Seventh Son (2014)

Nachdem wir den heutigen Samstag komplett damit verbracht haben, den Garten einigermaßen winterfest zu machen (übrigens bei Sonnenschein und 20 °C), waren wir abends einigermaßen platt. Mit „Seventh Son“ ist die Wahl somit auf einen Film gefallen, der zumindest anspruchslose Unterhaltung versprochen hat. Ob diese Annahme korrekt war? ⚔🐲

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Generisches Fantasy-Kino mit Schauwerten

„Seventh Son“ gehört in die Riege von Fantasy-Roman-Adaptionen, die nach dem Erfolg von „Der Herr der Ringe“ in Massen aus dem Boden schossen. Eigentlich war diese Welle 2014 schon größtenteils abgeebbt. Umso verwunderlicher also, dass es dieser doch recht aufwendig produzierte Film trotz seiner generischen Geschichte überhaupt bis in die Kinos schaffte. Mit Jeff Bridges und Julianne Moore hatte man zumindest zwei altehrwürdige Stars am Start und Auftritte von Kit Harington (bekannt als Jon Snow aus „Game of Thrones“) und Alicia Vikander (kurz darauf der Durchbruch mit „Ex Machina“ und bekannt als Lara Croft aus „Tomb Raider“) hatten durchaus das Potenzial, den Film auch für das jüngere Publikum interessant zu machen. Warum hat der Film also nur bedingt gezündet?

Die Geschichte ist unfassbar generisch. Hexenjäger jagen Hexen. Selbst das persönliche Schicksal von Master Gregory könnte nicht offensichtlicher sein. Alles fühlt sich an wie aus dem Baukasten. Doch leider hat man aus allen diverseren Bausteinen ausgerechnet die Bösewichte gebaut hat. Das wirkt leider ziemlich unglücklich und hinterlässt einen unschönen Nachgeschmack. Davon abgesehen haben mich die Schauwerte durchaus begeistert: Es gibt famos anzusehende  Landschaftsaufnahmen (gerade in 3D), die Effekte sind beeindruckend und selbst Jeff Bridges übertrieben grummelig nuschelnder Lehrmeister wusste mich irgendwann für sich einzunehmen. Sieht man von den offensichtlichen Schwächen ab, bietet Sergey Bodrovs Werk also durchaus brauchbare Unterhaltung.

Fazit

Wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und über so manche (neben den Hauptdarstellern) unglückliche Besetzung hinwegsehen kann, dann macht „Seventh Son“ doch erstaunlich viel Spaß. Keinesfalls ein neuer Fantasy-Klassiker, doch für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch ziemlich brauchbar: 6/10 Punkte.

Skyscraper (2018)

Nachdem ich am heutigen Brückentag ausnahmsweise arbeiten war, stand mir abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung. Mit „Skyscraper“ ist einmal wieder ein 3D-Film in den Player gewandert – und was soll ich sagen? Auf audiovisueller Ebene hat das Action-Krampf ziemlich gut funktioniert. Davon abgesehen? Lest selbst… 🏢🤯

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

„Stirb langsam“ für die YouTube-Generation

Okay, okay. Diese Aussage ist schon fast schon zu abwertend und wird dem Film nicht wirklich gerecht. Ein wenig Wahrheit ist aber durchaus dran. Im Grunde bekommen wir das gleiche Setting präsentiert, wie im ersten „Stirb langsam“-Film: Ein einsamer Kämpfer muss sich in einem topmodernen Hochhaus mit diversen Bösewichten herumschlagen. Nur dass der damals geerdete und verletzliche Bruce Willis durch den Übermenschen Dwayne Johnson ersetzt wurde. Entsprechend wurden auch alle anderen Elemente des Films auf 11 gedreht: das Hochhaus, die Technik und die Effekte. Einzige der Gewaltlevel bleibt recht familienfreundlich. Das alles mag nun nicht sonderlich verlockend klingen, doch hatte ich wirklich viel Spaß mit der völlig übertriebenen Action.

An der Seite von Dwayne Johnson spielt Neve Campbell (habe ich sie seit „Scream 4“ überhaupt einmal wieder gesehen?) und ihre Figur macht ebenfalls keine Gefangenen. Sehr sympathisch. Überhaupt ist der Ton des Films recht gelungen, sprich er nimmt sich ernst genug, um nicht in völligen Schwachsinn abzudriften, ist dabei aber humorvoll genug, um eine gewisse Selbstironie zu beweisen. Da funktioniert dann selbst der berühmte Sprung vom Baukran ins brennende Hochhaus.

Fazit

Für einen entspannten Filmabend kann „Skyscraper“ eine ziemlich perfekte Wahl sein. Wenn man eben mit den richtigen Ansprüchen an ihn herangeht. Das 3D hat den Film in meinen Augen noch einmal aufgewertet, was wohl auch zeigt, dass hier vor allem die Schauwerte im Mittelpunkt stehen. Aber auch das reicht manchmal vollkommen aus: 6/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – OT: Romancing the Stone (1984)

Aufgrund des morgigen Feiertags hat sich heute die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben. Lange stand ich vor dem Regal und habe mich durch neueste Blockbuster gewühlt, nur um am Ende mit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zu einem meiner persönlichen Klassiker zu greifen. Wie so häufig. 💎

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Eine Abenteuer-Romanze von Robert Zemeckis

„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zweifellos in meine am häufigsten gesehenen Filme ein. Damals als man noch auf das tägliche TV-Programm angewiesen war. Auch den Nachfolger „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ habe ich ähnlich oft gesehen. In den letzten 20 Jahren habe ich den Film ein wenig aus den Augen verloren, doch es war sogleich wie nach Hause kommen. Lustigerweise hat sich meine Erinnerung nahezu komplett auf den Abenteuerteil in der Mitte des Films beschränkt. Die eigentlich besondere Rahmenhandlung rund um die von Kathleen Turner wunderbar verkörperte Romanzen-Autorin Joan Wilder war mir nicht mehr sonderlich gut im Gedächtnis. Dabei funktioniert der Film aufgrund des durch sie verkörperten Fish-out-of-Waters einfach großartig. Mit Michael Douglas als Draufgänger mit Herz wird ihr zudem der perfekte Partner an die Seite gestellt.

Alles in „Romancing the Stone“, den ich heute übrigens zum ersten Mal im Originalton gesehen habe, schreit nach 80er Jahre. Der wunderbar gemächliche Aufbau, Kostüme und Ausstattung sowie vor allem der durch Saxophon bestimmte Score. Herrlich! Die Action ist flott inszeniert, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Robert Zemeckis (u.a. bekannt für „Zurück in die Zukunft“) beweist abermals ein Händchen für das richtige Timing. Gewundert hat mich im letzten Drittel ein wenig der Gewaltfaktor, der u.a. durch eine von einem Krokodil explizit abgebissene Hand bestimmt wird. Aber so waren sie eben, die filmischen 80er Jahre.

Fazit

Wenn man die 80er-Jahre-Ästhetik aushält oder ihr sogar etwas abgewinnen kann, dann bereitet „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ auch heute noch viel Vergnügen. Ich war ziemlich begeistert und freue mich nun bereits auf den zweiten Teil, den ich trotz OOP noch auf Blu-ray ergattern konnte: 8/10 Punkte.

Central Intelligence – Extended Edition (2016)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche war ich Freitagabend nur noch eines: platt. Nachdem wir noch eine Runde „Ganz schön clever“ mit den Kids gespielt hatten, sind wir danach nur noch aufs Sofa gefallen. Die Abendunterhaltung sollte also nicht zu anspruchsvoll werden, weshalb „Central Intelligence“ (in der Extended Edition) eine gute Wahl zu sein schien. Ob dem auch so war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Central Intelligence (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Central Intelligence (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Buddy-Cop-Comedy nach Schema F

Lustigerweise musste ich heute Nachmittag an „Lethal Weapon“ denken, die Ur-Variante aller Buddy-Cop-Comedies. Vermutlich wäre es auch sinnvoller gewesen, zu diesem Klassiker zu greifen, den ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Doch ich hatte auch Lust auf etwas Neues und somit gab ich Dwayne Johnson und Kevin Hart eine Chance. Tatsächlich mag ich die Prämisse, dass die Voraussetzungen der High-School-Jahre umgedreht werden und beide Figuren eben dennoch unfassbar von dieser Zeit und den an sie gerichteten Erwartungen geprägt sind. Das ist sehr nachvollziehbar und ich mochte auch den Humor, der aus dieser Situation entsteht. Auch das Spionage-Setting hat mir recht gut gefallen, zumal es stets im Kontrast zum normalen Leben des Protagonisten erzählt wird.

Leider verliert sich der Film in der zweiten Hälfte vollkommen in 08/15-Action, die zudem noch unglaublich billig inszeniert wirkt. Hektisch, ohne Überblick und ausgeleuchtet wie ein Sitcom-Set. Auch die Handlung lässt an Fahrt vermissen und der Humor wird, aus welchen Gründen auch immer, zurückgefahren. Das Finale ist dann so klischeehaft, dass es fast ein wenig schmerzt. Schade um das ungenutzte Potenzial, denn die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist wahrlich ziemlich gut.

Fazit

Ich habe mich über die knapp zwei Stunden gut unterhalten gefühlt, wenngleich die zweite Filmhälfte leider deutlich abfällt. Dwayne Johnson ist abermals ein wahrer Sympathieträger, was die Geschichte letztendlich auch nicht rettet. Kann man sich als Freund von Buddy-Comedys aber ruhig einmal anschauen: 6/10 Punkte.

Mid90s (2018)

Heute war das Wetter eher durchwachsen, weshalb wir uns abends tatsächlich einmal wieder vor dem TV eingefunden hatten. Dieses Mal aber ohne Kinder, weshalb mit „Mid90s“ auch ein Film in den Player gewandert ist, den speziell ich unbedingt sehen wollte. Was Jonah Hills hochgelobter Coming-of-Age-Film letztendlich zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🛹

Mid90s (2018) | © Alive

Mid90s (2018) | © Alive

Ein audiovisuell authentisches Portrait der 90er

Ich hätte nicht gedacht, dass mich „Mid90s“ ausgerechnet auf audiovisueller Ebene so begeistern würde. Das 4:3-Format, der dokumentarische Stil, die Ausstattung, Sprache und speziell der Soundtrack haben mich mal eben 25 Jahre in der Zeit zurückgeschickt. Zwar war ich nie selbst Skater, doch spielte sich Mitte der 90er ein großer Teil meines sozialen Lebens zumindest am Rande der Szene ab. Gerade Kleidung und Hip-Hop, aber auch Selbstdarstellung und Gehabe sind für mich unverkennbar mit dieser Zeit verbunden. Gerade was dieses Gefühl angeht, kann Jonah Hills Regiedebüt punkten. Ein Kultfilm war bei uns damals Larry Clarks „Kids“, der eine ganz ähnliche Stimmung transportiert, dabei inhaltlich in jeder Hinsicht jedoch drei Schritte weiter geht. Jonah Hills Werk nimmt zwar Anleihen, bleibt im Grunde aber eine recht zahme und vorhersehbare Coming-of-Age-Geschichte in der Skater-Szene.

Ein weiterer moderner Coming-of-Age-Film, an den mich „Mid90s“ erinnert hat, ist Richard Linklaters „Boyhood“. Dieser wird oft auf sein Gimmick reduziert und viele Kritiker beanstanden, dass ja nie etwas Dramatisches passieren würde. Jonah Hill hakt die dramatischen Höhepunkte (Alkohol und Drogen, erste sexuelle Erfahrungen und ein dramatischer Autounfall) dagegen recht reißbrettartig ab. Das ist nicht unbedingt negativ zu bewerten, hat „Mid90s“ aber viel mehr wie eine Inszenierung wirken lassen, was den oft improvisiert wirkenden, kleineren Szenen und dem dokumentarischen Stil ein wenig im Wege steht. Hier wäre mit weniger noch mehr möglich gewesen.

Fazit

„Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die Skater-Szene der 90er Jahre. Eindeutig aus einer Perspektive und mit viel Liebe fürs Detail erzählt. In der Struktur ein wenig zu formelhaft erzählt, doch stets sympathisch und fantastisch inszeniert. Mit knapp 80 Minuten ist der Film erstaunlich kurz und ich habe die Jungs mit einem Gefühl der Wehmut verlassen. Nicht perfekt, aber in manchen Szenen ganz groß: 8/10 Punkte.

Black-ish – Season 4

Abermals geht mit „Black-ish – Season 4“ eine Serienstaffel zu Ende. Nachdem ich nach der dritten Staffel direkt weitergeschaut habe, steht nun auf jeden Fall eine längere Pause an. Und das finde ich trotz der schweren Themen der letzten Episoden fast ein wenig schade… 😢

Black-ish – Season 4 | © ABC Studios

Black-ish – Season 4 | © ABC Studios

Wie viel Drama verträgt Comedy?

Der Großteil der Staffel führt genau das weiter, was bereits in den drei vorhergehenden Jahren etabliert wurde. Sprich es gibt etliche sozialkritische Themen, die humorvoll aufbereitet werden. Das ist weiterhin sehr formelhaft, aber nach wie vor extrem unterhaltsam. Während der letzten vier Episoden schlägt die Staffel jedoch so ernste Töne an, wie wir es selbst in „Black-ish“ davor noch nicht erlebt haben. Ganz konkret geht es um die Ehe von Dre und Bow, die auf dem Spiel steht. Ich war wirklich erstaunt wie ernst und ausführlich dieser Erzählstrang angegangen wurde. Diese Kombination aus Drama und Comedy sieht man in solch einem Sitcom-Format eher selten. Und ja, „Black-ish“ war hier schon immer Vorreiter, doch so konzentriert habe ich es selbst in dieser Serie noch nicht erlebt.

Wie ist dieser Vorstoß nun zu bewerten? Ich fand ihn teils anstrengend und hätte mir manchmal ein leichteres Comedy-Format gewünscht, aber (und das ist ein großes ABER) ich finde es bemerkens- und bewundernswert. Das ist richtig und wichtig. Diese Episoden werden mir auch länger im Gedächtnis bleiben als viele leichte Comedys, die man so über die Jahre sieht. In dieser vierten Staffel wurde sogar eine Episode mit dem Titel „Please, Baby, Please“ nicht ausgestrahlt, weil sie dem Sender zu kontrovers war.

Fazit

„Black-ish“ ist weiterhin eine relevante, sozialkritische und unterhaltsame Comedy-Serie. Auch wenn die Formel nicht mehr ganz neu ist, so weiß die Serie dennoch weiterhin zu überraschen. Nicht jede Episode trifft ins Schwarze (no pun intended), doch insgesamt bleibt die Serie weiterhin extrem spannend: 8/10 (7.8) Punkte.

Halt and Catch Fire – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Nachdem ich in letzter Zeit eher kurze, einzelne Staffeln bzw. Serien geschaut habe, bin ich mit „Halt and Catch Fire“ zu einer epischeren Geschichte, die sich über mehrere Jahre und Staffeln spannt, zurückgekehrt. Die Serie stand schon länger auf meiner Liste, da ich mir ein „Mad Men“ in der Tech-Welt erhoffte. Ob die Serie dieses Versprechen auch einlösen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…  💻💬🕹👾👩‍💻🔍

Halt and Catch Fire | © AMC

Halt and Catch Fire | © AMC

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Wo die wilden Menschen jagen – OT: Hunt for the Wilderpeople (2016)

Das Wetter ist wieder schlechter. Einerseits schade, andererseits kommt man dadurch auch einmal wieder zum Filme schauen. Dabei geht es mir häufig so, dass ich entweder zu großen Blockbustern greife (um eben mitreden zu können) oder bereits bekannte Filme aus den 1980ern wähle (der Nostalgie halber). Dabei bleiben neuere, kleinere Filme oft leider auf der Strecke. Heute jedoch habe ich zu „Wo die wilden Menschen jagen“ gegriffen und es hätte gar keine bessere Wahl geben können… 🐗

Wo die wilden Menschen jagen (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wo die wilden Menschen jagen (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

„That doesn’t sound very special, majestical’s way better.“

Wie bin ich überhaupt zu „Hunt for the Wilderpeople“ (so der passendere Originaltitel) gekommen? Regisseur Taika Waititi ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ auf meinem Radar gelandet und auch dort geblieben. Auch seinen Ausflug ins Big-Budget-Kino mit „Thor: Ragnarok“ fand sehr gelungen. Und dass sich nun ausgerechnet Waititi der längst überfälligen Realverfilmung von „Akira“ annehmen soll, finde ich gar fantastisch. Aber zurück nach Neuseeland, wo der Regisseur diese kleine Geschichte rund um den 13-jährigen Ricky Baker und seinen Pflegevater Hec inszeniert hat. Gespielt wird das ungleiche Duo von Julian Dennison, der eine unfassbar authentische Leistung abliefert, und dem großartigen Sam Neill. In Kombination unschlagbar und mit die beste Schauspielleistung, die ich dieses Jahr bewundern durfte.

„I didn’t choose the skux life, the skux life chose me.“

Schon lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der es so gekonnt schafft, Humor und ernsthafte bis tief traurige Szenen zu verbinden. In einer Sekunde lache ich noch laut (und davon gab es wirklich etliche Momente) und in der nächsten muss ich eine Träne verdrücken. Dabei legt Waititi ein irres Tempo vor, ohne seinen Charakteren den nötigen Freiraum zur Entwicklung zu verwehren. Neben den unfassbar guten Hauptdarstellern steht die raue Landschaft Neuseelands klar im Zentrum der Geschichte und zeigt, dass das faszinierende Land auch abseits von „Der Herr der Ringe“ eine großartige Kulisse bietet (übrigens gibt es auch eine sehr witzige Referenz auf Peter Jacksons Trilogie). Einzig im Finale, das für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf Action setzt, schöpft Waititi mit beiden Händen aus dem Vollen. Die Stärke des Films liegt jedoch eindeutig in den ruhigeren, charakterbasierten Szenen.

Fazit

Ich sollte viel häufiger zu den kleineren, besonderen Filmen greifen. Da gibt es bestimmt noch etliche Entdeckungen zu machen. So wie „The Hunt for the Wilderpeople“, den ich euch nur dringend ans Herz legen kann. Einfach nur großartig und bei der nächsten Sichtung mit Aussicht auf die volle Punktzahl: 9/10 Punkte.

Tomb Raider (2018)

Nach einem recht entspannten Tag mit einer Einladung zum Grillen und viel Zeit draußen im Garten, stand uns abends der Sinn nach ebenso entspannter Unterhaltung. Die Wahl ist letztendlich auf die aktuelle Version von „Tomb Raider“ gefallen, die sich am 2013er Reboot der Spielereihe orientiert (welches ich übrigens immer noch nicht wirklich weit gespielt habe). Was die Neuauflage zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Lara Croft: Angelina Jolie vs. Alicia Vikander

Okay, die Überschrift ist vielleicht ein wenig plakativ. Aber auch angemessen, denn schließlich wurde Angelina Jolie bei der ersten Verfilmung im Jahr 2001 als die perfekte Besetzung angesehen. Auf die beiden Filme möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen, liegt die Sichtung doch schon zu lange zurück. Viel mehr als Big-Budget-Trash mit Post-90er-Look waren sie in meiner Erinnerung aber nicht. Als Alicia Vikander, die ich in „Ex Machina“ großartig fand, als neue Lara Croft bekannt geben wurde, war ich sehr gespannt. Der Trailer sah mir zwar zu sehr nach CGI aus, doch mochte ich den geerdeteren Ansatz der Figur. Nachdem ich auch eine knappe Stunde in das erste Spiel der Reboot-Serie reingeschnuppert hatte, war ich umso mehr überzeugt, dass Alicia Vikander eine exzellente Lara Croft abgeben würde.

Die ersten Szenen des neuen „Tomb Raider“ hatten mich sogleich begeistert: Ich mochte den realistischen Ansatz sehr. Die Szenen in London mit Lara als Fahrradkurier haben mir extrem gut gefallen. Auch der langsame Aufbau bis hin zu ihrem Eintreffen in Hongkong war genau mein Ding. Doch mit Ankunft auf der Insel haben auch die übertriebenen Actionszenen zugenommen, die ich nach dem Trailer befürchtet hatte: viel zu viel CGI und viel zu wenig klassisches Abenteuer. Da springt der Greenscreen oft noch von der Leinwand (weil das Licht einfach nicht sitzt) und die Kamerafahrten sind übertrieben unrealistisch. Auch die Kampfszenen gegen Mathias Vogel (Walton Goggins) und Trinity waren mir zu viel. Doch spätestens mit Betreten der Grabmals hatte mich der Film wieder für sich eingenommen, denn hier wurden tatsächlich Erinnerungen an „Indiana Jones“ und Co. wach, wenngleich ich manchmal das Gefühl hatte, der Film hätte zu viel Budget gehabt, um gewisse Set-Pieces zu inszenieren. Man muss Regisseur Roar Uthaug aber zugute halten, dass er 3D teils wirklich effektiv einzusetzen wusste. Die 3D-Blu-ray hat sich somit gelohnt.

Fazit

Letztendlich ist „Tomb Raider“ ein typischer Blockbuster unserer Zeit: viel zu glatt und pompös inszeniert (auch wenn er dreckig und realistisch wirken soll), dabei aber sehr unterhaltsam und angenehm anzuschauen. Einen dicken Pluspunkt gibt es von mir tatsächlich für Alicia Vikander, die eine perfekte Verkörperung der neuen Lara Croft ist. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, selbst wenn dieser erste nicht perfekt war: 7/10 Punkte.

Game Night (2018)

Die kurze, aber knackige Arbeitswoche ist vorbei! Nachdem das letzte Wochenende aus Gründen ohne Filmsichtung geblieben ist, habe ich heute „Game Night“ in den Player geschoben. Erwartet habe ich eine witzige, anspruchslose Komödie und die bekam ich tatsächlich auch zu sehen…

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Lasset die Spiele beginnen!

Wo fange ich an? „Game Night“ ist eine typische Hollywood-Komödie ohne große Überraschungen und nach bekannter Formel erzählt. Sogar Jason Bateman spielt die Hauptrolle! Warum ist dieser Mix nach dem stilistischen Vorbild von „Hangover“ oder „Kill the Boss“ dennoch so unterhaltsam? Vielleicht funktioniert die Mischung aus Thriller, Krimi und Komödie einfach? Vielleicht sind es die harmlosen Kabbeleien gepaart mit echter Action? Ich kann es nicht sagen, doch wurde ich über knapp zwei Stunden bestens unterhalten. Dabei ist „Game Night“ zu harmlos, um wirklich mitreißen zu können und wandelt zu sehr auf ausgetretenen Pfaden, um als innovativ zu gelten. Im Prinzip bekommen wir eine Comedy-Variante von David Finchers „The Game“ präsentiert, die erstaunlich detailverliebt inszeniert wurde (selbst der abgegriffene Tilt-Shift-Effekt macht nach dem schön gestalteten Abspann Sinn).

Der seltsam eingängige Genre-Mix funktioniert erstaunlich gut, wenngleich ich auch nur bei einer Szene (Stichwort: Hund und Blut) Tränen lachen musste. Die restlichen Pointen haben mir höchstens ein Schmunzeln oder Anerkennung für den Aufbau der Gags entlockt. Dennoch war ich immer bei den Figuren dabei, die in ihrer kompletten Naivität beinahe schon bemitleidenswert sympathisch rüberkommen.

Fazit

„Game Night“ ist kein Film für die Ewigkeit und er wird auch keinen neuen Comedy-Trend entfachen. Wer für einen Abend gute Unterhaltung sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich hatte viel Spaß mit diesem Spieleabend: 7/10 Punkte.