Paddington (2014)

Nachdem ich heute morgen recht lange Schnee geschaufelt habe, hatte ich mich am Nachmittag auf das erste Schlittenfahren des Jahres gefreut. Leider hat es dann jedoch geregnet und der Plan ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser gefallen. Also habe ich die Kids gepackt und wir haben den Nachmittag zu dritt im Hallenbad verbracht. Als wäre das noch nicht genug gewesen, wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Trotz Forderung der Fortsetzung unserer „Asterix“-Reihe, haben wir uns letztendlich auf „Paddington“ geeinigt. Ob das eine gute Wahl wahr, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Ist „Paddington“ der perfekte Kinderfilm?

Ich muss zugeben, dass ich – von ein paar typischen Illustrationen einmal abgesehen – bisher noch keinen Berührungspunkt mit „Paddington“ hatte. Da ich aber so viel Gutes über den Film gehört hatte, wollte ich ihn unbedingt sehen. Am besten natürlich mit der ganzen Familie. Der Zwergofant war leider nur am Anfang dabei. Das Erdbeben samt Tod des Onkels war zuviel für ihn. Er ist bei so etwas immer noch unglaublich sensibel und hat den restlichen Film lieber aus sicherer Distanz („Papa, was ist jetzt passiert?“) verfolgt. Das Zappelinchen dagegen war voll dabei und hat den Bären samt Ersatzfamilie sofort ins Herz geschlossen. Genauso ging es auch meiner Frau und mir. Gerade Paddingtons herrlich mutige, naive und tollpatschige Natur ist wahrlich großartig getroffen.

Neben Paddington selbst, weiß vor allem Familie Brown zu überzeugen. Die Mutter wird von Sally Hawkins gespielt und nach „The Shape of Water“ ist sie mir bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit sehr positiv aufgefallen. Übrigens gibt es in beiden Filmen ein irrwitzig überschwemmtes Badezimmer. Das jedoch nur am Rande. Ein weiterer Star ist die detailreiche und liebevolle Ausstattung des Films. Es wurden bereits Vergleiche zu Wes Anderson gezogen, was ich durchaus nachvollziehen kann. „Paddington“ hat aber mehr Herz und wirkt weit weniger artifiziell. Dennoch hat Paul King sein Werk wunderbar kunstvoll inszeniert, wodurch er sich zweifellos von anderen Kinderfilmen abhebt.

Fazit

„Paddington“ ist wahrlich ein wundervolles Filmerlebnis für die (fast) komplette Familie. Einzig Nicole Kidmans Bösewichtin empfand ich als etwas zu klischeehaft. Das hat dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch getan und ich freue mich nun schon extrem auf „Paddington 2“ – zumindest wenn wir den Zwergofant dazu überreden können: 8/10 Punkte.

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 2

Es ist passiert: Ich habe die beste Serienstaffel gesehen, seit ich dieses Blog betreibe. Und nein, ich habe nicht noch einmal „The Wire“ oder „The West Wing“ geschaut. Welcher Serie gebührt dann diese Ehre? Nachdem ich schon die erste Staffel großartig fand, hat mich „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 2“ voll und ganz überzeugt. In meinen Augen ist es nahezu die perfekte Serienstaffel. Warum das so ist, bringe ich euch in der folgenden Besprechung nahe…

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 2 | © Amazon Prime Video

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 2 | © Amazon Prime Video

Ein Feuerwerk an spritzigen Dialogen

Schon seit „Gilmore Girls“ wissen wir, dass Amy Sherman-Palladino großartige Dialoge schreiben kann. Auch die erste Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ hat in dieser Hinsicht voll und ganz überzeugt – und ja, die Charaktere und ihre Dialoge sind es auch, welche das zweite Jahr der Serie so überragend machen. Sie sind noch schneller, noch pointierter und werden noch schmissiger vorgetragen. Dabei liegt der Fokus nicht mehr nur auf den beiden famosen Hauptfiguren Midge Maisel (Rachel  Brosnahan) und Susie Myerson (Alex Borstein), sondern auch die Nebenfiguren bekommen deutlich mehr Zeit und Tiefe spendiert. Allen voran natürlich die Eltern, welche ganz famos von Marin Hinkle und Tony Shalhoub verkörpert werden.

Die Staffel startet mit einem Ausflug nach Paris, der nicht nur eben schnell in einer Episode abgehandelt wird, um Schauwerte zu schaffen, sondern der essenziell für die Beziehungen der Figuren (speziell von Rose und Abe Weissman) untereinander sowie ihre Charakterentwicklung und Motivation in der weiteren Staffel ist. Dieser äußerst unterhaltsame Auftakt wird im weiteren Verlauf noch durch die drei in den Catskills spielenden Urlaubsepisoden übertroffen, die in ihrem Mikrokosmos einfach nur herrlich absurd sind. Auch in der zweiten Hälfte der Staffel weiß die Serie durch kunterbunte Tour-Erlebnisse und TV-Auftritte unserer Comedienne zu überzeugen.

Eine wunderbare Ensemble-Serie

Wie bereits erwähnt, bekommen auch die Nebenfiguren mehr Platz eingeräumt, was vermutlich auch den zwei zusätzlichen Episoden zu verdanken ist. Gerade Miriams Vater Abe Weissman muss hier einiges durchmachen, das sein Weltbild gehörig durcheinander würfelt. Tony Shalhoub spielt die Figur so stoisch, dass es eine wahre Freude ist – zumindest bis er dann doch einmal explodiert. Wirklich großartig. Doch auch Joel, seine Eltern oder Neuzugang Benjamin (gespielt von Zachary Levi, bekannt aus der TV-Serie „Chuck“) bekommen alle genügend Screentime, um ihre Charaktere zu entwickeln. Hier hat das Autorenteam rund um Amy Sherman-Palladino wirklich eine gute Balance gefunden.

Neben den inhaltlichen Vorzügen, weiß die Serie vor allem durch ihren Look zu überzeugen. „The Marvelous Mrs. Maisel“ sieht einfach unfassbar gut aus! Etliche Cold-Openings starten mit an Musicals erinnernden Sequenzen, die wunderbar pompös inszeniert sind. Doch auch die restliche Ausstattung, Kostüme, Kamera- und Lichtarbeit sucht ihresgleichen. Ein Augen- und Ohrenschmaus, der in Kombination mit den inhaltlichen Aspekten wahrlich den Eindruck einer perfekten Serie hinterlässt.

Fazit

Die zweite Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ setzt für mich neue Maßstäbe, was serielles Erzählen angeht. Eine der wenigen Serien, an denen ich nichts aussetzen kann. Ich habe jede einzelne Szene genossen und mag einfach nicht glauben, dass ich Mrs. Maisel schon wieder verlassen muss. Bis zur nächsten Staffel vergeht bestimmt noch ein Jahr und ich vermisse sie jetzt schon. Ganz große Serienliebe: 10/10 (9.8) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit – OT: Bill & Ted’s Excellent Adventure (1989)

Der letzte lange Urlaubsabend, der vorerst letzte Film. Doch welchen? Nachdem im Keanu-Reeves-Podcast von Radio Nukular erst wieder meine Erinnerungen an „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ aufgefrischt wurden, hatte ich enorm Lust darauf, nach langer Zeit einmal wieder nach San Dimas zurückzukehren. Ob der Film heute noch genauso gut funktioniert, wie in meinen eigenen Jugendjahren?

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) | © STUDIOCANAL

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) | © STUDIOCANAL

Bunt ist das Dasein und granatenstark!

Kaum ein zweiter Film hat bei uns damals so eingeschlagen, wie „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“. Die Dialoge sind in den täglichen Sprachgebrauch übergegangen: „Volle Kanne, Hoschi!“ wurde zum geflügelten Wort und wir haben einzelne Szenen über das normale Maß hinaus zitiert. Umso ungewöhnlicher war es heute auch für mich, die Originalfassung des Films zu hören. Diese ist nicht minder gelungen, aber in ihrer Albernheit doch etwas zurückgenommen. Dafür funktionieren etliche Wortspiele deutlich besser, was der Natur der Sache geschuldet ist. In meinem Herzen werden Bill und Ted aber immer alle als Hoschi bezeichnen.

Volle Kanne, Hoschi!

Die Geschichte ist extrem simpel, wird aber dennoch durch etliche Zeitreiseparadoxen aufgewertet, welche mit viel Humor in die Geschichte eingearbeitet wurden. Auch wissen die exzellenten Abenteuer an sich zu überzeugen, denn mit Bill und Ted stolpern zwei zwar völlig ignorante und doch grundsympathische Helden durch die bunte Weltgeschichte. Ich hätte übrigens nicht sagen können, ob „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ oder „Wayne’s World“ die erste große Rock-Komödie war. Beide Filme besitzen für mich eine ähnliche Atmosphäre und es freut mich, dass unsere beiden Hoschis noch vor Wayne und Garth die alberne Rock-Komödie in den Mainstream gebracht haben (so sehr ich auch „Wayne’s World“ liebe).

Der zweite Teil „Bill und Ted verrückte Reise in die Zukunft“ befindet sich seit heute übrigens auch endlich in meiner Sammlung (diesen werde ich dann aber ohne meine Frau anschauen müssen):

Die aus heutiger Sicht trashigen Effekte unterstreichen die Wirkung des Films inzwischen umso mehr. Wirklich sehr unterhaltsam. Ich hatte auch nicht mehr in Erinnerung, dass der Film in der letzten halben Stunde so komplett abdreht: Die Reinigung des Hauses und Napoleon im Erlebnisbad sind einfach herrlicher Schwachsinn!

Fazit

Ja, mich hat „Bill & Ted’s Excellent Adventure“ heute noch genauso so gut unterhalten wie damals. Der Film ist so sehr ein Produkt seiner Zeit, dass man ihn auch wunderbar als Zeitdokument betrachten kann, inklusive seiner Schwächen. Für mich überstrahlen der Humor, die Schauspieler und ja, auch die Zeitreisegeschichte alles andere. Einer meiner großen persönlichen Klassiker: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! – OT: Chef (2014)

Der Jahreswechsel liegt hinter uns. Das Raclette ist verdaut, der erste Lauf des Jahres ist gelaufen. Fehlt nur noch der erste Film – und mit „Kiss the Cook: So schmeckt das Leben!“ haben wir einen gar wunderbaren Einstand in das Filmjahr 2019 gewählt. Gerade auch, weil er an solch einem Regentag das Sommergefühl zurückbringt…

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Besser nicht hungrig schauen!

Tatsächlich gibt es wohl auch keine besseren Tage im Jahr, „Chef“ (so der deutlich gelungenere Originaltitel) zu schauen, als diese Zeit des kulinarischen Überflusses. Denn Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jon Favreau gelingt es einfach unglaublich gut, die Freude am Kochen und die Freude am Essen zu inszenieren. Ich hätte nun liebend gerne auch ein leckeres Sandwich es dem El-Jeffe-Food-Truck. Und das obwohl ich von den Schlemmereien der letzten zwei Wochen immer noch komplett gesättigt bin.

So sehr „Chef“ ein Film über das Kochen ist, so sehr ist er auch ein Film über digitales Marketing. Dieser Teil der Geschichte nimmt einen eher kleinen Teil ein, doch zeigt sich unmissverständlich, dass Chef Carl Casper ohne seinen Twitter-Account, sein viral gegangenes Video und seinen Sohn als Social-Media-Manager nicht wirklich viel Buzz erzeugt hätte. Das fand ich einen interessanten Aspekt und selten habe ich die Nutzung von Twitter und Co. so wunderbar organisch in einem Film inszeniert gesehen. Das mochte ich wirklich sehr.

Fazit

„Chef“ ist ein wunderbarer Film, der einfach nur gute Laune macht. Jon Favreau ist zu seinen Anfängen à la „Swingers“ zurückgekehrt und hat aus seinen Blockbustern (z.B. „Iron Man“) einfach seine Gaststars, wie Scarlett Johansson, Rorbert Downey Jr. und Co., mitgenommen. Daraus ist ein wunderbarer Gastro-Roadmovie entstanden, der unfassbar viel Spaß macht: 8/10 Punkte.

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017)

Weiter geht es mit dem Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem vor zwei Tagen „Spider-Man: Homecoming“ auf dem Programm stand, folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ heute der chronologische Nachfolger. Vom Trailer war ich damals genervt, doch Taika Waititi und gute Besprechungen haben mir Hoffnung gemacht. Wo sollte sich der Film in meiner Gunst letztendlich platzieren?

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

What We Do on Other Planets

Wow, Marvel hat das Humor-Level doch glatt auf 11 gedreht. Im Gegensatz zu den direkten Vorgängern „Thor“ und „Thor: The Dark World“ fühlt sich „Thor: Ragnarok“ eher wie eine Fortsetzung von „Guardians of the Galaxy“ an. Auch die vielen Fantasy- und Sci-Fi-Elemente tragen zu diesem Effekt bei. Die Erde spielt fast keine Rolle und Waititi darf sich auf den fremden Welten so richtig austoben. Der Humor funktioniert gerade in der ersten Hälfte des Films fantastisch und ich habe Lust bekommen, noch einmal Waititis „What We Do in the Shadows“ zu sehen. Einfach herrlich!

In der zweiten Hälfte nimmt die Action zu und auch die Geschichte wird weiter vorangetrieben. Der Film wirkt dadurch generischer und auch viel näher an der typischen MCU-Formel dran, als noch in den absurderen Momenten davor. Selbst wenn „Thor: Ragnarok“ nur wenig Handlung bietet, so ist das doch gerade seine Stärke. Denn, wenn wir einmal ehrlich sind, verlaufen alle Superhelden-Filme doch ohnehin nach dem gleichen Schema. Der differenzierende Faktor sind die Charaktere und in diesem Fall eben der Humor. Diese Mischung funktioniert gar ausgezeichnet und sorgt für äußerst unterhaltsame zwei Stunden.

Fazit

Es freut mich, dass Taika Waititi dem MCU, zumindest in weiten Teilen, seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit gehört „Thor: Ragnarok“ für mich auch zu den Highlights des Franchises. Nachdem James Gunn von Disney gefeuert wurde, ist hier der letzte Regisseur am Start, der eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Mal sehen, ob er das MCU auch weiterhin positiv beeinflussen kann: 8/10 Punkte.

Spider-Man: Homecoming (2017)

Nach einem recht entspannten zweiten Feiertag, an dem ich hauptsächlich mit der Einrichtung der neuen Xbox gekämpft habe, stand abends natürlich auch ein Film auf dem Programm. Die Wahl ist auf „Spider-Man: Homecoming“ gefallen, sprich nach meiner Sichtung von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ im Januar, kehre ich beinahe ein Jahr später zum Marvel Cinematic Universe (MCU) zurück…

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft #3

Ja, mit Spider-Man habe ich schon die eine oder andere Stunde verbracht. Tatsächlich war es auch der erste Superheld, der mich an das damals fast noch verpönte Genre glauben ließ. Die Rede ist hier natürlich von Sam Raimis „Spider-Man“, der mit dem zweiten Teil seinen Höhepunkt erreichte, welcher für mich bis heute zu den besten Superhelden-Filmen überhaupt zählt. Um das erste Reboot „The Amazing Spider-Man“ hatte ich lange einen großen Bogen gemacht, doch letztendlich bot auch dieses sehr unterhaltsames Action-Kino. Nun also schon der dritte Auftritt der freundlichen Spinne. Dieses Mal ganz offiziell innerhalb des MCU. Auch mit dieser Sichtung habe ich mir Zeit gelassen und welcher Zeitpunkt könnte besser gewählt sein, als der parallele Kinostart von „Into the Spider-Verse“, einer weiteren Iteration dieses Superhelden?

Natürlich haben wir Tom Holland als Spider-Man bereits in „Captain America: Civil War“ kennengelernt. Bereits dort hatte er mir gut gefallen und dieser positive Eindruck bestätigt sich auch in „Spider-Man: Homecoming“. Die Szenen, die nur ihn beim Bekämpfen der Kleinkriminellen in Queens zeigen, sind großartig. Auch mochte ich die ganz bewusst an John Hughes angelehnten Highschool-Szenen. Coming-of-Age und Superhelden-Film in perfekter Kombination. Die Szenen mit Tony Stark dagegen fühlten sich für mich zu sehr nach Schema F an. Zwar ist die Action hier, wie immer bei Marvel, fast schon zu perfekt inszeniert, aber man hat das inzwischen eben doch schon tausendmal gesehen.

Fazit

Insgesamt hat mir die Eingliederung von Spider-Man in das MCU ziemlich gut gefallen. Leider jedoch wirkt die Mischung auf mich etwas unausgegoren und ich hätte gerne mehr Zeit mit Peter Parker als Spider-Man und weniger mit Peter Parker als Möchtegern-Avenger verbracht. Dennoch freue ich mich auf weitere Auftritte dieser freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft: 7/10 Punkte.

Small Soldiers (1998)

Welcher Film soll kurz vor Weihnachten noch in den Player wandern? Die Auswahl an in diesem Jahr noch nicht gesehenen Weihnachtsfilmen wäre groß gewesen und doch habe ich mich für „Small Soldiers“ entschieden. Warum das eine gute Entscheidung war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Wenn „Gremlins“ auf „Toy Story“ trifft…

…dann dürfte das Ergebnis ziemlich nahe an „Small Soldiers“ dran sein. Man merkt von der ersten Sekunde, dass es sich hierbei um einen Film von Joe Dante handelt. Der Vater der „Gremlins“ treibt seine satirischen Querschläge hier auf die Spitze und geht dabei erneut nicht sonderlich subtil vor. Der Film wirkt somit über weite Strecken wie eine weitere Fortsetzung von „Gremlins“, was jedoch nur einen Teil der Geschichte ausmacht. Der andere erinnert eher an Jugendabenteuer à la Spielberg, was für die späten 90er Jahre eher ungewöhnlich erscheint. Die Mischung funktioniert nicht immer, doch mir waren beide Aspekte sehr sympathisch.

Man merkt dem Drehbuch an, dass man sich teils wohl bewusst zurückgehalten hat. Die Geschichte besitzt zwar düstere Anklänge, doch richtig dramatisch wird es für die menschlichen Figuren nie. Auch wenn die Unentschlossenheit, was den Ton der Geschichte angeht, teils unangenehm auffällt, so wurden die technischen Aspekte grandios gemeistert. Die Mischung aus praktischen Effekten und CGIs funktioniert auch heute noch tadellos. Vermutlich auch, weil die gerenderten Elemente tatsächlich aus Plastik sein sollen. Auch die abgehackt wirkende Animation passt perfekt zum Thema Spielzeug. Aus technischer Hinsicht wirklich sehr gut gealtert.

Fazit

Ich finde es schade, dass „Small Soldiers“ kein größerer Hit wurde. Auch wenn er kein perfekter Blockbuster ist, so würde ich ihm doch einen gewissen Kultstatus nicht absprechen. Vielleicht ist er ein paar Jahre zu spät gekommen. So oder so kann man sich diese „Gremlins“-Variante auch heute noch sehr gut anschauen: 8/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS9)

Mein Urlaub steht kurz bevor. Der perfekte Zeitpunkt also, von der ersten richtig fiesen Erkältung des Jahres heimgesucht zu werden. Somit habe ich den ersten Schnee des Jahres nicht für einen Lauf genutzt, sondern den Nachmittag dösend auf dem Sofa verbracht. Der krönende Abschluss war die Sichtung von „Schöne Bescherung“, worauf sich der Großteil der Familie schon sehr gefreut hat. So früh vor Weihnachten haben wir den Film selten gesehen. Ob das der Weihnachtsstimmung zuträglich war?

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Ein Besuch bei den Griswolds lohnt sich immer!

Lustigerweise hat es sich so ergeben, dass ich mit diesem Film nach „Ein Ticket für Zwei“ und „Allein mit Onkel Buck“ im Dezember nun schon den dritten Film aus der Feder von John Hughes gesehen habe. Eigentlich fehlen nur noch „Kevin: Allein zu Haus“ und „Kevin: Allein in New York“, um die Hughes’schen Feiertagskomödien vollzumachen. Doch werde ich diese zeitlich wohl nicht mehr unterbringen. Insofern warte ich damit lieber noch ein paar Jahre, bis dann auch die Kinder bereit sind, um Kevin bei seinen Abenteuern zu begleiten.

Wie bereits im letzten Jahr hat sich das Zappelinchen bei den Slapstick-Szenen förmlich weggeschmissen. Auch der Zwergofant wurde mutiger und hat inzwischen den größten Teil des Films gesehen. Ich liebe diese Familientradition schon jetzt und freue mich darauf, sie mit vielen weiteren Filme auszubauen. Das Highlight wird dann irgendwann die Reise nach Mittelerde, doch das wird noch ein paar Jahre dauern.

Fazit

Auch meine zehnte Sichtung von „Schöne Bescherung“ in den letzten zwölf Jahren hat mir sehr viel Freude bereitet. Die Weihnachtsstimmung ist bei mir nun zudem deutlich gesteigert und ich freue mich sehr auf den Urlaub. Weihnachten kann also kommen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Wie ist es bei euch? Welche Filme plant ihr dieses Jahr noch zu sehen und ist dieser Klassiker dabei? Schaut ihr Weihnachtsfilme alleine oder mit eurer Familie?

Allein mit Onkel Buck – OT: Uncle Buck (1989)

Nach der geschäftlichen Weihnachtsfeier Freitagabend, ging es heute mit dem Weihnachtsbaumkauf und dem ersten Auftritt des Kinderchors am Weihnachtsmarkt entsprechend festlich weiter. Fast schon anstrengend. Mich hat inzwischen die erste richtig fiese Erkältung des Jahres fest im Griff, weshalb ich abends Lust auf leichte Unterhaltung hatte. Die Wahl ist auf „Allein mit Onkel Buck“ und damit auf einen weiteren John-Hughes-Klassiker gefallen…

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Allein mit Onkel Buck (1989) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine typische Komödie der 80er Jahre

Stand vor zwei Wochen erst „Ein Ticket für Zwei“ auf dem Programm, kam in „Allein mit Onkel Buck“ erneut das Traumpaar John Hughes und John Candy zusammen. Der Ton und der Humor des Films sind erneut so typisch für Hughes, dass es eine Freude ist. Auch wenn ich mich nur noch an wenige Szenen erinnern konnte, so muss ich „Uncle Buck“ in meiner Jugend doch zumindest einmal gesehen haben – zu ikonisch ist John Candy in der Rolle des sympathischen Junggesellen. Mit Macaulay Culkin (bekannt aus „Kevin: Allein zu Haus“, ebenfalls nach einem Drehbuch von John Hughes) gibt es einen weiteren Star der 80er zu sehen.

Die Handlung des Films ist weder sonderlich ausgefallen, noch überraschend. Nein, man bekommt einen Handlungsverlauf zu sehen, den man auch ziemlich exakt so erwarten würde. Das macht aber nichts, denn „Allein mit Onkel Buck“ lebt von seiner Situationskomik, seinen emotionalen Momenten und seinen Schauspielern. In Kombination ergibt das eine wunderbare 80er-Jahre-Komödie, die man sich auch heute noch wunderbar anschauen kann.

Fazit

Auch wenn „Allein mit Onkel Buck“ nicht mit den ganz großes John-Hughes-Klassikern mithalten kann, so ist es doch eine famoser Komödie – gerade für Fans von John Candy. Die schöne Botschaft des Films macht ihn zudem prädestiniert dafür, in der Vorweihnachtszeit geschaut zu werden: 8/10 Punkte.

The Goldbergs – Season 2

Kaum zu glauben! Nur ein knapper Monat ist ins Land gezogen und schon habe ich „The Goldbergs – Season 2“ durchgeschaut. Dabei habe ich mich noch zurückgehalten, denn ich hätte die Staffel problemlos an ein paar Abenden verschlingen können. Die Goldbergs zaubern mir einfach stets ein Lächeln ins Gesicht… ❤

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

Popkultur-Referenzen der 80er in Perfektion

Kennt ihr dieses mollig warme Gefühl, das einem manche Serien vermitteln? „The Goldbergs“ hat dies zweifellos zu bieten. In Hülle und Fülle. Dabei sind es nicht nur die wunderbar in die Handlung eingewobenen Popkultur-Referenzen der 80er, sondern vor allem die Dynamik innerhalb der Familie Goldberg selbst. Wusste mich schon die erste Staffel der Serie zu begeistern, so bin ich im zweiten Jahr noch viel mehr in dieser wunderbaren Fernsehfamilie angekommen. Ich verstehe die Insider-Gags, kann über individuelle Charaktereigenschaften lachen und mit den Figuren mitfühlen.

Der Filmliebe unseres Erzählers Adam Goldberg ist es zu verdanken, das wir wunderbar persönliche Anekdoten zu Klassikern der 80er Jahre, wie „Ferris macht blau“ oder „Die Braut des Prinzen“, erleben dürfen. Das hebt die Serie für mich auch deutlich über andere Comedy-Serien dieser Art. Hinzu kommt der emotionale Kern, der in all den wunderbaren Charakteren der Familie Goldberg liegt.

Fazit

Was soll ich sagen? Bis auf ein paar nur sehr gute Episoden, bietet die zweite Staffel von „The Goldbergs“ ein Komplettpaket an famoser Unterhaltung. Schade nur, dass die Serie hierzulande ein Schattendasein fristet. Sie sollte stets in einem Atemzug mit „Wunderbare Jahre“ genannt werden. Also schaut euch die Serie an und sprecht darüber. Es sollten mehr Serienfans Beverly, Murray, Erica, Barry, Adam und Pops kennen: 9/10 (9.0) Punkte.