Odd Thomas (2013)

Ein harmonischer, aber auch anstrengender Ostersonntag liegt hinter uns. Morgen geht die Eiersuche weiter, doch bis dahin habe ich mir die Zeit mit „Odd Thomas“ vertrieben. Der fantastisch angehauchte Mystery-Streifen von Stephen Sommers (u.a. „Die Mumie“ und „Van Helsing“) schien mir genau die richtige Art Zerstreuung nach solch einem Tag zu bieten…

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Gelesen habe ich über „Odd Thomas“ schon öfter. Speziell die Rezension des Filmforum Bremen hat Lust auf den Film gemacht. Da die Blu-ray letztens für gerade einmal 4 Euro zu haben war, musste ich einfach zuschlagen – und was soll ich sagen? Der Film hat meine Erwartungen zu 100% erfüllt: Er bietet nette, teils selbstironisch erzählte Mystery-Kost in einem wunderbaren Kleinstadt-Setting. Neben sympathischen Hauptfiguren wartet der Film zudem mit einigen tollen Nebenrollen auf, die von u.a. Willem Dafoe oder Patton Oswalt auch perfekt verkörpert werden. Die Inszenierung ist verspielt und unterhaltsam, kann jedoch das vermutlich eher eingeschränkte Budget nicht verleugnen.

Die Handlung ist stets spannend und nett erzählt, geübte Zuschauer werden die diversen Twists jedoch bereits Meilen gegen den Wind riechen. Wen das nicht stört, der erlebt zusammen mit den Charakteren einen unterhaltsamen übernatürlichen Thriller, der auf einer unerwartet düsteren Note endet. Obwohl auch diese Wendung für mich nicht überraschend kam, hat sie mich doch mehr mitgenommen, als ich das von diesem Film erwartet hätte.

Die letzte Einstellung deutet eine mögliche Zukunft für „Odd Thomas“ an, was mich auch zu dem Punkt bringt, den ich in vielen Besprechungen gelesen hatte: Der Film wirkt oft wie ein aufwändig inszenierter Pilot einer TV-Serie, speziell was die Erzählweise und das Timing angeht. Als solche würde die Prämisse auch perfekt funktionieren – und ich würde sie mir ansehen. Da es sich jedoch um einen Film handelt, würde ich mich auch über ein Sequel freuen – Dean Koontz‘ Romanreihe scheint ja erfolgreich genug zu sein: 7/10 Punkte.

17 Gedanken zu “Odd Thomas (2013)

  1. Pingback: Media Monday #197 | Tonight is gonna be a large one.

  2. Wo du auch hier die tollen Nebenfiguren erwähnst, erwähne ich meine Theorie über jene im Zusammenhang mit Literaturverfilmungen:
    Ist es nicht überdurchschnittlich häufig so, dass tolle, quirkige, ausgearbeitete Nebencharaktere besonders dann auftreten, wenn es eine Buchvorlage gibt? Warum ist es einem Drehbuchautor nicht/selten möglich, die auch von sich aus zu erfinden?

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    • Damit machst du einen wirklich guten Punkt. Es gibt zwar auch Originaldrehbücher mit tollen Nebenfiguren (z.B. erst vorgestern mit „Ruby Sparks“ gesehen), doch Buchautoren können ihren Figuren eben leichter mehr Tiefe geben, was sich dann häufig auch positiv auf die Verfilmung überträgt. Da muss ich in Zukunft mal genauer drauf achten… 🙂

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  3. Ah … der „seltsame Thomas“! 🙂 Ja, der hat mich auch positiv überrascht. Fast schon ein kleiner Geheimtipp. Und auch für mich waren vor allem die sympathischen Figuren und die witzigen Dialoge zwischen den beiden Hauptcharakteren die größten Pluspunkte. Das geringe Budget habe ich eigentlich nicht als störend empfunden. Und einem Sequel wäre ich ebenfalls nicht abgeneigt!

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    • Mensch, sag mal, dich gibt’s noch? Das dürfte dein erster Kommentar bei mir seit ca. 5 Jahren sein. Wo hast du denn die ganze Zeit gesteckt? Freut mich auf jeden Fall!

      Mich hat das geringe Budget übrigens auch nicht gestört, fand ich eher sympathisch und nur in der Szene auf dem Kirchturm befremdlich, die förmlich nach Greenscreen roch. Hoffe auch noch sehr auf eine Fortsetzung!

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      • Um es mit Mark Twain zu sagen: „The report of my“ (virtual) „death was an exaggeration“! 🙂 Ich habe zwischenzeitlich auch schon mal wieder was bei Dir kommentiert, aber vielleicht nicht über meinen WordPress-Account? Habe Deine Beiträge zuletzt auch eher über Facebook verfolgt, vielleicht habe ich auch dort kommentiert. Und wahrscheinlich hast Du dann meinen Real Name nicht mit meinem Blog in Verbindung bringen können. Wobei ich zugegeben seitdem ich nicht mehr selbst aktiv blogge auch nicht mehr regelmäßig auf Deinem oder den anderen Blogs unterwegs war.

        Wobei ich wieder feststellen muss, dass sich das durchaus lohnt. Zumal ich immer wieder viele Überschneidungen in unser beider Filmgeschmack finde. Nur meistens siehst und rezensierst Du die Filme bevor ich sie gesehen habe. Aber in diesem Fall war’s jetzt mal anders herum. 😉 Deshalb wollte ich dann auch gerne noch meinen Senf dazu geben.

        Mal schauen, vielleicht werde ich in nächster Zeit mal wieder öfter mitlesen und kommentieren …

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      • Unter welchem Namen bist du denn sonst unterwegs? Ich war auf jeden Fall wirklich erstaunt einmal wieder „Martin“ und „symbadisch“ in Kombination zu lesen. Das hat doch gleich Erinnerungen geweckt! 😉

        Woran lag es eigentlich bei dir, dass du aufgehört hast zu bloggen? Und jetzt komm mir nicht mit zu wenig Zeit! 😀

        Würde mich auf jeden Fall freuen öfter mal wieder von dir zu lesen. Ich gebe mir auch Mühe ab und zu mal wieder einen Film zu schauen. Versprochen… 🙂

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      • Na, auch unter Martin. 🙂 Aber halt ohne symBadisch. Ich schreib Dir mal ’ne PN bei Facebook … 😉

        Na klar doch, die Zeit, was denn sonst? Das Problem ist einfach, dass ich so viele Interessen habe (Filme, Serien, Musik, Literatur, Spiele, Sport, …), dass mir meine Zeit fast schon nicht reicht, um mich alleine jeweils angemessen ausgiebig mit allem zu befassen. Und das Bloggen fand‘ ich schon auch zeitaufwändig!

        Dazu kommt, dass ich das Gefühl hatte, dass mir das Bloggen auch nicht unbedingt leicht fällt. Wenn ich einen Film oder eine CD o.ä. toll finde, möchte ich das zwar gerne mit der Welt teilen und darauf aufmerksam machen, aber mir fiel es immer relativ schwer, das in Worte zu packen und genau zu begründen, was denn jetzt gerade das Tolle und Gelungene daran ist. Das ist wohl eine Gabe, die Du anscheinend hast und ich wohl weniger …

        Ja, mehr Filmbesprechungen von Dir sind immer willkommmen! Aber vielleicht arbeite ich mich auch mal noch durch Dein Film-Archiv und kommentiere da noch das eine oder andere! 🙂

        Bei mir in der Pipeline ist zurzeit z.B. noch „Predestination“, ein Zeitreisethriller mit Ethan Hawke nach einer Kurzgeschichte von Robert A. Heinlein. Sagt Dir was? Könnte jedenfalls für Dich auch interessant sein … Trailer: https://youtu.be/Me1gWm3TMbo

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      • Danke für deine ehrliche und offene Antwort. Das kann ich gut verstehen! Auch ich denke mir manchmal, ob es das alles denn Wert ist, zumal ich bestimmt doppelt so viele Filme und Serien schauen könnte, wenn ich nicht auch noch darüber bloggen würde. Allerdings hätte ich dann wohl das Gefühl, als wären die Sichtungen irgendwie weniger wert, weil ich mich danach eben nicht mehr so intensiv mit dem Gesehenen auseinandersetze. Kann man das verstehen? Vielleicht sind es auch nur wirre Gedanken in meinem Kopf… 😉

        Hinzu kommt bei mir noch, dass ich auch beruflich blogge und im Social-Media-Bereich unterwegs bin. Somit ist mein privates Blog eine nette Spielwiese – und ich behalte meine Übung was das Schreiben angeht.

        Von „Predestination“ habe ich schon gehört. Reizt mich sehr, da ich Zeitreisegeschichten wirklich mag und auch Ethan Hawke toll finde. Wird bestimmt noch irgendwann nachgeholt… 🙂

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      • Na, siehst Du? Das meinte ich mit den Überschneidungen im Filmgeschmack. Für Zeitreisen bin ich auch immer zu haben! Aber obwohl ich Predestination schon zuhause liegen habe, werde ich heute Abend erstmal noch meine kleine „Kevin Costner-Trilogie“ nach „Draft Day“ und „3 Days to Kill“ mit „Jack Ryan: Shadow Recruit“ abschließen.

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      • Stimmt, Kevin Costner dreht ja auch wieder. Ich habe ihn zuletzt in „Man of Steel“ gesehen und er war leider mit das Beste an dem Film. Von den anderen neuen Filmen habe ich noch nichts gesehen, würde aber mal wieder gerne „Der mit dem Wolf tanzt“ oder sogar „Waterworld“ einlegen… 😉

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  4. Pingback: Filmforum Bremen » Das Bloggen der Anderen (13-04-15)

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