This Is Us – Season 3

Ich schaue nicht viele aktuelle Shows quasi tagesaktuell. Meist warte ich bis Serien abgeschlossen sind und hole sie dann am Stück nach. Auch wenn ich mich durchaus auf „This Is Us – Season 3“ gefreut hatte, so war es jedoch kein darauf hinfiebern. Schon nach der ersten Episode war ich aber wieder so in dieser Familie drin, dass die restliche Staffel wie in einem Rausch an mir vorbeigezogen ist… ❤

This Is Us – Season 3 | © NBC

This Is Us – Season 3 | © NBC

Die große Familiensaga unserer Zeit

Es gibt etliche Familiensagas da draußen. Auch viele herausragende, wie zum Beispiel „Six Feet Under“ oder „Parenthood“. Fantastische Serien, die zeigen wie spannend es sein kann, scheinbar kleine Geschichten innerhalb einer Familie zu verfolgen. Beide Serien waren mutig und haben Themen wie Homosexualität oder Autismus, ganz so wie es sein sollte, völlig selbstverständlich in ihre Handlung eingebunden. Im direkten Vergleich wirkt „This Is Us“ noch eine ganze Ecke progressiver, was Diversität und soziopolitische Themen angeht. Eben ganz so, wie man es von einer Familienserie im Jahr 2020 erwarten würde. Die Erzählstruktur über mehrere Zeitebenen, bis hin zu zukünftigen Ereignissen, trägt ihren Teil dazu bei, Veränderungen in der Gesellschaft sichtbar zu machen. Schon beeindruckend, dass eine klassische Network-Serie das so gut hinbekommt. Hut ab vor NBC und Showrunner Dan Fogelman.

Abgesehen von den gesellschaftlich relevanten Themen erzählt „This Is Us“ auch im dritten Jahr vor allem eine höchst emotionale Geschichte. Bei kaum einer Episode sind bei mir die Augen trocken geblieben. Vor allem immer dann, wenn es um Probleme in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern geht. Und vor diesen strotzt die Serie geradezu. Selbst der zentrale Handlungsstrang rund um die Kriegsvergangenheit von Vater Jack und seinem Bruder hat bei mir die richtigen Knöpfe gedrückt und ich konnte wunderbar mit Kevin mitfühlen. Auch aus ganz persönlichen Gründen.

Auch im weiteren Verlauf der Staffel geht es mit der Ehekrise zwischen Randall und Beth (die mich teils an die vierte Staffel von „Black-ish“ denken ließ) ziemlich extrem emotional zu. Hinzu kommen noch eingestreute Ausblicke in die Zukunft, was ich einen extrem interessanten Kniff fand, der zudem bewusst falsche Fährten setzt. Die finale Parallelmontage zwischen Vergangenheit und Zukunft lässt zudem erahnen, dass auch die kommende Staffel in einem Tal der Tränen enden wird.

Fazit

Nachdem ich bereits von der ersten und der zweiten Staffel ziemlich begeistert war, hat es „This Is Us“ im dritten Jahr endgültig geschafft, sich einen Platz unter meinen aktuellen Lieblingsserien zu sichern. Wer gerne Familienserien schaut und offen für viel Gefühl und dramatische Entwicklungen ist, der sollte viel Spaß mit „This Is Us“ haben. Wahrlich die große Familiensaga unserer Zeit: 10/10 (9.5) Punkte.

Tremors 4: Wie alles begann – OT: Tremors 4: The Legend Begins (2004)

Nachdem ich die letzten zwei Nächte viel zu wenig geschlafen habe und viel zu früh aufgestanden bin, war ich heute eigentlich platt. Der Feierabendlauf war meiner Konstitution auch nicht zuträglich. Da der morgige Abend jedoch bereits verplant ist, wollte ich heute unbedingt einen Film schauen. Die Wahl fiel auf „Tremors 4: Wie alles begann“, da ich die Reihe schon länger fortsetzen wollte und Frau bullion bereits bei der vorherigen Tiersendung mit den Kids eingeschlafen ist… 🏜🤠

Tremors 4: Wie alles begann (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 4: Wie alles begann (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Episode I: Die unterirdische Bedrohung

Meine letzte Sichtung von „Tremors 4: Wie alles begann“ liegt schon mindestens 15 Jahre zurück. Entsprechend schwammig waren meine Erinnerungen daran. Ich wusste nur noch, dass ich ihn für den schwächsten Teil unter den ersten vier Filmen hielt. Dieses Bild hat sich auch heute bestätigt, was vor allem daran liegt, dass es sich um ein Prequel handelt, das weder neue Informationen liefert, geschweige denn die anderen Filme in irgendeiner Art und Weise übertrifft. Die Graboiden befinden sich wieder im Entwicklungsstadium von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“, was für Fans der Reihe fast schon ein wenig enttäuschend ist. Weder Kreischer noch Arschknaller haben hier einen Auftritt.

Einzig das Western-Setting und die Einführung von Hiram Gummer als Burt Gummers Vorfahre sind einigermaßen originell. Abgesehen davon lebt der Film erneut vom Kleinstadt-Feeling in Perfection Rejection, welches abermals ausgezeichnet funktioniert. Leider sind weder die weiteren Schauplätze sonderlich spannend, noch die Geschichte mitreißend. Aber der Film ist sympathisch und macht trotz seiner Schwächen Spaß.

Fazit

Nach „Tremors 3: Die neue Brut“ wird alles wieder auf Anfang gesetzt. Dieser vierte Film der Reihe ist somit zwar unnötig, besitzt aber doch einen gewissen Charme. Nun habe ich tatsächlich Lust auf die TV-Serie, die man sich inzwischen völlig legal auf YouTube ansehen kann, sowie die beiden jüngsten Fortsetzungen. Das ist durchaus eine Leistung dieses Prequels: 6/10 Punkte.

Barry Seal: Only in America – OT: American Made (2017)

Was gibt es über den heutigen Samstag zu sagen? Nicht viel: Die Kids waren viel außer Haus, ich habe mich zu einem langen Lauf aufgemacht, ein paar Geburtstagsdinge erledigt und am Abend noch zwei Brettspiele gespielt. Das war es dann auch. Dennoch sind wir erst gegen 21 Uhr aufs Sofa gekommen. Mit „Barry Seal: Only in America“ stand der Film glücklicherweise schon fest, da ich auf diese für mich neue Geschichte rund um das Medellín-Kartell gespannt war… ✈

Barry Seal: Only in America (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Barry Seal: Only in America (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine (zu) leichtfüßige Gaunergeschichte

Eigentlich hat mich der Film nie sonderlich interessiert. Bis Barry Seal in der Serie „Narcos“ aufgetreten ist. Ich erinnerte mich an das Tom-Cruise-Vehikel und wollte mehr über diese Figur erfahren. Im Gegensatz zur genannten Serie ist „American Made“ (so der Originaltitel) allerdings wie eine eine lockere Gaunergeschichte erzählt. Ich musste eher an „Catch Me If You Can“ denken, als an die Gräueltaten der Drogenbarone rund um Pablo Escobar. Und irgendwie funktioniert das alles auch ganz gut. Mit Tom Cruise ist Barry Seal natürlich als ewig strahlender Sonnyboy besetzt, der (so scheint es) kinderleicht an das große Geld kommt. Der Film rennt durch das beinahe 10 Jahre umfassende Abenteuer, als gäbe es kein Morgen. Alles ist in Bewegung, die Flugzeuge düsen über Kolumbien hinweg und Tom Cruise grinst.

So amüsant auch der Aufstieg Barry Seals anzusehen ist, so kommt der Film doch erst mit seinem Fall so richtig in Fahrt. Das Ende mag letztendlich auch nicht so richtig zur komödiantischen Inszenierung der vorangegangenen 90 Minuten passen. Aber vielleicht war Barry Seal auch einfach so: Immer unbedarft, bis ihn letztendlich sein unausweichliches Schicksal eingeholt hat.

Fazit

Vermutlich hätte mir „Barry Seal: Only in America“ besser gefallen, hätte ich nicht direkt zuvor die komplette Serie „Narcos“ gesehen. Im direkten Vergleich wirken Barry Seals Abenteuer unfassbar oberflächlich und zahm. Für sich betrachtet durchaus unterhaltsam, aber lange in Erinnerung bleiben wird mir der Film nicht: 6/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht! – OT: Diary of a Wimpy Kid: Dog Days (2012)

Heute haben sich die Kinder einmal wieder einen Filmabend gewünscht. Tatsächlich konnten sich beide auf „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ einigen, was speziell den Zwergofanten doch einiges an Überwindung kostete, da er gruselige Szenen im Film befürchtet hat. Dazu jedoch später mehr… 👻

Gregs Tagebuch 3: Ich war's nicht! (2012) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht! (2012) | © 20th Century Fox

Inzwischen fast schon zu übertriebener Klamauk

Nachdem uns der erste und auch der zweite Teil der Reihe recht gut gefallen hat, war ich auch guter Dinge, was „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ angeht. Tatsächlich ist der Film wieder eine typische Fortsetzung und bietet mehr von allem: Mehr absurde Witze, mehr ausgelotete Grenzen in Richtung Ekelhumor und mehr Fremdschämen. Auch wenn ich die Geschichte immer noch durchaus sympathisch fand, so verkommen die Charaktere doch immer mehr zu Karikaturen. Das war in den beiden Vorgängern teils auch schon so, doch inzwischen war es mir fast ein wenig viel des Guten. Meine Kinder hat das jedoch weniger gestört und sie haben sich beide blendend amüsiert.

Bei der Szene am Lagerfeuer (siehe Szenenbild oben) gab es dann einen Schockeffekt und das Zappelinchen hat so laut geschrien und ist vom Sofa gesprungen, dass wir gar nicht mehr wussten, wo oben und unten ist. Unfassbar. So geht es normalerweise nur mir bei Horrorfilmen. Das wird ein Spaß, wenn wir in ein paar Jahren zusammen die ersten Gruselfilme erkunden… 😁

Fazit

Insgesamt hat uns auch „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ gut unterhalten. Da der vierte Teil komplett neu besetzt wurde und noch um einiges flacher sein soll, werden wir die Reihe wohl damit auch beenden. Wer Kinder im Schulalter hat, die vielleicht sogar die Vorlage kennen, der kann ruhig einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

Narcos – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nach ein paar einzelnen Staffeln, habe ich mich wieder einmal einem etwas größeren Projekt gewidmet. Dabei handelt es sich um eine Netflix-Serie. Habe ich mir nun etwa doch einen Zugang besorgt? Natürlich nicht. Die Serie „Narcos“ gehört zu den Netflix-Produktionen, denen tatsächlich eine klassische DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung zuteil wurde. Insofern bin auch ich in den Genuss gekommen und ob es ein solcher war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Narcos | © Netflix

Narcos | © Netflix

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Stay (2005) (WS1)

Nach einem Tag mit einem langen Lauf und einer ausführlichen Videospiel-Session (mit einem Spencer/Hill-Klopper) durfte es abends ruhig ein wenig anspruchsvoller werden. Nachdem Wulf kürzlich eine Besprechung von „Stay“ veröffentlicht hat, bekam ich auch wieder Lust auf den Film und war gespannt, wie er mir wohl knapp 14(!) Jahre nach der ersten Sichtung gefallen würde…

Stay (2005) | © STUDIOCANAL

Stay (2005) | © STUDIOCANAL

Ein filmisches Rätsel der Extraklasse

Ich weiß noch, dass mir die Auflösung von „Stay“ beim letzten Mal nicht sonderlich gut gefallen hat. Dieses Mal wusste ich noch (ungefähr), was auf mich zukommt. Insofern konnte ich auf Hinweise achten und war tatsächlich beeindruckt, wie sehr Marc Forster in der Inszenierung Teile der bereits Auflösung vorweggenommen hat. Sei es die Farbstimmung, das Sounddesign oder Matte-Paintings, die unauffällig, aber doch verstörend sichtbar, über den Hintergrund wandern. Von den nahtlosen Szenenübergängen einmal ganz zu schweigen, die wahrlich an Träume erinnern. Überhaupt besitzt „Stay“ eine unfassbare traumhafte Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Meisterhaft inszeniert.

Das Drehbuch des Films stammt übrigens von David Benioff, der Jahre später von vielen für die achte Staffel von „Game of Thrones“ gehasst werden sollte. Wie sein Skript ohne die herausragende Inszenierung wirkt, lässt sich nur schwer greifen. Beides in Kombination funktioniert für mich jedenfalls ausgesprochen gut. Auch die famosen Schauspieler (u.a. Ewan McGregor, Naomi Watts und Ryan Gosling) tragen zum Erfolg des Films bei. Allerdings sei gesagt, dass er bei den meisten Kritikern nicht sonderlich gut wegkam, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann.

Fazit

Auch bei der zweiten Sichtung konnte mich „Stay“ ziemlich begeistern. Für mich hätte der Film sogar noch ein wenig rätsel- und traumhafter sein können. Wer auf filmische Rätsel steht und bisher noch nichts von „Stay“ wusste, für den ist Marc Forsters Werk ein ganz heißer Tipp: 8/10 Punkte.

The LEGO Ninjago Movie (2017)

Nachdem Frau bullion und das Zappelinchen heute Abend strawanzen sind und sich ein Konzert anschauen, hatten der Zwergofant und ich einen Männerabend. Wie so etwas aussieht? Zuerst haben wir uns mit „The LEGO Ninjago Movie“ einen lang ersehnten Film angeschaut und uns dann zusammen ins Bett gekuschelt, um noch ein wenig einem Ninjago-Hörspiel zu lauschen. Männerabend eben. Inzwischen hört der Zwergofant das Hörspiel alleine zu Ende (wenn er nicht dabei einschläft) und ich berichte euch, wie uns der Film gefallen hat… 🥋🔥💧🥶🥬

The LEGO Ninjago Movie (2017) | © Warner Home Video

The LEGO Ninjago Movie (2017) | © Warner Home Video

Ein Franchise für die Kids von heute

Nicht erst seit unserem Besuch im Legoland liebe ich die beiden „The LEGO Movie“-Filme. Mit Ninjago hatte ich selbst noch nicht allzu viele Berührungspunkte, doch der Zwergofant ist großer Fan. Er besitzt etliche Spielsachen, ein paar Hörspiele und schaut mit Vorliebe die Serie. Mich erinnert das bunte Ninja-Treiben immer ein wenig an die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ meiner Kindheit, weshalb ich durchaus eine Verbindung zum LEGO-Franchise herstellen kann. Bereits im Vorfeld hat mir der Zwergofant genauestens erklärt, was er von der Geschichte weiß und wer die Figuren sind. Somit habe ich mich einigermaßen in der Welt zurechtgefunden, zumal der Film ohnehin kein Vorwissen voraussetzt. Allerdings kann es auch nicht schaden, denn die Hintergründe und Figuren bleiben doch ziemlich flach.

Der Stil des Films steht den anderen beiden LEGO-Movies in nichts nach. Auch die Verknüpfung mit Realszenen (u.a. mit Jackie Chan) ist wieder sehr gelungen. Somit war der Einsatz der ultimativen Waffe samt auftauchendem Monster auch mein Highlight des Films. Davon abgesehen sind die Gags sehr nett, die Geschichte bietet einige imposante Kampfszenen (war mir schon fast zu viel) und einen amüsanten Vater-Sohn-Konflikt. An die Innovationskraft, die vor allem der erste „The LEGO Movie“ ausstrahlt, kommt „The LEGO Ninjago Movie“ jedoch nicht ran. Dennoch mochte ich den Film schon alleine weil der Zwergofant am Ende des Abends verlauten ließ:

„Papa, diesen Abend werde ich nie vergessen!“

Wie soll man da noch objektiv über einen Film urteilen?

Fazit

Auch wenn sich die LEGO-Formel inzwischen ein wenig abnutzt und die Ninjago-Welt deutlich beschränkter ist, als das komplett freie Universum der bisherigen Filme, so hatte ich doch viel Spaß mit „The LEGO Ninjago Movie“. Am meisten freut es mich jedoch, die Begeisterung meines Sohns mitzuerleben und daran teilhaben zu können: 7/10 Punkte.

Rocketman (2019)

Der Januar ist erst gut zwei Wochen alt und schon befinden wir uns wieder im alten Trott. Aber vielleicht spreche ich auch nur für mich. Höchste Zeit also, mit einem Film aus diesem auszubrechen. Nachdem letzte Woche mit „Bohemian Rhapsody“ Queen auf dem Programm stand, gab es heute den „Rocketman“ Elton John. Welche Musiker-Biografie letztendlich besser abschneidet? 🎹🎶

Rocketman (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Rocketman (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Elton Johns Leben als buntes Rock-Musical

Auch wenn man „Bohemian Rhapsody“ und „Rocketman“ nicht unbedingt vergleichen sollte, so bietet es sich aus mehreren Gründen doch an: Beides sind aktuelle Musiker-Biografien und beide wurden größtenteils von Dexter Fletcher inszeniert. Es ist schon fast verwunderlich, dass dabei solch unterschiedliche Filme herausgekommen sind: Während „Bohemian Rhapsody“ ziemlich nach Schema F erzählt wird, ist „Rocketman“ ein ziemlicher Trip und zudem ein waschechtes Musical. Beide Filme sind wahrlich herausragend besetzt und sowohl Rami Malek als auch Taron Egerton nehmen sich nichts in ihrer Darstellung der beiden Musiker-Legenden. Der größte Unterschied dürfte wohl sein, dass Freddie Mercury bereits verstorben ist und die Macher bei der Umsetzung seines Lebens penibel darauf geachtet haben, ihn in einem guten Licht zu zeigen, während Elton John augenscheinlich härter mit sich ins Gericht gegangen ist.

Durch den unterschiedlichen Stil beider Filme, wirken sie auch komplett anders: „Rocketman“ traut sich deutlich mehr, ist smarter erzählt und fantasievoller inszeniert. Rein objektiv betrachtet wohl der bessere Film, doch „Bohemian Rhapsody“ wirkt insgesamt epischer und bedeutsamer. Natürlich hängt dies auch mit einer gewissen Legendenbildung zusammen. Zudem unterscheidet sich die Musik und deren Einsatz extrem: In „Rocketman“ werden die meisten Stücke in stark veränderten Varianten gespielt und von Taron Egerton selbst gesungen, während in „Bohemian Rhapsody“ Freddie Mercury höchstpersönlich aus den Lautsprechern schallt. Was nun letztendlich gelungener ist, muss wohl jeder Zuschauer für sich entscheiden.

Fazit

Während mich „Bohemian Rhapsody“ mit Bombast und der Musik für sich eingenommen hat, konnte „Rocketman“ durch Elton Johns persönlichen Weg überzeugen. Die Musical-Szenen haben mir zudem extrem gut gefallen. Auch wenn ich die beiden Filme nun doch stark miteinander verglichen habe, möchte ich letztendlich keinen von ihnen hervorheben. Ich mag beide aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansätze sehr und finde es stark, dass diese jeweils gewählt wurden: 8/10 Punkte.

Bohemian Rhapsody (2018)

Nach einem recht entspannten Samstag mit ein wenig Möbel aufbauen und einem netten Lauf, habe ich mich abends auf einen Film gefreut. Mit „Bohemian Rhapsody“ ist ein Werk im Blu-ray-Player gelandet, auf das ich mich zwar einerseits gefreut habe, andererseits hatte ich aber auch keine großen Erwartungen. Letztendlich ordnet das den Film auch ziemlich gut ein… 🎸🎹🎶

Bohemian Rhapsody (2018) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Bohemian Rhapsody (2018) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Eine Rock’n’Roll-Oper für die ganze Familie

Ich kenne mich mit Queen nicht besonders gut aus. Neben Freddie Mercury war mir bisher nur Brian May ein Begriff. Natürlich kenne ich alle populäre Songs und neben „Bohemian Rhapsody“ ist ausgerechnet der eher unbekannte „Breakthru“ mein Lieblingssong der Band. Auch mag ich Rockmusik in Filmen. Nichts kommt an „Almost Famous“ heran. Wenn ich an Musikerbiografien, dann fällt mir als erstes Oliver Stones „The Doors“ ein, der so ziemlich das Gegenteil von „Bohemian Rhapsody“ ist. Auch die leider nur kurzlebige HBO-Serie „Vinyl“ hat den Rock’n’Roll-Lifestyle zelebriert. In diesem Film wird er höchstens gestreift. „Bohemian Rhapsody“ ist übertrieben familienfreundlich erzählt und inszeniert, was einer der großen Schwachpunkte ist. Eben ein FSK-6-Biopic für die ganze Familie.

Wenn wir schon bei Schwächen sind, dann muss ich noch kurz auf die Struktur des Films eingehen: Die Dramaturgie ist so vorhersehbar, dass sie schon an Malen nach Zahlen erinnert. Angefangen vom Vater, der nicht an Freddie glauben mag, bis zur letztendlichen Anerkennung (natürlich!) kurz vor dem großen Live-Aid-Auftritt. Da ist es nur symptomatisch, dass auch Freddie Mercurys Kenntnis seiner AIDS-Erkrankung chronologisch für die perfekt durchkomponierte Dramaturgie vorgezogen wurde. In Kombination ergibt sich daraus ein Film, der extrem auf Nummer sicher spielt, was letztendlich viel Potenzial verschenkt.

Trotz Schwächen aufregend und mitreißend

Auch wenn ich bisher nur Kritik geäußert habe, so wurde ich doch blendend unterhalten, was vor allem den tollen schauspielerischen Leistungen zuzuschreiben ist. Rami Malek (bekannt aus der TV-Serie „Mr. Robot“) ist großartig als Freddie Mercury. Doch auch die anderen Bandmitglieder sind hervorragend besetzt. Den größten Schmunzler hatte für mich Mike Myers mit seiner Anspielung auf „Wayne’s World“, was vielleicht zu meta war, mich aber dennoch zu amüsieren wusste. Davon abgesehen ist natürlich die Musik einfach bombastisch. Es wurde mir noch einmal so richtig bewusst, was für eine einflussreiche Band Queen war. Speziell der finale Live-Aid-Auftritt, der beinahe komplett ausgespielt wird, ist großes Kino.

Fazit

Auch wenn „Bohemian Rhapsody“ viel Potenzial liegen lässt, und zu sehr nach dem Biopic-Baukasten erzählt wird, mochte ich den Film mehr als ich sollte. Er ist nicht überragend gut und es lassen sich, rein objektiv betrachtet, viele Fehler finden. Die rein emotionale Wirkung stimmt aber und für mich sind die 135 Minuten wie im Flug vergangen. Bestimmt ein bis zwei Punkte zu viel, aber dennoch: 8/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 8

Zurzeit habe ich einen Lauf: Erst sehe ich nach acht Monaten endlich „Avengers: Endgame“ ohne davor einen Spoiler gelesen zu haben, dann schaffe ich es tatsächlich zu „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ ins Kino und nun habe ich auch noch „Game of Thrones – Season 8“ abgeschlossen. Ebenfalls ohne Spoiler. Es ist unfassbar. Drei popkulturelle Großereignisse, die mehr oder weniger befriedigend zu Ende gegangen sind. Gerade die achte Staffel von „Game of Thrones“ hat viel Schelte abbekommen. Umso mehr freue ich mich, dass ich das Finale durchaus mochte… ⚔🐉🔥 Spoiler sind zu erwarten.

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Game of Thrones – Season 8 | © Warner Home Video

Eine Staffel mit beeindruckenden Höhepunkten

Was war das für ein Hype! Selbst bei mir auf der Arbeit gab es ein Tippspiel mit der Frage, wer denn am Ende auf dem Iron Throne sitzen würde. Als ich 2011 mit der ersten Staffel Westeros bereiste, war die Serie außerhalb von Fantasy- und Buch-Fans noch kein sonderlich großes Ding. Ende 2011 hatte ich dann auch George R. R. Martins Vorlage gelesen und der Veröffentlichung von „A Dance of Dragons“ entgegen gefiebert. In der Zwischenzeit ist die HBO-Serie durch die Decke gegangen und hat sogar ihre literarische Vorlage überholt. Ein wahres Phänomen, das inzwischen ein extrem breites Publikum erreicht hat. Für mich hat die Serie ihre Qualität bisher halten können. Umso erstaunter war ich, dass über das Finale kaum ein gutes Wort zu lesen war. Wobei ich auch zugeben muss, mich dem Thema, aufgrund der Angst vor Spoilern, bisher nur sehr vorsichtig genähert zu haben.

Vor dem Start der letzten Staffel, hatte ich mir noch einmal das Finale der siebten Staffel angesehen, um besser in die Geschichte reinzukommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich richtig heiß darauf, nach Westeros zurückzukehren. Und ja, die Begeisterung sollte anhalten: Die ersten beiden Episoden, noch in Standardlänge, haben wunderbar ruhig und mit vielen Charaktermomenten auf die große Schlacht hingeführt. Speziell die Atmosphäre direkt vor dem Kampf in „A Knight of the Seven Kingdoms“ mochte ich sehr. Dann bricht „The Long Night“ mit einer extremen Wucht auf uns Zuschauer und die Charaktere herein. Selten habe ich eine ausgewälzte Schlacht so gut inszeniert gesehen, ohne dass es langweilig wird. Auch das Ende fand ich befriedigend, denn schließlich wurde schon seit acht Staffeln darauf hingearbeitet. Das Gefühl der Bedrohung und Ausweglosigkeit war stets zu spüren. Zudem gibt es großartig gefilmte Drachenkämpfe. Fantasy-Herz, was willst du mehr? „The Last of the Starks“ stellt schließlich die Schachfiguren für das große Finale auf…

Ein konsequentes und interessantes Finale

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es mit „The Bells“ wohl eine der anstrengendsten Episoden der ganzen Serie zu sehen. Alles fällt auseinander. Alle Hoffnungen und Pläne. Gespiegelt wird diese Erkenntnis, gerade bei Tyrion und Jon Snow, durch die tatsächliche Zerstörung, mit der Daenerys mit Drogon King’s Landing in Schutt und Asche legt. Das ist ziemlich bitter und geschieht vielleicht schneller als gedacht, doch wurde dieser Ausbruch an Gewalt bereits über die gesamte Staffel angekündigt. In „The Iron Throne“ liegt dann auch alles in Scherben: Nicht nur King’s Landing, sondern auch die Beziehungen der Charaktere untereinander.

Der Tod von Daenerys‘ kam für mich tatsächlich überraschend und ich hätte mir ein anderes Ende erwartet. Gewünscht sowieso, aber schließlich ist das „Game of Thrones“, so dass ein klassisches Happy End ohnehin undenkbar schien. Ich hätte erwartet, dass Daenerys am Ende tatsächlich auf dem Iron Throne sitzt und das Spiel um eben diesen einfach in die nächste Runde geht. Ein sehr offenes Ende also. Mit Bran the Broken als König von Westeros wirkt das Finale abgeschlossener und ein wenig positiver. Dennoch sitzt Jon Snow nicht als strahlender Held auf dem Thron und wirklich ein Erfolg ist der Tod von Daenerys auch nicht. Am Ende sehen wir die vier verbleibenden Starks in ihren neuen Rollen. Wer hätte das noch vor ein paar Staffeln gedacht? Kein perfektes Finale, doch irgendwie auch konsequent und interessant. Bestimmt hätte man sich mit so mancher Entwicklung mehr Zeit lassen können, doch mochte ich auch die Unausweichlichkeit, mit der die Geschichte in dieser Staffel vorangeschritten ist. Am Ende hat der zögerliche und harmoniebedürftige Jon Snow tatsächlich gehandelt.

Auch wenn ich das Gesehene noch ein wenig verarbeiten muss, so weiß ich jedoch bereits, dass ich auch die finale Staffel von „Game of Thrones“ sehr mochte. Ja, selbst das endgültige Finale:

  1. „Game of Thrones – Season 5“ (9.7 Punkte)
  2. „Game of Thrones – Season 6“ (9.7 Punkte)
  3. „Game of Thrones – Season 2“ (9.6 Punkte)
  4. „Game of Thrones – Season 7“ (9.6 Punkte)
  5. „Game of Thrones – Season 3“ (9.5 Punkte)
  6. „Game of Thrones – Season 4“ (9.5 Punkte)
  7. „Game of Thrones – Season 1“ (9.5 Punkte)
  8. „Game of Thrones – Season 8“ (9.2 Punkte)

Mein Fazit zu 8. Staffel von „Game of Thrones“

Für mich geht mit dieser finalen Staffel von „Game of Thrones“ eine zehnjährige Reise zu Ende. Zumindest so lange, bis George R. R. Martin endlich „The Winds of Winter“ fertig geschrieben hat. Acht Staffeln und fünf Bücher. Das ist eine lange Zeit, um in eine Welt einzutauchen. Auch wenn es nicht perfekt war und meinen Erwartungen im Detail entsprochen hat, so mochte ich das teils epische, teils ruhige Finale doch sehr. Für mich ein äußerst gelungener Abschluss dieser langen Reise: 9/10 (9.2) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie