The King of Queens – Season 1 to 9 (WS1)

Ein knappes Jahr nach dem Kauf der IPS Superbox bin ich einmal wieder durch mit „The King of Queens“ – zum ersten Mal in komplett chronologischer Reihenfolge und in der Originalsprache. Letzteres war anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, hat den Spaß an der Serie aber bereits nach kurzer Zeit noch einmal enorm gesteigert.

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Wie sehr mir „The King of Queens“ über die Jahre ans Herz gewachsen ist, kann man in meinem Eintrag zur ersten Sichtung der Serie nachlesen. Dieses Mal habe ich mich auf die Bewertung der einzelnen Staffeln konzentriert, die qualitativ leider größeren Schwankungen unterlegen sind. Besonders gegen Ende fehlen neue Ideen und die Handlung hat sich zu oft in Gefilden festgefahren, denen ich nicht mehr sonderlich viel abgewinnen konnte. Doch nun genug des Vorgeplänkels und viel Spaß mit der Kritik zu neun Staffeln rund um Doug, Carry, Arthur und Co.

Season 1
Die ersten 25 Episoden der Serie kann ich nicht mehr wirklich objektiv beurteilen. Zu oft gesehen, zu oft gelacht. Selbst nach der bestimmt fünften Sichtung – zum ersten Mal im Original – konnte ich oft nicht an mich halten. Die Charaktere sind absolut glaubhaft und die Geschichten der Episoden frisch und unverbraucht. Kevin James, Leah Remini und Jerry Stiller spielen unglaublich. Einziger Kritikpunkt: Das kommentarlose Herausschreiben von Carries Schwester Sara. Ein nahezu perfekter Einstand in die Welt der Sitcoms: 10/10 Punkte.

Season 2
Die zweite Staffel setzt die hohe Qualität der ersten nahtlos fort. Neben einigen wahren Knüllerfolgen – z.B. „Unwichtiges in Klammern gesetzt“ (OT: „Assaulted Nuts“) oder „Gib dem Affen Zucker“ (OT: „Doug Out“) – mischen sich leider auch einige nicht ganz so starke Episoden – z.B. „Spiele von gestern“ (OT: „Block Buster“) – unter die 25 Episoden der zweiten Staffel. Vielleicht hängt dieser Eindruck aber auch nur damit zusammen, dass ich die Folgen der zweiten Staffel wirklich schon beinahe auswendig kenne. Negativ aufgefallen sind mir einzig ein paar Ungereimtheiten in Bezug auf die Gesamtgeschichte (u.a. Kennenlernen von Doug und Carrie). Immer noch sehr stark: 9/10 Punkte.

Season 3
Auch im dritten Jahr verliert die Serie nichts von ihrem Unterhaltungswert. Im direkten Vergleich mit der Vorgängerstaffel kam mir die Qualität der Folgen sogar noch etwas höher vor. Episoden wie „Trio Infernale“ (OT: „Strike Out“), „Kampf der Giganten“ (OT: „Paint Misbehavin'“) oder „Schwimmende Nachbarn“ (OT: „Swim Neighbors“) haben sich – zu Recht – in den Annalen der Seriengeschichte festgesetzt. Mit „Kindertheater 1&2“ (OT: „Pregnant Pause 1&2“) werden am Ende sogar ernstere Töne angeschlagen, was meiner Meinung nach der Glaub- und Liebenswürdigkeit der Charaktere zugute kommt. Nicht verzeihen kann ich allerdings die Brüche in der Logik der Serie: Das Herausschreiben von Ritchie sowie das Kommen und Verschwinden von Dougs Schwester Stephanie sind in dieser Form – nämlich ohne Erklärung jeglicher Art – fast schon indiskutabel. Dehalb gibt es auch nur: 9/10 Punkte.

Season 4
Im vierten Jahr ist bei den Heffernans nun endgültig Routine eingekehrt. Die Geschichten sind abgedrehter und Figuren entfernen sich noch ein Stück weiter von der Realität. Doch es gibt auch ernsterere Storylines, wie die Trennung von Deacon und Kelly. Im Staffelfinale „Psychokisten“ (OT: „Shrink Wrap“) sind die Gaststars William Hurt und Jerry Stillers Sohn Ben Stiller erwähnenswert. Neben dieser abschließenden Episode haben es mir besonders „Discofieber“ (OT: „Dougie Nights“), „Happy Hour“ (OT: „Lush Life“) und „Reich für einen Tag“ (OT: „Eddie Money“) angetan. Insgesamt also eine äußerst unterhaltsame Staffel, wenngleich einige Gags bereits anfangen sich zu wiederholen: 9/10 Punkte.

Season 5
Wieder einmal geht ein Jahr in der Serie zu Ende. Stilistisch und inhaltlich lässt sich kaum eine Entwicklung zur Vorgängerstaffel ausmachen, insofern bleiben sowohl Innovationen, aber eben auch gröbere Schnitzer aus. Am besten haben mir bei der aktuellen Sichtung „Margys Song“ (OT: „Flame Resistant“), „Ein Männlein steht im Walde“ (OT: „Flash Photography“) sowie die Episoden rund um den Schimmel – allen voran „Russisches Roulette“ (OT: „Steve Moscow“) – gefallen. Den Handlungsstrang um Spences Freundin fand ich ebenso grandios. Insgesamt also eine wirklich unterhaltsame Season, wenngleich sich die Abnutzungserscheinungen weiter abzeichnen: 9/10 Punkte.

Season 6
Das sechste Jahr hatte ich als relativ große Enttäuschung in Erinnerung. Nachdem ich die ersten fünf Seasons teils schon mitsprechen konnte, waren die neuen Folgen damals wohl einfach zu neu. Bei der aktuellen Sichtung habe ich mich dagegen sehr gut unterhalten gefühlt. Die eröffnende Doppelfolge „Weniger ist mehr“ (OT: „Doug Less“) ist wirklich äußerst gelungen und mit „King Pong“ (OT: „King Pong“) geht es sogleich vergnüglich weiter. Bis zum gelungenen Staffelfinale „Der Bigamist“ (OT: „Awful Bigamy“) gilt es allerdings auch einige weniger gelungene Folgen, wie „Affenstress“ (OT: „Dreading Vows“) oder „Urlaub in der Hölle“ (OT: „Precedent Nixin'“) zu überstehen. Wie immer mehr Episoden zeichnen sich diese durch eine merklich unsympathischere Zeichnung der Hauptcharaktere aus, was allerdings den Storylines um die Nebenfiguren – allen voran denen um Spence Olchin – zugute kommt. Immer noch sehr gute Unterhaltung, allerdings mit leichter Tendenz nach unten: 8/10 Punkte.

Season 7
Die siebte Staffel setzt den Trend, der im vorhergehenden Jahr begonnen wurde weiter fort: Die Geschichten werden immer überdrehter und die Charaktere gleiten weiter in die reine Karikatur ab. Besonders das Serienfinale „Die Immobilienhaie“ (OT: „Buy Curious“) stellt hier einen negativen Tiefpunkt dar. Dennoch bietet auch diese Staffel teils ausgezeichnete Episoden mit einigen Lachern: „Der Barkeeper“ (OT: „Pour Joudgement“) oder „Schlechte Karten“ (OT: „Van, Go“) und ganz besonders „Endlich wieder Schule!“ (OT: „Hi, School“) sind gute Beispiele dafür. Dennoch ist neben Stagnation ein weiterer Qualitätsabfall festzustellen, weswegen ich nicht umhin komme meine Wertung nach unten zu korrigieren: 7/10 Punkte.

Season 8
Im vorletzten Jahr schafft es die Serie mich wieder etwas mehr zu überzeugen. So gab es einige Episoden über die ich wirklich herzhaft lachen konnte, wie z.B. „Pension des Grauens“ (OT: „Inn Escapable“) oder „Zweites Heim, Glück allein“ (OT: „Apartment Complex“). Wirklich herausragend – sogar staffelübergreifend – fand ich zudem „E-Mail für dich“ (OT: „G’Night Stalker“) zumal hier endlich einmal die starre Erzählstruktur gebrochen wird und wenigstens etwas Experimentierfreude zu spüren ist. Grandios! Da der Rest der Staffel aber irgendwie nur nett ist und absolut keine Weiterentwicklung bietet, gibt es insgesamt dennoch nicht mehr als 7/10 Punkte.

Season 9
Die finale Staffel von „The King of Queens“ hatte mich bei der Erstsichtung schwer enttäuscht. Auch jetzt kann ich mich mit den letzten Episoden nur schwer anfreunden. Zu viel künstliches, repetetives Drama. Zu wenig Humor. Wirklich kein schöner Abschluss für eine Serie, die neun Jahre lang mit großem Erfolg lief – besonders da in der deutschen DVD-Version die versöhnlich stimmende Endmontage fehlt. Die vorherigen Episoden liegen dagegen auf dem Niveau der Vorgängerstaffel und können durchaus überzeugen. Nett fand ich z.B. „Die neue Familie“ (OT: „Mama Cast“) oder „Jessica“ (OT: „Affair Trade“), also die ersten beiden Episoden der Staffel was noch einmal zeigt, dass es mit der Qualität besonders gegen Ende doch ziemlich bergab ging. Insgesamt kein Totalschaden, doch weit davon entfernt ein würdiger Abschluss für die Serie zu sein: 6/10 Punkte.

Die Gesamtbewertung der Serie fällt mir nun fast wieder etwas schwer, besonders da mir die schwächeren Episoden noch zu gut im Gedächtnis sind. Doch das soll den Klassikerstatus, den die ersten vier bis fünf Staffeln bei mir einnehmen nicht schmälern. „The King of Queens“ ist auch heute noch eine wirklich lustige klassische Sitcom. Für Freunde des Genres führt – trotz schwachem Abschluss – kein Weg an der Serie vorbei: 8/10 Punkte.

13 Gedanken zu “The King of Queens – Season 1 to 9 (WS1)

  1. Das mit der fehlenden Endmontage wusste ich gar nicht und lässt mich mit dem Kopf schütteln. Die paar Minuten hatten wirklich was Versöhnliches für eine eher enttäuschende letzte Saison.

    Dank deiner Zusammenstellung weiß ich jetzt aber genau, welche Staffeln ich mir zulege, wenn der Müller (Bilanz des letzten Besuchs: Veronica Mars 1, Friends 3+4, Sopranos 3 und ER 1) mal wieder Sonderangebote raushaut.

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  2. A propos Müller: Zurzeit – ich glaube bis Ende der Woche – gibt es noch 20% auf alle DVDs. Könnte für Serienboxen auch sehr interessant sein. Habe es aber selbst noch nicht geschafft mal vorbei zu schauen.

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