Heute war ein wenig erfreulicher, fordernder und emotional anstrengender Tag. Typisch Freitag, der 13. könnte man meinen. Da die Stimmung ohnehin schon ziemlich im Keller war, konnte ich mich auch gleich „Sieben Minuten nach Mitternacht“ stellen, der ohnehin schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Meine Frau hat das Buch gelesen und ich habe schon einige positive Stimmen zu den Film gehört. Dennoch hatte ich mich aufgrund der Thematik lange nicht an die Geschichte herangewagt…

Sieben Minuten nach Mitternacht (2016) | © STUDIOCANAL
Der personifizierte Schmerz des Abschieds
In den letzten Jahren haben sich Sterbedramen als beinahe schon eigenes Genre etabliert. Oft in Kombination mit einer tragischen Liebesgeschichte, ziehen diese Filme Zuschauer in Scharen in die Kinos. Für mich unverständlich. Auch wenn ich recht nah am Wasser gebaut bin, wenn es um Filme geht, mache ich normalerweise einen großen Bogen um Geschichten dieser Art. Vielleicht weil ich selbst schon zweimal Abschied von mir nahestehenden Menschen nehmen musste. Wieso sich also Filme anschauen, die einzig und allein Krankheit, Schmerz und Tod zum Thema haben? Bei „A Monster Calls“ haben mich jedoch sowohl der Fantasy- als auch der Coming-of-Age-Aspekt gereizt. Dennoch war mir von Anfang an klar, dass es keine einfache Sichtung werden würde – und ich sollte recht behalten…
Den jungen Conor (großartig gespielt von Lewis MacDougall) dabei zu begleiten, wie er den Abschied von seiner sterbenden Mutter verarbeitet, ist mir tatsächlich nicht leicht gefallen. Zu oft musste ich daran denken, was meine Kinder in einem ähnlichen Fall durchzumachen hätten. Keine schönen Gedanken. Die Geschichte nähert sich dem Thema behutsam und das titelgebende Monster als Allegorie für Conors Schmerz ist ein wunderbarer erzählerischer Kniff. Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass die Geschichte unter den großen Effekten leiden könnte, doch das CGI fügt sich nahtlos in die Handlung ein und lässt den Figuren genügend Luft zum Atmen. Neben Lewis MacDougal wissen Felicity Jones als sterbende Mutter und Sigourney Weaver als Großmutter des Jungen zu überzeugen.
Fazit
Regisseur Juan Antonio Bayona (u.a. „The Impossible“) setzt die ergreifende Geschichte in starken Bildern um. Selbst die eingeschobenen Märchen wissen aufgrund ihres besonderen Animationsstils zu überzeugen. Trotz der Effekte werden mir jedoch vor allem die zwischenmenschlichen Szenen in Erinnerung bleiben – und am Ende sind, wie zu erwarten, die Tränen geflossen. Ein starker und ergreifender Film, den ich allerdings so schnell nicht mehr anschauen werde – und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen: 8/10 Punkte.








