47 Meters Down (2016)

Am vorletzten Abend unseres Urlaub, haben wir es doch noch geschafft, einmal wieder einen Film zu schauen. Die Wahl fiel auf den Hai-Thriller „47 Meters Down“, der mir damals im Zuge meiner Sichtung von „The Shallows“ empfohlen wurde. Ob das die richtige Wahl war, oder ob wir den vorletzten Urlaubsabend doch lieber wieder auf die Terrasse hätten verbringen sollen, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

47 Meters Down (2016) | Universum Film GmbH

47 Meters Down (2016) | Universum Film GmbH

Klaustrophobische Tauchgänge vs. das Drehbuch

Unter der Voraussetzung, dass ich Hai-Filme bzw. Unterwasserfilme liebe, die kein reiner Trash à la „Sharknado“ und Co. sind, erwartete ich mir durchaus einiges von „47 Meters Down“. Nach der Sichtung muss ich auch zugeben, dass Johannes Roberts den Kern der Geschichte um zwei Schwestern, die mit einem Tauchkäfig in die Tiefe stürzen und von Haien attackiert werden, gekonnt umgesetzt hat. Der Mittelteil des Films gefiel mir wirklich ziemlich gut, da aus der klaustrophobischen Situation einige spannende Szenen und atmosphärische Bilder entstehen. Selbst das (erste) Ende wusste mich zu überzeugen und ich war beinahe schon versöhnlich gestimmt. Beinahe, denn das restliche Drehbuch war leider ein ziemlicher Reinfall.

Es fängt schon mit der Charakterisierung der beiden Schwestern an: Die Vernünftige der beiden (gespielt von Mandy Moore, bekannt aus „This Is Us“) wurde von ihrem Freund verlassen, weil er sie zu langweilig findet. Und was macht sie? Um sich vor ihm zu beweisen, taucht sie in den Haikäfig. Weil sie ja doch so super abenteuerlustig sein kann. Oh man. Das sind doch genau die Vorbilder, die man im Kino sehen will. Am Ende wächst sie dann selbstbestimmt über sich hinaus und rettet ihre Schwester und… ach nein, war doch nur eine Halluzination aufgrund der Taucherkrankheit. In Wirklichkeit sitzt sie jammernd am Grund des Haikäfigs und muss sich retten lassen. Ja, ähm, toll.

Fazit

Ihr merkt schon, „47 Meters Down“ ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits wirklich unterhaltsam und effektiv inszeniert, andererseits aber selten dämlich geschrieben. „The Shallows“ macht all das in vielerlei Hinsicht besser. Hai-Freunde dürfen gerne mal reinschauen, doch mehr als durchschnittliche Unterhaltung springt am Ende nicht dabei heraus: 5/10 Punkte.

Whatever Works (2009)

Nach einem weiteren Tag voll banger Hoffnung, dass es uns den Urlaub nicht doch noch verhagelt, haben wir uns abends mit einem Film abgelenkt. Die Wahl ist auf „Whatever Works“ gefallen, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Meine filmischen Erfahrungen mit Woody Allen lassen sich bisher an einer Hand abzählen (z.B. „Midnight in Paris“) und ich war speziell aufgrund Larry Davids Hauptrolle gespannt auf den Film…

Whatever Works (2009) | © Universum Film GmbH

Whatever Works (2009) | © Universum Film GmbH

Curb Your Enthusiasm: The Movie

Okay, das mag ein wenig übertrieben sein. Andererseits aber auch wieder nicht. Denn Larry Davids Boris Yellnikoff hat schon viele charakterliche Gemeinsamkeiten mit seinem Alter Ego aus der großartigen HBO-Serie „Curb Your Enthusiasm“. Und damit passt er famos in Woody Allens New York. Die Philosophie des Misanthropen ist Whatever Works und damit lässt sich auch der gesamte Film erklären, der weniger von seiner Handlung, als den Charakteren und ihren Dialogen lebt. Typisch Allen eben. Dabei stößt es, gerade aus heutiger Perspektive, schon ein wenig bitter auf, dass ein Kernelement des Films wie eine Altherrenfantasie wirkt. Im Verlauf der Handlung wird dieser Aspekt zwar abgemildert, doch ist es für mich nach wie vor schwierig, den Künstler und die Kunst voneinander zu trennen.

Ich liebe Larry David in dieser Rolle. Auch das Durchbrechen der vierten Wand hat erstaunlich gut funktioniert. Dabei stehe ich diesem Stilmittel sonst eher skeptisch gegenüber. Auch die New-York-Atmosphäre und die restlichen Schauspieler konnten mich nahezu restlos überzeugen. Der Wortwitz ist vorhanden und wird durch Larry David großartig vorgetragen. Wer kein Fan ist, wird sich vermutlich weniger stark amüsieren. Wer ihn aber mag, sollte unbedingt reinschauen.

Fazit

Mich hat „Whatever Works“ über seine 90 Minuten wirklich famos unterhalten. Gerade gegen Ende hat sich der Film noch einmal positiv entwickelt. Larry David schafft es größtenteils auch, mich den autobiographischen Aspekt vergessen zu lassen und in ihm nur Boris Yellnikoff zu sehen. Dann gelingt es dem Film auch, einfach nur Spaß zu machen: 8/10 Punkte.

Ich: Einfach unverbesserlich – OT: Despicable Me (2010)

Nach einem äußerst holprigen Start in den Urlaub, habe ich meinen Kindern als Ausgleich einen Filmabend versprochen. Während die Mama versucht hat, sich im Schlaf zu erholen, habe ich mit den Kindern „Ich: Einfach unverbesserlich“ gesehen. Damit steigen wir recht spät in das Franchise ein, gibt es inzwischen doch schon zwei Sequels und ein Spin-off. Bisher kannten wir nur ein paar Clips mit den Minions und besonders ich war demnach gespannt, was die restliche Geschichte so zu bieten hat. Übrigens war es auch das erste Heim-3D-Erlebnis für die Kinder…

Ich: Einfach unverbesserlich (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ich: Einfach unverbesserlich (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein Gru-seliges Animationsabenteuer?

Ich war ein wenig skeptisch, gerade was unseren Zwergofanten angeht. Dieser hat bisher mit „Die Häschenschule: Jagd nach dem Goldenen Ei“ ja erst einen Film komplett gesehen, der zudem extrem harmlos war. Und nun gleich eine Geschichte, die sich um die fiesen Pläne einen Superschurken dreht? Da hatte ich schon erwartet, dass sich ein gewisser Herr wieder hinter das Sofa verkriecht. Aber nein, er hat den Film sichtlich genossen. Speziell die Szenen mit den Minions fanden er und seine Schwester super witzig. Das Zappelinchen konnte sich auch schon deutlich mehr in die restliche Geschichte einfühlen, während der Zwergofant sich bei den Szenen in Vectors Hauptquartier doch öfter mal hinter sein Kuschelkissen verkrochen hat. Insgesamt aber ein absolut gelungener Kinderfilm, der jedoch auch für uns Erwachsene den einen oder anderen Gag bereithält.

Ich mochte speziell die teils an „The Incredibles“ erinnernde Welt rund um diverse Superschurken und ihre Pläne. Das hatte Charme und Witz. Ja, auch über die Minions konnte ich lachen, doch weiß ich nicht, ob ich einen kompletten Film mit ihnen sehen muss. Toll fand ich auch den emotionalen Kern der Geschichte, in dem drei Waisenkinder Grus Herz erweichen. Gerade das Spannungsfeld zwischen seinem Dasein als Schurke und Ersatzvater birgt viel Humor. Und eben auch Herz. Für solche Handlungsstränge bin ich ja ohnehin anfällig und hier wurde diese Geschichte sehr schön umgesetzt.

Fazit

Aus all den generischen Animationsfilmen der letzten Jahre, sticht „Ich: Einfach unverbesserlich“ durchaus heraus – und das nicht nur aufgrund der Minions. Er besitzt Witz und Herz sowie eine tempo- und actionreiche Handlung, die gerade in 3D super zur Geltung kommt. Gerade mit Kindern ein großer Spaß, auf dessen zweiten Teil ich mich tatsächlich schon freue: 8/10 Punkte.

Rambo 2: Der Auftrag – OT: Rambo: First Blood Part 2 (1985)

Eine kurze, aber knackige und anstrengende Woche liegt hinter mir. Während sich meine Frau auswärts vergnügt, habe ich mir mit „Rambo 2: Der Auftrag“ die passende Unterhaltung ins Wohnzimmer geholt. Zumindest konnte ich damit, nach dem immer noch imposanten ersten Teil, eine weitere filmische Lücke schließen…

Rambo 2: Der Auftrag (1985) | © STUDIOCANAL

Rambo 2: Der Auftrag (1985) | © STUDIOCANAL

„To survive a war, you gotta become war.“

Ich wusste schon im Vorfeld, dass ich hier eine ganz andere Art von Film zu sehen bekomme, als es noch der Vorgänger aus dem Jahr 1982 war. War dieser eher ein dramatischer Überlebenskampf mit durchaus kritischen Tönen, präsentiert sich die Fortsetzung als stumpfer Actionfilm – mit so ziemlich genau dem Rambo, den man auch immer im Kopf hat, wenn man an die Filmreihe denkt. Das Drehbuch, spannenderweise von Sylvester Stallone und James Cameron(!) geschrieben, hält sich nicht lang mit Logik oder Charakteren auf, sondern setzt voll und ganz auf kernige Sprüche, die Inszenierung John Rambos als Einzelkämpfer und übertriebene Action.

Aus heutiger Sicht ist der Film kaum noch ernst zu nehmen: Die stereotype Darstellung der vietnamesischen und russischen Gegenspieler grenzt schon an Karikatur und die Kritik am System bleibt, bis auf ein paar platte Sprüche, beinahe völlig auf der Strecke. Nein, ein objektiv guter Film ist „Rambo 2: Der Auftrag“ wahrlich nicht. Allerdings besitzt er einen gewissen 80er-Jahre-Charme und so manche unterhaltsame Actionszene. Wenn man damit aufgewachsen ist, mag „Rambo: First Blood Part 2“ durchaus Kultstatus besitzen. Für neue Zuschauer ist er zumindest immer noch ein unterhaltsames Zeitdokument.

Fazit

Auch wenn „Rambo 2: Der Auftrag“ speziell inhaltlich ziemlich versagt, so ist er doch kompetent inszeniert und bietet über 90 Minuten beinahe schon nostalgische 80er-Jahre-Action. Kann und sollte man heute nicht mehr ernst nehmen, doch als Blick in die Vergangenheit des Actionkinos macht er selbst 33 Jahre nach dem Erscheinen noch eine gute Figur: 6/10 Punkte.

Rambo – OT: First Blood (1982)

Heute habe ich eine meiner größten filmischen Lücken geschlossen und endlich „Rambo“ nachgeholt. Der Film besaß bereits während meiner Grundschulzeit einen echten Kultstatus und ich weiß noch heute, dass sich ein paar Klassenkameraden im Pausenhof der zweiten(!) Klasse damals darüber ausgetauscht hatten. Für mich wäre es damals – völlig zurecht – unmöglich gewesen diesen Film zu sehen und irgendwie habe ich es auch danach nicht auf die Reihe bekommen. Heute jedoch war es soweit…

Rambo (1982) | © STUDIOCANAL

Rambo (1982) | © STUDIOCANAL

Eine Figur, die zur Legende wurde

Denkt man heute an Rambo, dann hat man vermutlich eher Szenen aus den drei Fortsetzungen im Kopf. Ähnlich wie bei „Mad Max“, bei dem man auch eher an „The Road Warrior“ denkt, ist „First Blood“ noch ein anderer Film als die actionreicheren Nachfolger. Tatsächlich ist die Geschichte unerwartet ernsthaft und kann in erster Linie als Kritik am Vietnamkrieg bzw. der mangelhaften Eingliederung von Veteranen gesehen werden. Ich war wirklich erstaunt, wie schnell Ted Kotcheff zur Sache kommt und das anfänglich noch friedliche Setting wortwörtlich explodiert. Binnen nur weniger Minuten wird John Rambo in die Mangel genommen und man fühlt sich mit ihm überfordert und kann nicht verstehen, wie die Situation so schnell eskalieren konnte. Selten habe ich einen effizienter erzählten Prolog gesehen.

Während der ersten 70 Minuten bekommt man einen extrem spannenden Überlebenskampf zu sehen, der vor allem durch sein Setting (unwirtliche Natur) und John Rambos Einfallsreichtum überzeugt. Die Action ist hart und dreckig und man nimmt allen beteiligten Personen ab, dass sie eigentlich mit der Situation überfordert sind. In den letzten 20 Minuten kippt der Film dann leider in ein Actionspektakel, das zwar nach wie vor mitreißt, jedoch nicht mehr diese archaische Wucht besitzt, die „First Blood“ zuvor geboten hat. John Rambos Zusammenbruch in der letzten Szene war dann wieder sehr gelungen und hat das eigentliche Thema des Films noch einmal wunderbar auf den Punkt gebracht.

Fazit

Mit „Rambo“ hat Sylvester Stallone neben „Rocky“ (eine weitere meiner filmischen Lücken) völlig zurecht Kinogeschichte geschrieben. Selbst nach 36 Jahren kann der Film immer noch überzeugen. Ich selbst bin nun gespannt, ob die Fortsetzungen für mich ebenfalls noch funktionieren oder nur noch Relikte des 80er-Jahre-Actionkinos sind. Dieser erste Teil der Reihe ist auch heute noch sehenswert: 8/10 Punkte.

My Scientology Movie (2015)

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, anstrengenden Kindern und weiterhin andauernder Fastenzeit (sprich immer noch kein Alkohol), kommt das Wochenende gerade recht. Mit „My Scientology Movie“ habe ich einen Dokumentarfilm in den Player geschoben, der schon lange auf meiner Liste stand. Ob er an andere Überraschungen aus dem Genre, wie „Searching for Sugarman“, anschließen kann?

My Scientology Movie (2015) | © Altitude Film Distribution

My Scientology Movie (2015) | © Altitude Film Distribution

Leider kein intimer Einblick in die Sekte

Ich liebe die Art und Weise, wie Louis Theroux seine Dokumentarfilme aufzieht. Durch seine ruhige und bedächtige Art ist es ihm schon gelungen, das Vertrauen von teils ungewöhnlichen bis abstoßenden Gemeinschaften zu gewinnen. In seiner bekannten Dokumentation „The Most Hated Family in America“ hat er z.B. die Westboro Baptist Church begleitet und führende Mitglieder vor die Kamera bekommen. Die Interviews, die er führt, sind unglaublich packend und legen die völlig abstrusen Gedankengänge der Mitglieder dieser Sekte offen. Etwas Ähnliches hatte ich mir auch von „My Scientology Movie“ erhofft, jedoch blieb Louis Theroux hier der Zugang verwehrt.

Um dennoch eine Geschichte für seinen Dokumentarfilm zu haben, interviewt er einige ehemalige Mitglieder von Scientology und dreht Schlüsselszenen ihrer Aussagen mit Schauspielern nach. Dies ist ein spannendes Konzept, das für so manch einen Aha-Moment sorgt, jedoch wirkt es leider auch wie Plan B. Eine schwächere Alternative, weil er keinen direkteren Zugang zum Machtzentrum der Sekte bekommen hat. Am stärksten ist der Film in den Szenen, in denen Louis in direkter Konfrontation mit einigen Scientologen ist und versucht diesen gewisse Aussagen zu entlocken. Leider lassen sich diese Begegnungen an einer Hand abzählen, so dass der gewünschte Einblick größtenteils ausbleibt.

Fazit

Auch wenn mich „My Scientology Movie“ insgesamt enttäuscht hat, so ist der Dokumentarfilm doch wirklich unterhaltsam. Die gezeigten Einblicke geben zudem einen guten Eindruck, um was für eine seltsam verquere Parallelgesellschaft es sich hier handelt. Leider nicht die beste Theroux-Doku, doch Fans des Briten dürften auch damit ihre Freude haben: 7/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem recht entspannten und doch irgendwie anstrengenden Tag, folgte am Abend mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ die Sichtung eines Films, den ich bereits vor sieben Jahren gesehen und besprochen habe. Ganz konkret wurde mein erneutes Interesse an dem Franchise durch den Zwergofanten geweckt, der seit seinem fünften Geburtstag großer Fan der Drachen ist, ohne je auch nur einen Schnipsel davon gesehen zu haben. Ob mich der Film auch beim zweiten Mal packen konnte?

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Komm Ohnezahn, wir fliegen!

Was hatte ich Spaß mit dem Film! Doch fangen wir von vorne an: Die Geschichte ist zweckmäßig simpel und besticht durch ein unverbrauchtes Setting. Im Zentrum steht eindeutig die Beziehung zwischen Hicks und seinem Drachen Ohnezahn – und diese Szenen funktionieren sowohl auf der emotionalen als auch auf der inszenatorischen Ebene perfekt. Es macht so viel Spaß, mit Ohnezahn durch die Lüfte zu fliegen. Und ja, dieses Mal habe ich den Film in 3D gesehen und ja, es ist ein Zugewinn. Herrlich!

Die langsam entstehende Bindung zwischen dem Wikingerjungen und seinem Drachen hat mich heute auch stark an „Mein Freund, der Delfin“ erinnert: In beiden Fällen setzt sich ein Junge dafür ein, dass ein verletztes Tier durch eine Prothese wieder seine natürliche Bewegungsfähigkeit erlangt. Auch in diesem Film funktioniert dieses Handlungselement perfekt und die Spiegelung am Ende lässt erahnen, dass Ohnezahn und Hicks in Zukunft noch viel enger zusammenwachsen. Überhaupt fand ich es für einen Animationsfilm sehr beeindruckend, den finalem Kampf nicht ohne Konsequenz für die Hauptfigur enden zu lassen.

Fazit

Wie gerne hätte ich „How to Train Your Dragon“ mit dem Zwergofanten angeschaut, doch leider weiß ich, dass er sich viel zu sehr gefürchtet hätte. Wenn er nun Fragen zu den Drachen und ihren Reitern hat, kann ich diese jetzt aber endlich fundiert beantworten. Und wenn er dann soweit ist, freue ich mich schon sehr auf eine Rückkehr nach Berk (bis dahin besuchen wir bestimmt noch öfter die Playmobil-Version, die bei uns Einzug gefunden hat): 8/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS8)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Eigentlich hätte ich meine diesjährige Sichtung von „Schöne Bescherung“ schon gerne frühzeitiger zelebriert, doch es kam anders als gedacht – und somit war es heute, am 23. Dezember, wieder reichlich knapp. Dennoch war es natürlich keine Option ohne die Griswolds in das Weihnachtsfest zu starten, weshalb sich heute Nachmittag die ganze Familie vor dem Fernseher versammelt hat…

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Alle Jahre wieder

Die Stammleser meines Blogs wissen, was jetzt kommt: meine inzwischen neunte Besprechung des Films auf diesem Blog. Nur 2008, 2009 und 2011 habe ich den Film während der letzten elf Jahre nicht gesehen, warum auch immer. Da inzwischen meine beiden Kinder mitschauen, habe ich wieder einmal auf die deutsche Synchronisation zurückgegriffen, die allerdings auch tadellos funktioniert. Damals war halt wirklich noch alles besser. Das Zappelinchen hat sich speziell an den unzähligen Slapstick-Szenen erfreut, dem Zwergofant waren etliche Szenen noch zu dramatisch. Bei ihm wird es noch ein paar Jahre dauern, bis er diese Tradition wirklich zu schätzen weiß.

Und ich selbst? Ja, auch ich habe wieder viel gelacht und ein paar neue Elemente entdeckt: Zum Beispiel war mir nie bewusst aufgefallen, dass Oma Francis und Oma Nora an einem Lebkuchenhaus basteln – vermutlich aber auch nur, weil wir heute selbst eines zusammengeklebt haben:

Ansonsten hat sich mir wieder einmal offenbart, warum ich den Film so liebe: Er schafft es die perfekte Gratwanderung zwischen Weihnachtskitsch und völlig überzogener Satire hinzulegen, ohne dabei seine Figuren völlig der Lächerlichkeit Preis zu geben. Speziell die Kernfamilie der Griswolds sowie die beiden Großelternpaare sind wirklich großartig in ihrem Zusammenspiel. Ein Mikrokosmos, der unzählige brillante Dialogszenen (manchmal nur Fetzen) enthält, die viel über den Weihnachtswahnsinn, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht, aussagen.

Fazit

Nein, hier gibt es auch dieses Jahr keine Überraschung zu erwarten: Ohne die Griswolds würde mir an Weihnachten etwas fehlen – und ich arbeite gerade daran, dass meine Kinder diese Tradition fortführen. Zumindest das Zappelinchen habe ich schon auf meiner Seite. Nun kann Weihnachten kommen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Green Room (2015)

Der filmische Horror-Monat Oktober ist beinahe zu Ende. Höchste Zeit also, dass ich mich dem Genrefilm zuwende: Mit Jeremy Saulniers „Green Room“ stand sogleich ein Film auf dem Programm, den ich ohnehin schon länger sehen wollte. Wenig Grusel, dafür extreme Spannung und fieser Splatter. Ob das für einen gelungenen Filmabend ausreichend war?

Green Room (2015) | © Universum Film GmbH

Green Room (2015) | © Universum Film GmbH

Punk Is Dead

Zumindest die Punk-Band ist nach dem Film tot. Dabei hat alles so harmonisch begonnen: Eine erfolglose Punk-Band ist auf der Suche nach dem nächsten Gig. Das ist verbunden mit viel Gerede über Image, Lieblingsbands und – am wichtigsten – woher man das Geld für Benzin nimmt. Als sich spontan eine neue Möglichkeit ergibt, fragen die vier Bandmitglieder nicht lange nach, sondern nehmen den Gig an. Da ist es auch fast schon egal, dass sie vor hinterwäldlerischen Neo-Nazis spielen. Als sie jedoch unfreiwillig Zeuge eines Mordes werden, beginnt ein Überlebenskampf, der von Anfang an aussichtslos erscheint.

Jeremy Saulniers Terrorfilm ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Die Spannungsschraube wird beständig angezogen und von befreiender Komik ist nichts zu spüren. Dazu gesellen sich eruptive Gewaltszenen, die sowohl vom Timing als auch aufgrund ihrer expliziten Darstellung überraschen. Über weite Strecken ist „Green Room“ schon fast ein Kammerspiel, das einen Belagerungszustand zeigt, was das Gefühl der Klaustrophobie und des Ausgeliefertseins nur noch unterstreicht.

Patrick Stewart als fieser Nazi-Boss

Neben dem geradlinig inszenierten Terror, haben mich vor allem die Schauspieler überrascht: Am auffälligsten ist wohl Patrick Stewart, der den perfiden Anführer der Neo-Nazi-Bande spielt. Doch auch der leider viel zu früh verstorbene Anton Yelchin (u.a. „Odd Thomas“) weiß  zu überzeugen. Daneben sind mir noch speziell Alia Shawkat (Serienfreunden bekannt als Cousin Maeby aus „Arrested Development“) und Imogen Poots („Centurion“) aufgefallen. Bis zum Ende schaffen es nur die wenigsten.

Fazit

Auch wenn „Green Room“ keine wirklich originelle Geschichte erzählt (im Grunde erlebt man „From Dusk Till Dawn“ mit Nazis statt Vampiren), so hat er mich doch extrem mitgerissen. Und das nicht immer auf unterhaltsame Art und Weise, denn viele Szenen sind wirklich unangenehm und werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Wer Lust auf knallharte Terror-Action hat, der sollte hier ruhig einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Vacation: Wir sind die Griswolds″ am 1. Mai 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einer ziemlich aufregenden Arbeits- und turbulenten ersten Ferienwoche, waren am Abend alle Familienmitglieder ziemlich platt. Als die Kids gegen 20:30 Uhr im Bett waren, haben wir uns vor den Fernseher zurückgezogen und mit „Vacation: Wir sind die Griswolds“ einen Film eingelegt, von dem ich mir nicht viel erwartete. Dennoch war ich neugierig, wie denn die Fortsetzung einer der beliebtesten Filmreihen der 80er Jahre heute aussieht…

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Eine Fortsetzung, kein Reboot

Die Originale rund um die Familie Griswold habe ich als Kind und Jugendlicher unzählige Male gesehen. Speziell „Christmas Vacation“ liegt mir sehr am Herzen und ich schaue und bespreche den Film jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit. Doch auch den ersten verfilmten Urlaub der Griswolds aus dem Jahr 1983 mag ich sehr (wenngleich ich ihn bei der letzten Besprechung ein wenig harsch bewertet habe). Wie man es auch dreht und wendet: Ich verbinde etliche schöne Erinnerungen mit der Reihe. Dementsprechend skeptisch war ich (speziell nach den teils desaströsen Kritiken), wie sich denn der Reboot anschickt, die Griswold-Tradition aufrecht zu erhalten.

Mit der Besetzung bin ich schon einmal sehr zufrieden: Ich sehe sowohl Christina Applegate als auch Ed Helms sehr gerne. Für mich hätte es keine bessere Besetzung geben können. Ein weiterer Pluspunkt: Es handelt sich beim 2015er „Vacation“ nicht um ein inhaltliches Reboot (wie es z.B. „Ghostbusters“ gemacht hat), sondern um eine Fortsetzung. Im Zentrum der Geschichte steht dieses Mal Rusty, der Sohn von Clark und Ellen Griswold. Das lässt dem Film auch die Möglichkeit ganz natürlich die beiden Stars von damals in die Handlung zu integrieren, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Ich mochte das wirklich sehr. Auch die weiteren Referenzen, die stets mit einem Kniff im Film zu sehen sind. Man merkt deutlich, dass das Regie- und Autoren-Duo das Original nicht nur gut kennt, sondern auch schätzt.

Rückkehr nach Walley World

Die Rahmenhandlung erzählt ziemlich genau die Geschichte des Original-„Vacation“ nach. Dessen ist sich der Film aber bewusst und es gibt ein paar schöne Meta-Gags, die diesen Aspekt aufgreifen. Die Stationen der Reise sind jedoch andere und lassen Raum für allerlei Albernheit, von denen einige zünden, andere nicht. Der Humor mäandert stets um die Gürtellinie herum, jedoch muss ich gestehen, dass ich öfter lauf lachen musste und mir teils sogar – sehr zum Amüsement meiner Frau – die Tränen im Gesicht standen. Speziell der Tartan Prancer hat es mir angetan. Da mag ich einfach gestrickt sein. Auf jeden Fall hatte ich meinen Spaß.

Fazit

Auch wenn es die meisten anders sehen, so halte ich den 2015er „Vacation“ für eine gelungene Fortsetzung, die den Geist des Originals wunderbar einfängt. Weniger Fäkalhumor wäre wünschenswert gewesen, doch stehen dem gegenüber etliche Witze, die bei mir wirklich gezündet haben. Ich mag zudem die Entwicklung, die die Figuren durchmachen – zwar wenig subtil und ziemlich offensichtlich, doch immerhin. Kein großes Kino, doch für mich als Fan der Reihe ein großes Vergnügen. Ich würde mir noch weitere Sequels rund um Rusty und seine Familie ansehen: 7/10 Punkte.