Dinosaurier – OT: Dinosaur (2000)

Nach eine vollgestopften ersten Urlaubswochenende hat es zum Abschluss geregnet, so dass wir uns nach drinnen verzogen haben. Natürlich wurde sofort der Wunsch nach einem Filmabend laut. Kein Wunder, liegt der letzte mit „Die Unglaublichen 2“ doch bereits zwei Wochen zurück. Da es in der vorhergehenden Nacht sehr spät wurde, habe ich mich für einen kurzen Film entschieden und somit wanderte Disneys „Dinosaurier“ in den Player… 🦕🦖

Dinosaurier (2000) | © Walt Disney

Dinosaurier (2000) | © Walt Disney

Ein Experimentalfilm aus dem Hause Disney?

„Dinosaurier“ gehört zu den Disney-Filmen, über die heute kaum noch gesprochen wird. Kein Klassiker, sondern ein Exot. Auch ich hätte vermutlich keine große Erinnerungen an ihn, wäre er nicht einer der wenigen Filme gewesen, die ich damals als Video-CD besessen und somit alleine aufgrund des Mediums immer wieder gesehen habe. Inzwischen steht „Dinosaurier“ natürlich als Blu-ray im Regal und es war an der Zeit, dem Film einmal wieder einen Besuch abzustatten. Von damals war mir vor allem noch die unglaubliche Technik und der Fotorealismus im Kopf. Aus heutiger Sicht mag das lächerlich wirken, doch es war schon beeindruckend, was die Disney-Expert*innen aus der Kombination von Realfilmhintergründen mit CGI-Dinos gezaubert haben. Inzwischen wirkt die Technik in vielen Einstellungen recht angestaubt und das gesamte Bild seltsam weichgezeichnet. Für technisch Interessierte aber immer noch ein imposantes Erlebnis und eine Reise zurück zur Umbruchzeit durch CGI.

Inhaltlich ist „Dinosaurier“ weit weniger innovativ und man bekommt quasi eine Mischung aus „The Jungle Book“ und „In einem Land vor unserer Zeit“ präsentiert. Ich mag die Geschichte dennoch und es ist für mich nach wie vor eine Freude, die unzähligen Dinosaurier im Bild zu sehen. Gerade auch in den Szenen, die tatsächlich einen dokumentarischen Touch besitzen und die Dialoge in den Hintergrund treten. Letztendlich bestimmt nicht die durchdachteste Disney-Geschichte, aber teils überraschend hart und blutig sowie mitreißend und emotional erzählt.

Fazit

Mir hat dieser Sonderling unter den Disney-Filmen wieder viel Spaß gemacht. Die Kinder waren weniger begeistert, aber zumindest sehr involviert, da so manche Szene doch stark an der Spannungsschraube dreht. Reinschauen lohnt sich schon alleine für Filminteressierte: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018)

Nachdem der gestrige Filmabend aufgrund eine Spieleabends auf der Terrasse ausgefallen ist, war es natürlich heute soweit. Entgegen des Wunsches des Zwergofanten, haben wir allerdings nicht die Fortsetzung von „Die Unglaublichen“ geschaut, sondern „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Diesen Film wollte ich eh schon lange schauen und da wir ihn spontan ausleihen konnten, war es heute endlich soweit… 🚂

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein toller Abenteuerfilm für die ganze Familie

Michael Endes Vorlage habe ich, so meine ich mich zumindest zu erinnern, nie gelesen. Vielleicht liegt diese Einschätzung auch nur daran, dass sich die Adaption der Augsburger Puppenkiste zu sehr in meinem Kopf eingebrannt hat, wie auch „Urmel aus dem Eis“ oder „Schlupp vom grünen Stern“. Dazu zählt natürlich auch der Titelsong „Eine Insel mit zwei Bergen“ und das Wasser aus Zellophanfolie. Ziemlich viel Nostalgie also. Die moderne Adaption von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ hatte es bei mir dennoch nicht schwer, was natürlich an Michael Endes starker Geschichte und den liebevoll geschriebenen Charakteren liegt.

Die 2018er Produktion ist in erster Linie ein Abenteuerfilm, dem man sein großes Budget von ca. 25 Millionen Euro auch ansieht. Die Reise von Jim Knopf, Lukas und Lokomotive Emma ist wahrlich beeindruckend umgesetzt und es macht viel Spaß, die wunderbar harmonierenden Figuren bei ihren Abenteuern zu begleiten. Auch wenn einige Stationen recht schnell abgehandelt werden, so nimmt sich der Film doch immer wieder Zeit für Gespräche und Charakterszenen. Und natürlich die eine oder andere Albernheit, was für einen Kinderfilm aber auch nicht ungewöhnlich ist. Bonuspunkte gibt es von mir zudem für die bewusst an Bud-Spencer-Filme angelehnte Kampfchoreographie. Inklusive Doppelbackpfeife und Dampfhammer. Herrlich!

Fazit

Mir hat „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wirklich viel Freude bereitet. Auch wenn viele Effekte zum Einsatz kommen, so spürt man das Herz, mit dem das Buch adaptiert wurde. Ich freue mich nun schon sehr auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010)

Natürlich muss am ersten Urlaubstag ein Film geschaut werden. Erstaunlicherweise war ich abends noch recht fit, obwohl ich einen Halbmarathon, Rasenmähen, wildes Spielen mit den Kids uvm. hinter mir hatte. Schon erstaunlich, was so alles in einen einzigen Tag passt. Auch unser Paketzusteller war fleißig und hat die Blu-ray des Films „The King’s Speech: Die Rede des Königs“ geliefert, welche sogleich ihren Weg in den Player gefunden hat… 🎙

The King's Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

Wunderbares Schauspieler*innen-Kino

Ich kann mich noch genau an mein mangelndes Interesse erinnern, als „The King’s Speech“ damals den Oscar gewann. Ein Film über eine Sprachstörung? Und dazu noch angesiedelt im britischen Königshaus? Puh, nein danke. Inzwischen jedoch habe ich mich in die britische Aristokratie und sogar das filmische (bzw. seriell erzählte) Abbild der britischen Monarchie vorgewagt und wurde erst kürzlich von der Netflix-Serie „The Crown“ bestens unterhalten. „The King’s Speech“ kann man quasi als das Prequel zur Serie betrachten, was letztendlich auch der Auslöser für die heutige Sichtung war.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass Tom Hooper „The King’s Speech“ wahrlich beeindruckend inszeniert hat. Einerseits sehr theaterhaft, andererseits aber auch mit sehr filmisch wirkenden Weitwinkelaufnahmen. Fantastisch anzusehen. Die wahre Stärke des Films sind jedoch seine Schauspieler*innen, allen voran Colin Firth als King George VI. und Geoffrey Rush als sein Sprachtherapeut Lionel Logue. Doch auch Helena Bonham Carter ist großartig als Queen Elizabeth. Zunächst dachte ich, dass es ungewohnt sei, sie in dieser Rolle zu erleben, da sie in „The Crown“ mit Prinzessin Margarete ein anderes Mitglied der königlichen Familie verkörpert. Jedoch spielt sie hier so anders, dass ich keinen Gedanken an ihre andere Rolle verschwendet habe.

Fazit

Ja, „The King’s Speech“ ist wirklich so gut wie sein Ruf. Das etwas staubig anmutende Thema wurde so unterhaltsam, wie es vermutlich möglich war, umgesetzt. Er wird nicht mein Lieblingsfilm werden, doch wurde ich mehr als nur positiv überrascht, was vor allem an den großartigen Schauspieler*innen liegt: 8/10 Punkte.

Hotel Mumbai (2018)

Meine Arbeitswoche ist bereits zu Ende und ich kann ein paar Tage off auch wirklich gebrauchen. Somit hat sich auch unter der Woche die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben, bei dem die Wahl auf „Hotel Mumbai“ gefallen ist. Der Film stand schon länger im Regal und ich habe mich nie so richtig herangetraut. Wie schlimm es letztendlich war, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🏨🔥

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Eine schmerzhafte Tour de Force

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich damals im Radio von den Terroranschlägen in Mumbai hörte. Auch an die Nachricht der Wiedereröffnung des Taj Mahal Palace habe ich Erinnerungen. Allerdings nur sehr blasse. Gedanken wie diese habe ich mir vor dem Einlegen der Blu-ray gemacht. Vermutlich auch um die Frage zu beantworten, warum man sich bzw. ich mir überhaupt solche Filme anschaue. Warum holt man sich diese Ereignisse zurück auf den Bildschirm? Ist es der Reiz des Morbiden? Der Schrecken als Unterhaltung? Ähnliche Gedanken hatte ich teils bereits bei „Zero Dark Thirty“ oder „Boston“. Komplett erklären kann ich es mir nicht, allerdings fühle ich mich dem historischen Ereignis nach Sichtung der dramatisierten Aufbereitung meist näher, recherchiere selbst und kann es besser einordnen.

Als Film betrachtet, ist „Hotel Mumbai“ wirklich extrem kompetent inszeniert. Die internationale Produktion weist famose Schauspieler*innen (allen voran Dev Patel, bekannt für „Lion: Der lange Weg nach Hause“) auf und zieht die Spannungsschraube zum Bersten an. Dabei ist Anthony Maras‘ Film stets mitreißend, schmerzhaft anzusehen und doch empathisch seinen Figuren gegenüber. Auch mochte ich, dass die meisten Charaktere tatsächlich Hindi sprechen und der Cast überhaupt sehr international ist. Ich hatte wirklich das Gefühlt, dass die Produktion nicht auf einen schnellen Dollar aus war, sondern die Geschichte so authentisch und gut wie möglich erzählen wollte.

Fazit

Ist „Hotel Mumbai“ nun also große Unterhaltung? Jein. Der Film ist spannender als so mancher Thriller, jedoch aufgrund der wahren Ereignisse auch schmerzhaft und verstörend anzusehen. Wenn ihr offen für diese Art von filmischer Aufarbeitung seid, dann kann ich euch den Film jedoch nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.

F/X: Tödliche Tricks – OT: F/X: Murder by Illusion (1986)

Ein langer Tag liegt hinter uns, den ich mit Laufen, Rasenmähen und Inlineskaten größtenteils draußen verbracht habe. Das Highlight des Tages war jedoch ein Anruf meines Hausarztes und ein damit verbundener Impftermin. Juhu! Abends sind wir erst gegen 21 Uhr aufs Sofa gekommen und meine Filmwahl ist auf „F/X: Tödliche Tricks“ gefallen. Meine Mitseherin war nach ein paar Minuten im Land der Träume, doch mich konnte der wunderbar altmodische Thriller überzeugen… 👹

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

Ein Thriller aus den tiefsten 1980er Jahren

Für mich war die Sichtung von „F/X: Tödliche Tricks“ heute eine Prämiere. Die Filmreihe war mir zwar schon immer ein Begriff, doch irgendwie habe ich sie inhaltlich stets mit einem Bombenleger-Thriller zusammengebracht. Warum auch immer. Die DVDs hatte ich früher häufiger in der Hand oder im Warenkorb, doch zugegriffen habe ich nie. Dann habe ich vor ein paar Monaten herausgefunden, dass der Thriller im Spezialeffekte-Milieu spielt, was sofort mein Interesse geweckt hat. Inzwischen war der Film und sein Nachfolger gar nicht mehr so leicht zu bekommen und ich habe letztendlich zur wunderschönen Sonderausgabe von NSM (siehe unten) gegriffen.

Inhaltlich bekommen wir es mit einer Mischung aus Mafia-Thriller und Heist-Movie zu tun. Dabei wartet „F/X: Tödliche Tricks“ mit so einigen Wendungen auf, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Gerade auch was den Ton des Films angeht, der zu Beginn oft eher noch komödiantisch ist, dann in einen harten Thriller umschlägt, komplett in die Action-Richtung abdriftet und gegen Ende wieder zu seiner Leichtigkeit zurückfindet. Ungewöhnlich und doch funktioniert das alles wirklich gut. Vielleicht auch, weil der Film so sehr im Jahrzehnt seiner Entstehung verankert ist, dass er heute einfach nur noch charmant aus der Zeit gefallen wirkt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „F/X: Tödliche Tricks“ nach all den Jahren für mich entdeckt zu haben. Gerade wenn man den filmischen 1980er Jahren etwas abgewinnen kann, dürfte man auch heute noch viel Spaß damit haben. Ich für meinen Teil bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung: 8/10 Punkte.

DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe – OT: DuckTales: Treasure of the Lost Lamp (1990) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche gab es heute Abend einen Film, auf den sich der Zwergofant schon seit Woche gefreut hat und zwar „DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“. Der Grund dafür ist einfach: Er liebt Disney-Comics und liest bereits seit Jahren immer wieder in den über 200 Lustigen Taschenbücher, die noch aus meiner eigenen Kindheit stammen. Oder „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“, welches sein liebstes Comic ist. Wie er nun den Film fand? 🪔

DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe (1990) | © Walt Disney

DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe (1990) | © Walt Disney

Ein nostalgischer Trip in die eigene Kindheit

Wie bereits in meiner letzten Besprechung von vor 12 Jahren geschrieben, war „DuckTales: Jäger der verlorenen Lampe“ einer der wenigen Filme, die ich damals auf VHS-Kassette besessen habe. Entsprechend häufig habe ich den Film gesehen. Meist Sonntagnachmittag, weshalb ich mit ihm auch immer eine etwas wehmütige Morgen-ist-wieder-Schule-Stimmung verbinde. Auch bei der heutigen Sichtung ist dieses Gefühl wieder latent aufgekommen. Schon seltsam, wie das so ist mit Erinnerungen an die Erlebnisse der Kindheit. Insofern war auch die heutige Sichtung für mich ein zutiefst nostalgisches Erlebnis.

Die Geschichte rund um die Zauberlampe und den Dschinn ist auch heute immer noch nett und bietet kinderfreundliche Abenteuerunterhaltung. Dem Zwergofanten ist es heute übrigens genauso gegangen, wie mir damals bei meinen ersten Ausflügen ins animierte Entenhausen: Ihn hat die Diskrepanz zu den Comics gestört und er hat Donald vermisst. Es ist eben „DuckTales“ und nicht die klassischen Abenteuer, wie man sie aus den Comics kennt. Dennoch hatte er auch viel Spaß damit.

Fazit

Ich habe mich gefreut, einmal wieder nach Entenhausen zurückzukehren. Ich hätte fast jede Dialogzeile noch mitsprechen können und fand es spannend, wie viel von damals hängengeblieben ist. Gerade auf der Gefühlsebene. Der Zwergofant war zwar nicht begeistert, aber doch bestens unterhalten. Das Zappelinchen dagegen war von der Filmwahl von Anfang an nicht angetan. Insgesamt dennoch ein gelungener Filmabend: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte;  Zwergofant:  8/10 Punkte.)

Godzilla (2014) (WS1)

Nach einem wunderschönen Samstag, den ich beinahe komplett draußen verbracht habe, sind wir abends erst spät aufs Sofa gekommen. Dennoch hatte ich Lust auf einen Film und mit „Godzilla“ die Wahl auch schon im Vorfeld getroffen. Die Fortsetzung „Godzilla II: King of the Monsters“ steht schon viel zu lange ungesehen im Regal und somit war es an der Zeit, meine Erinnerungen an den ersten Teil aufzufrischen… 🎌

Godzilla (2014) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Godzilla (2014) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Extrem atmosphärische Monster-Action

Es ist kaum zu glauben, dass seit meinem damaligen Kinobesuch von „Godzilla“ bereits sieben Jahre vergangen sind. Wo ist die Zeit nur hin? Auf jeden Fall behielt ich den Film als ziemlich gut in Erinnerung, auch wenn mich damals ein paar Aspekte gestört hatten. Zur Einordnung meiner Beziehung zu Godzilla als Filmfigur, hier noch einmal ein Zitat aus meiner ersten Besprechung des Films:

Auch wenn ich zu Godzilla als Filmmonster keine besonders tiefe Beziehung habe, so erinnere ich mich doch noch gut an regnerische Sonntagnachmittage, an denen ich mich von den japanischen Originalfilmen habe berieseln lassen. An die Handlung der Filme kann ich mich nicht mehr erinnern, doch hatte ich Spaß an den Monstern und Effekten – zumindest bis ich 1993 „Jurassic Park“ im Kino sah. Auch mit Godzilla sollte ich 5 Jahre später noch eine Begegnung auf der großen Leinwand haben: Nachdem mich Roland Emmerichs „Independence Day“ 1996 in einen Actionrausch versetzte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen 1998 auch seine stark amerikanisierte Interpretation von „Godzilla“ zu sehen. Auch wenn der Film viel Kritik einstecken musste, so hatte ich doch Spaß mit der großen, albernen Monsterhatz.

Besprechung zu „Godzilla“ vom 24.05.2014

Bei der heutigen Sichtung hat mir erneut der langsame Spannungsaufbau am besten gefallen. Über den Großteil des Films sieht man die Monster nur schemenhaft und in Andeutungen. Wenn sie dann in Erscheinung treten, dann meist aus der Perspektive der menschlichen Protagonisten, sprich nur einmal ein Bein der einen Schwanz. Das wirkt sehr immersiv und unglaublich atmosphärisch. Überhaupt kann Gareth Edwards, der sein Talent zur Inszenierung von Monstern bereits 2010 in „Monsters“ gezeigt hat, durch ein unfassbares Gespür für Bilder überzeugen. Da gibt es keine Wackelkamera oder stakkatoartige Schnitte. Nein, Edwards lässt die Kamera verweilen, selbst wenn wir nur einen kurzen Blick auf Godzilla und die MUTOs erhaschen. Wenn sie dann im Finale in ihrer kompletten Pracht vor uns auftauchen, ist die Wucht des Kampfes umso beeindruckender.

Auch wenn mir die Schauspieler heute, vermutlich aufgrund der Originalfassung, nicht so negativ aufgefallen sind, so ist das Drehbuch zweifelsfrei ziemlich flach. Gerade die Dialoge sind manchmal schmerzhaft simpel. Doch auch das hat mich heute nicht sonderlich gestört und ich konnte mich voll uns ganz von der dichten Atmosphäre von „Godzilla“ mitreißen lassen. So darf das auch manchmal sein.

Fazit

„Godzilla vs. Kong“ ist momentan in aller Munde, meine Erinnerungen an „Kong: Skull Island“ sind noch relativ gut und durch die Auffrischung von „Godzilla“ habe ich nun enorm Lust auf „Godzilla II: King of the Monsters“ bekommen. Insofern hat Gareth Edwards alles richtig gemacht und ich war heute vermutlich genau in der richtigen Stimmung für atmosphärische Monster-Action: 8/10 Punkte.

Man lernt nie aus – OT: The Intern (2015)

Eigentlich wollte ich einmal wieder einen bombastischen Blockbuster oder einen Horrorfilm sehen. Irgendetwas mit Wumms. Aber die letzten Tage waren emotional anstrengend. Der Sinn stand mir somit mehr nach einem Wohlfühlfilm und irgendwie war mir ein Tweet von PixelParc im Hinterkopf, der „Man lernt nie aus“ lobte. Da der Film eh auf meiner Liste stand, war die Wahl schnell getroffen…   🗃💻

Man lernt nie aus (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Man lernt nie aus (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Der (fast) perfekte Wohlfühlfilm

Was soll ich sagen? „The Intern“, so der englische Originaltitel, ist richtig wholesome. Einfach ein nahezu perfekter Wohlfühlfilm. Dabei ist die Prämisse eher dünn und auch das Drehbuch gewinnt keine Preise. Mit anderen Schauspieler*innen hätte das eine ganz öde Nummer werden können, doch Anne Hathaway und Robert De Niro spielen so großartig zusammen, dass es eine wahre Freude ist. Hinzu kommt, dass es kein aufgesetztes Drama à la gesundheitliche Probleme, Unfälle oder sonst etwas gibt. Nancy Meyers (u.a. „Liebe braucht keine Ferien“) konzentriert sich komplett auf die zentrale Beziehung zwischen Startup-Gründerin Jules Ostin und dem 70-jährigen Praktikanten Ben Whittaker. Und das funktioniert wunderbar!

Ich habe wirklich nahezu jede Szene des Films genossen. Der Film ist humorvoll, anrührend und einfach schön. Alleine das Zusehen hat mir gut getan. Einzig eine Szene in den letzten 5 Minuten fand ich richtig doof und zwar als Jules die Affäre ihres Mannes einfach so weglächelt. Damit hat das Drehbuch ihrer Figur keinen Gefallen getan. Für mich hätte es nicht unbedingt auf eine Trennung rauslaufen müssen, aber diese Reaktion war mir zu schwach. Schade drum.

Fazit

Ja, „Man lernt nie aus“ ist sicherlich kein Meisterwerk. Wenn ihr aber die Schauspieler*innen mögt (wie kann man Anne Hathaway und Robert De Niro nicht lieben?) und einfach einen netten Film für euren Gemütszustand sucht, dann kann ich euch „The Intern“ nur dringend ans Herz legen. Tut einfach gut: 8/10 Punkte.

Spuren – OT: Tracks (2013)

Karfreitag liegt hinter uns. Wir hatten das Treffen mit einer der Omas bereits auf heute vorgezogen, da das Wetter okay sein sollte und wir zumindest eine Runde spazieren gehen konnten. Besser als nichts. Dennoch sehr wenig Familie außerhalb des Kerns momentan. Abends kamen wir recht spät zur Ruhe, weshalb ich mit „Spuren“ zu einem Film gegriffen habe, der uns auf eine Reise entführen sollte… 🐪🏜

Spuren (2013) | © Ascot Elite Home Entertainment

Spuren (2013) | © Ascot Elite Home Entertainment

Die abenteuerliche Reise der Kamel-Frau

„Spuren“ ist einer dieser Filme, die eine reale Geschichte erzählen, von einem besonderen Menschen, der aus dem Alltag ausbricht. Robyn Davidson ist solch eine bemerkenswerte Person. Wie auch Christopher McCandless in „Into the Wild“ oder Cheryl Strayed in „Wild: Der große Trip“. Hinter all diesen Filmen stehen wahre Geschichten, wie sie das Leben perfekt zu schreiben weiß. Auch im Fall von „Spuren“ saß ich mehrfach vor dem Fernseher und habe Robyn einerseits bewundert, andererseits aber auch für verrückt erklärt. Vermutlich trifft beides zu einem gewissen Grad zu und doch überwiegt bei mir die Bewunderung.

Regisseur John Curran fängt die australische Wildnis in bestechenden Bildern ein und schafft es, die Motivation hinter Robyns Reise zu erklären, ohne dass dies belehrend oder zu plakativ wirken würde. Das hat mir wirklich gut gefallen. Robyn ist mit Mia Wasikowska großartig besetzt und auch Adam Driver als Fotograf Rick wirkt einfach passend in seiner Rolle. Auch wenn es eine epische Reise ist, so ist der Film nicht übermäßig dramatisiert oder auf den Effekt hin inszeniert. Es wirkt im Fluss, was wunderbar zu Robyns Reise passt.

Fazit

Wenn ihr ein Faible für Reiseabenteuer mit biographischen Selbstfindungsaspekten habt, dann ist „Spuren“ ein perfekter Film für euch. Ich kann aber verstehen, wenn man ihn nicht sonderlich spannend findet. Darum geht es aber auch nicht. Von mir gibt es eine dicke Empfehlung: 8/10 Punkte.

Archive (2020)

Heute merke ich, dass meine Laune ziemlich im Keller ist. Alles ist zu viel und doch zu wenig. Auf den heutigen Filmabend habe ich mich dennoch gefreut und „Archive“ in den Blu-ray-Player geschoben. Ein Film, den ich ohne die schöne Mediabook-Veröffentlichung von Capelight Pictures (siehe Foto unten) wohl nie gesehen hätte. Traurig eigentlich. 🤖

Archive (2020) | © EuroVideo Medien GmbH

Archive (2020) | © EuroVideo Medien GmbH

Ein Film für Freunde von „Moon“

Filme wie „Archive“ sind aus unserem kollektiven Filmbewusstsein verschwunden. Da gibt es nur noch die großen Blockbuster, basierend auf bereits bekannten Marken, sowie kurzlebige Netflix-Eigenproduktionen. Der Rest geht vollkommen unter. Vor ein paar Jahren war das noch anders. Da konnten Filme wie „Moon“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen. Tatsächlich hat mich „Archive“ stark an Duncan Jones‘ Sci-Fi-Hit erinnert. Speziell was das Produktionsdesign angeht, das auch der Welt von „Alien“ oder „Blade Runner“ hätte entspringen können, aber auch aufgrund der ruhigen und angenehm unaufgeregten Erzählweise samt dem Gefühl der Isolation. Kein Wunder, hat Regisseur Gavin Rothery doch im Designteam von „Moon“ mitgearbeitet.

Aufgrund der Roboterthematik musste ich auch an Alex Garlands „Ex Machina“ denken, der jedoch deutlich wuchtiger daherkommt. Gavin Rotherys Regiedebüt ist dagegen sehr zurückhaltend erzählt und bietet wundervolle handgemachte Effekte. Die Welt von „Archive“ ist zwar klein, doch so liebevoll gestaltet, dass sie einfach echt wirkt. Mich hat der Film wirklich sehr begeistert. Einzig die finale Wendung, die ich während des letzten Drittels bereits häufiger vermutet hatte, hätte es in meinen Augen nicht gebraucht. Sie funktioniert und ist emotional, doch wäre die Aussage des Films ohne stärker gewesen. Dennoch definitiv ein Ergebnis, das sich kein Sci-Fi-Fan entgehen lassen sollte.

Fazit

Wie bereits festgestellt, hat es ein kleines Sci-Fi-Drama, wie „Archive“, heute schwer sein Publikum zu finden. Deshalb sei euch die Sichtung dringend ans Herz gelegt. Wer nicht in die empfehlenswerte Blu-ray investieren will, kann den Film momentan auch kostenlos auf Prime Video sehen. Falls ihr reinschaut, lasst doch einmal hören, wie er euch gefallen hat. Eine dicke Empfehlung: 8/10 Punkte.