Dollhouse – Season 2

Wieder einmal heißt es von einer Joss Whedon-Serie Abschied nehmen. Dieses Mal hat es die ungewöhnliche Sci-Fi-Serie „Dollhouse – Season 2“ erwischt. Wohl das bislang unpopulärste Werk des Autors. Dennoch eine äußerst sehenswerte Serie mit mehr (zugegebenermaßen teils ungenutztem) Potential, als die meisten anderen Genreserien der letzten Jahre.

Der Aufbau der zweiten – und leider letzten –  Staffel der Serie erinnert stark an den ihres ersten Jahres: Zu Beginn plätschern die Episoden viel zu beliebig vor sich hin, dann plötzlich zieht die Geschichte so stark an, dass man sich erst einmal neu orientieren muss und ehe man sich versieht flimmert bereits der Abspann der letzten Episode über den Screen. Unglaublich wieviel Potential zu Beginn verschenkt wurde und noch unglaublicher, was man aus den restlichen Episoden herausgeholt hat.

Man mag Joss Whedon hier einiges vorwerfen, doch Ideenarmut gehört definitiv nicht dazu. Über ihre Laufzeit bekommt die Geschichte eine solche Tiefe und Tragweite, dass man vermutlich tatsächlich noch etliche weitere Staffeln damit hätte füllen können. Die Frage nach Identität, kollektivem Bewusstsein, Mensch-Maschine-Kommunikation usw. sind alles ideale Themen um in solch einer Sci-Fi-Serie aufgearbeitet zu werden. Die späteren Episoden sind auch entsprechend düster und besitzen den typischen Whedon-Witz, so dass absolut keine Langweile aufkommen mag. Hier wäre wirklich noch viel drin gewesen.

Leider jedoch gab es zu Beginn wieder zu viel Leerlauf und reine Füllepisoden. Ich weiß auch nicht, was die Autoren hier geritten hat. Vermutlich Fox, aber das Thema wurde ja schon zu genüge diskutiert. Insgesamt kann die Serie nicht an den Kultstatus ihrer inoffiziellen Vorgänger anschließen. Dafür ist sie wohl zu speziell und komplex aufgebaut. Auch hat man offensichtlich versucht sich mit einem zu großen Spagat zwischen den Zielgruppen neue Zuschauer zu erschließen. Eine Maßnahme, die – wie wir heute wissen – ziemlich nach hinten los ging.

Ich für meinen Teil wurde grandios unterhalten, hätte mir aber eine purere Version der eigentlichen Geschichte gewünscht. Von mir aus auch gerne als Miniserie. Dennoch bin ich froh, dass Whedon die Geschichte – anders als damals bei „Firefly“ – zu einem richtigen Ende führen konnte. Somit ist „Dollhouse“ ein mehr als nur sehenswerter Seriensnack für alle Sci-Fi-Nerds da draußen: 8/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Dollhouse – Season 2

  1. Die Serie ist auch noch recht aktuell und wurde – außerhalb der Whedon-Fans – auch nicht all zu intensiv vermarktet. „Dr. Horrible’s Sing-ALong Blog“ fand ich auch großartig, doch bisher haben mir eigentlich alle Whedon-Serien ausgezeichnet gefallen. Allen voran natürlich „Firefly“.

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  2. Ich würde sagen bereits ab Episode 5 zieht die Handlung deutlich an, um mit Episode 10 ihren Höhepunkt zu erreichen. Auch das Finale fand ich ganz groß, wenngleich in den letzten Folgen schon beinahe zu viel passiert für die geringe Laufzeit.

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  4. Man kann ja sagen was man will, aber ab 2×03, spätestens E04, bis E10 gehört die Serie zu den spannendsten dieser Season. Die letzten Folgen krankten aber wirklich sehr daran, dass man noch extrem viel abfrühstücken musste. So fand ich auch die finale Wendung wie auch das „normale“ Finale ziemlich Banane. Epitah Two reißte aber nochmal einiges raus.

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  5. Ja, „Epitaph Two“ war – wie bereit „Epitaph One“ – ein echtes Serienhighlight. Die Handlung davor war zwar sehr spannend und wendungsreich, doch hat man stark gemerkt, dass die einzelnen Handlungsstränge und Charakterentwicklungen auf einen längeren Zeitraum angelegt waren. Wirklich schade. Dennoch schön, dass Whedon der Serie ein richtiges Ende verpassen konnte.

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