The Game (1997)

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, während der ich noch gegen die Ausläufer meiner Grippe gekämpft habe, bin ich nun sehr froh, dass endlich Wochenende ist. Eingeläutet haben wir es natürlich mit einem Film: Die Wahl ist heute auf David Finchers „The Game“ gefallen, den ich damals sehr mochte. Die letzte Sichtung liegt mindestens 13 Jahre zurück und ich war sehr gespannt, ob er auch heute noch funktioniert. Mehr dazu in der folgenden Besprechung…

The Game (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Game (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Einer der unterschätzen David-Fincher-Filme

Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wann ich „The Game“ zum ersten Mal gesehen habe. Vermutlich war es nach der Sichtung von „Fight Club“ im Kino. Oder doch schon nach „Sieben“? Nach einem der beiden Filme habe ich auf jeden Fall angefangen, die anderen Filme des Regisseurs nachzuholen – und auch wenn „The Game“ neben den beiden genannten Werken immer etwas untergeht, so mag ich ihn jedoch sehr gerne. In der allgemeinen Wahrnehmung zählt er zusammen mit „Panic Room“ wohl eher zu den schwächeren Filmen des Regisseurs, doch sind beide technisch makellos und die Handlung wunderbar packend. Für Fincher vielleicht nur eine Fingerübung, doch damit immer noch gelungener, als die meisten anderen Thriller.

Kann es wirklich sein, dass „The Game“ bereits 22 Jahre auf dem Buckel hat? Für mich war es immer ein sehr moderner Thriller. Ja, beinahe schon ein High-Tech-Thriller! Aus heutiger Sicht wirken einige Elemente (die großen Röhrenfernseher, die Telefone und Mobilgeräte) doch recht angestaubt, was man von der restlichen Inszenierung glücklicherweise nicht behaupten kann. David Fincher zieht abermals alle Register und entführt uns auf ein mysteriöses, düsteres und rasantes Abenteuer, das von Michael Douglas wunderbar getragen wird. Die häufig kritisierten Logiklöcher fallen, wenn man denn gewillt ist, sich auf die Geschichte einzulassen, überhaupt nicht auf.

Fazit

Ja, auch nach 22 Jahren kann David Finchers „The Game“ immer noch überzeugen. Auch wenn mir die große Enthüllung am Ende des Films noch im Gedächtnis war, so hatte ich erneut viel Spaß auf dem Weg dorthin. Nach wie vor einer der gelungensten Mystery-Thriller, die man sich anschauen kann: 8/10 Punkte.

Auslöschung – OT: Annihilation (2018)

Gestern war für mich der große Area-X-Tag: Nicht nur habe ich mit „Acceptance“ Jeff VanderMeers Trilogie zu Ende gelesen, ich habe am Abend auch noch Alex Garlands Verfilmung „Auslöschung“ nachgeholt. Da der Film hierzulande bisher nur bei Netflix läuft, hatte ich mir bereits im Juni 2018 die US-Blu-ray importiert. Gut ein halbes Jahr später war es endlich soweit – gerade noch knapp vor dem 14. März, an dem auch bei uns der Film offiziell auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird…

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Area X nach Schema F?

Bereits im Vorfeld der Sichtung war mir bewusst, dass Alex Garland („Ex Machina“) mit „Annihilation“ keine werksgetreue Adaption der Vorlage angestrebt hat, sondern eher eine Widerspiegelung seiner subjektiven Eindrücke, die er beim Lesen des ersten Teils der Southern-Reach-Trilogie hatte. Die wichtigsten Elemente finden sich somit auch im Film wieder: Die Frauengruppe rund um die Biologin (gespielt von Natalie Portman), das mysteriöse Gebiet Area X, die Southern-Reach-Organisation, die seltsam mutierte Natur, der Leuchtturm usw. Rein vom Setting und der Atmosphäre her hat Alex Garland die Vorlage ziemlich perfekt getroffen und es war für mich eine große Freude, zusammen mit den Wissenschaftlerinnen Area X zu erkunden.

Die wirklich abgefahrenen Elemente wiederum, welche die Vorlage so besonders machen, haben es dagegen nicht in den Film geschafft. Ich denke hier speziell an die  topographische Anomalie und den Crawler, welche für mich den Kern der Mysterien rund um Area X darstellen. Für mich fehlt hier ein Kernelement der Geschichte, selbst wenn alles andere ziemlich gut getroffen wurde. Ich musste hierbei an die Verfilmung von „Relic: Museum der Angst“ denken, bei der auch der Hauptcharakter der Vorlage aus der Adaption gestrichen wurde. Garland konzentriert sich in seiner Version komplett auf die Entstehung der Doppelgänger, was auch ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist, aber eben nur einer unter vielen. Schade.

Down the Rabbit Hole

Ich habe im Vorfeld viel über die Kontroverse mitbekommen, die der Veröffentlichung des Films auf Netflix vorausging. Nachdem ich gestern erst „Acceptance“ fertig gelesen hatte, konnte ich den Gedanken des Studios auch nachvollziehen, dass das große Kinopublikum wohl so seine Schwierigkeiten mit dem Stoff haben würde. Nach der Sichtung des Films kann ich aber nur sagen: WTF? Von all den Andeutungen und vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten bleibt im Film nichts übrig. Es ist ziemlich eindeutig, wie sich die Handlung entwickelt und was mit den Charakteren passiert. Nichts, was genreverwandte Filme nicht schon ähnlich gemacht hätten. Wenn die scheinbare Komplexität des Stoffes tatsächlich der Grund des Studios gewesen sein sollte, den Film nicht in die Kinos zu bringen, dann gute Nacht, große Leinwand.

Fazit

Auch wenn ich es bemerkenswert finde, wie konsequent Alex Garland den Stoff heruntergebrochen und das Drehbuch auf wenige Elemente eingedampft hat, so finde ich es doch extrem schade, dass etliche Kernaspekte fehlen. Mir ist durchaus bewusst, dass eine 1:1-Adaption nicht möglich gewesen wäre, doch eine echte Trilogie, die sich auf die drei ineinander verschachtelten Haupterzählebenen der Vorlage beschränkt, das hätte ich famos gefunden. Dennoch ist die Atmosphäre von Area X perfekt getroffen und ich mag Natalie Portman in ihrer Rolle sehr. Für sich genommen ein großartiger Sci-Fi-Schocker, als Adaption nur bedingt gelungen: 8/10 Punkte.

Avengers: Infinity War (2018)

Aktualisierung: Ich habe „Avengers: Infinity War“ am 27. Dezember 2019 und am 21. September 2024 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ich habe es endlich getan. Nachdem die Filmwelt bereits vor einem Jahr über Marvels „Avengers: Infinity War“ ausgeflippt ist, habe ich das große Finale (oder zumindest den ersten Teil davon) auch endlich gesehen. Ob der Film wirklich so diskussionswürdig ist, wie es teils den Anschein hatte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Marvel dreht den Bombast einfach mal auf 11

Wow, es ist wirklich beeindruckend, was die Russo-Brüder (zuletzt verantwortlich für „Captain America: Civil War“) hier auf die Beine gestellt haben. Dabei meine ich weder die bombastische Action, noch das ach so schockierende Finale. Nein, ich spreche davon, dass wirklich alle bisherigen Charaktere des Marvel Cinematic Universe (MCU) ihren großen Auftritt haben und keiner wirklich zu kurz zu kommen scheint. Natürlich werden Schwerpunkte gesetzt, doch insgesamt empfand ich diesen Aspekt als sehr ausgewogen. Ebenso gut hat mir Thanos als Bösewicht gefallen. Nach den Trailern hatte ich eher vermutet, dass er ein wenig lächerlich wirkt, doch er war für mich bisher mit der stärkste Bösewicht des MCU.

Am besten hat mir die erste Hälfte des Films gefallen, da hier das Abenteuer im Vordergrund stand, wohingegen „Avengers: Infinity War“ in seiner zweiten Hälfte – welch eine Überraschung! – eher zum reinen Spektakel verkommt. All das ist zwar wunderbar unterhaltsam inszeniert, wirkt in seiner Geballtheit aber fast ein wenig ermüdend. Außerdem: Hatten wir nicht erst einen Kampf vor den Toren Wakandas?

Das schockierende Finale… (Spoiler)

…ist überhaupt nicht schockierend. Schließlich befinden wir uns in einer Comic-Welt, in der andauernd Helden sterben und zurückkehren. Das Auflösen in CGI-Partikel hat auf mich zudem weit weniger emotional gewirkt, als wenn ganz einfach ein echter Körper zurückgeblieben wäre. Da hatte ich mir tatsächlich mehr Dramatik erwartet. So wirkt alles doch sehr nach: „Wir drehen im nächsten Film noch einmal an der Zeitschraube und alles ist wieder wie davor. Zauberei!“ Ich finde das nicht weiter schlimm (wie gesagt befinden wir uns in einer Comic-Welt), aber entsprach das tatsächliche Finale für mich nicht der überzogenen Fan-Reaktion. Vermutlich hätte ich es besser wissen müssen. Perfektes Marvel-Marketing eben.

Fazit

Ja, „Avengers: Infinity War“ ist tatsächlich ein bombastisches Filmvergnügen und ein beeindruckender Blockbuster. Er zählt für mich auch zu den gelungensten Filmen des Franchises, doch einen wirklich besonderen Stellenwert besitzt er für mich nicht. Extrem unterhaltsam (unfassbar, wie schnell die zweieinhalb Stunden vergangen sind), aber letztendlich doch nur ein weiteres, typisches Marvel-Vehikel: 8/10 Punkte.

Paddington (2014)

Nachdem ich heute morgen recht lange Schnee geschaufelt habe, hatte ich mich am Nachmittag auf das erste Schlittenfahren des Jahres gefreut. Leider hat es dann jedoch geregnet und der Plan ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser gefallen. Also habe ich die Kids gepackt und wir haben den Nachmittag zu dritt im Hallenbad verbracht. Als wäre das noch nicht genug gewesen, wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Trotz Forderung der Fortsetzung unserer „Asterix“-Reihe, haben wir uns letztendlich auf „Paddington“ geeinigt. Ob das eine gute Wahl wahr, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Ist „Paddington“ der perfekte Kinderfilm?

Ich muss zugeben, dass ich – von ein paar typischen Illustrationen einmal abgesehen – bisher noch keinen Berührungspunkt mit „Paddington“ hatte. Da ich aber so viel Gutes über den Film gehört hatte, wollte ich ihn unbedingt sehen. Am besten natürlich mit der ganzen Familie. Der Zwergofant war leider nur am Anfang dabei. Das Erdbeben samt Tod des Onkels war zuviel für ihn. Er ist bei so etwas immer noch unglaublich sensibel und hat den restlichen Film lieber aus sicherer Distanz („Papa, was ist jetzt passiert?“) verfolgt. Das Zappelinchen dagegen war voll dabei und hat den Bären samt Ersatzfamilie sofort ins Herz geschlossen. Genauso ging es auch meiner Frau und mir. Gerade Paddingtons herrlich mutige, naive und tollpatschige Natur ist wahrlich großartig getroffen.

Neben Paddington selbst, weiß vor allem Familie Brown zu überzeugen. Die Mutter wird von Sally Hawkins gespielt und nach „The Shape of Water“ ist sie mir bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit sehr positiv aufgefallen. Übrigens gibt es in beiden Filmen ein irrwitzig überschwemmtes Badezimmer. Das jedoch nur am Rande. Ein weiterer Star ist die detailreiche und liebevolle Ausstattung des Films. Es wurden bereits Vergleiche zu Wes Anderson gezogen, was ich durchaus nachvollziehen kann. „Paddington“ hat aber mehr Herz und wirkt weit weniger artifiziell. Dennoch hat Paul King sein Werk wunderbar kunstvoll inszeniert, wodurch er sich zweifellos von anderen Kinderfilmen abhebt.

Fazit

„Paddington“ ist wahrlich ein wundervolles Filmerlebnis für die (fast) komplette Familie. Einzig Nicole Kidmans Bösewichtin empfand ich als etwas zu klischeehaft. Das hat dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch getan und ich freue mich nun schon extrem auf „Paddington 2“ – zumindest wenn wir den Zwergofant dazu überreden können: 8/10 Punkte.

Der Flug des Navigators – OT: Flight of the Navigator (1986)

Langsam aber sicher muss ich der Tatsache ins Auge sehen, dass sich der Urlaub dem Ende neigt. Und nicht nur ich, auch meine Familie. Bis es jedoch soweit ist, stehen uns noch ein paar entspannte Tage ins Haus und ich möchte, so die Abende nicht bereits anderweitig verplant sind, noch möglichst viele Filme sehen. Heute habe ich mich für „Der Flug des Navigators“ entschieden, den ich als Kind geliebt (und ein wenig gefürchtet) habe. Warum lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Auf den Spuren von „E.T. the Extra-Terrestrial“

Es gibt ein paar Sci-Fi-Filme, die nach dem Erfolg von „E.T. the Extra-Terrestrial“ produziert wurden. Neben „Der Flug des Navigators“ kann ich mich auch noch an „Explorers: Ein phantastisches Abenteuer“ erinnern. Beide Filme habe ich sogar vermutlich noch vor dem Original kennengelernt. Auch „Invasion vom Mars“ fällt in diese Zeit des (mehr oder weniger) kindgerechten Sci-Fi-Nachmittagsprogramms. Neben dem Design des Raumschiffs hat sich mir vor allem die doch recht düstere Geschichte ins Gedächtnis eingebrannt. Ich weiß, dass ich den Film nicht immer sehen wollte, weil mir Davids Schicksal – auch wenn es natürlich ein Happy-End gibt – sehr nahe ging. Getrennt von der Familie. Als Kind das Schlimmste.

Aus heutiger Sicht kann ich den eher düsteren Verlauf der Geschichte zu schätzen wissen. Dafür wirken die eher actionreichen Szenen in zweiten Filmhälfte ein wenig albern. Speziell das frühe CGI ist natürlich in die Jahre gekommen. Dafür besitzt der Look der Innenausstattung samt seiner Kreaturen und Max immer noch viel Charme. Ansonsten musste ich bei der Stimmung des Films an einen recht modernen Genre-Kollegen denken: „Midnight Special“, in dessen Besprechung ich damals bereits die Verbindung zu „Der Flug des Navigators“ gemacht hatte.

Fazit

Auch wenn „Der Flug des Navigators“ nicht an das große Sci-Fi-Vorbild der 80er Jahre herankommt, so ist der Film doch ein famoses Jugendabenteuer, das auch vor düsteren Themen nicht zurückschreckt. Der Film hat mich heute noch so fasziniert wie damals und ich habe ihn bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen: 8/10 Punkte.

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! – OT: Chef (2014)

Der Jahreswechsel liegt hinter uns. Das Raclette ist verdaut, der erste Lauf des Jahres ist gelaufen. Fehlt nur noch der erste Film – und mit „Kiss the Cook: So schmeckt das Leben!“ haben wir einen gar wunderbaren Einstand in das Filmjahr 2019 gewählt. Gerade auch, weil er an solch einem Regentag das Sommergefühl zurückbringt…

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Besser nicht hungrig schauen!

Tatsächlich gibt es wohl auch keine besseren Tage im Jahr, „Chef“ (so der deutlich gelungenere Originaltitel) zu schauen, als diese Zeit des kulinarischen Überflusses. Denn Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jon Favreau gelingt es einfach unglaublich gut, die Freude am Kochen und die Freude am Essen zu inszenieren. Ich hätte nun liebend gerne auch ein leckeres Sandwich es dem El-Jeffe-Food-Truck. Und das obwohl ich von den Schlemmereien der letzten zwei Wochen immer noch komplett gesättigt bin.

So sehr „Chef“ ein Film über das Kochen ist, so sehr ist er auch ein Film über digitales Marketing. Dieser Teil der Geschichte nimmt einen eher kleinen Teil ein, doch zeigt sich unmissverständlich, dass Chef Carl Casper ohne seinen Twitter-Account, sein viral gegangenes Video und seinen Sohn als Social-Media-Manager nicht wirklich viel Buzz erzeugt hätte. Das fand ich einen interessanten Aspekt und selten habe ich die Nutzung von Twitter und Co. so wunderbar organisch in einem Film inszeniert gesehen. Das mochte ich wirklich sehr.

Fazit

„Chef“ ist ein wunderbarer Film, der einfach nur gute Laune macht. Jon Favreau ist zu seinen Anfängen à la „Swingers“ zurückgekehrt und hat aus seinen Blockbustern (z.B. „Iron Man“) einfach seine Gaststars, wie Scarlett Johansson, Rorbert Downey Jr. und Co., mitgenommen. Daraus ist ein wunderbarer Gastro-Roadmovie entstanden, der unfassbar viel Spaß macht: 8/10 Punkte.

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Thor: Tag der Entscheidung“ am 13. September 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Weiter geht es mit dem Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem vor zwei Tagen „Spider-Man: Homecoming“ auf dem Programm stand, folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ heute der chronologische Nachfolger. Vom Trailer war ich damals genervt, doch Taika Waititi und gute Besprechungen haben mir Hoffnung gemacht. Wo sollte sich der Film in meiner Gunst letztendlich platzieren?

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

What We Do on Other Planets

Wow, Marvel hat das Humor-Level doch glatt auf 11 gedreht. Im Gegensatz zu den direkten Vorgängern „Thor“ und „Thor: The Dark World“ fühlt sich „Thor: Ragnarok“ eher wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ an. Auch die vielen Fantasy- und Sci-Fi-Elemente tragen zu diesem Effekt bei. Die Erde spielt fast keine Rolle und Waititi darf sich auf den fremden Welten so richtig austoben. Der Humor funktioniert gerade in der ersten Hälfte des Films fantastisch und ich habe Lust bekommen, noch einmal Waititis „What We Do in the Shadows“ zu sehen. Einfach herrlich!

In der zweiten Hälfte nimmt die Action zu und auch die Geschichte wird weiter vorangetrieben. Der Film wirkt dadurch generischer und auch viel näher an der typischen MCU-Formel dran, als noch in den absurderen Momenten davor. Selbst wenn „Thor: Ragnarok“ nur wenig Handlung bietet, so ist das doch gerade seine Stärke. Denn, wenn wir einmal ehrlich sind, verlaufen alle Superhelden-Filme doch ohnehin nach dem gleichen Schema. Der differenzierende Faktor sind die Charaktere und in diesem Fall eben der Humor. Diese Mischung funktioniert gar ausgezeichnet und sorgt für äußerst unterhaltsame zwei Stunden.

Fazit

Es freut mich, dass Taika Waititi dem MCU, zumindest in weiten Teilen, seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit gehört „Thor: Ragnarok“ für mich auch zu den Highlights des Franchises. Nachdem James Gunn von Disney gefeuert wurde, ist hier der letzte Regisseur am Start, der eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Mal sehen, ob er das MCU auch weiterhin positiv beeinflussen kann: 8/10 Punkte.

Small Soldiers (1998)

Welcher Film soll kurz vor Weihnachten noch in den Player wandern? Die Auswahl an in diesem Jahr noch nicht gesehenen Weihnachtsfilmen wäre groß gewesen und doch habe ich mich für „Small Soldiers“ entschieden. Warum das eine gute Entscheidung war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Wenn „Gremlins“ auf „Toy Story“ trifft…

…dann dürfte das Ergebnis ziemlich nahe an „Small Soldiers“ dran sein. Man merkt von der ersten Sekunde, dass es sich hierbei um einen Film von Joe Dante handelt. Der Vater der „Gremlins“ treibt seine satirischen Querschläge hier auf die Spitze und geht dabei erneut nicht sonderlich subtil vor. Der Film wirkt somit über weite Strecken wie eine weitere Fortsetzung von „Gremlins“, was jedoch nur einen Teil der Geschichte ausmacht. Der andere erinnert eher an Jugendabenteuer à la Spielberg, was für die späten 90er Jahre eher ungewöhnlich erscheint. Die Mischung funktioniert nicht immer, doch mir waren beide Aspekte sehr sympathisch.

Man merkt dem Drehbuch an, dass man sich teils wohl bewusst zurückgehalten hat. Die Geschichte besitzt zwar düstere Anklänge, doch richtig dramatisch wird es für die menschlichen Figuren nie. Auch wenn die Unentschlossenheit, was den Ton der Geschichte angeht, teils unangenehm auffällt, so wurden die technischen Aspekte grandios gemeistert. Die Mischung aus praktischen Effekten und CGIs funktioniert auch heute noch tadellos. Vermutlich auch, weil die gerenderten Elemente tatsächlich aus Plastik sein sollen. Auch die abgehackt wirkende Animation passt perfekt zum Thema Spielzeug. Aus technischer Hinsicht wirklich sehr gut gealtert.

Fazit

Ich finde es schade, dass „Small Soldiers“ kein größerer Hit wurde. Auch wenn er kein perfekter Blockbuster ist, so würde ich ihm doch einen gewissen Kultstatus nicht absprechen. Vielleicht ist er ein paar Jahre zu spät gekommen. So oder so kann man sich diese „Gremlins“-Variante auch heute noch sehr gut anschauen: 8/10 Punkte.

Planet der Affen: Prevolution – OT: Rise of the Planet of the Apes (2011) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Planet der Affen: Prevolution“ am 3. Mai 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Unglaublich, aber wahr: Ich habe endlich Urlaub! Der letzte Arbeitstag war noch einmal anstrengend, doch nun ist bis Januar erst einmal Ruhe. Auch wenn ich heute später als geplant auf das Sofa gekommen bin, habe ich mit „Planet der Affen: Prevolution“ dennoch einen Film eingelegt. Selbst wenn der Wecker morgen schon wieder um 6 Uhr klingelt. Schließlich habe ich ja Urlaub.

Planet der Affen: Prevolution (2011) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Prevolution (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungenes Reboot der klassischen Filmreihe

Auch wenn ich „Rise of the Planet of the Apes“ bereits 2012 zum ersten Mal gesehen habe und davon ziemlich begeistert war, kam ich nie dazu mir die Fortsetzungen anzuschauen. Dieses Versäumnis wollte ich schon lange ändern, doch waren meine Erinnerungen an den ersten Teil bereits zu sehr verblasst, als dass ich direkt mit „Dawn of the Planet of the Apes“ hätte einsteigen wollen. Wie schon bei der Erstsichtung, hat mich die Geschichte um Caesar und seine Ersatzfamilie ziemlich bewegt. Aufgrund des radikalen Neuanfangs ist der Film für mich auch eines der wenigen wirklich gelungenen Reboots: Er kann völlig eigenständig neben dem Original „Planet der Affen“ aus dem Jahr 1968 existieren.

Die Tricktechnik wirkt nach sieben Jahren in manchen Einstellungen bereits ein wenig angestaubt, doch kann der Film in seiner wunderbar emotionalen Handlung nach wie vor komplett überzeugen. Ich hatte mehrfach Tränen in den Augen und konnte die Beziehung zwischen Caesar und Will sowie seinem Vater wunderbar nachfühlen – selbst wenn die Geschichte teils ein wenig forciert wirkt und nicht wirklich subtil inszeniert wurde. Auch die großen Actionszenen gegen Ende überzeugen durch einen nachvollziehbaren Aufbau und emotionale Momente. Das Finale, das im Abspann wunderbar effizient weitererzählt wird, erinnerte mich gar an einen anderen Film mit Affen im Titel, nämlich Terry Giliams großartigen „12 Monkeys“.

Fazit

Nachdem ich meine Erinnerungen an den Film wieder aufgefrischt habe, bin ich a) erneut ziemlich begeistert und freue mich b) nun umso mehr auf die beiden Fortsetzungen. Zu diesen könnt ihr hoffentlich in den nächsten Tagen Besprechungen auf meinem Blog finden: 8/10 Punkte.

Allein mit Onkel Buck – OT: Uncle Buck (1989)

Nach der geschäftlichen Weihnachtsfeier Freitagabend, ging es heute mit dem Weihnachtsbaumkauf und dem ersten Auftritt des Kinderchors am Weihnachtsmarkt entsprechend festlich weiter. Fast schon anstrengend. Mich hat inzwischen die erste richtig fiese Erkältung des Jahres fest im Griff, weshalb ich abends Lust auf leichte Unterhaltung hatte. Die Wahl ist auf „Allein mit Onkel Buck“ und damit auf einen weiteren John-Hughes-Klassiker gefallen…

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine typische Komödie der 80er Jahre

Stand vor zwei Wochen erst „Ein Ticket für Zwei“ auf dem Programm, kam in „Allein mit Onkel Buck“ erneut das Traumpaar John Hughes und John Candy zusammen. Der Ton und der Humor des Films sind erneut so typisch für Hughes, dass es eine Freude ist. Auch wenn ich mich nur noch an wenige Szenen erinnern konnte, so muss ich „Uncle Buck“ in meiner Jugend doch zumindest einmal gesehen haben – zu ikonisch ist John Candy in der Rolle des sympathischen Junggesellen. Mit Macaulay Culkin (bekannt aus „Kevin: Allein zu Haus“, ebenfalls nach einem Drehbuch von John Hughes) gibt es einen weiteren Star der 80er zu sehen.

Die Handlung des Films ist weder sonderlich ausgefallen, noch überraschend. Nein, man bekommt einen Handlungsverlauf zu sehen, den man auch ziemlich exakt so erwarten würde. Das macht aber nichts, denn „Allein mit Onkel Buck“ lebt von seiner Situationskomik, seinen emotionalen Momenten und seinen Schauspielern. In Kombination ergibt das eine wunderbare 80er-Jahre-Komödie, die man sich auch heute noch wunderbar anschauen kann.

Fazit

Auch wenn „Allein mit Onkel Buck“ nicht mit den ganz großes John-Hughes-Klassikern mithalten kann, so ist es doch eine famoser Komödie – gerade für Fans von John Candy. Die schöne Botschaft des Films macht ihn zudem prädestiniert dafür, in der Vorweihnachtszeit geschaut zu werden: 8/10 Punkte.