Spider-Man: Far From Home (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Spider-Man: Far From Home“ am 28. Oktober 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Während der Hype rund um „Spider-Man: No Way Home“ bereits am Abklingen ist, bin ich heute mit dem Vorgänger „Spider-Man: Far From Home“ einmal wieder ins Marvel Cinematic Universe (MCU) zurückgekehrt. Nach über zwei Jahren, denn so lange ist es für mich her, dass ich mit „Avengers: Endgame“ die große Schlacht gesehen habe. Ein guter Zeitpunkt für die Rückkehr… 🕷🕸

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hilfe, die Superhelden kommen

Mich konnten die Trailer damals nicht sonderlich begeistern. Das sollte der Film nach dem großen Finale sein? Ein Reiseabenteuer? Ich musste eher an die Griswolds und „Hilfe, die Amis kommen“ denken, als an den nächsten MCU-Film. Zudem war mir der großartige Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ noch zu gut im Kopf, der die Figur für mich nahezu perfekt eingefangen hat. Dann aber habe ich nach dem Laufen zufällig zum Spider-Man-Shirt (siehe unten) gegriffen, was ich letztendlich als Zeichen für die Wahl des heutigen Films wertete. Also ab auf den Schultrip quer durch Europa!

Erstaunlicherweise haben mir gerade die entspannten Coming-of-Age-Szenen auf dem Schultrip besonders gut gefallen. Vielleicht weil ich selbst einmal wieder Urlaub nötig hätte. Das 3D entfaltete zudem seine Wirkung und ich wähnte mich beinahe in Venedig, den österreichischen Bergen oder Prag. Herrlich! Die großen Actionszenen hätte es für mich gar nicht so sehr gebraucht, doch gehören diese eben zum MCU dazu. Auf jeden Fall war die Effektschlacht beeindruckend, gerade was die Qualität der computergenerierten Bilder angeht. Extrem kurzweilige Unterhaltung. Mysterio als Bösewicht fand ich auch gelungen, zumal seine Fähigkeiten für einige interessante, visuelle Spielerein herhalten dürfen.

Marvel Cinematic Universe: Phase 3

Mit „Spider-Man: Far From Home“ habe ich nun die komplette dritte Phase des MCU gesehen. Auch wenn die meisten Sichtungen schon sehr lange zurückliegen, möchte ich mich dennoch an einem Ranking versuchen:

  1. „Avengers: Endgame“ (9 Punkte)
  2. „Avengers: Infinity War“ (8 Punkte)
  3. „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (8 Punkte)
  4. „The First Avenger: Civil War“ (8 Punkte)
  5. „Thor: Tag der Entscheidung“ (8 Punkte)
  6. „Spider-Man: Far From Home“ (8 Punkte)
  7. „Doctor Strange“ (8 Punkte)
  8. „Black Panther“ (7 Punkte)
  9. „Spider-Man: Homecoming“ (7 Punkte)
  10. „Ant-Man and the Wasp“ (7 Punkte)
  11. „Captain Marvel“ (7 Punkte)

Fazit

„Spider-Man: Far From Home“ war für mich heute genau der richtige Film zur richtigen Zeit: extrem unterhaltsam, Urlaubsstimmung und mitreißende Action. Hat mir sogar noch besser gefallen als der Vorgänger. Jetzt habe ich auch wieder Blut geleckt und werde dank Disney+ vermutlich noch die nächsten Wochen im MCU verweilen. Perfekte Blockbuster-Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Summer of 84 (2018)

Heute stand ein Film auf dem Programm, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Die Rede ist von „Summer of 84“ des kanadischen Regie-Kollektivs RKSS. Ein Jugend-Thriller, der in den 1980er Jahren spielt und dabei weniger an die bekannten Werke der Ära erinnert, als an Neuinterpretationen à la „Stranger Things“. Schafft der Film es dennoch sich abzuheben? 🔦📭

Summer of 84 (2018) | © Pandstorm Pictures (Edel)

Summer of 84 (2018) | © Pandstorm Pictures (Edel)

Toll inszeniert, aber leider im Ton vergriffen

Während der ersten Stunde war ich tatsächlich ziemlich begeistert von „Summer of 84“. Die Kostüme, die Ausstattung, der Score: Das alles schreit wirklich nach stilisierten 1980er Jahren. Klar, die Gruppe der Freunde ist nicht so sympathisch und perfekt gecastet, wie in „Stranger Things“, doch die Geschichte ist spannend und wirkt viel geerdeter. Mich hat es auch nicht gestört, dass es keine großen Wendungen gab, sondern dass sich alles ziemlich genau so entwickelt, wie ich es erwartet hatte. Schließlich zählt „Meine teuflischen Nachbarn“ zu meinen Favoriten aus den Achtziger Jahren und die Parallelen sind unverkennbar. Ich hatte den Film schon gedanklich bei den Jugendabenteuern einsortiert, die ich immer mal wieder gerne hervorziehe. Doch dann kam das Finale…

Wie bereits gesagt: Es hat mich nicht gestört, dass der von Anfang an Verdächtigte (übrigens gespielt von Rich Sommer, bekannt als Harry Crane aus „Mad Men“) am Ende auch der Täter ist. Selbst dass es nach dem Showdown noch einen Epilog gibt, hatte ich erwartet. Aber die extrem düsteren letzten 15 Minuten hätten dann doch nicht sein müssen. Für mich hat dieses Finale nicht zum vorhergehenden Film gepasst. Die folgende Kernaussage des Films hätte man auch ohne diesen drastischen Schritt übernehmen können:

„Even serial killers live next door to somebody. Tough pill to swallow, I know, but it’s true. If I’ve learned anything, it’s that people hardly ever let you know who they really are. Just past the manicured lawns and friendly waves, inside any house, even the one next door, anything could be happening and you’d never know. And that’s the thing about this place, it all might seem normal and routine, but the truth is the suburbs are where the craziest shit happens. You never know what might be coming around the corner.“

– Davey Armstrong, „The Summer of 84“

So bleibt am Ende nur ein bedrückendes Gefühl übrig. Schade.

Fazit

Ich mochte viele Aspekte von „Summer of 84“, doch das Finale hat den Film für mich dann etwas kaputt gemacht. Ich mag düstere Enden, doch sie sollten zum Rest des Films passen. Dennoch kann ich den Film Genrefreund*innen durchaus empfehlen, auch wenn ihr keinen neuen Klassiker erwarten solltet: 6/10 Punkte.

Ostwind: Aris Ankunft (2019)

Nachdem der letzte Filmabend schon drei Wochen zurückliegt, war es heute Zeit für „Ostwind: Aris Ankunft“. Recht passend, da ich ein paar Stunden zuvor mit dem Zappelinchen zu ihrer Reitstunde geradelt bin. Die Sichtung des Vorgängers „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ liegt bereits neun Monate zurück, doch der Rest der Familie hat den fünften Teil in der Zwischenzeit sogar im Kino gesehen… 🐎

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe ein Remake des ersten „Ostwind“

Hat der vierte Teil mit dem neuen Setting noch einen frischen Wind in die Reihe gebracht, kehren wir in „Ostwind: Aris Ankunft“ nach Kaltenbach zurück. Mika liegt nach einem Unfall im Koma und wir wohnen einer neuen Begegnung zwischen einem menschlichen Außenseiter und eben Ostwind bei. Das alles hat mich doch sehr an den ersten Teil „Ostwind“ erinnert und die Geschichte hat sich demnach recht redundant angefühlt. Samt Reittournier am Ende inklusive Happy End.

Die neue Figur Ari ist nett gezeichnet und nett gespielt. Die Dynamik zwischen den bekannten Charakteren funktioniert perfekt und die Inszenierung abermals sehr hochwertig. An die mythischen Elemente habe ich mich inzwischen gewöhnt, doch inzwischen nutzen sich die Versatzstücke ein wenig ab. Auch laut dem Rest der Familie ist dieser Teil ein wenig schwächer, doch die bereits im Kino gesehene Fortsetzung soll wieder anziehen. Ob ich diese jemals sehen werde?

Fazit

„Ostwind: Aris Ankunft“ war ein weiteres, nettes Pferdeabenteuer. Allerdings nutzt sich die bekannte Formel inzwischen ab, zumal die Geschichte wirklich sehr nahe am ersten Teil dran ist und beinahe wie ein Reboot wirkt: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Spider-Man: A New Universe – OT: Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)

Eine weitere volle Woche liegt hinter uns. Für den Rest der Familie war es der Endspurt vor den Pfingstferien. Nun also zwei Wochen frei. Das wird allen gut tun. Vor mir liegt zumindest ein langes Wochenende, welches wir heute natürlich mit einem Filmabend eingeläutet haben. Endlich stand mit „Spider-Man: A New Universe“ der Herzensfilm des Zwergofanten auf dem Programm. Auch ich habe mich schon sehr auf die Sichtung gefreut… 🕷🕸

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wahrlich der ultimative Comicfilm

Spider-Man ist für den Zwergofant wohl der wichtigste Superheld. Er spielt stundenlang mit seinem Cousin im Garten, bindet Seile an das Stelzenhaus und schwingt sich in lebensgefährlich wirkenden Stunts von Leiter und Rutsche. Da darf man immer gar nicht so genau hinsehen. Dabei sind seine einzigen bisherigen Berührungspunkte ein paar LEGO-Spielsets sowie das Xbox-Spiel „LEGO Marvel Super Heroes“. Für die Realfilme ist er noch etwas jung, doch seit „Spider-Man: A New Universe“ bei mir im Regal steht, schleicht er hartnäckig um den Film herum. Mit acht Jahren, und inzwischen reichhaltiger Filmerfahrung, ist er nun auch alt genug dafür.

Auch ich mag Spider-Man und die zugehörigen Verfilmungen sehr. Egal ob die Sam-Raimi-Filme der frühen 2000er Jahre, den kurzen Lauf mit Andrew Garfield oder den aktuellen Spider-Man im MCU. Auf das hier war ich jedoch nicht vorbereitet: Schon alleine der Stil des Films, der wie ein lebendig gewordener Comic wirkt, hat mir beständig ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Auch inhaltlich ist „Spider-Man: Into the Spider-Verse“, so der deutlich passendere Originaltitel, eine Wucht: Jede Figur bekommt ausreichend Raum und die emotionalen Szenen sind wirklich mitreißend. Definitiv kein (reiner) Kinderfilm. Da ist die bombastische Action beinahe schon Nebensache. Der Kniff mit dem Multiversum ist auch weit mehr als nur ein Gag und doch konzentriert sich der Film größtenteils auf Miles Morales und sein Erwachen als Superheld. Einfach stark und in seinem Ideenreichtum unglaublich beeindruckend. So und nicht anders sollte eine Comic-Verfilmung aussehen.

Fazit

Ihr seht wie begeistert ich bin. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der Begeisterung, die der Zwergofant verspürt. Er ist nun komplett im Spider-Man-Fieber und wünschte sich, er wäre Miles Morales. Was für eine Begeisterung! Da werde ich mich mal nach einer guten Comic-Serie zum Einstieg umsehen müssen. Habt ihr einen Tipp? Momentan tendiere ich zu „Erste Abenteuer“ aus der Marvel-Action-Serie. Aber zurück zum Film, der uns alle einfach nur bestens unterhalten hat: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  10/10 Punkte.)

Eighth Grade (2018)

Heute habe ich einen Film gesehen, von dem ich schon viel Gutes (in Podcasts) gehört habe. Nach der erfolglosen Suche nach einer DVD oder Blu-ray war ich umso erfreuter, dass Netflix „Eighth Grade“ ins Programm aufgenommen hat. Höchste Zeit also, mich selbst von der Qualität des Coming-of-Age-Dramas zu überzeugen… 👩‍🎓

Eighth Grade (2018) | © Sony Pictures

Eighth Grade (2018) | © Sony Pictures

Die unangenehme Seite von Coming-of-Age

Aufgrund meines Vorwissens hatte ich vermutet, dass „Eighth Grade“ komplett bei mir einschlagen würde. Tatsächlich aber habe ich etwas gebraucht, bis ich mich mit dem Film angefreundet hatte. Obwohl wir sehr nah an der Protagonistin Kayla (großartig gespielt von Elsie Fisher) dran sind, war mir die Inszenierung zu Beginn ein wenig zu verkünstelt. Auch fand ich die Überpräsenz von digitalen Kommunikationsmitteln anstrengend. Allerdings merke ich selbst, dass es auch bei den eigenen Kindern immer mehr in diese Richtung geht. Weit nicht so extrem, doch die Tendenzen sind da. Auch in diesem Aspekt zeigt sich, dass mich „Eighth Grade“ häufig die Perspektive des Vaters hat einnehmen lassen. Ich hatte oft einen sorgenvollen Blick auf das Geschehen. Was steht meinen Kindern (und uns Eltern) da in den nächsten Jahren noch bevor?

Die andere Perspektive ist natürlich die von Kayla selbst. Manche Szenen waren schmerzhaft nah an der eigenen Erinnerung dran. Gerade der Zeitraum zwischen 7. und 8. Klasse ist auch für mich einer, der mir nur noch unbestimmt im Kopf ist und der mit viel Unsicherheit verbunden war. Ich bin damals eher in Videospiele und Bücher geflüchtet. Die Welt war einfacher und langsamer. Heute möchte ich wirklich kein Teenager mehr sein. Und da sind wir wieder bei meiner Perspektive als Vater angekommen. Wie wird das Zappelinchen mit all diesen (neuen) Herausforderungen umgehen? Bei all den unangenehmen bis düsteren Szenen, ist „Eighth Grade“ doch ein Film, der seine Figuren mag und nach hinten raus eine positive Entwicklung aufzeigt. Nicht aufgesetzt und eher realistisch, aber doch positiv. All das macht „Eighth Grade“ zu einer (für mich) eher anstrengenden Erfahrung, aber doch einer, die nachwirkt.

Fazit

Wirklich viel Spaß hatte ich nicht mit „Eighth Grade“, doch darum geht es dem Film vermutlich auch nicht. In dieser Hinsicht kam er mir teils wie ein Gegenentwurf zu „Booksmart“ vor, bei dem ich mich teils ähnlich gefühlt habe, doch eher auf lustige Art und Weise. Wie ihr merkt, fällt es mir schwer, den Film konkret einzuordnen. Ich mochte ihn und würde den Film und Kayla am liebsten in den Arm nehmen und sagen: Es wird alles gut. Wie eben so ein Vater. Anstrengend aber sehenswert: 8/10 Punkte.

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017)

Nachdem letzte Woche der Zwergofant mit „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ an der Reihe war, hat sich das Zappelinchen heute „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ ausgesucht. Mir selbst war das ziemlich egal, denn ich war schon vor dem Film extrem müde. Die Woche hat ihre Spuren hinterlassen und das Fresskoma durch die Pizza wohl ebenso. Also dann, aufgesattelt… 🐴

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein Pferdeabenteuer in Andalusien

Nachdem „Ostwind 2“ sich sehr stark am ersten Teil der Reihe orientiert hat, kehrt mit „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ frischer Wind ein: Mika reist mit Ostwind nach Spanien, um seine Wurzeln zu entdecken. Dabei ist der Start der Reise ziemlich hanebüchen. Es kommt zu mystischen Traumsequenzen und auch ansonsten muss man als (erwachsener) Zuschauer ziemlich viel guten Willen mitbringen, um den Realismus der Situation nicht gehörig in Frage zu stellen. In Andalusien angekommen, nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und das frische Setting tut der Reihe gut.

Im weiteren Verlauf der Handlung wird die Grenze zum Pferdekitsch ein paar Mal beinahe überschritten, doch fängt sich der Film durch humorige Einlagen und die sympathischen Schauspieler immer wieder. Die Botschaft ist auch schön, weshalb ich ihm die übertrieben bedeutungsschwangeren Montagen auch gar nicht ankreiden will. Zudem mochte ich das (zugegebenermaßen wenig überraschende) Ende.

Fazit

Insgesamt hat mir „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ gut gefallen. Die Kinder waren wieder begeistert und das ist schließlich die Hauptsache. Mangels Nachschub endet für uns vorerst die Reihe, doch werden wir in die verbleibenden Fortsetzungen bestimmt irgendwann noch einmal reinschauen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Ostwind 2 (2015)

Nach einem sehr auslaugenden Tag, habe ich mich abends gar nicht mehr beim Wunsch der Kinder nach einem Filmabend gewehrt. Außerdem haben sie sich diesen nach der Woche Home-Schooling auch wirklich verdient. Heute war wieder das Zappelinchen an der Reihe und sie hat sich „Ostwind 2“ ausgesucht. Nachdem mir der erste Teil doch überraschend gut gefallen hatte, war ich durchaus gespannt… 🐴

Ostwind 2 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind 2 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Mehr Abenteuer und (noch) mehr Pferde

Im Grunde erleben wir die konsequente Fortsetzung von „Ostwind“. Mika kehrt nach Kaltenbach zurück und ist wieder mit Ostwind vereint. Das Gestüt hat finanzielle Probleme und somit gilt es Ostwind für ein Reittournier fit zu machen. Parallel dazu taucht ein geheimnisvolles Pferd (und ein geheimnisvoller junger Mann) im Wald auf und stellt das Leben unserer Figuren auf den Kopf. Mehr muss man nicht wissen und hat doch schon die gesamte Handlung im Kopf.

Die vielfältigen Reitszenen sind wieder schön gefilmt, die Schauspieler weit besser als man es in einem Teenie-Pferdefilm erwarten würde und insgesamt hat auch „Ostwind 2“ das Herz am rechten Fleck. Doch so wirklich neu oder frisch ist die Handlung eben auch nicht und vieles hat sich eher wie ein Aufguss des ersten Teils angefühlt.

Fazit

Keine Frage, „Ostwind 2“ bietet für Fans der Reihe weiterhin gute Unterhaltung. Auch ich hatte meinen Spaß damit und die Kinder waren teils sogar regelrecht begeistert. Hundertprozentig aufmerksam war ich nach dem Tag vermutlich auch nicht mehr, was meinem Eindruck des Films wohl nicht zugute kam: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Ostwind (2013)

Heute haben die Kinder am frühen Abend spontan eine Schatzsuche im Haus veranstaltet. Inklusive versteckten Hinweisen, kleinen Rätseln und Schätzen in Form von Süßigkeiten als Belohnung. Auf dem letzten Zettel stand schließlich die Frage nach einem Filmabend. Wer kann bei so viel manipulativem Aufwand schon nein sagen? Das Zappelinchen war das Mastermind hinter der Aktion und sie hat sich sogleich für den Film „Ostwind“ entschieden. Ich befürchtete das Schlimmste, wurde letztendlich aber positiv überrascht… 🐴

Ostwind (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Eine schöne Coming-of-Age-Geschichte mit Pferd

Während der ersten Szene hätte ich mich fast meinem Buch zugewandt. Diese sollte möglichst dramatisch sein, wirkte aber eher amateurhaft inszeniert. Dann wechselt die Szenerie und man lernt Mika an der Schule und in ihrer Familie kennen. Das Mädchen kommt mit sich und der Welt nicht so recht klar (bzw. diese nicht mit ihr) und somit ist es nur naheliegend, dass sie sich dem ebenso ungeliebten Hengst Ostwind annähert. Das alles ist natürlich ziemlich vorhersehbar, doch wenn dann Tilo Prückner als Mischung aus Pferdeflüsterer und Mister Miyagi auftritt, versöhnt das für so einiges. Zudem fand ich Hanna Binke als Mika sehr erfrischend und natürlich. Vielleicht weil sie mich mit ihren roten Haaren ein wenig an mein Zappelinchen erinnert hat.

Pferdegeschichten sind ja momentan ziemlich angesagt. Wenn ich alleine an die grausigen „Bibi & Tina“-Filme bzw. die Serie denke, dann ist „Ostwind“ fast schon ein Meisterwerk. In den besten Szenen ist es eine wirklich schön erzählte Coming-of-Age-Geschichte, in den schwächsten halt ein weiteres Reitturnier mit Teenies. Aus Perspektive der Zielgruppe hat der Film aber komplett ins Schwarze getroffen. Und das Zappelinchen hat vielleicht für einen Moment vergessen, dass ihre eigenen Reitstunden momentan aufgrund von Corona momentan alle ausfallen.

Fazit

Auch wenn „Ostwind“ nicht wirklich meine Art von Film ist, so hat es sich gelohnt, dass ich mich darauf eingelassen habe. Die Kinder waren extrem begeistert und auch ich konnte ihm einige positive Facetten abgewinnen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Booksmart (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Booksmart“ am 6. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Film des Jahres! Nachdem wir heute Nachmittag noch einen Geburtstag im (ganz) kleinen Kreis gefeiert haben, stand uns abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung, weshalb die Wahl auf „Booksmart“ gefallen ist. Das Regiedebüt von Olivia Wilde (u.a. bekannt aus „Vinyl“) hatte einige gute Presse bekommen und wurde als weibliches „Superbad“ gefeiert. Da ich den Film nur okay fand, war ich umso gespannter, wie mir diese Coming-of-Age-Komödie gefallen würde… 👩‍🎓👩‍🎓🎉🥳

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Coming-of-Age in wirklich witzig

Zunächst einmal finde ich es ziemlich dämlich einen Film als weibliche Version von einem anderen zu beschreiben. Aber sei es drum. Und ja, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch „Booksmart“ bedient sich ungezügelt der pubertären Jugendsprache, was ich auch hier zu Beginn ein wenig befremdlich fand. Vermutlich ist mein fortgeschrittenes Alter der ausschlaggebende Grund, denn inzwischen ist meine Tochter näher an den Figuren dran, als ich. Ein erschütternder Gedanke. Auch steht eine große Party in Zentrum des Films. Und es geht um eine zentrale Freundschaft. Dennoch fand ich „Booksmart“ so viel witziger, authentischer und zu Herzen gehender als Greg Mottolas 2007er Komödie. Nun habe ich die beiden Werke doch miteinander verglichen. Mist.

Bevor ich es vergesse, möchte ich Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever, die ich aus der Tim-Allen-Sitcom „Last Man Standing“ kenne, lobend erwähnen. Was heißt loben? Sie tragen den Film mühelos und spielen sich die Seele aus dem Leib, nur dass es unglaublich mühelos und echt wirkt. Einfach toll! Doch auch die Nebenfiguren sind großartig besetzt und Olivia Wilde beweist ein Händchen für Timing, Dialoge und auch dafür, Szenen gerade so lange laufen zu lassen, bis sie kurz davor sind unangenehm zu werden. Aber eben nicht darüber hinaus. Zudem hat die Regisseurin es vermieden, sich selbst eine Rolle zu zimmern, was ich wirklich positiv finde (so gerne ich Wilde auch als Schauspielerin sehe). Es ist nicht alles perfekt, was die Handlung angeht (z.B. fand ich den Twist/Gag mit dem Valley Strangler ein wenig forciert), doch insgesamt funktioniert „Booksmart“ auf vielen ebenen großartig und macht extrem viel Spaß.

Fazit

Kann es einen besseren Film für den Jahresabschluss geben? Wohl kaum. Ich kann euch „Booksmart“ nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Coming-of-Age-Geschichten schaut und es euch nicht stört, sich mal wieder ein wenig awkward zu fühlen. Die Figuren sind mir über die kurze Laufzeit wirklich ans Herz gewachsen. Ein absolut sehenswertes Regiedebüt: 8/10 Punkte.

Coco (2017)

Weihnachten liegt hinter uns und somit auch die Zeit der weihnachtlichen Filmabende. Da die letzten Tage ein wenig anstrengend waren, wollten wir die Kinder dennoch einmal wieder in die Welt der bewegten Bilder entführen. Trotz größeren Protesten (uh, da geht es ja um tote Menschen!) habe ich „Coco“ in den Player geschoben. Ein Film, der schon viel zu lange unbeachtet im Regal stand. Wie sagte der Zwergofant nach der Sichtung? „Papa, den können wir uns gerne noch einmal anschauen!“

Coco (2017) | © Walt Disney

Coco (2017) | © Walt Disney

Ein in jeder Hinsicht perfekter Animationsfilm

Schon während des Prologs merkt man, wie unfassbar durchdacht dieser Pixar-Film einmal wieder ist. Da ist kein Fitzelchen an Information zu viel, keine Szene unnötig. Die Balance zwischen Humor und einer bedeutsamen Botschaft ist von Anfang an perfekt. Dann dieses Setting: Ein kleines mexikanisches Dorf, der Tag der Toten und die Liebe zu Mariachi-Musik. Wirklich nicht das, was momentan bei den Kids angesagt ist. Und doch (oder gerade deshalb) funktioniert „Coco“ von der ersten Sekunde an. Man nimmt die Figuren und ihre Welt ernst. Es sind echte Charaktere und die Welt wirkt einfach lebendig. Man bekommt einen Einblick in die mexikanische Kultur und diese wird untrennbar mit der Geschichte verwoben. Großartig!

Dann geht es weiter ins Reich der Toten und hier dreht der Film noch einmal richtig auf. Er wird zu einem richtigen Abenteuer, vernachlässigt dabei den Kern der Geschichte jedoch nie. Es geht um Familie und Erinnerungen, eigene Ziele im Leben und die Vereinbarkeit von all dem. Dazu kommt es noch zu einer sehr emotionalen Wendung, die mir am Ende des Films die Tränen in die Augen getrieben hat. Wirklich wunderschön traurig. Miguels Reise ist weit weniger albern als andere Pixar-Filme, ja selbst der erwachsenere und thematisch durchaus verwandte „Onward: Keine halben Sachen“ wirkt nicht ganz so auf den Punkt inszeniert und geschrieben. Am Ende blieben wir aufgrund des famoses Erlebnisses nur sprachlos vor dem Fernseher sitzen. Das hatten wir so geballt auch schon lange nicht mehr.

Fazit

Mit „Coco“ habe ich kurz vor Jahresende noch den besten Film (zumindest wenn es um Neusichtungen geht) des Jahres gesehen. Für mich definitiv unter den Top 5 aller Pixar-Filme. Eine wunderschöne Geschichte, die zudem zum Nachdenken anregt und dennoch famos zauberhaft aussieht, speziell in 3D. Ganz großes Kino: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)