Spider-Man: Far From Home (2019)

Während der Hype rund um „Spider-Man: No Way Home“ bereits am Abklingen ist, bin ich heute mit dem Vorgänger „Spider-Man: Far From Home“ einmal wieder ins Marvel Cinematic Universe (MCU) zurückgekehrt. Nach über zwei Jahren, denn so lange ist es für mich her, dass ich mit „Avengers: Endgame“ die große Schlacht gesehen habe. Ein guter Zeitpunkt für die Rückkehr… 🕷🕸

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hilfe, die Superhelden kommen

Mich konnten die Trailer damals nicht sonderlich begeistern. Das sollte der Film nach dem großen Finale sein? Ein Reiseabenteuer? Ich musste eher an die Griswolds und „Hilfe, die Amis kommen“ denken, als an den nächsten MCU-Film. Zudem war mir der großartige Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ noch zu gut im Kopf, der die Figur für mich nahezu perfekt eingefangen hat. Dann aber habe ich nach dem Laufen zufällig zum Spider-Man-Shirt (siehe unten) gegriffen, was ich letztendlich als Zeichen für die Wahl des heutigen Films wertete. Also ab auf den Schultrip quer durch Europa!

Erstaunlicherweise haben mir gerade die entspannten Coming-of-Age-Szenen auf dem Schultrip besonders gut gefallen. Vielleicht weil ich selbst einmal wieder Urlaub nötig hätte. Das 3D entfaltete zudem seine Wirkung und ich wähnte mich beinahe in Venedig, den österreichischen Bergen oder Prag. Herrlich! Die großen Actionszenen hätte es für mich gar nicht so sehr gebraucht, doch gehören diese eben zum MCU dazu. Auf jeden Fall war die Effektschlacht beeindruckend, gerade was die Qualität der computergenerierten Bilder angeht. Extrem kurzweilige Unterhaltung. Mysterio als Bösewicht fand ich auch gelungen, zumal seine Fähigkeiten für einige interessante, visuelle Spielerein herhalten dürfen.

Marvel Cinematic Universe: Phase 3

Mit „Spider-Man: Far From Home“ habe ich nun die komplette dritte Phase des MCU gesehen. Auch wenn die meisten Sichtungen schon sehr lange zurückliegen, möchte ich mich dennoch an einem Ranking versuchen:

  1. „Avengers: Endgame“ (9 Punkte)
  2. „Avengers: Infinity War“ (8 Punkte)
  3. „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (8 Punkte)
  4. „The First Avenger: Civil War“ (8 Punkte)
  5. „Thor: Tag der Entscheidung“ (8 Punkte)
  6. „Spider-Man: Far From Home“ (8 Punkte)
  7. „Doctor Strange“ (8 Punkte)
  8. „Black Panther“ (7 Punkte)
  9. „Spider-Man: Homecoming“ (7 Punkte)
  10. „Ant-Man and the Wasp“ (7 Punkte)
  11. „Captain Marvel“ (7 Punkte)

Fazit

„Spider-Man: Far From Home“ war für mich heute genau der richtige Film zur richtigen Zeit: extrem unterhaltsam, Urlaubsstimmung und mitreißende Action. Hat mir sogar noch besser gefallen als der Vorgänger. Jetzt habe ich auch wieder Blut geleckt und werde dank Disney+ vermutlich noch die nächsten Wochen im MCU verweilen. Perfekte Blockbuster-Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Don’t Look Up (2021)

So langsam habe ich mich an den Urlaub gewöhnt: Lange ausschlafen, laufen, mit den Kids spielen, einen Film schauen, bloggen – und das Ganze von vorne. Auf Dauer vielleicht langweilig, doch noch ein paar Tage werde ich das locker durchhalten. Heute stand „Don’t Look Up“ auf dem Programm, von dem ich viel Gutes und Schlechtes gehört habe. Zeit also, mir eine eigene Meinung zu bilden… ☄

Don't Look Up (2021) | © Netflix

Don’t Look Up (2021) | © Netflix

Weit nicht perfekt, aber verdammt unterhaltsam

Normalerweise schaue ich lieber Filme von meinem physikalischen Stapel, als der neuesten Streaming-Produktion hinterherzurennen. Die Prämisse von „Don’t Look Up“ hat sich aber so aktuell und zeitgemäß angehört, dass mein Interesse geweckt war. Auch weil ich befürchtete, dass er in ein paar Jahren an Relevanz einbüßen wird bzw. man das nur hoffen kann. Bisher fand ich Adam McKays Filme („Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy“ und „The Big Short“) recht unterhaltsam, was für mich auch auf „Don’t Look Up“ zutrifft. Dabei ist er alles andere als ein perfekter Film, was für mich jedoch den Unterhaltungswert enorm gesteigert hat.

„Don’t Look Up“ ist sehr unausgewogen im Ton. Teils wirkt er völlig überzogen, wie ein „Saturday Night Live“-Sketch, teils ist er emotional und fast schon anrührend. Dies zeigt sich auch am Schauspiel, das oft eher dramatisch ist, andererseits auch absurd satirisch (z.B. Maryl Streep als Präsidentin). Auch ist der Film viel zu lang und hätte locker um 30 Minuten gekürzt werden können. Dennoch war ich zu keiner Sekunde gelangweilt. Am Ende haben es auch diese Holprigkeiten ausgemacht, dass ich „Don’t Look Up“ so unterhaltsam fand. Alleine die völlig alberne Mid-Credit-Szene (Stichwort: Bronteroc). Herrlich!

Auch wir schauen seit Jahren nicht hoch

Die Botschaft des Films ist überaus platt und wird mit dem Holzhammer vorgetragen. Bei mir hat sie jedoch Wirkung gezeigt. Mehr als noch vor zwei Jahren, als die Klimakrise uns auch schon bedroht hat, wir aber noch vor der Pandemie standen. Eben weil sich heute zeigt, wie ignorant, opportunistisch und dumm Politiker*innen, Geschäftsleute und die Bevölkerung in einer Krise agieren können. Das ist das eigentlich Bittere an dieser Satire: Sie ist näher an der Realität als man sich vor Trump, dem Sturm aufs Kapitol und der Corona-Pandemie hätte ausmalen wollen. Auch für die Klimakrise gibt es unzählige Beweise, doch opfern wir unsere Zukunft schon seit Jahren sehenden Auges für Rohstoffe, die Wirtschaft, Jobversprechungen und dem Wohlstand. Hauptsache das Steak brutzelt auf dem Weber-Grill und der Flug nach Mallorca ist schön günstig. Fotos gibt es dann mit dem jährlich neuen iPhone. Klick.

Fazit

Adam McKay hat mit „Don’t Look Up“ einen seltsamen Film geschaffen, der objektiv betrachtet viel zu viele Fehler hat, um funktionieren zu können. Aber für mich hat er wunderbar funktioniert. Ich wurde bestens unterhalten und mochte ihn auch trotz oder gerade wegen all seiner Unzulänglichkeiten: 8/10 Punkte.

Der Rausch – OT: Druk (2020)

Heute habe ich nicht viel gemacht, außer den letzten Halbmarathon des Jahres zu laufen und den Weihnachtsbaum aufzustellen. Die Lichter brennen schon, doch geschmückt wird er erst morgen. Abends hörten die Kinder noch CD und ich habe „Der Rausch“ in den Blu-ray-Player geschoben. Ein Film, dessen Prämisse mich neugierig gemacht hat und die guten Kritiken haben den Rest übernommen… 🍾🍺🥃

Der Rausch (2020) | © LEONINE

Der Rausch (2020) | © LEONINE

Eine Ode an das Leben (nicht an den Alkohol)

Ich habe im Vorfeld teils gelesen, dass Thomas Vinterbergs Film die Verharmlosung von Alkoholkonsum angelastet wird. Dem ist jedoch keineswegs so, aber das hätte man sich auch denken können. Spannend ist jedoch tatsächlich, dass nicht nur die Schattenseiten gezeigt werden. Auch wenn diese natürlich entsprechend Raum bekommen. Letztendlich ist der Alkohol bzw. der damit verbundene Selbstversuch der vier Lehrerfreunde nur ein Mittel zum Zweck, um endlich wieder am Leben teilzuhaben. Nicht von Routine und Alltagsproblemen an den Rand gedrängt zu werden und alles über sich ergehen zu lassen. Als passiver Zuschauer im eigenen Leben. Durch den Alkohol gewinnen unsere vier Freunde wieder Lebensfreude, was in teils absurd-komischen Szenen gipfelt. Doch nicht jeder ist dem kontrollierten Konsum gewachsen und so kommt es, wie es kommen muss…

Wenn man bedenkt, dass Thomas Vinterbergs Tochter während der Dreharbeiten ums Leben gekommen ist, dann kann ich mir gut vorstellen, dass sich der Fokus des Films noch einmal verschoben hat. Eben darauf, das Leben zu nutzen. Präsent zu sein. Auch abseits vom Alkohol. Gerade die finalen Szenen, wenn die Schüler*innen ausgelassen ihren Abschluss feiern, müssen sehr schmerzhaft gewesen sein. So wohnt „Der Rausch“ auch eine bittersüße Tragik inne, welche uns einen Blick auf unser eigenes Leben werfen lässt: Leben wir es wirklich oder geht es uns wie Mads Mikkelsens Figur Martin und wir stehen nur an der Seitenlinie?

Fazit

Mir hat „Der Rausch“ sehr gut gefallen. Einzig die Entwicklung zum tragischen Höhepunkt des Films war mir zu vorhersehbar. Dazwischen liegen aber unzählige wunderbare Szenen, in welchen die famosen Schauspieler wunderbar spielfreudig auftrumpfen. Am Ende wird der Alkohol weder glorifiziert noch verteufelt. Es kommt eben, wie bei so vielem, auf die Dosis an: 8/10 Punkte.

Krabat (2008) (WS1)

Nach einer ziemlich anstrengenden und recht deprimierenden Woche, hängt mir die Booster-Impfung immer noch in den Knochen. Ich habe mich somit sehr auf einen entspannten Freitagsfilmabend gefreut. Leider hatte der Zwergofant diese Woche Fernsehverbot, so dass die Wahl mit „Krabat“ auf einen etwas erwachseneren Film gefallen ist. Das Zappelinchen war gespannt und ich auch… 🧙‍♂️💀

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Ein düsteres Coming-of-Age-Märchen

Ich habe „Krabat“ zuletzt 2008 im Kino gesehen. Damals konnte mich die Verfilmung eines meiner liebsten Jugendbücher durchaus überzeugen. Dennoch war es nur ein guter Film, dem gegenüber ein herausragendes Buch steht. Auch heute mochte ich die Ausstattung, die Kostüme und die generelle Atmosphäre sehr. Gerade das winterliche Setting hatte es mir angetan. Die meisten Schauspieler*innen können ebenfalls überzeugen, doch wirkte die Montage auf mich teils zu gewollt und auf Hollywood getrimmt. Hinzu kommt, dass der Film viel ausformuliert, was im Buch, so zumindest meine Erinnerung, nur angedeutet wird.

Das Zappelinchen war sehr im Film drin. Gerade Elemente, wie explizit gezeigte und blutige Leichen waren schon viel für sie. Doch sie hat es gut weggesteckt und war von der Geschichte gefangen. Zuträglich war vermutlich, dass sie in der Schule bereits eine der intensivsten Szenen in Textform analysiert hatten. Ich bin mir sicher, dass für sie viele Filme mit FSK-12-Freigabe nun möglich wären. Aber ich freue mich auch, wenn demnächst der Zwergofant wieder mit dabei ist.

Fazit

Ich habe die Zeit mit „Krabat“ erneut genossen und hätte nun Lust, einmal wieder das Buch zu lesen. Das Zappelinchen war sehr angetan und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn beide Kinder alt genug sind, um den Filmabend auf den nächsten Level zu bringen. Bis dahin genieße ich auch noch die jugendfreien Filme. Diese Zeit geht ohnehin viel zu schnell vorbei: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte.)

Zwei sind nicht zu bremsen – OT: Pari e dispari (1978)

Der Monat ist schon halb vorbei und dies ist der erste Filmabend. Unfassbar. Sollte es etwa doch noch knapp werden mit den angepeilten 100 Filmen im Jahr? Die Wahl für meinen 83. Film ist auf „Zwei sind nicht zu bremsen“ gefallen. Frau bullion musste heute arbeiten und somit haben die Kinder und ich nach über einem Jahr seit „Zwei wie Pech und Schwefel“ endlich einen weiteren Spencer/Hill-Film gesehen… 🎲🎰

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei sind nicht zu bremsen (1978) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Ich habe Vanille, Schokolade, Zitrone, leckere Erdbeere und Mokka!“

In meinen Erinnerungen habe ich „Zwei sind nicht zu bremsen“ immer wieder mit „Zwei bärenstarke Typen“ durcheinander geworfen. Beide Filme habe ich in meiner Kindheit auch unzählige Male gesehen, so wie die meisten Werke des Prügelduos. Von diesem Film sind mir vor allem Bud Spencer als LKW-Fahrer, die transportierten Delfine und das Jai-Alai-Match im Kopf geblieben. Und natürlich die oben zitierte Pistazieneisszene, welche überhaupt zu den einprägsamsten des gesamten, filmischen Kanons der beiden italienischen Schauspieler zählen dürfte. Immer noch herrlich!

„Mir sitzt heut‘ der Schalk im Nacken, drum setz‘ ich mal den ganzen Packen!“

Die Geschichte rund um die Glücksspielganoven ist auch hier natürlich eher ein Alibi für ausgefallene Actionszenen und wilde Prügeleien. Die Sprüche sind größtenteils immer noch großartig, an ein paar hat aber auch der Zahn der Zeit genagt. Kein Wunder, ist der Film und die Synchronarbeit doch ein Produkt ihrer Zeit. Die Produktion hat inzwischen immerhin schon 43 Jahre auf dem Buckel.

Fazit

Mit „Zwei sind nicht zu bremsen“ haben wir einen der letzten gemeinsamen Filme von Bud Spencer und Terence Hill gesehen. Danach gibt es noch ein paar Solowerke und vermutlich schließt sich das Zeitfenster für die Kids auch so langsam. Gerade das Zappelinchen war zu Beginn nicht sonderlich begeistert von der Filmwahl, hatte dann aber doch enorm viel Spaß damit, so wie wir anderen auch: 8/10 Punkte.  (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

The Mandalorian – Staffel 1 & 2

Da ich momentan Disney+ teste, stehen neben unzähligen Kinderfilmen, ob Klassiker aus meiner Kindheit oder aktuelle Filme, natürlich auch exklusive Produktionen auf dem Programm: Auf die Serie „The Mandalorian“ hatte ich mich schon sehr gefreut, da die Kritiken alle sehr positiv waren und ich nach „Star Wars: The Rise of Skywalker“ einmal wieder ein gelungenes „Star Wars“-Erlebnis gebrauchen konnte… 👨‍🚀

The Mandalorian | © Walt Disney

The Mandalorian | © Walt Disney

Um zu Beginn kurz auf meine persönliche „Star Wars“-Geschichte einzugehen: Ich liebe die alte Trilogie. Natürlich auch, weil ich mit ihr aufgewachsen bin. Die Prequel-Saga habe ich schon ewig nicht mehr gesehen, empfinde für sie aber keinen Hass, wie leider viele der alten Fans. Von der Disney-Ära gefällt mir „Rogue One: A Star Wars Story“ am besten und „The Mandalorian“ erinnert mich in vielen Elementen an diesen Film, auch was die Verknüpfungspunkte zur Originaltrilogie angeht:

Staffel 1: Ein seltsames Paar

Für mich schwankt „The Mandalorian“ stets zwischen einem Gefühl von ‚Wow, da gehen sie aber einen ungewöhnlichen Ansatz!‘ und ‚Och nee, das ist jetzt ja Fanservice pur!‘ Wobei der eingeschlagene Weg im Großen und Ganzen schon anders ist, als man von einer typischen „Star Wars“-Serie erwarten würde. Schon alleine, dass die Hauptfigur über die komplette Zeit eine Maske trägt und auch eher wortkarg ist, wirkt ungewöhnlich. Die Beziehung zu dem Kind ist dann auch wieder so eine Sache: einerseits voll das Niedlichkeitsklischee, andererseits aber auch sehr überraschend ausgespielt. Die Geschichte tritt oft auf der Stelle und wirkt teils eher wie eine Planet-der-Woche-Serie aus den 1990er Jahren, nur um im nächsten Moment wieder mit den Erwartungen zu brechen. Insgesamt ist „The Mandalorian“ im ersten Jahr vermutlich nicht die „Star Wars“-Serie, die wir erwartet haben, aber vermutlich die „Star Wars“-Serie, die nötig war, um dem Franchise einen neuen Impuls fernab von Skywalker und Co. zu geben. Für mich noch nicht die Offenbarung, aber zweifellos sehr spannend: 8/10 (7.8) Punkte.

Staffel 2: Mehr Abenteuer, Action und Grogu

Die zweite Staffel dreht noch einmal ordentlich auf, was Action angeht. Gerade im Staffel-Opener wird das ersichtlich, wenn auch das Bildformat von 2,40:1 auf 16:9-Vollbild geöffnet wird. Gigantisch! Da wurden direkt Erinnerungen an „DUNE“ wach. Doch auch abseits der Action hat mir die zweite Staffel noch einmal deutlich besser gefallen: Das Zusammenspiel zwischen dem Mandalorianer und Grogu funktioniert perfekt, wir lernen neue, spannende Figuren kennen und es gibt stärkere Bezüge zum großen „Star Wars“-Universum, ohne jedoch wie ein weiterer Teil der Skywalker-Saga zu wirken. Dabei sind die Geschichten immer noch eher simpel und viele Episoden können fast schon als abgeschlossene Abenteuer betrachtet werden. Gegen Ende nimmt die Handlung dann noch einmal ordentlich Fahrt auf und sowohl Action als auch Gastauftritte stehen den Kinofilmen in nichts nach. Für mich das Beste, seit Disney das Ruder bei „Star Wars“ übernommen hat: 9/10 (8.9) Punkte.

Fazit

Für mich konnte sich „The Mandalorian“ über seine Laufzeit enorm steigern. Gerade das Finale der zweiten Staffel fand ich perfekt und halte es für einen runden Abschluss der Serie. Aber es wird wohl weitergehen. Darüber freue ich mich, zumal ich die Crew um Jon Favreau perfekt dafür geeignet halte, das Universum weiter auszubauen. An dieser Stelle kann ich auch nur die sehenswerte Making-of-Dokumentation empfehlen. Ein echter Zugewinn für das Franchise: 8/10 (8.4) Punkte.

Modern Family – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 11)

In der folgenden Besprechung verarbeite ich beinahe ein Jahr Serienkonsum. Das bedeutet auch elf Staffeln der Serie „Modern Family“, welche mir in dieser Zeit wirklich ans Herz gewachsen ist. Für mich geht damit eine Ära zu Ende, denn die Serie zählt zu den letzten großen Comedy-Formaten, welche mich über solch einen langen Zeitraum begleitet haben. Quasi Familie eben… 👨‍👩‍👧‍👧

Modern Family | © ABC

Modern Family | © ABC

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Review: Free Guy (2021)

Thank god it’s friday! Das Wochenende ist wirklich bitter nötig. Die Woche war lang und anstrengend. Auch heute hat sich der Arbeitstag in die Länge gezogen und ich bin recht spät aufs Sofa gekommen. Da schien „Free Guy“ die richtige Wahl zu sein, zumal der Film parallel noch im Kino läuft und erst seit ein paar Tagen auf Disney+ verfügbar ist. Verrückte Welt, was wiederum auch zum Film passt… 😎

Free Guy (2021) | © Walt Disney

Free Guy (2021) | © Walt Disney

Herrlich bunte Meta-Action mit Witz

Der Trailer (siehe unten) hat schon einen ganz guten Eindruck vom Film vermittelt. Ich jedoch war mir nicht sicher, ob sich die Prämisse wirklich über knapp zwei Stunden tragen würde. Auch der Look des Trailers schien mir teils seltsam, was sich jedoch erst im Film aufgelöst hat. Letztendlich zieht die Geschichte ihren Humor auch genau aus den Realfilmsequenzen, die nur auf Bildschirmen in Videospielgrafik gezeigt werden. Ein recht geschickter Kniff, der letztendlich auch inhaltlich mehr Freiheiten erlaubt. Die Sonnenbrille als Blick hinter die Kulissen weckt natürlich Erinnerungen an John Carpenters „Sie leben“, was sich als Idee auch gut in die Videospielwelt einfügt.

Am meisten hat mich wohl überrascht, wie viel „Free Guy“ in der realen Welt spielt. Im Vergleich zu Free City wirkten diese Szenen eher wie kurze Pausen von der atemlosen Action der Videospielwelt. Zumindest bis Taika Waititi (Regisseur von u.a. „Jojo Rabbit“) als völlig überzeichneter Bösewicht auftritt. Herrlich! Doch der eigentliche Star des Films ist natürlich Ryan Reynolds, der seinen selbstironischen Charme auch hier komplett auszuspielen weiß. Es macht einfach unfassbar viel Spaß, Blue Shirt Guy bei seinem Erkenntnisgewinn zu beobachten. Gegen Ende wird die Handlung dann allerdings sehr vorhersehbar und kitschig, was ich ein wenig schade fand.

Fazit

Ich hatte wirklich viel Spaß mit dem Film. Letztendlich wird mir „Free Guy“, wie auch die Open-World-Spiele, die Pate standen, nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben. Für die knapp zwei Stunden Laufzeit war er aber sehr unterhaltsam. Viel länger kann ich mich mit dem Genre auch nicht beschäftigen: 7/10 Punkte.

Unterleuten: Das zerrissene Dorf – Die komplette Miniserie (2020)

Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen TV-Mehrteiler je anschauen würde. Meine Frau hat jedoch Juli Zehs „Über Menschen“ gelesen. Irgendwie habe ich dann den Titel mit ihrem Roman „Unterleuten“ verwechselt und bin auf die Serienfassung „Unterleuten: Das zerrissene Dorf“ gestoßen, woraufhin die Frau Lehrerin sich auch diesem Roman gewidmet hat. Da die Adaption ohnehin im Raum stand, hat diese auch den Weg in unser Abendprogramm gefunden… 🏘

Unterleuten: Das zerrissene Dorf | © ZDF

Unterleuten: Das zerrissene Dorf | © ZDF

Sprödes TV-Drama als spannende Charakterstudie

Bevor ich mit der Besprechung angefangen habe, musste ich tatsächlich überlegen: Ist das nun eine Miniserie? Oder drei TV-Filme? Aufgrund der zeitlich dichten Ausstrahlung und der Struktur, würde ich „Unterleuten: Das zerrissene Dorf“ eher als Miniserie einordnen bzw. eben als zusammenhängender TV-Mehrteiler, aus dem man auch leicht sechs Episoden à 45 Minuten hätte schneiden können. Ein für mich recht sinnvolles Format für eine Romanverfilmung, das z.B. auch Netflix mit Adaptionen wie „Behind Her Eyes“ verwendet. Während der ersten 20 Minuten war ich ein wenig erschlagen von den unzähligen Figuren, die eingeführt werden und alle auch noch irgendwie miteinander in Verbindung stehen. Erstaunlicherweise hat das ganz gut funktioniert und schon nach einer Stunde konnte ich alle Charaktere ganz gut in der Geschichte verorten (wobei mir auch die Erläuterungen der meiner Frau geholfen haben).

Inhaltlich macht „Unterleuten: Das zerrissene Dorf“ ein Beziehungsgeflecht auf, das eine sozialkritische Komponente besitzt und die Interessen verschiedenster Bewohner*innen eines Dorfes beleuchtet. All das geschieht vor dem Hintergrund des strukturellen Zerfalls ländlicher Regionen in den neuen Bundesländern. Die Idylle, die Unterleuten zu Beginn vielleicht noch ausstrahlt, und die gerade für die zugezogenen Berliner so attraktiv scheint, ist letztendlich nur eine projizierte Wunschvorstellung. Als nun Windräder gebaut werden sollen, entsteht ein Grabenkampf, dessen Wurzeln bis in tiefste DDR-Zeiten zurückreichen. Ein durchaus spannendes Thema, das jedoch immer wieder unter der Oberflächlichkeit krankt, mit der sowohl die Inszenierung als auch die Charakterzeichnung angegangen wird. Ich hatte oft das Gefühl, hier würde eine brutalere und kompromisslosere Geschichte im Hintergrund liegen. Das Buch ist an manchen Stellen wohl auch noch drastischer, doch die – um es böse zu sagen – Vorabendinszenierung lässt so manchen Effekt einfach verpuffen.

Fazit

Insgesamt fand ich es spannend, einmal wieder in deutsche TV-Welten abzusteigen. Doch gerade wenn man die Miniserie mit Produktionen wie dem thematisch durchaus verwandten „Hindafing“ vergleicht, dann fällt diese doch deutlich ab, was Inszenierung und Innovationsgeist angeht. Inhaltlich dennoch stark und gut gespielt. Kann man sich durchaus einmal anschauen: 7/10 (6.7) Punkte.

Hindafing – Die komplette Serie (Staffel 1 & 2)

Nachdem ich schon einiges über die Serie gelesen hatte, habe ich sie letztendlich nicht im BR Fernsehen gesehen, sondern auf Netflix. Verrückt! Die Rede ist von „Hindafing“, einer Politsatire, die wirklich dahin geht, wo es schmerzt. Norddeutsche Zuschauer*innen schmerzt vermutlich auch der Dialekt, doch für mich hat die Serie dadurch noch einmal deutlich gewonnen. Herrlich! 🥩👮‍♂️

Hindafing | © BR Fernsehen

Hindafing | © BR Fernsehen

Was für eine unfassbare Serie. Produziert vom Bayerischen Rundfunk. Unfassbar. Habe ich das schon erwähnt? Und das meine ich in jeder Hinsicht positiv. Ein wahres Kleinod an Unterhaltung. Beißende Satire? Groteske? Oder doch nur eine die Realität abbildende Heimatserie? Lest am besten selbst:

Staffel 1: Willkommen in Hindafing

Man hat ja viele Vergleiche gelesen: Das deutsche bzw. bayerische „Breaking Bad“ oder „Fargo“. Und ja, ich kann die Assoziationen nachvollziehen. Doch ist „Hindafing“ noch einmal etwas eigenes. Eben gefühlt ganz nah dran am kommunalpolitischen Klüngel kleiner bis mittelgroßer Städtchen. Sicher überzogen dargestellt, doch im Grunde vermutlich näher an der Wahrheit dran, als man glauben möchte. Vielleicht minus Gefriertruhen, Crystal Meth und Explosionen, doch die Vetternwirtschaft von Politik, Wirtschaft, Vereinen und Saufkumpanen – diese findet, in abgeschwächter Form, tatsächlich statt. Hier am Land. Und bestimmt nicht nur da. Dabei ist „Hindafing“ keine zarte Satire, sondern geht ziemlich polternd, laut und plakativ vor. Doch das macht auch den Charme aus. Zusammen mit dem bayerischen Dialekt, der viele norddeutsche Zuschauer wohl hart auf die Probe stellen dürfte. Erwähnen sollte ich noch den fantastischen Maximilian Brückner, der hier wirklich aufspielt als würde es kein Morgen geben, was bei seiner Figur Alfons Zischl auch an der Tagesordnung ist. Definitiv eine Empfehlung: 9/10 (8.5) Punkte.

Staffel 2: Alfons Zischl in der Landespolitik

In der zweiten Staffel geht es für Zischl von Hindafing in den bayerischen Landtag. Ein steiler Aufstieg, der etliche weitere Katastrophen für den frischgebackenen Abgeordneten mit sich bringt. Es ist unfassbar wie viel in diesen sechs Episoden steckt: Ein versehentliches Attentat, Krebs samt Chemotherapie als Ablenkung von einer Affäre, Reichsbürger in der Bundeswehr, Waffen-Deals mit dem Vatikan, zu Wurst verarbeitete Ukrainer. Des is a Wahnsinn! Also wirklich. Teils hatte ich das Gefühl, als hätten es die drei Autoren nun übertrieben, aber irgendwie hat die Serie trotz der überzogenen Entwicklung weiterhin funktioniert. Die erste Staffel war bestimmt ausgewogener, doch die zweite hätte ein gutes Sprungbrett sein können, um Alfons Zischls Entwicklung hin zum Bundespolitiker zu zeigen. Dazu wird es jedoch vermutlich nicht kommen, da der bayerische Rundfunkrat wohl Beschwerde gegen die Serie eingelegt hat. War wohl doch zu nah dran, an der Wahrheit? 9/10 (8.5) Punkte.

Fazit

Mensch, was war denn das? Solch eine wunderbar böse, absurd komische und hinterhältige kleine Serie. Zudem noch stilsicher inszeniert und wunderbar gespielt. Wenn ihr deutsche Serien immer noch abschreibt, solltet ihr unbedingt einmal in „Hindafing“ reinschauen. Gegebenenfalls unter der Zuhilfenahme von Untertiteln. Es lohnt sich: 9/10 (8.5) Punkte.