Gremlins: Kleine Monster (1984)

Vermutlich kennt jeder Phasen, in denen es als besonders cool gilt, bestimmte Filme zu sehen. Als Teenager sind das dann Werke wie „Tanz der Teufel“, „Dawn of the Dead“ oder „Braindead“. Doch auch in der Grundschule gab es bereits solch angesagte Filme. Neben den „Ghostbusters“-Filmen („Voll der eklige Schleim und gruselige Monster!“) stand Joe Dantes „Gremlins“ („Da wird ein Monster in den Mixer gesteckt und es zerplatzt ganz eklig!“) ganz oben auf der Liste. Ob es ein Zufall ist, dass die angesagten Filme stets aufgrund ihres besonders hohen Schleim- und Ekelfaktors cool waren?

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Manche Filme aus dieser Zeit überdauern den momentanen Hype. Dazu gehört auch „Gremlins“. Der Spannungsaufbau ist ruhig und langsam. Es herrscht die typsiche 80er Jahre Atmosphäre und – als Kenner des Films – fühlt man sich sofort wieder wohl in dieser besonderen Weihnachtsnacht. Die Figuren sind allesamt sehr sympathisch und werden von ihren Schauspielern glaubwürdig dargestellt. Aufgefallen ist mir wieder einmal besonders Corey Feldman, der sich anscheinend in all meinen liebsten Filmen aus der Kindheit rumtreibt.

Die eigentlichen Hauptdarsteller sind allerdings eindeutig die Kreaturen. Was hier allein durch Puppentricks entsteht, ist – aus heutiger Sicht – der pure Wahnsinn. Sicher merkt man den Effekten ihr Alter an, doch mich können die süßen Mogwais und die fiesen Gremlins auch heute noch überzeugen. Wirklich fantastisch und irgendwie zeitlos. Vielleicht sehe ich das auch nur so, weil mich diese Art von Film durch die Kindheit begleitet hat. Schwer zu sagen.

Die Geschichte lockt heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Allerdings weiß ich noch ganz genau, wie ich damals mit leuchtenden Augen einem Freund zugehört hatte, der von den „Gremlins“ erzählte. Die drei Regeln: Nicht mit Wasser in Kontakt bringen, nicht dem Sonnenlicht aussetzen und niemals nach Mitternacht füttern. Allein durch die Erzählung haben sich diese Regeln bei mir ins Gedächtnis gebrannt und ich war so unglaublich gespannt auf diesen Monsterfilm.

„Gremlins“ hat fast nichts von seinem Charme verloren. Auch heute noch zündet das Feuerwerk aus bösem, schwarzem Humor und Familienfilm. Um jedoch in den vollen Genuss zu kommen, muss man wohl eine persönliche Bindung zu den kleinen, (anfangs) pelzigen Tieren haben: 9/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Gremlins: Kleine Monster (1984)

  1. Fast ein Instant-Klassiker. Leider habe ich Teil 2 vor dem ersten gesehen. (War beim Kinostart noch klein.) Ich liebe Gizmo. Und überhaupt: Mrs. Deagle. *grins* Böse alte Frauen im Film – ein eigenes Genre.

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  3. Ja, die Dame mit dem Treppenlift. Daran muss ich immer noch denken, wenn ich die Werbung im TV sehe … 🙂

    Und Braindead habe ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Mir wird dummerweise immer während dieser Vannillecreme-Szene schlecht (Stichwort Ohr). Beim Essen bin ich pingelig. 😉

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  4. @ bullion: Ooooh ja, die war irre geil! Oder auch (Klassiker!) die Mütter in „Ödipussy“, Bette David in „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“, die Bösewichtinnen bei Walt Disney (Yzma, Medusa, Cruella de Ville, Ursula die Meerhexe), Ortrud Beginnen in „Pappa ante portas“.

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  5. @ fernseherin: Auch meine „Braindead“-Sichtung liegt sehr lange zurück. Irgendwo muss noch das alte UK-Tape rumliegen, das ich mir damals auf Kursfahrt in London gekauft habe. Dafür habe ich kurz nach dem „Der Herr der Ringe“-Erfolg „Bad Taste“ im Kino bewundern dürfen. Auch ein toller Film. Die Ohr-in-Pudding-Szene gehört (neben der Hundeszene) aber wirklich zu den ekligsten des Films.

    @ andreschneider: Loriots Frauenfiguren sind auch immer wirklich ganz besondere Charaktere. Die beiden Klassiker sollte ich mir auch mal wieder anschauen. Bette Davis „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ steht dagegen schon länger auf meiner to see-Liste. Es fehlt allein die Zeit.

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  6. Und da wollte ich noch fragen, ob du Bad Taste kennst … war ja klar.
    Ich habe vor ein paar Jahren Braindead im Kino gesehen (war für mich das erste Mal). Das kann ich jedem empfehlen, selten so gelacht. Ein idealer Publikumsfilm.

    Waren aber auch keine Boa-voll-hammer-ey-Teenager anwesend (mit ein Grund, weshalb ich mir Spider Man 3 am Vorabend auf Englisch angesehen habe – wenn ein Film schon nicht so toll ist, kann ich mir wenigstens das Geblöke während der Liebesszenen sparen).

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  7. „Braindead“ hätte ich vor ein paar Jahren auch im Kino sehen können. Sogar Peter Jackson wäre anwesend gewesen. In meinem jugendlichen Leichtsinn bin ich damals aber lieber auf irgendeine Party. Das bereue ich heute noch. Einer der größten Fehler meiner Jugend.

    Nerviges Publikum finde ich auch schrecklich. Leider kann ich meine Mitseher selten überreden ins Fremdsprachenkino zu gehen. Bei „Hot Fuzz“ wird die O-Ton-Sichtung allerdings Pflicht!

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