The Shallows: Gefahr aus der Tiefe (2016)

Eigentlich war das Wetter heute nach einer Woche Dauerregen endlich einmal wieder gut genug, um einen gemütlichen Abend auf der Terrasse zu verbringen. Da wir aber wieder den ganzen Tag unsere alte Wohnung gestrichen haben, sind wir erst spät und total platt nach Hause gekommen. Also schnell geduscht und aufs Sofa gefallen. Um wenigstens ein wenig Sommer zu haben, sind wir mit „The Shallows: Gefahr aus der Tiefe“ ans Meer gefahren, wo uns ein fieser Weißer Hai überraschte. Ob das eine gute Alternative zum Bier auf der Terrasse war?

The Shallows (2016)

Der Weiße Hai kehrt zurück

Während des Prologs kam tatsächlich ein wenig Urlaubsstimmung auf. Die Werbeclip-Ästhetik trägt zudem ihren Teil dazu bei, dass man Nancy am liebsten bei ihrem Wellenritt begleiten würde – allerdings haben wir Zuschauer natürlich einen Wissensvorsprung, der jede Szene im Wasser von einem unguten Gefühl begleiten lässt: Da draußen lauert irgendwo ein Weißer Hai. Auch wenn sein Name nicht Bruce ist, so ist er doch mindestens ebenso schlecht gelaunt, wie sein großes Vorbild. In meinem Kopf wurde auch ständig John Williams‘ großartiges Theme angespielt, was deutlich zeigt, wie einflussreich Steven Spielbergs Klassiker auch heute noch ist. Ohne „Der Weiße Hai“ hätte es „The Shallows“ vermutlich nie gegeben.

Jaume Collet-Serras Film ist immer dann am stärksten, wenn es ums nackte Überleben geht bzw. wenn sich die Spannung in der Szene aufbaut. Der Hai selbst erinnert leider weniger an Bruce, als an die genetisch veränderten Artgenossen aus „Deep Blue Sea“ – das CGI  ist oft leider ziemlich offensichtlich und mag nicht zum ansonsten so realistischen Setting passen. Im letzten Drittel mutiert der tierische Gegenspieler sogar noch zum klassischen Bösewicht, da ihm mehr und mehr Charakter verliehen wird. Passend dazu entledigt sich unsere geschundene Heldin der Gefahr durch eine ziemlich lächerliche, aber doch unglaublich befriedigende Aktion.

Fazit

Nein, „The Shallows“ ist nicht die große Genre-Innovation, doch der Film ist unglaublich effektiv und unterhaltsam. Ein B-Movie in Hochglanzoptik, mit dem man für knapp 90 Minuten wirklich viel Spaß haben kann. Blake Lively mimt dabei sehr überzeugend die geschundene Surferin und ihr Charakter bietet genau das richtige Maß an Identifikationspotenzial, um uns Zuschauer bei der Stange zu halten. Kein großes Kino, doch wirklich mitreißende Unterhaltung: 7/10 Punkte.

37 Gedanken zu “The Shallows: Gefahr aus der Tiefe (2016)

  1. Habe ich damals im Rahmen einer „Der letzte Gutschein darf nicht verfallen!“-Aktion im Kino gesehen. Netter Film, aber für den Schluss hat man offensichtlichen den Autoren genommen, der den deppertsten Vorschlag für ein Hai-End-Finale gemacht hat

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    • Ach, ich war auch erst ein wenig überfordert: „Was zum Teufel macht sie denn da?“ Dann musste ich lachen, doch letztendlich war es ein starkes Endbild für unseren Hai und irgendwie auch sehr befriedigend. Hat für mich doch zum B-Movie-Charme des restlichen Films gepasst. Bin da wohl etwas einfach gestrickt… 😉

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  2. Also, nach „Jaws“ ging es ja mit dem Shark-Genre stetig bergab.“Der weiße Hai 2″ war noch ganz gelungen, weil er direkt an das Original anknüpfte und noch einen ganz guten Teil des Casts aus dem ersten Teil aufbieten konnte. Danach gab es viele Jahre nichts erwähnenswertes („The Last Jaws“, Tintorera-Meeresungeheuer greifen an……), um es mal nett auszudrücken. Schlechte Tricks, miese Schauspieler, noch miesere Drehbücher, zu viele Anleihen beim Original.
    Nach meiner Meinung war „Deep Blue Sea“ atmoshärisch und spannend gemacht, krankte aber an den schlecht gemachten CGIs, besonders die Haie sahen aus wie aus einem Spielautomaten der 80er Jahren generiert. Schade.
    Von „47 Meters Down“ kenne ich bislang nur den Trailer. Der Film läuft bei uns im September im Rahmen des Fantas Filmfest. Ich freue mich schon auf diese 10 Tage…. Nach den Trailer zu urteilen, geht es wohl in Richung „Open Water“, nur etwas weiter unter der Wasseroberfläche. Aber „Open Water“ mochte ich sehr, zumindest den ersten Teil.

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    • Zumindest den zweiten „Jaws“ sollte ich mir also wohl einmal ansehen, da ich den ersten wirklich großartig finde. Darüber hinaus habe ich es aber noch nicht geschafft.

      Mit „Deep Blue Sea“ geht es mir übrigens ganz ähnlich. Den mag ich auch sehr, sehr gerne – und drücke da auch mal ein bis zwei Augen zu, was das CGI angeht.

      Bei „Open Water“ mochte ich den Minimalismus und die Angst vor dem Unsichtbaren/Ungewissen. Das hat der Film gekonnt auf die Spitze getrieben, allerdings haben mich die beiden Charaktere irgendwann genervt. Umso gespannter bin ich nun auch auf „47 Meters Down“. Werde ich bestimmt nicht im Kino sehen (keine Zeit mehr für das Fantasy Filmfest), doch dann zu Hause nachholen… 🙂

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      • Witzig, dass du das noch angesprochen hast, aber die beiden Hauptdarsteller fand ich auch super anstrengend. Außerdem dachte ich auch immer….Na, ihr beiden seid ja auch selbst Schuld an dem Ganzen….Dennoch ein guter Film. Basta

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      • Ja, den gab es. Aber hatte mit dem ersten Teil nicht wirklich etwas zu tun. Passte nur thematisch in etwa. Ließ sich vermutlich besser vermarkten, wenn man ihn als Fortsetzung des Überraschungserfolgs in die Kinos (oder Direct to DVD?) brachte. In dem Fall allerdings keine Idee der deutschen Verleihier. Der Film hieß auch im Orignial so. Ob es Haie gab weiss ich nicht mehr. Das Machwerk hat sich nicht dauerhaft in mein Hirn eingebrannt.

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  4. Das war eine absolute Überraschung für mich. Ich hatte nichts von diesem Film erwartet und war dann doch sehr überrascht, wie gut ich den fand. Ist wirklich keine Welt-Neuheit, aber effektiv und gut. Blake Lively 90 Minuten im Bikini zu sehen, ist jetzt auch nicht das Schlimmste und Steven Sea-gull fand ich ohnehin super.

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  5. Ich hatte schon gutes über den Film gelesen, war daher neugierig. Den Trailer fand ich auch cool. Und die Kombi aus Hai und Frau Lively passte.

    Der Film tat, was er tun sollte. Gut unterhalten. Mission erfüllt. Einziger Schwachpunkt war für mich der Showdown. Aber damit stehe ich erstaunlicherweise ziemlich allein da.

    Sehr angenehm fand ich außerdem, dass das Ganze in kompakten < 90 Minuten stattfand. Leider ist es in den letzten Jahren eine Unsitte geworden, jeden noch so banalen Plot auf 120-140 Minuten auszuwalzen. Furchtbar.

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    • Da hast du völlig recht! Es gibt kaum noch Filme (selbst 08/15-Actioner oder Superhelden-Streifen), die unter 140 Minuten laufen. Was bitte soll denn das? Wenn ein Film es schafft in 90 Minuten seine Geschichte zu erzählen, steigen die Chancen, dass ich ihn mir anschaue, auf jeden Fall sofort… 😉

      Ich habe übrigens schon häufiger gelesen, dass der Showdown nicht so gut ankam. Für mich auch der schwächste Part in diesem insgesamt doch sehr unterhaltsamen Film.

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