The Hunt (2020)

Der heutige Tag ist wie Sand zwischen meinen Fingern zerronnen. Unfassbar. Da war der letzte Lauf des Monats noch das größte Highlight. Als es dann Zeit für den Filmabend war, hatte ich einmal wieder Lust auf etwas Härteres und habe deshalb „The Hunt“ in den Player geschoben. Im Vorfeld wusste ich nicht viel über den Film, weshalb er mich positiv zu überraschen wusste… 🐷

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Hunt (2020) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wendungsreich und auf seine Art unterhaltsam

„The Hunt“ macht wahrlich keine Gefangenen. Bereits im Prolog spritzt das Blut und es wird die Stimmung für die kommenden 90 Minuten gesetzt. Trotz aller Härte wahrt der Film eine ironische Distanz zur Gewalt, was ich in dieser Form zuletzt in „Scream“ so erlebt habe. Speziell das Finale hat mich in seiner Inszenierung stark an Wes Cravens Horror-Meilenstein erinnert. Auch inhaltlich besitzt „The Hunt“ mehrere Ebenen und es gibt etliche Wendungen, welche uns das bisher Erlebte reflektieren lassen. Dabei schießen sich Damon Lindelof und Nick Cuse (beide u.a. bekannt für „The Leftovers“) nicht auf eine Gruppe ein, sondern jeder bekommt sein Fett weg.

Die Mischung aus satirischen und sozialkritischen Elementen, wirklich harter Gewalt und einem unglaublichen Tempo, machen den Film unfassbar unterhaltsam. Zumindest wenn man sich darauf einlassen kann. Eine wirkliche Entdeckung ist auch Betty Gilpin, die ich zuvor noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Auch in „The Hunt“ muss sie sich erst ins Scheinwerferlicht kämpfen, denn alle anderen scheinbaren Hauptfiguren ergeht es wie Marion Crane und man muss sich als Zuschauer alle paar Minuten neu orientieren. Wie an vielen anderen Stellen, spielt der Film hier gekonnt mit den Erwartungen seines Publikums.

Fazit

Auch wenn „The Hunt“ vor allem dafür bekannt ist, dass er einer der ersten Filme war, die der ersten Corona-Welle zum Opfer gefallen sind, so lohnt sich eine Sichtung auch ein gutes Jahr nach dem kurzen Hype. Ob er beim zweiten Mal, wenn die Überraschungen bekannt sind, noch genauso gut funktioniert, vermag ich nicht zu sagen. Diese erste Sichtung war auf jeden Fall extrem unterhaltsam: 8/10 Punkte.

Sechzehn Stunden Ewigkeit – OT: The Map of Tiny Perfect Things (2021)

Nach einem wundervollen Tag, der sich schon richtig nach Frühling angefühlt hat, fehlte zum perfekten Abschluss nur noch der richtige Film. Da ich Zeitschleifen liebe, ist „Sechzehn Stunden Ewigkeit“ natürlich sofort auf meinem Radar aufgetaucht. Glücklicherweise ist der Film weit weniger klischeehafte Romanze, als der deutsche Titel vermuten lässt, und viel mehr „The Map of Tiny Perfect Things“. 🕛

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Und täglich grüßt der perfekte Moment

Auch wenn das Genre inzwischen schon ziemlich ausgelutscht ist, so liebe ich es doch. Vielleicht auch, weil ich ich bis heute darauf warte, dass mit „Replay: Das zweite Spiel“ die beste Zeitschleifen-Geschichte verfilmt wird. Der Roman hatte Harold Ramis damals zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ inspiriert und steht somit auch indirekt Pate für „The Map of Tiny Perfect Things“. Natürlich wird auch in diesem Film das Original offen angesprochen. Ebenso wie „Edge of Tomorrow“. Autor Lev Grossman ist sich somit bewusst, dass seine Geschichte keine originelle Prämisse bietet, doch das was er daraus macht, ist durchaus erfrischend. Somit ist „The Map of Tiny Perfect Things“ für den romantischen Film das, was „Happy Deathday“ für den Horrorfilm war.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, nur dass die Figuren natürlich eine Entwicklung durchmachen und die Chemie zwischen Mark und Margret wirklich gelungen ist. Hinzu kommt eine wunderbar leichte Inszenierung und ein hervorragender Soundtrack, der den Film eher in die Indie-Richtung schubst, als in die großer Hollywood-Romanzen. Die Schauspieler sind allesamt perfekt besetzt (u.a. spielt Josh Hamilton, der Vater aus „Eighth Grade“, erneut den Vater des Protagonisten) und die finale Auflösung ist so naheliegend wie befriedigend. Sicher nicht das ganz große Kino, doch eine sehr unterhaltsame Variante unter den Zeitschleifen-Filmen.

Fazit

Mich hat „The Map of Tiny Perfect Things“ wirklich ausgezeichnet unterhalten. Tatsächlich lebt er von den kleinen Momenten, die er einzufangen versucht. Ein wenig musste ich auch an die Verfilmung von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ denken, der jedoch weit nicht so gut funktioniert, wie Ian Samuels Film. Reinschauen lohnt sich (die Amazon-Produktion läuft ganz frisch auf Prime Video) nicht nur für Zeitschleifen-Freunde: 8/10 Punkte.

Dora und die goldene Stadt – OT: Dora and the Lost City of Gold (2019)

Ich sollte häufiger einen Tag frei nehmen. Da ist die Stimmung doch gleich besser. Auch wenn ich heute, außer meinem Halbmarathon, nur ein wenig das Haus geputzt habe. Abends gab es dann Pizza und einen Filmabend mit den Kids, da Frau bullion auf einer virtuellen Feier weilt. Die Wahl ist uns heute schwer gefallen. Nach einer längeren Trailer-Show, haben wir uns letztendlich „Dora und die goldene Stadt“ ausgewählt. Auch wenn der Zwergofant davon zu Beginn nicht sonderlich begeistert war. 🐵🦊

Dora und die goldene Stadt (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Dora und die goldene Stadt (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ein wunderbarer Abenteuerfilm für Kinder

Von „Dora und die goldene Stadt“ habe ich vor einigen Jahren etwas Positives auf dem Kinderfilmblog gelesen und das ist irgendwie bei mir hängen geblieben. Deshalb haben wir einen Blick in den Trailer geworfen und waren durchaus angetan. Ansonsten habe ich keinen Bezug zu „Dora“ und auch keine Episode der TV-Serie gesehen. Diese richtet sich anscheinend eher an jüngere Kinder und hat eine erzieherische Komponente. Der Einstieg in den Film stellt uns die sechsjährige Dora vor, nur um kurz danach einen Zeitsprung von 10 Jahren zu vollführen. Dadurch wird die Brücke zur Serie geschlagen und gleichzeitig klar gemacht, dass wir uns eher in einem Teenager-Abenteuer befinden. Dieser Kniff hat erstaunlich gut funktioniert und uns gekonnt auf den Film eingestimmt. Michael Peña als Doras Vater ist zudem extrem witzig.

Nach ein paar Highschool-Szenen, in denen der grenzenlose Optimismus und die schiere Lebensfreue Doras (fantastisch gespielt von Isabela Moner) auf die Spitze getrieben wird, werden wir in ein kunterbuntes Dschungelabenteuer geworfen. Dieses erinnert im besten Sinne an eine „Indiana Jones“-Variante für Kinder und strotzt nur so vor Einfallsreichtum und irrwitzigen Szenen. In „Dora und die goldene Stadt“ gibt es zwei computeranimierte Figuren, den Affen Boots (im Original gesprochen von Danny Trejo) und den Fuchs Swiper (im Original gesprochen von Benicio del Toro). Dies fand ich zu Beginn sehr befremdlich und fast schon störend. Die Kids haben die Figuren jedoch geliebt und spätestens ab der Hälfte hat der grobe Unfug im Dschungel dann auch für mich funktioniert. Warum auch nicht? Ein riesengroßer Spaß!

Fazit

Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass mich „Dora und die goldene Stadt“ so gut unterhalten würde. Es war eine Freude dem Abenteuer beizuwohnen. Der Optimismus der Hauptfigur ist ansteckend und der nahezu ausschließlich lateinamerikanische Cast extrem einnehmend. Ein perfektes Beispiel, wie ein Abenteuerfilm für Kinder sein sollte: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Turtles 3 – OT: Teenage Mutant Ninja Turtles III (1993)

Heute war es endlich soweit und auf Wunsch des Zwergofanten ist „Turtles 3“ in den Player gewandert! Davor gab es natürlich selbstgemachte Pizza und überhaupt sind wir momentan wieder komplett im Turtles-Fieber. Auch mich hat der Zwergofant angesteckt, was darin resultiert, dass wir momentan die Nickelodeon-Serie zusammen schauen. Sehr gelungen, das muss selbst ich als Fan der alten Serie sagen… 🍕🐢

Turtles III (1993) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Turtles III (1993) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Ein netter Abschluss der klassischen Filmreihe

Im Gegensatz zu „Turtles“ und „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ war mir der Abschluss der Reihe bisher noch unbekannt. Außerdem wusste ich, dass die Kritiken eher bescheiden waren und auch Fans nichts mit dem Film anfangen können. Meine Erwartungen waren also ziemlich niedrig, was vielleicht auch die positive Überraschung erklärt, die „Turtles 3“ letztendlich für mich war. Hinzu kommt die Begeisterung des Zwergofanten, die zweifellos auf mich abgestrahlt hat.

Ich mochte, dass sich die Handlung nicht nur ins Japan des 17. Jahrhunderts verlegt wurde, sondern der Bezug zum modernen New York jederzeit vorhanden ist. Natürlich fehlen die ikonischen Gegenspieler der vier Kampfschildkröten, doch immerhin gibt es Casey Jones zu begrüßen. Die Szenen in der Vergangenheit sind zwar durchaus opulent inszeniert, doch wirkt der Film irgendwie kleiner und unbedeutender, als die beiden vorherigen Teile. Wie eine überbrückende Episode der TV-Serie. Hinzu kommt, dass die Kostüme der Turtles geändert wurden und alles nicht mehr ganz so charmant wirkt, wie zuvor. Am Ende hatte ich aber dennoch sehr viel Spaß mit dem Film.

Fazit

Nun ist dieser Ausflug in die Vergangenheit (also meine persönliche) mit den Turtles wieder vorbei. Dennoch bin ich mir sicher, dass uns die vier Schildkröten noch länger begleiten werden. Auch den 2007er „TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles“ werde ich demnächst wohl noch einmal schauen. Wie gesagt: Auch ich bin wieder hooked und mochte selbst diesen nicht wirklich angesehenen Abschluss der Reihe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

The Gentlemen (2019)

Schon wieder ist der Samstag vorbei. Es ist wirklich faszinierend, wie schnell das Wochenende immer an einem vorüberzieht. Außer einem matschigen Lauf und ein wenig Beschäftigung mit den Kids war nicht viel zu holen. Abends ging es dann mit „The Gentlemen“ aufs Sofa. Ob das ein gelungener Ausklang des Tages war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 💷🥊

The Gentlemen (2019) | © Concorde Video

The Gentlemen (2019) | © Concorde Video

Back to the Roots für Guy Ritchie

Was habe ich die frühen Guy-Ritchie-Filme geliebt! „Lock, Stock & Two Smoking Barrels“ war einer der Filme, die ich mir damals auf Kursfahrt nach London auf VHS gekauft hatte. Auch „Snatch“ hat mir extrem gut gefallen. Danach habe ich Ritchie aus den Augen verloren und bin erst mit seiner „Sherlock Holmes“-Verfilmung wieder eingestiegen. Zuletzt habe ich „Aladdin“ von ihm gesehen, welcher zwar nett anzusehen, aber doch eher ein 08/15-Disney-Remake war. Umso mehr war ich also auf „The Gentlemen“ gespannt, der wieder an seine älteren Werke anknüpfen sollte.

Tatsächlich ist „The Gentlemen“ ein typischer Guy-Ritchie-Gangsterfilm. Dabei gibt er sich um einiges polierter als seine ersten Ausflüge in das Genre. Teils ist er mir fast schon ein wenig selbstverliebt vorgekommen. Der Cast rund um Matthew McConaughey (u.a. „Mud: Kein Ausweg“) ist großartig! Speziell Charlie Hunnam (bekannt aus „Sons of Anarchy“) und Hugh Grant (u.a. „Tatsächlich… Liebe“) haben mir gut gefallen. Der Plot entfaltet sich durch einen unzuverlässigen Erzähler, ist ansonsten aber nicht sonderlich innovativ. Das fand ich aber auch völlig in Ordnung, denn nach all den Jahren war es erfrischend einmal wieder einen klassischen Gangsterfilm von Guy Ritchie zu sehen. Einfach extrem unterhaltsam und wunderbar flott inszeniert.

Fazit

„The Gentlemen“ hat bei mir das Bedürfnis geweckt, einmal wieder zu Guy Ritchies Gangstergeschichten zurückzukehren und auch die mir noch unbekannten Filme „Revolver“ und „RocknRolla“ nachzuholen. Für einen entspannten Filmabend definitiv eine gute Wahl: 8/10 Punkte.

Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze – OT: Teenage Mutant Ninja Turtles II: The Secret of the Ooze (1991)

Nach einer (für alle) anstrengenden Woche haben wir uns sehr auf den heutigen Filmabend gefreut. Besonders der Zwergofant, der sich natürlich „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ ausgesucht hat. Nach dem Erfolg des ersten „Turtles“-Films ist er im Schildkrötenfieber und auch ich habe mich sehr auf die Sichtung gefreut… 🍕🐢

Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze (1991) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze (1991) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Für mich eine absolut gelungene Fortsetzung

Mit „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ geht es mir ein wenig wie mit „Ghostbusters II“. In Fankreisen sind die beiden Fortsetzungen deutlich weniger beliebt, als die ersten Teile der jeweiligen Franchises, doch ich mag sie beinahe genauso gerne wie die Originale. Vermutlich weil ich sie als Kind nahezu immer gemeinsam geschaut habe und sie in meiner Erinnerung miteinander verschmelzen. Ob es ein Zufall ist, dass in beiden Fortsetzungen eine leuchtende, gefährliche Flüssigkeit eine Rolle spielt? Ob jetzt Schleim oder Ooze ist da fast schon nebensächlich.

Tatsächlich hatte ich mit dem zweiten Realfilmabenteuer der Turtles auch heute noch so viel Spaß wie damals. Die Welt wird ein wenig größer, doch der Kern der Geschichte bleibt der gleiche: Alberne Teenager-Sprüche, spaßige Kampfszenen und noch mehr (mutierte) Gegner. Auch wenn es unterhaltsam war, die vier Schildkröten zu Beginn in April O’Neils (übrigens neu besetzt) Wohnung zu sehen, so mochte ihren neuen Unterschlupf in der alten U-Bahn-Station doch besonders gerne. Überhaupt ist auch „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ wieder herrlich handgemacht, was ihn zwar nicht zeitlos, aber doch wunderbar sympathisch wirken lässt.

Fazit

Für mich gehören die ersten beiden Turtles-Abenteuer nahtlos zusammen und ich mag beide beinahe gleich gerne. Der Zwergofant war erneut extrem begeistert und das Zappelinchen zumindest ein wenig mehr als noch beim ersten Teil. Die letzte Fortsetzung der klassischen Reihe habe ich selbst noch nie gesehen und bin deshalb ziemlich gespannt darauf. Nach wie vor ein tolles Abenteuer: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Jumanji: The Next Level (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Jumanji: The Next Level“ am 13. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich von „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ doch recht positiv überrascht wurde, habe ich mich schon die ganze Woche auf „Jumanji: The Next Level“ gefreut. Nach einem recht entspannten Samstag, an dem wir unseren Weihnachtsbaum entsorgt haben und ich eine herrliche Runde laufen war, kam der Film als Abschluss des Tages dann auch gerade recht… 🏜💎

Jumanji: The Next Level (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Jumanji: The Next Level (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Eine überraschend gelungene Fortsetzung

Bereits der erste Teil hat mich durch seine doch recht innovative Herangehensweise an das Reboot-Thema überrascht. Noch unglaublicher finde ich es aber, dass die rasch produzierte Fortsetzung des 2017er Erfolgs sich nicht nur auf dem Erreichten ausruht, sondern den einen oder anderen Kniff einbaut, um seinem Publikum ein frisches und doch vertrautes Erlebnis zu bieten. Das hat mir wirklich, wirklich gut gefallen. Hinzu kommt ein erweiterter Cast, der mit Danny DeVito und Danny Glover zwei stets gerne gesehene Altstars mit in die Geschichte einbaut.

Am meisten Spaß macht „Jumanji: The Next Level“ dann auch, wenn er mit den Erwartungen bricht, sprich die Avatare im Videospiel bunt durcheinanderwürfelt. Der Cast rund um Dwayne Johnson macht seine Sache hier auch wirklich gut, die unterschiedlichen Rollen einzunehmen. Gerade Kevin Hart als Danny Glover ist sehr überzeugend. Neben diesen Überraschungen wird die bekannte Formel noch weiter getrieben und der Videospielcharakter durch rasante Actionszenen und weitere tierische Angreifer auf die Spitze getrieben. All das wird in eine herzergreifende Geschichte eingebettet, was insgesamt zwar nicht sonderlich originell ist, aber letztendlich doch wunderbar funktioniert.

Fazit

Ich hatte mit „Jumanji: The Next Level“ ebenso viel Spaß, wie mit dem Vorgänger. Das hatte ich nicht kommen sehen. Im Abspann wird ein dritter Teil schon angedeutet und ich muss sagen, dass ich mich darüber freuen würde. Immer noch bzw. wieder ein großer, bunter Spaß: 7/10 Punkte.

Turtles – OT: Teenage Mutant Ninja Turtles (1990)

Nachdem sich das Zappelinchen letzte Woche mit „Ostwind“ einen Film aussuchen durfte, war heute der Zwergofant an der Reihe, der sich für „Turtles“ entschieden hat. Natürlich nicht ganz unbeeinflusst von seinem Vater und unzähligen Spielstunden mit „Turtles in Time“. Ich hatte mich nach den ersten Arbeitstagen des Jahres schon sehr auf den gemeinsamen Filmabend gefreut und dafür war der Film genau der richtige. Auch weil wir davor Pizza gegessen haben… 🍕🐢

Turtles (1990) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Turtles (1990) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Eine Reise zurück in meine Kindheit

Ender der 1980er Jahr war ich voll und ganz im „Turtles“-Fieber. Speziell durch die Zeichentrickserie und die Actionfiguren, die ich zwar nie selbst besessen, aber immer gerne bei Freunden bespielt habe. Als dann 1990 ein Realfilm ins Kino kam, kannte meine Begeisterung keine Grenzen mehr. Dennoch sollte es noch etwas dauern, bis ich den Film letztendlich gesehen hatte. Und zwar in unserem kleinen Kino vor Ort, das es schon seit etlichen Jahren nicht mehr gibt. Dort liefen Filme immer erst mit größerer Verspätung an. Doch ich war begeistert. Darauf folgten einige weitere Sichtungen bei TV-Ausstrahlungen und irgendwann war dann die „Turtles“-Manie bei mir vorbei. Im Gegensatz zu Klassikern, wie „Zurück in die Zukunft“, haben es die vier Ninja-Schildkröten zunächst nicht bis in mein Erwachsenenalter geschafft.

Aus heutiger Sicht ist der Film hoffnungslos veraltet. Gar nicht einmal so sehr aufgrund der immer noch gut funktionierenden Ganzkörperanzüge, sondern vor allem aufgrund seines Looks und seines Scores bzw. Soundtracks. „Turtles“ war eben nie eine große Studioproduktion, sondern ein Independent-Film, der auch nicht mit Blockbuster-Budget umgesetzt wurde. Dennoch hat er weit mehr Charme und funktioniert für mich weit besser als das 2014er Reboot von Michael Bay. Der 2007er Animationsfilm „TMNT“ hat für mich das Gefühl der Comichelden dagegen recht gut eingefangen, krankt für mich aber am austauschbaren Bösewicht. Über die Laufzeit entwickelt das Original einfach den stärksten Sog und kann durch dumme Sprüche, authentisch wirkende Kulissen und wunderbar handgemachte Effekte überzeugen. Ohne künstliche Übertreibung. Das mag ich immer noch sehr gerne.

Fazit

Auch wenn „Turtles“ inzwischen recht in die Jahre gekommen ist, so hat der Film für mich immer noch gut funktioniert. Er ist keiner meiner großen persönlichen Klassiker, doch wird er immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Bei meinen Kindern war die Meinung dieses Mal sehr geteilt und Frau bullion wäre wohl am liebsten geflohen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 4/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Jumanji: Willkommen im Dschungel – OT: Jumanji: Welcome to the Jungle (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ am 7. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der vorletzte Urlaubstag ist vorbei. Die nächsten Corona-Maßnahmen sind angekündigt. Auch wenn vieles davon sinnvoll ist, so hätte ich mich bei der Aussicht auf drei Wochen Home-Schooling am liebsten direkt betrunken (nicht falsch verstehen, ich möchte meine Kids gar nicht in die Schule schicken). Aber ich drifte ab. Auf jeden Fall stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung, weshalb auch „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ in den Player wanderte… 🦏💎

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Nicht als Reboot sehen, dann macht der Film Spaß

Auch wenn ich den Original-„Jumanji“ aus dem Jahr 1995 durchaus mag, so ist es keiner der prägenden Filme meiner Kindheit. Vermutlich war ich damals einfach schon zu alt dafür. Bei der letzten Sichtung fand ich ihn zwar charmant, doch sind mir noch am ehesten die miesen CGI-Effekte in Erinnerung geblieben. Somit hatte ich auch kein großes Problem, dass es einen Reboot des Franchises geben sollte. Außer natürlich, dass ein weiterer Film der 80er/90er Jahre Pate stand und Hollywood keine eigenen Ideen mehr hat. Dabei wäre die Verbindung zu „Jumanji“ gar nicht zwangsweise nötig gewesen und die eigentliche Idee hätte, in einem anderen als dem Dschungel-Setting, auch tadellos als unabhängiger Film funktionieren können.

Davon einmal abgesehen macht „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich viel Spaß. Er ist witzig, actionreich und besitzt doch Herz an den richtigen Stellen. Die Schauspieler*innen sind passend besetzt und harmonieren wunderbar miteinander. Selbst Bobby Cannavale (bekannt aus „Vinyl“) kann als absoluter Klischeebösewicht Eindruck hinterlassen. Auch den videospielartigen Ablauf kann man dem Film nicht wirklich ankreiden, da er ja in einem Videospiel stattfindet. Einfach ein großer und wenig fordernder Spaß, der seine audiovisuellen Qualitäten in 3D so richtig auszuspielen weiß. Auch wenn er teils wie ein Videospiel aussieht (da haben wir es schon wieder).

Fazit

Mich hat „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich gut unterhalten. Viel hängen bleiben wird davon aber nicht, da er doch in jeder Hinsicht recht oberflächlich bleibt. Vielleicht schaue ich mit den Kids noch einmal das Original und der Nachfolger des Reboots steht auch schon auf der Liste. Sehr unterhaltsam: 7/10 Punkte.

Booksmart (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Booksmart“ am 6. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Film des Jahres! Nachdem wir heute Nachmittag noch einen Geburtstag im (ganz) kleinen Kreis gefeiert haben, stand uns abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung, weshalb die Wahl auf „Booksmart“ gefallen ist. Das Regiedebüt von Olivia Wilde (u.a. bekannt aus „Vinyl“) hatte einige gute Presse bekommen und wurde als weibliches „Superbad“ gefeiert. Da ich den Film nur okay fand, war ich umso gespannter, wie mir diese Coming-of-Age-Komödie gefallen würde… 👩‍🎓👩‍🎓🎉🥳

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Coming-of-Age in wirklich witzig

Zunächst einmal finde ich es ziemlich dämlich einen Film als weibliche Version von einem anderen zu beschreiben. Aber sei es drum. Und ja, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch „Booksmart“ bedient sich ungezügelt der pubertären Jugendsprache, was ich auch hier zu Beginn ein wenig befremdlich fand. Vermutlich ist mein fortgeschrittenes Alter der ausschlaggebende Grund, denn inzwischen ist meine Tochter näher an den Figuren dran, als ich. Ein erschütternder Gedanke. Auch steht eine große Party in Zentrum des Films. Und es geht um eine zentrale Freundschaft. Dennoch fand ich „Booksmart“ so viel witziger, authentischer und zu Herzen gehender als Greg Mottolas 2007er Komödie. Nun habe ich die beiden Werke doch miteinander verglichen. Mist.

Bevor ich es vergesse, möchte ich Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever, die ich aus der Tim-Allen-Sitcom „Last Man Standing“ kenne, lobend erwähnen. Was heißt loben? Sie tragen den Film mühelos und spielen sich die Seele aus dem Leib, nur dass es unglaublich mühelos und echt wirkt. Einfach toll! Doch auch die Nebenfiguren sind großartig besetzt und Olivia Wilde beweist ein Händchen für Timing, Dialoge und auch dafür, Szenen gerade so lange laufen zu lassen, bis sie kurz davor sind unangenehm zu werden. Aber eben nicht darüber hinaus. Zudem hat die Regisseurin es vermieden, sich selbst eine Rolle zu zimmern, was ich wirklich positiv finde (so gerne ich Wilde auch als Schauspielerin sehe). Es ist nicht alles perfekt, was die Handlung angeht (z.B. fand ich den Twist/Gag mit dem Valley Strangler ein wenig forciert), doch insgesamt funktioniert „Booksmart“ auf vielen ebenen großartig und macht extrem viel Spaß.

Fazit

Kann es einen besseren Film für den Jahresabschluss geben? Wohl kaum. Ich kann euch „Booksmart“ nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Coming-of-Age-Geschichten schaut und es euch nicht stört, sich mal wieder ein wenig awkward zu fühlen. Die Figuren sind mir über die kurze Laufzeit wirklich ans Herz gewachsen. Ein absolut sehenswertes Regiedebüt: 8/10 Punkte.