Planet der Affen: Prevolution – OT: Rise of the Planet of the Apes (2011)

Gestern Abend habe ich einen weiteren Blockbuster des vergangenen Jahres nachgeholt. Auch „Planet der Affen: Prevolution“ hätte ich gerne auf der großen Leinwand gesehen, doch konnte mich der Film auch auf dem heimischen Sofa überzeugen. Als ich von einem Neustart der Reihe hörte, war ich zunächst jedoch skeptisch. Komplett computergenerierte Affen? Ein inhaltlicher Bruch mit den Filmen der 60er/70er Jahre? Kann das wirklich gut gehen?

Das Experiment ist geglückt. Tim Burton hatte ja bereits 2001 versucht dem Franchise neuen Schwung zu verleihen und ist damit gnadenlos gescheitert. Besonders Kritiker ließen an dem Remake des 1968er „Planet der Affen“ kein gutes Haar, was vermutlich auch ein Grund ist, warum man mit „Rise of the Planet of the Apes“ – so der Originaltitel des jüngsten Films – einen radikalen Neuanfang wagte. Sowohl inhaltlich, als auch inszenatorisch hat man sich auf neues Gebiet gewagt und damit den einzig richtigen Weg eingeschlagen, um sowohl Fans der Reihe als auch neue Zuschauer gleichermaßen zu begeistern.

Wenn man ehrlich ist, dann ist die Handlung des Films nicht sonderlich innovativ. Man hat den Ursprung des Aufstiegs der Affen an die heutige Zeit angepasst: Die atomare Bedrohung wurde durch die Gentechnik ersetzt. Wie bereits im 1972er „Eroberung vom Planet der Affen“ steht ein Schimpanse namens Caesar im Mittelpunkt der Handlung, doch waren damals Rassenunruhen der thematische Hintergrund, steht heute die Selbstbestimmung der Natur im Zentrum. Der Ablauf der Handlung ist somit vorgegeben und weist nur wenige Überraschungen auf. Dennoch ist der Film wunderbar mitreißend erzählt.

Wie kaum ein zweiter Blockbuster der letzten Jahre setzt „Planet der Affen: Prevolution“ auf Emotionen, um seine Geschichte zu erzählen. Dies ist umso bemerkenswerter, da die tierischen Hauptfiguren komplett aus Bits und Bytes bestehen. Dank Einsatz des hochentwickelten Performance Capture-Verfahrens gelingt es jedoch die Darbietungen der Schauspieler – allen voran Andy Serkis (Gollum, „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“) – nahezu 1:1 auf die computergenerierten Figuren zu übertragen. Der Effekt ist atemberaubend – und das weniger vom visuellen Standpunkt, als vom emotionalen her gesehen. So erlebt man echte Charaktere mit echten Gefühlen. Großartig!

Mich hat „Planet der Affen: Prevolution“ wirklich wunderbar unterhalten. Die mitreißende Inszenierung lässt glücklicherweise über so einige Logikfehler hinwegsehen und die emotionale Wucht der Geschichte ist unerwartet unmittelbar. Nach dem Ende des Films wollte ich sofort wissen, wie es weitergeht und ich hoffe sehr, dass eine Fortsetzung geplant ist. Starkes Blockbusterkino, das besonders für den VFX-Einsatz neue Maßstäbe setzt. Inhaltlich nur ein Prolog, doch einer, der unbeschreiblich viel Lust auf mehr macht: 8/10 Punkte.

13 Gedanken zu “Planet der Affen: Prevolution – OT: Rise of the Planet of the Apes (2011)

  1. Hat mich von den vielen großen Produktionen des letzten Jahres auch am meisten beeindruckt und berührt. Es braucht auch schon einiges an Mut, die doch schon bekannten Darsteller wie Franco und Pinto so deutlich hinter einen computeranimierten Affen zu stellen. Allerdings brauche ich nicht wirklich eine Fortsetzung, da der Abspann für mich alle Fragen beantwortet – neben dem Abspann von „Super 8“ sicherlich der genialste seit langer Zeit.

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  2. Ja, sehr schöner Film. Ich brauche auch keine Fortsetzung, alleine schon weil da so viel bei schief gehen kann… und ich finde, dann wird auch immer ein bißchen des ersten Teils mit kaputt gemacht.

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  3. @juemikjmk: Kann ich nur unterschreiben. Eine CG-Figur ins Zentrum zu stellen war mutig und dennoch der einzig richtige Weg.

    @Dos Corazones: Ja, der Abspann war famos gelöst. Hatte etwas von „12 Monkeys“. Dennoch würde ich mich über eine Fortsetzung freuen, da man die Weiterentwicklung sehr schön mit heutiger Technik zeigen könnte. Beim gleichen Team würde ich mir da auch wenig Sorgen um die Qualität machen.

    @Xander81: Wie gesagt glaube ich, dass eine gut gemachte Fortsetzung im Geiste dieses Teils durchaus noch etwas zur Gesamtreihe beitragen kann. Stefan schrieb mir heute, dass anscheinend eine Art Kriegsfilm geplant sei, was meiner Meinung nach ein interessanter Ansatz sein kann.

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  4. Du hast ja richtig Zeit zum Filme schauen.
    An neue Filme traue ich mich in letzter Zeit garnicht ran, da ich jeden Film in 2-3 Teilen schauen muss. Sowas hasse ich normalerweise, aber entweder so, oder garnicht!

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  5. Ja, so ein zweiwöchiger Urlaub ist wunderbar, um den Stapel der ungesehenen Filme einmal wieder abzuarbeiten. Unsere Kleine schläft ab 20 bis 21 Uhr auch relativ zuverlässig, wodurch dem Filmgenuss – außer der eigenen Müdigkeit – nur wenig im Weg steht… 😉

    Aber mit dem Urlaub und dem exzessiven Filmkonsum ist es nun auch wieder vorbei. Unter der normalen Arbeitswoche komme ich auch gar nicht zum Filme schauen. Insofern kann ich dein Dilemma schon gut nachvollziehen.

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  6. Den fand ich wider Erwarten auch sehr gut. Nach dem bösen Burton-Remake war ich ja eher skeptisch. Aber die Story überzeugt. Reboot der Affen ist daher wohl gelungen. Mal schauen, wie es weiter geht…

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  7. Anscheinend sind sich die meisten Filmfreunde einig, dass wir es hier mit einem gelungenen Reboot zu tun haben. Ist auch eher selten. Ich bin nun sehr gespannt, was die Zukunft bringt und hoffe auf mindestens noch einen gelungenen Brückenteil.

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      • Wobei „Schlacht um den Planet der Affen“ ja eher zu den Zeitpunkt ansetzt, als die Affen schon an der Macht sind. Ich könnte mir als aktuelle Fortsetzung eher den weiteren Aufstieg vorstellen. So oder so bin ich sehr gespannt!

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  8. Pingback: Meine 5 liebsten (echten) Tiere aus Film oder Serie | moviescape.blog

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