Chihiros Reise ins Zauberland – OT: Sen to Chihiro no Kamikakushi (2001)

Ach, du schöne Urlaubszeit! Beinahe eine Woche ist schon vorüber und gerade die Feiertage vergehen irrsinnig schnell. Immer gibt es etwas zu tun, selbst die Geschenke liegen noch unangetastet unter dem Baum. Dennoch habe ich mir heute die Zeit für einen Film genommen und „Chihiros Reise ins Zauberland“ in den Player geschoben. Ob der Anime-Klassiker die richtige Wahl für die Weihnachtstage war?

Chihiros Reise ins Zauberland (2001) | © Universum Film GmbH

Chihiros Reise ins Zauberland (2001) | © Universum Film GmbH

Schwestern im Geiste: Alice, Dorothy und Chihiro

Meine letzte Sichtung des Studio-Ghibli-Erfolgs liegt bestimmt schon 15 Jahre zurück. Beim Gedanken daran ist mir auch erst klar geworden, dass der Film selbst schon 17 Jahre auf dem Buckel hat. Man sieht ihm kein einziges davon an. Durch den wunderbar klassischen Animationsstil wirkt „Chihiros Reise ins Zauberland“ frisch wie am ersten Tag. Gerade auf Blu-ray kommt das farbenfrohe Bild wunderbar zur Geltung. Ein audiovisuelles Kunstwerk, das mich in jeder einzelnen Szene enorm beeindruckt hat. Selbst die sparsam eingesetzten 3D-Animationen fügen sich nahtlos ein und geben besonderen Momenten noch mehr Tiefe. Ganz viel Liebe dafür.

Auch inhaltlich weiß „Chihiros Reise ins Zauberland“ zu überzeugen: Im Grunde erleben wir eine phantastische Coming-of-Age-Geschichte, die an andere Klassiker, wie „Alice im Wunderland“ oder „Der Zauberer von Oz“, erinnert. Aufgrund des starken Bezugs auf die japanische Mythologie, war ich mir nie sicher, welche Elemente eine zweite Bedeutungsebene aufweisen und welche die Geschichte einfach nur um phantastische Figuren und Schauplätze erweitern. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn der Film funktioniert auch wunderbar, wenn wir Zuschauer uns die Lücken in der Erzählung denken bzw. eigene Interpretationen finden. Vielleicht sogar noch besser.

Fazit

Auch wenn ich bis heute noch nicht sonderlich viele Filme von Hayao Miyazaki gesehen habe, so ist mir „Chihiros Reise ins Zauberland“ dennoch bereits sehr ans Herz gewachsen. Ein unfassbar fantasievoller, liebevoller und großartig gestalteter Film, der seinen Status als Ausnahmewerk zurecht trägt: 9/10 Punkte.

Konsumrausch 2018

Nachdem ich euch, zumindest gefühlt, vor ein paar Minuten noch frohe Weihnachten gewünscht habe, liegt der erste Feiertag auch schon wieder hinter uns. Heiligabend haben wir dieses Jahr mit der Familie meiner Schwägerin bei den Schwiegereltern gefeiert. Das war sehr schön, ziemlich turbulent und extrem kalorienreich. Den ersten Weihnachtsfeiertag haben wir mit meiner Familie bei meinem Bruder verbracht. Auch hier trifft das oben genannte zu, nur dass ich mich noch vollgefressener fühle (und das obwohl ich beim Mittagessen nur einen Salat hatte). Geschenke gab es natürlich auch:

Die Spiele sind eröffnet!

Die Spiele sind eröffnet!

Nachdem es die letzten Jahre auch immer etwas Praktisches – sei es für die Arbeit oder für das Haus – gab, habe ich dieses Jahr mein Geschenk selbst eingefädelt: Die Xbox One S hat das Christkind im vorweihnachtlichen Schnäppchenrausch zugespielt bekommen und die ersten Spiele haben sich praktischerweise dazugesellt. Ansonsten gab es mit „The Fifth Season“ einen neuen Roman, leckeres Porridge, Süßigkeiten und einen Whisky, den ich bisher noch nicht gekostet habe.

Die kommenden Tage werde ich wohl nutzen, mich nach 15 Jahren Gaming-Abstinenz wieder in virtuelle Welten zu stürzen. Lesen möchte ich, Filme schauen, laufen und natürlich mit den Kids spielen, die ebenfalls viele tolle neue Spielsachen bekommen haben. Und noch ein wenig runterkommen und entspannen. Diesem Plan kommt zugute, dass wir das erste Mal seit mindestens acht Jahren keine Pläne für den zweiten Feiertag haben. Ein Tag also nur für uns ganz alleine. Auch einmal schön.

Wie habt ihr die Feiertage verbracht? Sind eure Bäuche auch so dick? Was lag bei euch unter dem Baum? Und habt ihr noch Pläne für die ruhigen Tage zwischen den Jahren?

Run, Fatboy, Run (589)

Heiligabend. Ab heute Nachmittag um 14 Uhr ist straffes Programm, weshalb ich mich gleich morgens zum Laufen aufgemacht habe. Das was war auch bitter nötig, denn die Schlemmereien der letzten Tage lassen die Waage schon ausschlagen. Außerdem wollte ich ja noch die 1.100 km knacken, was mir mit diesem Lauf auch gelungen ist:

Ein weiterer verregneter Lauf...

Ein weiterer verregneter Lauf…

Distance: 6.24 km
Duration: 00:36:26
Elevation: 44 m
Avg Pace: 5:50 min/km
Avg Speed: 10.28 km/h
Heart Rate: 161 bpm
Stride Frequency: 151 spm
Energy: 537 kcal

2018: 1102 km
Dezember: 58 km

Leider hatte ich zu Beginn vergessen die Laufuhr zu starten, weshalb mir gut 1,5 km fehlen. Vielleicht sollte ich mein Vorhaben, nicht so oft auf die Uhr zu schauen, doch noch einmal überdenken. Das ist zwar ärgerlich, doch wichtig war es mir ja erst einmal, die 1.100 km zu knacken. Und viel mehr Kilometer dürften es dieses Jahr auch nicht mehr werden… 😉

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 144: Tim Wortmann
Im zweiten Ohr: Jimmy Eat World

Media Monday #391

Endlich Urlaub! Die Zeit, auf die wir die letzten zwei Monate hingefiebert haben, ist endlich gekommen. Und schon sind die ersten vier Tage vorbei. Vor uns liegen die Feiertage und die ruhige Zeit zwischen den Jahren. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich die Fragen des Medienjournals ausfallen lassen. Ich nutze die Gelegenheit, euch mit dieser Ausgabe noch einmal ein paar besinnliche Tage zu wünschen: Frohe Weihnachten! 🕯️🕯️🕯️🕯️🎄

Media Monday #391

  1. Am heutigen Heiligabend wird es, mit fünf Kindern zwischen drei und acht Jahren, bestimmt turbulent zugehen.
  2. Die Weihnachtsfeiertage werde ich wahrscheinlich viel zu viel essen, trinken und all das machen, was ich in diesem Artikel angekündigt habe.
  3. Für die letzten Tage des ausklingenden 2018 habe ich mir ja vorgenommen drei Jahresrückblicke zu schreiben: über Filme, Serien und mein Blog.
  4. Nachdem die Hamsterkäufe für den anscheinend drohenden Weltuntergang nun (hoffentlich) alle getätigt sind steht der diesjährigen Gewichtsexplosion nichts mehr im Wege – außer ich schaffe es noch ein paar Läufe einzustreuen.
  5. Ich bin ja mal gespannt in punkto Geschenke, ob wieder Konzertkarten (wie für das erst gestern besuchte Filmmusik-Konzert) dabei sind.
  6. Eine der schönsten Traditionen bei mir/uns zu den Feiertagen ist ja den Auftritten des Kinderchors beizuwohnen (siehe Foto unten).
  7. Zuletzt habe ich die Reboot-Trilogie „Rise of the Planet of the Apes“, „Dawn of the Planet of the Apes“ und „War for the Planet of the Apes“ gesehen und das war ein unglaublich intensives Erlebnis, weil es die Macher verstanden haben, echte Charaktere zu schreiben, die eine bedeutende Entwicklung durchmachen. Für mich das beste Filmerlebnis des Jahres.

Das Zappelinchen und der Zwergofant sind mit ihrem Kinderchor am Nürnberger Christkindlesmarkt aufgetreten (mehr davon auf meinem Instagram-Account):

Small Soldiers (1998)

Welcher Film soll kurz vor Weihnachten noch in den Player wandern? Die Auswahl an in diesem Jahr noch nicht gesehenen Weihnachtsfilmen wäre groß gewesen und doch habe ich mich für „Small Soldiers“ entschieden. Warum das eine gute Entscheidung war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Wenn „Gremlins“ auf „Toy Story“ trifft…

…dann dürfte das Ergebnis ziemlich nahe an „Small Soldiers“ dran sein. Man merkt von der ersten Sekunde, dass es sich hierbei um einen Film von Joe Dante handelt. Der Vater der „Gremlins“ treibt seine satirischen Querschläge hier auf die Spitze und geht dabei erneut nicht sonderlich subtil vor. Der Film wirkt somit über weite Strecken wie eine weitere Fortsetzung von „Gremlins“, was jedoch nur einen Teil der Geschichte ausmacht. Der andere erinnert eher an Jugendabenteuer à la Spielberg, was für die späten 90er Jahre eher ungewöhnlich erscheint. Die Mischung funktioniert nicht immer, doch mir waren beide Aspekte sehr sympathisch.

Man merkt dem Drehbuch an, dass man sich teils wohl bewusst zurückgehalten hat. Die Geschichte besitzt zwar düstere Anklänge, doch richtig dramatisch wird es für die menschlichen Figuren nie. Auch wenn die Unentschlossenheit, was den Ton der Geschichte angeht, teils unangenehm auffällt, so wurden die technischen Aspekte grandios gemeistert. Die Mischung aus praktischen Effekten und CGIs funktioniert auch heute noch tadellos. Vermutlich auch, weil die gerenderten Elemente tatsächlich aus Plastik sein sollen. Auch die abgehackt wirkende Animation passt perfekt zum Thema Spielzeug. Aus technischer Hinsicht wirklich sehr gut gealtert.

Fazit

Ich finde es schade, dass „Small Soldiers“ kein größerer Hit wurde. Auch wenn er kein perfekter Blockbuster ist, so würde ich ihm doch einen gewissen Kultstatus nicht absprechen. Vielleicht ist er ein paar Jahre zu spät gekommen. So oder so kann man sich diese „Gremlins“-Variante auch heute noch sehr gut anschauen: 8/10 Punkte.

Frohe Weihnachten! (2018)

Alle Jahre wieder: Der Weihnachtsbaum steht und ich möchte euch diesen natürlich nicht vorenthalten. Das bedeutet auch, dass schon bald Weihnachten ist. Wie konnte das passieren? Habe ich nicht erst gestern das erste Türchen meines Adventskalenders geöffnet? Wieso fließt gerade die scheinbar so besinnliche Vorweihnachtszeit wie ein  schmelzender Schneemann davon? Alle Jahre wieder…

"Der schönste Weihnachtsbaum der Welt!" (Zwergofant, Dezember 2018)

„Der schönste Weihnachtsbaum der Welt!“ (Zwergofant, Dezember 2018)

Frohe Weihnachten, liebe Leser!

Die Arbeit liegt für dieses Jahr hinter mir. Die nächsten Termine lauern jedoch bereits hinter der nächsten Ecke. Auch wenn das Jahr 2019 noch weit entfernt scheint, so ist es in zwei Wochen bereits soweit. Jedes Jahr der gleiche Trugschluss. Doch nun stehen erst einmal 18 freie Tage an. Auch ein wenig unfassbar. Diese werden jedoch noch schneller vergehen, als die arbeitsreiche Vorweihnachtszeit. Dreieinhalb Tage sind schon vorbei. Diese waren vollgestopft mit Auftritten des Kinderchors, Proben für das Krippenspiel, einem Konzertbesuch und vielem mehr. Natürlich stand auch dieses Jahr die Sichtung von „Schöne Bescherung“ auf dem Programm, was die Weihnachtszeit für meine Familie offiziell eingeläutet hat. Rituale, Traditionen und so.

In den kommenden Tagen werden wir viel unterwegs sein, uns die Bäuche vollschlagen, schenken und beschenkt werden, die ruhigen Momente genießen und ebenso den Trubel. Ja, ich freue mich auf die Weihnachtstage. Und auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren. Auch wir werden uns bestimmt noch einige Male lesen werden, denn ich plane die Jahresrückblicke (für Filme, Serien und das Blog an sich) zeitnah fertigzustellen.

Auch euch, meinen lieben Lesern, wünsche ich an dieser Stelle ein frohes Weihnachtsfest. Genießt die ruhigen Momente genauso wie die turbulenten. Das gehört alles dazu und ist wertvoll. Schlemmt, trinkt und genießt ohne schlechtes Gewissen. Freut euch mit euren Lieben. Seid stolz auf euch selbst und das, was ihr 2018 erreicht habt. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! 🎄🎅🎁🍗🥃

Euer bullion

Klassik Radio live in Concert: Filmmusik 2018 in Nürnberg

Gestern Abend konnte ich endlich mein Geburtstagsgeschenk einlösen: Die Kinder waren bei den Großeltern und Frau bullion und ich haben uns das Filmmusik-Konzert der Klassik Radio Pops angehört. Davor waren wir natürlich lecker essen und hatten somit einen längst überfälligen und sehr schönen Ausgehabend:

"Long, Long Time Ago" aus "Pans Labyrinth" von Javier Navarrete

„Long, Long Time Ago“ aus „Pans Labyrinth“ von Javier Navarrete

Nachdem wir in den Jahren 2008, 2009 und 2010 jährlich dieses Konzertformat besucht hatten, und 2014 das letzte Filmmusik-Konzert eines anderen Orchesters, war die Vorfreude entsprechend groß. Gespannt war ich auch auf das Programm und wie es sich herausstellen sollte, waren tatsächlich einige Stücke dabei, die ich noch nicht live gehört hatte:

1. Teil: Sci-Fi, Romanzen & Historienfilme

  1. „Also sprach Zarathustra“ (Richard Strauss)
  2. „Stargate“ (David Arnold)
  3. „Across the Stars“ aus „Star Wars: Episode II“ (John Williams)
  4. „Star Trek“-Medley (Alexander Courage, Jerry Goldsmith, Cliff Eidelman & Michael Giacchino)
  5. „Doktor Schiwago“ (Maurice Jarre)
  6. „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (Yann Tiersen)
  7. „That Next Place“ und „Whisper of a Thrill“ aus „Meet Joe Black“ (Thomas Newman)
  8. „Elizabeth: Das goldene Königreich“ (A. Rahman & Craig Armstrong)
  9. „The Crown“ (Hans Zimmer & Rupert Gregson-Williams)
  10. „Dunkirk“ (Hans Zimmer, Benjamin Walfisch & Sir Edward Elgar)

2. Teil: Fantasy, Superhelden & Weihnachten

  1. „Wenn Träume fliegen lernen“ (Jan Kaczmarek)
  2. „Long, Long Time Ago“ aus „Pans Labyrinth“ (Javier Navarrete)
  3. „Der Sternwanderer“ (Ilan Eshkeri)
  4. „Wonder Woman: Rise of the Warrior“ (Hans Zimmer, Rupert Gregson-Williams, Junkie XL)
  5. „Superman Suite“ aus „Superman“ (John Williams)
  6. „Spider-Man: Homecoming“ (Michael Giacchino)
  7. „Love Theme“ aus „Tatsächlich… Liebe“ (Craig Armstrong)
  8. „Nightmare Before Christmas“ (Danny Elfman)
  9. „Der Polarexpress“ (Alan Silvestri)

Zugaben

  1. „Sleigh Ride“ (Leroy Anderson)
  2. „Peter Gunn Theme“ aus „Blues Brothers“ (Henry Mancini)

Es war ein tolles Konzert, sowohl was das Programm als auch die Qualität des Vortrags anging. Leider jedoch war der Rahmen inklusive Moderation äußerst lustlos und plump. Ich kann nicht verstehen, warum bei solch einem Konzert, bei dem man selbst für die schlechteren Kategorien gut 70 Euro pro Karte zahlt, auch noch Sponsoren auftreten müssen. Das hat etwas von Verkaufsveranstaltung und empfand ich als sehr störend und unpassend. Auch schade, dass die Moderation nach Schema Morgenradio verlaufen ist. Da hatte Holger Wemhoff deutlich mehr Charme zu bieten und konnte Dirigent Nic Raine so manche Information zu Komponisten und Stücken entlocken.

Insgesamt war es ein sehr schöner Abend mit leckerem Essen, toller Musik und der perfekten Begleitung. Eine erneute Wiederholung kann ich mir durchaus vorstellen, wenngleich ich es auch schade fand, dass die Qualität des Rahmenprogramms so stark nachgelassen hat.

Run, Fatboy, Run (588)

Knapp zwei Wochen war ich von einer Erkältung außer Gefecht gesetzt. Zumindest soweit, dass ich meinem Körper keinen Lauf zumuten wollte. Nachdem ich mich gestern schon deutlich besser gefühlt habe, bin ich heute – trotz laufender Nase – zu einem kurzen Lauf aufgebrochen. Und auch wenn es auf dem Foto anders aussieht, hat beim Start sogar leicht die Sonne geschienen. Dann jedoch kam der Regen:

Running in a Winter Wonderland...

Running in a Winter Wonderland…

Distance: 7.14 km
Duration: 00:41:34
Elevation: 51 m
Avg Pace: 5:49 min/km
Avg Speed: 10.31 km/h
Heart Rate: 167 bpm
Stride Frequency: 149 spm
Energy: 599 kcal

2018: 1096 km
Dezember: 52 km

Ich war insgesamt schneller unterwegs, als ich eigentlich wollte. Dennoch habe ich mich dabei gut gefühlt. Nicht überragend, aber gut. Es war jedoch die richtige Entscheidung, vorerst nur die kurze Nachtrunde zu laufen. Ich will es ja nicht gleich übertreiben. Wenn ich mich morgen immer noch gut fühle, werde ich die nächsten Tage bestimmt zu einem weiteren Lauf aufbrechen. Die 1.100 km wollen dieses Jahr schließlich noch geknackt werden.

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 143: Michele Ufer

Planet der Affen: Survival – OT: War for the Planet of the Apes (2017)

Ehe man es sich versieht, ist auch der zweite Urlaubstag vorbei – und mit ihm auch der letzte Schultag. Das bedeutet, es ging heute morgen für alle noch einmal früh raus (und der unvernünftig lang wach bleibende Papa hat wieder nur knapp fünf Stunden Schlaf abbekommen), doch das wird sich nun hoffentlich ändern. Abends waren wir noch zum großen Chorauftritt auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt, doch danach stand erneut ein Besuch des „Planet der Affen: Survival“ auf dem Programm… 🐵

Planet der Affen: Survival (2017) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Survival (2017) | © 20th Century Fox

Das Finale einer großartigen Trilogie

Nachdem mich „Dawn of the Planet of the Apes“ gestern erst extrem begeistert hat, habe ich mir zu viel zu später Stunde noch das faszinierende Making-of-Material angeschaut. Das hat dazu geführt, dass ich noch mehr von dieser Welt aufgesogen wurde. Somit war ich voller Vorfreude auf „War for the Planet of the Apes“ – und diese sollte sich auch auszahlen. Erneut saß Matt Reeves auf dem Regiestuhl, was man dem Film auch anmerkt. Die Charaktere (allen voran Caesar) werden konsequent weiterentwickelt, die Geschichte steuert auf ein konsequentes Finale zu und die Inszenierung ist ebenso hochwertig und stilsicher, wie bereits beim Vorgänger.

Zwischen Western und Gefängnisthriller

In der ersten Hälfte fühlt sich „Planet der Affen: Survival“ beinahe wie ein Western an, nur um in der zweiten Filmhälfte zu einem knallharten Gefängnisthriller zu wechseln. Das erklärt vielleicht auch die Wahl des Bildformats (2,40:1 im Gegensatz zu 1,85:1 wie beim Vorgänger), welches die weiten Landschaften vermutlich besser zur Geltung bringt, als die noch eher vertikalen Hochhausschluchten des zweiten Teils.

Inhaltlich gibt es etliche Überraschungen, welche uns genauso hart treffen, wie die Charaktere. Wenn ein Kriegsgefangener, den Caesar zwei Stunden vorher verschont hat, der Soldat ist, der ihn letztendlich niederstreckt, dann ist das eine ziemlich bittere Pille. Überhaupt ist „War for the Planet of the Apes“ ein sehr düsterer Film, der kaum Erholung für seine Figuren bietet. Einzig der als Comic-Relief eingesetzte Bad Ape sticht hier heraus, was aber auch nur bedingt gut funktioniert. Trotz dieser kleineren Schwächen, überwiegen die emotionalen Tiefschläge. Umso erstaunlicher, dass es Matt Reeves gelingt, ein zugleich schönes und doch tieftrauriges Ende zu inszenieren. Ich hatte zumindest nicht damit gerechnet, dass ich am Schluss heulend auf dem Sofa sitze. Der Beweis, dass Caesars Handlungsbogen einfach großartig erzählt war. Vom Anfang bis zum Ende.

Fazit

Letztendlich bestätigt sich meine gestern getroffene Vermutung und die Reboot-Trilogie rund um den „Planet der Affen“ ist eine der stärksten Blockbuster-Filmreihen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Packend erzählt, technisch absolut auf der Höhe und inhaltlich relevant. Da stimmt wirklich (fast) alles. Ich bin restlos begeistert und wische mir mit diesen Zeilen noch die letzten Tränen aus den Augen: 9/10 Punkte.

Planet der Affen: Revolution – OT: Dawn of the Planet of the Apes (2014)

Mein erster Urlaubstag ist schon wieder vorbei. Und wie produktiv er war: Morgens habe ich unseren Weihnachtsbaum aufgestellt und das Haus geputzt, nachmittags war ich zwei Stunden mit den Kindern beim Zahnarzt und in der Bücherei. Danach haben wir den Baum geschmückt und am Abend blieb sogar noch Zeit für einen Film. Natürlich ist „Planet der Affen: Revolution“ in den Blu-ray-Player gewandert, da ich nach der gestrigen Wiederholungssichtung des ersten Teils extrem heiß auf die Fortsetzung war…

Planet der Affen: Revolution (2014) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Revolution (2014) | © 20th Century Fox

So muss Blockbuster-Kino aussehen!

Ich bin sehr begeistert. So viel kann ich schon einmal verraten. „Dawn of the Planet of the Apes“ setzt dort an, wo man „Rise of the Planet of the Apes“ verlassen hat: Die Welt der Menschen ist dem Virus zum Opfer gefallen. Die Affen rund um Caesar haben sich im Wald vor San Francisco eine neue Heimat aufgebaut und leben harmonisch zusammen – bis eben die ersten Menschen auftauchen. Ab hier beginnen auch in der scheinbar friedfertigen Affenwelt Risse zu entstehen, die für innere Konflikte sorgen, welche sich durch den gesamten Film ziehen. Am Ende sind es nicht die Rassen, die für gut oder böse stehen, sondern die Charaktereigenschaften einzelner Individuen. Eine simple Botschaft, doch gerade heute vielleicht umso wichtiger.

War schon der erste Teil kein reiner Sci-Fi-Action-Film, sondern hat die Geschichte um eine überaus emotionale und dramatische Komponente ergänzt, geht der zweite Teil diesen Weg konsequent weiter. Gerade die Gespräche zwischen Caeser, seinem Konkurrenten Koba und seinem Sohn Blue Eyes sind großartig. Hier wird auch klar, wie weit die Technik in nur drei Jahren gekommen ist, denn der Sprung, was Motion-Capturing und die Qualität der CGIs angeht, ist enorm. Extrem beeindruckend und wunderbar anzuschauen. Auch das 3D empfand ich als Mehrwert, da es dem Bild, sowohl im Wald als auch im überwucherten San Francisco, deutlich mehr Tiefe gibt. Einfach ein audiovisueller Hochgenuss.

Fazit

Was für ein gelungener Film. Genau so stelle ich mir den perfekten Blockbuster vor: unzählige Schauwerte, eine packende Geschichte und relevante Themen. All das verpackt in Unterhaltung, die den Zuschauer nicht für dumm verkauft. Für mich hat Matt Reeves damit alles richtig gemacht und ich freue mich nun schon extrem auf den Abschluss der Trilogie: 9/10 Punkte.