Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind″ am 10. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einer ruhigen Woche auf meinem Blog, freue ich mich darauf pünktlich zum Wochenende einen neuen Film zu besprechen: Die Wahl ist heute auf „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gefallen. Wieso? Ich habe die Podcasts der Second Unit zur „Harry Potter“-Reihe zu Ende gehört und nun wieder Lust bekommen, in diese Welt abzutauchen. Die originalen acht Filme wären mir zu zeitaufwendig und diesen ersten Teil der neuen Saga wollte ich ohnehin schon länger schauen…

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Willkommen bei den amerikanischen Zauberern

Im Gegensatz zu den Filmen der „Harry Potter“-Reihe, spielt „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ in den USA. New York City, um genau zu sein. Und zwar im Jahr 1926. Im Grunde hat man es also mit einem Prequel zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zu tun, was wohl in den kommenden Teilen noch weiter ausgebaut werden soll. Hier fand ich es jedoch ganz angenehm, dass die Bezüge zum berühmten Original eher subtil sind. Der Film fühlt sich aufgrund seiner Zeit und seines Schauplatzes auch ganz anders an, als die acht Filme rund um Harry Potter. Dennoch fand ich es herrlich, wieder sich bewegende Bilder sowie herumfliegendes Geschirr zu sehen – gerade in 3D ein visuelles Vergnügen.

Mit Newt Scamander begegnen wir auch einer neuen Hauptfigur, die in unserer Realität der fiktive Autor des titelgebenden Sachbuchs „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist. Eddie Redmayne macht seine Sache zwar durchaus gut, doch kann ich mich mit seiner Art zu schauspielern nicht so richtig anfreunden (siehe auch „Jupiter Ascending“). Am meisten begeistert hat mich wohl Dan Fogler, den ich bereits in „Fanboys“ und der kurzlebigen Comedy-Serie „Man Up!“ sehr mochte, und der hier einen großartigen Auftritt als sympathischer Sidekick hat.

David Yates hat, wie bereits seit „Harry Potter und der Orden des Phönix“, erneut die Regie übernommen und er zeigt, dass er diese magische Welt mühelos inszenieren kann. Gerade die ruhigeren Szenen, oder auch die ausgefallene Nebenhandlung im Koffer, haben mir gefallen. Die Hauptgeschichte jedoch ist leider unfassbar generisch und endet in einem ermüdenden Action-Finale, was viel von der zuvor aufgebauten Atmosphäre kaputt macht.

Fazit

Auch wenn „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ kein perfekter Film ist (oder ein Film, der zu perfekt auf Blockbuster getrimmt wurde), so ist er doch ein großer Spaß für alle Freunde der Zauberwelt. Ich freue mich auf die Fortsetzungen und bin gespannt, für welchen Weg man sich entscheiden wird: Eigenständigkeit oder echtes Prequel. Kann man sich durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

Star Wars: Die letzten Jedi – OT: Star Wars: The Last Jedi (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Die letzten Jedi“ am 14. Oktober 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich am Freitag relativ spontan meinen Eindruck zum Vorgänger aufgefrischt hatte, saß ich gestern Nachmittag im Kino und habe mir „Star Wars: Die letzten Jedi“ tatsächlich noch auf der großen Leinwand angesehen. Die Kinder haben bei den Großeltern übernachtet, weshalb wir danach noch gemütlich Essen gehen konnten und einfach einen wundervollen Abend hatten. Wie groß der Anteil des Films daran war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

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Star Wars: Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: The Force Awakens (2015) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ am 30. September 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ganz spontan hat es sich doch noch ergeben, dass ich es morgen vermutlich schaffe, mir „Star Wars: Die letzten Jedi“ im Kino anzusehen. Somit habe ich heute, trotz akuter Müdigkeit, den Vorgänger „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ in den Player geschoben, denn die letzte (und bisher einzige) Sichtung liegt inzwischen auch schon wieder zwei Jahre zurück. Was hat sich seitdem verändert?

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Ein nostalgisches Sci-Fi-Abenteuer

Leider habe ich es bisher immer noch nicht geschafft, mir alle bisherigen Teile inklusive „Rogue One: A Star Wars Story“ noch einmal zu Gemüte zu führen. Das war eigentlich mein Plan vor der Sichtung des aktuellen Teils, doch es sollte nicht sein. Wenigstens meine Eindrücke zum direkten Vorgänger wollte ich noch einmal auffrischen – und ja, er wirkt auch heute noch so unterhaltsam, wie beim Kinobesuch vor zwei Jahren. Es ist wirklich bemerkenswert, wie gut J. J. Abrams den Ton der alten Filme trifft. Fast schon zu gut. Mir ist die inhaltliche Verwandschaft zu „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ heute noch stärker aufgefallen als damals, gerade was die grobe Handlungsstruktur angeht. Da merkt man, dass Disney wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, was einerseits wunderbar funktioniert, andererseits aber auch jegliche Weiterentwicklung oder Innovation vermissen lässt.

Was die Rückkehr bekannter Charaktere (Han Solo, Chewbacca und Leia Organa) angeht, habe ich den Film heute viel versöhnlicher wahrgenommen. Vielleicht weil ich schon wusste, worauf diese Entwicklung hinausläuft. Richtig begeistert war ich erneut von Rey und Finn sowie dem großen Gegenspieler Kylo Ren. Von diesen Figuren erwarte ich mir so einiges in „The Last Jedi“, auch wenn ich inzwischen weiß, dass die Fortsetzung mehr als kontrovers aufgenommen wird. Wenn Rian Johnson („Looper“) es gelingt, den nostalgischen Flair beizubehalten und dabei eine originellere Geschichte zu erzählen, dann bin ich schon zufrieden.

Fazit

Im direkten Vergleich zu Disneys anderem Sci-Fi-Abenteuer-Franchise „Guardians of the Galaxy“ wirkt „The Force Awakens“ fast schon ein wenig altbacken. Das ist nicht zwangsweise schlecht, denn gerade durch die offen ausgespielte Nostalgie-Karte kann J. J. Abrams‘ Film punkten. Es macht einfach Spaß in dieses nur allzu bekannte Universum zurückzukehren und ich freue mich nun schon richtig auf den zweiten Teil. Ob meine Erwartungen daran erfüllt werden, werde ich in den nächsten Tagen berichten. Die Rückkehr zum ersten Teil der neuen Trilogie hat sich auf jeden Fall gelohnt: 8/10 Punkte.

Eine weitere Besprechung des Films habe ich am 7. Februar 2016 veröffentlicht.

The Great Wall (2016)

Ich war gerade dabei, mich etwas unentschlossen vor das Filmregal zu stellen, da schaute ich noch durch mein Feedly und entdeckte auf dem Medienjournal eine Besprechung von „The Great Wall“. Da der Film bei mir ungesehen im Regal stand, nahm ich das als Wink des Schicksals, packte die 3D-Brillen aus und begab mich ins China der Song-Dynastie…

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Monster, Pfeile und Matt Damon

Da uns der Tag (und mir zudem noch der 7-Kilometer-Lauf) in den Knochen steckte, schien der Fantasy-Action-Kracher genau das Richtige für einen entspannten Filmabend zu sein. Und so war es dann auch: Toll anzusehende Landschaftsaufnahmen (ganz besonders in 3D) läuten den Film ein und ehe man sich versieht, steht man mit Matt Damon und Co. auch schon vor der der Chinesischen Mauer. Dann geht es Schlag auf Schlag und wir werden in einen Kampf gegen unzählige fiese Monster geworfen, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt. Das alles ist sehr turbulent inszeniert und unterhaltsam anzusehen. Speziell die einzelnen Kampftaktiken wirken durchaus innovativ und geben uns ein Gefühl für diese Welt. Leider ist dies auch bitter nötig, denn in den Dialogszenen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

Die Stärke des Films liegt ganz eindeutig in seiner audiovisuellen Opulenz und den mitreißenden Kampfszenen. Die Charaktere (u.a. auch Willem Dafoe) bleiben dagegen leider sehr blass und die Geschichte ist zu vernachlässigen. Matt Damon macht seine Sache als Söldner gut, der sich in dieser fremdem Welt zurechtfinden muss und dabei über sich hinauswächst. Besonders hat mir gefallen, dass die Dialogszenen in Mandarin nicht übersetzt waren und man somit noch mehr in das Setting eingetaucht ist. Überhaupt hätte ich gerne mehr über die Hintergründe erfahren, doch das hat man in dem Drehbuch wohl leider nicht vorgesehen.

Fazit

„The Great Wall“ ist, wie zu erwarten, ein bombastischer Actionfilm mit schönen Bildern und nur wenig Substanz. Das stört aber auch nicht, denn für die mal eben 90 Minuten Laufzeit bietet er gute Unterhaltung und nette Monsterkämpfe. Insofern kann ich mich guten Gewissens bei Wulfs Einschätzung einreihen: 6/10 Punkte.

The Jungle Book (2016)

Nach meiner gestrigen Sichtung von „Arielle, die Meerjungfrau“, wende ich mich heute dem modernen Disney-Film zu: Als ich den Trailer zur Realverfilmung des Klassikers „Das Dschungelbuch“ sah, war ich alles andere als begeistert – erstens, dass Disney nun die alten Lizenzen ausgräbt und zweitens, dass der Look so unglaublich künstlich war. Nach etlichen positiven Besprechungen, habe es dann aber doch gewagt, einen Blick auf „The Jungle Book“ zu werden – und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

The Jungle Book (2016) | © Walt Disney

The Jungle Book (2016) | © Walt Disney

Das nächste Level des Animationsfilms

Ich liebe den Originalfilm „Das Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967 und habe ihn in meiner Kindheit unzählige Male gesehen. Ich besaß auch die Hörspielkassette und kann jeden Dialog mitsprechen und jeden Song mitsingen. Zu sagen ich sei skeptisch gewesen, wäre eine Untertreibung. Doch schon nach den ersten paar Sekunden kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: angefangen beim 2D-animierten Disney-Schloss im Intro, dann der herrlich lebendige Dschungel und das wunderbar immersive 3D. Ich war sofort gefangen von dieser Welt, die alle Künstlichkeit des Trailers verloren zu haben schien. Jon Favreau ( bekannt für „Iron Man“) ist hier wirklich ein Meisterstück der Effektgeschichte gelungen. Noch nie zuvor hat sich die Integration von Realfilm und Animation so natürlich angefühlt. Die Szene zwischen Mowgli und Raksha ist extrem beeindruckend und berührend – im wahrsten Sinne des Wortes.

Deutlich düsterer als der Zeichentrickfilm

Anfangs hatten meine Frau und ich noch überlegt, ob wir den Film nicht für eine Sichtung mit dem Zappelinchen aufsparen wollten, doch nun bin ich froh, dass wir uns dagegen entschieden hatten. Man sollte als Eltern wirklich immer selbst einen Eindruck von dem Film bekommen und sich nicht auf die FSK-Freigabe verlassen, denn für Sechsjährige ist „The Jungle Book“ schon ziemlich hart. Überhaupt ist es Jon Favreau und seinem Team gelungen, die Geschichte deutlich erwachsener zu erzählen, ohne dabei den typischen Disney-Charme zu vernachlässigen. Das Resultat ist eben kein klassischer Kinderfilm, sondern eher eine teils düstere Abenteuergeschichte.

So überzeugt ich sowohl von den audiovisuellen als auch inhaltlichen Elementen bin, so enttäuscht war ich vom Wegfall des bittersüßen Finales des Originals, in dem Mowgli zum ersten Mal die Stimme eines Mädchens hört – und dieser zu den Menschen folgt. Das fand ich als Kind immer sehr bewegend – einerseits wunderschön, einerseits auch extrem traurig. Aber vielleicht spart Disney sich das ja für den schon in Aussicht gestellten zweiten Teil auf. Und spätestens bei den fantastischen Closing-Credits hatte mich der Film wieder komplett auf seiner Seite. So viel Spaß hatte ich mit einem Abspann schon lange nicht mehr.

Fazit

Auch wenn ich zu Beginn sehr skeptisch war, konnte mich Disneys erste Realverfilmung eines ihrer Zeichentrick-Klassiker doch wirklich begeistern. Jon Favreau ergänzt das Original um ganz neue Elemente und behält doch den emotionalen Kern bei, von ein paar herrlich eingestreuten Verweisen einmal ganz zu schweigen. Ich hatte wirklich extrem viel Spaß mit „The Jungle Book“ und sehe den weiteren Realverfilmungen nun deutlich freudiger entgegen, denn in dieser Form stellen sie eine gelungene Ergänzung des ursprünglichen Materials dar: 9/10 Punkte.

Arielle, die Meerjungfrau – OT: The Little Mermaid (1989)

Es ist 2018! So ganz kann ich es noch nicht glauben, dass die Feiertage und die Zeit zwischen den Jahren tatsächlich schon wieder vorbei ist. Der Start ins neue Jahr fühlt sich für mich immer ein wenig seltsam an. Irgendwo zwischen Wehmut und ich möchte gleich jetzt sofort alles neu und anders haben. Aber darum soll es hier nicht gehen. Nach knapp vier Stunden Schlaf waren wir heute alle ein wenig matschig und außer einem ausgedehnten Neujahrsspaziergang, ein paar Brettspielen und – auf vielfachen Wunsch einer einsamen Dame – der Sichtung von „Arielle, die Meerjungfrau“ war nicht viel zu holen…

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Unten im Meer

Auch wenn ich „Arielle, die Meerjungfrau“ als Kind und Jugendlicher bestimmt einige Male gesehen habe, gehört der Film nicht zu meinen persönlichen Disney-Klassikern. Das Zappelinchen besitzt jedoch die zugehörige CD und ist schon seit Jahren (ja, wir sind Rabeneltern) heiß darauf, endlich auch den Film zum Hörspiel zu sehen. Da ich keine innige Beziehung zu dem Film habe, entschied ich mich für die Synchronfassung aus dem Jahr 1998, weil auf dieser eben auch das Hörspiel basiert. Außer ein paar Stimmen, konnte ich keinen großen Unterschied zur Urfassung von 1989 ausmachen, was eingefleischte Fans natürlich anders sehen. Soviel zu den Rahmenbedingungen. Was hat der Disney-Klassiker sonst noch zu bieten?

Zu Beginn hat es für mich tatsächlich ein paar Minuten gedauert, bis ich in der klassischen 2D-Animation drin war. Ich habe eher auf die Kunstform geachtet, als dass ich mich in die Geschichte hätte fallen lassen können. Das war einerseits befremdlich, andererseits aber auch toll, weil man vielen Szenen die Handarbeit deutlich ansieht. Es ist wirklich herrlich, wie detailreich und liebevoll Charaktere animiert sind und die einzelnen Ebenen der Schauplätze zu einem dreidimensional wirkenden Raum montiert wurden. Doch auch inhaltlich hat mich das Märchen gepackt: Ja, im Grunde bekommt man nur eine klassische Liebesgeschichte mit Fish-out-of-Water-Element (im wortwörtlichen Sinne) zu sehen, die jedoch so charmant erzählt wird, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann.

Fazit

Ich kann verstehen, warum „Arielle, die Meerjungfrau“ bis heute zu den großen Disney-Klassikern zählt. Die schöne Geschichte ist beeindruckend animiert und weiß sowohl inhaltlich als auch formal zu überzeugen. Die Songs sind mir immer noch im Kopf und ich habe nun Lust bekommen, die anderen Disney-Klassiker zeitnah einer weiteren Sichtung zu unterziehen. Da warten noch einige Meisterwerke: 9/10 Punkte.

A World Beyond – OT: Tomorrowland (2015)

Mit diesem Artikel lest ihr meine letzte Filmbesprechung in diesem Jahr. Seid ihr ein wenig traurig? Keine Sorge, auch für 2018 habe ich mir fest vorgenommen, jeden gesehenen Film mit einer Rezension zu würdigen. Warum ist die Wahl für das filmische Finale ausgerechnet auf den Disney-Flop „A World Beyond“ gefallen? Weil ich große Hoffnungen hegte, dass mir der Film gefallen wird und er uns einen Blick in die Zukunft werfen lässt. War das die richtige Wahl?

A World Beyond (2015) | © Walt Disney

A World Beyond (2015) | © Walt Disney

Utopie oder Dystopie? Unsere Entscheidung.

Außer dem Trailer habe ich im Vorfeld nicht viel über „Tomorrowland“ in Erfahrung gebracht. Die Beteiligung von Brad Bird (u.a. „Der Gigant aus dem All“ und „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“) und George Clooney hat mir definitiv Lust gemacht und wenn wir ehrlich sind, hat auch die letzte Verfilmung eines Disney-Themenparks – ich spreche natürlich von „Fluch der Karibik“ – ausgezeichnet funktioniert. Und ja, auch „A World Beyond“ bietet wunderbares Unterhaltungskino, das mich in vielen Szenen sogar an die Disney-Realfilme der 50er bis 80er Jahre erinnert hat, die man bei uns in den frühen 90ern im Disney Club zu sehen bekam. Gerade die Road-Movie-Segmente haben mir unglaublich viel Spaß gemacht und dieses nostalgische Gefühl heraufbeschworen. Herrlich!

Warum war „Tomorrowland“ ein solcher Flop?

Wenn man sich den Trailer anschaut, könnte man davon ausgehen, dass die meisten Szenen in der Zukunft bzw. Parallelwelt spielen. Dabei bekommen wir nur einen kurzen Blick in diese Utopie. Für mich war das auch der deutlich geschicktere Ansatz, hat man dadurch Caseys Geschichte erzählen können, was ein großartiges Abenteuer ist. Casey muss kämpfen, innovative Lösungen finden und sich in einer feindseligen Welt behaupten – und darf bei all dem die Hoffnung nicht verlieren. Unterstützt wird sie dabei durch einen kauzigen George Clooney und einem Roboter (großartig gespielt von Raffey Cassidy). Die Jagd durch unsere Welt ist dabei so rasant und ideenreich inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Allerdings muss man als Zuschauer auch Spaß an diversen Sprüngen in der Handlung haben, die uns gegen Ende zusätzlich mit dem eigenen Gewissen konfrontiert: Sind wir es nicht selbst, die nur schlechte Nachrichten teilen? Horrormeldungen über den katastrophalen Zustand der Welt?

Für ein kunterbuntes Sci-Fi-Abenteuer ist „Tomorrowland“ teils zu düster und zu wirr in seiner Erzählung. Für anspruchsvolle Science-Fiction bietet der Film zu viel Jugendabenteuer. Das alles sind Anhaltspunkte, aber keinesfalls eine Erklärung, warum dieser tolle Film mit einer originellen Geschichte und starken Helden so unglaublich gefloppt ist. Wahrlich keine Glanzleistung des gemeinen Kinopublikums (und vermutlich auch der Marketing-Abteilung Disneys).

Fazit

Mir hat „A World Beyond“ extrem viel Spaß gemacht. Ich mochte das ungleiche Heldentrio Casey, Athena und Frank unglaublich gerne und hätte sie gerne bei weiteren Abenteuern begleitet. Die Welt von „Tomorrowland“ hätte Platz und Ideen für ein großes Franchise geboten, wozu es jedoch leider nicht kommen wird. Wenn ihr diesen Film (aus welchen Gründen auch immer) bisher gemieden habt, kann ich euch nur sagen: Schaut rein, denn es lohnt sich. Auf in die Zukunft: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. November 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Den heutigen Tag haben wir genutzt, um mit den Kids in einen Indoor-Spielplatz zu gehen. Entsprechend platt waren wir (ja genau, hauptsächlich wir Eltern) am Ende des Tages. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ in den Player zu schieben. Seit der gestrigen Sichtung des ersten Teils war ich richtig heiß darauf, nach Berk zurückzukehren…

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Größer, weiter, schneller und düsterer

Ja, „How to Train Your Dragon 2“ ist eine typische Fortsetzung. Auch merkt man, dass durch die TV-Serie die Zeit zwischen den beiden Filmen überbrückt wurde. Es gibt einige neue Elemente und die Charaktere haben einen sichtlichen Sprung gemacht. Das fand ich spannend, ist dies in Animationsfilmen nicht häufig der Fall. Doch auch Zuschauer, die, wie ich, direkt zur Fortsetzung gesprungen sind, können der Handlung problemlos folgen. Hicks sieht sich der Herausforderung gegenüber, die Nachfolge der Stammesführung antreten zu müssen. Bei seiner Flucht vor der Verantwortung stolpert er in ein Abenteuer, das ihn zum natürlichen Anführer macht, was sich auch erneut in Ohnezahns Charakter spiegelt. Erneut nicht sonderlich komplex, doch mit vielen schönen Szenen und famos inszenierten Flugszenen angereichert. Coming-of-Age mit Drachen, wenn man so will.

Ich mochte die Dynamik zwischen den Figuren wieder sehr. Auch der Sprung ins Teenager-Alter hat perfekt funktioniert. Die Einführung von Hicks‘ Mutter dagegen wirkte auf mich zu Beginn wie ein Deus-Ex-Machina-Moment, hat dann aber schnell an nötiger Tiefe gewonnen. Leider hat man daraus zu wenig gemacht und ich hätte gerne ein paar mehr Charakterszenen gesehen. Regisseur Dean DeBlois hat jedoch den bombastisch inszenierten Kampfszenen den Vorrang gegeben. Letztendlich funktioniert die Mischung doch wirklich gut, der Film hätte meiner Meinung nach aber noch stärker sein können. Insgesamt eine wirklich gelungene Fortsetzung.

Fazit

Mit „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ habe ich so ziemlich den Film bekommen, den ich nach dem tollen ersten Teil erwartet hatte. Ob der Kinofilm noch einmal besonders auf die Tube drückt, um sich von der TV-Serie abzuheben? Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Allerdings mag ich die aufgebaute Welt und ihre Charaktere so sehr, dass ich gerade den ersten Roman der Vorlage bestellt habe. Aber auch auf den Abschluss der filmischen Trilogie bin ich schon richtig heiß: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem recht entspannten und doch irgendwie anstrengenden Tag, folgte am Abend mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ die Sichtung eines Films, den ich bereits vor sieben Jahren gesehen und besprochen habe. Ganz konkret wurde mein erneutes Interesse an dem Franchise durch den Zwergofanten geweckt, der seit seinem fünften Geburtstag großer Fan der Drachen ist, ohne je auch nur einen Schnipsel davon gesehen zu haben. Ob mich der Film auch beim zweiten Mal packen konnte?

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Komm Ohnezahn, wir fliegen!

Was hatte ich Spaß mit dem Film! Doch fangen wir von vorne an: Die Geschichte ist zweckmäßig simpel und besticht durch ein unverbrauchtes Setting. Im Zentrum steht eindeutig die Beziehung zwischen Hicks und seinem Drachen Ohnezahn – und diese Szenen funktionieren sowohl auf der emotionalen als auch auf der inszenatorischen Ebene perfekt. Es macht so viel Spaß, mit Ohnezahn durch die Lüfte zu fliegen. Und ja, dieses Mal habe ich den Film in 3D gesehen und ja, es ist ein Zugewinn. Herrlich!

Die langsam entstehende Bindung zwischen dem Wikingerjungen und seinem Drachen hat mich heute auch stark an „Mein Freund, der Delfin“ erinnert: In beiden Fällen setzt sich ein Junge dafür ein, dass ein verletztes Tier durch eine Prothese wieder seine natürliche Bewegungsfähigkeit erlangt. Auch in diesem Film funktioniert dieses Handlungselement perfekt und die Spiegelung am Ende lässt erahnen, dass Ohnezahn und Hicks in Zukunft noch viel enger zusammenwachsen. Überhaupt fand ich es für einen Animationsfilm sehr beeindruckend, den finalem Kampf nicht ohne Konsequenz für die Hauptfigur enden zu lassen.

Fazit

Wie gerne hätte ich „How to Train Your Dragon“ mit dem Zwergofanten angeschaut, doch leider weiß ich, dass er sich viel zu sehr gefürchtet hätte. Wenn er nun Fragen zu den Drachen und ihren Reitern hat, kann ich diese jetzt aber endlich fundiert beantworten. Und wenn er dann soweit ist, freue ich mich schon sehr auf eine Rückkehr nach Berk (bis dahin besuchen wir bestimmt noch öfter die Playmobil-Version, die bei uns Einzug gefunden hat): 8/10 Punkte.

Anaconda (1997)

Nach einer sehr anstrengenden Arbeitswoche, durch die ich mich mehr schlecht als recht mit einer fiesen Erkältung geschleppt habe, stand heute der Kindergeburtstag unseres Zwergofanten auf dem Programm. Danach war ich so durch, dass ich fast im Kinderzimmer eingeschlafen wäre. Dennoch wollte ich unbedingt noch einen Film schauen und habe mich mit „Anaconda“ für das anspruchsloseste Werk entschieden, das ich im Regal finden konnte:

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wenn Jon Voight mit der Schlange tanzt

Luis Llosas Film ist kein Unbekannter. Bereits vor 20 Jahren habe ich ihn im Kino gesehen. 20 Jahre. Unfassbar. Ich konnte mich an nicht mehr viel erinnern und überlasse die Zusammenfassung deshalb lieber Filmschrott, der wie immer sehr unterhaltsam die Höhepunkte des Films wiedergibt. Ich dagegen konzentriere mich lieber auf die Wirkung dieses Tierhorror-Streifens: Der Film ist so unglaublich 90er, dass es schon fast erschreckend ist. Man ist ja inzwischen die Filmästhetik der 80er gewöhnt, doch auch das Jahrzehnt danach kann aus heutiger Sicht ganz schön angestaubt und seltsam wirken. Hat man wirklich ernsthaft solche Frauenfiguren geschrieben? Und was haben sich eigentlich Jon Voight und Owen Wilson bei ihren Darbietungen gedacht?

Fast schon positiv überrascht war ich dagegen von den Effekten, da Luis Llosa glücklicherweise nicht vollständig auf CGI setzt, das aus heutiger Sicht leider kaum noch zu ertragen ist, sondern tatsächlich viel mit Modellen arbeitet. In diesen Szenen macht der Film wirklich Spaß, wenngleich der Horror, der von der titelgebenden Anaconda ausgeht, auch nicht besonders erschreckend ist. Das hatte ich mir aber schon 1997 gedacht – und damals wie heute war es dem Unterhaltungswert glücklicherweise kaum abträglich.

Fazit

Nein, „Anaconda“ ist kein guter Film. Wer auf Tierhorror steht und einmal sehen möchte, was in den 90er Jahren – neben den großen Produktionen – im Kino so gang und gäbe war, der kann hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte meinen Spaß damit, wenngleich ich auch bezweifle, den Film in den nächsten 20 Jahren noch recht häufig zu sehen: 6/10 Punkte.