Ride, Fatboy, Ride (014): Abenteuer Arbeitsweg

Heute habe ich es gewagt: Ich bin zum ersten Mal zur Arbeit geradelt. Die Distanz ist sowohl mit dem dem Auto als auch per Rad jeweils 26 km, zumindest wenn man nicht gezwungen ist, Umwege zu fahren. Aber dann wäre es ja auch kein Abenteuer… 😉

Hindernisse auf der Hinfahrt am Morgen

Als ich um 6:45 Uhr losgefahren bin, hatte es ca. 3 °C und natürlich habe ich nicht daran gedacht, Handschuhe anzuziehen. Ein böser Fehler! Da ich noch tippen kann, sind die Frostschäden aber wohl nicht bleibend. Glück gehabt. Auch abgesehen von den Temperaturen war die Fahrt leider nicht ideal: Ich musste etliche Autobahnen überqueren und hatte nicht bedacht, dass zurzeit wieder extreme Bauwut herrscht. Wie jedes Frühjahr. Ich stand also vor gesperrten Brücken und musste größere Umwege fahren, um überhaupt in die Nähe meines Ziels zu kommen.

Ein idyllisches kurzes Wegstück, auf das ich mich verfahren hatte...

Ein idyllisches kurzes Wegstück, auf das ich mich verfahren hatte…

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Die 5 besten männlichen Superhelden

Nachdem ich in den letzten Wochen ausgesetzt habe, bin ich ich heute einmal wieder dabei, wenn Gina zur Teilnahme an Die 5 BESTEN am DONNERSTAG aufruft. Wie es kaum anders sein könnte, geht es heute um Superhelden. Und zwar vorerst männliche Superhelden. Na dann, hier kommt meine Top 5:

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #130

Das Thema für Ausgabe #130 lautet:

Die 5 besten männlichen Superhelden

  1. Blade aus „Blade“ (1998) und „Blade II“ (2002) – Bereits Jahre vor „Black Panther“ gab es einen schwarzen Superhelden, der die Verkörperung von Coolness war. Zumindest damals. Und in den ersten beiden Teilen der Reihe.
  2. Hellboy aus „Hellboy“ (2004) und „Hellboy: Die goldene Armee“ (2008) – Schon wieder Del Toro, dieses Mal mit dem ersten und zweiten Auftritt des Höllenjungen. Perfekt besetzt, großartig ausgestattet. Einfach ein großer Spaß mit viel Herz. ❤
  3. Spider-Man aus „Spider-Man“ (2002) und „Spider-Man 2“ (2004) – Für mich die beiden Filme, die den Erfolg des modernen Superhelden-Kinos begründet haben. Da kommt für mich auch der offizielle Auftritt im MCU nicht ran.
  4. Teenage Mutant Ninja Turtles aus „Turtles“ (1990) und „Turtles II“ (1991) – Eigentlich müsste ich hier die Serie aus den 80er/90er Jahren als Fokuspunkt nennen, doch auch die ersten beiden Filme haben es mir damals angetan. Auch der letzte animierte Filmauftritt in „TMNT“ konnte mich noch unterhalten, was man von den Live-Action-Filmen nur bedingt behaupten kann.
  5. Wolverine aus „Logan“ (2017) – Ja, Wolverine ist vielleicht eine recht klischeehafte und offensichtliche Wahl, doch hat die Figur für mich wirklich eine Entwicklung durchgemacht und gerade das große Finale war beeindruckend in seiner Konsequenz.

Ride, Fatboy, Ride (013)

Da noch Osterferien sind und ich jeden Tag sehr früh im Büro aufschlage, wollte ich heute pünktlich gehen, um früh auf das Rad zu kommen. Leider kam dann doch eines zum anderen und ich war doch erst wieder um 18 Uhr zu Hause. Hmpf. Aufs Rad bin ich dennoch gestiegen, auch wenn es schon genieselt hat und ein ziemlicher Wind ging.

Kampf gegen Nieselregen und Gegenwind

Kampf gegen Nieselregen und Gegenwind

Distance: 25.02 km
Duration: 01:05:02
Elevation: 232 m
Avg Pace: 2:36 min/km
Avg Speed: 23.08 km/h
Heart Rate: 157 bpm
Energy: 891 kcal

Gefahren bin ich eine 25-km-Runde, für die ich eine gute Stunde gebraucht habe. Wenn ich mir dabei keine Erkältung eingefangen habe, werde ich diese Woche noch versuchen, mit dem Rad in die Arbeit zu fahren. Quer durch den Wald sollten es einfach 26 km sein und mit Navigation sollte ich den Weg auch finden. Falls es so kommt, werde ich bald über dieses Abenteuer berichten… 😉

Im Ohr: Celluleute Folge #134: Round Up

Media Monday #408

Ich möchte gar nicht zu sehr ins Detail gehen, doch so schön die vier freien Tage über Ostern auch sind, so anstrengend fühlen sie sich an. Aber ohne Ostern hätte ich gar nicht erst frei gehabt. Ein Teufelskreis also. Insofern genieße ich einfach das schöne Wetter. Zumindest der Rest der Familie wird sich noch erholen können, während auf mich am Dienstag schon wieder der berufliche Trubel wartet. Doch nun stehen erst einmal die Fragen des Medienjournals auf dem Programm. In diesem Sinne: Ich wünsche euch ein frohes Osterfest! 🐰

Media Monday #408

  1. So ein viertägiges Wochenende bietet mir endlich mal wieder die Möglichkeit ausgiebig Fahrrad zu fahren, so habe ich zwei Touren mit einmal 43 km und einmal 50 km geschafft.
  2. Tierische Gefährten in Filmen können durchaus für Emotionen sorgen.
  3. Nach der ersten Episode dachte ich noch „Future Man“ hat leider absolut nicht meinen Humor getroffen, doch die restlichen 12 Episoden haben sich so wunderbar entwickelt, dass ich letztendlich viel lachen konnte.
  4. Ob das Thema Zombies langsam aus- oder gar überreizt worden ist? Vermutlich schon, aber nachdem es in den 1970ern bereits die erste Zombie-Welle gab, steht uns 2049 bestimmt schon die nächste Welle ins Haus. Sprich wenn wir selbst Zombies sind… 😉
  5. Das TV-Programm zu Ostern ist mir ziemlich egal, da ich überhaupt keine Zeit zum TV-Schauen habe.
  6. „Game of Thrones“ begegnet mir momentan fast überall, denn der Hype ist momentan ja größer denn je.
  7. Zuletzt habe ich den Film „Das Belko Experiment“ gesehen und das war eine durchaus interessante Mischung aus Büro-Satire und „Battle Royale“, weil dieser Mix durchaus für Unterhaltungswert sorgt.

Auch ich habe ein Osternest gefunden (mehr davon auf meinem Instagram-Account):

Future Man – Season 1

Über die letzten Wochen habe ich einmal wieder eine recht aktuelle Serie nachgeholt. Die Prämisse klang für mich spannend, dennoch hätte ich nach der ersten Episode beinahe abgeschaltet. Warum es sich dennoch lohnt bei „Future Man – Season 1“ dranzubleiben, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Future Man – Season 1 | © Hulu

Future Man – Season 1 | © Hulu

„The Terminator“ trifft auf Pups-Komödie

Wenn unser Held (Josh Hutcherson aus „The Hunger Games“) in der ersten Episode eine Ladung Sperma auf die Zeitreisenden (u.a. Eliza Coupe aus „Happy Endings“) ejakuliert, dann fand ich das nicht sonderlich witzig, sondern eher befremdlich. Einzig die vielversprechende Prämisse (quasi die Handlung von „The Terminator“ als Comedy) hat mich dazu gebracht, doch noch in die zweite Episode reinzuschauen. Was soll ich sagen? Obwohl der Humor nicht viel subtiler wird, hatte ich doch viel Spaß mit der Serie. Im weiteren Verlauf der Staffel gewinnen unsere anfangs noch völlig comichaft überzogenen Charaktere an Tiefe, was der gesamten Serie zugute kommt. Nicht jeder Witz zündet und nicht jedes Zeitreiseklischee wird clever eingesetzt, doch insgesamt strotzt „Future Man“ nur vor absurden Ideen, die Genre-Freunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern (können).

Meine Lieblingsepisode war wohl „Pandora’s Mailbox“, in der unsere drei Helden im Jahr 2023 in das Haus von James Cameron eindringen, um den Wundertreibstoff Cameronium zu klauen. Dabei werden sie von einer künstlichen Intelligenz namens SIGORN-E in Schach gehalten, welche eine ganz besondere Beziehung zum bekannten Regisseur und seinen Werken pflegt. Herrlich! Doch auch etliche andere Episoden sind voll von Anspielungen an „Zurück in die Zukunft“ und weitere Klassiker der 1980er Jahre. Da verwundert es auch nicht, dass es unsere Helden selbst in dieses Jahrzehnt verschlägt, wo sie gar wundersame Abenteuer erleben.

Fazit

Auch wenn „Future Man“ eindeutig eine Comedy-Serie ist, so besitzt sie doch auch einen hohen Sci-Fi-Anteil. Auf seltsame Art und Weise ist das Worldbuilding sogar erstaunlich ernsthaft und in sich konsistent. Vermutlich nicht die reifeste Serie, doch auf jeden Fall eine der innovativsten Comedys, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Um herauszufinden, ob man sich mit dem Humor wohl fühlt, solltet ihr der Serie zumindest einmal drei bis vier Episoden geben. Dann besteht durchaus die Chance, dass „Future Man“ richtig bei euch richtig einschlägt: 8/10 (8.0) Punkte.

Ride, Fatboy, Ride (012)

Nachdem ich die Kalorienzufuhr zum vorverlegten Ende der Fastenzeit wieder hochgefahren habe, wäre die naheliegende Wahl, auch das Laufpensum wieder nach oben zu schrauben. Geht aber aus den bekannten Gründen nicht. Also wieder auf das Rad geschwunden und nach den 43 km vom Gründonnerstag eine neue Runde ausprobiert. Dieses Mal quer durch den Wald:

Heute mal den Wald erkundet...

Heute mal den Wald erkundet…

Distance: 50.57 km
Duration: 02:16:45
Elevation: 481 m
Avg Pace: 2:42 min/km
Avg Speed: 22.18 km/h
Heart Rate: 160 bpm
Energy: 1769 kcal

Ich hatte grob eine Strecke im Kopf, die ich fahren wollte, bin aber ganz bewusst ohne Navigation gefahren. Dies hatte zur Folge, dass ich mich auf diversen Waldwegen ein paar Mal verfahren habe. Auch war ich auf Trails unterwegs, bei denen ich mir dickere Reifen gewünscht hätte. Insgesamt hat aber alles ganz gut funktioniert. Im letzten Viertel ist mir dann die Kette rausgesprungen und hatte sich verklemmt, so dass ich bestimmt 10 Minuten beschäftigt war, sie wieder zu befreien und einzufädeln. Da vermisse ich dann doch die Einfachheit des Laufens. Alles in allem aber dennoch eine sehr nette Ausfahrt… 🙂

Im Ohr: Nerdtalk Top 5: Hart überbewertete Filme

Ride, Fatboy, Ride (011)

Nachdem ich gestern Abend vorzeitig das Fasten gebrochen habe, wurde es etwas später. Perfektes Timing also, dass wir heute früh unsanft von einem piependen Rauchmelder geweckt wurden. Batterie anscheinend leer. Sind ja aber auch schon vier der versprochenen zehn Jahre Lebenszeit vorbei. Hmpf. Trotz der viel zu kurzen Nacht hatte ich heute fest eine lange Radtour eingeplant und diese bin ich auch angegangen:

Heute habe ich mich ein wenig weiter ins fränkische Hinterland gewagt...

Heute habe ich mich ein wenig weiter ins fränkische Hinterland gewagt…

Distance: 43.05 km
Duration: 02:01:12
Elevation: 456 m
Avg Pace: 2:49 min/km
Avg Speed: 21.31 km/h
Heart Rate: 155 bpm
Energy: 1496 kcal

Ich bin eine ähnliche Runde gefahren wie vorletztes Wochenende, nur habe ich sie noch einmal um ca. 10 km erweitert. Somit war ich gut zwei Stunden auf dem Rad, was ich auch in Beinen und Hintern spüre. Nachdem mir bei den letzten Fahrten immer wieder die Füße eingeschlafen sind, habe ich den Sattel höher gestellt, was tatsächlich etwas geholfen hat. Perfekt ist es noch nicht, aber ich werde weiter optimieren. Nun bin ich bereit die Feierlichkeiten der nächsten Tage über mich ergehen zu lassen und meine Kalorienzufuhr langsam wieder hochzudrehen… 😉

Im ersten Ohr: Fortsetzung folgt S09E12 – Haiter bis wolkig
Im zweiten Ohr: Sneakpod #575 – Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales

Das Belko Experiment – OT: The Belko Experiment (2016)

Nach einer Woche mit zweitägigem Strategie-Workshop und einem viel zu vollen normalen Arbeitstag samt anschließendem Arztbesuch (wieder über eine Stunde im Wartezimmer verbracht) war ich heute viel zu spät zu Hause. Und durch. Einfach nur durch. Da ich ich mir bereits morgen einen extra freien Tag gegönnt habe, stand abends natürlich ein Film auf dem Programm: Mit „Das Belko Experiment“ habe ich mich für eine Geschichte entschieden, in der sich die Angestellten eines Unternehmens gegenseitig umbringen müssen. Was will mir das nur sagen? 🤔

Das Belko Experiment (2016) | © MGM

Das Belko Experiment (2016) | © MGM

Wenn „The Office“ auf „Battle Royale“ trifft…

Welch schöner, kleiner Schocker. Eine simple Prämisse, schöner Spannungsaufbau, viel Humor und teils überharte Splatter-Einlagen. Nichts Besonderes und doch ein Film, der viel Spaß macht und bei dem es mich ein wenig wundert, dass er auf diesem Level produziert wurde. Vermutlich hatte James Gunn nach dem Erfolg von „Guardians of the Galaxy“ einfach komplett freie Hand bei seinem nächsten Projekt – und das ist auch gut so. Inszeniert von Greg McLean (bekannt für „Wolf Creek“), macht „The Belko Experiment“ keine Gefangenen, wenn es um die Gewaltdarstellung geht. Dabei fängt alles so harmlos an…

Während des ersten Drittels lernen wir die Belegschaft von Belko Industries kennen. Kollegen, Führungskräfte und Mitarbeiter, wie man sie aus dem eigenen Berufsleben kennt. Klischeehaft und doch nachvollziehbar geschrieben. Der zweite Akt legt den Schwerpunkt auf Psychospiele innerhalb der Belegschaft, welche in den ersten Morden gipfeln. Das große Finale ist dann nur noch ein fieser Splatter-Streifen, der noch einmal an der Gewaltschraube dreht. Die ersten beiden Segmente fand ich wirklich wunderbar: Mit viel satirischem Humor erzählt genau die richtige Menge an WTF?!? bzw. „Wie würde ich hier handeln?“

Was den Film über den 08/15-Horror-Splatter hebt, sind neben dem schmissigen Drehbuch eindeutig die tollen Schauspieler: John Gallagher Jr. (bekannt aus „The Newsroom“ oder „10 Cloverfield Lane“) spielt die Hauptrolle, John C. McGinley (Dr. Cox aus „Scrubs“) einen fiesen Psychopathen und die James-Gunn-Regulars Michael Rooker und Sean Gunn sind ebenfalls mit von der Partie. Ein wirklich runder Cast.

Fazit

Auch wenn ich nur positive Worte für „Das Belko Experiment“ gefunden habe, so ist es letztendlich doch nur ein weiterer Battle-Royale-Streifen, nur eben im Büro-Setting. Die Auflösung am Ende war zudem unnötig erklärend und hat viel von den satirischen Elementen im Vorfeld genommen. Für Genre-Freunde insgesamt aber definitiv einen Blick wert. Macht auf perfide Art und Weise Spaß: 6/10 Punkte.

Media Monday #407

Heute hieß es noch einmal entspannen, denn morgen geht es für mich wieder arbeiten während meine Familie die Osterferien genießt. Doch es wird immerhin eine kurze, dafür aber sehr intensive Arbeitswoche. Mein Wochenende war recht unspektakulär: ein wenig Sport (bevor mich die Hexe erwischt hat), zwei Filme gesehen (siehe unten), die Kids zum Palmsonntag begleitet und ein Spaziergang mit der Familie. Dafür bietet das kommende Wochenende wieder mehr Trubel, insofern mag ich nicht undankbar sein. Doch nun stehen erst einmal die Fragen des Medienjournals auf dem Plan…

Media Monday #407

  1. Die Entscheidung, mir einen bestimmten Film ansehen zu wollen kann verschiedenste Auslöser haben, wie z.B. der Trailer zur Neuverfilmung bei mir den Wunsch geweckt hat, einmal wieder „Der König der Löwen“ aus dem Jahr 1994 zu sehen.
  2. Serien, von denen bereits zig Staffeln existieren können durchaus ein Erlebnis (z.B. meine letztjährige Sichtung von „Sons of Anarchy“) sein, aber manchmal schreckt mich das auch ab.
  3. Mein Wochenende hätte ich mir ja durchaus spannender/besser vorgestellt, denn ein Hexenschuss hat mir so manche Pläne verhagelt.
  4. Ich kann gar nicht genau sagen, wann ich das letzte Mal so fasziniert von einer Serie war, wie von „The Leftovers“.
  5. Radfahren könnte für mich durchaus das nächste große Ding werden, was Sport betrifft, schließlich kann ich momentan nicht laufen und muss mir einen Ersatz suchen.
  6. Gerne würde ich ja wieder häufiger etwas von oder mit Adam F. Goldberg sehen, aber leider gibt es keine DVDs über die 4. Staffel von „The Goldbergs“ hinaus.
  7. Zuletzt habe ich den 2017er Oscar-Gewinner „Moonlight“ gesehen und das war sehr intensiv, weil der Film durch seine Geschichte und Atmosphäre zu überzeugen wusste, die mich an die großartige TV-Serie „The Wire“ erinnert hat.

Es wird wird wirklich Zeit, dass die Fastenzeit vorbei ist, denn mein Whisky-Regal platzt schon aus allen Nähten (mehr davon auf meinem Instagram-Account):

Moonlight (2016)

Das Wochenende schreitet für meinen Geschmack schon wieder viel zu schnell voran. Dabei war der Tag nicht einmal sonderlich spektakulär und ich habe mich schon auf den Film am Abend gefreut: Die Wahl ist heute auf „Moonlight“ gefallen, den Oscar-Gewinner, der 2017 unter anderem „La La Land“ ausgestochen hat. Die Erwartungen waren also entsprechend hoch…

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

„The Wire“ trifft in Miami auf „Boyhood“

Okay, diese Beschreibung ist vermutlich ein wenig zu plakativ. Allerdings musste ich bei der Sichtung tatsächlich mehrfach an die stilprägende Serie „The Wire“ sowie Richard Linklaters Coming-of-Age-Drama „Boyhood“ denken. Auch Barry Jenkins erzählt in „Moonlight“ das Heranwachsen eines jungen Mannes von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Das Setting erinnert dabei durchaus an David Simons Serie, die uns ebenfalls mit der harten Lebensrealität schwarzer Amerikaner konfrontiert. Auch die Tatsache, dass mit Chiron ein homosexueller Gangster im Zentrum der Geschichte steht, hat mich an Omar Little aus „The Wire“ denken lassen. Die Versatzstücke sind somit nicht originell und doch hat es der Film geschafft, mich zu packen.

Die Inszenierung ist sehr naturalistisch und durch den häufigen Einsatz einer Handkamera, sind wir stets nahe am Geschehen dran. Am beeindruckendsten fand ich wohl das erste Kapitel „Little“, was uns auch häufig auf Augenhöhe des jungen Chiron bringt. Der zweite Akt „Chiron“ lässt uns am Schulalltag teilhaben, was bei mir speziell Erinnerungen an die vierte Staffel von „The Wire“ geweckt hat. Am schwächsten fand ich das Finale „Black“, welches gerade die spannende Entwicklung vom unsicheren Jungen zum scheinbar harten Gangster auslässt. Dafür war die letzte Einstellung wahrlich herzzerreißend, macht sie uns doch intensiv bewusst, welch unerfülltes Leben auf Little wartet.

Fazit

Auch wenn ich „Moonlight“ nicht für das erhoffte Meisterwerk halte, so hat mich die Geschichte doch gepackt und mitgerissen. Zu viel davon habe ich jedoch schon besser erzählt in anderen Werken (ja, gerade in „The Wire“) gesehen. Dennoch werden mir viele Bilder und die dichte Atmosphäre noch länger im Gedächtnis bleiben. Sehr empfehlenswert, wenn auch nicht wirklich neu: 8/10 Punkte.