Zwei bärenstarke Typen – OT: Nati con la camicia (1983)

Heute war für mich der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub. Nachdem ich noch einmal das #AbenteuerArbeitsweg bestritten habe, war ich eigentlich platt, doch die Kinder haben sich einen Filmabend gewünscht. Somit wanderte nach „Zwei Asse trumpfen auf“ vom letzten Wochenende mit „Zwei bärenstarke Typen“ sogleich der nächste Spencer/Hill-Film in den Player. Und was soll ich sagen? Es war erneut ein bärenstarker Spaß! 👊👊

Zwei bärenstarke Typen (1983) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei bärenstarke Typen (1983) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„In was für einer brutalen Welt wir heute leben!“

Mit „Zwei bärenstarke Typen“ verbinde ich einige Erinnerungen: Die Rollschuh-Sequenz zu Beginn war mir noch gut im Kopf. Ebenso der Diebstahl des Trucks. Überhaupt hatte ich gedacht, dass Bud Spencer und Terence Hill in diesem Film zwei Trucker mimen. Aber das habe ich wohl verwechselt. Von der später dominierenden Agentengeschichte war mir nur noch ihr Auftritt als zwei reiche Texaner im Kopf. Sonst waren es eher kleinere Szenen oder Bilder, die langsam wieder in mein Bewusstsein gekommen sind. Vermutlich ist „Zwei bärenstarke Typen“ keiner der Spencer/Hill-Filme, die ich damals am häufigsten gesehen habe. Aber ich weiß noch, dass ich ihn als Kind sehr mochte.

„Scheint ein viel besuchter Lokus zu sein.“

Der gesamte Aspekt der Parodie auf einen Agentenfilm à la „James Bond“ ist mir damals komplett entgangen. Vermutlich einfach deshalb, weil ich die Vorbilder erst einige Jahre später zu Gesicht bekam. Aus heutiger Sicht bietet „Zwei bärenstarke Typen“ tatsächlich den Mehrwert, als dass die parodistischen Elemente stark in den Vordergrund treten und für einen großen Unterhaltungswert sorgen. Damit ist die Handlung zwar nicht sonderlich komplex, aber doch abwechslungsreicher als bei so manch anderem Film des Duos. Die Kinder hatten auch wieder sehr viel Spaß mit dem Gekloppe. Allerdings kamen zwischendrin immer wieder etliche Fragen zur Handlung, da es für sie eben die erste Agentengeschichte war. Wie bei mir damals.

Fazit

Zumindest drei von vier Zuschauern hat „Zwei bärenstarke Typen“ ausgezeichnet gefallen. Ich mochte gerade den langsamen Aufbau der Geschichte, die vielen Schauplätze und die zahlreichen kleinen Gags. Auch die Dialoge sind herrlich, selbst wenn sich hier nicht Rainer Brandt für die Synchronarbeit verantwortlich zeichnet. Nach wie vor ein großer Spaß: 8/10 Punkte.

Black-ish – Season 3

Nach einem längeren Comedy-Ausflug in die heile (und ein wenig naive) Welt der 80er Jahre mit „The Goldbergs“, bin ich mit „Black-ish – Season 3“ wieder zur höchst relevanten und sozialkritischen Comedy der Gegenwart zurückgekehrt. Warum das nicht mehr ganz so gut funktioniert, wie noch in der zweiten Staffel (und dennoch ganz wunderbar ist), erörtere ich in meiner Besprechung…

Black-ish – Season 3 | © ABC Studios

Black-ish – Season 3 | © ABC Studios

Ein sozialkritisches Schlagzeugsolo später

Ich weiß nicht, ob es mir bisher einfach nicht so sehr aufgefallen ist, oder ob die Autoren den formalen Aufbau von „Black-ish“ in dieser Staffel tatsächlich stärker vereinheitlicht haben. Nahezu jede Episode beginnt mit einer Montage aus historischem Material und/oder Stock-Footage und setzt damit den inhaltlichen Schwerpunkt für die nächsten zwanzig Minuten. Meist aus Perspektive des Familienvaters erzählt, beginnt somit die Verarbeitung eines sozialpolitischen Missstandes, was zudem in eine humorige Rahmenhandlung eingebettet ist. Diese Struktur funktioniert wirklich gut, doch wenn man täglich oder auch nur alle paar Tage eine Episode schaut, dann nutzt sich dieser Kniff doch irgendwann ab. Dennoch darf man nicht vergessen, dass nahezu alle Sitcoms nach einem bestimmten Schema ablaufen und „Black-ish“ zumindest noch gesellschaftlich relevant ist.

Mit Bows Schwangerschaft und den Vorbereitungen zu Zoeys Auszug stehen auch ganz private Umbrüche bei den Johnsons an. In Kombination bekommen wir somit erneut einen unterhaltsamen Mix aus Familien-Comedy und Sozialkritik präsentiert. Das funktioniert meist recht gut, manchmal hätte ich mir jedoch mehr Fokus gewünscht. Vermutlich würde das Konzept mit einer 13-Episoden-Staffel besser aufgehen, als mit den 24 Episoden einer klassischen Network-Serie.

Fazit

Insgesamt hat mir auch das dritte Jahr mit den Johnsons viel Freude bereitet. Dennoch nutzt sich die Formel so langsam ab, was weniger den nach wie vor relevanten Themen, als der repetitiven Präsentation geschuldet ist. Reinschauen lohnt sich dennoch, da dieser Mix aus gesellschaftlich relevanten Themen und oft quatschiger Familien-Comedy doch recht einzigartig ist: 8/10 (7.7) Punkte.

Zwei Asse trumpfen auf – OT: Chi trova un amico, trova un tesoro (1981)

Nach einem Tag voll körperlicher Ertüchtigung und einer strawanzenden Ehefrau, bleibt einem als guter Vater ja fast nichts anderes übrig, als mit den Kindern einen Filmabend zu veranstalten. Eben. Allerdings hatte die Sache einen Haken, denn ich wollte nicht schon wieder einen Zeichentrickfilm sehen, sondern den Kindern ein Kulturgut näherbringen: einen Spencer/Hill-Film. Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ habe ich mich für eine der harmloseren Prügelgeschichten entschieden. Wie die Filmwahl ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Nur Puffin schenkt mir die Kraft und Ausdauer die ich brauche!“

Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ verbindet mich eine ganz besondere Beziehung. Früher habe ich alle Spencer/Hill-Filme verschlungen. Diesen hier habe ich jedoch erst relativ spät entdeckt. In der TV-Zeitschrift wurde er damals als „Der beste Film des Prügelduos!“ beschrieben – und als Kind nimmt man das natürlich für bare Münze. Die Erwartungen waren folglich hoch und tatsächlich wurde ich bombastisch unterhalten. Mein Lieblingsfilm des Duos wurde er zwar nicht, aber ich mochte das exotische Setting und die völlig überzeichnete Komik. Sei es das Versteckspiel am Anfang auf Charlies Boot, die Ankunft auf der Insel oder der Kampf gegen den Japaner. Sergio Corbuccis Werk strotzt nur so vor unterhaltsamen Schauplätzen, völlig abstrusen Charakteren und einem fast schon infantilen Humor. Hinzu kommt die kongeniale Rainer-Brandt-Synchro und der mehr als eingängige Titelsong „Movin‘ Cruisin'“ von The Oceans.

„Du frisst was aus der Kelle fließt!“

Wie kam dieser Film, der nun schon so alt ist wie ihr Vater, nun bei zwei Kids im Jahr 2019 an? Gar großartig! Selbst der Zwergofant, der gerade bei Realfilmen immer skeptisch ist, war begeistert. Spätestens ab dem Zeitpunkt als klar war, dass das Duo Spencer/Hill mindestens ebenso unkaputtbar ist, wie „Asterix & Obelix“. Das Zappelinchen hat zwischendrin sogar geäußert, dass dies ihr neuer Lieblingsfilm sei. Nunja. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es sinnvoll ist, solch einen Film vorzuführen, der Gewalt als Lösung aller Probleme propagiert. Ist das zeitgemäß? Was ist mit der oberflächlichen Darstellung von Frauen? Der lächerlichen Darstellung der Eingeborenen? Alles Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Allerdings bezweifle ich stark, dass „Zwei Asse trumpfen auf“ nun einfach so sechs bzw. acht Jahre Erziehung zerstört. Zudem konnte ich so manche Dinge einordnend erklären. Nur die Frage, was denn mit dem Papagei passieren würde, nicht. Das hat mir jedoch gezeigt, dass die wunderbare Empathie der Kinder unantastbar ist. Manchmal muss das Leben eben auch ganz einfach einfach sein: „Ich will Nudelkacke! Nudelkacke!“

Fazit

Mir selbst hat „Zwei Asse trumpfen auf“ immer noch genauso viel Spaß gemacht, wie damals vor 25-30 Jahren. Es war mir auch eine große Freude zu sehen, wie gut der Humor und die Dynamik zwischen Bud Spencer und Terence Hill bei den Kindern ankommt. Das war bestimmt nicht unser letzter Film des Duos: 8/10 Punkte. Die Bildqualität der deutschen Blu-ray ist übrigens herausragend! ❤

Lilo & Stitch (2002)

Auf vielfachen Wunsch zweier Herrschaften, gab es heute einmal wieder einen Filmabend. Beinahe hätte es nicht geklappt, weil das Wetter so famos ist. Doch ausgemacht ist ausgemacht und somit haben wir uns nach dem Abendessen auf der Terrasse vor dem Fernseher versammelt und „Lilo & Stitch“ in den Player geschoben. Einer der wenigen Disney-Filme, die mir bisher noch unbekannt waren…

Lilo & Stitch (2002) | © Walt Disney

Lilo & Stitch (2002) | © Walt Disney

Moment, das soll von Disney sein?

Bereits während des Prologs war ich vollkommen überrascht, wie ungewöhnlich für Disney „Lilo & Stitch“ doch ist. Wir befinden uns in einem waschechten Sci-Fi-Setting, das für Disney vermutlich schon einmal eine gute Fingerübung für „Star Wars“ war. Ich musste hier eher an „Titan A.E.“ denken, wobei der Animationsstil im Vergleich schon extrem geschliffen und hochwertig ist. Auf der Erde angekommen, wird die Geschichte schon vertrauter, wenngleich der realistische Kern rund um das Thema Familie und Sorgerecht für das Animationsstudio durchaus außergewöhnlich ist. In Kombination ergibt sich ein kunterbunter Mix, der viel Spaß macht, aber auch ernste Töne nicht vernachlässigt. Für den Zwergofanten war das teils zu viel. Zwar hatte er keine Angst, doch musste er große Krokodilstränen weinen, die selbst beim Happy-End nur durch gutes Zureden wieder verschwinden wollten.

Ich liebe „Lilo & Stitch“ für den klassischen und extrem hochwertigen Animationsstil. In Kombination mit den in Wasserfarbe gemalten Hintergründen ergibt sich ein sehr spezieller Look, der perfekt zur Geschichte passt. Dieser war für mich wunderbar anzuschauen, doch hätte ich mir tatsächlich weniger Fokus auf den Sci-Fi- und Action-Aspekt gewünscht und gerne noch mehr Zeit mit Lilo, ihrer Schwester und Stitch gewünscht. In diesen Szenen war der Film für mich zweifellos am Stärksten, was sich auch in der empathischen Reaktion unseres Zwergofanten zeigte.

Fazit

Disneys „Lilo & Stitch“ ist anders, als ich es mir erwartet hätte. Die Sci-Fi-Komponente nimmt viel Platz ein, was mir viel Freude bereitete. Zur Höchstform läuft die Geschichte jedoch in den ruhigeren Szenen auf, die teils herzergreifend inszeniert sind. Überhaupt ist der Film ein audiovisueller Hochgenuss und ich kann mir gut vorstellen, dass er mir bzw. uns bei einer wiederholten Sichtung noch besser gefällt: 8/10 Punkte.

Game Night (2018)

Die kurze, aber knackige Arbeitswoche ist vorbei! Nachdem das letzte Wochenende aus Gründen ohne Filmsichtung geblieben ist, habe ich heute „Game Night“ in den Player geschoben. Erwartet habe ich eine witzige, anspruchslose Komödie und die bekam ich tatsächlich auch zu sehen…

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Lasset die Spiele beginnen!

Wo fange ich an? „Game Night“ ist eine typische Hollywood-Komödie ohne große Überraschungen und nach bekannter Formel erzählt. Sogar Jason Bateman spielt die Hauptrolle! Warum ist dieser Mix nach dem stilistischen Vorbild von „Hangover“ oder „Kill the Boss“ dennoch so unterhaltsam? Vielleicht funktioniert die Mischung aus Thriller, Krimi und Komödie einfach? Vielleicht sind es die harmlosen Kabbeleien gepaart mit echter Action? Ich kann es nicht sagen, doch wurde ich über knapp zwei Stunden bestens unterhalten. Dabei ist „Game Night“ zu harmlos, um wirklich mitreißen zu können und wandelt zu sehr auf ausgetretenen Pfaden, um als innovativ zu gelten. Im Prinzip bekommen wir eine Comedy-Variante von David Finchers „The Game“ präsentiert, die erstaunlich detailverliebt inszeniert wurde (selbst der abgegriffene Tilt-Shift-Effekt macht nach dem schön gestalteten Abspann Sinn).

Der seltsam eingängige Genre-Mix funktioniert erstaunlich gut, wenngleich ich auch nur bei einer Szene (Stichwort: Hund und Blut) Tränen lachen musste. Die restlichen Pointen haben mir höchstens ein Schmunzeln oder Anerkennung für den Aufbau der Gags entlockt. Dennoch war ich immer bei den Figuren dabei, die in ihrer kompletten Naivität beinahe schon bemitleidenswert sympathisch rüberkommen.

Fazit

„Game Night“ ist kein Film für die Ewigkeit und er wird auch keinen neuen Comedy-Trend entfachen. Wer für einen Abend gute Unterhaltung sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich hatte viel Spaß mit diesem Spieleabend: 7/10 Punkte.

Chicken Run: Hennen rennen (2000)

Frau bullion ist einmal wieder strawanzen und somit war der Filmabend mit den Kindern vorprogrammiert. Nur leider konnten sich die beiden nicht auf einen Film einigen. Das Duell zwischen „Ich: Einfach unverbesserlich 3“ (Zappelinchen) und „Asterix in Amerika“ (Zwergofant) wurde nach hartem Kampf letztendlich von mir entschieden: Mit „Chicken Run: Hennen rennen“ landete einer meiner Favoriten im Blu-ray-Player. So einfach. Wie diese Entscheidung bei den Kindern ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Chicken Run: Hennen rennen (2000) | © STUDIOCANAL

Chicken Run: Hennen rennen (2000) | © STUDIOCANAL

„The Chicken Redemption“ oder „Chicken Break“?

Ich weiß noch als wäre es gestern gewesen: Es war die Zeit nach dem Abi. Ich war knackige 19 und hatte viel Zeit. Wilde Saufgelage, Partys und Frauen. Nicht. Natürlich ging es ins Kino. Die Sneak Preview gegen Mitternacht war ein fester Bestandteil meiner Woche. Wir setzten damals alle Hoffnung in „Pitch Black: Planet der Finsternis“ und bekamen stattdessen „Chicken Run: Hennen rennen“ vorgesetzt. Nach der ersten Enttäuschung und abfälligen Äußerungen, für die ich mich heute schäme, über diesen Kinderfilm wurden wir schnell eines Besseren belehrt. Dieses Stop-Motion-Abenteuer war ja unglaublich unterhaltsam! Unzählige Referenzen auf Gefängnisfilme, Doppeldeutigkeiten und eine enorme Detailverliebtheit. Wahnsinn! Ein paar Wochen später lief dann tatsächlich das heiß ersehnte Vin-Diesel-Spektakel, doch welcher Film mich letztendlich besser unterhalten hat, ist überhaupt keine Frage. Definitiv eine meiner denkwürdigsten Sneak-Preview-Vorstellungen.

Doch wie hat „Chicken Run“ nun meinen Kindern gefallen? Tatsächlich waren diese anfangs ein wenig skeptisch. Die Atmosphäre und Bilder sind teils durchaus düster und drastisch, was gerade dem Zwergofanten zu schaffen machte. Die Fluchtversuche der Hennen und die absurden Action-Szenen haben beide Kids jedoch sofort wieder für den Film eingenommen. Obwohl das Setting dem von „Shaun das Schaf“ ähnelt, ist diese Aardman-Produktion doch weit erwachsener und filmischer erzählt. Nicht nur deshalb wohl mein Lieblingsfilm des Animationsstudios, obwohl ich auch „Wallace & Gromit“ mehr als gelungen finde. Der Humor, die Referenzen, die Charaktere und ja, selbst die Liebesgeschichte passen hier einfach wie die Faust aufs Auge (der Bäuerin). Ein waschechter Gefängnisfilm. Nur eben mit Hühnern.

Fazit

Das enthusiastische Lachen der Kinder während des großen Finales sagt eigentlich alles: „Chicken Run: Hennen rennen“ ist ein zeitloser Film für alle Generationen. Habe ich schon den wunderbaren Score erwähnt? Und die liebevolle Ausstattung? Ein Film voller Details, die alle wertgeschätzt werden wollen. Deshalb gibt es von mir auch eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Ein Königreich für ein Lama – OT: The Emperor’s New Groove (2000)

Die kurze Arbeitswoche nach Ostern ist wie im Fluge vergangen. Meine Familie war mit Feriendingen beschäftigt und ich habe das Wochenende herbeigesehnt. Zum Abschluss der Osterferien habe ich einen Familien-Filmabend einberufen, bei dem die Wahl auf „Ein Königreich für ein Lama“ gefallen ist. Einen unterschätzen Disney-Film, den ich sogar im Kino gesehen habe…

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Eine Buddy-Slapstick-Comedy in Perfektion

Als „Ein Königreich für ein Lama“ damals im Kino lief, ging meine Zivildienstzeit gerade zu Ende. In der Feriengruppe unseres Behindertenwohnheims hatte ich damals einen netten Jungen betreut, dem ich zusammen mit einer Kollegin einen Kinobesuch zum Geburtstag geschenkt habe. So kam es, dass ich diesen Disney-Film im Kino sah. Heute kann ich mich mehr an die Begleitumstände (wie umständlich doch Bahn fahren mit Rollstuhl war) erinnern, als an den Film selbst. Ich weiß nur noch, dass wir eine gute Zeit hatten und ich den Humor für Disney sehr erfrischend fand. Etliche Jahre später habe ich den Film noch einmal auf DVD nachgeholt, doch „The Emperor’s New Groove“ hat nie zu den Disney-Klassikern gehört, die einen besonders großen Stellenwert bei mir hatten. Mit „Atlantis“ und „Der Schatzplanet“ wurden kurz danach auch die vorerst letzten klassisch animierten Filme des Studios veröffentlicht, die ich überhaupt noch gesehen habe.

Heute fällt „Ein Königreich für ein Lama“ schon alleine durch seinen ungewöhnlichen Look auf: teils sehr artifiziell und überstilisiert, knallbunt und seltsam kantig. Irgendwie frisch und ungewöhnlich. Auch der Humor samt Brechen der vierten Wand wirkt nicht wie typisch Disney. Das Tempo ist extrem hoch und eine Slapstick-Szene jagt die nächste. Man muss schon wirklich am Ball bleiben, um alles mitzubekommen. Da fällt es auch nicht wirklich ins Gewicht, dass die Geschichte überaus simpel ist. Die ohnehin schon knappen 75 Minuten vergehen wie im Flug. Sowohl meine Kinder als auch ich haben viel gelacht und waren sehr begeistert von diesem seltsamen Lama und seinen Abenteuern.

Fazit

Wenn man von Disney-Klassikern liest, dann wird „Ein Königreich für ein Lama“ meist leider vergessen. Dabei ist es ein wundervoll temporeicher und extrem witziger Film, der wie im Rausch an einem vorbeizieht. Es fehlen die klassischen Songs und der Disney-Kitsch, doch Humor und Stil sind große Klasse! Von mir gibt es dafür eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Future Man – Season 1

Über die letzten Wochen habe ich einmal wieder eine recht aktuelle Serie nachgeholt. Die Prämisse klang für mich spannend, dennoch hätte ich nach der ersten Episode beinahe abgeschaltet. Warum es sich dennoch lohnt bei „Future Man – Season 1“ dranzubleiben, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Future Man – Season 1 | © Hulu

Future Man – Season 1 | © Hulu

„The Terminator“ trifft auf Pups-Komödie

Wenn unser Held (Josh Hutcherson aus „The Hunger Games“) in der ersten Episode eine Ladung Sperma auf die Zeitreisenden (u.a. Eliza Coupe aus „Happy Endings“) ejakuliert, dann fand ich das nicht sonderlich witzig, sondern eher befremdlich. Einzig die vielversprechende Prämisse (quasi die Handlung von „The Terminator“ als Comedy) hat mich dazu gebracht, doch noch in die zweite Episode reinzuschauen. Was soll ich sagen? Obwohl der Humor nicht viel subtiler wird, hatte ich doch viel Spaß mit der Serie. Im weiteren Verlauf der Staffel gewinnen unsere anfangs noch völlig comichaft überzogenen Charaktere an Tiefe, was der gesamten Serie zugute kommt. Nicht jeder Witz zündet und nicht jedes Zeitreiseklischee wird clever eingesetzt, doch insgesamt strotzt „Future Man“ nur vor absurden Ideen, die Genre-Freunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern (können).

Meine Lieblingsepisode war wohl „Pandora’s Mailbox“, in der unsere drei Helden im Jahr 2023 in das Haus von James Cameron eindringen, um den Wundertreibstoff Cameronium zu klauen. Dabei werden sie von einer künstlichen Intelligenz namens SIGORN-E in Schach gehalten, welche eine ganz besondere Beziehung zum bekannten Regisseur und seinen Werken pflegt. Herrlich! Doch auch etliche andere Episoden sind voll von Anspielungen an „Zurück in die Zukunft“ und weitere Klassiker der 1980er Jahre. Da verwundert es auch nicht, dass es unsere Helden selbst in dieses Jahrzehnt verschlägt, wo sie gar wundersame Abenteuer erleben.

Fazit

Auch wenn „Future Man“ eindeutig eine Comedy-Serie ist, so besitzt sie doch auch einen hohen Sci-Fi-Anteil. Auf seltsame Art und Weise ist das Worldbuilding sogar erstaunlich ernsthaft und in sich konsistent. Vermutlich nicht die reifeste Serie, doch auf jeden Fall eine der innovativsten Comedys, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Um herauszufinden, ob man sich mit dem Humor wohl fühlt, solltet ihr der Serie zumindest einmal drei bis vier Episoden geben. Dann besteht durchaus die Chance, dass „Future Man“ richtig bei euch richtig einschlägt: 8/10 (8.0) Punkte.

The Goldbergs – Season 4

Mit diesem Artikel verlasse ich vorerst einmal wieder die bunten 1980er Jahre. Nachdem ich die sympathische Fernsehfamilie ein halbes Jahr begleitet habe, fällt mir der vorläufige Abschied von „The Goldbergs – Season 4“ schwer. Ein Ende der Serie ist glücklicherweise noch nicht in Sicht, doch die Veröffentlichungen auf DVD werde rar. Ich hoffe, dass dies nur eine Frage der Zeit ist…

The Goldbergs – Season 4 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 4 | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein Kondensat der Popkultur der 80er Jahre

Was hat sich im Vergleich zur dritten Staffel geändert? Nicht viel und das ist gut so. Adam F. Goldberg ist noch weiter zum Teenager herangewachsen, ohne dabei jedoch seine Nerdigkeit zu verlieren. Dies sorgt immer wieder für herrliche Momente und als Kind der 80er Jahre, das auch heute noch einen starken Bezug zur Popkultur hat, muss man sich in der Welt der Serie einfach wohlfühlen: Ob „The Breakfast Club“, „Knight Rider“, „Howard the Duck“ oder „Karate Kid“ – die popkulturellen Referenzen sind wieder einmal großartig. Neben diesen großen Themen gibt es unzählige kleine Anspielungen, die oft auch nur im Hintergrund erkennbar sind oder in Dialogen in Erscheinung treten. Das macht die Serie unglaublich sympathisch und greifbar.

Auch wenn die humorvollen und mit popkulturellen Zitaten gespickten Anekdoten weiterhin im Zentrum stehen, so wäre „The Goldbergs“ nicht „The Goldbergs“, wenn es nicht auch herzergreifende Momente gäbe. Die Kinder werden alle älter und verlassen so langsam das Nest. Gerade das Staffelfinale, in dem Erica ihren Auszug vorbereitet, ist sehr emotional. Diese Mischung macht die Serie auch so besonders: Eine echte Familienserie mit starkem Comedy-Fokus, die auch inhaltlich und formal ein wenig an die Serien der 80er erinnert. In bestem Sinne altmodisch und doch modern inszeniert. Gerade Patton Oswalt als Erzähler fängt die richtige Stimmung perfekt ein.

Fazit

Es schmerzt mich sehr, die Goldbergs zu verlassen. Das Stück Feel-Good-TV, das am Ende eines harten Tages wartet. Wo die Welt noch in Ordnung ist. Dabei gibt es schon zwei weitere Staffeln. Eine DVD-Veröffentlichung ist jedoch noch nicht in Sicht. Das macht mich traurig. Jedoch hatte ich bereits viel Spaß mit dieser famosen Serie und möchte sie euch trotz Trennungsschmerz unbedingt ans Herz legen: 9/10 (9.3) Punkte.

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken – OT: Moana (2016) (WS1)

Ein seltsamer Tag mit ein wenig Sport und ein wenig unmotiviertem Nichtstun liegt hinter mir. Nachdem das Zappelinchen die letzte Woche im Schullandheim verbracht hat, wollten wir mit den Kindern heute einen Filmabend veranstalten. Nach vielen Diskussionen ist die Wahl letztendlich auf „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ gefallen, den ich mit dem Zappelinchen vor gut zwei Jahren bereits im Kino gesehen habe. Der Zwergofant war zu Beginn nicht so begeistert. Ob wir dennoch einen gelungenen Filmabend hatten, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Vaiana: Das Paradies hat einen Haken (2016) | © Walt Disney

Der gelungenste Disney-Film der letzten Jahre

Auch ich hätte mich heute nicht unbedingt für „Vaiana“ entschieden, stehen doch noch zu viele ungesehene Kinderfilme im Regal. Doch schon nach ein paar Minuten war ich erneut verzaubert von der herrlichen Inselwelt und dieser mutigen jungen Dame namens Vaiana. Schon alleine der erste Teil des Films, der noch auf Motunui spielt, ist wunderbar erzählt und bringt einem sowohl die Charaktere als auch ihre Motivation spielerisch nahe. Mit Vaianas Aufbruch und ihrem Zusammentreffen mit dem Halbgott Maui bekommt die Handlung plötzlich ein enormes Tempo, ohne dass der Film jedoch seine Figuren aus den Augen verliert. Da stört es auch nicht, dass die Struktur des Films mit ihren unterschiedlichen Aufgaben und den damit verbundenen Schauplätzen doch ein wenig episodisch wirkt.

Disney ist sich ganz offenbar bewusst, dass sie mit Vaiana ein neues Rollenbild etabliert haben und sprechen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zu den klassischen Prinzessinnen an. Das mag alles ein wenig kalkuliert wirken und auch nicht wirklich neu (siehe „Merida: Legende der Highlands“), doch so erfrischend und erfreulich wie in „Vaiana“ wurde mit dem Klischee selten gebrochen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase war übrigens auch der Zwergofant sehr angetan von der idyllischen und geheimnisvollen Inselwelt samt ihrer Bewohner – und allen voran der Abenteurerin Vaiana.

Fazit

Das Zappelinchen hat „Vaiana“ heute bereits zum dritten Mal gesehen und hat in jeder Szene mitgefiebert, mitgelacht oder mitgesungen. Ein größeres Lob kann man dem Film wohl nicht aussprechen. Auch ich bin erneut wirklich begeistert und kann mir nur vorstellen, dass der Film in seiner Originalfassung noch eine Spur gelungener ist. Die 10 Punkte sind in greifbarer Nähe: 9/10 Punkte.