Last Man Standing – Season 1

Auch wenn die gelungensten Comedys der letzten Jahre besonders durch innovative Konzepte und Meta-Humor auftrumpfen konnten, sehe ich auch klassische Sitcoms immer noch sehr gerne. Dies liegt wohl in den Anfängen meines Serienkonsums begründet, weshalb sich „Last Man Standing – Season 1“ für mich auch wie eine Zeitreise zurück in die 1990er Jahre anfühlt. Weder innovativ, noch subversiv oder sonderlich spannend – einfach nur nette Unterhaltung für die ganze Familie. Eben wie früher…

Meine erste Sitcom war „Die Bill Cosby Show“ – und ich habe sie trotz äußerst unregelmäßiger Sichtung geliebt. Das nächste große Ereignis stellte dann etliche Jahre später „Friends“ dar und irgendwann nahm ich dann mit, was das Genre sonst noch so hergab. Auch wenn ich nie ein sonderlich großer Fan von „Home Improvement“ – bzw. damals natürlich noch „Hör mal, wer da hämmert“ – war, so habe ich über die Jahre doch bestimmt nahezu alle Episoden der Show gesehen. Heute ist mir die Serie noch in guter Erinnerung, doch nimmt sie in meiner persönlichen TV-Laufbahn keinen sonderlich großen Stellenwert ein.

Warum ich das alles erzähle? Weil „Last Man Standing“ in jeder Hinsicht wie eine nur leicht modernisierte Neuauflage des Tim Allen-Hits aus längst vergangenen Tagen wirkt. Tim Taylor heißt nun Mike Baxter, statt drei Jungs hat er drei Mädchen und statt Binford Tools gibt es Outdoor Man – ansonsten bleibt alles beim Alten. Natürlich sieht die Serie etwas moderner aus und auch die Handlung ist nicht mehr ganz so formelhaft, wie in den 1990er Jahren, doch wirkt diese inoffizielle Fortsetzung gut 10 bis 20 Jahre später doch ziemlich altmodisch – und das sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Überraschungen braucht man als Zuschauer nicht zu erwarten. Der Humor ist harmlos und die Handlung nahezu vernachlässigbar. Dennoch hatte ich stets ein gutes Gefühl bei der Sichtung: Die Serie hat mich in eine nostalgische Wolke eingehüllt und an längst vergangene Tage denken lassen. Genau die richtige Art von Unterhaltung kurz bevor man nach einem stressigen Tag ins Bett fällt. Perfekt zum Runterkommen und Abschalten. Nicht großartig, nicht intelligent, nicht brüllend komisch – einfach nur harmlos und nett. Manchmal reicht das vollkommen: 7/10 (7.3) Punkte.

9 Gedanken zu “Last Man Standing – Season 1

  1. Hör mal wer da hämmert gehört mit zu meinen ersten Serien-Erfahrungen und ich liebe die Serie bis heute. Wenn man merkt, dass „richtige“ Serien zwar irgendwie viel besser sind, ist es zwar ein kleiner Rückschlag, aber die Serie war und ist einfach herzallerliebst und richtig witzig.

    „Last Man Standing“ versucht natürlich darauf aufzubauen und dies gelingt auch zum Teil, aber hier und da fehlt einfach die Herzensangelegenheit. Gerade die 3 Töchter finde ich ziemlich schräg. Sie haben Ihre Highlights („Pie Rack“), aber doch auch viele Tiefpunkte.

    Wird sich aber bei mir wohl auch bei 7/10 einpendeln, denn deinen letzten Absatz kann ich nur ganz dick unterschreiben.

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    • Wie gesagt habe ich „Hör mal, wer da hämmert“ früher auch gerne gesehen. An lauschigen Nachmittagen oder sogar noch nachts nach dem Zivildienst. Doch es war nie eine Serie, die ich ernsthaft verfolgt habe, wie später dann „Friends“ und Co.

      Dennoch – oder gerade deshalb – hat mir „Last Man Standing“ sehr viel Spaß gemacht. Die drei Töchter finde ich eigentlich recht gelungen, auch wenn die mittlere natürlich etwas sehr extrem angelegt ist. Drei Klischees eben.

      Ich habe jedoch stets sehr gerne reingeschaut und falls Hulu nächstes Jahr noch mitspielt, werde ich gerne wieder reinschauen… 🙂

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  2. Ich sag’s mal mit der alten Waschmittelwerbung – da weiß man, was man hat. Dürfte bei mir auch in derselben Wertungskategorie landen und schneidet damit fast schon erschreckend besser ab als manche neu gestartete, frische und hippe Comedy-Serie.

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    • Auf welche Serie spielst du an? Aktuell verfolge ich – so zumindest mein Gefühl – kaum neu gestartete Comedys. „Up All Night“ finde ich aufgrund der Thematik noch ganz nett, aber sonst? „Suborgatory“ habe ich aus meinem Programm verbannt und „2 Broke Girls“ fand ich auch schwächer als „Last Man Standing“. Mit innovativ und meta habe ich natürlich stark auf „Community“ angespielt, das ich immer noch grandios finde.

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  3. Ich muss noch den Serienrechnerdurchschnittswertausknobler anschmeißen, aber auch bei mir dürfte „Last Man Standing“ vor „2 Broke Girls“, „Suburgatory“ und „New Girl“ landen. Spricht nicht gerade für die Qualität der neu gestarteten Comedyserien. „Community“ bleibt bei mir auch weiter vorne, weil die Show immer wieder Folgen hat, bei der man nur die Höchstwertung ziehen kann. Allerdings sind auch wiederum einige dabei, die das Niveau dann nicht halten können.

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    • „New Girl“ gefällt mir nach wie vor sehr gut. Mir ist die WG richtig ans Herz gewachsen. Ich finde es auch gut, dass inzwischen eher eine Ensemble-Comedy daraus geworden ist und man sich nicht zu sehr auf Zooey verlässt. „2 Broke Girls“ und „Suburgatory“ sind bei mir raus, aber ich bin im Moment auch dabei mein Programm zu reduzieren bzw. zu verlagern.

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