Ghost in the Shell (2017)

Da die Kinder noch bis morgen bei den Großeltern untergebracht sind, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sind einmal wieder ins Kino gegangen. Leider lief nicht der Film, den wir unbedingt sehen wollten. Letztendlich fiel meine unsere Wahl auf „Ghost in the Shell“ und speziell ich war durchaus gespannt, was die Realverfilmung des Animes denn so auf dem Kasten hat: Die Trailer sahen vielversprechend aus, die Kritiken waren jedoch durchwachsen…

Einmal Matrix und zurück

Speziell Fans des Animes scheinen so ihre Probleme mit der Realverfilmung zu haben. Auch ich kenne das Original, wenngleich meine Sichtung inzwischen mindestens 15 Jahre zurückliegt. Es muss irgendwann nach „The Matrix“ gewesen sein, als man alles aufgesogen hat, was für diesen bahnbrechenden Film Pate stand. Ich erinnere mich noch, dass ich die Geschichte faszinierend aber auch verwirrend fand. Heute dagegen, ziemlich genau 18 Jahre nach dem Blockbuster der Wachowski-Geschwister, wirkt die Geschichte doch schon ziemlich vertraut. Was 1995 unglaublich originell gewirkt haben musste, ist heute nur noch die gekonnte Inszenierung einer nur allzu bekannten Routine. Das kann man dem Film nur schwerlich als Fehler anlasten, trübt dessen Wirkung leider dennoch beträchtlich.

Whitewashing oder warum Scarlett Johansson?

Am meisten war „Ghost in the Shell“ im Vorfeld des Kinostarts wohl aufgrund des Whitewashing-Vorwurfs in aller Munde. Ich kann den Punkt durchaus verstehen, doch glaube ich auch, dass man sich bei Hollywood-Produktionen nicht zu viele Illusionen machen sollte: Es geht hier einfach ums Geschäft. Wären die Rechte an ein japanisches Filmstudio gegangen, hätte es die Diskussion ziemlich sicher nicht gegeben. Sind sie aber nicht. Mit Dreamworks steht ein amerikanisches Studio hinter der Produktion und als solches werden natürlich auch amerikanische Stars platziert, um den Erfolg im westlichen Markt zu garantieren. Das mag aus künstlerischer Sicht fragwürdig sein, doch ist es keinesfalls überraschend oder skandalös. Davon einmal abgesehen fand ich Scarlett Johansson tatsächlich gut besetzt und ich habe ihr die Rolle abgenommen.

Mit Pilou Asbæk, Takeshi Kitano, Juliette Binoche und Michael Pitt ist der restliche Cast durchaus international und die Schauspieler werden ihren Anime-Pendants auf jeden Fall gerecht. Auch wenn westliche Gesichter dominieren, so wirkt die Welt in „Ghost of the Shell“ dennoch wie ein Schmelztiegel und Erinnerungen an „Blade Runner“ werden wach, nur dass hier alles noch einmal bunter, lauter und leider auch sauberer wirkt. Dennoch hat mich die Gestaltung der nahen Zukunft auf jeden Fall überzeugt und ich hätte gerne noch mehr davon gesehen.

Fazit

Ohne „The Matrix“ oder auch „Blade Runner“ wäre die Realverfilmung von „Ghost in the Shell“ ein wirklich beeindruckendes Filmerlebnis gewesen, das bei mir noch lange nachgewirkt hätte. Mit Kenntnis der teils dem Original nacheifernden Vorbilder, lässt Rupert Sanders‘ Film jedoch Originalität vermissen. Die Actionszenen sind toll inszeniert (wenn auch ein wenig blutleer) und der Film sieht insgesamt schon ziemlich fantastisch aus. Leider jedoch wird die Handlung zu vereinfacht wiedergegeben und am Ende wirkt es, als wäre nur eine weitere Superheldin geboren worden. Trotz seiner Fehler auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Deadpool (2016)

Was für ein Tag. Was für eine Woche. Doch egal, denn nun beginnt für mich nicht nur das lange Osterwochenende, sondern auch die wohlverdiente Urlaubswoche: Die Kinder sind bei den Großeltern, meine Frau und ich waren gemütlich etwas essen und haben inoffiziell die Fastenzeit beendet – was liegt also näher, als den Abend mit einem romantischen Film ausklingen zu lassen? Somit habe ich den erst aktuell erworbenen „Deadpool“ in den Player geschoben und auf ein stimmungsvolles Filmerlebnis gehofft. Vergebens oder berechtigt? Das erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Was macht Deadpool zu Deadpool?

Um es vorwegzunehmen: Meine bessere Hälfte ist nach kurzer Zeit eingeschlafen, ich habe mir (Fastenzeit beendet, ihr habt es oben gelesen) ein Glas Rum eingeschenkt und wurde bestens unterhalten. „Deadpool“ ist genau der Film, den man nach der ziemlich famosen Marketing-Kampagne erwarten durfte: Blutig, selbstreferentiell und oft unter der Gürtellinie. Nicht der typische Marvel-Film, aber letztendlich dann doch so poliert, dass es keine großen Überraschungen gibt. Beste R-Rated-Unterhaltung für die große Leinwand. Also ein Blockbuster für Erwachsene? Eher wohl für den Teenager im Manne. Und dennoch funktioniert die Comic-Verfilmung ausgezeichnet. Sie besitzt eine gewisse Leichtigkeit, die sich nur manchmal mit den Big-Budget-Bildern beißt. Perfekt besetzt und wunderbar temporeich geschrieben: ein großer Spaß.

Wie passt Deadpool zu den X-Men?

Bereits 2009 habe ich in „X-Men Origins: Wolverine“ dem ersten Auftritt von Ryan Reynolds als Deadpool beigewohnt, allerdings ist mir dieser nicht sonderlich in Erinnerung geblieben. Ryan Reynolds („Two Guys and a Girl“) allerdings schon, hat er doch sehr für einen eigenen Film des Antihelden gekämpft. Vermutlich ist dieser Aspekt auch der interessanteste der Produktionsgeschichte, denn 20th Century Fox hat erst einmal nicht an den Erfolg eines R-Rated-Comic-Films geglaubt. Aus heutiger Sicht natürlich unvorstellbar. Seitdem hat auch „Logan“ gezeigt, dass eine etwas härtere Gangart bei den Fans durchaus gut ankommt. Die Beziehung zu den „X-Men“ ist überhaupt ein interessanter Aspekt des Films, zeichnet sich „Deadpool“ doch durch unzählige Anspielungen auf das Franchise aus, ist wunderbar meta und erlaubt seinem Charakter beständig die vierte Wand zu durchbrechen. Ein wirklich großer Spaß. Hatte ich das schon erwähnt?

Fazit

Auch wenn „Deadpool“ nicht so subversiv ist, wie er gerne dargestellt wird, ist er einfach erfrischend unterhaltsam. Es gilt ausnahmsweise einmal nicht die gesamte Welt zu retten, sondern einen persönlichen Rachefeldzug zu beenden. Die Optik ist, typisch für Marvel, sehr auf Hochglanz poliert, was auch die unzähligen Blut-Effekte nicht ändern. Durch das Spiel mit der Meta-Ebene bleibt der Film stets sympathisch und man sieht allen Beteiligten an, dass sie wirklich für die Figur brennen. Speziell Ryan Reynolds ist die perfekte Besetzung und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte.

The Affair – Season 3

Beinahe ein Jahr ist vergangen seit ich die zweite Staffel der Serie gesehen habe. Seit geraumer Zeit ist „The Affair – Season 3“ bereits auf Amazon Prime verfügbar und mit nur 10 Episoden schien mir die Fortführung der Geschichte eine gute Wahl, um an den Serien-Marathon mit „The O.C.“ anzuschließen. Ob mich die Serie nach einem Jahr Pause wieder packen konnten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Zunächst ist mir deutlich aufgefallen, wie stark der Kontrast zu dem zuvor gesehenen Teen-Drama doch ist. Natürlich merkt man das Genre, doch auch Produktionsqualität von Inszenierung bis hin zu den Darstellern spielen in einer ganz anderen Liga. Das Fernsehen hat sich in den letzten 10 Jahren wirklich stark weiterentwickelt. Bevor nun jemand mit Äpfeln und Birnen um die Ecke kommt, sollte ich ergänzen, dass dies allein die formalen Merkmale betrifft und ich mit beiden Serien viel Spaß hatte. Wobei Spaß bei der dritten Staffel von „The Affair“ vielleicht das falsche Wort ist.

Bereits in ihrem ersten Jahr war die Serie nicht gerade eine Stimmungskanone, doch im Vergleich zu den düsteren und depressiv stimmenden Handlungsbögen der dritten Staffel wirkt sie rückblickend fast wie eine leichte Komödie. Inzwischen wirkt jede Figur nur noch verloren und speziell Helen und Noah sind an ihren Tiefpunkten angekommen. Teils hatte ich das Gefühl die Serie suhlt sich ein wenig zu sehr im Elend ihrer Charaktere, speziell im Mittelteil der Staffel war das manchmal nur schwer zu ertragen. In den letzten beiden Episoden ist der Knoten dann aber geplatzt und es gibt ein paar durchaus überraschende und emotional packende Entwicklungen, die mich nun tatsächlich neugierig auf das vierte Jahr machen.

Hat sich eigentlich einmal jemand von euch gefragt, was Brendan Fraser (bekannt u.a. aus der „Die Mumie“-Trilogie, „Tintenherz“ oder „Scrubs“) heute macht? Er spielt einen soziopathischen Gefängniswärter, der zu einer der zentralen Figuren in dieser Staffel wird. Wirklich erschreckend gut gespielt, speziell wenn man Fraser aus früheren Rollen kennt. Auch die anderen Schauspieler (gerade Dominic West aus „The Wire“) liefern wieder großartig ab und es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Die Erzählperspektiven werden erneut erweitert, so dass sich das narrative Puzzle der Serie noch deutlich fragmentierter anfühlt als zuvor. Gerne hätte ich mehr Zeit mit gewissen Charakteren verbracht, andere dagegen werden zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Speziell Helens Handlungsstrang fand ich teils doch etwas redundant.

Insgesamt ist auch die dritte Staffel von „The Affair“ hochwertiges Serienkino, das man sich sehr gut anschauen kann. Mir waren die Entwicklungen teils zu gewollt auf düster getrimmt und ich hätte mir eine stärkere Fokussierung auf die eigentlichen Hauptfiguren gewünscht. So nett ich die neuen Charaktere (z.B. Juliette) fand, so sehr haben sie doch auch von der Kernhandlung abgelenkt. Vielleicht war dies aber auch nötig, um im vierten Jahr neue Akzente zu setzen. Ich bin gespannt: 8/10 (8.0) Punkte.

Toy Story (1995) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Toy Story“ am 23. Mai 2025 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Als wir heute früh vom Regen geweckt wurden, hatte ich den Kindern leichtfertig versprochen, dass wir heute ja einen Film zusammen anschauen könnten. Kurz darauf waren die Wolken verschwunden und wir verbrachten den ganzen Tag im Freien. Das Gedächtnis der Zwerge ist jedoch exzellent. Somit haben wir uns gegen 18 Uhr auf dem Sofa eingefunden und ich habe „Toy Story“ in den Blu-ray-Player geschoben. Den Kindern war die Filmreihe bisher noch nicht bekannt, ich jedoch freute mich schon enorm auf ein Wiedersehen mit Woody, Buzz Lightyear und Co.

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Wie bereits in meiner ersten Besprechung des Films beschrieben, verbinde ich sehr persönliche Erinnerungen mit der Filmreihe: 1995 im Kino hat mich dieser erste vollständig 3D-animierte Film noch ziemlich kalt gelassen, doch während der Nachtschichten meines Zivildienstes haben mir die ersten beiden „Toy Story“-Filme ein paar wunderbar unterhaltsame Stunden geschenkt. Nun war es also für mich soweit, die Freude daran an meine Kinder weiterzugeben – und ich selbst war tatsächlich gespannt, ob „Toy Story“ auch heute noch für mich funktioniert. Wenn man sich Filmbilder anschaut, fällt doch auf wie beinahe schon altmodisch Texturen, Licht und Modelle inzwischen wirken – gerade im Vergleicht zu „Toy Story 3“ und anderen modernen Animationsfilmen.

Alle Sorge war völlig unbegründet: Die weniger detaillierten Texturen fallen überhaupt nicht auf und vermitteln zudem einen ganz besonderen Charme, der perfekt zur kreierten Spielzeugwelt passt. Was Animationen, Licht, Tempo und Handlung angeht, kann es „Toy Story“ auch heute noch mit jedem Animationsfilm aufnehmen. Einzig die Modelle der Menschen und das des Hundes fallen ein wenig aus der Reihe, allerdings macht es sogar inhaltlich Sinn, dass diese Lebewesen wie Fremdkörper in der Welt der Spielzeuge wirken. Tatsächlich jedoch macht man sich während des Films auch überhaupt keine Gedanken dazu, denn die Geschichte ist so temporeich und mit Anspielungen versetzt, dass es eine wahre Freude ist!

Fazit

Nach knapp 80 Minuten ist der Spaß auch schon wieder vorbei und jede Sekunde ist, wie man es von Pixar kennt, wichtig für die Handlung. Ich liebe die Figuren und die kreierte Welt. Der Zwergofant ist nach der Hälfte ausgestiegen, waren ihm die Szenen beim Nachbarsjungen samt Hund und entstelltem Spielzeug doch zu gruselig. Das Zappelinchen jedoch war ähnlich begeistert wie ich und fragte mich nach dem Film:

„Papa, werden meine Spielzeuge vielleicht auch lebendig, so wie in dem Film?“ (Das Zappelinchen nach dem Film)

Mehr muss man vermutlich nicht sagen. Die Magie ist übergesprungen und am liebsten hätte sie sofort den zweiten Teil angeschaut. Das heben wir uns dann aber wirklich für einen der bestimmt kommenden, verregneten Nachmittage auf: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The Big Short (2015)

Nachdem wir heute aufgrund des famosen Wetters zum ersten Mal in diesem Jahr draußen zu Abend gegessen haben, sind wir nur widerwillig ins Haus zurückgekehrt. Sommer ist es dann eben doch noch nicht. Somit bin ich aber endlich in den Genuss von „The Big Short“ gekommen, der mir bereits häufig ans Herz gelegt wurde. Spätestens seit Wulfs Besprechung wartete Adam McKays Film nun an vorderster Position in meinem Filmregal auf seine Sichtung…

Inzwischen habe ich mit „Wall Street“ und „The Wolf of Wall Street“ bereits mehrere Filme über die gierige Finanzwelt gesehen. Dieser hier unterscheidet sich von den beiden genannten und ähnelt ihnen zugleich. Adam McKay beschreibt ziemlich genau, wie es zur Finanzkrise 2008 kommen konnte und begleitet dabei eine Gruppe von Außenseitern, die als einzige die platzende Blase vorausgesehen haben. Oder besser, die zuvor nicht davon profitiert und die Immobilienblase somit nicht leichtfertig hingenommen haben. Wie es überhaupt soweit kommen konnte, ist auch nach der Sichtung des Films nur schwer verständlich. Diese Art von ungezähmter Gier in einer Welt ohne Moral wohnt allen drei Filmen inne.

Auch die Helden dieser Geschichte profitieren vom Platzen der Blase – und doch werden sie reflektierter gezeichnet als Gordon Gekko oder Jordan Belfort: Es gibt keine Exzesse, doch das große Geld lockt auch sie. Mit Christian Bale, Steve Carell und Ryan Gosling in den Hauptrollen, ist „The Big Short“ hochkarätig besetzt und weiß seine Trümpfe auch auszuspielen. Geschickt flechtet McKay bewusst vereinfachende Erklärbär-Clips ein, die uns Zuschauer unterhaltsam komplexe Sachverhalte beschreiben. Dennoch hätte ich mir an mancher Stelle mehr Tiefe gewünscht, schienen mir die Zusammenhänge oft doch zu vereinfacht dargestellt.

Auch vor den Auswirkungen der Finanzkrise scheut der Film nicht zurück. Hier bleibt er jedoch sehr plakativ und behält seinen oft zynischen Ton bei. Teils erinnerte mich der Film hier ein wenig an „Lord of War“, auch wenn dieser ein komplett anderes, wenn auch nicht weniger verruchtes Geschäft in den Mittelpunkt stellt. Die Balance aus Unterhaltung, Erklärung und leichtem Drama hält „The Big Short“ auf jeden Fall famos.

Insgesamt bin ich wahrlich sehr angetan davon, wie spielerisch es dem Film gelingt eine komplexe Geschichte temporeich, äußerst unterhaltsam und doch packend zu erzählen. Er bietet famose Schauspieler und ein paar wirklich denkwürdige Szenen. Ob er mir darüber hinaus jedoch noch lange im Gedächtnis bleiben wird, muss sich erst noch zeigen: 8/10 Punkte.

Die City-Cobra – OT: Cobra (1986)

Nach einer sehr intensiven Arbeitswoche war ich heute wirklich froh, mich ins wohlverdiente Wochenende verabschieden zu können. Die Frau ist unterwegs, die Kinder im Bett. Was also mit der gewonnenen Zeit anfangen? Richtig, mit „Die City-Cobra“ einen mir noch unbekannten Action-Kracher der 80er anschauen. Was Sylvester Stallone angeht habe ich ohnehin noch einiges nachzuholen…

Ach, wie herrlich simpel ist doch das Action-Kino der 80er Jahre. Keine Grauzone, kein doppeltes Spiel. Es reicht ein markiger Held mit dem stets passenden Oneliner auf den Lippen. Dazu eine entsprechende Ästhetik und Synthie-Score, der sich auch einmal in Power-Balladen entladen darf. Brigitte Nielsen gibt das ungewohnt hilflose Opfer und Sylvester Stallone darf den reaktionären Einzelkämpfer mimen. Die Geschichte rund um den mörderischen Kult ist zudem so flach, dass man diesen Aspekt des Films wirklich nicht ernst nehmen kann. Spaß macht das Werk dennoch.

Ich mochte die Atmosphäre des Films und die herrlich naiven Versatzstücke der 80er, die in „Cobra“ verarbeitet werden. Ernst nehmen kann man das alles aus heutiger Sicht ohnehin nicht mehr. Kein Thrill, keine Spannung, nur das anachronistische Wohlfühlen in dieser inzwischen schon 30 Jahre alten Filmwelt. Trotz des dämlichen Axt-Klapper-Kults schafft Regisseur George P. Cosmatos ein paar wirklich atmosphärische Bilder, welche die City der Cobra gekonnt einfangen. Auch hat mir die Interaktion zwischen den Charakteren Spaß gemacht. Und natürlich Cobras Technik Pizza zu schneiden.

Nein, ein wirklich gelungener Film ist „Die City-Cobra“ nicht. Aber vermutlich ist er heute besser als früher, kann man ihn in seinem überzogen reaktionären Ton einfach nicht mehr ernst nehmen. Ich für meinen Teil wurde dennoch weitgehend gut unterhalten und freue mich, diesen Kultfilm aus schummrigen Videotheken-Tagen endlich nachgeholt zu haben: 6/10 Punkte.

The O.C. – Season 4

Es ist vorbei: Nachdem ich mit der dritten Staffel doch ein wenig zu kämpfen hatte, war meine Vorfreude auf das Finale nicht besonders groß. Doch natürlich habe ich es mir als alter Komplettist nicht nehmen lassen, auch „The O.C. – Season 4“ einen Besuch abzustatten. Ob diese letzte Staffel den Abwärtstrend fortsetzt, oder ob die Autoren das Steuer noch einmal herumreißen konnten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Gleich zu Beginn der Staffel fällt unbestreitbar auf, dass sich die Serie nicht mehr wirklich wie das „O.C., California“ anfühlt, das wir während der ersten beiden Jahre kennengelernt haben. Doch so ist es ja oft bei Serien und speziell in diesem Genre. Nicht umsonst gab es in „One Tree Hill“ nach dem vierten Jahr einen Zeitsprung, der aus den Teens plötzlich Twens machte. Ein durchaus sinnvoller Schritt, denn Teen-Dramen wirken spätestens immer beim Wechsel von der Highschool ins College unglaublich forciert. Auch „The O.C.“ ist hier keine Ausnahme, wenngleich ich froh war, dass die Leichtigkeit in die Serie zurückgekehrt ist.

Speziell die College-Episoden leben von dieser Leichtigkeit, die zugegebenermaßen schon manchmal ins Alberne abdriftet. Dies liegt vor allem an Chris Pratt (Starlord, „Guardians of the Galaxy“), der für den einen oder anderen Lacher sorgt. Auf Dauer zu anstrengend, doch es war nett zu sehen, wo der Schauspieler seine Wurzeln hat.

Marissa hat in der Serie tatsächlich ein Loch hinterlassen, das teils von ihrer Schwester, teils von Taylor (Autumn Reeser) gefüllt wird. Ansonsten gibt es das übliche Drama zu bewundern, das tatsächlich in einem Erdbeben gipfelt. Immerhin haben die Autoren es uns erspart tödliche Krankheiten o.ä. in die Serie einzuarbeiten und dafür lieber auf eine unerwartete Schwangerschaft gesetzt. Wohl mein liebster Twist. Dies alles macht die finale Staffel tatsächlich wieder sehenswerter als das schwächere dritte Jahr:

  1. „The O.C. – Season 1“ (8.1 Punkte)
  2. „The O.C. – Season 2“ (7.7 Punkte)
  3. „The O.C. – Season 4“ (7.3 Punkte)
  4. „The O.C. – Season 3“ (6.9 Punkte)

Insgesamt ist mir der Abschied von Newport nicht wirklich schwer gefallen. Dazu hat die Serie ihre Charaktere zu sehr in die Beliebigkeit abdriften lassen. Dennoch mochte ich das Finale und wurde in einzelnen Momenten sogar an die starke erste Staffel erinnert. Diese war tatsächlich ein Highlight unter den Teen-Dramen, was man von den folgenden Jahren nur bedingt behaupten kann: 7/10 (7.3) Punkte.

K2: Siren of the Himalayas (2012)

Im vergangenen Herbst haben der Film „Everest“ und Jon Krakauers Buch „In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest“ mein Interesse an den Besteigungen der Achttausender geweckt. Nach dem Mount Everest ist nun der zweithöchste Berg auf meinem Radar gelandet: Aktuell lese ich „Kein Weg zurück: Leben und Sterben am K2“ und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die entsprechenden Dokumentarfilme mein Interesse wecken würden. Den Anfang macht „K2: Siren of the Himalayas“, den es in Originalsprache auf Amazon Prime zu sehen gibt…

Regisseur Dave Ohlson hat im Jahr 2009 den Kniff gewählt, eine Besteigung exakt 100 Jahre nach dem Versuch des Herzogs der Abruzzen zu dokumentieren. Dabei greift er auf Originalaufnahmen der 1909er Expedition zurück, was für eine faszinierende Gegenüberstellung sorgt. Im Gegensatz zu anderen Dokumentarfilmen über das Klettern, wie z.B. „Sturz ins Leere“ oder auch „Meru“, steht das menschliche Drama nicht im Vordergrund. Auch die 2009er Expedition wird sehr detailliert begleitet und man ist vom Basislager bis zum endgültigen Versuch den Gipfel zu erreichen live dabei.

Die Bilder sind famos und für mich war es spannend, bedeutende Fixpunkte auf dem Weg zum Gipfel, wie den Flaschenhals, aus nächster Nähe zu sehen zu können. Die drei porträtierten Bergsteiger Gerlinde Kaltenbrunner, Fabrizio Zangrilli und Jake Meyer sind charismatische Persönlichkeiten, denen es glaubhaft und nachvollziehbar gelingt, ihre ganz persönliche Faszination an dieser gefährlichen Sportart zu vermitteln.

Insgesamt hat mir „K2: Siren of the Himalayas“ sehr gut gefallen, was vor allem meiner persönlichen Faszination für die Achttausender und ihre Bezwinger zuzuschreiben ist. Demnächst folgt noch „The Summit“, der die Tragödie von 2008 dokumentiert, welche auch Inhalt des Buches ist, das ich gerade lese. Ihr werdet mich also noch ein wenig durch das Karakorum begleiten dürfen: 8/10 Punkte.

X-Men: Apocalypse (2016)

Es geht wirklich Schlag auf Schlag: Nachdem ich vergangene Woche „Wolverine: Weg des Kriegers“ nachgeholt habe, stand gestern „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ auf dem Programm und heute war sogleich „X-Men: Apocalypse“ an der Reihe. Damit habe ich nun – bis auf den aktuell im Kino laufenden „Logan“ – alle Filme der Reihe gesehen und bin gespannt, wann uns der nächste Reboot ereilt… 😉

Nach der epischen Zeitreise der Vorgängers zur Bekämpfung der fiesen Sentinels, habe ich mich tatsächlich gefragt, welche Bedrohung denn unsere Helden überhaupt noch zu schockieren vermag. Tatsächlich entpuppt sich diese neue Bedrohung recht schnell als Oberbösewicht und allmächtiger Endgegner in einem. Der gute Apocalypse ist so mächtig, dass seine Darstellung häufig an der Karikatur vorbeischrammt. Speziell bei den Szenen in Ägypten musste ich an Roland Emmerichs „Stargate“ oder auch Stephen Summers „Die Mumie“-Filme denken. Dass „X-Men: Apocalypse“ dennoch funktioniert, hat der Film seiner Comic-Herkunft zu verdanken, die eben auch solche Elemente erlaubt.

Im direkten Vergleicht zu „X-Men: Days of Future Past“ fällt die Handlung leider ziemlich ab. Dennoch hat mir die 80er-Jahre-Atmosphäre viel Vergnügen bereitet und die Anspielung auf „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ hat gezeigt, dass die Autoren durchaus Humor besitzen. Meine liebste Szene gehört abermals Quicksilver, der zu Eurythmics „Sweet Dreams“ Professor Xaviers gesamte Schule evakuieren darf. Überhaupt ist „X-Men: Apocalypse“ immer dann am stärksten, wenn unsere bekannten Mutanten ein wenig mehr Hintergrundgeschichte bekommen und ihre Fähigkeiten einsetzen dürfen. Dann macht auch dieser bisher finale Teil des „X-Men“-Universums deutlich mehr Spaß als in den großen Konflikten.

Das Finale übertrifft, was CGI-Brimborium angeht, seinen Vorgänger leider noch einmal um Längen. Zudem gibt es hier keine coolen Kampfszenen mit den Sentinels zu sehen, sondern nur umherfliegende Materie. Und noch mehr Materie. Das ermüdet schnell und erinnerte mich doch sehr an die viel zu ausführliche Materialschlacht am Ende von „Man of Steel“. Trotz dieser Kritikpunkte reiht sich „X-Men: Apocalypse“ nicht auf dem letzten Platz meiner persönlichen Gesamtrangliste ein, ist aber – wie schon „X-Men: Der letzte Widerstand“ – eindeutig der schwächste Teil seiner Trilogie:

  1. „X-Men 2“ (2003)
  2. „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ – Rogue Cut (2014)
  3. „X-Men“ (2000)
  4. „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011)
  5. „Wolverine: Weg des Kriegers“ – Extended Cut (2013)
  6. „X-Men: Apocalypse“ (2016)
  7. „X-Men: Der letzte Widerstand“ (2006)
  8. „X-Men Origins: Wolverine“ (2009)

Wie bereits nach der gestrigen Sichtung des Vorgängers, hätte ich nun gute Lust die Filmreihe von vorne zu beginnen. Realistisch gesehen werde ich aber vorerst auf die Heimkino-Veröffentlichung von „Logan“ warten und dann weitersehen. Bis dahin behalte ich die X-Men in guter Erinnerung und hoffe sehr, dass man nun aufgrund des Erfolgs nicht unzählige weitere Teile nachschiebt: 7/10 Punkte.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – OT: X-Men: Days of Future Past – Rogue Cut (2014)

Wie schnell ist bitte diese Woche vergangen? Das ist der Vorteil, wenn man viel zu tun hat. Ich hoffe das Wochenende lässt sich nun etwas mehr Zeit. Nachdem ich erst vergangenen Samstag mit „Wolverine: Weg des Kriegers“ zu der Superhelden-Saga zurückgekehrt bin, stand heute endlich „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ im längeren Rogue Cut auf dem Programm. Kürzlich berichtete auch Wulf über den Film und hat die Vorfreude noch einmal geschürt. Somit war ich mehr als gespannt, ob er auch bei mir entsprechend einschlagen würde…

Den Vorgänger „X-Men: Erste Entscheidung“ fand ich damals ziemlich famos und habe mich nun auf das Aufeinandertreffen mit den klassische „X-Men“ gefreut. Bryan Singer hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern wirft uns direkt in imposante und enorm aufwändige Action-Sequenzen. Ich musste mich hier erst einmal orientieren, hatte ich doch weder die einzelnen Mutanten im Kopf, noch konnte ich zuordnen, ob dies ein komplett neuer Handlungsstrang war oder er in den vorherigen Filmen bereits angerissen wurde. Man sollte sich innerhalb einer Filmreihe wahrlich nicht zu viel Zeit mit der Sichtung des nächste Teils lassen. Ein Grund, warum ich inzwischen vor dem Marvel Cinematic Universe kapituliert habe.

Sobald es in die Vergangenheit geht, macht „X-Men: Days of Future Past“ unglaublich viel Spaß. Es ist eine große Freude, die nur allzu bekannte Zeitreisethematik in einem Superhelden-Film verarbeitet zu sehen. Die Geschichte erzählt an sich nichts Neues, doch sind die Charaktere gut ausgearbeitet und gerade das Spannungsverhältnis zwischen Vergangenheit und Zukunft bringt die nötige Würze in den Film. Speziell das Finale ist sehr emotional geraten, was mir wirklich gut gefallen hat. Danach hatte ich direkt Lust mir die gesamte bisherige Reihe noch einmal anzusehen. Aber ich belasse es vorerst wohl bei der direkten Fortsetzung, denn sonst kann ich mich wieder nicht an die aktuellen Geschehnisse erinnern.

Audiovisuell ist Bryan Singers Film wirklich beeindruckend. Es passiert unglaublich viel und die Action ist gekonnt inszeniert. Teils war mir der digitale Look jedoch ein wenig zu übertrieben und insgesamt wäre mir weniger CGI-Geschwurbel in so mancher Szene lieber gewesen. Auch wenn Filme heutzutage eben so gemacht werden, ist mir die Künstlichkeit der Bilder an ein paar Stellen doch negativ aufgefallen. Dies ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt an einem ansonsten packenden und toll aussehenden Film.

Der Rogue Cut ist, wenn man sich den Schnittbericht anschaut, vermutlich die leicht gelungenere Fassung. Ich kann das nun schwer beurteilen, mochte aber die Szenen rund um Rogue und auch die teils ein wenig härteren Kämpfe. So langsam festigt sich mein Eindruck, dass ich die „X-Men“-Reihe von allen Superhelden-Filmen am liebsten mag. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck auch durch das Finale der neuen Trilogie bestätigen lässt: 8/10 Punkte.