A Star Is Born (2018)

Während unseres Urlaubs haben wir regelmäßig das Musikspiel Hitster gespielt und der Song „Shallow“ kam zur großen Begeisterung des Zappelinchens an die Reihe. Sie liebt dieses Lied und da wir „A Star Is Born“ noch nicht gesehen hatten, habe ich noch im Urlaub kurzerhand die Blu-ray bestellt. Da der Zwergofant heute bei seiner Patin übernachtet, war dies eine gute Gelegenheit, den Film einzulegen… 🎸🎹

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

Ein packende Drama mit fantastischer Musik

Ich muss sagen, dass ich die vorhergehenden drei(!) Verfilmungen des gleichen Stoffs  sowie das Original noch nicht gesehen habe. Auch Bradley Coopers Adaption hat es nur aufgrund von „Shallow“ in unser Programm geschafft. Dennoch war ich sehr gespannt darauf und hätte zu Beginn nicht erwartet, wie sehr mich „A Star Is Born“ packen sollte. Zunächst einmal hat Bradley Cooper den Film nicht nur inszeniert und produziert, nein er spielt auch noch die männliche Hauptrolle. Sehr beeindruckend. Ihm zur Seite steht Lady Gaga, die ich bisher nur von ihren Pop-Songs kenne und die hier wirklich eine herausragende Schauspielleistung bietet. Ansonsten hat es mich sehr gefreut, Sam Elliot und Andrew Dice Clay in weiteren Rollen zu sehen. Neben all den fantastischen Schauspieler:innen spielt die Musik die Hauptrolle. Gerade „Shallow“ ist schon wirklich ein großartiger Song, der auch bei mir Gänsehaut auslöst.

Inhaltlich bekommen wir eine recht typische Geschichte über Aufstieg und Fall in der Musikindustrie zu sehen. Die Liebesgeschichte zwischen Jackson Maine (Bradley Cooper) und Ally Campana (Lady Gaga) wirkt authentisch und auf schmerzhafte Art und Weise nachvollziehbar. Ich habe einige Besprechungen gelesen, in denen die Beziehung als unfassbar toxisch angeprangert und der gesamte Film deshalb verdammt wird, doch das finde ich zu kurz gegriffen. Ja, Jackson verhält sich toxisch und Ally wird teils in die Rolle der Retterin gedrängt, doch sind die Figuren und ihre Beziehung zueinander komplexer als nur dieser Aspekt. Es entsteht eine ungesunde gegenseitige Abhängigkeit, welche leider nicht zum Happy End führt und, aufgrund der  Geister der Vergangenheit und der Drogen, auch nicht führen kann. Das Finale wirkt gerade deshalb umso stärker nach.

Fazit

„A Star Is Born“ erzählt zwar keine sonderlich originelle Geschichte, doch wie Bradley Cooper sie inszeniert und wie stark er sich in sie einbringt (er spielt und singt selbst nach monatelangem Training), ist absolut beeindruckend. Auch wenn einige tolle Songs in dem Film vorkommen, so sticht „Shallow“ doch eindeutig heraus. Das Zappelinchen war begeistert und wir drei saßen nach dem Film geplättet auf dem Sofa: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: hat bei seiner Patin übernachtet.)

Die Odyssee – OT: The Odyssey (2026)

Ich habe beschlossen, meine letzten Urlaubstage noch zu genießen und jeden Tag etwas Besonderes zu unternehmen. Denn zuletzt haben mich meine eigenen Gedanken schon wieder in den Wahnsinn getrieben. Also habe ich heute kurzerhand beschlossen, mir „Die Odyssee“ im Kino anzuschauen. Der Zwergofant war sofort Feuer und Flamme, wenngleich der Rest der Familie eher verhalten reagiert hat. Also sind wir zu zweit ins Kino aufgebrochen und haben davor noch etwas bei meiner Mama vorbeigefahren. Wie uns Christopher Nolans Epos gefallen hat? 🐴

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Bildgewaltiges Fantasy-Kino im Historiengewand

Ich war erstaunt, wie präsent mir „Die Odyssee“ als Geschichte doch war. Homers Original habe ich vermutlich nie gelesen, doch waren mir Nacherzählungen in Comic-Form und anderen popkulturellen Erzeugnissen bekannt. Ich hatte alle Aufgaben Odysseus‘ parat und auch die Rahmenhandlung kam mir wieder in den Kopf. Auch Wolfgang Petersens „Troja“ habe ich natürlich gesehen. Insofern konnte mir diese Interpretation von „Die Odyssee“ inhaltlich nichts Neues bieten. Spannend ist auch eher, wie Christopher Nolan Homers Werk umgesetzt hat. Gerade das IMAX-Format war natürlich in aller Munde. Auch ich hätte den Film gerne auf einer solchen Leinwand gesehen, doch letztendlich hat auch das 2,39:1-Bild der digitalen Aufführung wunderbar funktioniert. Im IMAX haben die Bilder aber bestimmt noch mächtiger gewirkt. Überhaupt beschreibt das Wort mächtig den Film schon ganz gut: Er wirkt mächtig und teils auch erdrückend. Danach waren wir erst einmal platt und in den Kinosessel gedrückt. Ein gutes Gefühl oder doch eher nicht?

Sind die IMAX-Kameras nur ein teures Gimmick?

Tatsächlich hat uns der Film und seine mächtige Wucht wirklich gut gefallen. Trotz knapp drei Stunden Laufzeit, kam mir „Die Odyssee“ eher kurz vor. Wie so oft bei Nolan ist der Film nicht chronologisch erzählt, sondern springt in den Zeitebenen hin und her. Das hat die doch recht formelhafte Aufgabensammlung des Odysseus recht gut aufgebrochen. Mochte ich. Auch inszenatorisch ist „Die Odyssee“ schon meisterhaft, zumindest solange einem klar ist, dass man es hier mit Fantasy-Kino und keinem Historienstreifen zu tun hat. Und die IMAX-Kameras? „Die Odyssee“ hat durch diese auf jeden Fall einen besonderen Look. Ich jedoch hätte teils gerne mehr Tiefenschärfe gehabt. Und mehr Weitwinkel. In den schlimmsten Szenen hat mich die geringe Schärfenebene an „Army of the Dead“ erinnert (bewusste Übertreibung) und ich wäre teils wirklich lieber nicht ganz so nahe am Geschehen dran gewesen. Aber es war Nolans Entscheidung so zu drehen und der Film hat dadurch etwas Besonderes, was im IMAX vermutlich noch mehr zur Geltung kommt.

Auch die Schauspieler:innen fand ich allesamt gelungen besetzt. Allen voran Matt Damon, der seine Sache wirklich fantastisch macht. Witzig fand ich nach „Spider-Man: Brand New Day“ das erneute Aufeinandertreffen von Tom Holland und Jon Bernthal. Auch der restliche Cast ist wunderbar und reflektiert eher den Fantasy-Kino-Aspekt als das lose umherflatternde Historiengewand. Selbst emotional hat mich „Die Odyssee“ an der einen oder anderen Stelle gepackt und ich fand Nolans nüchterne Inszenierung von Odysseus Aufgaben sehr spannend. Nicht unbedingt so, wie ich es umgesetzt hätte, aber auf jeden Fall spannend und typisch für Nolan.

Fazit

Ich bin wirklich froh, es noch zu „Die Odyssee“ ins Kino geschafft zu haben. Der Film hat mich durchaus begeistert und ich fand vieles an ihm sehr beeindruckend. Der Zwergofant war noch begeisterter als ich und hatte eine richtig gute Zeit. Ich glaube, er ist nun auf den Geschmack für großes Schlachtenkino gekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Wertung im Originalton und eventuell 16:9-Vollbild, sollte es das auf die 4K Ultra HD Blu-ray schaffen, noch einen Punkt nach oben schnellt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte kein Interesse an dem Film; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

22 Bahnen (2025)

Heute stand ein besonderer Filmabend auf dem Programm. Das Zappelinchen hatte Frau bullion den Film „22 Bahnen“ auf Blu-ray zum Geburtstag geschenkt und mit einem Drei-Gänge-Menü (siehe Foto unten) verknüpft. Heute sollte es endlich soweit sein und entsprechend stand das Zappelinchen den Großteil des Tages in der Küche, um Essen und Snacks vorzubereiten. Der Zwergofant hat ihr dabei geholfen und nach dem mehr als leckeren Essen haben wir alle uns gemeinsam den Film angeschaut. Wie uns dieser gefallen hat? 🏊‍♀️

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

Eine wirklich gelungene Romanverfilmung

Frau bullion mochte Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ sehr gerne. Entsprechend war sie auf die Verfilmung gespannt. Das Zappelinchen hat das Buch in der Schule gelesen und dort auch bereits den Film gesehen. Nur der Zwergofant und ich hatten noch keine Berührungspunkte mit der Geschichte bzw. wusste ich bereits worum es geht und mir waren auch einige der lauteren Kritikpunkte bekannt. Die Handlung ist eher schwermütig und zeigt die Herausforderungen einer jungen Frau, die sich um ihre jüngere Schwester kümmern muss, weil ihre Mutter Alkoholikerin ist. Weiterhin gilt es einen Schicksalsschlag aus der Vergangenheit zu verarbeiten und eine Perspektive für die eigene Zukunft zu finden. Der Titel „22 Bahnen“ hat den Ursprung in der einzigen freien Zeit, die unsere Protagonistin während des Tages hat.

Auch wenn der Film keine bahnbrechende (Wortspiel unbeabsichtigt) Geschichte erzählt, so mochte ich ihn doch wirklich sehr gerne. Sowohl die stimmungsvolle Inszenierung als auch das Schauspiel, allen voran Luna Wedler als Tilda. Inhaltlich wird die Darstellung von Armut oft kritisiert, was für mich kein großer Punkt war. Armut wird im Film eigentlich nicht so sehr zum Thema gemacht. Der Alkoholismus der Mutter und die daraus resultierende Verantwortung, die Tilda übernehmen muss, steht im Zentrum der Geschichte. Hier ist bei Weitem nicht alles elegant oder perfekt erzählt, doch für mich hat die emotionale Kraft der Geschichte dennoch funktioniert. Vielleicht war ich auch einfach nur platt vom vielen, leckeren Essen:

Fazit

Sowohl den Kennerinnen der Vorlage als auch den Nichtkennern hat „22 Bahnen“ sehr gut gefallen. Das Buch scheint ausführlicher und noch packender zu sein, doch für mich hat auch die Verfilmung wirklich gut funktioniert. Inhaltlich vielleicht zu einfach gedacht, doch emotional haben mich die fantastischen Schauspielleistungen und die durchdachte Inszenierung auf jeden Fall abgeholt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Toy Story 5 (2026)

Nachdem wir momentan nicht so recht planen können, habe ich erst heute Morgen recht spontan Kinokarten für „Toy Story 5“ gekauft. Der Zwergofant wollte den Film ohnehin sehen und auch ich habe mich darauf gefreut. Da auch meine Mama heute einen guten Tag hatte, und der Rest der Familie ausgeflogen war, sind wir zu dritt ins Kino gegangen. In eine Kindervorstellung am Nachmittag. Warum das durchaus lohnenswert war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐎

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Mit drei Generationen zu „Toy Story 5“ ins Kino

Normalerweise hätte ich die Nachmittagsvorstellung gemieden, doch es war gar nicht so schlimm. Natürlich waren die jungen Zuschauer:innen etwas laut, aber auch nicht nerviger als ein lautes Erwachsenenpublikum. So saßen wir nun also zu dritt in der Kindervorstellung von „Toy Story 5“ mit einer Altersspanne von 13 bis 80 Jahren. Das Schöne dabei war: Jeder von uns hatte Spaß mit dem Film. Meine Mama hatte bisher noch keinen Teil der Reihe gesehen, doch wir hatten ihr davor einen kurzen Abriss gegeben. „Toy Story 5“ funktioniert durchaus auch für sich genommen. In Teilen bestimmt schlechter, in anderen aber auch bestimmt besser, denn Andrew Stantons Fortsetzung wirkt in manchem Momenten eher schon wie ein Best-of der bisherigen Filme. Sowohl was Action-Szenen als auch was Emotionen angeht.

Mit Lilypad als Versinnbildlichung des Vormarschs digitaler Spielzeuge greift „Toy Story 5“ ein durchaus relevantes Thema auf und erweitert die Welt sinnvoll. Das hat mir besser gefallen als beim direkten Vorgänger. Dennoch wird der Konflikt zwischen klassischem Spielzeug bzw. der digitalen Welt bisweilen schon eher platt dargestellt. Gerade Bonnie fand ich zu passiv und fast schon negativ gezeichnet. Natürlich hat das die Geschichte einfacher gemacht, aber mehr Nuancen hätte mir besser gefallen. Auch die Buzz-Lightyear-Armee hätte ich nicht gebraucht. Das hat mich zu sehr an „Toy Story 2“ erinnert, war damals jedoch charmanter inszeniert. Das Ende ist dann auch übertrieben glatt. Insgesamt hatte ich ein ähnliches Gefühl wie bei „Toy Story 4“: Ich hatte Spaß mit dieser Fortsetzung, doch nötig war sie nicht. Die Magie der Andy-Trilogie hat gefehlt und doch bin ich froh, den Film in dieser Konstellation im Kino gesehen zu haben. Spaß für drei Generationen. Das schaffen auch nicht alle Filme. Hier mein aktuelles Ranking der bisherigen „Toy Story“-Filme:

  1. „Toy Story 3“ (2010) | 10/10 Punkte
  2. „Toy Story 2“ (1999) | 10/10 Punkte
  3. „Toy Story“ (1995) | 10/10 Punkte
  4. „Toy Story 5“ (2026) | 8/10 Punkte
  5. „Toy Story 4“ (2019) | 8/10 Punkte

Der Kinobesuch hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt:

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „Toy Story 5“ mit zwei meiner liebsten Menschen im Kino zu sehen. Das gemeinsame Erlebnis wertet den Film für mich unbedingt auf. Doch auch für sich genommen erzählt er eine sehenswerte Geschichte. Nötig wäre diese nicht unbedingt gewesen, doch macht Disney/Pixar wohl das Beste draus. Ich mochte die neuen Figuren und habe mich über den Jessie-Fokus gefreut. Vielleicht nicht der Sommerblockbuster, aber allemal sehenswerte Unterhaltung: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Schwimmbad; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Spider-Man: No Way Home (2021)

Heute war die Vorfreude auf den Filmabend sehr groß. Schon den ganzen Tag redete der Zwergofant davon, endlich „Spider-Man: No Way Home“ sehen zu wollen. Da wir morgen sehr früh aufstehen müssen, wollten wir nicht zu spät anfangen und waren beinahe pünktlich um 19:00 Uhr vor dem Fernseher. Es ist schon toll, wenn Filme solch ein Ereignis sind. Ob der dritte Spider-Man-Film mit Tom Holland die an ihn gestellten Erwartungen auch erfüllen konnte? 🕷️🕷️🕷️

Spider-Man: No Way Home (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: No Way Home (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ins Multiversum des sympathischen Fanservice

Damals war der Hype um „Spider-Man: No Way Home“ enorm. Spoiler drangen schnell nach draußen und uns war im Vorfeld natürlich klar, worum es gehen sollte. Falls man es damals ohne diese Informationen ins Kino geschafft hatte, war das bestimmt ein unglaubliches Erlebnis. Doch auch mit Vorkenntnis der Ereignisse sollten wir gut unterhalten werden. Für mich persönlich war es jedoch nicht das große popkulturelle Ereignis, das ich vielleicht erwartet hatte. Die Zusammenführung der ikonischen Bösewichte samt der drei Spider-Man-Varianten wirkte auf mich ein wenig wie hochwertig produzierte Fanfiction. Das soll nicht abwertend klingen, doch war die gesamte Geschichte schon ziemlich konstruiert und auch so manche Interaktion wirkte so geschrieben, dass sich Fans darüber freuen. Fanservice eben.

Ich liebe Sam Raimis erste „Spider-Man“-Trilogie und davon speziell den zweiten Teil. Auch „The Amazing Spider-Man“ hatte durchaus Aspekte, die ich sehr mochte. Nun alle zusammen zu sehen? Das war wirklich ein großer Spaß! Was jedoch die eigentliche Geschichte rund um den MCU-Peter-Parker angeht, so fand ich „Spider-Man: Far From Home“ fast noch interessanter. Somit reiht sich auch „Spider-Man: No Way Home“ in die unfassbar unterhaltsame Tom-Holland-Reihe ein. Er ist jedoch nicht so überragend bahnbrechend, wie ich im Vorfeld teils gelesen hatte. Das macht ihn jedoch nicht weniger unterhaltsam und ich hatte wirklich viel Spaß mit dem Film. Da juckt es mich fast in den Fingern, „Spider-Man: Brand New Day“ einen Besuch im Kino abzustatten, auch wenn wir mit dem MCU noch weit nicht dort angekommen sind.

Fazit

„Spider-Man: No Way Home“ ist ein extrem unterhaltsamer Film, der sich in den schwächsten Momentan anfühlt wie Fanfiction, die als Fanservice umgesetzt wurde. In seinen stärksten Szenen ist er unfassbar unterhaltsam, witzig und besitzt viel Herz. Die Kinder schätzen das recht ähnlich ein und ich bin nun gespannt, wie es mit dem MCU weitergeht. Dann gerne auch wieder mit nur einer freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Bloodline – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Nachdem ich zuletzt eher kürzere Dramaserien geschaut hatte, und die zweite Staffel von „Fallout“ für mich leider eine kleine Enttäuschung war, hatte ich Lust auf eine längere und abgeschlossene Serie. Dabei ist mir „Bloodline“ eingefallen, eine der Prestigeserien, die damals zum Deutschlandstart von Netflix in den Medien waren. Also sind wir über die letzten Wochen zu den Florida Keys abgetaucht… 🏝️

Bloodline | © Netflix

Bloodline | © Netflix

Ich liebe ausschweifend erzählte Familienserien. Speziell „Parenthood“ und „This Is Us“ haben es mir angetan. Auch „Brothers & Sisters“ konnte mich überzeugen und „Bloodline“ sollte eben auch eine Familienserie sein. Während der ersten Staffel konnte die Serie ihr Versprechen auch einlösen, doch danach hat sie sich leider in Thriller-Wirrungen verloren. Ob sich all das dennoch lohnt? Das könnt ihr in den folgenden Besprechungen der einzelnen Staffeln lesen:

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Younger – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Nach der kurzlebigen Serie „English Teacher“ war ich auf der Suche nach einer neuen Half-Hour-Comedy bzw. Dramedy. Da die neue Staffel von „Abbott Elementary“ noch nicht komplett verfügbar war, bin ich kurzerhand zu Netflix abgebogen, wo ich auf  die Serie „Younger“ gestoßen bin. Eine abgeschlossene Dramedy mit sieben Staffeln? Da wollte ich doch mal einen Blick riskieren… 📚

Younger | © TV Land

Younger | © TV Land

Während der ersten paar Episoden der ersten Staffel, wollte ich eigentlich schon wieder ausschalten. Zu viel Seifenoper. Aber genau dieser Aspekt hat mich bzw. uns dann doch am Ball gehalten und letztendlich haben wir die 84 Episoden der sieben Staffeln innerhalb von nur drei Monaten durchgesuchtet. Selbst im Urlaub auf dem Tablet haben wir ein paar Folgen geschaut, obwohl ich das sonst nie mache. Die Serie ist am ehesten wohl eine Workplace-Dramedy im Verlagsgeschäft mit starkem Romantik-Fokus. Die seichteste Unterhaltung, die man sich vorstellen kann, welche dennoch ein paar relevante Themen (Altersdiskriminierung, Sexismus usw.) behandelt. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mich die Serie so hookt:

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Eternals (2021)

Heute war endlich einmal wieder gutes Wetter, weshalb wir den Tag größtenteils draußen verbracht haben. Natürlich war ich eine Runde laufen, dann habe ich ungefähr fünf Tonnen rasengemäht (teils hätte ich eine Machete brauchen können) und war noch am Skatepark. Sogar mein Buch konnte ich danach noch fertig lesen. Trotz all dem haben wir uns abends noch für „Eternals“ vor dem Fernseher versammelt. Ein MCU-Film, der eigentlich nirgends gut wegkommt. Wie er uns gefallen hat? 🏛️

Eternals (2021) | © Walt Disney

Eternals (2021) | © Walt Disney

Trotz Götter-Action angenehm bodenständig

Nach „Black Widow“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ war ich fast schon etwas müde, ob der stets gleichen Marvel-Formel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich beide Filme schon kannte. Nun also „Eternals“ und damit eine Gruppe von Göttern, sprich zehn(!) neue Figuren. Puh, das kann ja etwas werden. Regisseurin Chloé Zhao gelingt das Unglaubliche und sie schafft es innerhalb von zweieinhalb Stunden, uns die neuen Held:innen ans Herz wachsen zu lassen (plus noch ein paar menschliche Figuren), eine komplett neue Mythologie zu erklären, existenzielle Fragen aufzuwerfen und nebenbei noch ein paar imposante Actionszenen zu inszenieren. Das alleine ist schon ein Kunststück, doch dass dies alles noch wunderbar ineinandergreift und funktioniert? Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

„Eternals“ ist kunterbunt besetzt, von Hollywood-Starts, wie Angelina Jolie oder Salma Hayek (witzigerweise erst gestern in „The Faculty“ gesehen), über prominente Serien-Schauspieler, wie Richard Madden oder Kit Harington (beide bekannt aus „Game of Thrones“) sowie Comedy-Schauspielern, wie Kumail Nanjiani (Dinesh aus „Silicon Valley“) oder Brian Tyree Henry (Alfred aus „Atlanta“), der Cast ist unfassbar. Am meisten hat mir wohl gefallen, dass Chloé Zhaos sich nicht einfach an die typische MCU-Formel klammert, sondern sich viel Zeit für ihre Figuren nimmt, wild durch die Zeit springt und Bilder auch einfach mal stehen lässt. Selbst die Actionszenen wirken geerdet, da die Kamera nicht stets um die Figuren kreist, sondern auf Augenhöhe bleibt. Die Verknüpfung zum restlichen MCU ist dabei eher lose und die Geschichte kann für sich alleine stehen. Diese wird mir bestimmt auch länger im Gedächtnis bleiben als viele andere aus dem Marvel-Kosmos. Chapeau, Frau Zhao.

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir „Eternals“ ausgesprochen gut gefallen. Noch spannender fand ich, dass es den Kindern ganz genauso ging. Obwohl es plötzlich viele neue Figuren gab und keine bekannten Held:innen Gastauftritte hatten. Es wurde sofort die Frage nach einem zweiten Teil laut, doch diesen wird es ja wohl leider nicht geben. Schade drum, denn „Eternals“ tut der Phase 4 des MCU qualitativ richtig gut: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Faculty: Trau keinem Lehrer! – OT: The Faculty (1998)

Da es heute in Strömen regnet, habe ich den Zwergofanten mit dem Auto vom Karate-Training abgeholt. Auf dem Rückweg schnappten wir uns noch etwas zu essen. Falafel war leider aus, also gab es nur zwei Döner für die Kids. Da Frau bullion ausgeflogen war, haben wir heute nicht mit dem MCU weitergemacht. Dafür habe ich die Kinder mit „The Faculty“ wieder mehr an meine Jugend und das Horror-Genre herangeführt. Wie das allen Beteiligten gefallen hat? 🧑‍🏫

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

Die Körperfresser an der High School

Schon wenn während einer der ersten Szenen „The Kids Aren’t Alright“ von The Offspring erklingt, fühlte ich mich so sehr in meine Jugend zurückversetzt, dass ich fast etwas nostalgisch wurde. „The Faculty“ ist eben komplett ein Werk dieser Zeit. Kurz nach „Scream“, ebenso von Kevin Williamson geschrieben und von Robert Rodriguez teils schön eklig inszeniert. Ein wahre Freude! Eine solche ist auch der Cast, denn es tummeln sich viele große Stars der späten 1990er und frühen 2000er Jahre: Elijah Wood (Frodo aus „Der Herr der Ringe“), Josh Hartnett (u.a. „Sin City“), Famke Janssen (u.a. die „X-Men“-Filme), Robert Patrick (T-1000 aus „Terminator 2“), Salma Hayek (u.a. „From Dusk Till Dawn“) Jon Stewart(!), Usher(?) und viele mehr. Aus heutiger Sicht eine beeindruckende und wilde Mischung, die wunderbar funktioniert.

Inhaltlich übersetzt Kevin Williamson die typische Körperfresser-Geschichte in eine High School. Das macht er mit solch einem Augenzwinkern, dass es eine wahre Freude ist. Hier bleibt kein Klischee aus und wird im besten Falle noch gebrochen. Robert Rodriguez inszeniert all das mit hohem Tempo und einem Gespür für seine Figuren. Auch die Actionszenen machen viel her. Kaum zu glauben, dass er zuletzt die teils vermurkste Action in „The Book of Boba Fett“ inszeniert hat. Gerade die Paranoia zwischen den High-School-Kids wird wunderbar eingefangen und es macht Spaß mit der ungleichen Gruppe unterwegs zu sein. Die Effekte sind zwar offensichtlich, doch besser gealtert, als ich dies in Erinnerung hatte. Und dass Rodriguez am Ende auf einen typischen Horrorfilm-Twist verzichtet, rechne ich ihm hoch an.

Fazit

Ich hatte wieder enorm viel Spaß mit „The Faculty“. Genau meine Zeit, genau mein Ding. Die Kinder fanden den Film nicht zu gruselig oder hart (da waren sie durch „Stranger Things“ schon gut vorbereitet), nur etwas eklig. Ansonsten mochten sie die Geschichte und speziell das High-School-Setting. Kann man sich auch nach knapp 30 Jahren immer noch sehr gut anschauen. Wer hätte das gedacht? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) (WS2)

Das Zappelinchen ist heute Abend bei einer Freundin, Geburtstag feiern. Nachdem ich mit dem Zwergofanten vom Karate-Training zurück war, und wir Pizza gegessen hatten, gab es mit „Cliffhanger“ noch einen späten Filmabend. Nach unserem Urlaub in den Bergen hatten ich wieder Lust auf diesen Film. Zudem wollten wir ohnehin einmal testen, ob der Zwergofant, nach ersten Härten im Rahmen von „Stranger Things“, auch bereit für mehr filmische Gewalt ist. Wie das funktioniert hat? 🧗🏻

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Ein irrwitziges Kletterabenteuer mit viel Action

Seit ich dieses Blog betreibe, ist das bereits meine dritte Sichtung von „Cliffhanger“. Die letzte liegt schon knapp 15 Jahre zurück. Auch der Film selbst hat bereits 33 Jahre auf dem Buckel. Von diesen stand er 20 Jahre lang auf dem Index. Inzwischen ist Renny Harlins Action-Kracher ab 16 Jahren freigegeben. Da ich den Film bereits sehr gut kenne, hatte ich bereits vermutet, dass auch der Zwergofant ihn mit dreizehneinhalb Jahren verkraften kann. Quasi die nächste Steigerung nach „James Bond“ und „Indiana Jones“. Dennoch habe ich im Vorfeld mit ihm über den gesteigerten Gewaltgrad gesprochen und es war klar, dass wir jederzeit abbrechen können. Aber was erzähle ich da? Auch ich habe damals zu früh 16er Filme gesehen, die ich niemals abgebrochen hätte und von denen ich ihm dennoch nicht jeden zumuten würde. Ich denke da nur an „Das Schweigen der Lämmer“, den ich eindeutig zu früh gesehen habe. Soviel zu den Rahmenbedingungen der Sichtung und nun endlich zum Film selbst:

Ich liebe Renny Harlins Actionfilme. Seine Werke wirken stets handgemacht und echt, auch wenn ich weiß, dass gerade in „Cliffhanger“ viel innovative Computertechnik eingesetzt wurde. Echte Schauplätze und fantastische Schauspieler machen für mich diesen Film aus. Ich habe erstmals die 4K-Restaurierung (allerdings nur auf Blu-ray) gesehen und der Film hat auch heute noch beeindruckende Bilder zu bieten. Einzig ein paar Studioaufnahmen gegen Ende fallen negativ auf. Dieser Umstand schmälert den Unterhaltungswert allerdings nicht, denn die Hatz durch die Berge ist ein großer Spaß, was auch an Sylvester Stallone, noch mehr aber an John Lithgow liegt, dessen Eric Qualen einer der besten Bösewichte des 80er/90er Actionkinos ist. Ein immer noch herrlich unterhaltsamer Film. Was sagt der Zwergofant? Wir haben ein paar Mal über die Gewalt des Films gesprochen, doch er ist sehr gut mit damit klargekommen. Die Figuren und die Jagd durch die Berge waren für ihn die dominierenderen Elemente.

Fazit

Auch heute noch macht mir „Cliffhanger“ unglaublich viel Spaß. Definitiv einer meiner liebsten Stallone-Filme. Der Schauplatz in den Bergen, John Lithgow als Bösewicht und das persönliche Drama zwischen den Figuren, all das überzeugt mich doch jedes Mal. Kann ich mir alle paar Jahre wunderbar anschauen. Nach diesem erfolgreichen Experiment sehe ich schon Sichtungen von „True Lies“ und „Stirb langsam“ in nicht allzu ferner Zukunft auf uns zukommen. Ein weiterer Kracher von Renny Harlin: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 8/10 Punkte.)