The LEGO Movie (2014) (WS1)

Nach unserem Besuch im Legoland sind wir nach wie vor im Lego-Fieber. Da das Wetter heute nicht zu einem lauschigen Abend auf der Terrasse eingeladen hat, haben wir einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist natürlich „The LEGO Movie“ gewandert, was ich mir mindestens ebenso sehr gewünscht habe, wie die Kinder. Wie der Film im Vergleich zu meiner ersten Sichtung abgeschnitten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

Everything Is (Still) Awesome

Im Legoland wurden wir mehrfach dem Trailer von „The LEGO Movie 2“ ausgesetzt. Auch die Sets des Films waren aufgebaut und wir hätten den Film im Park sogar sehen können. Wäre die Blu-ray bereits erhältlich gewesen, hätte ich direkt zugeschlagen. So muss nun aber der erste Teil noch einmal herhalten, was auch gar nicht schlimm ist, denn die Kinder kannten ihn noch nicht und auch ich habe mich sehr auf eine zweite Sichtung gefreut. Vielleicht liegt es am momentanen Lego-Wahn, aber ich hatte wieder genauso viel Spaß wie bei der ersten Sichtung. Dieses Mal sogar in 3D, was die visuelle Wucht von „The LEGO Movie“ tatsächlich noch einmal aufwerten konnte.

Inhaltlich war ich erneut erstaunt, auf wie vielen Ebenen „The LEGO Movie“ doch funktioniert:

  • Als Lego-Fanfilm (und -Werbefilm),
  • als fast schon ernsthaft düstere Dystopie,
  • als kunterbuntes Abenteuer,
  • als Parodie auf alles und jeden und
  • als Feiern der Kindheit und Kreativität.

Dabei wirkt der Film zu jederzeit leicht und unbeschwert. Die unterschiedlichen Elemente fügen sich, wie die titelgebende Bausteine, spielend zusammen und entführen sowohl kindliche als auch erwachsene Zuschauer auf ein kunterbuntes Abenteuer. Es ist unfassbar, wie viel Spaß der Film macht. Einfach nur toll. Einzig die Realszenen, so toll (wie auch naheliegend) ich die Idee auch finde, wirken ein wenig forciert. Aber vielleicht ist das nach 90 Minuten Non-Stop-Lego-Action auch einfach ganz normal. Die Kinder waren beide übrigens auch sehr begeistert. Speziell von dem Kniff das alles eine gespielte Geschichte war.

Fazit

Ich habe Lego als Kind geliebt, heute lieben meine Kinder Lego und auch ich bin nach wie vor davon begeistert. Sollte das hier tatsächlich nur eine gigantisch gute Content-Marketing-Masche sein, dann ziehe ich meinen Hut. Hier ist alles super! Nun freue ich mich noch mehr auf den zweiten Teil: 9/10 Punkte. Lohnen sich eigentlich „The LEGO Batman Movie“ und „The LEGO Ninjago Movie“ auch?

Tomb Raider (2018)

Nach einem recht entspannten Tag mit einer Einladung zum Grillen und viel Zeit draußen im Garten, stand uns abends der Sinn nach ebenso entspannter Unterhaltung. Die Wahl ist letztendlich auf die aktuelle Version von „Tomb Raider“ gefallen, die sich am 2013er Reboot der Spielereihe orientiert (welches ich übrigens immer noch nicht wirklich weit gespielt habe). Was die Neuauflage zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Lara Croft: Angelina Jolie vs. Alicia Vikander

Okay, die Überschrift ist vielleicht ein wenig plakativ. Aber auch angemessen, denn schließlich wurde Angelina Jolie bei der ersten Verfilmung im Jahr 2001 als die perfekte Besetzung angesehen. Auf die beiden Filme möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen, liegt die Sichtung doch schon zu lange zurück. Viel mehr als Big-Budget-Trash mit Post-90er-Look waren sie in meiner Erinnerung aber nicht. Als Alicia Vikander, die ich in „Ex Machina“ großartig fand, als neue Lara Croft bekannt geben wurde, war ich sehr gespannt. Der Trailer sah mir zwar zu sehr nach CGI aus, doch mochte ich den geerdeteren Ansatz der Figur. Nachdem ich auch eine knappe Stunde in das erste Spiel der Reboot-Serie reingeschnuppert hatte, war ich umso mehr überzeugt, dass Alicia Vikander eine exzellente Lara Croft abgeben würde.

Die ersten Szenen des neuen „Tomb Raider“ hatten mich sogleich begeistert: Ich mochte den realistischen Ansatz sehr. Die Szenen in London mit Lara als Fahrradkurier haben mir extrem gut gefallen. Auch der langsame Aufbau bis hin zu ihrem Eintreffen in Hongkong war genau mein Ding. Doch mit Ankunft auf der Insel haben auch die übertriebenen Actionszenen zugenommen, die ich nach dem Trailer befürchtet hatte: viel zu viel CGI und viel zu wenig klassisches Abenteuer. Da springt der Greenscreen oft noch von der Leinwand (weil das Licht einfach nicht sitzt) und die Kamerafahrten sind übertrieben unrealistisch. Auch die Kampfszenen gegen Mathias Vogel (Walton Goggins) und Trinity waren mir zu viel. Doch spätestens mit Betreten der Grabmals hatte mich der Film wieder für sich eingenommen, denn hier wurden tatsächlich Erinnerungen an „Indiana Jones“ und Co. wach, wenngleich ich manchmal das Gefühl hatte, der Film hätte zu viel Budget gehabt, um gewisse Set-Pieces zu inszenieren. Man muss Regisseur Roar Uthaug aber zugute halten, dass er 3D teils wirklich effektiv einzusetzen wusste. Die 3D-Blu-ray hat sich somit gelohnt.

Fazit

Letztendlich ist „Tomb Raider“ ein typischer Blockbuster unserer Zeit: viel zu glatt und pompös inszeniert (auch wenn er dreckig und realistisch wirken soll), dabei aber sehr unterhaltsam und angenehm anzuschauen. Einen dicken Pluspunkt gibt es von mir tatsächlich für Alicia Vikander, die eine perfekte Verkörperung der neuen Lara Croft ist. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, selbst wenn dieser erste nicht perfekt war: 7/10 Punkte.

Meg – OT: The Meg (2018)

Vor gut 13 Jahren habe ich im Internet die Konzeptzeichnung zu einem Film namens „Meg“ gesehen, welche mich dazu brachte das gleichnamige Buch von Steve Alten zu lesen. Der Film sollte vorerst in der Produktionshölle verweilen, bis er 2018 endlich das Licht der Welt erblickte. Somit bin ich nach all den Jahren doch noch zu meinem Filmauftritt des Megalodon gekommen…

Meg (2018) | © Warner Home Video

Meg (2018) | © Warner Home Video

„We’re gonna need a bigger boat!“

Ja, „Meg“ ist ein Sommer-Blockbuster, wie er im Buche steht. Laut, bunt, dumm. Und mit Jason Statham in der Hauptrolle. Er spielt aber auch zu großen Teilen im und unter Wasser und hat einen riesigen Hai als Kontrahenten zu bieten. Da überwiegen doch eindeutig die positiven Aspekte! Zudem ist sich Jon Turteltaubs Film seines Status jederzeit bewusst. Er erzählt die gerade nötige Geschichte mit viel Humor, ohne dabei jedoch zu smart sein zu wollen. Es überwiegt die Action, die dummen Sprüche und die imposanten Unterwasserszenen mit dem Monsterhai. Die Vorlage hat damals eine andere Geschichte erzählt, auch wenn Versatzstücke immer noch vorhanden sind. Vielleicht orientiert sich der Film aber auch einfach an einer vielen der Fortsetzungen. Ich bezweifle es allerdings. Das hier ist einfach ein 08/15-Hollywood-Drehbuch – und als solches funktioniert es wunderbar.

Ich hatte tatsächlich extrem viel Spaß mit „Meg“. Die Bilder sind toll, gerade in 3D. Zwar hätte ich gerne etwas mehr Zeit abseits der Forschungsstation verbracht, doch insgesamt mag ich mich nicht groß beschweren. In seiner übertriebenen Hai-Action hat mich der Film teils an das Finale von „The Shallows“ erinnert, bleibt dabei jedoch konsistenter im Ton. Jason Statham passt perfekt in diese Rolle und mehr gibt es über die Schauspieler auch nicht zu sagen. Doch, eine Sache: Rainn Wilson (bekannt als Dwight Schrute aus „The Office“) ist viel weniger Comic-Relief als ich einerseits befürchtet, andererseits aber auch gehofft hatte.

Fazit

Wie Stammleser meines Blogs vermutlich schon mitbekommen haben, liebe ich Filme, die am, im oder unter Wasser spielen. Sehr sogar. Dazu noch ein riesiger Hai? Count me in! Davon abgesehen ist nichts an dem Film irgendwie besonders. Weder in die eine, noch die andere Richtung. Und dennoch sind die knapp zwei Stunden wie im Flug vergangen. Manchmal reicht das schon: 7/10 Punkte.

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken – OT: Moana (2016) (WS1)

Ein seltsamer Tag mit ein wenig Sport und ein wenig unmotiviertem Nichtstun liegt hinter mir. Nachdem das Zappelinchen die letzte Woche im Schullandheim verbracht hat, wollten wir mit den Kindern heute einen Filmabend veranstalten. Nach vielen Diskussionen ist die Wahl letztendlich auf „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ gefallen, den ich mit dem Zappelinchen vor gut zwei Jahren bereits im Kino gesehen habe. Der Zwergofant war zu Beginn nicht so begeistert. Ob wir dennoch einen gelungenen Filmabend hatten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Der gelungenste Disney-Film der letzten Jahre

Auch ich hätte mich heute nicht unbedingt für „Vaiana“ entschieden, stehen doch noch zu viele ungesehene Kinderfilme im Regal. Doch schon nach ein paar Minuten war ich erneut verzaubert von der herrlichen Inselwelt und dieser mutigen jungen Dame namens Vaiana. Schon alleine der erste Teil des Films, der noch auf Motunui spielt, ist wunderbar erzählt und bringt einem sowohl die Charaktere als auch ihre Motivation spielerisch nahe. Mit Vaianas Aufbruch und ihrem Zusammentreffen mit dem Halbgott Maui bekommt die Handlung plötzlich ein enormes Tempo, ohne dass der Film jedoch seine Figuren aus den Augen verliert. Da stört es auch nicht, dass die Struktur des Films mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und den damit verbundenen Schauplätzen doch ein wenig episodisch wirkt.

Disney ist sich ganz offenbar bewusst, dass sie mit Vaiana ein neues Rollenbild etabliert haben und sprechen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den klassischen Prinzessinnen an. Das mag alles ein wenig kalkuliert wirken und auch nicht wirklich neu (siehe „Merida: Legende der Highlands“), doch so erfrischend und erfreulich wie in „Vaiana“ wurde mit dem Klischee selten gebrochen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase war übrigens auch der Zwergofant sehr angetan von der idyllischen und geheimnisvollen Inselwelt samt ihrer Bewohner – und allen voran der Abenteurerin Vaiana.

Fazit

Das Zappelinchen hat „Vaiana“ heute bereits zum dritten Mal gesehen und hat in jeder Szene mitgefiebert, mitgelacht oder mitgesungen. Ein größeres Lob kann man dem Film wohl nicht aussprechen. Auch ich bin erneut wirklich begeistert und kann mir nur vorstellen, dass der Film in seiner Originalfassung noch eine Spur gelungener ist. Die 10 Punkte sind in greifbarer Nähe: 9/10 Punkte.

Alita: Battle Angel (2019)

Gestern hat sich für uns Eltern spontan ein freier Abend ergeben. Diese Gelegenheit haben wir natürlich sofort am Schopf gepackt und sind zum ersten Mal seit knapp einem Jahr ins Kino gegangen. Die Wahl ist auf „Alita: Battle Angel“ gefallen, der bei mir früher als James Camerons Traumprojekt durchaus auf dem Schirm war. Seit bekannt wurde, dass Cameron nicht die Regie übernehmen wird, habe ich das Thema nicht mehr weiter verfolgt. Ob sich der spontane Kinobesuch gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Alita: Battle Angel (2019) | © Twentieth Century Fox

Alita: Battle Angel (2019) | © Twentieth Century Fox

„Ghost in the Shell“ trifft auf „Rollerball“

Da sich die Gelegenheit für den Kinobesuch so spontan ergeben hat, habe ich im Vorfeld nicht einmal den Trailer des Films gesehen. Ein paar Stimmen, die ich auf Twitter mitbekommen habe, waren durchaus positiv und ich liebe Sci-Fi-Filme, die große Welten aufmachen. Nicht von ungefähr erinnert „Alita: Battle Angel“ ein wenig an die letzte große Anime- bzw. Manga-Verfilmung „Ghost in the Shell“, die eine ähnliche Thematik hat und ebenfalls mit großem Budget von einem westlichen Studio umgesetzt wurde. Dabei macht die von Robert Rodriguez inszenierte Adaption deutlich weniger philosophische Fragen auf und betont klar die beinahe schon phantastischen Aspekte dieser zukünftigen Welt. Auch die Action kommt nicht zu kurz, was sich speziell in den Sportsequenzen rund um Motorball manifestiert, welche doch sehr an „Rollerball“ erinnern.

Neben der vielfältigen Action, ist der Film in seiner ersten Hälfte erstaunlich ruhig inszeniert und legt einen großen Fokus auf die Beziehung zwischen Alita und ihrem Ziehvater Dr. Ido (Christoph Waltz in einer für ihn ungewohnten Rolle). Wir Zuschauer lernen diese unbekannte Welt durch Alitas große Augen kennen. Der von ihr erlebte Sense-of-Wonder überträgt sich dabei 1:1 auf uns Zuschauer. Zumindest mir ging es so und ich kann guten Gewissens behaupten, dass mich schon lange kein neuer Film mehr so intensiv in seine Welt gezogen hat. Die 122 Minuten sind wie im Flug vergangen und ich war danach hungrig nach mehr. Perfekter Eskapismus.

CGI auf dem nächsten Level

Auch wenn James Cameron die Regie an Robert Rodriguez übertragen hat, so hat er vermutlich das technische Zepter nicht ganz aus Hand gegeben. Die Welt von Iron City wird großartig und extrem lebendig dargestellt. Auch wenn viele Charaktere Cyborgs sind oder zumindest biomechanische Erweiterungen besitzen, so wirken sie doch nicht wie CGI-Figuren. Besonders fällt dies natürlich bei Alita auf bzw. eben auch nicht, denn dieser sehr menschliche CGI-Charakter ist trotz der großen Augen und des mechanischen Körpers einfach eine echte Person. Kein Uncanny-Valley-Effekt, kein seltsam unwirkliches Gefühl. Alita ist ein echter Charakter. Für mich der nächste Schritt in Sachen CGI, denn im Gegensatz zu Gollum und Co. ist Alita sehr nahe an einer menschlichen Figur dran – und dennoch absolut glaubhaft. Die hohe Qualität trifft übrigens auch auf die toll gestaltete Umgebung und die anderen Charaktere zu. Ein wahrer Augenschmaus.

Fazit

Auch wenn „Alita: Battle Angel“ vielleicht keine hohe Kinokunst ist, so hat mich doch schon lange kein aktueller Film mehr so begeistert. Ich würde gerne noch tiefer in diese Welt eintauchen und überlege mir sogar, den Manga zu lesen. Ich hoffe, Cameron und Rodriguez schaffen es die Fortsetzung in kürzerer Zeit umzusetzen, als sie für diesen ersten Teil der Adaption benötigt haben. Für solche Filme gehe ich gerne ins Kino. Ein echtes Erlebnis: 8/10 Punkte.

Jurassic World: Das gefallene Königreich – OT: Jurassic World: Fallen Kingdom (2018)

Heute habe ich endlich „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ nachgeholt. Kaum zu glauben, dass inzwischen selbst die Fortsetzungen meiner liebsten Filmreihen lange ungesehen im Regal stehen. Ob das der momentan überwältigenden Konkurrenz, der knappen Zeit oder der abnehmenden Qualität geschuldet ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) | Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

B-Movie-Drehbuch mit Big-Budget-Umsetzung

Auf „Jurassic World“ war ich damals so heiß, dass ich ihn sogar im Kino gesehen habe. Zwar wurde ich gut unterhalten, doch so ganz wollte der Funke nicht überspringen. Bei der Wiederholungssichtung im Heimkino war ich dagegen recht angetan. Nun also die erste Fortsetzung des soften Reboots. Der Trailer hat mich damals ziemlich enttäuscht, doch auf Regisseur J.A. Bayona halte ich nach „Das Waisenhaus“, „The Impossible“ und „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ziemlich große Stücke. Vielleicht kann aus „Jurassic World: Fallen Kingdom“ doch mehr werden als die zu erahnende Handlung vermuten lässt?

Leider kann auch die stimmungsvolle Inszenierung J.A. Bayonas den Film nicht vor seinem hanebüchenen Drehbuch retten. Vor 20 Jahren wäre so etwas mit Gummipuppen und Udo Kier als Bösewicht im Direct-to-Video-Regal verramscht worden. Wirklich unfassbar, wie wenig Mühe in die Geschichte und die Charaktere geflossen ist. Dabei hat der Film durchaus ein paar tolle Ansätze, doch gehen diese im viel zu vollgestopften und unausgegorenen Skript völlig unter. Puh. Das hat kaum noch etwas mit dem Original-Franchise zu tun und selbst der strukturelle Aufbau, der sich natürlich an „The Lost World: Jurassic Park“ orientiert, wirkt in seiner repetitiven und zwanghaft modernisierten Art und Weise selbst wie ein missglückter Klon der Vorlage.

Dino-Grusel trifft auf das Ende der Welt

Speziell die erste Stunde hat mich mit ihrer Formelhaftigkeit, die sich oftmals an die bestehenden Filme anbiedert, gelangweilt. Danach wird es interessanter, doch mag die zwanghaft neuartige Inszenierung als Gruselfilm nicht wirklich zum Franchise passen. Der Ausblick auf Endzeit mit Dinos weckt dagegen die Lust auf einen weiteren Teil. Dann aber bitte mit einem besseren Drehbuch. Ohne noch mehr Gen-Monster oder Gen-Töchter. Dafür mit mehr Charakteren und einem Gefühl für die Stimmung der bisherigen Filmreihe, denn diese wird hier leider so gut wie nie getroffen.

Fazit

Leider hat mich „Jurassic World: Fallen Kingdom“ doch ziemlich enttäuscht. Er hatte ein paar unterhaltsame Actionszenen und Ideen, aber oftmals wirkte die Geschichte einfach daneben. Letztendlich bleibt ein absolut durchschnittlicher Monsterfilm übrig, was für einen Film dieses Kalibers leider nicht als Lob zu verstehen ist: 5/10 Punkte.

Avengers: Infinity War (2018)

Ich habe es endlich getan. Nachdem die Filmwelt bereits vor einem Jahr über Marvels „Avengers: Infinity War“ ausgeflippt ist, habe ich das große Finale (oder zumindest den ersten Teil davon) auch endlich gesehen. Ob der Film wirklich so diskussionswürdig ist, wie es teils den Anschein hatte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Marvel dreht den Bombast einfach mal auf 11

Wow, es ist wirklich beeindruckend, was die Russo-Brüder (zuletzt verantwortlich für „Captain America: Civil War“) hier auf die Beine gestellt haben. Dabei meine ich weder die bombastische Action, noch das ach so schockierende Finale. Nein, ich spreche davon, dass wirklich alle bisherigen Charaktere des Marvel Cinematic Universe (MCU) ihren großen Auftritt haben und keiner wirklich zu kurz zu kommen scheint. Natürlich werden Schwerpunkte gesetzt, doch insgesamt empfand ich diesen Aspekt als sehr ausgewogen. Ebenso gut hat mir Thanos als Bösewicht gefallen. Nach den Trailern hatte ich eher vermutet, dass er ein wenig lächerlich wirkt, doch er war für mich bisher mit der stärkste Bösewicht des MCU.

Am besten hat mir die erste Hälfte des Films gefallen, da hier das Abenteuer im Vordergrund stand, wohingegen „Avengers: Infinity War“ in seiner zweiten Hälfte – welch eine Überraschung! – eher zum reinen Spektakel verkommt. All das ist zwar wunderbar unterhaltsam inszeniert, wirkt in seiner Geballtheit aber fast ein wenig ermüdend. Außerdem: Hatten wir nicht erst einen Kampf vor den Toren Wakandas?

Das schockierende Finale… (Spoiler)

…ist überhaupt nicht schockierend. Schließlich befinden wir uns in einer Comic-Welt, in der andauernd Helden sterben und zurückkehren. Das Auflösen in CGI-Partikel hat auf mich zudem weit weniger emotional gewirkt, als wenn ganz einfach ein echter Körper zurückgeblieben wäre. Da hatte ich mir tatsächlich mehr Dramatik erwartet. So wirkt alles doch sehr nach: „Wir drehen im nächsten Film noch einmal an der Zeitschraube und alles ist wieder wie davor. Zauberei!“ Ich finde das nicht weiter schlimm (wie gesagt befinden wir uns in einer Comic-Welt), aber entsprach das tatsächliche Finale für mich nicht der überzogenen Fan-Reaktion. Vermutlich hätte ich es besser wissen müssen. Perfektes Marvel-Marketing eben.

Fazit

Ja, „Avengers: Infinity War“ ist tatsächlich ein bombastisches Filmvergnügen und ein beeindruckender Blockbuster. Er zählt für mich auch zu den gelungensten Filmen des Franchises, doch einen wirklich besonderen Stellenwert besitzt er für mich nicht. Extrem unterhaltsam (unfassbar, wie schnell die zweieinhalb Stunden vergangen sind), aber letztendlich doch nur ein weiteres, typisches Marvel-Vehikel: 8/10 Punkte.

Black Panther (2018)

Die erste Arbeitswoche im neuen Jahr ist äußerst turbulent an mir vorbeigezogen. Abends wollte ich nur noch aufs Sofa und einen Film schauen. Mit „Black Panther“ haben wir uns nach „Thor: Ragnarok“ für den nächsten Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) entschieden…

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Ganz anders und doch die typische Formel

Nach dem Film habe ich noch spontan eine Eisbar in der Nachbarschaft besucht, weshalb ich meine Gedanken zum Film noch ein wenig sammeln konnte. Ob sie nun klarer sind als davor, sei einmal dahingestellt. Der große Hype, den „Black Panther“ erfahren hat, ist in meinen Augen tatsächlich gerechtfertigt. Es ist bemerkenswert, hier einen schwarzen Superhelden zu sehen. Und nicht nur einen Superhelden, nein, die gezeigte Welt wirkt wie die Antithese des typischen Hollywood-Films: Der gesamte Cast ist schwarz, die Themen ebenso und der Sidekick? Der ist weiß. Natürlich besteht die Gefahr, dass man den Film nur darauf reduziert. Wie man es auch dreht und wendet, man kann diese Besonderheit nicht ignorieren und „Black Panther“ wirkt dadurch zeitgemäßer und einfach besonders.

In der ersten Hälfte erinnert „Black Panther“ beinahe an einen „James Bond“-Film: Es gibt eine ausführliche Erklärung der Sonderausstattung, eine Mission in einem Nachtclub und eine Actionsequenz im Auto. Selbst der Bösewicht Ulysses Klaue (toll gespielt von Andy Serkis) wirkt in seiner Übertriebenheit wie der typische Schurke. In der zweiten Hälfte kippt der Film jedoch und die Themen werden einerseits ernster und relevanter, die Action dagegen auch austauschbarer. Eine Art „Game of Thrones“ im Marvel-Universum. Das macht alles Sinn, war letztendlich aber wieder generischer, als es der Einstieg in diese Welt hätte vermuten lassen. Es kämpft ein goldener Black Panther gegen einen silbernen. Wie in „Iron Man“ oder „The Incredible Hulk“. Typisch Marvel eben. Action um der Action willen.

Fazit

Ich mochte Wakanda sehr. Auch die Charaktere und die Geschichte hatten es mir angetan. Ich verstehe die Bedeutung des Films und möchte ihn dafür würdigen. Leider jedoch ist der Rest zu generisch und geht in recht eintöniger Action und einem schon etliche Male gesehenem Finale unter. Insgesamt eben doch nur erwartbar gute Marvel-Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

Weiter geht es mit dem Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem vor zwei Tagen „Spider-Man: Homecoming“ auf dem Programm stand, folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ heute der chronologische Nachfolger. Vom Trailer war ich damals genervt, doch Taika Waititi und gute Besprechungen haben mir Hoffnung gemacht. Wo sollte sich der Film in meiner Gunst letztendlich platzieren?

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

What We Do on Other Planets

Wow, Marvel hat das Humor-Level doch glatt auf 11 gedreht. Im Gegensatz zu den direkten Vorgängern „Thor“ und „Thor: The Dark World“ fühlt sich „Thor: Ragnarok“ eher wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ an. Auch die vielen Fantasy- und Sci-Fi-Elemente tragen zu diesem Effekt bei. Die Erde spielt fast keine Rolle und Waititi darf sich auf den fremden Welten so richtig austoben. Der Humor funktioniert gerade in der ersten Hälfte des Films fantastisch und ich habe Lust bekommen, noch einmal Waititis „What We Do in the Shadows“ zu sehen. Einfach herrlich!

In der zweiten Hälfte nimmt die Action zu und auch die Geschichte wird weiter vorangetrieben. Der Film wirkt dadurch generischer und auch viel näher an der typischen MCU-Formel dran, als noch in den absurderen Momenten davor. Selbst wenn „Thor: Ragnarok“ nur wenig Handlung bietet, so ist das doch gerade seine Stärke. Denn, wenn wir einmal ehrlich sind, verlaufen alle Superhelden-Filme doch ohnehin nach dem gleichen Schema. Der differenzierende Faktor sind die Charaktere und in diesem Fall eben der Humor. Diese Mischung funktioniert gar ausgezeichnet und sorgt für äußerst unterhaltsame zwei Stunden.

Fazit

Es freut mich, dass Taika Waititi dem MCU, zumindest in weiten Teilen, seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit gehört „Thor: Ragnarok“ für mich auch zu den Highlights des Franchises. Nachdem James Gunn von Disney gefeuert wurde, ist hier der letzte Regisseur am Start, der eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Mal sehen, ob er das MCU auch weiterhin positiv beeinflussen kann: 8/10 Punkte.

Spider-Man: Homecoming (2017)

Nach einem recht entspannten zweiten Feiertag, an dem ich hauptsächlich mit der Einrichtung der neuen Xbox gekämpft habe, stand abends natürlich auch ein Film auf dem Programm. Die Wahl ist auf „Spider-Man: Homecoming“ gefallen, sprich nach meiner Sichtung von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ im Januar, kehre ich beinahe ein Jahr später zum Marvel Cinematic Universe (MCU) zurück…

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft #3

Ja, mit Spider-Man habe ich schon die eine oder andere Stunde verbracht. Tatsächlich war es auch der erste Superheld, der mich an das damals fast noch verpönte Genre glauben ließ. Die Rede ist hier natürlich von Sam Raimis „Spider-Man“, der mit dem zweiten Teil seinen Höhepunkt erreichte, welcher für mich bis heute zu den besten Superhelden-Filmen überhaupt zählt. Um das erste Reboot „The Amazing Spider-Man“ hatte ich lange einen großen Bogen gemacht, doch letztendlich bot auch dieses sehr unterhaltsames Action-Kino. Nun also schon der dritte Auftritt der freundlichen Spinne. Dieses Mal ganz offiziell innerhalb des MCU. Auch mit dieser Sichtung habe ich mir Zeit gelassen und welcher Zeitpunkt könnte besser gewählt sein, als der parallele Kinostart von „Into the Spider-Verse“, einer weiteren Iteration dieses Superhelden?

Natürlich haben wir Tom Holland als Spider-Man bereits in „Captain America: Civil War“ kennengelernt. Bereits dort hatte er mir gut gefallen und dieser positive Eindruck bestätigt sich auch in „Spider-Man: Homecoming“. Die Szenen, die nur ihn beim Bekämpfen der Kleinkriminellen in Queens zeigen, sind großartig. Auch mochte ich die ganz bewusst an John Hughes angelehnten Highschool-Szenen. Coming-of-Age und Superhelden-Film in perfekter Kombination. Die Szenen mit Tony Stark dagegen fühlten sich für mich zu sehr nach Schema F an. Zwar ist die Action hier, wie immer bei Marvel, fast schon zu perfekt inszeniert, aber man hat das inzwischen eben doch schon tausendmal gesehen.

Fazit

Insgesamt hat mir die Eingliederung von Spider-Man in das MCU ziemlich gut gefallen. Leider jedoch wirkt die Mischung auf mich etwas unausgegoren und ich hätte gerne mehr Zeit mit Peter Parker als Spider-Man und weniger mit Peter Parker als Möchtegern-Avenger verbracht. Dennoch freue ich mich auf weitere Auftritte dieser freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft: 7/10 Punkte.