Eternals (2021)

Heute war endlich einmal wieder gutes Wetter, weshalb wir den Tag größtenteils draußen verbracht haben. Natürlich war ich eine Runde laufen, dann habe ich ungefähr fünf Tonnen rasengemäht (teils hätte ich eine Machete brauchen können) und war noch am Skatepark. Sogar mein Buch konnte ich danach noch fertig lesen. Trotz all dem haben wir uns abends noch für „Eternals“ vor dem Fernseher versammelt. Ein MCU-Film, der eigentlich nirgends gut wegkommt. Wie er uns gefallen hat? 🏛️

Eternals (2021) | © Walt Disney

Eternals (2021) | © Walt Disney

Trotz Götter-Action angenehm bodenständig

Nach „Black Widow“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ war ich fast schon etwas müde, ob der stets gleichen Marvel-Formel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich beide Filme schon kannte. Nun also „Eternals“ und damit eine Gruppe von Göttern, sprich zehn(!) neue Figuren. Puh, das kann ja etwas werden. Regisseurin Chloé Zhao gelingt das Unglaubliche und sie schafft es innerhalb von zweieinhalb Stunden, uns die neuen Held:innen ans Herz wachsen zu lassen (plus noch ein paar menschliche Figuren), eine komplett neue Mythologie zu erklären, existenzielle Fragen aufzuwerfen und nebenbei noch ein paar imposante Actionszenen zu inszenieren. Das alleine ist schon ein Kunststück, doch dass dies alles noch wunderbar ineinandergreift und funktioniert? Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

„Eternals“ ist kunterbunt besetzt, von Hollywood-Starts, wie Angelina Jolie oder Salma Hayek (witzigerweise erst gestern in „The Faculty“ gesehen), über prominente Serien-Schauspieler, wie Richard Madden oder Kit Harington (beide bekannt aus „Game of Thrones“) sowie Comedy-Schauspielern, wie Kumail Nanjiani (Dinesh aus „Silicon Valley“) oder Brian Tyree Henry (Alfred aus „Atlanta“), der Cast ist unfassbar. Am meisten hat mir wohl gefallen, dass Chloé Zhaos sich nicht einfach an die typische MCU-Formel klammert, sondern sich viel Zeit für ihre Figuren nimmt, wild durch die Zeit springt und Bilder auch einfach mal stehen lässt. Selbst die Actionszenen wirken geerdet, da die Kamera nicht stets um die Figuren kreist, sondern auf Augenhöhe bleibt. Die Verknüpfung zum restlichen MCU ist dabei eher lose und die Geschichte kann für sich alleine stehen. Diese wird mir bestimmt auch länger im Gedächtnis bleiben als viele andere aus dem Marvel-Kosmos. Chapeau, Frau Zhao.

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir „Eternals“ ausgesprochen gut gefallen. Noch spannender fand ich, dass es den Kindern ganz genauso ging. Obwohl es plötzlich viele neue Figuren gab und keine bekannten Held:innen Gastauftritte hatten. Es wurde sofort die Frage nach einem zweiten Teil laut, doch diesen wird es ja wohl leider nicht geben. Schade drum, denn „Eternals“ tut der Phase 4 des MCU qualitativ richtig gut: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Faculty: Trau keinem Lehrer! – OT: The Faculty (1998)

Da es heute in Strömen regnet, habe ich den Zwergofanten mit dem Auto vom Karate-Training abgeholt. Auf dem Rückweg schnappten wir uns noch etwas zu essen. Falafel war leider aus, also gab es nur zwei Döner für die Kids. Da Frau bullion ausgeflogen war, haben wir heute nicht mit dem MCU weitergemacht. Dafür habe ich die Kinder mit „The Faculty“ wieder mehr an meine Jugend und das Horror-Genre herangeführt. Wie das allen Beteiligten gefallen hat? 🧑‍🏫

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

Die Körperfresser an der High School

Schon wenn während einer der ersten Szenen „The Kids Aren’t Alright“ von The Offspring erklingt, fühlte ich mich so sehr in meine Jugend zurückversetzt, dass ich fast etwas nostalgisch wurde. „The Faculty“ ist eben komplett ein Werk dieser Zeit. Kurz nach „Scream“, ebenso von Kevin Williamson geschrieben und von Robert Rodriguez teils schön eklig inszeniert. Ein wahre Freude! Eine solche ist auch der Cast, denn es tummeln sich viele große Stars der späten 1990er und frühen 2000er Jahre: Elijah Wood (Frodo aus „Der Herr der Ringe“), Josh Hartnett (u.a. „Sin City“), Famke Janssen (u.a. die „X-Men“-Filme), Robert Patrick (T-1000 aus „Terminator 2“), Salma Hayek (u.a. „From Dusk Till Dawn“) Jon Stewart(!), Usher(?) und viele mehr. Aus heutiger Sicht eine beeindruckende und wilde Mischung, die wunderbar funktioniert.

Inhaltlich übersetzt Kevin Williamson die typische Körperfresser-Geschichte in eine High School. Das macht er mit solch einem Augenzwinkern, dass es eine wahre Freude ist. Hier bleibt kein Klischee aus und wird im besten Falle noch gebrochen. Robert Rodriguez inszeniert all das mit hohem Tempo und einem Gespür für seine Figuren. Auch die Actionszenen machen viel her. Kaum zu glauben, dass er zuletzt die teils vermurkste Action in „The Book of Boba Fett“ inszeniert hat. Gerade die Paranoia zwischen den High-School-Kids wird wunderbar eingefangen und es macht Spaß mit der ungleichen Gruppe unterwegs zu sein. Die Effekte sind zwar offensichtlich, doch besser gealtert, als ich dies in Erinnerung hatte. Und dass Rodriguez am Ende auf einen typischen Horrorfilm-Twist verzichtet, rechne ich ihm hoch an.

Fazit

Ich hatte wieder enorm viel Spaß mit „The Faculty“. Genau meine Zeit, genau mein Ding. Die Kinder fanden den Film nicht zu gruselig oder hart (da waren sie durch „Stranger Things“ schon gut vorbereitet), nur etwas eklig. Ansonsten mochten sie die Geschichte und speziell das High-School-Setting. Kann man sich auch nach knapp 30 Jahren immer noch sehr gut anschauen. Wer hätte das gedacht? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) (WS2)

Das Zappelinchen ist heute Abend bei einer Freundin, Geburtstag feiern. Nachdem ich mit dem Zwergofanten vom Karate-Training zurück war, und wir Pizza gegessen hatten, gab es mit „Cliffhanger“ noch einen späten Filmabend. Nach unserem Urlaub in den Bergen hatten ich wieder Lust auf diesen Film. Zudem wollten wir ohnehin einmal testen, ob der Zwergofant, nach ersten Härten im Rahmen von „Stranger Things“, auch bereit für mehr filmische Gewalt ist. Wie das funktioniert hat? 🧗🏻

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Ein irrwitziges Kletterabenteuer mit viel Action

Seit ich dieses Blog betreibe, ist das bereits meine dritte Sichtung von „Cliffhanger“. Die letzte liegt schon knapp 15 Jahre zurück. Auch der Film selbst hat bereits 33 Jahre auf dem Buckel. Von diesen stand er 20 Jahre lang auf dem Index. Inzwischen ist Renny Harlins Action-Kracher ab 16 Jahren freigegeben. Da ich den Film bereits sehr gut kenne, hatte ich bereits vermutet, dass auch der Zwergofant ihn mit dreizehneinhalb Jahren verkraften kann. Quasi die nächste Steigerung nach „James Bond“ und „Indiana Jones“. Dennoch habe ich im Vorfeld mit ihm über den gesteigerten Gewaltgrad gesprochen und es war klar, dass wir jederzeit abbrechen können. Aber was erzähle ich da? Auch ich habe damals zu früh 16er Filme gesehen, die ich niemals abgebrochen hätte und von denen ich ihm dennoch nicht jeden zumuten würde. Ich denke da nur an „Das Schweigen der Lämmer“, den ich eindeutig zu früh gesehen habe. Soviel zu den Rahmenbedingungen der Sichtung und nun endlich zum Film selbst:

Ich liebe Renny Harlins Actionfilme. Seine Werke wirken stets handgemacht und echt, auch wenn ich weiß, dass gerade in „Cliffhanger“ viel innovative Computertechnik eingesetzt wurde. Echte Schauplätze und fantastische Schauspieler machen für mich diesen Film aus. Ich habe erstmals die 4K-Restaurierung (allerdings nur auf Blu-ray) gesehen und der Film hat auch heute noch beeindruckende Bilder zu bieten. Einzig ein paar Studioaufnahmen gegen Ende fallen negativ auf. Dieser Umstand schmälert den Unterhaltungswert allerdings nicht, denn die Hatz durch die Berge ist ein großer Spaß, was auch an Sylvester Stallone, noch mehr aber an John Lithgow liegt, dessen Eric Qualen einer der besten Bösewichte des 80er/90er Actionkinos ist. Ein immer noch herrlich unterhaltsamer Film. Was sagt der Zwergofant? Wir haben ein paar Mal über die Gewalt des Films gesprochen, doch er ist sehr gut mit damit klargekommen. Die Figuren und die Jagd durch die Berge waren für ihn die dominierenderen Elemente.

Fazit

Auch heute noch macht mir „Cliffhanger“ unglaublich viel Spaß. Definitiv einer meiner liebsten Stallone-Filme. Der Schauplatz in den Bergen, John Lithgow als Bösewicht und das persönliche Drama zwischen den Figuren, all das überzeugt mich doch jedes Mal. Kann ich mir alle paar Jahre wunderbar anschauen. Nach diesem erfolgreichen Experiment sehe ich schon Sichtungen von „True Lies“ und „Stirb langsam“ in nicht allzu ferner Zukunft auf uns zukommen. Ein weiterer Kracher von Renny Harlin: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Glennkill: Ein Schafskrimi – OT: The Sheep Detectives (2026)

Wir waren wieder einmal im Kino. Eigentlich hätte ich mir diesen Film nicht unbedingt für eine Kinovorstellung ausgesucht, doch war die Altersspanne von 13 bis 80 Jahren recht groß und auf „Glennkill: Ein Schafskrimi“ konnten sich alle einigen. Nachmittags haben wir also meine Mama abgeholt und sind mit ihr zum Kino spaziert. Danach sind wir noch lecker essen gegangen und es war ein rundum schöner Tag mit viel nötiger Ablenkung. Ob auch der Film dazu beigetragen hat? 🐑

Glennkill: Ein Schafskrimi (2026) | © Sony Pictures

Glennkill: Ein Schafskrimi (2026) | © Sony Pictures

Mehr mäh als meh: Tierisch gute Unterhaltung

Vom Trailer war ich durchaus recht angetan. Großartige Unterhaltung hatte ich mir allerdings nicht erwartet. Frau bullion hat die Vorlage irgendwann um 2006 gelesen und fand das Buch nett. An viel konnte sie sich allerdings nicht mehr erinnern. Es ist wohl ein gutes Zeichen, wenn sich mit einer Verfilmung so viel Zeit gelassen wird. Der Hype ist vorbei und das schnelle Geld ist wohl nicht mehr der entscheidende Faktor. Für mich kam die Verfilmung von „Glennkill: Ein Schafskrimi“ auch ziemlich aus dem Nichts, zumal es eine große, internationale Produktion ist und das Buch in deutscher Sprache verfasst wurde. Andererseits: Hugh Jackman und sprechende Schafe? Was kann da schon schief gehen? Tatsächlich erstaunlich wenig.

Ich mochte den Humor in „Glennkill: Ein Schafskrimi“ wirklich sehr gerne. Das Timing stimmt einfach und wir mussten mehrfach laut lachen. Ob es hilft, dass Regisseur Kyle Balda aus dem Animationsbereich (u.a. „Ich: Einfach unverbesserlich 3“) kommt? Auf jeden Fall war ich positiv überrascht, wie gut die Geschichte durchkomponiert ist und wie wenig mich die sprechenden Schafe gestört haben. Trotz viel CGI wirken die idyllischen Schauplätze erstaunlich echt und greifbar. Auch die menschlichen Figuren harmonieren wunderbar mit ihren tierischen Gegenstücken. Neben dem Humor können auch die emotionalen Aspekte überzeugen und ich musste teils ganz schön schlucken. Der Kriminalfall dagegen ist recht klischeehaft, was aber Teil des Konzepts ist. Da hat sich Drehbuchautor Craig Mazin (u.a. „The Last of Us“) einmal von seiner leichteren Seite gezeigt. Insgesamt ein tolles Kinoerlebnis:

Fazit

Wir alle fünf hatten wirklich enorm viel Spaß mit „Glennkill: Ein Schafskrimi“. Das hatte ich zuvor nicht erwartet. Man sollte einfach viel häufiger ins Kino gehen und nicht nur Filme schauen, die man dort unbedingt sehen will. Eigentlich hätte ich auch lieber die Originalfassung gesehen, doch auch die Synchro macht mit Anke Engelke und Bastian Pastewka in den tierischen Hauptrollen sehr viel Spaß. Ein rundum gelungener Kinospaß: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Das Glück hat acht Arme – OT: Remarkably Bright Creatures (2026)

Nach der heutigen Radtour waren der Zwergofant und ich abends recht platt. Folglich hatten wir uns auf einen Filmabend gefreut, besonders da der letzte schon einen ganzen Monat zurückliegt. Eigentlich wollten wir mit dem MCU weitermachen, doch Frau bullion hatte sich „Das Glück hat acht Arme“ gewünscht, der recht aktuell auf Netflix erschienen ist. Auch mir hatte der Trailer recht gut gefallen und somit waren wir uns alle schnell einig… 🦑

Das Glück hat acht Arme (2026) | © Netflix

Das Glück hat acht Arme (2026) | © Netflix

Eine herzerwärmende Geschichte mit tollen Stars

Die Vorlage von Shelby Van Pelt hat von uns niemand gelesen, allerdings hat Frau bullion das Buch neulich verschenkt. Den Trailer von „Das Glück hat acht Arme“ hatte ich vor ein paar Monaten entdeckt und sofort ein Gefühl dafür, um was für eine Art von Film es sich dabei handelt. Mein Gefühl sollte sich auch bewahrheiten, denn Olivia Newmans Drama läuft genauso ab, wie man es erwarten würde. Die Regisseurin konnte mich bereits mit der Adaption „Der Gesang der Flusskrebse“ begeistern und auch „Das Glück hat acht Arme“ sollte mich nicht enttäuschen. Die Geschichte selbst ist tatsächlich sehr vorhersehbar und den Twist hatten selbst die Kinder vorzeitig erraten. Aber das macht nichts, denn der Film lebt in erster Linie von seinen Figuren und deren Schauspieler:innen.

Speziell Sally Field sehe ich immer wieder extrem gerne. Nicht umsonst ist sie für mich eine der besten Schauspielerinnen überhaupt. Inzwischen ist sie 79 Jahre alt und schafft es spielend, die weibliche Hauptfigur mit Tiefe, Humor und Tragik zu verkörpern. Auch Lewis Pullman, Sohn von Bill Pullman (u.a. „Independence Day“), spielt den männlichen Gegenpart famos. Mit Colm Meaney in einer sehenswerten Nebenrolle und Alfred Molina (ja, Doctor Octopus aus „Spider-Man 2“) als Stimme der Riesenkrake ist der Cast perfekt. Auch der Schauplatz wurde wunderbar gewählt und trägt zur stimmungsvollen Geschichte bei. Einfach ein schöner, kleiner Film mit interessantem Aufhänger. Schön, dass es sowas auch mal wieder gibt.

Fazit

Die Verfilmung „Das Glück hat acht Arme“ behandelt das Thema Trauerbewältigung auf sympathische Art und Weise. Durch den Twist wirkt alles am Ende etwas dick aufgetragen, doch ich hatte so etwas schon erwartet. Getragen wird die Geschichte von ihren famosen Schauspieler:innen und dem bilderbuchartigen Schauplatz. Hat mir wirklich gut gefallen. Manchmal braucht es eben ein großes Happy End: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Shang-High Noon – OT: Shanghai Noon (2000)

Schon der zweite Tag in Folge, den ich komplett draußen verbracht habe. Herrlich! Da es abends noch zu kalt zum draußen Sitzen war, haben wir uns mit „Shang-High Noon“ noch einen Film angeschaut. Seit „Karate Kid“ und „Rush Hour“ ist Jackie Chan den Kindern ein Begriff und da ich die Westernkomödie früher sehr gerne mochte, war die Wahl schnell gefallen. Wie uns allen der Film heute gefallen hat? 🤠

Shang-High Noon (2000) | © Buena Vista Pictures / Filmjuwelen

Shang-High Noon (2000) | © Buena Vista Pictures / Filmjuwelen

Wenn Eastern auf Western trifft

„Shang-High Noon“ gehört zu jenen Filmen, die ich damals auf DVD rauf und runter gesehen habe. Ich weiß gar nicht mehr genau wieso. Vielleicht weil die Sammlung damals noch kleiner war und es einfach ein Wohlfühlfilm ist? Auf jeden Fall konnte ich mich noch an viele Szenen und Handlungselemente erinnern. Manches davon wirkt aus heutiger Sicht etwas angestaubt (besonders die Musik abseits des Scores), doch im Großen und Ganzen funktioniert „Shang-High Noon“ immer noch sehr gut. Dies liegt zu 99% an Jackie Chan und Owen Wilson, die wirklich eine fantastische Chemie besitzen. Wenn ich alleine an die Szene im Waschzuber denke oder die erste gemeinsame Kampfszene im Saloon, dann ist das einfach ein großer Spaß.

Die Handlung selbst ist ziemlich nach Schema F erzählt, doch das macht nichts. Mit Lucy Liu und Walton Goggins (u.a. bekannt aus „Fallout“) sind auch die Nebenrollen top besetzt und es macht unglaublich viel Spaß, dem Wildwest-Abenteuer mit Eastern-Einschlag beizuwohnen. Die Kämpfe sind abermals famos choreografiert, wirken aber leider etwas zerschnitten. Dennoch wunderbare Kampfkunst mit einem bestens aufgelegten Jackie Chan. Owen Wilson trägt mindestens ebenso viel zum Film bei, denn sein Roy O’Bannen hat so manch herrlichen Spruch auf den Lippen. Zudem wirkt „Shang-High Noon“, speziell heute, wunderbar handgemacht und es gibt viele schöne und ruhige Kameraeinstellungen.

Fazit

Ich hatte heute wieder viel Spaß mit „Shang-High Noon“ und auch die Kinder waren angetan. Umso schöner, dass es mit „Shanghai Knights“ noch einen zweiten Teil gibt. Auch wenn ich den Film nun nicht wieder regelmäßig einlegen werde, möchte ich mit meiner Wertung jedoch auch die unzähligen, bereits vergangenen Sichtungen würdigen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Mid90s (2018) (WS1)

Ein langer Tag geht zu Ende. Nach der Arbeit habe ich gegen 16 Uhr noch den Rasen gemäht, dann bin ich mit dem Zwergofanten zum Karate-Training geradelt und war noch 5 km spazieren, während ich mit meiner Mama telefoniert habe. Danach sind wir wieder nach Hause geradelt, wo eine frisch gelieferte Pizza auf uns wartete. Eigentlich war es schon zu spät für einen Film, doch der Zwergofant wollte unbedingt noch einen schauen. Da er momentan oft zum Skatepark skaten geht, habe ich u.a. „Mid90s“ vorgeschlagen, für den er sich letztendlich auch entschieden hat. 🛹

Mid90s (2018) | © Alive

Mid90s (2018) | © Alive

Mehr Stimmungszeitkapsel als narrativer Film

Schon nach den ersten paar Minuten war ich am Zweifeln, ob „Mid90s“ denn die richtige Wahl war. Die Sprache ist schon wirklich derb (wir haben den Film auf Englisch geschaut). Das hatte ich fast schon wieder vergessen. Aber es gehört auch irgendwie zu dieser Zeit. Wie in meiner ersten Besprechung des Films geschrieben, hatte ich damals auch Kontakte zur Skater-Szene, wenngleich diese in Deutschland, und gerade bei uns in der Provinz, natürlich nicht so ausgeprägt war. Musik, Klamotten und auch Gehabe kamen mir deshalb erneut sehr bekannt vor. Überhaupt gelingt es Jonah Hill ziemlich famos, ein Gefühl für diese Subkultur einzufangen. Die formale Präsentation in körnigen 4:3-Bildern trägt ihren Teil dazu bei. Dieser Aspekt von „Mid90s“ hat auch heute wieder tadellos für mich funktioniert.

Inhaltlich hatte ich bereits bei der letzten Sichtung die Formelhaftigkeit beklagt, welche mir heute beinahe noch stärker aufgefallen ist. Überraschungen sind nicht zu erwarten und auch keine emotionalen Tiefschläge, wie im nur audiovisuell verwandten „Kids“ von Larry Clark. Jonah Hill setzt auf Nostalgie und Verklärung und ist inhaltlich damit diametral gegensätzlich zu Clarks Schocker. Aber das ist auch okay so, denn man kann „Mid90s“ deshalb als reinen Unterhaltungsfilm betrachten, der ein wenig unter seinen stereotypen Figuren leidet, aber insgesamt doch ein wunderbar knackiger Ausflug in die Skater-Szene der mittleren 1990er Jahre ist.

Fazit

Mir hat „Mid90s“ auch heute wieder viel Spaß gemacht. Der Zwergofant war etwas schockiert über die Ausdrucksweise unserer Skater, hatte aber sehr viel Spaß an den tatsächlich imposanten Skate-Szenen. Besonders Na-Kel Smith, der Ray spielt, ist mir positiv aufgefallen. Immer noch kein perfekter Film, doch ein knackiges Portrait einer Zeit, die für mich heute vertraut und doch unglaublich fern wirkt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf Austausch in Lettland; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Last Night in Soho (2021)

Nach einem Tag, den ich ich komplett draußen verbracht habe (Rasenmähen und etwas auf der Terrasse lesen) habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Der Zwergofant hatte seine Cousins zum „James Bond“-Schauen eingeladen, weshalb ich für Frau bullion, das Zappelinchen und mich „Last Night in Soho“ ausgesucht habe. Edgar Wrights Thriller stand schon lange auf meiner Liste und heute war es endlich soweit. 👗

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Gefangen zwischen brillant und plump erzählt

Ich liebe Edgar Wrights Filme. Und seine Serie „Spaced“, die letztendlich die Blaupause für seine Cornetto-Trilogie war. Mit „Baby Driver“ konnte ich dagegen nicht so viel anfangen. Der Film hatte mich leider ziemlich kalt gelassen. Umso gespannter war ich also, was Wright aus einem ernsthaften Thriller-Stoff macht. Während der ersten Stunde hatte mich „Last Night in Soho“ komplett für sich eingenommen. Ich war mit Eloise (fantastisch gespielt von Thomasin McKenzie) auf der Reise und konnte mich wunderbar mit ihr identifizieren. Schon früh lässt der Film die Bedrohung durch Männer in den Vordergrund treten. In vielen kleinen Szenen, wie z.B. der Taxifahrt oder den unangenehm sexuell aufgeladenen Begegnungen im Wohnheim. Damit ist „Last Night in Soho“ aktueller denn je und ich war gespannt, wohin uns die Reise durchs nächtliche Soho führt. Zunächst einmal in die 1960er Jahre.

„Last Night in Soho“ besitzt eine fantastische Komponente: Eloise begegnet in ihren Träumen Sandie (ebenfalls großartig gespielt von Anya Taylor-Joy), welche zu Beginn all das zu verkörpern scheint, das Eloise verwehrt bleibt. Quasi „Lippels Traum“ in düster. Ab der Hälfte des Films wird „Last Night in Soho“ sehr plakativ und fast schon plump in seiner Aussage. Die Bilder sind weiterhin stark und Edgar Wright inszeniert die unausweichliche Bedrohung gekonnt. Inhaltlich mochte ich gerade die Entwicklung im letzten Drittel nicht so gerne: Ist Eloises Wahrnehmung nur so stark, weil sie an einer psychischen Erkrankung leidet? Nein, Männer verhalten sich einfach bedrohlich und übergriffig. Auch der finale Twist untergräbt die starke Botschaft des Films in meinen Augen etwas. Es gibt eine Szene, in denen die Männer als reine Opfer gezeigt werden, was mich für einen kurzen Moment wirklich geärgert hat. Glücklicherweise dreht Wright den Ausgang der Szene noch. Mit einem schlüssigeren und ja, auch konsequenteren Finale, hätte „Last Night in Soho“ ein herausragender Film werden können. So entscheide ich mich, ihn dennoch als meisterhaft inszenierten Thriller zu sehen, mit dessen inhaltlicher Ausrichtung ich nicht immer komplett einverstanden war. Muss ich aber auch nicht, denn am Ende verbleibt ein extrem spannender Psycho-Thriller mit interessanter Prämisse und tollen Figuren.

Fazit

Mir hat „Last Night in Soho“ wirklich viel Spaß gemacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich ihn beim zweiten Mal noch mehr genießen kann, da ich den Ausgang der Geschichte schon kenne. Auch meinen beiden Mitschauerinnen hat der Film sehr gut gefallen. Definitiv sehenswert. Edgar Wright kann also auch Thriller: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: hat mit seinen Cousins „James Bond 007: Spectre“ geschaut)

Zoomania 2 – OT: Zootopia 2 (2025)

Nach einem recht entspannten und verregnetem Samstag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, ging es schon recht früh aufs Sofa. Alle waren platt, besonders das Zappelinchen, das einen langen Tag bei einer BRK-Fortbildung hinter sich hatte. Die Wahl für den Filmabend fiel auf „Zoomania 2“, den wir schon gerne im Kino gesehen hätten. Seit gestern läuft der Film auch auf Disney+, so dass wir ihn endlich nachholen konnten… 🐰🦊🐍

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Eine charmante und actionreiche Fortsetzung

Der erste Teil von „Zoomania“ hat bei mir etwas gebraucht, um zu zünden. Bei der ersten Sichtung fand ich ihn nur ganz nett, doch bei der zweiten mit den Kindern war ich schon ziemlich begeistert. Bereits damals hatte ich angekündigt, die Fortsetzung unbedingt im Kino sehen zu wollen. Hat leider nicht geklappt. Dennoch haben wir uns sehr auf die heutige Sichtung gefreut. Und was soll ich sagen? „Zoomania 2“ konnte unsere Erwartungen voll und ganz erfüllen. Es ist kaum zu glauben, dass inzwischen zehn Jahre zwischen den beiden Filmen liegen. Es wirkt nicht so. Inhaltlich setzt die Fortsetzung ziemlich genau nach dem ersten Teil an und konzentriert sich dabei vorerst auf die Beziehung zwischen Judy Hops und Nick Wilde. Das fand ich einen schönen Einstieg, noch bevor der große Fall dieser Geschichte aufgerollt wird.

Beeindruckend ist erneut, wie viel es in den einzelnen Bildern zu entdecken gibt: Teils müsste man einzelne Szenen wirklich pausieren, um jeden visuellen Gag mitzunehmen. Die Welt von Zootopia wirkt einfach lebendig und ich fand es famos, in neue Biotope zu reisen. Speziell die Marsh-Market-Szene fand ich großartig! Auch der zweite Teil lebt von seinen visuellen Einfällen und der teils hanebüchenen Action. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Kriminalfall an sich ist durchaus spannend und interessant, aber nur wenig überraschend und sehr kindgerecht erzählt. Also genau so, wie es bei solch einem Film sein muss. Ich hatte wirklich viel Spaß mit all dem und würde mir einen dritten Teil auch gerne noch anschauen. Ein solcher wird in der Post-Credit-Szene direkt angedeutet und bei dem Erfolg von „Zoomania 2“ ist es nur eine Frage der Zeit.

Fazit

Wir alle hatten wirklich viel Spaß mit „Zoomania 2“. Ein Kinobesuch hätte sich auf jeden Fall gelohnt, doch auch zu Hause kann man viel Spaß mit Hops & Wilde haben. Die Kinder, und speziell das Zappelinchen, waren extrem begeistert und das ist schließlich alles, was man sich von einem Familienfilmabend wünschen kann. Extrem kurzweilige Unterhaltung mit schöner Botschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

English Teacher – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 2)

Ich habe einmal wieder eine kurzlebige Comedy-Serie geschaut. Da „Abbott Elementary“ momentan in der Pause ist, bin ich dem Lehrbetrieb treu geblieben und habe „English Teacher“ ins Programm geholt. Mit einer Lehrerin als Frau waren die Chancen hoch, dass Interesse am Setting vorhanden ist. So war es letztendlich auch. Was uns inhaltlich erwarten sollte, wussten wir zuvor jedoch nicht… 🏳️‍🌈

English Teacher | © FX

English Teacher | © FX

Im Zentrum der Serie steht der schwule Englischlehrer Evan Marquez, der von Brian Jordan Alvarez verkörpert wird (ebenfalls Showrunner der Serie). Als ich mich während der Sichtung der zweiten Staffel darüber informierte, warum die Serie danach abgesetzt wurde, stieß ich auf Artikel um einen sexuellen Übergriff des Schauspielers und Autors. Die Geschichte ist reichlich absurd. In vielerlei Hinsicht. Von der Freundin des Opfers, die in dieser Serie dennoch eine der Hauptrollen spielt, bis zur seltsamen Vermischung von Realität und Fiktion. Ich möchte mir an dieser Stelle kein Urteil darüber erlauben und versuche die Serie deshalb möglichst losgelöst von all dem zu bewerten:

Weiterlesen