Der Flug des Navigators – OT: Flight of the Navigator (1986)

Langsam aber sicher muss ich der Tatsache ins Auge sehen, dass sich der Urlaub dem Ende neigt. Und nicht nur ich, auch meine Familie. Bis es jedoch soweit ist, stehen uns noch ein paar entspannte Tage ins Haus und ich möchte, so die Abende nicht bereits anderweitig verplant sind, noch möglichst viele Filme sehen. Heute habe ich mich für „Der Flug des Navigators“ entschieden, den ich als Kind geliebt (und ein wenig gefürchtet) habe. Warum lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Auf den Spuren von „E.T. the Extra-Terrestrial“

Es gibt ein paar Sci-Fi-Filme, die nach dem Erfolg von „E.T. the Extra-Terrestrial“ produziert wurden. Neben „Der Flug des Navigators“ kann ich mich auch noch an „Explorers: Ein phantastisches Abenteuer“ erinnern. Beide Filme habe ich sogar vermutlich noch vor dem Original kennengelernt. Auch „Invasion vom Mars“ fällt in diese Zeit des (mehr oder weniger) kindgerechten Sci-Fi-Nachmittagsprogramms. Neben dem Design des Raumschiffs hat sich mir vor allem die doch recht düstere Geschichte ins Gedächtnis eingebrannt. Ich weiß, dass ich den Film nicht immer sehen wollte, weil mir Davids Schicksal – auch wenn es natürlich ein Happy-End gibt – sehr nahe ging. Getrennt von der Familie. Als Kind das Schlimmste.

Aus heutiger Sicht kann ich den eher düsteren Verlauf der Geschichte zu schätzen wissen. Dafür wirken die eher actionreichen Szenen in zweiten Filmhälfte ein wenig albern. Speziell das frühe CGI ist natürlich in die Jahre gekommen. Dafür besitzt der Look der Innenausstattung samt seiner Kreaturen und Max immer noch viel Charme. Ansonsten musste ich bei der Stimmung des Films an einen recht modernen Genre-Kollegen denken: „Midnight Special“, in dessen Besprechung ich damals bereits die Verbindung zu „Der Flug des Navigators“ gemacht hatte.

Fazit

Auch wenn „Der Flug des Navigators“ nicht an das große Sci-Fi-Vorbild der 80er Jahre herankommt, so ist der Film doch ein famoses Jugendabenteuer, das auch vor düsteren Themen nicht zurückschreckt. Der Film hat mich heute noch so fasziniert wie damals und ich habe ihn bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen: 8/10 Punkte.

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Thor: Tag der Entscheidung“ am 13. September 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Weiter geht es mit dem Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem vor zwei Tagen „Spider-Man: Homecoming“ auf dem Programm stand, folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ heute der chronologische Nachfolger. Vom Trailer war ich damals genervt, doch Taika Waititi und gute Besprechungen haben mir Hoffnung gemacht. Wo sollte sich der Film in meiner Gunst letztendlich platzieren?

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

What We Do on Other Planets

Wow, Marvel hat das Humor-Level doch glatt auf 11 gedreht. Im Gegensatz zu den direkten Vorgängern „Thor“ und „Thor: The Dark World“ fühlt sich „Thor: Ragnarok“ eher wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ an. Auch die vielen Fantasy- und Sci-Fi-Elemente tragen zu diesem Effekt bei. Die Erde spielt fast keine Rolle und Waititi darf sich auf den fremden Welten so richtig austoben. Der Humor funktioniert gerade in der ersten Hälfte des Films fantastisch und ich habe Lust bekommen, noch einmal Waititis „What We Do in the Shadows“ zu sehen. Einfach herrlich!

In der zweiten Hälfte nimmt die Action zu und auch die Geschichte wird weiter vorangetrieben. Der Film wirkt dadurch generischer und auch viel näher an der typischen MCU-Formel dran, als noch in den absurderen Momenten davor. Selbst wenn „Thor: Ragnarok“ nur wenig Handlung bietet, so ist das doch gerade seine Stärke. Denn, wenn wir einmal ehrlich sind, verlaufen alle Superhelden-Filme doch ohnehin nach dem gleichen Schema. Der differenzierende Faktor sind die Charaktere und in diesem Fall eben der Humor. Diese Mischung funktioniert gar ausgezeichnet und sorgt für äußerst unterhaltsame zwei Stunden.

Fazit

Es freut mich, dass Taika Waititi dem MCU, zumindest in weiten Teilen, seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit gehört „Thor: Ragnarok“ für mich auch zu den Highlights des Franchises. Nachdem James Gunn von Disney gefeuert wurde, ist hier der letzte Regisseur am Start, der eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Mal sehen, ob er das MCU auch weiterhin positiv beeinflussen kann: 8/10 Punkte.

Planet der Affen: Survival – OT: War for the Planet of the Apes (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Planet der Affen: Survival“ am 7. Juni 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ehe man es sich versieht, ist auch der zweite Urlaubstag vorbei – und mit ihm auch der letzte Schultag. Das bedeutet, es ging heute morgen für alle noch einmal früh raus (und der unvernünftig lang wach bleibende Papa hat wieder nur knapp fünf Stunden Schlaf abbekommen), doch das wird sich nun hoffentlich ändern. Abends waren wir noch zum großen Chorauftritt auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt, doch danach stand erneut ein Besuch des „Planet der Affen: Survival“ auf dem Programm… 🐵

Planet der Affen: Survival (2017) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Survival (2017) | © 20th Century Fox

Das Finale einer großartigen Trilogie

Nachdem mich „Dawn of the Planet of the Apes“ gestern erst extrem begeistert hat, habe ich mir zu viel zu später Stunde noch das faszinierende Making-of-Material angeschaut. Das hat dazu geführt, dass ich noch mehr von dieser Welt aufgesogen wurde. Somit war ich voller Vorfreude auf „War for the Planet of the Apes“ – und diese sollte sich auch auszahlen. Erneut saß Matt Reeves auf dem Regiestuhl, was man dem Film auch anmerkt. Die Charaktere (allen voran Caesar) werden konsequent weiterentwickelt, die Geschichte steuert auf ein konsequentes Finale zu und die Inszenierung ist ebenso hochwertig und stilsicher, wie bereits beim Vorgänger.

Zwischen Western und Gefängnisthriller

In der ersten Hälfte fühlt sich „Planet der Affen: Survival“ beinahe wie ein Western an, nur um in der zweiten Filmhälfte zu einem knallharten Gefängnisthriller zu wechseln. Das erklärt vielleicht auch die Wahl des Bildformats (2,40:1 im Gegensatz zu 1,85:1 wie beim Vorgänger), welches die weiten Landschaften vermutlich besser zur Geltung bringt, als die noch eher vertikalen Hochhausschluchten des zweiten Teils.

Inhaltlich gibt es etliche Überraschungen, welche uns genauso hart treffen, wie die Charaktere. Wenn ein Kriegsgefangener, den Caesar zwei Stunden vorher verschont hat, der Soldat ist, der ihn letztendlich niederstreckt, dann ist das eine ziemlich bittere Pille. Überhaupt ist „War for the Planet of the Apes“ ein sehr düsterer Film, der kaum Erholung für seine Figuren bietet. Einzig der als Comic-Relief eingesetzte Bad Ape sticht hier heraus, was aber auch nur bedingt gut funktioniert. Trotz dieser kleineren Schwächen, überwiegen die emotionalen Tiefschläge. Umso erstaunlicher, dass es Matt Reeves gelingt, ein zugleich schönes und doch tieftrauriges Ende zu inszenieren. Ich hatte zumindest nicht damit gerechnet, dass ich am Schluss heulend auf dem Sofa sitze. Der Beweis, dass Caesars Handlungsbogen einfach großartig erzählt war. Vom Anfang bis zum Ende.

Fazit

Letztendlich bestätigt sich meine gestern getroffene Vermutung und die Reboot-Trilogie rund um den „Planet der Affen“ ist eine der stärksten Blockbuster-Filmreihen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Packend erzählt, technisch absolut auf der Höhe und inhaltlich relevant. Da stimmt wirklich (fast) alles. Ich bin restlos begeistert und wische mir mit diesen Zeilen noch die letzten Tränen aus den Augen: 9/10 Punkte.

Planet der Affen: Revolution – OT: Dawn of the Planet of the Apes (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Planet der Affen: Revolution“ am 17. Mai 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Mein erster Urlaubstag ist schon wieder vorbei. Und wie produktiv er war: Morgens habe ich unseren Weihnachtsbaum aufgestellt und das Haus geputzt, nachmittags war ich zwei Stunden mit den Kindern beim Zahnarzt und in der Bücherei. Danach haben wir den Baum geschmückt und am Abend blieb sogar noch Zeit für einen Film. Natürlich ist „Planet der Affen: Revolution“ in den Blu-ray-Player gewandert, da ich nach der gestrigen Wiederholungssichtung des ersten Teils extrem heiß auf die Fortsetzung war…

Planet der Affen: Revolution (2014) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Revolution (2014) | © 20th Century Fox

So muss Blockbuster-Kino aussehen!

Ich bin sehr begeistert. So viel kann ich schon einmal verraten. „Dawn of the Planet of the Apes“ setzt dort an, wo man „Rise of the Planet of the Apes“ verlassen hat: Die Welt der Menschen ist dem Virus zum Opfer gefallen. Die Affen rund um Caesar haben sich im Wald vor San Francisco eine neue Heimat aufgebaut und leben harmonisch zusammen – bis eben die ersten Menschen auftauchen. Ab hier beginnen auch in der scheinbar friedfertigen Affenwelt Risse zu entstehen, die für innere Konflikte sorgen, welche sich durch den gesamten Film ziehen. Am Ende sind es nicht die Rassen, die für gut oder böse stehen, sondern die Charaktereigenschaften einzelner Individuen. Eine simple Botschaft, doch gerade heute vielleicht umso wichtiger.

War schon der erste Teil kein reiner Sci-Fi-Action-Film, sondern hat die Geschichte um eine überaus emotionale und dramatische Komponente ergänzt, geht der zweite Teil diesen Weg konsequent weiter. Gerade die Gespräche zwischen Caeser, seinem Konkurrenten Koba und seinem Sohn Blue Eyes sind großartig. Hier wird auch klar, wie weit die Technik in nur drei Jahren gekommen ist, denn der Sprung, was Motion-Capturing und die Qualität der CGIs angeht, ist enorm. Extrem beeindruckend und wunderbar anzuschauen. Auch das 3D empfand ich als Mehrwert, da es dem Bild, sowohl im Wald als auch im überwucherten San Francisco, deutlich mehr Tiefe gibt. Einfach ein audiovisueller Hochgenuss.

Fazit

Was für ein gelungener Film. Genau so stelle ich mir den perfekten Blockbuster vor: unzählige Schauwerte, eine packende Geschichte und relevante Themen. All das verpackt in Unterhaltung, die den Zuschauer nicht für dumm verkauft. Für mich hat Matt Reeves damit alles richtig gemacht und ich freue mich nun schon extrem auf den Abschluss der Trilogie: 9/10 Punkte.

Planet der Affen: Prevolution – OT: Rise of the Planet of the Apes (2011) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Planet der Affen: Prevolution“ am 3. Mai 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Unglaublich, aber wahr: Ich habe endlich Urlaub! Der letzte Arbeitstag war noch einmal anstrengend, doch nun ist bis Januar erst einmal Ruhe. Auch wenn ich heute später als geplant auf das Sofa gekommen bin, habe ich mit „Planet der Affen: Prevolution“ dennoch einen Film eingelegt. Selbst wenn der Wecker morgen schon wieder um 6 Uhr klingelt. Schließlich habe ich ja Urlaub.

Planet der Affen: Prevolution (2011) | © 20th Century Fox

Planet der Affen: Prevolution (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungenes Reboot der klassischen Filmreihe

Auch wenn ich „Rise of the Planet of the Apes“ bereits 2012 zum ersten Mal gesehen habe und davon ziemlich begeistert war, kam ich nie dazu mir die Fortsetzungen anzuschauen. Dieses Versäumnis wollte ich schon lange ändern, doch waren meine Erinnerungen an den ersten Teil bereits zu sehr verblasst, als dass ich direkt mit „Dawn of the Planet of the Apes“ hätte einsteigen wollen. Wie schon bei der Erstsichtung, hat mich die Geschichte um Caesar und seine Ersatzfamilie ziemlich bewegt. Aufgrund des radikalen Neuanfangs ist der Film für mich auch eines der wenigen wirklich gelungenen Reboots: Er kann völlig eigenständig neben dem Original „Planet der Affen“ aus dem Jahr 1968 existieren.

Die Tricktechnik wirkt nach sieben Jahren in manchen Einstellungen bereits ein wenig angestaubt, doch kann der Film in seiner wunderbar emotionalen Handlung nach wie vor komplett überzeugen. Ich hatte mehrfach Tränen in den Augen und konnte die Beziehung zwischen Caesar und Will sowie seinem Vater wunderbar nachfühlen – selbst wenn die Geschichte teils ein wenig forciert wirkt und nicht wirklich subtil inszeniert wurde. Auch die großen Actionszenen gegen Ende überzeugen durch einen nachvollziehbaren Aufbau und emotionale Momente. Das Finale, das im Abspann wunderbar effizient weitererzählt wird, erinnerte mich gar an einen anderen Film mit Affen im Titel, nämlich Terry Giliams großartigen „12 Monkeys“.

Fazit

Nachdem ich meine Erinnerungen an den Film wieder aufgefrischt habe, bin ich a) erneut ziemlich begeistert und freue mich b) nun umso mehr auf die beiden Fortsetzungen. Zu diesen könnt ihr hoffentlich in den nächsten Tagen Besprechungen auf meinem Blog finden: 8/10 Punkte.

Fortress: Die Festung (1992)

Heute habe ich den achten Film innerhalb meines Urlaubs gesehen. Fast jeden Tag einer. So einen Lauf hatte ich schon lange nicht mehr und es steigert die Chancen enorm, bis Ende Dezember noch auf Vorjahresniveau (d.h. mindestens 75 Filme) zu kommen. Heute ist die Wahl auf „Fortress: Die Festung“ gefallen, den ich damit vermutlich zum ersten Mal in der ungeschnittenen Fassung gesehen habe…

Fortress: Die Festung (1992) | © Koch Media GmbH

Fortress: Die Festung (1992) | © Koch Media GmbH

„Die Verurteilten“ in der Donald-Trump-Ära

„Fortress: Die Festung“ ist einer der Filme, die ich während meiner Zivildienst-Zeit entdeckt habe. Damals hatte ich oft Schichten bis 22 Uhr, bin danach meist noch auf ein paar Bier in den örtlichen Kneipen versackt und war dann meist kurz nach Mitternacht zu Hause, wo ich mir noch einen Film angeschaut habe. Das war wohlgemerkt noch vor DVD, Blu-ray und geschweige denn Streaming. Sprich, ich habe die Programmzeitschriften gewälzt und mir jede Nacht ein paar interessante Filme herausgepickt, mit denen ich dann unseren topmodernen Showview-Videorekorder gefüttert habe. Aber ich schweife ab. Auf jeden Fall habe ich „Fortress“, neben u.a. „Wedlock“ (einem anderen Sci-Fi-Fluchtfilm mit Rutger Hauer), in dieser Zeit für mich entdeckt und lieben gelernt.

Man merkt Stuart Gordons Film sein niedriges Budget und die Entstehungszeit deutlich an. Allerdings ist auch unbestreitbar, dass er das Meiste aus seinen Beschränkungen herausholt. Trotz nur weniger Schauplätze, wirkt die Festung stets wie ein realer Ort. Auch die Schauspieler sind durchaus sehenswert: Neben Christopher Lambert in der Hauptrolle, gibt es mit Kurtwood Smith einen echten Genre-Haudegen (u.a. „RoboCop“) zu sehen. Lustig fand ich es zudem, Clifton Collins Jr. in einer sehr frühen Rolle zu sehen, nachdem er mir kürzlich erst in der TV-Serie „Westworld“ über den Weg gelaufen ist. Am beeindruckendsten fand ich jedoch die Aktualität des Films: Von der Ausnutzung von Staatsmacht, über überfüllte Gefängnisse bis hin zur Gefahr durch Künstliche Intelligenz besetzt der Film einige aktuelle Themen. Als die Protagonisten am Ende dann von den USA aus ins sichere Mexiko fliehen, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.

Fazit

Auch wenn „Fortress: Die Festung“ audiovisuell ein wenig Staub angesetzt hat, so konnte mich der Film auch heute noch bestens unterhalten. Ganz kann er sich seines B-Movie-Status nicht erwehren, aber das macht auch nichts. Kein großes Kino, aber ein Film aus einer anderen Zeit, in der Kino einfach noch nicht so sehr wie heute auf Massengeschmack getrimmt war. Mag ich immer noch sehr: 7/10 Punkte.

Pixels (2015)

Heute haben wir zum ersten (und vermutlich auch einzigen) Mal in diesen Ferien etwas unternommen: Wir waren mit Freunden im Indoor-Spielplatz und die Kids hatten Zeit nach Lust und Laune zu toben. Am Nachmittag ging dann unser Projekt Keller weiter, was uns am Abend ganz schön platt auf das Sofa fallen ließ. Mit „Pixels“ fiel die Wahl deshalb auf einen Film, der nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit erfordern dürfte…

Pixels (2015) | © Sony Pictures

Pixels (2015) | © Sony Pictures

Knallbuntes Popcorn-Kino in Pixelform

Ich kann mit Adam Sandler nicht sonderlich viel anfangen. Allerdings hat mich die Idee hinter „Pixels“ zu sehr gereizt, als dass ich den Film hätte ignorieren können. Leider waren die Kritiken allesamt ziemlich unterirdisch, so dass ich mich auf das Schlimmste eingestellt habe. Und was soll ich sagen? Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen. Sicher reitet der Film die Nerd-Retro-Welle ziemlich tot, doch damit ist er ja in bester Gesellschaft. Auch der Humor ist bei Weitem nicht so zotig, wie ich das von einem Adam-Sandler-Film befürchtet hätte. Vielleicht liegt das auch daran, dass mit Chris Columbus ein sehr erfahrener Regisseur im Genre der Familienfilme (z.B. „Kevin: Allein zu Haus“) am Werk war. Der Film ist immer noch sehr überzogen und der Humor flach, doch konnte ich mich durchaus an der Absurdität erfreuen.

Beim Erscheinen im Jahr 2015 war es vermutlich einfach zuviel für die Zuschauer, dass Kevin James (Doug aus „The King of Queens“) den US-Präsidenten spielt. Aus heutiger Sicht wirkt das leider schon gar nicht mehr so absurd. „Pixels“ nimmt sich hier nicht sonderlich ernst und spielt seine absurde Prämisse komplett aus. Natürlich sind es gerade die jahrelang verachteten Nerds, die am Ende den Tag retten. Und die heißen Frauen abbekommen. Klar. Endlich zahlt es sich aus, die gesamte Jugend mit Videospielen verbracht zu haben. Boom. Das alles wird aber so überzogen dargestellt (besonders herrlich ist Peter Dinklage als Fireblaster), dass man die Geschichte einfach nicht ernst nehmen kann. Aber vielleicht war dieser unstete Ton (stets schwankend zwischen Familienfilm, platter Komödie und Nerd-Fest) auch das Problem des Films.

Fazit

Auch wenn „Pixels“ bei Weitem kein großes Kino ist, so hatte ich doch viel Spaß damit. Er ist teils sehr liebevoll gemacht (z.B. das 8-Bit-Outro) und bietet rasante Action-Szenen mit netten (aber stets offensichtlichen) Referenzen. Den Hass, den man aus einigen Besprechungen herausliest, kann ich nicht nachvollziehen. Einfach eine nette Actionkomödie mit ungewöhnlichem Setting: 6/10 Punkte.

Attack the Block (2011)

Nachdem ich heute dem Hungertod nur knapp entronnen war, stand natürlich ein Film auf dem Programm. Da der wirklich (un)gemütliche Teil des Oktobers noch ein wenig auf sich warten lässt, habe ich mir die besonders gruseligen Filmerlebnisse noch ein wenig aufgehoben, mich mit „Attack the Block“ aber zumindest ein wenig in Richtung #Horrorctober bewegt…

Attack the Block (2011) | © Capelight Pictures

Attack the Block (2011) | © Capelight Pictures

Old Kids on the Block vs. Alien Gorillas

Der Film ist damals alleine durch Nick Frosts (bekannt aus „Spaced“ oder „Shaun of the Dead“) Beteiligung auf meinem Radar aufgetaucht. Zu einer Sichtung konnte ich mich aber nie hinreißen lassen, da mich das restliche Setting nicht sonderlich gereizt hat. Ich befürchtete aufgesetztes Pseudo-Gangster-Gehabe von ein paar Kids und forciert wirkende Coolness. In der Zwischenzeit hatte ich aber so viel Gutes von „Attack the Block“ gehört, dass die Zeit, mir eine eigene Meinung zu bilden, endlich gekommen war. Und was soll ich sagen? Ich bin ziemlich begeistert.

Ja, zu Beginn ist es schon ungewohnt, sich in dieser Welt zu bewegen. Der Jugendslang ist schwer zu verstehen und doch wirkt er nicht aufgesetzt. Selten hatte ich das Gefühl, solch authentisch wirkenden Dialogen zwischen Teenagern beizuwohnen. Auch der Humor, samt popkultureller Anspielungen, wird treffsicher eingesetzt und ich hatte öfter ein Grinsen im Gesicht. Dies mag auch an den unverbrauchten Darstellern liegen. Gerade John Boyega (u.a. „Star Wars: Das Erwachen der Macht“) hat hier so viel mehr zu bieten, als in seiner Rolle des Finn im letzten „Star Wars“-Streifen. Besonders clever gewählt war zudem das Monster-Design: Man sieht quasi stets nur den Umriss und das leuchtende Gebiss, was einerseits dem Budget zugute kommt, andererseits aber auch einen gewissen Interpretationsspielraum lässt. Toll!

Fazit

Auch wenn „Attack the Block“ weder eine sonderlich originelle noch überraschende Geschichte erzählt, so wirkt der inzwischen bereits sieben Jahre alte Filme unfassbar frisch und dynamisch. Regisseur Joe Cornish hat wahrlich ein Händchen für energetische Inszenierung und ich bin jetzt schon gespannt, welches Projekt er als nächstes auf die Beine stellt: 8/10 Punkte.

A Quiet Place (2018)

Aktualisierung: Ich habe „A Quiet Place“ am 28. Dezember 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Urlaubsabend. Das Wetter ist immer noch trüb und grau. Die besten Voraussetzungen also, um einen Film zu schauen. Nachdem es gestern mit „Die Schöne und das Biest“ eher heiter zuging, habe ich mich heute mit „A Quiet Place“ dem stillen Horror zugewandt. Ob der ziemlich gehypte Genrefilm seinem Ruf tatsächlich gerecht wird, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

In der Ruhe liegt die Kraft

Ich habe es schon öfter erwähnt: Ich mag Filme, deren Prämisse sich in einem Satz festhalten lässt und die dennoch so faszinierend ist, dass sie eine komplette Welt eröffnet. Zu diesen Filmen gehört auch „A Quiet Place“: Eine Welt, in der es tödlich ist, Geräusche zu machen. So einfach und doch so genial. Neben seiner Prämisse, hat mich speziell John Krasinski in Personalunion (Drehbuch, Regie, Hauptdarsteller) gereizt, den ich seit seiner Rolle als Jim Halpert in der TV-Serie „The Office“ liebe. An Krasinskis Seite spielt seine Ehefrau Emily Blunt, was auch die perfekte On-Screen-Chemie erklärt. Komplettiert wird das Ensemble durch exzellente Kinderdarsteller, u.a. die gehörlose Millicent Simmonds, was den Film noch einmal sympathischer macht.

Für mich ist Ausgangssituation perfekt aufgegangen: An mögliche Logiklöcher habe ich keinen Gedanken verschwendet, so mitreißend ist die Geschichte inszeniert. Stets steht die Familie im Mittelpunkt und auf billige Schockeffekte wird nur selten zurückgegriffen. Der Film funktioniert einfach. Einzig das durchaus effektive Monsterdesign wirkt ein wenig generisch und ich hätte es noch besser gefunden, wenn man die Kreatur nicht so häufig gesehen hätte. „A Quiet Place“ macht hier schon vieles richtig, doch in so mancher Szene wirkt die Zurschaustellung der ILM-Kreation fast ein wenig selbstverliebt. Dies ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt.

Fazit

Auch wenn „A Quiet Place“ letztendlich keine komplett neue Geschichte erzählt, so spielen alle Versatzstücke doch perfekt zusammen. Hinzu kommt, dass Krasinski die Handlung in 90 Minuten unterbringt und nicht auf zweieinhalb Stunden aufbläst, wie es heute so gerne gemacht wird. Ein sympathischer Horror-Thriller, der uns öfter einmal genauer hinhören lässt: 8/10 Punkte.

Interstellar (2014) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Interstellar“ am 16. Juni 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ich mag es nicht verschreien, doch heute war nach dem Magen-Darm-Desaster, das uns die erste Urlaubswoche verhagelt hatte, der erste Tag, an dem es wieder aufwärts ging. Halleluja! Zur Feier des Tages haben wir sogleich einen Film geschaut – und da ich mich immer noch nicht ganz von Cixin Lius „Death’s End“ lösen kann, haben wir uns mit Christopher Nolans „Interstellar“ auch filmisch dem Thema interstellare Raumfahrt zugewandt. Für mich war es schon die zweite Sichtung und ich ich war sehr gespannt, wie der Film im Vergleich zur Sichtung damals im Kino abschneidet…

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!

Zunächst einmal muss ich kurz auf die formalen Aspekte eingehen, die mir im Heimkino beinahe noch positiver aufgefallen sind, als damals im richtigen Kino. Speziell die auf der Blu-ray eingebundenen IMAX-Sequenzen im 16:9-Vollbild sind extrem beeindruckend und geben einen echten Mehrwert. Ich konnte keine genaue Angabe finden, doch gefühlt bestand der Film zu über 50% aus IMAX-Szenen. Hinzu kommt, dass der Kontrast aus stilisiert wirkenden Weltraumszenen und den dreckig anmutenden Szenen auf der Erde einfach großartig wirkt. Ebenso konnte mich dieses Mal Hans Zimmers Score deutlich mehr begeistern, als noch bei der Erstsichtung. Ein wirklich rundes Paket, das zumindest audiovisuell zu überzeugen weiß. Und wie sieht es auf der inhaltlichen Ebene aus?

Wie schon angedeutet, habe ich mich in letzter Zeit ziemlich intensiv mit dem Thema Raumfahrt in Lichtgeschwindigkeit und darunter auseinandergesetzt. Speziell die Wirkung relativer Zeit ist eines der Hauptthemen in Cixin Lius Roman „Death’s End“. Ich habe mich deshalb sogleich heimisch gefühlt. In „Interstellar“ werden die angewandten Modelle jedoch auf die Basis heruntergebrochen und auch ziemlich plakativ erläutert. Das funktioniert im Film wunderbar, ich hätte mir jedoch mehr Tiefe gewünscht. Auch fand ich die Handlung auf Manns Planet bei der heutigen Sichtung ein wenig langgezogen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Matt Damon in Nolans Film nur eine Art Negativ-Version seines „Der Marsianer“ spielt. Ansonsten hatte ich nichts auszusetzen: Emotional konnte mich die Geschichte beinahe noch mehr packen, als beim ersten Mal. Auch das Finale hat für mich mehr Sinn ergeben. Hier kam dem Film zugute, dass ich bereits wusste, worauf alles hinausläuft. Ein tolles Erlebnis, das die knapp drei Stunden wie im Flug vergehen lässt.

Fazit

Manchmal funktionieren Filme bei der Zweitsichtung einfach besser. Zumindest hat mir „Interstellar“ heute deutlich besser gefallen, als nach der Erstsichtung. Kennt ihr eigentlich weitere Sci-Fi-Filme, die eher weniger actionlastig sind und sich mit dem Thema interstellare Raumfahrt befassen? Denn bis zur Verfilmung der „The Three-Body Problem“-Trilogie wird es, so befürchte ich, noch dauern (ich persönlich halte gerade die letzten beiden Bände ohnehin für unverfilmbar). Bis dahin ist „Interstellar“ auf jeden Fall ein guter Ersatz, der auch für ein größeres Publikum perfekt funktioniert – und das muss ja nichts Schlechtes sein: 9/10 Punkte.