Star Wars: Angriff der Klonkrieger – OT: Star Wars: Attack of the Clones (2002)

Der letzte Filmabend liegt schon einen Monat zurück. Unglaublich. Vermutlich wird „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“ auch der einzige Film im Juni bleiben. Es gibt einfach viel zu viel zu tun und das gute Wetter lockt nach draußen. Heute jedoch hat es geregnet und somit konnten wir uns guten Gewissens vor den Fernseher zurückziehen. Viel zu spät (wir wurden erst nach 22 Uhr fertig), aber dennoch. ⚔

Star Wars: Angriff der Klonkrieger (2002) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Angriff der Klonkrieger (2002) | © Lucasfilm & Walt Disney

Eine starke Fortsetzung mit großen Schwächen

Ihr seht es schon im Zwischentitel: „Star Wars: Episode II“ ist ein Film voller Widersprüche. Dabei war ich nach der Erstsichtung im Kino damals positiv überrascht. Zumindest fand ich ihn deutlich besser als „Die dunkle Bedrohung“. Seitdem habe ich den Film vielleicht noch zweimal gesehen und sowohl die positiven Aspekte sind gewachsen als auch negative hinzugekommen. Wenn man sich die Filmblase im Internet so anschaut, dann hat der damals verhasste „Star Wars: Episode I“ an Popularität zugelegt, während „Der Angriff der Klonkrieger“ in der Rangliste ganz unten angekommen ist. Ich kann teils verstehen warum und doch mag ich den Mittelteil der Prequel-Trilogie immer noch sehr gerne.

Fangen wir zunächst mit den offensichtlichen Schwächen an: Das Drehbuch gewinnt keine Preise. Damit meine ich weniger die Gesamtgeschichte um die Klonarmee und die Machtergreifung durch Senator Palpatine, sondern eher die Dramaturgie und Dialoge. Gerade Hayden Christensen sagt teils Dinge, die akut Fremdscham heraufbeschwören. Dabei möchte ich die Liebesgeschichte nicht nur kritisieren, die natürlich unfassbar kitschig ist (und das nicht einmal auf charmante Art und Weise), sondern muss auch zugeben, dass mir der Aspekt der Handlung eigentlich gut gefällt. Es hätte eben nur eine(r) fähigeren Drehbuchautor*in bedurft. Somit wechseln sich cringe und staunen während des Films konsequent ab. Auf der Habenseite hat „Star Wars“ eben auch solche Elemente:

„Bei den meisten Action-Filmen kämpfen nur die Männer mit Schwertern oder Waffen. Bei „Star Wars“ kämpfen auch die Frauen. Das gefällt mir.“
– Das Zappelinchen nach dem Film

Stilprägend für die kommenden 20 Jahre

Ich höre viele von euch schon meckern, wie viel CGI in dem Film steckt und dass die virtuellen Sets heute unglaublich künstlich aussehen. Da nehme ich direkt einmal die Gegenposition ein: Für mich hat der Look des Films immer noch funktioniert. Es gibt etliche reale Elemente, welche gekonnt mit den virtuellen Sets kombiniert wurden. Damit ist „Star Wars: Episode II“ einer der ersten Filme, die diesen Ansatz so konsequent umgesetzt haben. Vor 20(!) Jahren. Heute wird nahezu jeder aktuelle Blockbuster auf diese Art und Weise produziert. Das muss man nicht mögen oder gut finden, aber George Lucas hat mit der digitalen Produktion damals (einmal wieder) das Kino revolutioniert. Klar sieht heute nicht mehr jede Szene perfekt aus und die CGI-Elemente sind oft zu präsent, doch andere Szenen müssen sich, auch was die Interaktion zwischen CG-Charakteren und Schauspieler*innen angeht, nicht vor modernen Filmen verstecken (was wohl mehr über das aktuelle Kino aussagt, als über diesen Film). John Williams Score ist zudem wieder ein Traum.

Fazit

Haben die Kinder den Vorgänger noch eher gemischt aufgenommen, so waren heute beide begeistert von „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“. Das Zappelinchen vermutlich sogar noch mehr als der Zwergofant (der übrigens immer noch über den Zusammenhang zwischen Senator Palpatine, Darth Sidious und den Imperator nachdenkt). Ich hatte wieder viel Spaß mit „Episode II“ und drücke hier gerne ein paar Augen zu bzw. stehe auf der hellen Seite der Bewertungsskala: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Superstore – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

Da „Brooklyn Nine-Nine“ leider noch nicht komplett bei Netflix verfügbar ist, habe ich nach Ersatz gesucht. Eine mehr als geschätzte Kollegin hat immer mal wieder von einer Serie namens „Superstore“ erzählt, was mich dazu gebracht hat, in diese zumindest einmal reinzuschauen. Ich war schon nach ein paar Episoden am Haken und habe die Serie enorm schnell durchgeschaut. Wunderbare Feierabendunterhaltung. 🛒

Superstore | © NBC

Superstore | © NBC

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Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter – OT: Star Wars: Return of the Jedi (1983)

Schon vor Beginn dieser Woche war mir klar, dass sie sehr anstrengend werden würde. Seit meiner Sichtung von „Das Imperium schlägt zurück“ am letzten Wochenende habe ich mich somit auf den heutigen Filmabend gefreut. Natürlich stand „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ auf dem Programm. Auch die Kinder war voller Vorfreude, da sie selbst einen aufregenden Tag hatten und die Booster-Impfung tapfer über sich ergehen haben lassen. Also auf zu den Sternen! 🌲🐻🚀

Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) | © Lucasfilm & Walt Disney

Ein bombastisches und befriedigendes Finale

Auch in diesem Film stecken unfassbar viele Erinnerungen. Alleine der Anfang in Jabbas Palast, die Schweinewachen, Leias Kostüm, der Rancor, der Kampf an der Sarlacc-Grube. So viele ikonische Momente. Gerade nach der kürzlichen Sichtung von „The Book of Boba Fett“ war es lustig, wieder in Jabbas Palast zurückzukehren. Für mich dennoch nicht der stärkste Teil des Films. Dieser ist zweifellos die Konfrontation zwischen Luke und Vader sowie dem Imperator. Letztendlich ist „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ eben eine Vater-Sohn-Geschichte, die hier aufgelöst wird. In meiner Erinnerung waren diese Szenen noch intensiver und ausführlicher. Vermutlich würfle ich aber Anakins Gespräche mit Palpatine dazwischen. Den recht ausführlich erzählten Kampf auf Endor fand ich heute sehr unterhaltsam. Viele Fans der klassischen Trilogie mögen ja die Ewoks nicht, weil sie zu viel Humor und kindgerechte Unterhaltung in den Film einbringen. Für mich gehören sie jedoch einfach zum Filmerlebnis dazu.

„Ich fand das am Anfang mit der Riesenschnecke nicht so toll. Aber den Rest fand ich voll cool!“
– Der Zwergofant nach dem Film

Beeindruckende Technik und fragwürdige VFX

Im Gegensatz zu „Eine neue Hoffnung“ und „Das Imperium schlägt zurück“ sind mir die bearbeiteten Szenen der Special Edition hier deutlich negative aufgefallen. Gerade die Sarlacc-Grube, die CGI-Sängerin oder auch so manche Feierlichkeiten am Ende des Films. Großartig sind jedoch nach wie vor die Weltraumschlachten, die für 1983 eine unfassbare Dynamik besitzen. Hier wirkt der Film zu keinem Zeitpunkt schon beinahe 40 Jahre alt (das wäre übrigens ein guter Zeitpunkt für den Release der ursprünglichen Kinofassungen). Aber sind alles Details und Jammern auf hohem Niveau. Wenn man sich, wie ich heute, von der Nostalgie und der kindlichen Begeisterung der Mitzuschauer*innen anstecken lässt, dann sind alle Defizite schnell vergessen.

Fazit

„Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ war ein echtes Erlebnis für uns Wachgebliebene. Das Zappelinchen und der Zwergofant waren sich einig, dass dies der bisher beste Teil der Reihe ist. Obwohl ich den Film nach wie vor liebe, muss ich doch zugeben, dass er im Vergleich zu den beiden Vorgängern objektiv betrachtet ein wenig abfällt. Aber dies ist ja eine sehr subjektive Besprechung und deshalb gibt es auch hierfür: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück – OT: Star Wars: The Empire Strikes Back (1980)

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu und mir persönlich hat es an Highlights gefehlt. Somit habe ich für den heutigen Filmabend mit „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“ einen meiner Favoriten vorgeschlagen und zumindest der Zwergofant war hellauf begeistert. Meine letzte Sichtung des Films liegt schon ewig zurück und ich hätte davor am liebsten noch einmal „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ gesehen, doch der Rest war heiß auf die Fortsetzung. Warum also auch nicht? 🥶🚀☁

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

In jeder Hinsicht eine perfekte Fortsetzung

Eigentlich hätte „Episode IV: A New Hope“ auch als alleinstehender Film funktioniert. Damals hat natürlich noch niemand an ein Franchise dieser Größenordnung gedacht. Umso erstaunlicher ist es, wie gelungen die Fortführung der Geschichte ist. Nicht nur sind die Effekte noch einmal perfekter, die Schauplätze noch exotischer und die Action mitreißender, nein, es ist vor allem die Mythologie von „Star Wars“, die hier ausgebaut wird: Der erste Auftritt von Yoda, das Beziehungsgeflecht rund um die Skywalkers, der Imperator, Boba Fett und weitere unzählige Details, die „Star Wars“ heute zu dem machen, was man eben unter „Star Wars“ versteht. Das noch einmal mitzuerleben war schon gigantisch. Auch wenn das Zappelinchen und der Zwergofant sich der Tragweite des Gesehenen nicht immer klar waren, so saßen beide jedoch wie gebannt vor dem Fernseher. Speziell die große Enthüllung kam schockierend:

„Ist das wirklich sein Vater? Nein oder? Das kann nicht sein. Er lügt doch!“
– Der Zwergofant während des Schlusskampfes

Mich wundert es ja, dass dieser Fakt bisher noch nicht durch Sekundärliteratur, Sammelbilder, LEGOs usw. gepoilert wurde.

Der beste „Star Wars“-Film?

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, ob „Das Imperium schlägt zurück“ tatsächlich der beste aller „Star Wars“-Filme ist. So einfach ist die Frage nicht zu beantworten, denn für mich ist gerade die erste Trilogie eigentlich ein großer, zusammenhängender Film. Dabei übertrumpft sie sowohl die Prequel-Trilogie als auch speziell den Abschluss der Skywalker-Saga um Welten. Interessanterweise ist die Struktur des Films eher holprig: Alleine Lukes Verschwinden in der Eiswüste von Hoth nimmt knapp 20 Minuten in Anspruch. Dann gibt es alle paar Minuten einen Schauplatzwechsel, was vom Rhythmus her gesehen überhaupt nicht funktionieren dürfte. Und doch wirkt „The Empire Strikes Back“ in jeder Hinsicht rund. Noch runder als „A New Hope“, doch besser? Glücklicherweise muss ich mich nicht entscheiden und kann beide Teile zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Ich freue mich jetzt schon auf die Sichtungen der weiteren Teile:

Fazit

Nachdem der Zwergofant auch diesen düstereren FSK-12-Teil gut weggesteckt hat, steht der Sichtung von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ nichts im Wege. Vor dem Zubettgehen hatte er noch viele Fragen zu diversen Verwandtschaftsverhältnissen und ich bin mir sicher, dass „Star Wars“ morgen das dominierende Thema bei uns sein wird. Darauf freue ich mich jetzt schon. Gibt es etwas Schöneres? Der Film ist bei (fast) allen Mitschauer*innen sehr gut angekommen: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 4

Nach einer etwas schwächeren Serie habe ich mich einem Highlight in meinem Programm gewidmet, der vermutlich besten aktuell laufende Serie: „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 4“. Seit der famosen dritten Staffel sind pandemiebedingt über zwei Jahre ins Land gezogen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Ob diese erfüllt werden konnten, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎙👗

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 4 | © Amazon Prime Video

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 4 | © Amazon Prime Video

Der langsame Aufstieg nach dem Fall

Da wartet man über zwei Jahre auf die neue Staffel und dann sind die acht Episoden in knapp zwei Wochen durchgeschaut. Ich prangere das an! Natürlich hätte ich mir mehr Zeit lassen können, doch wie realistisch ist das schon? Das spricht für die hohe Qualität der vierten Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“, auch wenn die Serie rein handlungstechnisch ein wenig auf der Stelle tritt. Zumindest für Midge, denn die meisten anderen Figuren erfahren spannende, urkomische und herausfordernde Entwicklungen. Im Vergleich zur zweiten Staffel, die größtenteils in den Catskills spielt, und der dritten Staffel, in der es mit Shy Baldwin auf Tour geht, befinden wir uns im vierten Jahr ganz schnöde in New York City. Back to the roots sozusagen. Auch im übertragenen Sinne, denn wie bereits in der ersten Staffel muss sich Midge wieder nach oben kämpfen. Allerdings bringt sie inzwischen viel mehr Erfahrung mit, was der Staffel eine neue, selbstbewusste Dynamik gibt.

Noch spannender fand ich jedoch beinahe die Geschichten der anderen Figuren: Gerade Susies hart erkämpfter Einstieg in die Geschäftswelt hat mir ausgezeichnet gefallen. Da liebe ich wirklich alles dran. Auch die Erzählstränge rund um Abe und Rose mochte ich wieder sehr gerne. Unvergessen bleibt Roses Auftritt unter Hypnose. Das war pures Comedy-Gold. Dann natürlich Joel, der aufgrund vieler Änderungen in seinem Leben unter Strom steht, der sich als Figur jedoch positiv weiterentwickelt. Selbst Midge, die ein wenig auf der Stelle zu treten scheint, hat so viele famose Szenen. Schon alleine, wie sie den Stripclub umkrempelt und sich dort neu positioniert. Großartig! Am Ende der Staffel trifft sie erneut auf Lenny Bruce, was für sie sowohl persönlich als auch beruflich eine einschneidende Begegnung ist. Das Finale der Staffel ist damit wunderbar emotional, auch wenn es den Knalleffekt des Vorjahres vermissen lässt. Dieser Abschluss passt allerdings perfekt zu dieser kleiner wirkenden Staffel. Die abschließende fünfte Staffel darf gerne ein paar Episoden länger laufen. Seufz.

Fazit

Auch wenn die vierte Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ keine großen, inhaltlichen Sprünge macht, so war ich doch wieder komplett begeistert. Ich mag einfach nicht glauben, dass die Staffel schon wieder vorbei ist und dass die fünfte die letzte sein soll. Das wird ein schwerer Abschied. Für mich nach wie vor die beste Serie, die man sich momentan anschauen kann: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Das Buch von Boba Fett – OT: The Book of Boba Fett – Staffel 1

Nachdem ich spät auf den „The Mandalorian“-Zug aufgesprungen bin, war ich davon letztendlich doch recht begeistert. „The Book of Boba Fett“ hätte ich dagegen nicht unbedingt sehen müssen, fand ich die Figur doch schon in „The Mandalorian“ nicht sonderlich spannend. Aber inhaltlich sollte die Serie wohl sehr mit der Mutterserie verknüpft ein. Und genau so war es letztendlich auch… 🏜

The Book of Boba Fett | © Walt Disney

The Book of Boba Fett | © Walt Disney

All Filler, Almost No Killer oder Mando 2.5

In vielerlei Hinsicht wirkt „The Book of Boba Fett“ auf mich so, als wäre die Entscheidung, diese Serie zu produzieren, recht spontan getroffen worden. Das Writing schwankt oft zwischen platt und befremdlich. Als hätte man ein Kind beim Spielen mit seinen Kenner-Figuren beobachtet. Gerade während der ersten vier Episoden wirkt die Struktur der Serie auch so, als würde man versuchen zwanghaft bekannte Schauplätze/Ereignisse aus „Star Wars“ zu integrieren. Aber das liegt wohl auch in der Natur der Figur Boba Fett. Auch die Erzählung in zwei Zeitebenen wirkt strukturell unbeholfen und forciert. Als hätte man ein paar lose Ideen gehabt und diese zusammengeworfen. All das ist durchaus unterhaltsam und ich hatte meinen Spaß damit, aber so richtig rund wirkt es nicht. Und was sollte das mit dem Spice auf Tatooine? Sollte das ein Crossover mit „DUNE“ werden? (Ja, ich weiß, das wurde schon früher in „Star Wars“ erwähnt, doch so wie es hier dargestellt wird, wirkt es einfach befremdlich.)

Die besten Episoden sind zweifellos die rund um den Mandalorianer. Hier wird deutlich, dass die Serie eigentlich nur ein Vehikel ist, um die Zeit bis zur dritten Staffel  von „The Mandalorian“ zu überbrücken. Gerade die fünfte und sechste Episode fand ich rundum gelungen. Natürlich viel Fanservice, aber schöne emotionale Momente und technisch wirklich beeindruckend. Boba Fett spielt in diesen Episoden nahezu keine Rolle und ich habe ihn und seinen Konflikt auch nicht wirklich vermisst. Im äußerst actionreichen Finale kommen dann beide Erzählstränge zusammen. Mir war es fast schon zu viel Action und auch hier haben mich eher die Szenen um den Mandalorianer gefesselt. Auch handlungstechnisch passiert einiges, das eigentlich Voraussetzung für die Fortführung der Hauptserie ist. Gesehen haben sollte man die Serie als Fan des Franchises also durchaus. Schon allein, um auf dem Laufenden zu sein.

Fazit

Es ist schwierig mit „The Book of Boba Fett“ und mir. Aber ich bin ja nicht der einzige, dem es so geht. Die ersten vier Episoden fühlen sind nicht rund und wie Flickwerk an, danach macht die Serie einen qualitativen Sprung, was vermutlich auch daran liegt, dass hier eher die dritte Staffel von „The Mandalorian“ vorbereitet wird. Vermutlich wäre es sinnvoller gewesen, diese zwei bis drei Episoden direkt vor die dritte Staffel der Hauptserie zu stellen: 7/10 (6.9) Punkte.

Das schönste Mädchen der Welt (2018)

Der Zwergofant weilt bereits seit heute Mittag auf einem Kindergeburtstag. Somit war der perfekte Zeitpunkt für das Zappelinchen, sich mit „Das schönste Mädchen der Welt“ endlich den Film anschauen, von dem sie schon ewig träumt und für den ihr Bruder noch zu jung ist. Als guter Vater habe ich mich natürlich mit ihr vor dem Fernseher eingefunden… 🎤❤

Das schönste Mädchen der Welt (2018) | © Tobis (Vertrieb LEONINE)

Das schönste Mädchen der Welt (2018) | © Tobis (Vertrieb LEONINE)

Eine schöne Teenie-Romanze aus Deutschland

Bisher haben wir mit den Kindern an Filmabenden eher Kinderfilme angeschaut. Irgendwie logisch. Mit dem Sprung in der Altersfreigabe ging es auch ab in die Teenie-Welt mit zotigen Sprüchen, Sex und Liebe. Auch das war zu erwarten. Ich habe mich dabei fast etwas alt gefühlt und mir vorgestellt, wie es gewesen wäre, hätten unsere Eltern damals „American Pie“ und Co. mit uns zusammen gesehen. Doch der Vergleich hinkt, denn „Das schönste Mädchen der Welt“ ist weit nicht so auf Sex und Fäkalhumor fokussiert, wie der US-Teenie-Klamauk, und ich hatte meine Teenager-Jahre damals schon so gut wie hinter mir. Außerdem hätten meine Eltern auch keine solchen Filme mit mir angeschaut. Auf jeden Fall habe ich mich sehr bewusst in der Rolle des Vaters gefühlt und eine beobachtende Perspektive im Hinblick auf das, was für das Zappelinchen noch ansteht, eingenommen.

Hinter all dem übertrieben coolen Jugendgehabe versteckt sich eine wirklich sehenswerte, moderne Cyrano-de-Bergerac-Adaption mit viel Musik, Humor und Herzschmerz. Die Schauspieler*innen, allen voran Luna Wedler als Roxy und Aaron Hilmer (u.a. „Sløborn“) als Cyril, harmonieren wunderbar miteinander und bringen eine enorme Energie mit. Natürlich ist die Handlung alles andere als überraschend und der Film endet so, wie eben jede andere Cyrano-de-Bergerac-Variante. Macht aber nichts, denn „Das schönste Mädchen der Welt“ hat das Herz am rechten Fleck.

Fazit

Mir hat „Das schönste Mädchen der Welt“ tatsächlich ziemlich gut gefallen. Ohne die (jetzt klinge ich wie der größte Boomer) übertrieben vulgäre Sprache vermutlich noch besser. Das Zappelinchen war auch begeistert, wobei man ihr schon angemerkt hat, dass dies (glücklicherweise!) auch noch nicht so richtig ihre Welt ist. Da stehen uns noch ein paar interessante Jahre bevor. Den Film an sich kann ich durchaus empfehlen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: auf einem Kindergeburtstag)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

This Is Us – Season 5

Nach dem tiefen Eintauchen in „The Expanse“ stehen ein paar Serien auf dem Programm, die ich jährlich verfolge. Das kommt nicht mehr häufig vor, doch sind es Shows, die mir inzwischen wirklich viel bedeuten. Den Anfang macht „This Is Us – Season 5“ und das bedeutet, dass seit Sichtung der vierten Staffel nur fünf Monate vergangen sind. Dies hat den Wiedereinstieg deutlich vereinfacht… 🥰

This Is Us – Season 5 | © NBC

This Is Us – Season 5 | © NBC

Corona ist in der Serienwelt angekommen

Die fünfte Staffel von „This Is Us“ ist die erste Serie, welche die Corona-Pandemie in ihre Serienwelt einbaut. Zumindest die erste, die ich gesehen habe. Das wirkt zugleich höchst aktuell, befremdlich normal und doch seltsam, denn bisher boten Geschichten in Film- und Serienform stets die altbekannte Nähe. Nun ist die Pandemie also auch im fiktiven Erzählen angekommen. Dieses Element wird nicht aufdringlich, aber doch stets präsent in die Handlung eingewoben. Das hat mir gut gefallen. Auch davon abgesehen präsentiert sich „This Is Us“ sehr aktuell und nah dran am soziopolitischen Geschehen und thematisiert unter anderem den Mord an George Floyd. Keines dieser Themen drängt jedoch die Handlung rund um die Großfamilie Pearson in den Hintergrund. Somit stehen weiterhin die persönlichen Geschichten und Konflikte im Familienkreis im  Fokus. Insgesamt ist den Autor*innen damit eine gute Mischung gelungen, welche die Serie über andere Werke dieses Genres hinaushebt.

Inhaltlich bewegt sich „This Is Us“ auch im fünften Jahr auf bekannten Pfaden und entwickelt sich dennoch kontinuierlich weiter. Nur bei Randalls Handlungsstrang rund um seine Geburtsmutter hatte ich den Eindruck der Redundanz. Das Thema wäre für mich eigentlich durch gewesen. Dennoch funktioniert auch dieser Erzählbogen und war am Ende schön emotional inszeniert. Seine Konfrontation bzw. Diskussion mit Kevin fand ich dagegen inhaltlich spannender, weil dieser Aspekt in der Vergangenheit noch nicht so prominent in den Fokus gestellt wurde. Die Hochzeitsfeier am Ende samt erzählerischem Kniff hat mich dann doch wieder überrascht. Ich kann noch nicht genau sagen, wie ich diese Entwicklung finden soll, freue mich aber nun umso mehr auf die Auflösung in der finalen sechsten Staffel.

Fazit

Auch wenn ich die fünfte Staffel von „This Is Us“ nicht ganz so herausragend fand, wie noch das vierte Jahr,  so habe ich die 16 Episoden doch sehr genossen. Die Serie tut mir in vielerlei Hinsicht einfach gut, selbst wenn das gehäufte Drama teils ein wenig übertrieben scheint. Wie es die Autor*innen letztendlich umsetzen, funktioniert für mich nach wie vor großartig: 9/10 (9.3) Punkte.

Prospect (2018)

Was für ein trüber Tag: Ich war laufen, habe ein wenig gelesen und mit dem Zwergofanten gespielt. Abends konnte ich mich lange für keinen Film entscheiden und habe letztendlich „Prospect“ aus dem Regal gezogen, der dort schon viel zu lange auf seine Sichtung wartet. Damit habe ich auch endlich die erste UHD Blu-ray meiner Sammlung gesehen. Zeit ist es geworden. Ob sich der Film gelohnt hat? 👩‍🚀👨‍🚀

Prospect (2018) | © Capelight (Alive)

Prospect (2018) | © Capelight (Alive)

Indie-Sci-Fi der faszinierenden Sorte

„Prospect“ wirft uns in eine fremde Welt mit ganz eigenen Regeln: Wir befinden uns am Rande des bekannten Universums und begleiten einen Vater und seine Tochter dabei, wie sie auf einem lebensfeindlichen Planeten Bodenschätze suchen. Dort kommt es zu einer Konfrontation und die Tochter (fantastisch gespielt von Sophie Thatcher) geht eine Zweckbeziehung mit einem weiteren Streuner (Pedro Pascal, bekannt aus „The Mandalorian“) ein. Nicht nur aufgrund des fremden Planeten und des Zusammenraufens zweier Charaktere hat mich der Film an Wolfgang Petersens „Enemy Mine: Geliebter Feind“ erinnert. Auch die handgemachte Inszenierung trägt ihren Teil dazu bei.

Überhaupt sind es hauptsächlich die formalen Aspekte, welche „Prospect“ aus dem Einheitsbrei herausheben: Das Worldbuilding ist dem Autoren- und Regieduo Zeek Earl und Chris Caldwell famos gelungen. Zudem zeigt sich dieses in der Ausstattung und der dargestellten Welt: Nahezu die gesamte Technik ist real im Film zu sehen und wirkt noch mehr benutzt und retro, als die Computer oder Raumanzüge in „Alien“ oder „Outland“. Auch der Planet besitzt einen ganz besonderen Look, bei dem 4K in Kombination mit HDR wirklich zum Tragen kommt. Inhaltlich dagegen tritt der Film ein wenig auf der Stelle und das Pacing wirkt teils unelegant und holprig. Macht aber nichts, denn für das geringe Budget und die limitierten Mittel ist „Prospect“ ein wahrlich faszinierender Film geworden.

Fazit

Ich liebe Sci-Fi-Filme, gerade solche, die einen frischen Wind ins Genre bringen. Mit „Prospect“ ist dies Zeek Earl und Chris Caldwell definitiv gelungen. Ich bin sehr daran interessiert, was die beiden als nächstes auf die Beine stellen. Bisher scheinen sie nur weitere Kurzfilme (auch „Prospect“ basiert auf einem Kurzfilm) inszeniert zu haben. Definitiv eine Empfehlung, wenn es nicht immer der große Actionkracher sein muss: 7/10 Punkte.

14 Gipfel: Nichts ist unmöglich – OT: 14 Peaks: Nothing Is Impossible (2021)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche mit leidlicher Corona-Thematik (gerade in den Schulen) und auch sonst nicht wenig Stress, habe ich mich Freitagabend mit „14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ auf die Dächer der Welt begeben. Seit „Free Solo“ hatte ich keine Bergsteiger-Doku mehr gesehen und somit war es höchste Zeit… 🏔

14 Gipfel: Nichts ist unmöglich (2021) | © Netflix

14 Gipfel: Nichts ist unmöglich (2021) | © Netflix

Eine unfassbare Leistung in komprimierter Form

Als ich das erste Mal von „14 Peaks: Nothing Is Impossible“ gehört hatte, bin ich fest davon ausgegangen, es hier mit einer Doku-Serie zu tun zu haben. Letztendlich war es doch ein Dokumentarfilm, der Nirmal Purjas Besteigung der 14 Achttausender in weniger als sieben Monaten begleitet. Zur Einordnung: Der bisherige Rekord lag bei Reinhold Messner, der dafür 16 Jahre benötigt hat, welcher allerdings ohne zusätzlichen Sauerstoff geklettert ist. Das Vorhaben des Nepalesen grenzt rein zeitlich an schieren Wahnsinn und wenn man bedenkt, dass er während seines Project Possible auch noch in Not geratene Bergsteiger rettet, dann ist das einfach eine irre Geschichte.

Regisseur Torquil Jones fängt Nirmals Abenteuer in packenden Bildern ein und montiert die Besteigung der Giganten geschickt, in dem er die Lebensgeschichte des nepalesischen Bergsteigers mit ihr verwebt. Somit entsteht ein recht rundes Bild des knapp siebenmonatigen Vorhabens, welches ich mir jedoch ausführlicher gewünscht hätte. Gerade die Szenen am Berg sind mir ein wenig zu kurz gekommen und ich hätte wohl tatsächlich eine Doku-Serie bevorzugt, die den Vorbereitungen und den Besteigungen mehr Zeit einräumt. So wirkt die Geschichte leider etwas gehetzt.

Fazit

„14 Gipfel: Nichts ist unmöglich“ ist ein beeindruckender Bergsteigerfilm. Der Fokus auf Nepal und Nirmal Purjas ist faszinierend und ich wäre gerne tiefer eingetaucht. Doch auch in dieser komprimierten Form kann ich den Dokumentarfilm nur empfehlen. Schon alleine aufgrund der unfassbaren Leistung: 8/10 Punkte.