Zwei sind nicht zu bremsen – OT: Pari e dispari (1978)

Der Monat ist schon halb vorbei und dies ist der erste Filmabend. Unfassbar. Sollte es etwa doch noch knapp werden mit den angepeilten 100 Filmen im Jahr? Die Wahl für meinen 83. Film ist auf „Zwei sind nicht zu bremsen“ gefallen. Frau bullion musste heute arbeiten und somit haben die Kinder und ich nach über einem Jahr seit „Zwei wie Pech und Schwefel“ endlich einen weiteren Spencer/Hill-Film gesehen… 🎲🎰

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Ich habe Vanille, Schokolade, Zitrone, leckere Erdbeere und Mokka!“

In meinen Erinnerungen habe ich „Zwei sind nicht zu bremsen“ immer wieder mit „Zwei bärenstarke Typen“ durcheinander geworfen. Beide Filme habe ich in meiner Kindheit auch unzählige Male gesehen, so wie die meisten Werke des Prügelduos. Von diesem Film sind mir vor allem Bud Spencer als LKW-Fahrer, die transportierten Delfine und das Jai-Alai-Match im Kopf geblieben. Und natürlich die oben zitierte Pistazieneisszene, welche überhaupt zu den einprägsamsten des gesamten, filmischen Kanons der beiden italienischen Schauspieler zählen dürfte. Immer noch herrlich!

„Mir sitzt heut‘ der Schalk im Nacken, drum setz‘ ich mal den ganzen Packen!“

Die Geschichte rund um die Glücksspielganoven ist auch hier natürlich eher ein Alibi für ausgefallene Actionszenen und wilde Prügeleien. Die Sprüche sind größtenteils immer noch großartig, an ein paar hat aber auch der Zahn der Zeit genagt. Kein Wunder, ist der Film und die Synchronarbeit doch ein Produkt ihrer Zeit. Die Produktion hat inzwischen immerhin schon 43 Jahre auf dem Buckel.

Fazit

Mit „Zwei sind nicht zu bremsen“ haben wir einen der letzten gemeinsamen Filme von Bud Spencer und Terence Hill gesehen. Danach gibt es noch ein paar Solowerke und vermutlich schließt sich das Zeitfenster für die Kids auch so langsam. Gerade das Zappelinchen war zu Beginn nicht sonderlich begeistert von der Filmwahl, hatte dann aber doch enorm viel Spaß damit, so wie wir anderen auch: 8/10 Punkte.  (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Halloween (2018)

Welchen besseren Film kann es für Halloween geben, als die 2018er Fortsetzung von John Carpenters Original, welche ebenfalls den Titel „Halloween“ trägt? Richtig, natürlich John Carpenters Original. Aber ich greife voraus. Nachdem die Kids aus der Nachbarschaft bei uns ein paar Süßigkeiten abgegriffen haben, bin ich also nach Haddonfield zurückgekehrt…  🎃🔪

Halloween (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Halloween (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine unausgegorene Rückkehr Michael Myers

Meine letzte Begegnung mit „Halloween“ liegt bereits ein paar Jahre zurück: 2012 habe ich mir das Remake von Rob Zombie zu Gemüte geführt und fand es ziemlich schrecklich. Das Original habe ich bestimmt schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr gesehen. Davor war es aber ein stets gerne gesehener Gast auf Videoabenden, gerade eben an Halloween. Ich mochte den Film schon immer, gerade weil er nicht auf Gore setzt, sondern sehr minimalistisch daherkommt und Michael Myers einfach eine ikonische Figur ist. An dieser Stelle möchte ich die zugehörige Episode aus der Netflix-Doku „The Movies That Made Us“ empfehlen. Nun also hat David Gordon Green eine weitere Fortsetzung mit neuer Zeitlinie ins Leben gerufen. Ich erinnere mich noch an „Halloween H20“, der 20 Jahre zuvor etwas Ähnliches versucht hat (und damals übrigens meine allererste DVD war). Auch in diesem Sequel kehrte Jamie Lee Curtis als Laurie Strode zurück, was ich immer recht gerne mochte. Die anderen Fortsetzungen waren für mich stets vernachlässigbar.

Doch zurück zum 2018er Film: Ich mochte den Score und den Look des Films sehr gerne. Nicht so übertrieben abgefuckt wie in Rob Zombies Version und doch schön intensiv. Hinzu kommt, dass das Ensemble zwar nicht sonderlich helle agiert, aber immerhin durchaus sympathisch ist. Zumindest größtenteils. Davon abgesehen ist das Drehbuch leider ziemlich schwach und die Figuren stolpern mehr schlecht als recht durch die dünne Geschichte. Manche Szenen haben auf mich auch unfreiwillig komisch gewirkt, was dem Spannungspotenzial wirklich geschadet hat. Eigentlich bin ich ein ziemlicher Angsthase, wenn es um Horrorfilme geht, doch hier habe ich mich weder erschreckt, an den Nägeln gekaut, noch gegruselt. Was David Gordon Green dabei geritten hat, Michael Myers zunächst ausführlich ohne Maske einzuführen, werde ich auch nie verstehen. Damit entmystifiziert er die Figur komplett und die Wirkung war für mich danach nicht mehr dieselbe.

Fazit

Ich hatte durchaus Spaß mit dem 2018er „Halloween“. Gerade die Halloween-Atmosphäre in Haddonfield hat es mir angetan. Auch Michael Myers in vollem Kostüm wiederzusehen, war mir eine schaurige Freude. Davon abgesehen bleibt leider nicht viel übrig. Insgesamt doch eine kleine Enttäuschung (auch wenn ich nicht viel erwartet hatte): 5/10 Punkte.

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft – OT: Honey, We Shrunk Ourselves (1997)

Nachdem der gestrige Filmabend mit „Nightmare Before Christmas“ für die Kinder leider größtenteils ein Reinfall war, haben wir heute direkt einen weiteren Filmabend angeschlossen. Mit „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ habe ich nichts dem Zufall überlassen, da bereits die beiden Vorgänger bestens bei den Kindern angekommen sind. Ob die Direct-to-Video-Fortsetzung überzeugen konnte? 🕷

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Eine schöne Fortsetzung für den Heimkino-Markt

Zunächst einmal ist dem Zwergofanten das Bildformat aufgefallen. Warum denn da nun auf den Seiten schwarze Balken sind? Diese Frage konnte ich recht schnell klären und nach ein paar Minuten ist diese Tatsache nicht mehr groß ins Gewicht gefallen. Schon witzig, dass das 4:3-Format heute beinahe ausgestorben ist. Davon abgesehen merkt man dem Film das geringere Budget an und die riesenhaften Sets von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ mussten in vielen Szenen Greenscreen-Szenen weichen. Es gab aber auch ein paar gebaute Handlungsorte, was gleich viel wertiger wirkt. Selbst die günstig getricksten Szenen wurden mit viel Kreativität umgesetzt, so dass meine Sympathie für den Film deutlich überwiegt.

Die Geschichte ist erneut nicht sonderlich innovativ, doch fand ich sie etwas gelungener als von „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“. Vermutlich weil ich geschrumpfte Menschen in einer gigantischen Welt spannender finde, als Babys die wie Godzilla durch Städte wüten. Hervorzuheben ist noch, dass Rick Moranis in „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ seinen letzten Auftritt hatte, bevor er sich aus dem Schauspielgeschäft zurückzog. Für das Reboot steht er wieder als Wayne Szalinski in der IMDb. Würde ich mir anschauen. Ansonsten gibt es noch eine junge Mila Kunis (Jackie aus „That ’70s Show“) zu bewundern.

Fazit

Die Kinder waren von „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ begeistert und ich tatsächlich auch. Für ein Direct-to-Video-Sequel hätte man sich nicht mehr wünschen dürfen. Nun ist auch diese Reihe abgeschlossen und ich werde sie in guter Erinnerung behalten. Herrlich altmodische Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Nightmare Before Christmas – OT: The Nightmare Before Christmas (1993)

Eigentlich hatte ich dieses Jahr den erste Gruselfilm light für die Kids geplant und wollte „Addams Family“ mit ihnen sehen. Allerdings ist dieser, wider meinen Erinnerungen, doch erst ab 12 Jahren freigegeben, weshalb wir spontan auf „Nightmare Before Christmas“ umgeschwenkt sind. Kein wirklicher Gruselfilm, aber doch thematisch sehr passend… 🎃🎄

Nightmare Before Christmas (1993) | © Walt Disney

Nightmare Before Christmas (1993) | © Walt Disney

Ein wunderbar kreativer Animationsfilm

Meine letzte Sichtung von „Nightmare Before Christmas“ liegt schon etliche Jahre zurück. Ich war nie der größte Fan, wusste jedoch stets die audiovisuelle Kreativität zu schätzen, die dem Film aus jeder Pore dringt. Auch wenn man dieses Halloween-Märchen stets mit Tim Burton in Verbindung bringt, so saß doch Henry Selick auf dem Regiestuhl, der seitdem einiges an Erfahrung mit Stop-Motion-Filmen sammeln konnte. So ikonisch sollte jedoch kein weiterer Stop-Motion-Film von Henry Selick oder von Tim Burton selbst mehr werden. Schon alleine das Charakterdesign ist unverwechselbar (siehe auch das Szenenfoto oben).

Inhaltlich erzählt „Nightmare Before Christmas“ eine nette Geschichte, deren Grundidee für einige Gesangsnummern reicht. Der Film ist dabei mehr Musical als wirklich narrative Erzählung. Das ist auch völlig okay, man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt. Den Kindern hat eindeutig die Geschichte gefehlt und sie konnten sich für die künstlerischen Details nicht sonderlich begeistern. Vermutlich ist es auch eher ein Animationsfilm, der ein erwachsenes Publikum anspricht. Die Bilder sind teils ziemlich morbide, der Humor eher subtil und die Geschichte eher fragmentiert. Es ist für mich interessant, diesen neuen Blick auf den Film zu bekommen.

Fazit

Für mich ist „Nightmare Before Christmas“ ein Klassiker des Animationsfilms. Ich liebe den Stil und mag auch die Songs sehr. Allerdings finde ich ihn narrativ auch etwas schwach auf der Brust, was aber nicht schwer wiegt, denn für mich ist er ein knapp 80-minütiges Musical-Event. Das Zappelinchen war ob des Figurendesigns gar nicht begeistert und auch der Zwergofant fand den Film maximal nett: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 2/10 Punkte; Zwergofant: 5/10 Punkte.)

Summer of 84 (2018)

Heute stand ein Film auf dem Programm, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Die Rede ist von „Summer of 84“ des kanadischen Regie-Kollektivs RKSS. Ein Jugend-Thriller, der in den 1980er Jahren spielt und dabei weniger an die bekannten Werke der Ära erinnert, als an Neuinterpretationen à la „Stranger Things“. Schafft der Film es dennoch sich abzuheben? 🔦📭

Summer of 84 (2018) | © Pandstorm Pictures (Edel)

Summer of 84 (2018) | © Pandstorm Pictures (Edel)

Toll inszeniert, aber leider im Ton vergriffen

Während der ersten Stunde war ich tatsächlich ziemlich begeistert von „Summer of 84“. Die Kostüme, die Ausstattung, der Score: Das alles schreit wirklich nach stilisierten 1980er Jahren. Klar, die Gruppe der Freunde ist nicht so sympathisch und perfekt gecastet, wie in „Stranger Things“, doch die Geschichte ist spannend und wirkt viel geerdeter. Mich hat es auch nicht gestört, dass es keine großen Wendungen gab, sondern dass sich alles ziemlich genau so entwickelt, wie ich es erwartet hatte. Schließlich zählt „Meine teuflischen Nachbarn“ zu meinen Favoriten aus den Achtziger Jahren und die Parallelen sind unverkennbar. Ich hatte den Film schon gedanklich bei den Jugendabenteuern einsortiert, die ich immer mal wieder gerne hervorziehe. Doch dann kam das Finale…

Wie bereits gesagt: Es hat mich nicht gestört, dass der von Anfang an Verdächtigte (übrigens gespielt von Rich Sommer, bekannt als Harry Crane aus „Mad Men“) am Ende auch der Täter ist. Selbst dass es nach dem Showdown noch einen Epilog gibt, hatte ich erwartet. Aber die extrem düsteren letzten 15 Minuten hätten dann doch nicht sein müssen. Für mich hat dieses Finale nicht zum vorhergehenden Film gepasst. Die folgende Kernaussage des Films hätte man auch ohne diesen drastischen Schritt übernehmen können:

„Even serial killers live next door to somebody. Tough pill to swallow, I know, but it’s true. If I’ve learned anything, it’s that people hardly ever let you know who they really are. Just past the manicured lawns and friendly waves, inside any house, even the one next door, anything could be happening and you’d never know. And that’s the thing about this place, it all might seem normal and routine, but the truth is the suburbs are where the craziest shit happens. You never know what might be coming around the corner.“

– Davey Armstrong, „The Summer of 84“

So bleibt am Ende nur ein bedrückendes Gefühl übrig. Schade.

Fazit

Ich mochte viele Aspekte von „Summer of 84“, doch das Finale hat den Film für mich dann etwas kaputt gemacht. Ich mag düstere Enden, doch sie sollten zum Rest des Films passen. Dennoch kann ich den Film Genrefreund*innen durchaus empfehlen, auch wenn ihr keinen neuen Klassiker erwarten solltet: 6/10 Punkte.

Ostwind: Aris Ankunft (2019)

Nachdem der letzte Filmabend schon drei Wochen zurückliegt, war es heute Zeit für „Ostwind: Aris Ankunft“. Recht passend, da ich ein paar Stunden zuvor mit dem Zappelinchen zu ihrer Reitstunde geradelt bin. Die Sichtung des Vorgängers „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ liegt bereits neun Monate zurück, doch der Rest der Familie hat den fünften Teil in der Zwischenzeit sogar im Kino gesehen… 🐎

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe ein Remake des ersten „Ostwind“

Hat der vierte Teil mit dem neuen Setting noch einen frischen Wind in die Reihe gebracht, kehren wir in „Ostwind: Aris Ankunft“ nach Kaltenbach zurück. Mika liegt nach einem Unfall im Koma und wir wohnen einer neuen Begegnung zwischen einem menschlichen Außenseiter und eben Ostwind bei. Das alles hat mich doch sehr an den ersten Teil „Ostwind“ erinnert und die Geschichte hat sich demnach recht redundant angefühlt. Samt Reittournier am Ende inklusive Happy End.

Die neue Figur Ari ist nett gezeichnet und nett gespielt. Die Dynamik zwischen den bekannten Charakteren funktioniert perfekt und die Inszenierung abermals sehr hochwertig. An die mythischen Elemente habe ich mich inzwischen gewöhnt, doch inzwischen nutzen sich die Versatzstücke ein wenig ab. Auch laut dem Rest der Familie ist dieser Teil ein wenig schwächer, doch die bereits im Kino gesehene Fortsetzung soll wieder anziehen. Ob ich diese jemals sehen werde?

Fazit

„Ostwind: Aris Ankunft“ war ein weiteres, nettes Pferdeabenteuer. Allerdings nutzt sich die bekannte Formel inzwischen ab, zumal die Geschichte wirklich sehr nahe am ersten Teil dran ist und beinahe wie ein Reboot wirkt: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Review: Free Guy (2021)

Thank god it’s friday! Das Wochenende ist wirklich bitter nötig. Die Woche war lang und anstrengend. Auch heute hat sich der Arbeitstag in die Länge gezogen und ich bin recht spät aufs Sofa gekommen. Da schien „Free Guy“ die richtige Wahl zu sein, zumal der Film parallel noch im Kino läuft und erst seit ein paar Tagen auf Disney+ verfügbar ist. Verrückte Welt, was wiederum auch zum Film passt… 😎

Free Guy (2021) | © Walt Disney

Free Guy (2021) | © Walt Disney

Herrlich bunte Meta-Action mit Witz

Der Trailer (siehe unten) hat schon einen ganz guten Eindruck vom Film vermittelt. Ich jedoch war mir nicht sicher, ob sich die Prämisse wirklich über knapp zwei Stunden tragen würde. Auch der Look des Trailers schien mir teils seltsam, was sich jedoch erst im Film aufgelöst hat. Letztendlich zieht die Geschichte ihren Humor auch genau aus den Realfilmsequenzen, die nur auf Bildschirmen in Videospielgrafik gezeigt werden. Ein recht geschickter Kniff, der letztendlich auch inhaltlich mehr Freiheiten erlaubt. Die Sonnenbrille als Blick hinter die Kulissen weckt natürlich Erinnerungen an John Carpenters „Sie leben“, was sich als Idee auch gut in die Videospielwelt einfügt.

Am meisten hat mich wohl überrascht, wie viel „Free Guy“ in der realen Welt spielt. Im Vergleich zu Free City wirkten diese Szenen eher wie kurze Pausen von der atemlosen Action der Videospielwelt. Zumindest bis Taika Waititi (Regisseur von u.a. „Jojo Rabbit“) als völlig überzeichneter Bösewicht auftritt. Herrlich! Doch der eigentliche Star des Films ist natürlich Ryan Reynolds, der seinen selbstironischen Charme auch hier komplett auszuspielen weiß. Es macht einfach unfassbar viel Spaß, Blue Shirt Guy bei seinem Erkenntnisgewinn zu beobachten. Gegen Ende wird die Handlung dann allerdings sehr vorhersehbar und kitschig, was ich ein wenig schade fand.

Fazit

Ich hatte wirklich viel Spaß mit dem Film. Letztendlich wird mir „Free Guy“, wie auch die Open-World-Spiele, die Pate standen, nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Für die knapp zwei Stunden Laufzeit war er aber sehr unterhaltsam. Viel länger kann ich mich mit dem Genre auch nicht beschäftigen: 7/10 Punkte.

Under the Silver Lake (2018)

Ein recht entspannter Samstag liegt hinter mir, den ich größtenteils mit einem Lauf und dem Lesen der Vorlage von „DUNE“ verbracht habe. Abends habe ich mich dann für den Film „Unter the Silver Lake“ entschieden, der bereits viel zu lange ungesehen im Regal stand. Sehr zum Leidwesen der Frau Lehrerin… 🎬

Under the Silver Lake (2018) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Under the Silver Lake (2018) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

„Donnie Darko“ trifft auf „Mulholland Drive“

Ich wusste davor nicht viel über den Film. Nur dass er von David Robert Mitchell, dem Regisseur von „It Follows“ ist, den ich wirklich sehenswert und gruselig fand, und dass er eine mysteriöse Kriminalgeschichte in Hollywood erzählt. Auf dem Papier macht  „Under the Silver Lake“ auch genau das, doch ist hier eher der Weg das Ziel. Nur ohne Ziel. Von Anfang an hat mich die Stimmung an „Donnie Darko“ erinnert. Oder eben David Lynchs „Mulholland Drive“, welcher auch thematisch verwandt ist. Fans der beiden Filme dürfen die Besprechung schon einmal abkürzen und direkt ins Gefängnis gehen. Der Rest darf noch einmal über Los wandeln und nach einem Ausweg aud dem düsteren Hollywood suchen.

„Under the Silver Lake“ ist kein leichter Film. Ich fand die Übersexualisierung anstrengend. Auch die traumhafte Montage ist nicht immer einfach ertragbar, aber doch faszinierend. Am stärksten ist jedoch die Atmosphäre, die mich irgendwann für sich eingenommen hatte. So sehr, dass ich Andrew Garfield (u.a. bekannt als „The Amazing Spider-Man“) bereitwillig durch das popkulturelle Labyrinth gefolgt bin. Hier liegt für mich auch die Aussage des Films: Man kann alles in popkulturelle Erzeugnisse hineininterpretieren. Es steckt jedoch nichts dahinter. Oder aber: Es steckt mehr in Popkultur als man auf den ersten Blick vermuten würde. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Gerade auch, weil David Robert Mitchell sich formal sehr an den Hollywood-Klassikern Alfred Hitchcocks usw. bedient, was beim Score oder den verwendeten Motiven auffällt. Eine endgültige Interpretation habe ich noch nicht gefunden, aber ich bin fasziniert und werde bestimmt noch länger über den Film nachdenken müssen. Ob ich will oder nicht.

Fazit

Ja, das war ziemlich abgedreht. Eine böse Satire auf Hollywood? Eine Abrechnung mit dem Geschäft um die Popkultur? Oder nur ein Kifferfilm ohne Sinn und Verstand? Ich kann es nicht sagen. Auf jeden Fall faszinierendes Kino und anders als die meisten Filme. Für Freunde des abseitigen Kinos definitiv empfehlenswert: 8/10 Punkte.

Raya und der letzte Drache – OT: Raya and the Last Dragon (2021)

Juhu, endlich Freitagabend! Das bedeutet natürlich auch Filmabend mit der Familie. Allerdings stand dieser unter der Woche häufiger auf der Kippe. Die Kinder wissen warum. Doch am Ende hat es dann ja doch geklappt und wir konnten endlich „Raya und der letzte Drache“ anschauen… 🐉

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Ein imposant animiertes Fantasy-Abenteuer

Mit „Soul“ und „Luca“ haben wir kürzlich zwei gar herausragende Filme aus dem Hause Disney gesehen. Also aus dem Hause Disney/Pixar. Bei „Raya und der letzte Drache“ handelt es sich dagegen um eine reine Disney-Produktion, was ja nichts Schlechtes sein muss. Immerhin haben sie mit „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ einen meiner liebsten Animationsfilme der letzten Jahre abgeliefert. Das Setting schien zudem recht unverbraucht zu sein und asiatische Kampfkunst, gepaart mit Fantasy-Elementen, hat schließlich bereits bei „Mulan“ (der Zeichentrickversion zumindest) bestens funktioniert.

„Raya und der letzte Drache“ sieht großartig aus! Ich mag es sehr, wie menschliche Hauptfiguren in den jüngsten Disney-Animationsfilmen aussehen. Der Look der Haut und der Abstraktionsgrad funktionieren einfach hervorragend. Inhaltlich ist die Geschichte dagegen nicht ganz so stark. Der Aufbau erinnert ein wenig an Level eines Videospiels und man bekommt nicht wirklich viel von den einzelnen Gebieten der Welt zu sehen. Da hätte ich mir fast ein wenig mehr Abwechslung und Abenteuer gewünscht. Dennoch fügen sich die einzelnen Elemente gut zusammen, die Botschaft ist schön und die Figuren, und ihre Interaktion miteinander, machen wirklich Spaß. Im Finale werden noch einmal alle emotionalen Karten gezogen und ich musste, einmal wieder, eine Träne verdrücken. Einfach schön.

Fazit

„Raya und der letzte Drache“ ist ein wunderbares Fantasy-Abenteuer, das nicht nur großartig aussieht, sondern auch wirklich extrem unterhaltsam ist. Inhaltlich nicht ganz so ausgefeilt, wie die letzten Pixar-Filme, doch mit viel Liebe fürs Detail umgesetzt. Ich hatte viel Spaß damit und die Kinder waren begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Review: DUNE (2021)

Aktualisierung: Ich habe „Dune: Part One“ am 23. Februar 2024 zum zweiten Mal gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es ist schon lange her, seit ich mich das letzte Mal wirklich heiß auf einen Kinofilm war. Zuletzt dürfte das wohl „Star War: The Last Jedi“ gewesen sein, der mich dann doch ziemlich enttäuscht hat. Beim Nachfolger war es noch schlimmer. Die letzten wirklich gelungenen Kinoerlebnisse waren für mich „Alita: Battle Angel“ und davor „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve. Da dieser mit „Arrival“ auch einen der besten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre inszenierte, war die Vorfreude auf seine Interpretation von „DUNE“ umso größer… 🏜

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Meine Vorgeschichte zu „DUNE“

Wenn ich an „DUNE“ denke, dann vor allem an David Lynchs Verfilmung aus dem Jahr 1984. Inzwischen weiß ich, dass diese nicht sonderlich angesehen ist. Für mich hat sie jedoch stets zu den großen Sci-Fi-Filmen gezählt. Ich mag das Produktionsdesign sehr, die Atmosphäre und die Schauspieler*innen. Allerdings habe ich den Film in den letzten 20 Jahren auch nicht mehr gesehen, weshalb mich meine Erinnerungen trügen mögen. Die TV-Miniserie ist mir dagegen als nicht sonderlich gelungen im Gedächtnis geblieben. Aber auch diese würde mich inzwischen fast einmal wieder reizen. Schon alleine für den Vergleich. Und dann natürlich habe ich angefangen, Frank Herberts Roman zu lesen. Ich bin noch ziemlich am Anfang (kurz nach dem Attentatsversuch durch den Hunter-Seeker bzw. Jäger-Sucher), doch macht mir das Lesen schon jetzt extrem viel Freude:

Für „DUNE“ lohnt sich der Kinobesuch

So sehr ich mich gefreut habe, den Film mit netten Kollegen im Kino zu sehen, so genervt war ich von dem Umstand, dass ich in der Nacht zuvor so gut wie keinen Schlaf abbekommen habe. Nach der Arbeit bin ich also schon ziemlich müde in die Stadt gefahren und hatte Sorge, dass ich auf den bequemen Sitzen des Deluxe-Kinos wegnicken würde. Diese Sorge sollte allerdings völlig unbegründet sein. Davor jedoch war ich zunächst einmal erstaunt, wie ernst das Kino inzwischen die 3G-Regel nimmt. Das war vor ein paar Wochen noch anders. Auch wenn das beim Einlass ein wenig nervig war, so hat sich dieser Kinobesuch für mich doch deutlich entspannter und sicherer angefühlt, was natürlich auch am großzügigen Platzangebot des Deluxe-Kinos liegen mag. Ohnehin eine Empfehlung dafür. Bild, Sound und Luxus sind den Aufpreis auf jeden Fall wert. Zumindest die 2-3 mal, die ich noch im Jahr ins Kino gehe. Doch nun endlich zum Film:

Zunächst einmal muss ich versuchen wiederzugeben, wie unglaublich bildgewaltig Denis Villeneuve „DUNE“ umgesetzt hat. So langsam ist seine Bildsprache auch eindeutig erkennbar: Manche Raumschiffe haben an „Arrival“ erinnert, manche Schauplätze samt Lichtinszenierung an „Blade Runner 2049“ – und doch ist „DUNE“ noch einmal etwas ganz eigenes. Gerade die Ankunft auf Arrakis wirkt unfassbar episch. Lange Kamerafahrten, sich langsam absenkende Raumschiffe und dazu der stets präsente, dröhnende Score von Hans Zimmer. Eigentlich eher ein Klangteppich, der stark an Villeneuves leider viel zu jung verstorbenen Hauskomponisten Jóhann Jóhannsson erinnert. Kein Score, den ich mir abseits des Films anhören würde, doch im Zusammenspiel mit den Bildern eine Wucht.

Inhaltlich bewegt sich Villeneuve sehr nahe an der Vorlage. Teils erweitert er diese sogar, um den Zuschauer*innen mehr Kontext zu geben, teils sind ganze Szenen 1:1 aus Frank Herberts Buch übernommen. Auch Details, die im Buch ausführlich erklärt werden, finden sich auf der Leinwand wieder, wenn auch oft nur im Hintergrund als Detail der Ausstattung. Diese sind dann meist nicht unmittelbar handlungsrelevant, verstärken aber das Worldbuilding und erfreuen Leser*innen des Romans natürlich. Für mich ein guter Weg, um eine vorlagentreue Adaption abzuliefern und dennoch im Zeitrahmen eines Kinofilms zu bleiben. Hier auch mein einziger Kritikpunkt: Am Ende hätte ich gerne noch weitergeschaut, denn wir springen mittendrin einfach aus der Geschichte raus. Dennoch ist „DUNE“ weit mehr als nur ein Prolog und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Dann auch garantiert wieder im Kino.

Fazit

Ich hätte noch viel mehr schreiben können: Über die famose Besetzung, das Gefühl der flirrenden Hitze, das der Film verbreitet, über die wundervollen Kostüme oder das Set-Design. Aber ich mache es wie Denis Villeneuve und springe aus der Besprechung, wenn es am schönsten ist. Ich freue mich nun extrem darauf, den Roman weiterzulesen und auch die David-Lynch-Version einmal wieder zu sehen, welche in ein paar Wochen einen neuen 4K-Release erfährt. So glücklich war ich schon lange nicht mehr, im Kino gewesen zu sein: 9/10 Punkte.