenig traurig stimmt, auch wenn ich damit ziemlich alleine bin. Besonders gefreut habe ich mich über die Ausstrahlung von „Kevin Can Wait – Season 1“ auf Amazon Prime, da die andere Sitcom von und mit Kevin James – die Rede ist natürlich von „The King of Queens“ – zu meinen persönlichen Lieblingen zählt. Lässt sich das Konzept jedoch auf die 2010er Jahre übertragen?

The King of Queens 2.0

Kevin aus „Kevin Can Wait“ könnte genauso gut Doug heißen. Seine Figur ist wirklich 1:1 dem liebenswürdigen Paketfahrer aus Queens nachempfunden. Auch der Humor der Serie deckt sich nahezu komplett mit „The King of Queens“, was nicht wirklich überraschend ist: Meist möchte Kevin etwas rund um Sport, Essen oder einem sonstigen Freizeitvergnügen seiner Frau gegenüber durchsetzen und überlegt sich dabei mehr oder minder kreative Möglichkeiten, sie zu überzeugen oder auch ganz einfach zu hintergehen. Am Ende fliegt die Geschichte auf und alle haben sich nach einem kleinen Konflikt wieder lieb. Kennt man und funktioniert, auch wenn das Konzept heute tatsächlich ein wenig angestaubt wirkt. Statt dem Schwiegervater Arthur wohnt nun der britische Verlobte der ältesten Tochter als ungebetener Gast im Haus, was leider nicht annähernd so gut funktioniert wie das Original.

Zu all den bekannten Elementen kommen noch etliche Schauspieler, wie Kevin James‘ Bruder Gary Valentine, Ray Romano oder Adam Sandler hinzu, die man bereits in Nebenrollen oder Gastauftritten in „The King of Queens“ gesehen hat. In der finalen Doppelfolge stößt dann Kevin James‘ langjähriger Serienpartnerin Leah Remini dazu, was die Serie endgültig zur Neuauflage macht. Vor ein paar Tagen gab es dann die Meldung, dass die von Erinn Hayes gespielte Serien-Ehefrau in der zweiten Staffel nicht mehr auftreten und dafür Leah Remini zur Hauptdarstellerin befördert wird. Wie das funktionieren soll, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, jedoch werden böse Erinnerungen an die Neukonzeption wach, welche die Retro-Sitcom „Last Man Standing“ in der zweiten Staffel durchgemacht hat.

Fazit

Auch wenn mir die Schwächen der Serie in jedem Moment bewusst waren, so wurde ich doch größtenteils wirklich gut unterhalten. Da steckt ganz viel Nostalgie mit drin, doch mochte ich die Mischung aus neuen Figuren und bekannten Verhaltensmustern. Nach den Ankündigungen zur Neuausrichtung habe ich die Serie jedoch fast schon abgeschrieben, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Autoren einen sinnvollen Übergang schaffen wollen. Schade, denn für mich wäre das originale Konzept durchaus aufgegangen: 7/10 (7.2) Punkte.

12 Gedanken zu “Kevin Can Wait – Season 1

  1. Du bist nicht alleine. Und du bist mir diesmal zuvorgekommen mit der Bewertung.
    Ich habe „Doug“ tatsächlich sogar ein bisschen besser gefunden. Schnitt ist bei mir umgerechnet knapp vor deinen 8 Punkten. Kevin James trägt die Show natürlich, Hayes ist da eher die Dialogzuwerferin, was sie aber nicht schlecht macht. Der britische Schwiegersohn, naja, hat leider eher selten seine Momente. Faszinierend hingegen, wie wenig man von den jüngeren Kindern sieht, da hatten die Autoren wohl offensichtlich kein Material.

    Das mit der Neuausrichtung sehe ich auch sehr kritisch. Nur weil Miss Remini jetzt den Scientoloy-Fängen entglitten ist, muss man sie nicht gleich dauerhaft engagieren, der Gastauftritt hätte meiner Meinung nach gereicht.

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    • Hey, schneller als das Serien-Orakel höchstpersönlich. Dass mir das noch einmal gelingt, hätte ich auch nicht gedacht. Es freut mich auf jeden Fall, dass wir gar nicht so weit weg sind, was unsere Einschätzung zur Serie angeht. Das mit den Kids stimmt, die sind meist gar nicht zu sehen. Dafür Dougs, äh, Kevins Freunde, die doch sehr an die Gruppe aus den ersten KoQ-Staffeln erinnert. Mochte ich sehr.

      Was Frau Remini angeht, so wäre ein paar sporadische Gastauftritte besser gewesen. Ich meine, wie soll das funktionieren? Scheidung? Tod? Passt alles nicht so zur Serie. Zumal ich Erinn Hayes auch mochte in der Rolle.

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  2. Ich hab’s vor einigen Monaten genau eineinhalb Folgen ausgehalten, dann hab ich’s gut sein lassen. Mir war das viel zu sehr auf den seit Jahren mit Höchstgeschwindigkeit fahrenden Nostalgiezug aufgesprungen. Ich habe damit immer dann Probleme, wenn das allzu offensichtlich ist.
    Kann aber auch gut sein, dass es daran lag, dass mich neue Serien, die auf Lachkonserven setzen, extrem schnell nerven, obwohl es mir beim Angucken der alten Serien nichts ausmacht. Da gehörte es halt dazu (ebenso wie die Synchro), inzwischen habe ich wohl zu viele gute Comedy gesehen, die das nicht nötig hat, um es noch irgendwie ausblenden zu können.
    KoQ hatte seinen Zenit damals schon massiv überschritten, und wenn du jetzt schreibst, dass die 1. Staffel von „Kevin can wait“ auch wieder nur auf das alte Rezept setzt, dann habe ich wohl die richtige Entscheidung getroffen und gucke mir lieber alle paar Tage eine alte KoQ-Folge an, als das ausgeleierte Wiedergekäute. 🙂

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    • Ich kann dich voll und ganz verstehen. Während der ersten Episoden war ich auch noch nicht sicher, ob ich die Serie weiterverfolge. Dann jedoch wurde ich von Nostalgie eingelullt, zumal ich Kevin James immer noch sehr gerne sehe und mir auch die Nebenfiguren ans Herz gewachsen sind. Ich fand die Staffel letztendlich sogar gelungener als die letzten KoQ-Staffeln. An die Hochphase dieser Serie, kommt die Show natürlich nicht ran. Macht aber auch nichts. Kein Highlight, doch hatte ich gerne im Programm… 🙂

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  3. Ich hab’s echt versucht, aber so nach 5 Folgen habe ich aufgegeben. Ich bin ja auch ein großer „King of Queens“-Fan, aber „Kevin Can Wait“ fand ich einfach nicht witzig. Für mich war das Problem, dass mir hier die ganzen Nebencharaktere alle nicht wirklich gefallen haben. Und nur Kevin James allein hat es dann nicht getragen.

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