Green Room (2015)

Der filmische Horror-Monat Oktober ist beinahe zu Ende. Höchste Zeit also, dass ich mich dem Genrefilm zuwende: Mit Jeremy Saulniers „Green Room“ stand sogleich ein Film auf dem Programm, den ich ohnehin schon länger sehen wollte. Wenig Grusel, dafür extreme Spannung und fieser Splatter. Ob das für einen gelungenen Filmabend ausreichend war?

Green Room (2015) | © Universum Film GmbH

Green Room (2015) | © Universum Film GmbH

Punk Is Dead

Zumindest die Punk-Band ist nach dem Film tot. Dabei hat alles so harmonisch begonnen: Eine erfolglose Punk-Band ist auf der Suche nach dem nächsten Gig. Das ist verbunden mit viel Gerede über Image, Lieblingsbands und – am wichtigsten – woher man das Geld für Benzin nimmt. Als sich spontan eine neue Möglichkeit ergibt, fragen die vier Bandmitglieder nicht lange nach, sondern nehmen den Gig an. Da ist es auch fast schon egal, dass sie vor hinterwäldlerischen Neo-Nazis spielen. Als sie jedoch unfreiwillig Zeuge eines Mordes werden, beginnt ein Überlebenskampf, der von Anfang an aussichtslos erscheint.

Jeremy Saulniers Terrorfilm ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Die Spannungsschraube wird beständig angezogen und von befreiender Komik ist nichts zu spüren. Dazu gesellen sich eruptive Gewaltszenen, die sowohl vom Timing als auch aufgrund ihrer expliziten Darstellung überraschen. Über weite Strecken ist „Green Room“ schon fast ein Kammerspiel, das einen Belagerungszustand zeigt, was das Gefühl der Klaustrophobie und des Ausgeliefertseins nur noch unterstreicht.

Patrick Stewart als fieser Nazi-Boss

Neben dem geradlinig inszenierten Terror, haben mich vor allem die Schauspieler überrascht: Am auffälligsten ist wohl Patrick Stewart, der den perfiden Anführer der Neo-Nazi-Bande spielt. Doch auch der leider viel zu früh verstorbene Anton Yelchin (u.a. „Odd Thomas“) weiß  zu überzeugen. Daneben sind mir noch speziell Alia Shawkat (Serienfreunden bekannt als Cousin Maeby aus „Arrested Development“) und Imogen Poots („Centurion“) aufgefallen. Bis zum Ende schaffen es nur die wenigsten.

Fazit

Auch wenn „Green Room“ keine wirklich originelle Geschichte erzählt (im Grunde erlebt man „From Dusk Till Dawn“ mit Nazis statt Vampiren), so hat er mich doch extrem mitgerissen. Und das nicht immer auf unterhaltsame Art und Weise, denn viele Szenen sind wirklich unangenehm und werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Wer Lust auf knallharte Terror-Action hat, der sollte hier ruhig einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Green Room (2015)

  1. Oh ja, der hat mir auch sehr gut gefallen: https://filmlichtung.wordpress.com/2016/10/10/gestern-gesehen-green-room-2016/

    Aber sicherlich kein Film, den ich allzu oft schauen werde, dafür ist er einfach zu… erschöpfend? Ich fühlte mich am Ende jedenfalls fertig. Falls Du ihn noch nicht kennst, hier noch eine dicke Empfehlung für Saulniers Erstling Blue Ruin! Auch aus dem augeslutschten Thema Rachefilm macht er was ganz Eigenes.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, völlig richtig: Der Film ist anstrengend und erschöpfend. Bestimmt nichts für die regelmäßige Sichtung, doch dafür ist er auch beeindruckend effizient erzählt. „Blue Ruin“ steht schon länger auf meiner Liste und ist jetzt noch ein paar Positionen weiter hoch gewandert.

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  2. Den werde ich noch sehen müssen. Der wurde damals gefeiert und heute nicht weniger, wenn ich deinen Worten Glauben schenke. Sehr gut. Scheint mir das perfekte für die kalte Jahreszeit zu sein, wenn man sich gut eingemummelt auf der Couch in Sicherheit wiegt.

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  3. Pingback: Media Monday #331 | moviescape.blog

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