The Box (2009)

Puh, das war wirklich knapp. Beinahe hätte ich einen gesamten Monat seit meinem letzten Film verstreichen lassen. Mit der Sichtung von „The Box“ habe ich dieses grausame Schicksal gerade noch einmal abgewendet. Nicht dass meine Leser am Ende noch auf die Idee kommen, das hier wäre überhaupt kein Filmblog mehr. Ob gerade Richard Kellys umstrittenes Werk geeignet war, um die filmische Dürreperiode zu durchbrechen, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Film als gigantische Mystery Box

Während der Sichtung von „The Box“ habe ich mir öfter gewünscht, im Vorfeld noch nicht so viel darüber gelesen zu haben. Gar nicht einmal so sehr auf den Inhalt bezogen, denn von diesem wusste ich, bis auf die Grundprämisse der titelgebenden Box, nicht wirklich viel. Allerdings habe ich stets daran denken müssen, dass der Film so unglaublich schlechte Kritiken bekommen hat. Ich war also beständig auf der Hut und habe versucht Fehler zu finden. Keine gute Voraussetzung. Glücklicherweise war ich vom restlichen Tag ziemlich platt (wir haben unsere alte Wohnung renoviert), so dass ich mich nach einiger Zeit wunderbar von der Atmosphäre einlullen ließ.

J. J. Abrams hat den Begriff der Mystery Box geprägt. Seine gesamte TV-Serie „Lost“ besteht fast nur aus einer Aneinanderreihung von Mystery Boxen. Auch Richard Kelly bedient sich dieser Methode, die er bereits erfolgreich in „Donnie Darko“ anzuwenden wusste. Kelly buchstabiert seine Rätsel jedoch selten aus und überlässt viel der Atmosphäre und seiner Inszenierung. Auch „The Box“ besteht zu großen Teilen aus Mysterien, die teils offensichtlich, teils nebenläufig erzählt werden. Wie bereits in seinen vorherigen Filmen, siehe auch „Southland Tales“, gibt der Film nur sehr bedingt Antworten. Man kann sich als Zuschauer seinen Teil zusammenreimen, doch wirklich zufriedenstellend wird die Geschichte nicht aufgelöst. Am besten man lässt sich in die dichte Atmosphäre fallen, die durchaus funktioniert, wenngleich sie auch nie die traumhafte Wirkung eines „Donnie Darko“ entfaltet.

Fazit

Es mag an meiner langen Filmabstinenz liegen, doch fand ich „The Box“ wirklich ziemlich gelungen. Inhaltlich völlig überfrachtet (Richard Kelly hätte die autobiographisch geprägte Geschichte über seine Eltern lieber in einen gesonderten Film auslagern sollen), doch atmosphärisch packend. Selbst die angedeuteten Sci-Fi-Elemente fand ich gelungen, haben sie mich doch tatsächlich vage an „The Three-Body Problem“ erinnert. Wenn ihr offen für andersartige Filmerlebnisse seid, und nicht unbedingt eine stringente Narrative benötigt, dann kann „The Box“ durchaus ein interessantes Filmerlebnis sein: 7/10 Punkte.

9 Gedanken zu “The Box (2009)

      • Ich habe ihn ehrlich gesagt nicht gesehen. Fand die Prämisse interessant, die Wertungen haben mich jedoch abgehalten. Landete daher auf meiner exklusiven „Wenn-es-sonst-keine-Filme-mehr-gibt-die-ich-unbedingt-mal-sehen-muss“-Liste.

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      • Mich hat sowohl die Prämisse als auch Richard Kelly gelockt, den ich nach wie vor für talentiert halte. Wenn du mal alle anderen Filme durch hast, würde mich tatsächlich deine Meinung dazu interessieren… 🙂

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    • Die Wohnung gehört den Schwiegereltern und stand bis jetzt leer. Wurde einfach Zeit, dass wir da noch einmal Hand anlegen. Mit zwei Kindern wurde sie teils ganz schön in Mitleidenschaft gezogen… 😆

      Hach, das geht runter wie Öl. Waren aber fast nur Laufeinträge, die nur bei einer sehr überschaubaren Leserschaft anzukommen scheinen… 😉

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  1. Deine Leserschaft ist doch groß – da wären andere wie ich froh wenn wir die hätten 😉

    Film kommt etwas sehr gut weg. Für mich verlor sich das alles im letzten Drittel glaube ich mit der wenig ausgegorenen Aufklärung um Langella und Konsorten. Die Prämisse ist natürlich spannend. Schade dennoch, dass Kelly seither nichts mehr auf die Beine gestellt hat.

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    • Ach, wenn ich mir so die jungen, aufstrebenden BloggerInnen in meinem Umfeld anschaue: Da kann ich nur neidisch auf die Follower-Zahlen schielen. Meine treue Stammleserschaft würde ich dafür jedoch natürlich nicht eintauschen wollen… 🙂

      Ich sehe das mit dem letzten Drittel ähnlich, allerdings war mir die Erklärung um Langella immer noch diffus genug, als dass ich sie vollkommen verstanden hätte. Überhaupt scheinen Kellys Filme besser zu sein, wenn man nicht zu viel von seinem Masterplan erfährt. Das war bei „Donnie Darko“ schon so und auch „Southland Tales“ funktioniert am ehesten über Atmosphäre und Bilder.

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  2. Pingback: Media Monday #316 | moviescape.blog

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