Mad Max (1979)

Heute habe ich einmal wieder einen der Filme meiner Jugend gesehen. George Millers „Mad Max“ hatte mich oft durch das Nachtprogramm begleitet. Meist nachdem ich von abendlichen Unternehmungen heimkam und noch etwas abschalten wollte. Dies erklärt vermutlich auch meine trügerischen Erinnerungen an den Film.

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„Mad Max“ ist weniger überdrehte Endzeitaction, als ein recht schnörkelloses Actiondrama. Hier steht der erste Teil der Trilogie wohl stets etwas im Schatten seines krachigen Nachfolgers „The Road Warrior“. Besonders der ruhige Aufbau hatte mich bei der heutigen Sichtung überrascht. Aus meiner Erinnerung hätte ich den Film vollkommen anders rekonstruiert und Max‘ Rachefeldzug – toll gespielt von einem blutjungen Mel Gibson – mindestens eine gute halbe Stunde mehr Laufzeit gegönnt. So kann man sich täuschen. Die Überraschung war jedoch absolut positiver Natur und ich wusste die bedächtig aufgebaute emotionale Bindung im Finale wirklich zu schätzen.

Was heute mehr als nur lächerlich erscheint, ist die Indizierung dieses B-Movie-Klassikers. Selbstjustiz ist stets ein schwieriges Thema, jedoch wird diese heute in jeder zweitklassigen Krimiserie stärker zelebriert, als in diesem Film. Die Thematik wird zudem auch mit den für niedrigere Freigaben erforderlichen Kürzungen nicht entschärft, was das ganze System ad absurdum führt. „Mad Max“ ist Teil der Filmgeschichte und sollte auch als solcher behandelt werden. Seinen Abkömmlingen – wie z.B. Neil Marshalls „Doomsday“ – geht es selbst heute übrigens nicht anders. Traurig, aber wahr.

Nach diesem ungewollten Abschweifen bleibt mit eigentlich nur noch zu sagen: „Mad Max“ ist Kult. Zwar etwas angestaubt und ganz sicher nicht perfekt, doch gerade deshalb immer noch eine wilde und mitreißende Fahrt. Sollte man gesehen haben: 8/10 Punkte.

18 Gedanken zu “Mad Max (1979)

  1. Sollte mir den Film auch wieder mal anschauen. Warte aber noch auf eine HD Veröffentlichung. Da werde ich sicher zugreifen.
    Habe mir auch gerade einen Klassiker angeschaut. Bei mir war es The Terminator. Auch immer wieder gut 🙂

    Ja Doomsday wurde glaube ich um einige Gewaltszenen erleichtern. Wollte mir den Film nicht Cut zumuten, darum habe ich zur US BD gegriffen.

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  2. Ich wäre ja schon mit einer brauchbaren DVD-Veröffentlichung zufrieden. Die aktuelle ist wirklich nicht mehr dem Stand der Technik entsprechend und von Bonusmaterial fehlt jede Spur. Wirklich schade. Da ist „The Terminator“ schon wesentlich besser ausgestattet.

    „Doomsday“ wurde um über 10 Minuten erleichtert. Völlig daneben. Bin auch froh bei der australischen DVD zugegriffen zu haben.

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  3. Ja da hast du recht. War echt überrascht wie gut Terminator auf DVD aussieht.
    Mal schauen wies mit T2 aussieht. Habe da die Kinowelt HD-DVD.
    Und den dritten werde ich mir auf BD ansehen.
    So habe ich drei verschiedene Disc Typen für drei Filme 😉
    Vom zweiten Mad Max gibt es ja auch ne HD-DVD oder ne Blu-Ray. Da hättest du sicher das bestmögliche Bild, sofern du die Möglichkeit für HD Medien hast.

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  4. Leider fehlen mir noch die Möglichkeiten für HD. Eigentlich bin ich mit dem DVD-Bild auch noch zufrieden, solange der Film gut restauriert bzw. ein aktuelles Master verwendet wurde. Irgendwann – spätestens bei Erscheinen der „Der Herr der Ringe“ Extended Editions – werde ich dann aber doch auf den Blu-ray-Zug aufspringen.

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  5. Mad Max ist ganz großes Kino. Was Miller hier aus den paar Dollars gemacht hat, ist schon mehr als beeindruckend. Die Kamera, der Schnitt und vor allem der wahnsinnige Score. Marshalls Doomsday hat damit eigentlich überhaupt nichts zu tun.;)

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  6. @DarKesT & Xander: Bis dahin werden dann auch die Blu-ray-Player ausgereifter und hoffentlich schneller sein, was den Disczugriff angeht. Insofern stört mich das Warten in diesem Fall nicht allzu sehr.

    @tumulder: Mit „Mad Max“ hat „Doomsday“ auch wirklich nicht viel zu tun. Eher mit „The Road Warrior“, doch letztendlich ist „Mad Max“ der Film, der ein ganzes Genre losgetreten hat – und damit auch solch eine späte Hommage (und ja, das ist der Film für mich), wie eben Marshalls umstrittenes Machwerk.

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