Wolverine: Weg des Kriegers – OT: The Wolverine – Extended Cut (2013)

Alle Welt redet von „Logan“ und auch ich bekomme nach den positiven Besprechungen Lust auf den Film. Da es mit dem Kinobesuch aber nichts werden wird, habe ich mir mit „Wolverine: Weg des Kriegers“ den direkten Vorgänger im Extended Cut angesehen. Somit bin ich nach dem famosen „Toni Erdmann“ gestern doch noch zum gewünschten Popcorn-Film an diesem Wochenende gekommen…

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In letzter Zeit habe ich so überhaupt keine Lust mehr auf Superhelden-Filme – und das obwohl noch ein paar ungesehene Werke des Marvel Cinematic Universe (MCU) bei mir im Regal stehen. Die „X-Men“-Filme mochte ich allerdings schon immer ein wenig lieber, wobei ich auch hier keinen Film seit „X-Men: Erste Entscheidung“ mehr gesehen habe. Inzwischen stehen jedoch auch die beiden Fortsetzungen im Regal, die ich vermutlich in naher Zukunft endlich einmal nachholen werde. Und was ist mit dem ersten Teil der Spin-off-Trilogie „X-Men Origins: Wolverine“? Dieser stellte für mich bisher den Tiefpunkt der Reihe dar und somit war ich nun gespannt, wie sich die offizielle Fortsetzung denn schlagen würde.

Mir hat „The Wolverine“ tatsächlich viel Spaß gemacht: Ich mochte das Setting in Tokyo und die damit einhergehenden atmosphärischen Bilder. Zudem hat es James Mangold geschafft ein paar wirklich unterhaltsame Actionsequenzen zu inszenieren, die zudem eine angenehme Härte besitzen, speziell im Extended Cut (siehe Schnittbericht). Die Geschichte ist natürlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen, doch mochte ich die erzählerische Klammer, die in Logans Vergangenheit begründet liegt, recht gerne. Im Mittelteil des Films wird natürlich ein Weg gefunden, den Charakter kurzzeitig verwundbar zu machen, was die Spannung tatsächlich steigert. Ein billiger Kniff, aber im Rahmen der ohnehin abstrusen Comic-Geschichte doch absolut passend.

Insgesamt ist „Wolverine: Weg des Kriegers“ kein herausragender Film, doch hat er mich nach den eher verhaltenen Kritiken doch positiv überrascht. Der Nachfolger soll ja noch einmal gelungener sein, weshalb ich mich jetzt schon auf einen weiteren schönen Heimkino-Abend mit Logan in ein paar Monaten freue: 7/10 Punkte.

The O.C. – Season 3

Nachdem ich die ersten beiden Staffeln der Serie innerhalb kürzester Zeit gesehen habe, zog sich die Sichtung von „The O.C. – Season 3“ im direkten Vergleich doch ein wenig hin. Ich kann gleich verraten, dass dies leider auch an der fallenden Qualität der Serie liegt, doch insgesamt hatte ich auch weiterhin viel Spaß mit den Problemen der Reichen und Schönen aus Orange County. Spoiler sind zu erwarten.

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Bereits mit dem Ende der zweiten Staffel hat sich „The O.C.“ in eine Richtung entwickelt, die mir nicht sonderlich gut gefallen hat: Die Serie wurde übertrieben dramatisch und hat unsere Hauptfiguren in abstruse Situationen gebracht und so agieren lassen, wie man es ihnen zuvor nicht zugetraut hätte. Leider entwickelt sich auch die dritte Staffel in diese Richtung weiter und speziell die Handlungsstränge der Eltern waren mir häufig zu übertrieben dramatisch. Bisher waren Kirsten und Sandy Cohen die moralischen Stützpfeiler und nun plötzlich Alkoholismus und schmierige Geschäfte. Das hat für mich nicht gepasst und der Serie doch einiges an Attraktivität genommen. Wie sieht es bei den Teenagern aus?

Mit Johnny Harper gibt es einen Neuzugang zur Gang, der sich schnell zur tragischsten Figur der Serie entwickelt. Bevor er auf Marissa, Ryan und Co. gestoßen ist, hatte er eine große Sportkarriere vor sich und schien mir ein ganz glücklicher Typ zu sein. Innerhalb nur weniger Episoden sorgen Johnnys neue Bekanntschaften dafür, dass er schwer verletzt wird, seine Sportkarriere aufgeben muss, in Depressionen verfällt und letztendlich tödlich verunglückt. Neben diesem dramatischen Höhepunkt gibt es wieder allerlei Beziehungsdrama zwischen Ryan und Marissa sowie Summer und Seth, was auf Dauer auch ein wenig anstrengend wird, aber zumindest größtenteils unterhaltsam bleibt. Auch die restlichen positiven Aspekte (Auftritte von bekannten Indie-Bands oder Seths Wortwitz) werden leider ziemlich heruntergefahren. Die Serie hat ihren Zenit inzwischen auf jeden Fall überschritten.

Das Finale der Staffel stellt für mich dann leider noch einmal einen Tiefpunkt dar, entledigt man sich darin doch eines Charakters in bester Soap-Opera-Manier bzw. so wie ich mir das eben vorstellte. Jeglicher Aufbau zuvor fällt in sich zusammen, was besonders tragisch ist, hätte es davor doch bereits eine gute Möglichkeit gegeben die Figur aus der Serie zu schreiben, ohne abermals einen überdramatischen Todesfall zu inszenieren. Wirklich sehr extrem schade, dass die Autoren hier den billigsten und effekthascherischsten Ausweg genommen haben.

Insgesamt hatte ich wieder viel Spaß mit meinem inzwischen schon dritten Jahr in Newport Beach. Leider hat sich die Serie in dessen Verlauf immer stärker in Richtung Soap Opera entwickelt, einem Format, das sie während ihrer ersten Staffel noch aufs Korn genommen hat. Ich bin inzwischen tatsächlich froh, dass ich nun nur noch 16 Episoden vor mir habe, denn meine Hoffnungen für diese sind leider eher gering. Gespannt bin ich dennoch, wie die Autoren mit der veränderten Situation umgehen werden und wie sich unsere Gruppe sortiert: 7/10 (6.9) Punkte.

Black Rain (1989)

Für den heutigen Filmabend habe ich einmal wieder ein altbekanntes Werk aus dem Regal gezogen, das mich früher durch so manche Nacht begleitet hat. Ridley Scotts Yakuza-Thriller „Black Rain“ habe ich kurz nach „Blade Runner“ für mich entdeckt, was nicht von ungefähr kommt, besitzen beide Filme doch eine sehr ähnliche Ästhetik. Da es bislang nur eine qualitativ sehr schlechte DVD-Fassung gab, hatte ich den Film schon jahrelang nicht mehr gesehen. Mit der Blu-ray sollte sich das nun ändern…

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Schon innerhalb der ersten zehn Minuten weiß man als Zuschauer genau, mit wem man es in den folgenden zwei Stunden zu tun bekommt. Wirklich großartig, wie Scott seine Hauptfigur Nick Conklin (Michael Douglas) einführt. Da gibt es keine erklärenden Dialoge oder Texttafeln. Alles was man wissen muss, wird einem in der Handlung vermittelt. Auch die Zeit, in der „Black Rain“ spielt, ist unverkennbar: Sowohl Sountrack als auch Look versetzen einen (aus heutiger Sicht) zurück in die späten 80er Jahre. Das fängt bei Douglas‘ Frisur an und hört bei der Mode der Protagonisten auf. Dennoch wirkt der Film nicht altbacken, was an Ridley Scotts famosem Gespür für Bilder liegt. Kameramann Jan de Bont fängt das düstere Japan wahrlich perfekt ein.

Neben dem ästhetischen Hochgenuss fällt die Geschichte leider ein wenig ab. Letztendlich bekommt man einen Cop-Thriller zu sehen, der mit ein paar Buddy-Movie- und Culture-Clash-Elementen angereichert ist. Dabei ist die Stimmung betont düster und driftet nie groß in Richtung Comedy ab. Dieser Aspekt hebt „Black Rain“ letztendlich auch über vergleichbare Filme hinaus. Auch wenn sich Conklin und sein Partner Charlie Vincent (Andy Garcia) in dieser ihnen unbekannten Welt fremd fühlen, so siegt am Ende doch wieder einmal das amerikanische Draufgängertum. Dies war vermutlich nicht anders zu erwarten, doch letztendlich hätte ich mir ein wenig mehr Japan-Einfluss gewünscht. Immerhin müssen unsere Cops die Regeln dieser Welt auf schmerzhafte Art und Weise lernen, was für ein paar intensive Szenen sorgt.

Auch wenn ich den Film nun schon deutlich über zehn Jahre nicht mehr gesehen hatte, war mir seine Atmosphäre noch ziemlich präsent. Die Handlung dagegen hatte ich nicht mehr wirklich im Kopf, was wohl so einiges über den Film aussagt. Wer Lust am Actionkino der 80er Jahre hat und einen fantastisch fotografierten, aber nicht sonderlich innovativen Thriller sehen möchte, dem kann ich „Black Rain“ auch heute noch sehr ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Der Gigant aus dem All – OT: The Iron Giant (1999)

Nach einem entspannten Samstag mit viel Hausarbeit, Lesen und Spielen, hatte ich Lust auf einen Animationsfilm. Seit ein paar Monaten steht „Der Gigant aus dem All“ in meinem Regal, der mich schon seit seinem Erscheinen im Jahr 1999 interessiert. Heute war es dann endlich soweit und ich habe Brad Birds Kinodebüt den längst überfälligen Besuch abgestattet…

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Die Erwartungen waren tatsächlich ziemlich hoch, wird „The Iron Giant“ doch häufig als einer der besten Animationsfilme bezeichnet. Und tatsächlich hat er es geschafft mich bereits mit den ersten Szenen für sich einzunehmen: Spätestens wenn unser junger Held Hogarth durch ein typisches 50er Jahre Städtchen radelt und seine Mutter im Diner besucht, ist mein Herz aufgegangen: so eine wunderbare Detailverliebtheit, handgezeichnete Animationen und ein Score zum Dahinschmelzen. Audiovisuell ein Traum für jeden Trickfilmfreund.

Auch inhaltlich zieht Brad Bird (u.a. „Ratatouille“ und „Mission Impossible: Phantom Protokoll“) in seiner Adaption von Ted Hughes „Der Eisenmann“ alle Register: Das Setting mitten im Kalten Krieg ist durchsetzt von Paranoia und popkulturellen Anspielungen. Es ist wahrlich wunderbar, wie behutsam die Beziehung zwischen Hogarth und seinem eisernen Freund mit Leben befüllt wird. All dies geschieht zudem unglaublich effizient: Jede Szene ist auf den Punkt genau inszeniert und es gibt keinen unnötigen Ballast. In nur 90 Minuten kreiert Bird eine Welt, in der man sich zu Hause fühlt und die angefüllt ist mit echten Charakteren, Leben und Emotionen. Fantastisch!

Da ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, kann ich nicht sagen inwiefern die neuen Szenen der Signature Edition einen Mehrwert schaffen. Inhaltlich machen sie Sinn und ich würde sie bei einer kommenden Sichtungen der Kinofassung vermutlich vermissen. Insofern eine lohnenswerte Erweiterung.

Ich bin unglaublich froh „Der Gigant aus dem All“ endlich nachgeholt zu haben. Es ist ein wundervoller Film über eine ungewöhnliche Freundschaft und ein klares Statement gegen Paranoia und Fremdenfeindlichkeit, was heute bekanntlich wichtiger denn je ist. Meine Liste der besten Zeichentrickfilme würde ab heute auf jeden Fall um einen Platz erweitert werden. Solltet ihr den Film auch noch nicht kennen, kann ich nur eine dicke Empfehlung aussprechen: 9/10 Punkte.

The Walking Dead – Season 6

Wie auch schon letztes Jahr im Januar, stand auch 2017 die neue (zumindest für mich als Amazon-Prime-Nutzer) Staffel von „The Walking Dead“ auf dem Programm. Nachdem ich mich in der Zwischenzeit recht erfolglos durch „Fear the Walking Dead“ (genauer gesagt die ersten Episoden der zweiten Staffel) gequält hatte, habe ich mich durchaus auf eine Rückkehr zu den altbekannten Figuren aus „The Walking Dead – Season 6“ gefreut. Ob mich auch die aktuelle Staffel wieder mitreißen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Das sechste Jahr der Serie schließt unmittelbar an die fünfte Staffel an und eröffnet mit einer mitreißenden Episode, die mich sofort wieder in den Bann dieses Settings gezogen hat. Die erste große Bedrohung zieht sich bis in die zweite Hälfte der Staffel und geht, wie zu erwarten, nur bedingt von den Walkern aus. Immer erst wenn feindlich gesinnte menschliche Parteien ins Spiel kommen, wird es wirklich kritisch für unsere Gruppe. Daran hat sich auch im sechsten Jahr nichts geändert. Besonders gut hat mir das Spannungsfeld zwischen den untrainierten Bewohnern Alexandrias und Ricks abgehärteter Truppe gefallen, welches wohl auch das übergreifende Motiv der Staffel darstellen dürfte. Ruhige Episoden wechseln sich  mit ereignisreichen ab, Gespräche mit Action. Insofern also eine typische „The Walking Dead“-Staffel.

In der zweiten Hälfte der Staffel wird die Welt unserer Gruppe, die inzwischen wirklich in Alexandria angekommen zu sein scheint, größer: Wir lernen zwei weitere Parteien kennen, die sich ebenfalls durch unterschiedliche Strategien in der von Zombies bevölkerten Welt behaupten wollen. Rick uns sein Team werden in einen Konflikt hineingezogen, der sie erstmals zu Agitatoren macht. Dies empfand ich als sehr interessanten Aspekt, der leider nicht sonderlich gut ausgearbeitet wird. Dafür gibt es einiges an Action zu sehen, die sich zwischen schmerzhaft und unterhaltsam bewegt. Die Serie macht wirklich keine Gefangenen und so mancher Todesfall kam selbst nach sechs Jahren noch überraschend. Auch das Finale setzt in Sachen Perfidität neue Maßstäbe, strapaziert dabei jedoch das Cliffhanger-Konzept auf übertriebene Art und Weise. Nun heißt es (für mich) ein Jahr warten.

Insgesamt bin ich immer noch fasziniert, wie gut diese Serie und die dargestellte Welt für mich funktioniert. Es mag Logiklöcher (siehe die Besprechung der Singenden Lehrerin) und teils nicht durchdachte Entscheidungen geben, doch fallen mir diese während der Sichtung nicht auf: Die Handlung reißt mich einfach zu sehr mit. Trotz aller Vorzüge merkt man, dass sich die Serie in ihrem inzwischen schon sechsten Jahr befindet. Nicht mehr alles wirkt neu und frisch, so dass ich wirklich erfreut bin, mit Negan, nach dem Governor, erneut einen starken Gegenspieler zu sehen. Damit sollte auch das siebte Jahr einiges an aufregendem Stoff zu bieten haben: 8/10 (8.4) Punkte.

10 Cloverfield Lane (2016)

Heute habe ich einmal wieder einen Film gesehen, der brandneu im Programm von Amazon Prime erschienen ist – und das sogar im richtigen Bildformat. Tatsächlich stand „10 Cloverfield Lane“ schon lange auf meiner Liste und es war eine gute Gelegenheit, mir selbst eine Meinung zu dem Film zu bilden, der – speziell in Hinsicht auf sein Finale – wild diskutiert wurde. Alles Weitere in der folgenden Besprechung…

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J. J. Abrams hat es einmal wieder geschafft ein großes Mysterium um einen Film zu stricken: Nachdem er mit „Cloverfield“ einen Hype um Teaser, Trailer und jede neue Information zu dem Film geschaffen hatte, bleibt bei diesem ähnlich klingenden Werk die Frage offen, ob es sich nun um ein offizielles Sequel handelt oder der Titel nur zufällig gewählt wurde. Natürlich wurde er das nicht. Dies sollte allen Zuschauern auch bewusst sein, doch der nagende Zweifel schwingt eben immer mit. Nach „Super 8“ also ein weiterer Film aus seiner Schmiede Bad Robot, der im Vorfeld bewusst ungreifbar bleibt. Bei mir hat es funktioniert und ich war sehr gespannt auf das Ergebnis.

Inzwischen ist es auch ein offenes Geheimnis, dass der Film ursprünglich auf einem Drehbuch namens „The Cellar“ beruht und erst in der Vorproduktionsphase zu „10 Cloverfield Lane“ umgeschrieben wurde. Schaut man sich den Film an, ist diese Tatsache nicht weiter verwunderlich und ich kann mir ziemlich gut vorstellen, an welchen Stellen Abrams und Co. geschraubt haben, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Die ersten 90 Minuten sind ein ziemlich dichtes Kammerspiel, in dem Mary Elizabeth Winstead, John Goodman und John Gallagher Jr. („The Newsroom“) zu brillieren wissen. Sehr dicht inszeniert, teils unerwartet humorvoll und zugleich extrem schockierend. Danach folgt die Auflösung, die mich keinesfalls überrascht hat, doch nicht so ganz zu dem vorherigen Film passen will. Ich verstehe die Diskussion darüber, jedoch kann eigentlich niemand behaupten damit nicht gerechnet zu haben.

Ich frage mich gerade, ob mir der Film als „The Cellar“ nicht besser gefallen hätte. Vermutlich hätte er das. Dennoch funktioniert er auch als Geschichte aus dem „Cloverfield“-Universum ziemlich gut, was jedoch hauptsächlich den Mystery- und Thriller-Elementen in den ersten beiden Filmdritteln zuzuschreiben ist. Regisseur Dan Trachtenberg schafft es eine extrem dichte Atmosphäre zu kreieren und die drei Schauspieler liefern exzellente Arbeit ab. Bis ins letzte Detail perfekt ist der Film nicht, doch ließ mich schon lange kein Thriller mehr so stark mitfiebern: 8/10 Punkte.

Ghostbusters – OT: Ghostbusters: Answer the Call – Extended Edition (2016)

Eine weitere anstrengende Arbeitswoche geht zu Ende. Zeit für einen Film. Am besten für einen der Neuzugänge in meiner Sammlung. Die Wahl fiel letztendlich auf den Reboot von „Ghostbusters“ in der erweiterten Fassung und somit auf einen der am meisten diskutierten Filme des letzten Jahres. Als großer Fan des Franchises war ich auch eher skeptisch, doch wollte ich möglichst unbefangen an die Neuauflage herangehen. Ob das geklappt hat?

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Ich liebe den originalen „Ghostbusters“ und seine Fortsetzung. Beide Filme waren damals ein Mythos auf dem Schulhof der Grundschule. Angst vor Spoilern kannte man noch nicht und bevor ich die Filme zum ersten Mal sah, habe ich bereits jedes Detail gekannt. Die Erzählungen und bildhaften Schilderungen ließen die Grusel-Komödien zur Legende werden. Zuletzt habe ich sie vor über 10 Jahren gesehen und sie funktionierten immer noch. Es sind Filme, die ich stets nahe an meinem Herzen tragen werde. Umso skeptischer hätte ich nach der Ankündigung, dass Paul Feig die Regie des Reboots übernimmt, eigentlich sein müssen. Seinen „Brautalarm“ fand ich allenfalls nett und hatte Angst vor einer Überdosis Fäkalhumor.

Als bekannt wurde, dass es einen weiblichen Cast geben solle, ging ein Shitstorm durch das Internet. An mir ging dieser glücklicherweise vorüber, da ich mich größtenteils unter euch bewege, der netten Ecke der filmischen Blogosphäre. Ich fand den Ansatz spannend, denn wenn es schon keine offizielle Fortsetzung geben sollte (eine solche war spätestens mit Harold Ramis‘ Ableben keine Option mehr), dann doch bitte etwas Neues. Ich mag Kristen Wiig und selbst Melissa McCarthy hat ihre Momente. Also einfach einmal abwarten. Dann kam der erste Trailer und erneut flippte das Internet aus, dann irgendwann der Film und die Besprechungen gingen in alle nur erdenklichen Richtungen. Nun gut. Also musste ich mir doch selbst eine Meinung bilden…

Zunächst einmal war ich erstaunt, wie sehr sich der Film teils wie die damalige Reihe anfühlt. Ich kann das nicht einmal an etwas Konkretem festmachen, denn weder die Effekte, noch die Musik oder die Darstellerinnen haben sonderlich viel mit den Originalen gemeinsam. Nein, es liegt auch nicht an den erzwungenen Referenzen. Vermutlich ist es Paul Feig und Co. einfach gelungen – Achtung, Wortspiel! – den Geist von „Ghostbusters“ einzufangen: Ja, ich hatte Spaß mit dem Film. Ich mochte die Dynamik unter den Geisterjägerinnen und auch der Humor hat größtenteils gezündet. Nein, die Geschichte nicht und der Song von Fall Out Boy war eine Katastrophe (und ich mag Fall Out Boy). Wo ist nur Ray Parker, Jr. wenn man ihn braucht?

Was für ein Wirbel wurde um diesen Film gemacht! Dabei zerstört er weder das Original, noch ist er eine Beleidigung für Neueinsteiger. Tatsächlich ist der 2016er „Ghostbusters“ eine unterhaltsame Fantasy-Komödie, die einfach Spaß macht. Ich würde mich tatsächlich über eine Fortsetzung freuen, auch wenn diese vermutlich nie gedreht werden wird. Wie kann man einen Film nur so hassen? Dafür ist er viel zu belanglos und nein, er wird keine neue Welle für die Geisterjäger lostreten. Schade eigentlich: 7/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste – OT: Maze Runner: The Scorch Trials (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ am 18. August 2020 und am 11. Januar 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

An diesem langen Wochenende, an dem alles anders kommt als geplant, habe ich es zumindest auch heute geschafft einen Film zu schauen. Wenn auch mit mehreren Unterbrechungen. Die Wahl fiel auf „Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“, der bereits seit geraumer Zeit ungesehen im Regal stand. Seit meiner Sichtung des ersten Teils „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ habe ich auch die Trilogie fertig gelesen und war somit gespannt, wie Regisseur Wes Ball den zweiten Teil auf die große Leinwand transportiert…

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Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste (2015) | © 20th Century Fox

Bereits im Vorfeld habe ich davon gelesen, dass der Film ziemlich von James Dashners Vorlage „Die Auserwählten in der Brandwüste“ abweicht. Dies hat meine Vorfreude nicht gerade gesteigert, speziell da ich auch von den Änderungen des ersten Films im Vergleich zur Vorlage nicht sonderlich begeistert war. Und ja, außer den Figuren, dem Setting und der groben Rahmenhandlung hat „The Scorch Trials“ nicht mehr viel mit dem Roman gemein. Erstaunlicherweise funktioniert der Film dennoch – oder gerade deshalb? – ziemlich gut und ließ auch mich als Buchkenner mitfiebern. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es kaum einen richtigen oder falschen Weg gibt, wenn Romane adaptiert werden. Der Kern der Geschichte muss rüberkommen, alles andere richtet sich wohl nach der Art des Buches und der Vision des Regisseurs.

Im Grunde erzählt auch die Verfilmung eine typische Dystopie, streut ein paar Monster ein, die einmal mehr an Zombies erinnern, und lässt uns an der Reise unserer Helden zum vermeintlich sicheren Hafen teilhaben. Das alles ist flott inszeniert und zu keiner Sekunde langweilig. Speziell möchte ich die Spezialeffekte loben, für die Wes Ball definitiv ein Händchen hat. Obwohl vieles dem Computer entspringt, wirkt die Welt doch echt und dreckig. Auch wenn keine komplett neuen Bilder geschaffen werden, so habe ich mich daran doch nicht satt gesehen. Unser Ensemble wird durch etliche neue Schauspieler ergänzt, so geben unter anderem Aiden Gillen („Game of Thrones“), Giancarlo Esposito („Breaking Bad“) und Alan Tudyk („Firefly“) ihr Stelldichein.

Fazit

Auch wenn die Verfilmung in Teilen stark von ihrer Vorlage abweicht, so hatte ich doch das Gefühl eine würdige Umsetzung zu sehen. Viel Neues gibt es nicht in der Young-Adult-Welt, doch hatte ich damit mehr Spaß als mit dem Finale der „The Hunger Games“-Reihe. Wenn sich auch der dritte Teil seine Eigenständigkeit bewahrt, könnte er mir sogar besser gefallen als der Abschluss der Vorlage. Ich werde auf jeden Fall reinschauen und hoffe auf ebenso gelungene Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Wild: Der große Trip – OT: Wild (2014)

Der erste Monat des Jahres ist vorüber. Es war ein beruflich sehr anstrengender Monat. Auf privater Seite hätten es gerne weniger Krankheitsphasen sein können. Immerhin habe ich fünf Filme gesehen, was zumindest ein Anfang ist. Also gleich weitermachen: Heute Abend fiel die Wahl mit „Wild: Der große Trip“ auf einen weiteren Wanderfilm. Ist das überhaupt ein Genre? Dies ist wohl auch ein Ausdruck davon, dass ich manchmal selbst einfach gerne draufloslaufen würde…

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Bei filmischen Selbstfindungstrips, die den Helden in die Wildnis führen, denke ich immer sofort an den großartigen „Into the Wild“ – und tatsächlich erinnert der namensverwandte „Wild“ in einigen Szenen durchaus an Sean Penns Meisterwerk. Auch hatte ich mich an „Dein Weg“ erinnert gefühlt, in dem auf dem Jakobsweg ebenfalls eine Eltern-Kind-Beziehung verarbeitet wird. Die Motive von „Der große Trip“ sind also nicht neu, doch wirklich eindringlich und sehr emotional erzählt, was wohl auch an der engen Beteiligung der echten Cheryl Strayed lag.

Nick Hornbys Drehbuch (genau, der Autor von „About a Boy“) bricht die Geschichte in unzählige kurze Rückblenden auf, die auch für uns Zuschauer wie spontane Erinnerungsschnipsel wirken. Ebenso werden Dialogzeilen, Zitate und Musikstücke eingebunden, die fragmentarisch entlang des Pacific Crest Trails verstreut wirken. Dadurch entfaltet der eigentlich sehr geradlinige Film (eben eine Reise von A nach B) eine ziemlich imposante Sogwirkung. Vergessen darf man auch nicht das famose Spiel Reese Witherspoons: Ihre gefallene Heldin ist völlig uneitel und doch wunderbar kraftvoll und bewahrt sich trotz ihrer Vergangenheit einen durchaus positiven Blick auf das Leben. Ich glaube ihr, dass diese Wanderung ihr Leben verändert.

Auch wenn „Wild“ nicht ganz an die vergleichbaren Filme heranreicht, so hat er mich doch tief bewegt und über zwei Stunden famos unterhalten. Auch mag ich die Idee sehr, dass man seine Vergangenheit durch solch eine Erfahrung verarbeiten kann und daran wächst. Letztendlich kann ich auf jeden Fall eine Empfehlung für all diejenigen aussprechen, die diesen Gedanken nachvollziehen können und selbst gerne in der Natur unterwegs sind: 8/10 Punkte.

The O.C. – Season 2

Gerade einmal zwei Wochen habe ich für meine Rückkehr nach Orange County benötigt. So schnell bin ich in letzter Zeit kaum durch eine Serie gesprintet. Bedeutet dies nun, dass „The O.C. – Season 2“ eine unfassbar herausragende Serie ist? Das leider nicht. Es zeichnet eher ein trauriges Bild von meinen momentanen Abenden. Die Arbeit ist fordernd, viele Familienmitglieder gesundheitlich angeschlagen und ich schlafe regelmäßig ab 21 Uhr auf dem Sofa ein – und für diese Konstellation ist „O.C., California“ wahrlich die perfekte Serie…

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Nachdem der Status quo am Ende der ersten Staffel ein wenig durcheinander gewürfelt wurde, befindet sich bereits in der zweiten Episode wieder (fast) alles beim Alten. Sowieso klar. Das ist auch gar nicht so schlimm, denn etwas anderes hätten wir Zuschauer ja eh nicht sehen wollen. Im Laufe der Staffel wird dieser Aspekt ganz meta auch von den Charakteren, allen voran Seth Cohen, aufgegriffen und kommentiert. In solchen Momenten macht mir die Serie unglaublich viel Spaß. Da kann ich auch gerne über das beständige Soap-Opera-Gefühl und das Auf und Ab der Beziehungen unserer Hauptfiguren hinwegsehen. Zudem hat die Serie in ihrem zweiten Jahr auch noch andere Highlights zu bieten.

Was Fall Out Boy für „One Tree Hill“ waren, sind Death Cab for Cutie für „The O.C.“ – kaum wurde ein Club als Schauplatz eingeführt, geben sich mehrere Indie-Bands die Klinke in die Hand. Na, wem kommt das bekannt vor? Mir scheint als hätten diese zwei parallel laufenden Teen-Dramen ziemlich exakt auf die gleichen Trends gesetzt, nur in unterschiedlicher Geschmacksrichtung. Funktioniert hat es auf jeden Fall und ich bin mir sicher, die popkulturelle Relevanz war einer der Erfolgsfaktoren für beide Serien. Auch heute ist das noch sehr angenehm zu schauen. George Lucas höchstpersönlich hat übrigens auch einen Gastauftritt.

Im letzten Drittel der Staffel driftet „The O.C.“ leider ziemlich ab. Die Geschehnisse werden immer übertriebener, Charaktere brechen aus ihren Rollen aus und das Drama wird auf unangenehme Art und Weise auf die Spitze getrieben. Irgendwie immer noch unterhaltsam, aber weit nicht mehr so gelungen, wie während der ersten 15 Episoden. Was man so liest, scheint es in der dritten Staffel leider so weiterzugehen. Dies stimmt mich nicht gerade positiv. Ich lasse mich überraschen: 8/10 (7.7) Punkte.