Bastille Day (2016)

Kürzlich habe ich noch darüber gesprochen, warum ich auf ein Medium gepresste Filme dem Stream gegenüber vorziehe, und dass mein Stapel ungesehener Blu-rays viel zu hoch geworden ist. Gestern habe ich all das jedoch ignoriert und mich für den Action-Thriller „Bastille Day“ entschieden, den man sich (wohlgemerkt im korrekten Bildformat) auf Amazon Prime ansehen kann. Ob sich der Ausflug nach Paris gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Amerikaner in Paris

Auf „Bastille Day“ wurde ich vor allem aufgrund von Idris Elba aufmerksam. Seine Hauptrolle in der TV-Serie „Luther“ hat den Schauspieler nach „The Wire“ erneut auf meinen Radar gebracht und ich war gespannt, wie er sich in einem typischen Action-Thriller schlägt. Gerüchte um Elba als James Bond halten sich hartnäckig bereits seit Jahren und man könnte den europäisch-amerikanischen Thriller fast schon als sein Bewerbungsvideo für die Rolle sehen, zumindest wenn man den durch Jason Bourne inspirierten Stil als Referenz nimmt. Anfangs war es ziemlich gewöhnungsbedürftig Elba nach „Luther“ amerikanisches Englisch sprechen zu hören. Auch sein Co-Star Richard Madden (bekannt als Robb Stark aus „Game of Thrones“) wurde als Amerikaner besetzt, obwohl er eigentlich Schotte ist. Was die Besetzung angeht, kann man dem Film keine Vorwürfe machen und sowohl Elba als auch Madden zeigen sich äußerst spielfreudig.

Auf inhaltlicher Seite ist „Bastille Day“ deutlich schwächer aufgestellt und gerade gegen Ende zerfasert der Film in einen 08/15-Actioner mit comichaftem Bösewicht und an den Haaren herbeigezogenem Plot. Gerade aufgrund der jüngsten Anschläge fand ich es dennoch dem Unterhaltungswert zuträglich, dass am Ende eben doch nicht der Kampf gegen den Terror thematisiert wurde. Ob die Darstellung der französischen Politiker und Polizisten als komplett korrupt dagegen so nötig gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Der Film macht jedoch nie einen Hehl aus seinen Action-Wurzeln und er nimmt sich deutlich weniger ernst als z.B. „96 Hours“, was vor allem der Buddy-Movie-Dynamik zwischen Idris Elba und Richard Madden geschuldet ist.

Fazit

Wenn ihr euch für 90 Minuten gut unterhalten lassen wollt und einen anspruchslosen Actioner sucht, dann kann ich euch „Bastille Day“ durchaus ans Herz legen. Er ist auf jeden Fall gelungener als der x-te Aufguss von „Taken“ und hat zudem zwei frische Schauspieler zu bieten. Kein Film, der länger im Gedächtnis bleibt, doch bietet er für die Dauer seiner Laufzeit genau das richtige Maß an Unterhaltungswert: 6/10 Punkte.

13 Gedanken zu “Bastille Day (2016)

    • Ich mochte ja selbst noch den zweiten Taken und mit diesem kann „Bastille Day“ durchaus mithalten. Wenn du mal wieder fix und fertig bist nach einem Tag mit dem Zwargh, dann sind diese 90 Minuten gut investiert… 😉

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  1. Meine aufrichtige Verehrung von Idris Elba kurz außer Acht gelassen: Bei 6 von 10 Punkten geht bei mir im Kopfkino doch die Warnleuchte an. Der Popcornverkäufer drückt mir eine extra große Portion in die Hand, um die Laufzeit gut durchzustehen, der Saal ist fast leer, die Werbung bestreitet durchgehend ein Schlafbrillen-Hersteller („Das folgende Kinoerlebnis müssen Sie nicht unbedingt sehen“) und die großen Filmstudios buchen schon erst keine Vorfilm-Zeit, um Werbung für ihre Blockbuster zu machen.

    Kurz: Ich warte weiterhin auf den großen Kinohit mit dem Ermittler aus „Luther“.
    [Für „The Dark Tower“ scheint es ja auch eher düster auszusehen, was die Reaktion auf den Trailer angeht)

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    • „Bastille Day“ ist auch keinesfalls ein Film, den man sehen muss. Wenn du aber mal Lust auf einen 90-Minüter hast (inzwischen ja sehr schwer zu finden), der flott zur Sache geht, dann kannst du den ruhig mal einlegen. Extra kaufen würde ich ihn aber auch nicht.

      Für mich konnte Elba ja schon in „Prometheus“ überzeugen und der „The Dark Tower“-Trailer sieht ja immerhin ganz nett aus. Kenne aber auch die Bücher nicht. Vielleicht also doch irgendwann Bond?

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  2. Pingback: Media Monday #311 | moviescape.blog

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