Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS9)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Mein Urlaub steht kurz bevor. Der perfekte Zeitpunkt also, von der ersten richtig fiesen Erkältung des Jahres heimgesucht zu werden. Somit habe ich den ersten Schnee des Jahres nicht für einen Lauf genutzt, sondern den Nachmittag dösend auf dem Sofa verbracht. Der krönende Abschluss war die Sichtung von „Schöne Bescherung“, worauf sich der Großteil der Familie schon sehr gefreut hat. So früh vor Weihnachten haben wir den Film selten gesehen. Ob das der Weihnachtsstimmung zuträglich war?

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Ein Besuch bei den Griswolds lohnt sich immer!

Lustigerweise hat es sich so ergeben, dass ich mit diesem Film nach „Ein Ticket für Zwei“ und „Allein mit Onkel Buck“ im Dezember nun schon den dritten Film aus der Feder von John Hughes gesehen habe. Eigentlich fehlen nur noch „Kevin: Allein zu Haus“ und „Kevin: Allein in New York“, um die Hughes’schen Feiertagskomödien vollzumachen. Doch werde ich diese zeitlich wohl nicht mehr unterbringen. Insofern warte ich damit lieber noch ein paar Jahre, bis dann auch die Kinder bereit sind, um Kevin bei seinen Abenteuern zu begleiten.

Wie bereits im letzten Jahr hat sich das Zappelinchen bei den Slapstick-Szenen förmlich weggeschmissen. Auch der Zwergofant wurde mutiger und hat inzwischen den größten Teil des Films gesehen. Ich liebe diese Familientradition schon jetzt und freue mich darauf, sie mit vielen weiteren Filme auszubauen. Das Highlight wird dann irgendwann die Reise nach Mittelerde, doch das wird noch ein paar Jahre dauern.

Fazit

Auch meine zehnte Sichtung von „Schöne Bescherung“ in den letzten zwölf Jahren hat mir sehr viel Freude bereitet. Die Weihnachtsstimmung ist bei mir nun zudem deutlich gesteigert und ich freue mich sehr auf den Urlaub. Weihnachten kann also kommen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Wie ist es bei euch? Welche Filme plant ihr dieses Jahr noch zu sehen und ist dieser Klassiker dabei? Schaut ihr Weihnachtsfilme alleine oder mit eurer Familie?

Allein mit Onkel Buck – OT: Uncle Buck (1989)

Nach der geschäftlichen Weihnachtsfeier Freitagabend, ging es heute mit dem Weihnachtsbaumkauf und dem ersten Auftritt des Kinderchors am Weihnachtsmarkt entsprechend festlich weiter. Fast schon anstrengend. Mich hat inzwischen die erste richtig fiese Erkältung des Jahres fest im Griff, weshalb ich abends Lust auf leichte Unterhaltung hatte. Die Wahl ist auf „Allein mit Onkel Buck“ und damit auf einen weiteren John-Hughes-Klassiker gefallen…

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine typische Komödie der 80er Jahre

Stand vor zwei Wochen erst „Ein Ticket für Zwei“ auf dem Programm, kam in „Allein mit Onkel Buck“ erneut das Traumpaar John Hughes und John Candy zusammen. Der Ton und der Humor des Films sind erneut so typisch für Hughes, dass es eine Freude ist. Auch wenn ich mich nur noch an wenige Szenen erinnern konnte, so muss ich „Uncle Buck“ in meiner Jugend doch zumindest einmal gesehen haben – zu ikonisch ist John Candy in der Rolle des sympathischen Junggesellen. Mit Macaulay Culkin (bekannt aus „Kevin: Allein zu Haus“, ebenfalls nach einem Drehbuch von John Hughes) gibt es einen weiteren Star der 80er zu sehen.

Die Handlung des Films ist weder sonderlich ausgefallen, noch überraschend. Nein, man bekommt einen Handlungsverlauf zu sehen, den man auch ziemlich exakt so erwarten würde. Das macht aber nichts, denn „Allein mit Onkel Buck“ lebt von seiner Situationskomik, seinen emotionalen Momenten und seinen Schauspielern. In Kombination ergibt das eine wunderbare 80er-Jahre-Komödie, die man sich auch heute noch wunderbar anschauen kann.

Fazit

Auch wenn „Allein mit Onkel Buck“ nicht mit den ganz großes John-Hughes-Klassikern mithalten kann, so ist es doch eine famoser Komödie – gerade für Fans von John Candy. Die schöne Botschaft des Films macht ihn zudem prädestiniert dafür, in der Vorweihnachtszeit geschaut zu werden: 8/10 Punkte.

The Goldbergs – Season 2

Kaum zu glauben! Nur ein knapper Monat ist ins Land gezogen und schon habe ich „The Goldbergs – Season 2“ durchgeschaut. Dabei habe ich mich noch zurückgehalten, denn ich hätte die Staffel problemlos an ein paar Abenden verschlingen können. Die Goldbergs zaubern mir einfach stets ein Lächeln ins Gesicht… ❤

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

Popkultur-Referenzen der 80er in Perfektion

Kennt ihr dieses mollig warme Gefühl, das einem manche Serien vermitteln? „The Goldbergs“ hat dies zweifellos zu bieten. In Hülle und Fülle. Dabei sind es nicht nur die wunderbar in die Handlung eingewobenen Popkultur-Referenzen der 80er, sondern vor allem die Dynamik innerhalb der Familie Goldberg selbst. Wusste mich schon die erste Staffel der Serie zu begeistern, so bin ich im zweiten Jahr noch viel mehr in dieser wunderbaren Fernsehfamilie angekommen. Ich verstehe die Insider-Gags, kann über individuelle Charaktereigenschaften lachen und mit den Figuren mitfühlen.

Der Filmliebe unseres Erzählers Adam Goldberg ist es zu verdanken, das wir wunderbar persönliche Anekdoten zu Klassikern der 80er Jahre, wie „Ferris macht blau“ oder „Die Braut des Prinzen“, erleben dürfen. Das hebt die Serie für mich auch deutlich über andere Comedy-Serien dieser Art. Hinzu kommt der emotionale Kern, der in all den wunderbaren Charakteren der Familie Goldberg liegt.

Fazit

Was soll ich sagen? Bis auf ein paar nur sehr gute Episoden, bietet die zweite Staffel von „The Goldbergs“ ein Komplettpaket an famoser Unterhaltung. Schade nur, dass die Serie hierzulande ein Schattendasein fristet. Sie sollte stets in einem Atemzug mit „Wunderbare Jahre“ genannt werden. Also schaut euch die Serie an und sprecht darüber. Es sollten mehr Serienfans Beverly, Murray, Erica, Barry, Adam und Pops kennen: 9/10 (9.0) Punkte.

Mr. Robot – Season 1

Wieder einmal habe ich eine Serie nachgeholt, die alle Serien-Fans schon vor Jahren gesehen haben. Die Kritiken waren überschwänglich, gerade aus den Reihen der sonst überaus kritischen IT-affinen Zuschauerschaft. Ob mich „Mr. Robot – Season 1“ aus ähnlichen oder ganz anderen Gründen zu begeistern wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung. Spoiler sind zu erwarten.

Mr. Robot – Season 1 | © Universal Pictures Germany GmbH

Mr. Robot – Season 1 | © Universal Pictures Germany GmbH

Wenn Dexter Morgan Hacker wäre…

Schon ab den ersten Szenen der Serie musste ich mit „Dexter“ an eine andere populäre TV-Serie denken: Ein Charakter, der mit sich und seiner Umwelt nicht klar kommt, der sich als Rächer über dem Gesetz sieht und der eine Geheimidentität lebt. Hinzu kommt der Einsatz eines eindringlichen Voice-overs, das mit schwarzem Humor angereichert ist und uns Zuschauern einen Einblick in die Gedankenwelt des Protagonisten bietet. Und spätestens als klar wird (habe ich schon vor Spoilern gewarnt?), dass Elliot mit seinem toten Vater spricht und ein besonderes Verhältnis zu seiner Schwester hat, werden die Parallelen unübersehbar. Und wie bereits die erste Staffel von „Dexter“ besitzt auch das erste Jahr von „Mr. Robot“ einen ganz besonderen Reiz.

Tatsächlich war ich von der Art und Weise begeistert, wie mit IT-Themen generell und Hacking im Speziellen umgegangen wird. Die Technik in der Serie wirkt sehr glaubwürdig und auch der Social-Engineering-Aspekt wird beeindruckend in Szene gesetzt. Wirklich extrem gelungen. Weniger begeistert hat mich im Verlauf der Staffel die eigentliche Handlung bzw. die Charaktere abgesehen von Elliot selbst. Gerade der Bösewicht Tyrell Wellick samt Frau ist so übertrieben böse, dass es fast schon an eine Parodie grenzt. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Sehr schade, da zu Beginn der Staffel auch in diesem Charakter deutlich mehr Potenzial geschlummert hat.

…und mit Tyler Durden befreundet

Die überraschende Wendung rund um Mr. Robot habe ich schon viel zu früh kommen sehen. Das ist nicht weiter schlimm, jedoch war die Umsetzung am Ende samt einer Piano-Version von „Where Is My Mind?“ dann doch ein wenig zu plakativ. Ja, natürlich ist „Fight Club“ für diese Serie eine sowohl inhaltliche als auch formale Referenz. Trotz der offensichtlichen Wendung und der nicht gerade subtilen Inszenierung, wusste mich „Mr. Robot“ emotional abzuholen. Zumindest was die Haupthandlung angeht. Einige Nebenschauplätze (z.B. den gesamten Gefängnisausbruch) hätte man sich sparen können. Das Finale dagegen samt seiner gesellschaftspolitischen Auswirkungen fand ich wiederum extrem spannend und auch glaubwürdig erzählt. Ich hoffe sehr, dass man sich in den folgenden Staffeln mehr auf die angerissenen Aspekte konzentriert, denn dranbleiben werde ich auf jeden Fall.

Fazit

Insgesamt betrachtet hatte ich viel Spaß mit „Mr. Robot“ und wusste auch zu schätzen, dass die Macher Ahnung von der Materie haben. Mit ein wenig mehr Feinschliff, was die Charaktere und ihre Motivation angeht, hätte es wirklich die perfekte Ergänzung zu David Finchers „Fight Club“ in Serienform werden können. Doch was nicht ist, kann ja noch werden: 9/10 (8.6) Punkte.

Shape of Water: Das Flüstern des Wassers – OT: The Shape of Water (2017)

Heute haben wir uns in den Wahnsinn der Nürnberger Innenstadt während des Christkindlmarktes gestürzt, um noch ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Leider waren wir erfolglos, was die dafür aufgebrachte Zeit noch sinnloser erscheinen lässt. Eigentlich hätte ich heute auf der Geburtstagsfeier eines guten Kollegen sein müssen bzw. wollen, doch wäre mir das zuviel geworden. Also zu Hause „Shape of Water: Das Flüstern des Wassers“ in den Player geschoben und für zwei Stunden dem Alltag entflohen…

Shape of Water: Das Flüstern des Wassers (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Shape of Water: Das Flüstern des Wassers (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Zurecht ein großer Erfolg für Guillermo del Toro

Guillermo del Toro zählt zweifellos zu meinen Lieblingsregisseuren. Auch wenn ich nicht jeden seiner Filme bedingungslos gelungen finde (z.B. „Crimson Peak“), so besitzt doch jeder einzelne seinen unverkennbaren Stil. Dieser besticht vor allem durch seine audiovisuell perfekt umgesetzte Liebe für das Außergewöhnliche, das Phantastische und das zutiefst Menschliche (wunderbar nachzulesen in diesem Buch). Als ich erstmals von „The Shape of Water“ gehört hatte, war ich natürlich äußerst gespannt darauf. Dann hat er doch tatsächlich den Oscar als Bester Film gewonnen! Sollte Guillermo del Toro etwa auf seine Tugenden verzichtet haben, nur um einen typischen Oscar-Film vorzulegen? Insofern war ich extrem gespannt, was mich erwarten sollte.

Schon die ersten Einstellungen machen klar, dass man sich in einem Film del Toros befindet: Gelb- und Grüntöne überwiegen, die Kameraeinstellungen sind extremer als gewöhnlich und das Setdesign ist so detailliert, dass der Schmutz aus den Ritzen der Fliesen mit dem Putzwasser aus dem Fernseher ins Wohnzimmer zu schwappen scheint. Die Geschichte ist märchenhaft und doch glaubwürdig. Als würde „Die fabelhafte Welt der Amélie“ auf das Monsterkino der 50er Jahre treffen. Auch setzt del Toro weiterhin auf fast schon comichaft überhöhte Charaktere und drastische Gewaltspitzen, was in der Kombination nicht sonderlich massentauglich erscheint, den Film jedoch gerade deshalb aus der Masse an Oscar-Filmen heraushebt.

Somewhere Beyond the Sea

Der namenlose Amphibienmann ist großartig gestaltet und Doug Jones, der aus „Hellboy“ und „Hellboy 2: Die Goldene Armee“ bereits Erfahrung mit Figuren dieser Art hat, haucht ihm gekonnt Leben ein. Sally Hawkins ist ein Traum und besonders habe ich mich gefreut, Richard Jenkins einmal wieder in einer größeren Rolle zu sehen. Michael Shannon scheint seinen Charakter aus „Boardwalk Empire“ noch einmal aufleben zu lassen, der hier zwar überzeichnet böse wirkt, was jedoch auch gut zur teils (alb)traumhaften Atmosphäre des Films passt. Insgesamt trägt das Ensemble den Film, der durch seine famosen Schauspieler, trotz der kunstvoll gestalteten Welt, auf seltsame Weise geerdet wirkt.

Fazit

Auch wenn ich vermutet hatte, dass mir „The Shape of Water“ gut gefallen würde, so war ich doch überrascht wie viel von Guillermo del Toro tatsächlich in dem Film zu finden ist. Er ist eine Ode an die Andersartigkeit, an die Menschlichkeit und die Liebe. Einfach ein wunderschöner Film, der sowohl inhaltlich als auch auf audiovisueller Ebene voll und ganz zu überzeugen weiß: 9/10 Punkte.

Ein Ticket für Zwei – OT: Planes, Trains & Automobiles (1987)

Man kann es drehen und wenden wie man will: Wir befinden uns schon mitten in der Vorweihnachtszeit. Zu dieser gehört natürlich auch, die entsprechenden Filme zu schauen. „Schöne Bescherung“ steht auch dieses Jahr ganz oben auf der Liste, doch wollte ich mit „Ein Ticket für Zwei“ auch endlich eine filmische Lücke schließen – nur um während der Sichtung festzustellen, dass der Film überhaupt nicht an Weihnachten, sondern an Thanksgiving spielt… 🙄

Ein Ticket für Zwei (1987) | © Paramount (Universal Pictures)

Ein Ticket für Zwei (1987) | © Paramount (Universal Pictures)

Ein neu entdeckter John-Hughes-Klassiker

Mein Fauxpas, was den zentralen Feiertag angeht, hat dem Vergnügen letztendlich keinen Abbruch getan. Immerhin fällt viel Schnee und der Film hat den einen oder anderen besinnlichen Moment zu bieten. Man merkt „Planes, Trains & Automobiles“, so der Originaltitel, auch zweifelsfrei John Hughes‘ Humor an, der von albern bis entlarvend alles enthält, wofür man den Drehbuchautor und Regisseur schätzt. Überhaupt ist es eine große Freude, die beiden Hauptfiguren (gespielt von Steve Martin und John Candy) bei ihrer Annäherung zu begleiten. Die beiden Schauspieler besitzen wahrlich eine famose Leinwandchemie.

Auch wenn ich den Film bisher noch nicht kannte, so kam mir doch die Handlung doch erstaunlich bekannt vor. Kein Wunder, kann der 2010 erschienene Film „Stichtag“ mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis in den Hauptrollen doch fast schon als Remake durchgehen, ohne dass dieser jedoch nur annähernd den Charme des John-Hughes-Klassikers erreicht. Auch wenn der Film eindeutig den 1980er Jahren entspringt, und dies ein Jahrzehnt ist, das Neusichtungen heute manchmal schwierig macht, so funktioniert „Ein Ticket für Zwei“ immer noch als wunderbar lustiger und zugleich herzerwärmender Film. Einfach zeitlos.

Fazit

Kaum zu glauben, dass ich es bisher geschafft habe, „Planes, Trains & Automobiles“ zu entgehen. Dabei habe ich John-Candy-Filme als Kind geliebt und halte John Hughes seit jeher in Ehren. Umso mehr freut es mich, dass „Ein Ticket für Zwei“ mich auch heute noch blendend zu unterhalten weiß. Wunderbares Kino für die Zeit vor den Feiertagen – völlig egal vor welchen: 9/10 Punkte.

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen – OT: Percy Jackson: Sea of Monsters (2013)

Nachdem die letztwöchige Sichtung des Vorgängers nicht sonderlich entspannt verlaufen ist, habe ich mich heute umso mehr auf einen gemütlichen Filmabend mit „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ gefreut. Ob die zweifelsfrei besseren Rahmenbedingungen dem Film zuträglich waren?

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen (2013) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen (2013) | © 20th Century Fox

Auf der Suche nach dem Goldenen Vlies

„Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ ist eine typische Fortsetzung. Nachdem die Origin-Geschichte erzählt ist, kann der Film von Anfang an auf Tempo setzen und hält sich nicht lange mit Erklärungen auf. Dennoch wird die Mythologie mehr oder minder sinnvoll erweitert, woraus sich ein weiteres Quest für Percy Jackson und seine Mitstreiter ergibt. Das wirkt alles noch gehetzter und temporeicher erzählt als bereits der Vorgänger, was der Unterhaltung allerdings keinen Abbruch tut.

Mein Highlight war zweifelsfrei Nathan Fillion als Götterbote Hermes, der in einem Nebensatz über zu früh abgesetzte TV-Serien lamentieren darf. Herrlich! Mit Anthony Head gibt es einen zweiten Joss-Whedon-Alumni, der Pierce Brosnan als Zentaur ersetzt. Überhaupt ist es wieder eine Freude, die viele Versatzstücke, die teils an „James Bond“ und teils an „Indiana Jones“ erinnern, in Kombination zu erleben. Das funktioniert nicht immer wirklich gut, aber zumindest bleibt der Film dadurch spaßig.

Fazit

Im Vergleich zum Vorgänger ist alles noch mehr auf cool getrimmt und die Handlung noch ein wenig alberner. Doch ich mochte den Film und fand ihn sympathisch. Wer also bereits „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ mochte, der dürfte auch am zweiten Teil Gefallen finden: 6/10 Punkte.

Asterix: Sieg über Cäsar – OT: Astérix et la Surprise de César (1985)

Weiter geht es mit der Filmreihe rund um die widerborstigen Gallier: Da die Frau heute zur ersten Weihnachtsfeier des Jahres ausgeflogen ist, haben wir die Gelegenheit genutzt und „Asterix: Sieg über Cäsar“ in den Player geschoben. Ein weiterer Filmabend, auf den sich speziell zwei Zuschauer sehr gefreut haben…

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Obelix im Liebestaumel

Es ist wirklich erstaunlich: Wenn man die Asterix-Filme am Stück schaut, kann man regelrecht mit ansehen, wie sich die Technik weiterentwickelt. War der direkte Vorgänger „Asterix erobert Rom“ teils noch recht experimentell in seiner Inszenierung, so wirkt der neun Jahre später entstandene „Asterix: Sieg über Cäsar“ fast schon zu professionell. Die Hintergründe, Figuren und Animationen sehen allesamt absolut hochwertig aus und wissen zu begeistern. Dennoch habe ich ein wenig den ungestümen Charme des vorangegangenen Films vermisst.

Auch was die Geschichte angeht, kann „Asterix: Sieg über Cäsar“ leider nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten. Mir war der Fokus auf Falbala und Tragicomix zu groß. Dennoch macht es unglaublich viel Spaß, Asterix und Obelix bei ihrem kurzen Einsatz in der Fremdenlegion und der Erkundung Roms zu begleiten. Auch Idefix bekommt endlich einen größeren Auftritt, was für die Kinder zu den spannendsten Momenten geführt hat. Mir selbst waren noch etliche Szenen im Kopf, wenngleich ich diesen Film in meiner eigenen Kindheit auch nicht wirklich oft gesehen habe.

Fazit

Wer die Asterix-Reihe liebt, wird auch mit „Asterix: Sieg über Cäsar“ viel Freude haben. Gerade audiovisuell ist der Film ein Schmaus – und es gibt endlich das Titellied, das ich bei den vorherigen Filmen vermisst habe. Ein echter Ohrwurm. Der nächste Film „Asterix bei den Briten“ ist mir wieder besser im Gedächtnis. Hierfür gibt es jedoch erst einmal völlig verdiente 8/10 Punkte.

Percy Jackson: Diebe im Olymp – OT: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief (2010)

Um 20:30 Uhr haben wir mit dem Film begonnen. Der Film läuft knapp zwei Stunden, jetzt ist es nach Mitternacht. Wieso diese Verzögerung? Ich hatte die glorreiche Idee nebenbei das neue NAS in Betrieb zu nehmen. Leider bricht alle Nase lang die Netzwerkverbindung des PCs ab, so dass ich immer wieder manuell eingreifen muss. Das wird eine lange Nacht. Aber eigentlich wollte ich ja über „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ schreiben. Ob die vielen Unterbrechungen dem Film geschadet haben?

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Teen-Abenteuer in der griechischen Mythologie

Am Anfang ist die Welt des Percy Jackson schon reichlich albern: Griechische Götter, deren Inszenierung ein wenig an „Kampf der Titanen“ erinnert, ein Teenie-Camp für Halbgötter und Uma Thurman als Medusa mit stylischer Sonnenbrille. Das hätte ganz leicht auch nach hinten losgehen können. Doch irgendwie funktioniert diese komische Mischung, was ich einerseits den sympathischen Schauspielern und andererseits der durchaus stilsicheren Inszenierung durch Christopher Columbus zuschreiben möchte. Hinzu kommen etliche Monster und durchaus atmosphärische Schauplätze.

Am meisten mochte ich vermutlich das Abenteuer-Feeling, das durch den Roadtrip der drei Freunde ausgelöst wird. Hier hat auch das Aufeinandertreffen der realen Welt mit den mythologischen Elementen gut funktioniert. Das Finale dagegen war mir in dieser Hinsicht ein wenig zu platt. Aber okay. Und es gibt einen bärtigen Pierce Brosnan als Zentaur zu sehen. Trifft man auch nicht alle Tage.

Fazit

Der aktuelle Ordner kopiert schon wieder viel zu lange. Wenn die Verbindung gleich wieder weg ist, werde ich wahnsinnig. Für meine verminderte Aufmerksamkeit am heutigen Abend, war „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ vermutlich genau der richtige Film. Insgesamt nicht wirklich gut, aber doch irgendwie sympathisch. Ich hatte viel Spaß damit und wäre gerne konzentrierter dabei geblieben. Vielleicht gelingt mir das ja beim zweiten Teil: 7/10 Punkte.

The Goldbergs – Season 1

Wie lange habe ich gewartet, endlich diese Serie zu sehen. Seit ich 2013 das erste Mal auf Inishmores Blog davon gelesen habe, war ich heiß auf die Show. In Deutschland gibt es nur die erste Staffel (völlig überteuert) auf DVD und auch Streaming-Dienste haben sie nicht im Programm. Doch in UK wurde ich endlich fündig und habe mir voller Zuversicht „The Goldbergs – Season 1“ sowie die folgenden drei Staffeln gekauft. Ob sich diese Investition in meine Serien-Zukunft auch wirklich gelohnt hat?

The Goldbergs – Season 1 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 1 | © Sony Pictures Home Entertainment

„Wunderbare Jahre“ in den 80ern

Selten habe ich mich in einer Serie so schnell zu Hause gefühlt. Charaktere, Ton und Humor haben bei mir sofort geklickt. Ich bin unglaublich schnell Teil der Familie Goldberg geworden. Das ist bei der Serie auch bitter nötig, denn viele Running Gags zünden erst, wenn man wirklich drin ist. Zum Lachen gesellte sich dann auch schnell der Gedanke: „Ach, typisch Murray (oder Beverly oder…)!“ Man wird als Zuschauer in viele Insider-Gags mit einbezogen, was sich durch die kurzen Video-Clips aus der Kindheit des echten Adam F. Goldberg am Ende jeder Episode noch einmal verstärkt. Auch wenn bestimmt viele Geschichten dramatisch überhöht wurden, so entsteht dadurch ein Gefühl von Authentizität. Ich habe mich teils stark an meine eigene Kindheit erinnert gefühlt, die natürlich viel weniger amerikanisch, jüdisch und leider auch weniger popkulturell abgelaufen ist, doch eine Verbindung ist definitiv vorhanden.

Die Serie wird durch die Erzählstimme des erwachsenen Adam Goldberg – gesprochen von Patton Oswalt (Spence Olchin, „The King of Queens“) – begleitet, was uns ohne Zweifel an eine andere große Coming-of-Age-Serie erinnert: „Wunderbare Jahre“. Dieses Kleinod hat es in Deutschland, aufgrund von Rechteproblemen, ja bis heute nicht auf DVD geschafft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es „The Goldbergs“ gelingt, den Geist des Vorbilds zu treffen und gar wunderbar in die 1980er Jahre zu übertragen. Ich liebe es, dass der Humor manchmal zwar platt ist, aber dennoch stets echte Emotionen im Vordergrund stehen. Die Serie nimmt ihre Charaktere ernst und man fühlt als Zuschauer mit ihnen. Hinzu kommt, dass die popkulturellen Referenzen nie aufgesetzt wirken, sondern ein elementarer Teil der Handlung sind. Ich denke hier alleine an die großartige Episode „Goldbergs Never Say Die!“, welche eine liebevolle Hommage an „Die Goonies“ darstellt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen… ❤

Fazit

Ja, „The Goldbergs“ ist genau die Serie, die ich mir erhofft hatte. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich die verrückte Familie über mindestens drei weitere Staffeln begleiten kann. Genau die richtige Dosis an popkulturellen Referenzen, gepaart mit teils herzergreifenden Momenten und einem wunderbar eingefangenen Zeitkolorit der 1980er Jahre. Für mich zweifellos die beste Half-Hour-Comedy-Serie der letzten Jahre: 9/10 (9.1) Punkte.