Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – OT: The Jewel of the Nile (1985)

Den heutigen Samstag habe ich fast nur draußen verbracht: Laufen, Rasenmähen und mit den Kindern radeln. Und all das bei recht durchwachsenem Wetter. Aber ist ja auch egal. Wir sind recht spät auf das Sofa gekommen und ich habe mich deshalb nach einem eher kurzen und entspannten Film umgesehen. Letztendlich ist „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ im Player gelandet, dessen Vorgänger mir vor einem guten halben Jahr erneut viel Vergnügen bereitet hat… 💎🐫

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Ein typisches Sequel der 80er Jahre

Wie schon der erste Teil gehörte auch „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ früher zu meinem Standardprogramm. Einfach ein Film, den man immer wieder einschaltet, wenn er im Fernsehen läuft. Kennt man heutzutage natürlich nicht mehr, doch damals war das so (schreibe ich als alter Mann). Irgendwann danach habe ich die Fortsetzung des 80er-Jahre-Hits noch einmal auf DVD nachgeholt. Vor über einem guten Jahr ist mir endlich die Blu-ray in die Hände gefallen, die bereits länger out-of-print ist und für entsprechende Preise (40 Euro aufwärts) gehandelt wird. Hier hatte es sich gelohnt, einmal wieder im örtlichen Elektromarkt zu stöbern. Aber was erzähle ich hier? Das werden eh nur die langsam aussterbenden Filmsammler verstehen.

Doch zurück zum Film: „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ ist ein typisches Sequel, das zumindest einen interessanten Zeitpunkt zum Wiedereinstieg wählt: Wie geht es mit dem Paar nach dem romantischen Höhepunkt weiter? Nachdem das aufregende Abenteuer vorbei ist? Das mochte ich recht gerne. Ansonsten wird die Meta-Ebene im Vergleich zum Vorgänger deutlich zurückgefahren. Das Urwald-Setting weicht der sengenden Wüstensonne und die Bösewichte sind aus heutiger Sicht unglaublich klischeehaft. Das White-Savior-Phänomen trifft hier leider durchaus zu, wenngleich sich unsere Helden oft auch einfach dämlich anstellen, was das Ausmaß dieses unschönen Stilmittels zumindest ein wenig relativiert. Aber ja, es ist eben ein Film der 80er Jahre, den man heute bestimmt nicht in dieser Art und Weise drehen würde. Im Kontext seiner Zeit aber immer noch sehr unterhaltsam und wunderbar altmodisch und mit famosen praktischen Effekten umgesetzt.

Fazit

Auch wenn der Film deutlich hinter „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zurückbleibt, so hatte ich doch auch mit der Fortsetzung wieder viel Spaß. Eben klassische 80er-Jahre-Unterhaltung, wofür man durchaus ein Faible mitbringen sollte. Dann aber kann man damit spaßige 100 Minuten verleben: 7/10 Punkte.

Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Philosopher’s Stone – Extended Cut (2001) (WS1)

Endlich ist Wochenende und dann noch ein langes. Hurra! Am späten Nachmittag waren wir noch eine Runde radeln, doch danach wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Nachdem speziell der Zwergofant in letzter Zeit verstärkt das Hörbuch hört, fiel die Wahl auf „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (erstmals im Extended Cut). Eigentlich hätte ich vermutet, dass die Filmreihe noch zu gruselig für ihn ist, doch da er die Geschichte bereits in Teilen kennt und seine gleichaltrigen Cousins den Film schon gesehen haben. Warum also nicht? 🧙‍♂️

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Hat der Film wirklich 19 Jahre auf dem Buckel?

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich mit 19 Jahren dann eben doch mal in dieses angesagte Kinderbuch reingelesen habe. Zwei Jahre später kam der Film in die Kinos und natürlich musste ich eine der ersten Vorstellungen besuchen. Seitdem habe ich jeden Band bei der Veröffentlichung der englischsprachigen Ausgabe verschlungen und auch jeden Film im Kino gesehen. Umso unfassbarer ist es für mich, dass seit meiner ersten Begegnung mi „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bereits 19 Jahre vergangen sind. Selbst meine letzte Sichtung liegt bereits 13 Jahre zurück. Eigentlich auch logisch, ist dieses Franchise inzwischen doch ein weltweites Phänomen, das mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ sogar eine Spin-off-Reihe bekommen hat. Umso erfreulicher, wie naiv und kindlich Chris Columbus‘ Einstieg in die Welt der Magie doch aus heutiger Sicht wirkt.

Ja, man merkt „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sein Alter an. Die Effekte sind teils ziemlich in die Jahre gekommen, das HD-Bildmaterial ist nicht übertrieben scharf, sondern wirkt angenehm analog, und der Film nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Geschichte. Vermutlich wird dies noch einmal durch den Extended Cut verstärkt, der tatsächlich nur mit Nebensächlichkeiten erweitert wurde (siehe Schnittbericht). Wie befürchtet hatte der Zwergofant gegen Ende ziemlich Angst, was aber auch verständlich ist, denn gerade das Finale dreht enorm an der Spannungsschraube. Mit den folgenden Teilen werden wir definitiv noch ein paar Jahre warten. Selbst das schwer beeindruckbare Zappelinchen war nach dem Film sichtlich mitgenommen.

Fazit

Mir hat „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bei der heutigen Sichtung wieder richtig gut gefallen. Für mich macht speziell John Williams‘ famoser Score 90% der Atmosphäre aus. Wirklich herausragend. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir in ein paar Jahren zur kompletten Saga zurückkehren werden: 8/10 Punkte.

The Girl with All the Gifts (2016)

Nach etlichen Filmabenden mit Kinderfilmen stand mir der Sinn heute einmal wieder nach erwachsenerer Unterhaltung. Doch zuvor musste erst noch eine Runde „Geister, Geister, Schatzsuchmeister!“ (in der schwierigen Variante) gespielt werden. Danach fiel die Wahl letztendlich auf „The Girl with All the Gifts“, von dem ich schon viel Gutes gehört hatte…

The Girl with All the Gifts (2016) | © LEONINE

The Girl with All the Gifts (2016) | © LEONINE

Einer der besten Zombie-Filme der letzten Jahre

Ich war zunächst etwas skeptisch, was die Handlung von „The Girl with All the Gifts“ angeht, denn Zombies mit Bewusstsein stehe ich eher skeptisch gegenüber. Hier hat Mike Carey, der Autor der Vorlage, jedoch einen wirklich nachvollziehbaren Grund für die Empfindungsfähigkeit der jugendlichen Zombies bzw. Hungries, wie sie im Film genannt werden, gefunden. Gerade die erste halbe Stunde ist extrem eindrucksvoll und bewegend inszeniert. Dies liegt auch stark am Score, der sich beinahe schon hypnotisch wie ein Klangteppich über die verstörenden Szenen legt. Danach wird der Film zwar ein wenig konventioneller, ohne jedoch an Wirkung zu verlieren.

An dieser Stelle möchte ich gar nicht zu viele Worte über die Handlung verlieren. Sie sticht aus dem Zombie-Einheitsbrei vor allem deshalb heraus, weil sie ihre Charaktere in den Vordergrund stellt. Gerade die titelgebende Melanie (großartig verkörpert von Sennia Nanua) ist eine unfassbar spannende Figur. Doch auch ihre eher klischeehaften Begleiter (u.a. von Gemma Arterton und Glen Close gespielt) wissen uns Zuschauer an sich zu binden. Die Atmosphäre des Films ist extrem dicht und er wirft so manche Frage auf, die unter anderem an „I Am Legend“ erinnert. Für mich wohl der beste Zombie-Film seit Danny Boyles „28 Days Later“. Vielleicht habe ich ein Faible für britische Zombies?

Fazit

Mir wird so manche Szene aus „The Girl with All the Gifts“ noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Film ist rasant, packend und überraschend. Genre-Fans sollten definitiv einen Blick riskieren: 8/10 Punkte. Hat jemand von euch die Vorlage gelesen?

Fünf Freunde 4 (2015)

Wir befinden uns mitten im langen Wochenende. Da das Wetter ziemlich famos war, hat sich dieses nicht auf meinen Filmkonsum ausgewirkt, sprich ich habe die letzten Abende auf der Terrasse verbracht. Heute wurde es jedoch merklich kühler, weshalb die Kinder einen Filmabend und damit „Fünf Freunde 4“ eingefordert hatten. Wie uns der letzte Teil mit der ursprünglichen Besetzung gefallen hat, lest ihr hier… 🐫

Fünf Freunde 4 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde 4 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe schon „Indiana Jones“ für Kinder

Hat bereits „Fünf Freunde 3“ mit einem exotischen Schauplatz und mehr Dramatik aufgetrumpft, wirkt der vierte Teil der Reihe noch einmal deutlich erwachsener. Es gibt kein dusseliges Gangster-Pärchen mehr als Gegenspieler, sondern knallhart agierende Bösewichte. Das Leben der Kinder steht mehr als nur einmal auf dem Spiel, was in wirklich dramatischen Szenen gipfelt. Der Zwergofant war sichtlich mitgenommen. Nein, mit den beschaulichen Abenteuern von „Fünf Freunde“ oder „Fünf Freunde 2“ hat dieser Teil nur noch wenig gemeinsam.

Diese Änderung mag zunächst ein wenig befremdlich wirken, aber es ist irgendwie auch ein logischer Schritt. Die Kinder sind inzwischen Teenager und ein weiteres, etwas naives Abenteuer hätte vermutlich nicht mehr gepasst. Mit Verfolgungsjagden über Dächer und dramatischer Grabräuberei sowie tödlichen Fallen erinnert „Fünf Freunde 4“ oft eher an „Indiana Jones“ als an einen Fall einer Kinderkrimi-Reihe.

Fazit

Auch wenn ich die ersten drei Teile wohl etwas lieber mochte, so hat mir der fulminante Abschluss der Reihe doch gut gefallen. Den Kindern ging es ähnlich und ich bin jetzt schon gespannt, ob wir uns mit den neuen Schauspielern des fünften Teils anfreunden können werden: 7/10 Punkte.

Star Force Soldier – OT: Soldier (1998)

Am heutigen Samstag haben wir eifrig im Garten gewerkelt und gegen Abend habe ich mich mit dem Zwergofanten noch zu einer kurzen Radtour aufgemacht. Danach waren die Kinder platt und auch wir Eltern sind gegen 20:30 Uhr erschöpft auf das Sofa gefallen. Mit „Star Force Soldier“ ist deshalb einmal mehr ein Film mit überschaubarer Laufzeit in den Player ist gewandert. Ein Film, der schon ewig auf meiner Liste stand…

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Altmodische Militär-Action mit Endzeit-Setting

Paul W. S. Anderson gehört nicht gerade zu den angesehensten Regisseuren. Seinen Sci-Fi-Horror-Streifen „Event Horizon“ schätze ich jedoch sehr und selbst den ersten „Alien vs. Predator“ finde ich unterhaltsam. Um seinen 1998er Sci-Fi-Actioner „Star Force Soldier“ ranken sich einige Legenden, welche wohl vor allem dadurch geschürt werden, dass der Film in Deutschland lange Zeit nicht ungeschnitten erhältlich war. Mit dem schönen Media Book von Koch Media sollte ich nun die Gelegenheit bekommen, mir selbst ein Bild von diesem scheinbar ultrabrutalen Werk zu machen. Erwartungen waren durchaus vorhanden, wenngleich ich auch nicht mit einem Überflieger gerechnet hatte. Letztendlich bietet der Film solide Unterhaltung mit ein paar wunderbar altmodischen Action-Szenen in real gebauten Sets. Allerdings lässt er an Handlung, Montage und Score einiges vermissen.

Kurt Russell gibt den titelgebenden Soldaten wunderbar stoisch und wortkarg, was allerdings nicht einer gewissen Komik entbehrt. Überhaupt ist das dargestellte Militär-Regime so überzeichnet, dass das nicht so recht mit dem düsteren Grundton des Films zusammenpassen will. Die Siedlung auf dem Planeten erinnert wiederum an „Mad Max“ (speziell den dritten Teil) und was die konstruierte Verbindung zu „Blade Runner“ angeht, so wirkt dies eher wie ein Scherz. Sonderlich brutal ist der Film übrigens auch nicht. Heute gibt es in jeder Pay-TV-Serie härtere Szenen zu bewundern.

Fazit

Nein, „Star Force Soldier“ ist kein verschollener Kultfilm der späten neunziger Jahre. Sci-Fi-Freunde dürfen aufgrund der wirklich netten Schauplätze ruhig einmal reinschauen. Auch die Action macht durchaus Laune, doch wirklich überzeugend ist das alles nicht. Mit einem zugedrückten Auge gibt es gerade noch 6/10 Punkte.

Fünf Freunde 3 (2014)

Schon die ganze Woche freuen sich unsere Kinder auf den wöchentlichen Filmabend. Natürlich haben wir ihnen ihren Wunsch erfüllt und „Fünf Freunde 3“ eingeschaltet. Der Abenteuerfilm wurde sehnlichst erwartet und auch mir stand nach einer anstrengenden Woche der Sinn nach eskapistischer Unterhaltung. Mit seinem Urlaubssetting war der Film dafür auch bestens geeignet… 🌊🌴

Fünf Freunde 3 (2014) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde 3 (2014) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Das Abenteuer wird noch abenteuerlicher

Hat bereits „Fünf Freunde 2“ die Schauplätze im Vergleich zum ersten Teil deutlich erweitert, geht es im dritten Abenteuer nach Thailand auf eine exotische Insel. Inklusive Sandstrand, einem Schiffswrack im türkisblauen Meer und einer mysteriösen Höhle. Mit dem etwas betulichen Abenteuer an der Nordsee hat der jüngste Fall der Fünf Freunde nicht mehr viel gemein. Zwar ist die Kulisse wirklich sehenswert, doch wäre meiner Meinung nach gar nicht so viel Exotik nötig gewesen. Dennoch hatte auch ich wieder viel Spaß mit dem Film. Für den Zwergofant war der Tauchgang ins Wrack samt Hai-Angriff dann doch etwas zu spannend:

„Ich bin nicht so der Wrack-Mensch.“
– Der Zwergofant

Insgesamt bietet auch „Fünf Freunde 3“ eine nette Geschichte mit einem etwas doofen Verbrecherduo, einer neu gewonnenen Freundin und wahrlich abenteuerlichen Schauplätzen. Die Kids hatten sehr viel Spaß mit dem Film (trotz Wrack).

Fazit

Auch der dritte Teil der Reihe bietet die bereits bekannte Kinderunterhaltung, die in diesem Fall noch größer und exotischer erzählt wird als bisher. Das lässt ein wenig Charme vermissen, ist aber für das jüngere (und auch das ältere) Publikum dennoch einen Blick wert: 7/10 Punkte.

Fünf Freunde 2 (2013)

Nachdem wir den Freitagabend mit Kartenspiel und gemütlichem Tischfeuer auf der Terrasse verbracht hatten, ist der wöchentliche Filmabend ausgefallen. Ausgefallen? Nein, nur verschoben. Auch wenn wir heute sehr  spät auf das Sofa gekommen sind, so hatten wir den Kindern doch die Sichtung von „Fünf Freunde 2“ versprochen. Das Abenteuer hat bis weit nach 22 Uhr gedauert, doch von Müdigkeit war (zumindest während des Films) nichts zu spüren… 🏰🐶

Fünf Freunde 2 (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde 2 (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Eine wirklich gelungene Fortsetzung

Über „Fünf Freunde 2“ kann ich eigentlich genau das gleiche sagen, wie über den ersten Teil der Reihe: Der Film bietet ein wunderbar kindgerechtes Abenteuer, das mit viel Humor und spannenden Schauplätzen aufgewertet wird. Die Dynamik zwischen den jungen Schauspielern ist zudem wirklich gelungen, so dass der Spaß selbst bei uns erwachsenen Zuschauern nicht zu kurz kam. Mit Oliver Korittke und Peter Lohmeyer dürfen auch wieder zwei bekannte deutsche Darsteller die Bösewichte mimen. Für alle Beteiligten offensichtlich ein großes Vergnügen.

Ich persönlich fand das Setting auf der Burg sowie das an „Indiana Jones“ erinnernde Finale samt entsprechenden Fallen sehr gelungen. Ansonsten wirkt alles noch einmal größer und schneller als noch im eher betulichen ersten Teil. Das macht aber auch nichts, denn somit liefert „Fünf Freunde 2“ so ziemlich genau das, was man von einer Fortsetzung erwarten würde.

Fazit

Die Kinder waren begeistert und auch ich hatte sehr viel Spaß mit „Fünf Freunde 2“. Eine absolut gelungene Filmreihe, die Kinder wunderbar an das Abenteuer- und Krimi-Genre heranführt. Der dritte Teil wird bei unseren Filmabenden nicht lange auf sich warten lassen: 7/10 Punkte.

Searching (2018)

Der zweite Tag des langen Wochenendes ist bereits vorbei. Nachmittags haben die Kids und ich Räder geputzt und gegen Abend bin ich mit dem Zwergofanten noch zu einem Erkundungsspaziergang in den Wald aufgebrochen. Nach dem Abendessen gab es noch eine kurze Runde Xbox und im Anschluss haben wir die Kids zu ihrem selbst erwählten Nachtlager auf dem Dachboden gebracht. Somit war es bereits kurz vor 21 Uhr, bis wir mit „Searching“ einen Film in den Player geschoben haben… 💻👨‍💻

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die Form steht hier (zurecht!) im Mittelpunkt

Ich hatte im Vorfeld meiner Sichtung schon viel Gutes über „Searching“ gelesen. Dennoch war ich sehr skeptisch, ob mich ein gesamter Film, der nur über Geschehnisse am Bildschirm erzählt wird, packen können würde. Dies hat Regisseur Aneesh Chaganty jedoch gekonnt aufgelöst, indem er uns in den ersten 10 Minuten durch das Leben von Familie Kim inklusive aller Lebenshöhepunkte und Schicksalsschläge führt. Emotional unfassbar stark und ich musste, trotz des unterschiedlichen Genres und einer komplett anderen Inszenierung, an die ersten Minuten aus Pixars famosem „Oben“ denken. Auch im weiteren Verlauf ist die ungewöhnliche Form nicht störend, sondern eher spannend. Und unglaublich immersiv. Dies habe ich vor allem nach dem Film gemerkt, als ich mich selbst an den Computer gesetzt habe. Sofort war dieses vertraute Gefühl wieder da. Wirklich sehr stark eingefangen.

Inhaltlich erleben wir eine ziemlich klassische Kriminalgeschichte, die mit der einen oder anderen Wendung zu überraschen weiß. Auch wenn diese teils ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt, so gibt es für jedes Setup doch ein Payoff und die Details passen wie Puzzle-Teile zusammen. Dennoch ist die Form des Film zweifellos das Element, was ihn so besonders macht. Und ja, ich bin wirklich begeistert. Oft wird über mangelnde Innovation gejammert und „Searching“ ist innovativ. Und nicht nur das, er ist auch smart erzählt. Wenn der Vater (gespielt von John Cho) eine Nachricht wieder löscht und umformuliert, dann sagt das unglaublich viel über die Figur und ihre Beziehung zum Empfänger bzw. der Empfängerin aus. Man merkt dem Film an, dass sich die Autoren und der Regisseur viel Mühe gegeben und auf die Details geachtet haben. Sehr beeindruckend.

Fazit

Ich hätte nicht vermutet, dass mich „Searching“ so komplett begeistern würde. Auch wenn im Grunde nur eine teils übertriebene Kriminalgeschichte erzählt wird, so hat man die Umsetzung in dieser Art und Weise noch nicht gesehen. Einfach nur famose Unterhaltung: 9/10 Punkte.

Downton Abbey (2019)

Nach einem verdienten freien Tag, an dem es eigentlich gar nichts zu tun gab, ich aber irgendwie doch die ganze Zeit am rennen war, sind wir abends recht spät aufs Sofa gekommen. Deshalb wollte ich mich auch nicht mit der Filmwahl aufhalten und habe direkt „Downton Abbey“ in den Player geschoben. Die Serie hatten wir erst vor knapp zwei Wochen beendet und ja, es hat sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen… 🏰

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Downton Abbey (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wie eine übergroßes Weihnachts-Special

Schon während der ersten Klänge des Scores hatte ich eine Gänsehaut. Diese hat sich gesteigert, bis zum ersten Mal das Anwesen selbst in einer wunderschönen Kamerafahrt ins Bild kam. Hach. Einfach nur toll! Der Rahmen der Handlung, dass die die britische Monarchie zu Gast auf Downton Abbey sein würde, war perfekt gewählt, um das Leben der Figuren ordentlich aufzuwirbeln. Dabei hat man es tatsächlich geschafft, den gesamten Cast wieder zusammenzutrommeln und zwar sowohl oben als auch unten. Dabei entwickeln sich die Figuren weiter und ich habe mich speziell für Thomas Barrow gefreut, der zum ersten Mal seit Beginn der Serie ein wenig persönliches Glück erfährt. Doch auch viele andere Figuren (z.B. Violet Crawley oder Tom Branson) werden konsequent weitererzählt. Das mochte ich sehr.

Insgesamt sollte man von „Downton Abbey“, dem Film, aber nicht erwarten, dass er etwas anderes wäre als eine Sonderfolge der Serie. Er fühlt sich an wie ein noch einmal pompöseres Weihnachts-Special, was ich aber nicht schlimm finde. Wie sollte er auch etwas komplett Neues erzählen? Ich habe diese Rückkehr nach Downton Abbey auf jeden Fall sehr genossen und würde mich auch sehr über eine Fortsetzung freuen. Als wir den letzten Blick auf das Anwesen geworfen haben, war ich sogar ein wenig traurig, denn im Gegensatz zum Finale der Serie, gibt es aktuell kein weiteres Kapitel. Der Film im Regal (in einer wunderschönen Edition, siehe Foto unten) war immer noch das Versprechen einer baldigen Rückkehr:

Fazit

Vermutlich werden sich ohnehin nur Fans der Serie an den Film „Downton Abbey“ heranwagen. Und diese werden keinesfalls enttäuscht sein. Ich hatte enorm viel Spaß, den liebgewonnen Figuren erneut einen Besuch abzustatten. Deshalb gibt es von mir komplett subjektive 9/10 Punkte.

Fünf Freunde (2012)

Hatte diese Arbeitswoche wirklich nur vier Tage? Mir kam sie mindestens doppelt so lang vor. Die Emotionen sind teils hoch gekocht und ich bin einfach nur noch durch. Somit habe ich mich auch auf den Filmabend mit der Familie gefreut, für den wir kurzentschlossen „Fünf Freunde“ auf Prime Video ausgewählt haben. Der Zwergofant war zunächst nicht begeistert, doch letztendlich hatten wir alle viel Spaß… 🚲🐶

Fünf Freunde (2012) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde (2012) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein wunderbar kindgerechtes Abenteuer

Meine Kinder lieben es, „Die drei ??? (Kids)“ auf CD oder via Streaming zu hören. Ich dagegen habe als Kind nur „TKKG“ (eher selten) oder „Fünf Freunde“ (sehr häufig) gehört. Natürlich nicht auf CD, sondern MC (auch bekannt als Kassette). Noch heute befinden sich davon etliche im Keller, leider ohne passendes Abspielgerät. Ich habe die Abenteuer-Geschichten von Enid Blyton geliebt und auch ihre Bücher, wie z.B. „Das Tal der Abenteuer“, verschlungen. TV-Adaptionen ihrer Werke habe ich als Kind jedoch nie gesehen. Somit war ich gespannt auf die moderne Verfilmung, gerade auch weil es eine deutsche Produktion ist. Tatsächlich funktioniert die Verlagerung an die norddeutsche Küste recht gut. Nur seltsam, dass alle Figuren dennoch englische Namen haben.

„Fünf Freunde“ ist ein absolut kindgerechtes Abenteuer, das auch erfrischend wenig amerikanisiert wurde. Erinnerungen an „Die Goonies“ oder „Stand by Me“ werden also eher nicht wach. Doch das macht nichts, denn das Gefühl der Hörspiele wird gekonnt eingefangen. Die Spannung ist genau auf einem solchen Level, dass die Kinder sich in das Sofa gekrallt und beim erlösenden Lacher sichtlich aufgeatmet haben. Eben ein wahrhaftiger Kinderfilm. Und das muss ja nichts Schlechtes sein.

Fazit

Nachdem ich zu Beginn durchaus ein wenig skeptisch war, habe ich Gefallen an „Fünf Freunde“ gefunden. Auch der Zwergofant und das Zappelinchen waren begeistert und somit dürften die nächsten Filmabende mit der ganzen Familie bereits verplant sein: 7/10 Punkte.