Ready Player One (2018)

Aktualisierung: Ich habe „Ready Player One“ am 1. November 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Anlässlich unseres Hochzeitstags haben wir uns gestern endlich einmal wieder ins Kino begeben, d.h. eigentlich waren wir einkaufen, im Kino, lecker essen und sind durch die lauschige, abendliche Stadt geschlendert. Eben alles, was man so macht, wenn man die Kinder nicht dabei hat. Doch zurück zum Film: Da ich das Buch liebe, war es mir auch wichtig, „Ready Player One“ auf der großen Leinwand sehen zu können. Auch wenn die Vorstellung leider nicht im Originalton war, so war die Sichtung dennoch ein echtes Erlebnis…

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

„Going outside is highly overrated.“

Ich war schon vor meiner Sichtung des Films gewarnt, dass er sich in vielen Dingen vom Buch unterscheidet. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, kann ich euch den Artikel „Warum Ready Player One wunderbar und grauenvoll zugleich ist“ von Thilo vom Nerd-Wiki ans Herz legen, in dem er viele Abweichungen aufzählt. Ich ging also nicht unvorbereitet in den Film – und ja, auch ich hätte lieber die Schlüssel-Quests aus Ernest Clines Romanvorlange in der Verfilmung von „Ready Player One“ gesehen. Immerhin hatte ich mich vorbereitet und mit „WarGames: Kriegsspiele“ einen der zentralen Bezugspunkte der Vorlage nachgeholt. Dennoch muss ich zugeben, dass auch „The Shining“ als interaktiver Film in The OASIS wunderbar funktioniert. Schmerzhafter ist da schon die erste große Action-Szene: ein vollgestopftes Autorennen, das zwar atemberaubend inszeniert ist, jedoch letztendlich auch ziemlich austauschbar bleibt. Hier hätte ich lieber eine behutsamere Annäherung an The OASIS gesehen. Unterhalten wurde ich davon dennoch famos.

Überhaupt ist „Ready Player One“ gespickt von unterhaltsamen Elementen, die jedoch oft das Gefühl vermitteln, dass man Themen und Referenzen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner für das Kinopublikum runtergebrochen hat. Häufig lässt das Drehbuch die Akteure Anspielungen noch dreimal wiederholen, bis auch der letzte Zuschauer sie einordnen kann. Das ist zwar einerseits verständlich, andererseits aber auch extrem schade, zumal das detektivische Nachforschen in James Hallidays Vergangenheit, und somit in der Popkultur der 80er, im Film nur einen Bruchteil ausmacht. Hier hätte ich mir oftmals einen anderen Fokus gewünscht, doch da spricht eindeutig der Kenner der Vorlage aus mir, denn isoliert betrachtet macht Steven Spielbergs Adaption nahezu alles richtig und vergeht wie im Flug. Am Ende dachte ich mir: Das sollen 140 Minuten gewesen sein? Ich will zurück in The OASIS!

„The farther I went, the more confident I became.“

So hin- und hergerissen ich aufgrund so mancher Änderung in der Handlung auch bin, so begeistert war ich von der formalen Umsetzung: The Stacks sahen genauso aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte. The OASIS ist eine großartig gestaltete virtuelle Welt, die genau zum richtigen Maß künstlich wirkt. Ja, man fühlt sich wie in einem Videospiel und eben auch nicht. Diese Gratwanderung zwischen Glaubwürdigkeit – nach unserem heutigen, technischen Verständnis – und völlig abgefahrenen Sci-Fi-Elementen haben Spielberg und sein Team perfekt getroffen. Dies spiegelt sich auch gerade im Charakterdesign der Avatare wider, die zwar künstlich wirken, aber doch die gesamte Bandbreite an Emotionen darstellen können und somit zu echten Persönlichkeiten werden. Nimmt man noch Alan Silvestris Score dazu, der nicht von ungefähr an „Zurück in die Zukunft“ erinnert, dann steht einer Rückkehr in die virtuellen 80er Jahre nichts mehr im Wege.

Mit zunehmender Laufzeit hatte ich mich auch an die Abweichungen von der Vorlage gewöhnt und konnte den Film als alternative Version genießen. Dies hat auch im letzten, größtenteils in der Realität spielenden, Drittel ausgezeichnet funktioniert, was auch an den passend gewählten Schauspielern (u.a. Simon Pegg) liegt. Gerade das sehr reduzierte und überhaupt nicht mehr bombastische Finale zwischen Wade und Halliday fand ich sehr gelungen. Hier hat man verschiedene Elemente der Vorlage genommen und auf die Essenz reduziert. Natürlich hätte ich gerne mehr vom virtuellen Abbild von Hallidays perfektem Tag in den 80ern in The OASIS gesehen, doch das Gefühl und der Kern sind geblieben. Und letztendlich ist es ja das, was eine gelungene Adaption ausmacht.

Fazit

Auch wenn „Ready Player One“ seiner Vorlage nicht das Wasser reichen kann, und ich mit einigen Entscheidungen nicht zufrieden bin, so mochte ich Spielbergs Version doch sehr. Sie transportiert das Gefühl von The OASIS perfekt auf die Leinwand und schafft es, den Kern der Figuren zu treffen. Dennoch komme ich nicht umhin, den Vergleich zur großartigen Vorlage zu ziehen, die in nahezu allen Belangen besser funktioniert. Letztendlich werde ich beiden Versionen jedoch gerne wieder einen Besuch abstatten und mich an dieser großen, bunten Welt erfreuen: 8/10 Punkte.

Passengers (2016)

Zeitumstellung! Die ideale Gelegenheit also, um sich mit einem Raumschiff auf eine 120 Jahre dauernde Reise zu begeben. Somit haben wir auf der Avalon eingecheckt und uns mit „Passengers“ auf die Reise nach Homestead II begeben. Ob sich die lange Reise gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Passengers (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Passengers (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!

Morten Tyldums „Passengers“ hat nicht die besten Kritiken bekommen. Als Romanze im All verschrien, waren viele Sci-Fi-Fans wohl ziemlich enttäuscht. Meine Erwartungen waren folglich nicht zu groß und ich habe mir am ehesten schöne 3D-Bilder erhofft. Die bekam ich auch zu sehen, denn der Film sieht wahrlich fantastisch aus! Die Tiefe des Raums ist nahezu greifbar und Schauplätze, wie der Infinity Pool im Weltall, sorgen für so manchen Wow-Effekt. Audiovisuell ist „Passengers“ ein großes Vergnügen, doch die eigentliche Überraschung war, dass er mich auch inhaltlich zu überzeugen wusste.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich mit „The Dark Forest“ und seinem Nachfolger „Death’s End“ zurzeit ausführlich mit Hibernation und Langstreckenflügen unter Lichtgeschwindigkeit auseinandersetze. Die hier aufgemachte Prämisse fand ich somit sofort spannend und erzählenswert. Im Verlauf des Films kommt Drehbuchautor Jon Spaihts mit unzähligen Ideen um die Ecke, aus denen man eigene Filme hätte machen können. Vielleicht wirkt die Geschichte deshalb insgesamt ein wenig unrund und zusammengewürfelt. Für mich hat die Romanze nur einen kleinen Teil ausgemacht und das Drama um Jim Prestons (Chris Pratt) Entscheidung war für mich der Kern des Films. Hier hätte das Skript für mich gerne noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können. Jedoch fand ich die angedeuteten Konsequenzen spannend genug, um mich bei der Stange zu halten – und selbst das Ende konnte mich überzeugen, wenngleich ich Auroras bewusste Entscheidung, nicht mehr in die Hibernation zu gehen, ein wenig plakativ als Geste der Vergebung fand.

Fazit

Was hätte man alles aus der Geschichte machen können? Einen Mystery-Thriller, ein Beziehungsdrama oder einen Sci-Fi-Actionfilm. Letztendlich steckt von alldem alles ein wenig in „Passengers“ – und für mich hat dieser Mix, auch dank des famosen Zusammenspiels von Jennifer Lawrence („The Hunger Games“) und Chris Pratt („Guardians of the Galaxy“), fabelhaft funktioniert. Für mich eine durchwegs positive Überraschung, die zudem tolle Bilder bietet: 8/10 Punkte.

Kong: Skull Island (2017)

Was für eine Woche. Tagsüber gearbeitet, abends das kranke Kind versorgt und nachts mit vielen Unterbrechungen nur sehr wenig geschlafen. Zeit für das Wochenende, Zeit für einen Film. Die Wahl fiel auf „Kong: Skull Island“ und das war auch gut so, denn dieser Art von Film hat es vielleicht nicht so sehr geschadet, dass wir ihn mit mehreren Pausen über fast vier Stunden strecken mussten. Ob sich die Reise nach Skull Island für uns dennoch gelohnt hat?

Kong: Skull Island (2017) | © Warner Home Video

Kong: Skull Island (2017) | © Warner Home Video

Perfekt inszenierte Monster-Action

Noch bevor es nach Skull Island geht, lebt der Film seine 70er-Jahre-Ästhetik großzügig aus. Man fühlt sich in einer Art Parallelwelt, in der „Apocalypse Now“ bereits die Popkultur der Vietnamkriegs-Ära geprägt hat und die Soldaten sich dessen völlig bewusst sind. In seinem Prolog wirkt „Kong: Skull Island“ dadurch wie ein Meta-Kommentar, was ich stilistisch durchaus spannend fand. Auch auf der Insel wird diese Ästhetik beibehalten und mit bombastischer Monster-Action kombiniert. Und wenn ich schreibe bombastisch, dann meine ich das auch so. Der Film sieht unglaublich gut aus und die Balance aus gebauten Sets und CGI funktioniert tadellos. Gerade in 3D sind die oft weitläufigen Landschaftsaufnahmen ein wahrer Augenschmaus. Selbst die großen Kampfszenen sind stets übersichtlich und ohne hektische Wackelkamera inszeniert, was für Freunde von Monster-Filmen, zu denen ich mich zweifellos zähle, ein großes Vergnügen ist.

Auf der inhaltlichen Seite hat „Kong: Skull Island“ dagegen weniger zu bieten. Dennoch funktioniert die Handlung für mich tadellos als geradlinige Abenteuergeschichte. Die Charaktere sind durchaus brauchbar und ihnen wird von der hochkarätigen Besetzung, u.a. Brie Larson („Raum“) oder Tom Hiddleston („Crimson Peak“), ausreichend viel Leben eingehaucht. Im Vergleich zu Peter Jacksons „King Kong“ aus dem Jahr 2005 ist dieser neue Auftritt des gigantischen Affen inhaltlich aber eher schwach auf der Brust.

Fazit

Mir hat „Kong: Skull Island“ extrem viel Spaß gemacht, was mit Sicherheit an meinem Faible für Monsterfilme liegt. Auch wenn mich unzählige Unterbrechungen immer wieder aus dem Film gerissen haben, so ist mein Gesamteindruck doch gut genug, um gespannt zu sein, wie sich Kong mit „Godzilla“ in einem gemeinsamen Film vereinbaren lässt: 7/10 Punkte.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind″ am 10. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einer ruhigen Woche auf meinem Blog, freue ich mich darauf pünktlich zum Wochenende einen neuen Film zu besprechen: Die Wahl ist heute auf „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gefallen. Wieso? Ich habe die Podcasts der Second Unit zur „Harry Potter“-Reihe zu Ende gehört und nun wieder Lust bekommen, in diese Welt abzutauchen. Die originalen acht Filme wären mir zu zeitaufwendig und diesen ersten Teil der neuen Saga wollte ich ohnehin schon länger schauen…

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Willkommen bei den amerikanischen Zauberern

Im Gegensatz zu den Filmen der „Harry Potter“-Reihe, spielt „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ in den USA. New York City, um genau zu sein. Und zwar im Jahr 1926. Im Grunde hat man es also mit einem Prequel zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zu tun, was wohl in den kommenden Teilen noch weiter ausgebaut werden soll. Hier fand ich es jedoch ganz angenehm, dass die Bezüge zum berühmten Original eher subtil sind. Der Film fühlt sich aufgrund seiner Zeit und seines Schauplatzes auch ganz anders an, als die acht Filme rund um Harry Potter. Dennoch fand ich es herrlich, wieder sich bewegende Bilder sowie herumfliegendes Geschirr zu sehen – gerade in 3D ein visuelles Vergnügen.

Mit Newt Scamander begegnen wir auch einer neuen Hauptfigur, die in unserer Realität der fiktive Autor des titelgebenden Sachbuchs „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist. Eddie Redmayne macht seine Sache zwar durchaus gut, doch kann ich mich mit seiner Art zu schauspielern nicht so richtig anfreunden (siehe auch „Jupiter Ascending“). Am meisten begeistert hat mich wohl Dan Fogler, den ich bereits in „Fanboys“ und der kurzlebigen Comedy-Serie „Man Up!“ sehr mochte, und der hier einen großartigen Auftritt als sympathischer Sidekick hat.

David Yates hat, wie bereits seit „Harry Potter und der Orden des Phönix“, erneut die Regie übernommen und er zeigt, dass er diese magische Welt mühelos inszenieren kann. Gerade die ruhigeren Szenen, oder auch die ausgefallene Nebenhandlung im Koffer, haben mir gefallen. Die Hauptgeschichte jedoch ist leider unfassbar generisch und endet in einem ermüdenden Action-Finale, was viel von der zuvor aufgebauten Atmosphäre kaputt macht.

Fazit

Auch wenn „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ kein perfekter Film ist (oder ein Film, der zu perfekt auf Blockbuster getrimmt wurde), so ist er doch ein großer Spaß für alle Freunde der Zauberwelt. Ich freue mich auf die Fortsetzungen und bin gespannt, für welchen Weg man sich entscheiden wird: Eigenständigkeit oder echtes Prequel. Kann man sich durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

Star Wars: Die letzten Jedi – OT: Star Wars: The Last Jedi (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Die letzten Jedi“ am 14. Oktober 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich am Freitag relativ spontan meinen Eindruck zum Vorgänger aufgefrischt hatte, saß ich gestern Nachmittag im Kino und habe mir „Star Wars: Die letzten Jedi“ tatsächlich noch auf der großen Leinwand angesehen. Die Kinder haben bei den Großeltern übernachtet, weshalb wir danach noch gemütlich Essen gehen konnten und einfach einen wundervollen Abend hatten. Wie groß der Anteil des Films daran war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

Weiterlesen

Star Wars: Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: The Force Awakens (2015) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ am 30. September 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ganz spontan hat es sich doch noch ergeben, dass ich es morgen vermutlich schaffe, mir „Star Wars: Die letzten Jedi“ im Kino anzusehen. Somit habe ich heute, trotz akuter Müdigkeit, den Vorgänger „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ in den Player geschoben, denn die letzte (und bisher einzige) Sichtung liegt inzwischen auch schon wieder zwei Jahre zurück. Was hat sich seitdem verändert?

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Ein nostalgisches Sci-Fi-Abenteuer

Leider habe ich es bisher immer noch nicht geschafft, mir alle bisherigen Teile inklusive „Rogue One: A Star Wars Story“ noch einmal zu Gemüte zu führen. Das war eigentlich mein Plan vor der Sichtung des aktuellen Teils, doch es sollte nicht sein. Wenigstens meine Eindrücke zum direkten Vorgänger wollte ich noch einmal auffrischen – und ja, er wirkt auch heute noch so unterhaltsam, wie beim Kinobesuch vor zwei Jahren. Es ist wirklich bemerkenswert, wie gut J. J. Abrams den Ton der alten Filme trifft. Fast schon zu gut. Mir ist die inhaltliche Verwandschaft zu „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ heute noch stärker aufgefallen als damals, gerade was die grobe Handlungsstruktur angeht. Da merkt man, dass Disney wirklich auf Nummer sicher gehen wollte, was einerseits wunderbar funktioniert, andererseits aber auch jegliche Weiterentwicklung oder Innovation vermissen lässt.

Was die Rückkehr bekannter Charaktere (Han Solo, Chewbacca und Leia Organa) angeht, habe ich den Film heute viel versöhnlicher wahrgenommen. Vielleicht weil ich schon wusste, worauf diese Entwicklung hinausläuft. Richtig begeistert war ich erneut von Rey und Finn sowie dem großen Gegenspieler Kylo Ren. Von diesen Figuren erwarte ich mir so einiges in „The Last Jedi“, auch wenn ich inzwischen weiß, dass die Fortsetzung mehr als kontrovers aufgenommen wird. Wenn Rian Johnson („Looper“) es gelingt, den nostalgischen Flair beizubehalten und dabei eine originellere Geschichte zu erzählen, dann bin ich schon zufrieden.

Fazit

Im direkten Vergleich zu Disneys anderem Sci-Fi-Abenteuer-Franchise „Guardians of the Galaxy“ wirkt „The Force Awakens“ fast schon ein wenig altbacken. Das ist nicht zwangsweise schlecht, denn gerade durch die offen ausgespielte Nostalgie-Karte kann J. J. Abrams‘ Film punkten. Es macht einfach Spaß in dieses nur allzu bekannte Universum zurückzukehren und ich freue mich nun schon richtig auf den zweiten Teil. Ob meine Erwartungen daran erfüllt werden, werde ich in den nächsten Tagen berichten. Die Rückkehr zum ersten Teil der neuen Trilogie hat sich auf jeden Fall gelohnt: 8/10 Punkte.

Eine weitere Besprechung des Films habe ich am 7. Februar 2016 veröffentlicht.

The Great Wall (2016)

Ich war gerade dabei, mich etwas unentschlossen vor das Filmregal zu stellen, da schaute ich noch durch mein Feedly und entdeckte auf dem Medienjournal eine Besprechung von „The Great Wall“. Da der Film bei mir ungesehen im Regal stand, nahm ich das als Wink des Schicksals, packte die 3D-Brillen aus und begab mich ins China der Song-Dynastie…

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Monster, Pfeile und Matt Damon

Da uns der Tag (und mir zudem noch der 7-Kilometer-Lauf) in den Knochen steckte, schien der Fantasy-Action-Kracher genau das Richtige für einen entspannten Filmabend zu sein. Und so war es dann auch: Toll anzusehende Landschaftsaufnahmen (ganz besonders in 3D) läuten den Film ein und ehe man sich versieht, steht man mit Matt Damon und Co. auch schon vor der der Chinesischen Mauer. Dann geht es Schlag auf Schlag und wir werden in einen Kampf gegen unzählige fiese Monster geworfen, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt. Das alles ist sehr turbulent inszeniert und unterhaltsam anzusehen. Speziell die einzelnen Kampftaktiken wirken durchaus innovativ und geben uns ein Gefühl für diese Welt. Leider ist dies auch bitter nötig, denn in den Dialogszenen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

Die Stärke des Films liegt ganz eindeutig in seiner audiovisuellen Opulenz und den mitreißenden Kampfszenen. Die Charaktere (u.a. auch Willem Dafoe) bleiben dagegen leider sehr blass und die Geschichte ist zu vernachlässigen. Matt Damon macht seine Sache als Söldner gut, der sich in dieser fremdem Welt zurechtfinden muss und dabei über sich hinauswächst. Besonders hat mir gefallen, dass die Dialogszenen in Mandarin nicht übersetzt waren und man somit noch mehr in das Setting eingetaucht ist. Überhaupt hätte ich gerne mehr über die Hintergründe erfahren, doch das hat man in dem Drehbuch wohl leider nicht vorgesehen.

Fazit

„The Great Wall“ ist, wie zu erwarten, ein bombastischer Actionfilm mit schönen Bildern und nur wenig Substanz. Das stört aber auch nicht, denn für die mal eben 90 Minuten Laufzeit bietet er gute Unterhaltung und nette Monsterkämpfe. Insofern kann ich mich guten Gewissens bei Wulfs Einschätzung einreihen: 6/10 Punkte.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. Juli 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu, auch der tägliche Film wird bald wieder aus meinem Abendprogramm verschwinden. Nachdem es gestern mit „Lion: Der lange Weg nach Hause“ eher ruhig und dramatisch war, durfte heute mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ die Action und der Irrwitz auf dem Fernseher Einzug halten. Nach „Doctor Strange“ ist dies nun die vorerst letzte Besprechung aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) auf diesem Blog…

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

Perfektes Popcorn-Kino mit einer Prise Wahnsinn

Schon die Eröffnungsszene zeigt uns, welche Art von Humor bei „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ vorherrscht: Da findet der Kampf gegen ein großes, schleimiges Monster fast im Off statt, während Baby Groot im Vordergrund beschwingt zu „Mr. Blue Sky“ des Electric Light Orchestra tanzt. Natürlich ist alles kalkuliert und bewusst inszeniert, doch wirkt diese Nebensächlichkeit in der High-Budget-Superhelden-Welt ziemlich unverbraucht. Da wird für einen kleinen Gag mal eben eine Minute Unsinn animiert, der nichts zur Handlung beiträgt. Herrlich! Doch neben all dem Wahnsinn gibt es tatsächlich auch eine Geschichte, die ich erstaunlich erfrischend fand.

Im ersten „Guardians of the Galaxy“ gab es noch einige inhaltliche Lücken in Bezug auf Peter Quills Hintergrundgeschichte. Diese werden nun aufgelöst – und dass ausgerechnet ein größenwahnsinniger Kurt Russell seinen Vater mimt, passt einfach wunderbar in diese Welt. Nebenbei betritt auch Sylvester Stallone dieses Universum und wir bekommen weitere Völker und Parteien präsentiert. Dadurch fühlt sich die Bühne, auf der unsere Guardians agieren, trotz aller Übertriebenheit, echt und bedeutsam an, was ich für eine ziemliche Leistung halte: Hinter all dem Quatsch stehen erstaunlich viele Emotionen und Charakterentwicklungen.

Fazit

Um zu beurteilen, welcher Teil mir nun besser gefallen hat, hätte ich den Vorgänger noch einmal anschauen müssen. Fest steht für mich jetzt schon, dass sich beide Filme um den ersten Platz aller MCU-Beiträge streiten dürfen. Den dritten Teil kann ich somit kaum erwarten: 8/10 Punkte.

The Jungle Book (2016)

Nach meiner gestrigen Sichtung von „Arielle, die Meerjungfrau“, wende ich mich heute dem modernen Disney-Film zu: Als ich den Trailer zur Realverfilmung des Klassikers „Das Dschungelbuch“ sah, war ich alles andere als begeistert – erstens, dass Disney nun die alten Lizenzen ausgräbt und zweitens, dass der Look so unglaublich künstlich war. Nach etlichen positiven Besprechungen, habe es dann aber doch gewagt, einen Blick auf „The Jungle Book“ zu werden – und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

The Jungle Book (2016) | © Walt Disney

The Jungle Book (2016) | © Walt Disney

Das nächste Level des Animationsfilms

Ich liebe den Originalfilm „Das Dschungelbuch“ aus dem Jahr 1967 und habe ihn in meiner Kindheit unzählige Male gesehen. Ich besaß auch die Hörspielkassette und kann jeden Dialog mitsprechen und jeden Song mitsingen. Zu sagen ich sei skeptisch gewesen, wäre eine Untertreibung. Doch schon nach den ersten paar Sekunden kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: angefangen beim 2D-animierten Disney-Schloss im Intro, dann der herrlich lebendige Dschungel und das wunderbar immersive 3D. Ich war sofort gefangen von dieser Welt, die alle Künstlichkeit des Trailers verloren zu haben schien. Jon Favreau ( bekannt für „Iron Man“) ist hier wirklich ein Meisterstück der Effektgeschichte gelungen. Noch nie zuvor hat sich die Integration von Realfilm und Animation so natürlich angefühlt. Die Szene zwischen Mowgli und Raksha ist extrem beeindruckend und berührend – im wahrsten Sinne des Wortes.

Deutlich düsterer als der Zeichentrickfilm

Anfangs hatten meine Frau und ich noch überlegt, ob wir den Film nicht für eine Sichtung mit dem Zappelinchen aufsparen wollten, doch nun bin ich froh, dass wir uns dagegen entschieden hatten. Man sollte als Eltern wirklich immer selbst einen Eindruck von dem Film bekommen und sich nicht auf die FSK-Freigabe verlassen, denn für Sechsjährige ist „The Jungle Book“ schon ziemlich hart. Überhaupt ist es Jon Favreau und seinem Team gelungen, die Geschichte deutlich erwachsener zu erzählen, ohne dabei den typischen Disney-Charme zu vernachlässigen. Das Resultat ist eben kein klassischer Kinderfilm, sondern eher eine teils düstere Abenteuergeschichte.

So überzeugt ich sowohl von den audiovisuellen als auch inhaltlichen Elementen bin, so enttäuscht war ich vom Wegfall des bittersüßen Finales des Originals, in dem Mowgli zum ersten Mal die Stimme eines Mädchens hört – und dieser zu den Menschen folgt. Das fand ich als Kind immer sehr bewegend – einerseits wunderschön, einerseits auch extrem traurig. Aber vielleicht spart Disney sich das ja für den schon in Aussicht gestellten zweiten Teil auf. Und spätestens bei den fantastischen Closing-Credits hatte mich der Film wieder komplett auf seiner Seite. So viel Spaß hatte ich mit einem Abspann schon lange nicht mehr.

Fazit

Auch wenn ich zu Beginn sehr skeptisch war, konnte mich Disneys erste Realverfilmung eines ihrer Zeichentrick-Klassiker doch wirklich begeistern. Jon Favreau ergänzt das Original um ganz neue Elemente und behält doch den emotionalen Kern bei, von ein paar herrlich eingestreuten Verweisen einmal ganz zu schweigen. Ich hatte wirklich extrem viel Spaß mit „The Jungle Book“ und sehe den weiteren Realverfilmungen nun deutlich freudiger entgegen, denn in dieser Form stellen sie eine gelungene Ergänzung des ursprünglichen Materials dar: 9/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. November 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Den heutigen Tag haben wir genutzt, um mit den Kids in einen Indoor-Spielplatz zu gehen. Entsprechend platt waren wir (ja genau, hauptsächlich wir Eltern) am Ende des Tages. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ in den Player zu schieben. Seit der gestrigen Sichtung des ersten Teils war ich richtig heiß darauf, nach Berk zurückzukehren…

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Größer, weiter, schneller und düsterer

Ja, „How to Train Your Dragon 2“ ist eine typische Fortsetzung. Auch merkt man, dass durch die TV-Serie die Zeit zwischen den beiden Filmen überbrückt wurde. Es gibt einige neue Elemente und die Charaktere haben einen sichtlichen Sprung gemacht. Das fand ich spannend, ist dies in Animationsfilmen nicht häufig der Fall. Doch auch Zuschauer, die, wie ich, direkt zur Fortsetzung gesprungen sind, können der Handlung problemlos folgen. Hicks sieht sich der Herausforderung gegenüber, die Nachfolge der Stammesführung antreten zu müssen. Bei seiner Flucht vor der Verantwortung stolpert er in ein Abenteuer, das ihn zum natürlichen Anführer macht, was sich auch erneut in Ohnezahns Charakter spiegelt. Erneut nicht sonderlich komplex, doch mit vielen schönen Szenen und famos inszenierten Flugszenen angereichert. Coming-of-Age mit Drachen, wenn man so will.

Ich mochte die Dynamik zwischen den Figuren wieder sehr. Auch der Sprung ins Teenager-Alter hat perfekt funktioniert. Die Einführung von Hicks‘ Mutter dagegen wirkte auf mich zu Beginn wie ein Deus-Ex-Machina-Moment, hat dann aber schnell an nötiger Tiefe gewonnen. Leider hat man daraus zu wenig gemacht und ich hätte gerne ein paar mehr Charakterszenen gesehen. Regisseur Dean DeBlois hat jedoch den bombastisch inszenierten Kampfszenen den Vorrang gegeben. Letztendlich funktioniert die Mischung doch wirklich gut, der Film hätte meiner Meinung nach aber noch stärker sein können. Insgesamt eine wirklich gelungene Fortsetzung.

Fazit

Mit „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ habe ich so ziemlich den Film bekommen, den ich nach dem tollen ersten Teil erwartet hatte. Ob der Kinofilm noch einmal besonders auf die Tube drückt, um sich von der TV-Serie abzuheben? Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Allerdings mag ich die aufgebaute Welt und ihre Charaktere so sehr, dass ich gerade den ersten Roman der Vorlage bestellt habe. Aber auch auf den Abschluss der filmischen Trilogie bin ich schon richtig heiß: 8/10 Punkte.