Planet der Affen – OT: Planet of the Apes (1968)

Mit „Planet der Affen“ verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Die Filmreihe lief sonntags häufig am späten Nachmittag im Fernsehen und ich erinnere mich – obwohl mein TV-Konsum damals sehr eingeschränkt war – doch an einige Sichtungen. Besonders das Ende hat mich lange beschäftigt. Mein erster großer story twist – ein denkwürdiges Ereignis.

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Seit meiner Kindheit habe ich der Filmreihe keinerlei Beachtung mehr geschenkt. Ganz im Gegensatz zu anderen wichtigen Filmen – „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Star Wars“ etc. – dieser Zeit. Das liegt vielleicht auch daran, dass „Planet der Affen“ schon immer düsterer und nicht auf die reinen Unterhaltungsaspekte ausgelegt war. Er fügt sich somit eher in die Reihe düsterer Zukunftsvisionen, wie „Logan’s Run“ oder „Soylent Green“, ein und spart nicht an Gesellschaftskritik und Doppeldeutigkeiten.

Auch heute noch gelingt es Franklin J. Schaffners Film mich mitzureißen. Allerdings aus anderen Gründen. Ich kenne die Geschichte und bin mir deren Wendung bewusst. Charlton Hestons Charakter erscheint mir nicht mehr wie ein strahlender Held, sondern tatsächlich wie ein Relikt aus der Hochzeit der gewaltbereiten Menschen. Allerdings kann ich nicht klar abschätzen inwiefern dies beabsichtigt war, denn das harte, machohafte Auftreten – das heute etwas antiquiert wirkt – war in den Filmen der 60er/70er Jahre oft noch typisch für die Zeichnung des Helden. Egal wie man es sieht: Im Film funktioniert es tadellos und es dient – wenngleich auch unter eventuell anderen Gesichtspunkten – der Geschichte.

Besonders fasziniert war ich von der grandiosen Inszenierung. Speziell in der ersten halben Stunde fühlt man sich wahrlich wie auf einem anderen Planeten. Tolle Weitwinkeleinstellungen und außergewöhnliche Perspektiven schaffen eine fremdartige Atmosphäre. Wirklich sehr gelungen. Neben der Kamera sind vor allem die Masken grandios gelungen. Zu großen Teilen absolut glaubwürdig und mit Leben erfüllt.

„Planet der Affen“ zählt nicht ohne Grund zu den Klassikern des Sci-Fi-Kinos. Auch wenn der Film heute etwas angestaubt wirkt – was hauptsächlich dem antiquierten Heldentypus zuzuschreiben ist – weiß die Geschichte immer noch voll und ganz zu überzeugen und funktioniert in beinahe jeder Hinsicht besser, als Burtons Remake. Pflichtprogramm für Kinofreunde: 9/10 Punkte.

25 Gedanken zu “Planet der Affen – OT: Planet of the Apes (1968)

  1. Für alle, die den Film noch nicht kennen sollten: Es folgt ein dicker Spoiler!

    Die große Überraschung war, dass sich Taylor samt Crew nicht auf einem anderen Planeten befunden haben, sondern auf der Erde – nur zu einer anderen Zeit. Das Bild mit der zerstörten Freiheitsstatue am Ende ist aus der Popkultur seitdem nicht mehr wegzudenken.

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  2. Seltsam, auch ich habe das Original nie gesehen, aber das Bild von der versunkenen Freiheitsstatue kann ich blind dazu herauskramen. Mein Bruder hat schon angekündigt, alle Planet of the Apes-Filme zu kaufen, wenn die entsprechende Box mal richtig günstig wird. Bis dahin guckt er weiter billig eingekaufte Stan Laurel & Oliver Hardy-Filme aus der Stummfilm-Ära.

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  3. @ Kaiser_Soze: Ja, bis Ende des Monats arbeite ich nur sporadisch. Die Zeit dazwischen nutze ich – wie man sieht – noch einmal ausgiebig für diverse Sichtungen. Ich muss ja schließlich vorarbeiten, denn in knapp zwei Wochen ist dann Schluss mit lustig! 😉

    @ Inishmore: Dem Bild entkommt man auch nicht so schnell. Ob bei den „Simpsons“ oder sonstigen Parodien. Ich habe die „Planet der Affen“-Box übrigens günstig bei Amazon.de erstanden: Die 5 Originalfilme, sowie Tim Burtons Remake und die komplette TV-Serie für knapp 35,00 Euro. Da kann man nicht viel falsch machen!

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  4. Pingback: Rückkehr zum Planet der Affen - OT: Beneath the Planet of the Apes « Tonight is gonna be a large one.

  5. Es gibt Menschen, die wissen nicht wie „Planet der Affen“ endet, da gibt es auch sicher Leute die nicht wissen was bei „Psycho“ so beim Duschen passiert. 😉

    Deshalb hat man beim Remake wahrscheinlich auf die Szene mit der Freiheitsstatue verzichtet und versucht ein anderes „überraschendes“ Ende zu erfinden. Das hat den Film dann aber auch nicht wirklich retten können, im Gegensatz zum Original war das Remake eben bestenfalls gute Unterhaltung.

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  6. Stimme dir voll und ganz zu. Ich fand das Remake auch nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich zum Original eben alles andere als überragend. Gerade wenn man bedenkt, dass Tim Burton am Werk war doch eine kleine Enttäuschung…

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  7. Ja, die Original-Planet-der-Affen-Filme fand ich auch sehr gut. Ich habe mir vor längerer Zeit schon mal die Box mit den Klassikern von einem Bekannten ausgeliehen und auch innerhalb ziemlich kurzer Zeit angeschaut. Hatte ein bisschen was von einer TV-Serie, denn die restlichen Teile bauen ja alle ziemlich aufeinander auf.

    Eure Einschätzung zum Remake teile ich ebenfalls. Keinesfalls schlecht, aber im Vergleich zum Original fällt er trotzdem ab. Obwohl ich das alternative Ende mit „Ape Lincoln“ auch ganz nett fand. 😉

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  8. Stimmt, den Eindruck einer TV-Serie hatte ich auch etwas. Bin im Moment aber erst beim zweiten Teil angelangt. Bei der Box ist ja auch die richtige TV-Serie dabei, die ich noch gar nicht kenne. Man darf gespannt sein.

    Die Vorlage von Pierre Boulle wollte ich mir auch schon länger einmal zu Gemüte führen, da ich das Thema an sich sehr interessant finde.

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  9. Die „richtige“ TV-Serie kenne ich auch nicht. Die war in der alten Box damals noch nicht dabei … aber vielleicht lege ich mir die Box auch mal noch selbst zu, wenn der Preis wieder etwas sinkt.

    Die Buchvorlage könnte in der Tat auch interessant sein. Aber das nehme ich mir gar nicht erst vor, denn bei den Büchern sieht’s bei mir fast noch schlimmer aus, als bei den DVDs …

    Gerade gestern, als ich im Filmrätsel „Bicentennial Man“ erraten ließ, dachte ich, ich könnte eigentlich auch mal was von Asimov lesen. Ganz zu schweigen von Philip K. Dick, den habe ich schon viel länger im Auge … 😉

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  10. Das mit den Büchern kenne ich nur zu gut! Mit viel Glück schaffe ich eins im Monat. Viel zu wenig, aber irgendwie komme ich nur abends zum lesen. Man müsste sich viel gezielter die Zeit dazu nehmen.

    „Bicentennial Man“ kenne ich noch gar nicht, deshalb habe ich mir beim Rätsel auch sehr schwer getan. Vielleicht das nächste Mal! 😉

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  11. Du kennst den „200 Jahre Mann“ noch nicht? Den kann ich Dir nur empfehlen. Ich mag den Film sehr. Auch wenn er, ganz im Gegensatz zur anderen Asimov-Verfilmung „I, Robot“, eher leise Töne anschlägt. Oder vielleicht gerade deswegen …

    Tja, da Du momentan ja genug Zeit hast, könntest Du heute mittag die Chance nutzen – um 12:00 Uhr stellt Tobias das nächste Rätsel … 😉

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  12. Ich denke einruhigerer Ansatz kann für eine Asimov-Verfilmung auch nicht schaden. „I, Robot“ ist – trotz netter Ansätze – leider zum Will Smith-Vehikel verkommen. Unterhaltsam aber man hätte einiges mehr aus der Geschichte machen können.

    12:00 Uhr hört sich gut an. Wenn ich am Rechner bin, bin ich dabei! 🙂

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