Interstellar (2014)

Normalerweise schreibe ich meine Besprechungen direkt im Anschluss an die Sichtung. Meist ändert sich meine Einstellung zum Film danach auch nicht mehr. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde habe ich es gestern allerdings nicht mehr geschafft, meine Kritik zu Christopher Nolans „Interstellar“ zu verfassen – und siehe da: Mein Eindruck des Films ist heute tatsächlich um einiges positiver als gestern direkt nach dem Kinobesuch. Kleinere Spoiler sind zu erwarten, allerdings werde ich keine konkreten Handlungselemente beschreiben.

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Vorausschicken sollte ich wohl, dass der Rahmen des Kinobesuchs ungewöhnlich war, sprich ich habe erstmals einen der berühmten Deluxe-Kinosäle ausprobiert. Neben den exorbitanten Kosten von über 16 Euro pro Karte war ich tatsächlich angetan vom Erlebnis, doch dazu folgt eventuell noch ein gesonderter Eintrag. Der Rahmen war, sowohl von der Bequemlichkeit als auch von technischer Seite her gesehen, also perfekt. Und der Film? Nachdem ich im Vorfeld alles von ziemlichen Verrissen über reine Mittelmäßigkeit bis hin zu euphorischen Lobgesängen gelesen hatte, war ich zwar voller Vorfreude, aber dennoch etwas skeptisch.

Christopher Nolans „Interstellar“ beginnt zunächst als Familiendrama, das uns eine unbestimmte Zukunft zeigt, welche beinahe schon dystopische Züge trägt. Ich mochte diesen langsamen Aufbau, der uns die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander näherbringt, wirklich sehr. Da ich selbst Vater einer Tochter bin, hat mich dieses zentrale Handlungselement natürlich besonders angesprochen. Teil wirklich sehr emotional, wenngleich mich besonders das Finale in dieser Hinsicht auch ein wenig enttäuscht hatte. Da wurde wohl zu sehr auf ein sorgloses Ende gesetzt, was nicht zwangsweise zur Stimmung des vorherigen Films passte.

Während des Verlaufs der Geschichte gab es ein paar Stellen, da stolperte ich direkt über die Handlung. Der große Zufall, zum Beispiel, warum nun ausgerechnet Cooper (Matthew McConaugheys Charakter) für die Mission ausgewählt wurde, macht im ersten Moment überhaupt keinen Sinn. Die Auflösung erfährt man erst zwei Stunden später – und diese Art von abstrusem Logiksprung passiert nicht nur einmal. Hier hätte ich mir ein etwas weniger überkonstruiertes Drehbuch gewünscht, denn sonderlich komplex ist die Geschichte nicht.

Was die Balance zwischen Weltraumabenteuer und Familiendrama angeht, so hat der Film für mich wirklich gut funktioniert. Speziell die Montage während Coopers Aufbruch fand ich herausragend. Überhaupt bietet „Interstellar“ ein paar großartig inszenierte Momente, welche emotional voll ins Schwarze treffen. Auch die Rückkehr von der ersten Planetenmission fand ich fantastisch inszeniert, da die vorher viel diskutierte Relativitätstheorie in einem kurzen Moment ihre komplette Schockwirkung entfaltet. Wahrlich herausragend!

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit dem Ende des Films, welches auch symptomatisch für die vorherigen Schwachpunkte steht: Es wirkt irgendwie ein wenig neben der Spur, was den Erzählton des Films angeht. Hier hätte ich mir mehr Mut zur Konsequenz gewünscht, was dem Film auch in einigen vorhergehenden Szenen abgeht. Der pompöse und fast schon klerikale Score Hans Zimmers dröhnt ebenso bedeutungsschwanger wie so mancher Monolog – dem gegenüber stehen schmissige Oneliner und überaus kitschig wirkende Szenen (ich sage nur Heureka). In diesen Momenten wirkt „Interstellar“ wie gewollt und nicht gekonnt; glücklicherweise hatte ich dieses Gefühl eher selten.

Insgesamt ist „Interstellar“ nicht der erhoffte Meilenstein, wenngleich ich auch glaube, dass er bei einer weiteren Sichtung im Originalton durchaus noch hinzugewinnen kann. Allerdings hat Christopher Nolan den Film auch nicht verbockt, wie man anderswo teils lesen kann. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich das Weltraumabenteuer weniger im Dunstkreis von „2001: Odyssee im Weltraum“ als Robert Zemeckis‘ fantastischem „Contact“ sehen, der einen ähnlich emotionalen Weg beschreitet. Für mich rückblickend eine wahrlich lohnenswerte Kinoerfahrung, die ich nicht mehr missen möchte – inzwischen freue ich mich tatsächlich schon sehr auf die Zweitsichtung: 8/10 Punkte.

45 Gedanken zu “Interstellar (2014)

  1. Ich bin enttäuscht, hier fehlen doch 2 Punkte! Betrug! Skandal!

    Für mich persönlich gerät die Mission auf dem Surfer-Planeten am schlimmsten, da verzeihe ich selbst das bedepperte Ende. Aber diese Mission ist so dermaßen dämlich, selbst für Blockbuster-Filme à la „Transformers“. [SPOILER] Man kann also Sonden in eine andere Galaxie schicken, die 12 Planeten mit potentiellem Lebensstandard ausfindig machen, aber keiner weiß vorher, wie die Oberfläche aussieht? Sonden ohne Kamera? „Ach, schau an, der Planet hat gar kein Land, sondern nur Wasser. Und das ist im Dauer-Tsunami-Zustand wegen dem Schwarzen Loch direkt daneben“ – nö. Auch egal, selbst wenn man sich also entscheidet, mind. 7 Jahre „wegzuwerfen“, da die Mission sicherlich zumindest die eine Stunde dauert, die das kostet, wieso schickt man dann Anne Hathaway auf eine Oberfläche mit 130% Gravitation, wo jede Bewegen noch langsamer ist wie sie in einem Weltraumanzug sowieso wäre? Wenn man einen Roboter hat, der sich in Windeseile bewegen kann? Und wieso schickt Wes Bentley den Roboter hinter Hathaway her als die Riesenwelle naht, bleibt aber selbst so lange draußen unnütz stehen, bis beide im Raumschiff sind und schafft es dann selbst nicht mehr rein? Armseliger hab ich selten eine Figur aus einer Handlung geschrieben sehen. Und selbst wenn die einen runter reisen und man wie gesagt annehmen kann, die Mission dauert mindestens eine Stunde, sprich sieben Jahre, wieso nutzt dann der Depp auf dem „Mutterschiff“ nicht die Zeit und fliegt derweil zu einem der anderen beiden Planeten? Time Management, hello? Von einem Film des intelligentesten Regisseurs aller Zeiten (runtergebrochen das Standing Nolans im Feuilleton) hätte ich mir echt schlauere Menschen erhofft. So doof sind die Leute ja nicht mal in Wirklichkeit. [/SPOILER]

    Und jetzt ess ich meine Baldrian-Torte 🙂

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    • Ich hoffe nach der Baldrian-Torte (warum eigentlich Torte? ;)) geht es besser. Gewisse Punkte kann ich ja durchaus nachvollziehen, wenn ich mich anstrenge. Dennoch finde ich dieses Nitpicking bei Filmen meist reichlich albern. Zugegebenermaßen kommt es bei mir auch ab und zu vor, aber nur dann wenn mir der Film sonst nichts gibt, d.h. meine Gedanken Zeit haben mich an solchen Details aufzuhängen. War bei dir vermutlich hier der Fall…

      Nun aber konkret zu deinen Kritikpunkten:

      [SPOILER] Die Drohnen haben bestimmt Daten geschickt, welche aber nicht durch Wurmloch gekommen sind. Als Cooper und Co. dann auf der anderen Seite waren, hatte es die Drohnen bestimmt schon zerlegt. Zudem hat das Team auf der Oberfläche ja ihr Okay gesendet – warum auch immer, doch Menschen machen eben Fehler, wie man auch bei Dr. Mann gesehen hat. Ebenso war für mich Anne Hathaways emotional getriebene Suche nach der Blackbox logisch – da war kein Plan jetzt in die Gefahr rauszulaufen und das Ding zu suchen. Das war eine impulsive Handlung. Und als die Welle kam, war es eben zu spät. Bentleys Tod war dagegen tatsächlich reichlich konstruiert, aber eben der filmischen Dramaturgie geschuldet. Warum der Zurückgebliebene auf der Station nicht weitergeflogen ist, hatte ich mir so erklärt, dass das Team von unten ja jederzeit hätte zurückkommen können – für sie waren es ja nur ein paar Stunden. [/SPOILER]

      Du siehst, ebenso wie man das Skript zerlegen kann, findet man auch Argumente dafür. Ich will damit nicht sagen, dass ich es perfekt finde, doch sehe ich die Fehler eher woanders. Durch solch ein Nitpicking kann man selbst in den besten Filmen Fehler finden, wenn man eben möchte – oder es eben auch lassen.

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      • Also die Sonden können nicht durchs Wurmloch senden, Michael Caine und Jessica Chastain können aber von ihrer Seite aus Videobotschaften schicken? Kauf ich nicht ab.
        Ich finde die Handhabe auf dem 7-Jahres-Planeten dennoch sehr idiotisch. Man kann das doch mit gesundem Menschenverstand vorher durchgehen, gerade dann, wenn jede Minute sich auf Monate umrechnet. Und das Team hätte nicht „jederzeit“ zurückkommen können, man kann ja wohl davon ausgehen, dass es mindestens 30 Minuten dauert, runterzufliegen, zu landen und wieder abzuheben nachdem man den Astronauten, so er denn da gewesen wäre, gerettet hätte. Das entspricht ja immer noch 3,5 Jahren für den Zurückgebliebenen. McConaughey und Co. waren ja nicht mal eben um die Ecke am Kiosk Kippen holen. Wie gesagt: Time Management nenn ich das und bei einer solchen Mission hätte ich mir mehr Verstand gewünscht. Einfach einen intelligenten Moment, so wie man ihn in „Sunshine“ sieht, wo Figuren das für und wider abwägen (auch wenn der Film mit seinem Schlussakt seine eigenen Probleme hat).

        Für mich ist das auch nicht wirklich Nitpicking, weil es hier eine zentrale Sequenz im 2. Akt des Films ist. Nitpicking wäre für mich, sich daran aufzuhängen, dass die T-Rex-Szene in „Jurassic Park“ keinen Sinn ergibt, weil Spielberg plötzlich die Peripherie des Geheges aus dramaturgischen Gründen verändert. Der Film und die Szene ist jedoch stark genug, um darüber hinwegzusehen. Aber „Interstellar“, der sich ja ach so schlau gibt, hat mir dann viel zu viele blöde Momente.

        Aber gut, bei Nolan kommen wir zwei wohl auf keinen grünen Zweig mehr 😀

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      • Bzgl. der Sendefähigkeit der Sonden bzw. der Einseitigkeit der Kommunikation gab es doch sogar eine Erklärung; allerdings habe ich diese nicht mehr im Kopf. Das kam dabei auf, als Cooper gesagt wurde er könne keinen Botschaften schicken, nur empfangen.

        Den 7-Jahres-Planet hätte man natürlich anders lösen können, z.B. auch eine Drohne aus dem Orbit runterschicken. Mich hat die erzählte Version allerdings überhaupt nicht gestört. Ich empfand den Moment am Schluss sogar als einen der besten des Films, als der Wartende plötzlich 20 Jahre älter war. Super! Ich habe in diesen Momenten rein von der Logik her nichts in Frage gestellt. Schön übrigens, dass du „Sunshine“ erwähnst – den will ich nun auch unbedingt noch einmal sehen.

        Für mich ist das schon Nitpicking, da du dich an einzelnen Handlungsdetails aufhängst – zumindest würde ich es bei mir selbst so bezeichnen, wenn ich andere Filme auf diese Art und Weise kritisiere. Übrigens finde ich keinesfalls, dass sich „Interstellar“ sonderlich schlau verkauft. Er ist eben einer der interessanteren Blockbuster, nicht mehr und nicht weniger. Ich mag das.

        Wie du allerdings schreibst: Bei Nolan brauchen wir wohl wirklich nicht mehr groß weiterdiskutieren… 😉

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  2. [Spoiler] Ich hab Interstellar auch diese Woche gesehen und war auch hin und her gerissen. Einige Sachen haben mich gestört, andere gefallen: Die Musik war unglaublich laut im Verhältnis zur sonstigen Geräuschkulisse (Hab den Film im Cinemaxx gesehen – vielleicht lag es auch daran!?) oder der Film war einfach so schlecht abgemischt. Und manchmal wirkten die Dialoge stark aufgesetzt. Natürlich fängt man an über das große Ganze zu philosophieren, wenn man Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Aber es wurden war einfach viele Themen einfach nur angerissen: Wer ist der Mensch, was macht einen Menschen aus, Zeitreisen, der kaputte Zustand der Erde oder Interstellares Reisen (abgesehen davon, dass Reisen über Monate im All dumm macht! Siehe: http://bit.ly/1zppojd). Im Grunde bekommt man auf diese ganzen Fragen keine Antwort. Obwohl: die Liebe trägt sogar durch Raum und Zeit *hust*. Nolan wollte nach den Sternen greifen, bekam aber nur Wolken zu fassen. Es bleibt zu vieles nebulös. Vielleicht würde eine zweite Sichtung mehr Klarheit bringen.

    Was mir gefallen hat: Der Film hat mich gepackt. Ich dachte ständig, „Und was kommt jetzt?“ Interstellar nahm nicht die klassischen Handlungsmuster auf, bei denen klar ist, wo man am Ende rauskommt. Die nolanischen üblichen Twists waren gut eingesetzt. ich mochte die Idee, dass Commander Mann auf der Erde der große Held, jedoch in einer anderen Galaxie ein Feigling war. Oder wer rechnet schon damit, dass der Held in einen 5D- Raum eintaucht? Die Bilder des Films waren teilweise grandios.(Die Szene mit dem Raketenstart fand ich übrigens auch sehr gelungen!) Und die Musik hatte auch ihre Momente. Alles in einem ein ziemlich guter Film, aber eben nicht das Meisterwerk – schließe mich da Dir an.

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    • Die Musik bzw. Soundcollage war tatsächlich ziemlich brachial und basslastig, doch daran habe ich mich bei Nolan schon fast gewöhnt. Die Abmischung fand ich dennoch gut, allerdings habe ich leider nur die Synchro gesehen, es mag also sein, dass die Originaltonspur anders abgemischt ist.

      [SPOILER] Ich finde auch, dass Nolan ein wenig zu viele Themen anreißt bzw. diesen dann zu wenig Zeit einräumt. Was Liebe durch Zeit und Raum angeht, nunja, da musste ich auch ein wenig mit den Augen rollen. Ansich finde ich die Idee schön, doch hätte man es nicht so plump ausformulieren müssen. Ob eine Zweitsichtung da mehr Klarheit bringt, bezweifle ich, fand ich die Zusammenhänge schon recht verständlich, nur eben teils ein wenig konstruiert.

      Beim 5D-Raum dachte ich anfangs auch noch: „Wenn der jetzt hinter dem Bücherregal sitzt…“ Letztendlich wurde die Geschichte dadurch aber recht schön aufgelöst. Allerdings fand ich das große Finale dann schon ein wenig schwach: Endlich das Wiedersehen mit der Tochter, dann schickt sie in fort und er fliegt davon? Ich hatte mich ja schon gewundert, dass er überhaupt überlebt hat, doch das war mir dann doch ein wenig zu platt. [/SPOILER]

      Trotz all dem ging es mir ähnlich wie dir und ich fand den Film wirklich gut – eine Zweitsichtung wird bestimmt noch irgendwann folgen!

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  3. Mit Sicherheit kein perfekter Film, aber doch mal wieder ein besonderes Kinoerlebnis abseits von Superheldentheater. Mit 8 Punkten (Tendenz 8,5 – 8.7) als Wertung gehe ich konform, die 9 oder gar 10 hat er sich wohl durch diverse Ungereimtheiten nicht ganz verdient. Mir gingen nur einige Verrisse auf die Nerven, wie z.B. den von Herrn Bokelberg, die gar keinen Respekt mehr für den Film aufbringen und freudig auf der „Die meisten mögen den Streifen, also finde ich ihn scheiße“-Welle reiten. Mir gefiel da die Analyse der Kino+-Crew ziemlich gut, die zwar die nicht ganz gelungenen Dinge ansprechen, aber immer wieder durchscheinen lassen, dass man auf angemessen hohem Niveau herumkrittelt:

    Die wichtigste Frage: Wie oft hat es bei dir im Auge gejuckt?

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    • Na, das sehen wir ja wieder ganz ähnlich. Es ist natürlich Kritik auf hohem Niveau und Nolan-Bashing gehört anscheinend irgendwie dazu. Kann ich auch nicht verstehen; nur weil ein Film erfolgreich ist muss er ja nicht zwangsweise schlecht sein, auch wenn es Gegenbeispiele gibt. Danke übrigens für den Rocket-Beans-Link! Da schaue ich eh viel zu selten rein (besonders jetzt, da der Plauschangriff Geschichte ist) – heute Abend finde ich aber bestimmt eine halbe Stunde und werde mir die Kritik zu Gemüte führen.

      Im Auge gejuckt? Ich hoffe das bezieht sich auf das Video und nicht den Film, denn ansonsten habe ich wohl einen wichtigen Plot-Point verpasst… 😉

      Achja, ich war so frei und habe den Link angepasst.

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      • Bei mir hat es während des Films ein, zwei Mal verdächtig im Auge gejuckt. Was natürlich keine Tränenflüssigkeit gewesen sein kann, weil ich ein harter Kerl bin und mich nichts anrührt, ähem.

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      • Jetzt steig ich auch mal von der Leitung runter, dann funktioniert das auch mit dem Verständnis besser. Mein Auge hat teils extrem gejuckt, doch hatte ich meine Männlichkeit bereits beim Begrüßungsgetränk des Deluxe-Kinos (alkoholfreier Hugo) in Frage gestellt, so dass ich mir den Tränenfluss für das Heimkino aufheben werde… 😉

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  4. Spoiler sei dank – ich werde mir den Film vielleicht doch ansehen. 🙂
    Eigentlich wollte ich den auslassen, weil ich befürchtete, nach dem Wurmloch kommt reine SciFi und ein vorbeilaufendes Alien… Darauf scheint man verzichtet zu haben. Dann könnte also die Mission doch ansehenswert sein.

    Wie wird denn die 5. Dimension erklärt oder wird das einfach so in den Raum geworfen? Ich tippe auf ein Paralleluniversum 😉

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    • Nee, der Film geht nicht in die Alien-Richtung, keine Sorge. Nolan hat da schon versucht in die realistische Richtung zu gehen und erzählt zu 50% Sci-Fi-Abenteuer und zu 50% Familiendrama. Das funktioniert wirklich erstaunlich gut.

      Auch die 5. Dimension wird recht plausibel erklärt; ohnehin wirft der Film kaum Rätsel à la „2001: Odyssee im Weltraum“ auf, sondern erzählt eine recht nachvollziehbare Geschichte. Mir hat er gefallen und ich werde ihn auch bestimmt noch einmal ansehen.

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  5. Sehr schöne Kritik, die ich auch ziemlich durchgänig unterschreiben würde. Was micht ein wenig an vielen Kritiken stört und auch hier in der Diskussion durchkommt ist ein viel zu sachlicher Blick auf den Film. „Interstellar“ ist keine Doku. 😉 Auf so einer Logik-Detailebene kann ich jeden Film kaputtschreiben, zumal wenn es sich um SciFi handelt. Zugegeben, nimmt sich der Film einige merkwürdige Logikzusammenhänge an. Aber das soll jetzt den Film runieren? Gewagt! 🙂 Da frage ich mich was passieren würde, wenn „2001“ dieses Jahr herausgekommen wäre… Nunja. Ich denke, dass du mit dem Punkt „Kinoerfahrung“ recht hast. Ich hatte keine Premium-Loge, sondern nur das billige Parkett. Gewirkt hat er aber genau. ;D

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    • Stimmt vollkommen: „Interstellar“ ist eben keine Doku, auch wenn man merkt, dass Nolan schon daran gelegen war ein möglichst realistisches Bild, was interstellare Raumfahrt betrifft, zu schaffen. Dennoch handelt es sich immer noch um einen reinen Unterhaltungsfilm. Der Vergleich zu „2001“ hinkt meiner Meinung nach auch immer etwas, da man diesen (bewusst von Kubrick und Clarke so angelegt) eben nicht 100%ig verstehen kann. Da ist „Interstellar“ deutlich simpler und zugänglicher.

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  6. Puh, da bin ich aber froh, mal wieder eine positivere Kritik zu lesen, die sich der negativen Aspekte durchaus bewusst ist, sich aber trotzdem traut zu sagen „mir hats gefallen“. (Ich selbst sehe meine Review übrigens nicht als euphorisch – schließlich habe ich auch 1, 2 Kritikpunkte angesprochen. Aber da ist wieder diese Sache mit der Selbstwahrnehmung … mäh)
    Jedenfalls kann ich dem Vorredner nur zustimmen: bei den negativen Kritiken habe ich gerade bei so einem Film immer das Gefühl, dass die Leute nur krampfhaft was anders machen wollen als die anderen um herauszustechen.

    Und o lala – ein Deluxe-Kinoerlebnis hatte ich noch nicht. Wie war das so? 😀 Ist das sowas mit viel Beinfreiheit und richtigen Sesseln?

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    • Natürlich hast du auch ein paar Kritikpunkte angesprochen, doch dein Fazit war ja überaus positiv und 10 Punkte vergibt man als Kritiker auch nicht so leichtfertig – insofern schon ein wenig euphorisch, so zumindest mein Eindruck… 😉

      Das Deluxe-Erlebnis war fabelhaft! Richtige Ledersessel mit elektronischer Liegefunktion (siehe verlinktes Foto). Wirklich sehr bequem, dazu Bestellservice, unendlich viel Platz und beste Technik. Das alles hat aber eben auch seinen Preis und wird wohl die absolute Ausnahme bleiben.

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  7. Ui, jetzt bin ich ob deiner Worte doch etwas überrascht.
    Die Wertung passt, aber es wundert mich dass wir vieles ähnlich aufgenommen haben, bis hin zum Gedanken, das er beim nächsten Mal vielleicht doch besser sein könnte (kam mir auch erst während des Schreibens…).
    Das Drama fand ich als tragendes Element auch richtig stark gemacht. Da haben mich selbst die ganzen Zeitholperer, bzw. die nicht ganz so stringente Handlung kaum bis gar nicht gestört. Es war sogar ganz erfrischend, auch wenn einige tiefergehende Bezüge zu Hathaways Figur schön gewesen wären. Ansonsten sind wir uns vollkommen einig.

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    • Deine Kritik habe ich als deutlich negativer wahrgenommen, was sich ja auch in der Punktewertung widergespiegelt hat. Aber das ist vermutlich immer sehr subjektiv; die Kritikpunkte sind bei den meisten Zuschauern, zumindest soweit ich gelesen habe, relativ ähnlich – allerdings wiegen sie wohl unterschiedlich schwer.

      Ich fand Drama und Sci-Fi-Handlung eigentlich auch sehr schön kombiniert, teils wollte Nolan vielleicht zuviel, aber letztendlich ist das tatsächlich Jammern auf hohem Niveau. Um es kurz zu machen: Ja, ich mochte den Film! 🙂

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  8. Im Vorfeld hatte ich riesen Erwartungen an den Film, das ist eigentlich immer ein Indiz, dass am Ende die Erwartungen nicht erfüllt werden. In dem Fall ist es zwar nicht der überragende Film geworden, den man als Meilenstein bezeichnen kann, ich wurde aber gut unterhalten und für Nolan Verhältnisse ist der Film recht emotional und bei allem Sci-Fi geht es doch eher um die irdischen Dinge wie Liebe und Überlebenswillen. Das Problem bei der Thematik wie Wurmlöcher und Zeitreisen ist immer, dass man sich schnell in Logikfehler verrennt. Insgesamt ist das hier recht ordentlich gelöst. Als Schauspieler trägt natürlich McConaughey emotional den Film. Bei dem muss ich auch Abbitte leisten, vor einigen Jahren hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass aus dem „Sunnyboy“ McConaughey ein derartiger großartiger Schauspieler wird. In diesem Film wirkt dagegen Matt Damon wie ein Laiendarstellar im Vergleich zu Matthew und da hätte ich mir auch jemanden anders für diese Rolle gewünscht. Was oben zum Zeitmanagement hinsichtlich des ersten Planeten geschrieben wurde, kann ich nicht mitgehen. Für mich wäre es da völlig unlogisch gewesen, wie oben angedeutet, dass das Mutterschiff in der Zwischenzeit zum nächsten Planeten fliegt. Das Risiko und vor allem die Energiereserven sind einfach viel zu kostbar, damit jemand einen Alleingang zu nächsten Planeten macht und die beiden einfach zurück lässt auf dem Planeten. Der Film war trotz seiner Länge recht kurzweilig und hat mich gut unterhalten. Ich glaube, würden man heute 2001: Odyssee im Weltraum ins Kino bringen, würde es wahrscheinlich große Kontroversen zwischen Meisterwerk und langweiliger Schrott bei den Kritikern auslösen. Bei Nolan hat man mittlerweile auch bei vielen den Eindruck, dass es zwischen „Nolan ist genial, der Film muss genial sein“ und zwischen „Nolan tut nur so schlau und wer ihn schlau findet ist eigentlich der Dumme“ schwankt.

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    • Stimmt, „Interstellar“ ist wohl tatsächlich der emotionalste Nolan-Film, den ich bisher gesehen habe. Also auch das kann er. Was die Sci-Fi-Elemente angeht, so hatte er wohl einen recht fähigen Berater, der für Recht und Ordnung gesorgt hat – ist natürlich immer noch ein Film, doch wie allzu grober Unfug kam mir das alles nicht vor. Bis auf so ein, zwei Geschichten.

      McConaughey fand ich auch toll, aber das hatte er für mich bereits in „True Detective“ bewiesen. Früher hatte ich ihn, ehrlich gesagt, gar nicht groß wahrgenommen, obwohl ich auch seine Spaßfilme à la „Sahara“ mochte.

      Was den 7-Jahres-Planeten angeht, so sehe ich das auch so – aber ist ja klar, dass gerade solch ein Film viele verschiedene Theorien und Ansichten auf den Plan ruft. Das macht die Diskussionen ja so lebhaft. Ich kann mich nicht erinnern, bei welchem anderen Film ich je so ausführliche Kommentare hatte. Toll!

      Stimmt, Kubricks „2001“ würde heute bestimmt auch zwischen den Kritikern stehen. Nolan ist natürlich kein Kubrick, doch kann ich deine Beobachtung bestätigen. Es scheint kaum ein Dazwischen zu geben. Ich mag Nolans Filme auch sehr, würde ihnen aber auch (noch) keinen Klassikerstatus zusprechen.

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  9. Die Frage ist, ob es heute noch so etwas wie Klassiker gibt. Es werden immer weniger Filme gedreht, dazu immer weniger „Neues“ sondern, 95% der Filme sind Buch- oder Comicverfilmungen oder, Remakes, Reboots oder Prequels, die am besten auch noch für das gesamte Publikum, Stichwort Freigabe bis 16 gemacht wird. Die einzige der immer noch grundsätzlich sein eigenes Ding macht und echte Fanboy-Filme macht ist wahrscheinlich Tarantino in unserer heutigen Zeit. Vielleicht ist das auch nur der subjektive Eindruck und in 20 Jahren sind einige Filme der heutigen Zeit auch als Klassiker bezeichnet, ich sehe aber da keinen Film wie zu meinen Filmanfängen wie Terminator oder Alien, die selbst Jahrzehnte später nichts von ihrer Klasse verlieren.

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    • Das stimmt natürlich. So gerne ich Fortsetzungen von lieb gewonnenen Franchises sehe, so sehr muss ich mich doch über den nicht abreißen wollenden Trend der Comic-Verfilmungen wundern. Da stechen Nolans Filme durchaus positiv heraus, schon alleine weil er eigene Wege beschreitet. Selbst ein Fincher setzt da noch auf Remakes oder Buchverfilmungen (was natürlich nicht schlecht sein muss). Ich bin auch gespannt, wie man in 30 Jahren unser Kinojahrzehnt betrachten wird und an welche Filme man sich erinnert.

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  10. Ein wahnsinnig schöne Kritik. Ich hab sie sehr gerne gelesen. Und obwohl du die gleichen Punkte vergeben haben, kommt mir vor du bist etwas zufriedener damit als ich. Ich fand das Ende auch nicht überragend, aber mich haben andere Sachen mehr gestört. Auf jeden Fall bin ich auch schon auf die 2t Sichtung gespannt und glaube auch, dass er bei mir dann eventuell auch nochmal punkten kann.

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    • Oh, danke! 🙂

      Ich bin schon recht zufrieden mit dem Film, das stimmt. Direkt nach der Sichtung war ich allerdings noch um einiges enttäuschter. In den letzten Tagen hat mich der Film aber weiterhin begleitet und ich musste viel darüber nachdenken. Insofern durchaus eine Leistung, denn viele Filme, besonders Blockbuster, die man so schaut, sind nach der Sichtung meist sofort wieder verschwunden. Das hat Nolan mit „Interstellar“ wirklich gut hinbekommen.

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  11. Interessant, dass du doch recht ähnliche Kritikpunkte hast, was manche Dialoge und Monologe und das Ende anbelangt (auch wenn ich das ja nicht so ausführlich besprochen hatte), und trotzdem zu einem Punkt mehr kommst bzw. bei dir der Film durchs Drüberschlafen besser wurde(, während er bei mir eher dadurch verloren hat).
    Mir ging er eben leider gar nicht mehr durch den Kopf, auch wenn es durchaus beeindruckende Szenen gab (ich fand auch die Szene sehr stark, als dann Cooper von zu Hause wegfährt, in Tränen aufgelöst, weil seine Tochter ihn nicht verabschieden wollte; da hat wirklich alles gepasst). Da hatte „Inception“ (beim ersten Sehen) wesentlich mehr Eindruck bei mir hinterlassen. Ich musste ihn ja damals unbedingt noch ein zweites Mal im Kino ansehen (, wobei er dann aber leider 1-2 Punkte verloren hat).

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    • Ich bin mir selbst auch noch nicht ganz sicher, wie der Film langfristig bei mir wirken wird. Vermutlich bin ich aufgrund der Thematik (Vater-/Tochterbeziehung) einfach näher dran. Emotional hat mich „Interstellar“ somit auch mehr berührt als „Inception“, den ich bei meiner bisher einzigen Sichtung aber auch besser, weil konsequenter fand. Auch bei diesem ist eine Zweitsichtung aber längst überfällig. Überhaupt habe ich Lust mir alle Nolans (die „Batman“-Trilogie vielleicht ausgenommen, weil sie zu sehr für sich steht) noch einmal anzusehen. Wäre ein kleines Projekt… 😉

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  13. Ich fand den Trailer zwar gut im Sinne von verrät nix, aber gerade der Drama-Trailer hat bei mir keine Lust auf den Film gemacht, gut, wäre er auf das Drama reduziert gewesen, wäre es auch nicht mein Genre gewesen, obwohl es trotzdem ein guter Film gewesen wäre.

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    • Da bin ich als Vater einer Tochter vermutlich vorbelastet, weshalb ich die Drama-Teile des Films auch am besten fand. Dabei steh ich normalerweise auch eher auf Sci-Fi. Insofern hat bei dem Film nicht viel gefehlt, um bei mir komplett zu zünden… 🙂

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