Shrek: Der tollkühne Held (2001) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche liegt nun ein forderndes Wochenende vor mir, weshalb mir der Wunsch der Kinder nach einem Filmabend ganz recht kam. Heute konnte sich Frau bullion durchsetzen und wir haben mit „Shrek: Der tollkühne Held“ einen wahren Klassiker des Animationsfilms gesehen. Meine letzte Sichtung liegt bereits 14(!) Jahre zurück und insgesamt hat der grüne Oger bereits 19 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Dabei war „Shrek“ damals topmodern und der letzte Schrei…

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine herrliche Parodie auf animierte Märchenfilme

Sein Alter sieht man „Shrek“ inzwischen deutlich an. Die Texturen wirken verwaschen, die Animationen teils etwas holprig. Von den menschlichen Figuren wollen wir gar nicht erst anfangen. Selbst Fiona, die ich in der letzten Besprechung noch gelobt hatte, wirkt teils wie eine Puppe. Heute sehen in Echtzeit gerenderte Videospiele teils besser aus. Aber das macht nichts, denn schon nach ein paar Minuten hatte ich die Optik vergessen und war, bis auf einzelne Ausnahmen, wieder voll drin in dieser kunterbunten Geschichte mit ihren wunderbaren Gags und den mitreißenden Songs. Es ist schon ein Brett, was hier als Soundtrack abgefeuert wird. Diesem kann man wohl auch einen großen Teil des Erfolgs zurechnen. Gerade wenn man an die frühen 2000er Jahre zurückdenkt. Bombe!

Aus heutiger Sicht überzeugt mich tatsächlich hauptsächlich die Entwicklung der Charaktere und die schöne Botschaft des Films. Neben all den verspielten Gags und den schmissigen Songs verbirgt sich hinter „Shrek“ tatsächlich eine Geschichte über Außenseiter, Selbstliebe und Akzeptanz. Gerade in unserer heutigen Zeit wichtiger denn je. Die Figuren sind extrem liebenswert und auch wenn die Welt ein wenig steril wirken mag, so ist sie doch mit zauberhaften Details durchsetzt.

Fazit

„Shrek“ ist auch nach knapp 20 Jahren immer noch ein herausragender Märchenfilm. Technisch ein wenig in die Jahre gekommen, hat er jedoch fast nichts von seinem Charme verloren. Immer noch sehr extrem sehenswert: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS2)

Nach einer, sowohl beruflich als auch insbesondere privat, wirklich anstrengenden Woche, haben sich die Kinder einen Filmabend gewünscht. Ich persönlich hätte heute nichts mehr gebraucht und wäre mit Whisky und Sofa schon zufrieden gewesen, doch so ist bereits zum dritten Mal in den letzten 10 Jahren „Drachenzähmen leicht gemacht“ in den Player gewandert. Wie bereits bei der Sichtung vor drei Jahren gewünscht nun endlich zusammen mit den Kindern. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Welch wunderbare Coming-of-Age-Geschichte!

Hat mich bei der letzten Sichtung vor allem die audiovisuelle Qualität samt 3D beeindruckt, so stach für mich heute vor allem der Aufbau der Handlung heraus. Im Grunde erleben wir eine Coming-of-Age-Geschichte, in der sich Hicks von seinem seinem Vater emanzipiert und gegen etablierte Strukturen ankämpft. Er lebt den Wandel und überzeugt am Ende sogar die alten Sturköpfe seines Stammes. Welch schöne und gerade heute so wichtige Botschaft! All das ist natürlich dennoch in wunderbare Action-Szenen und famose Flugsequenzen verpackt, die immer noch unfassbar viel Spaß machen. Ja, speziell in 3D.

Dem Zwergofant war der Film oft zu gruselig und erst als sich Hicks und Ohnezahn angefreundet haben, hat er sich langsam entspannt. Und das obwohl er die grobe Handlung bereits durch seine Playmobil-Spielsets (siehe unten) kennengelernt hat. Auch das erste Buch der Vorlage haben wir vor ein paar Jahren zusammen gelesen, doch dieses unterscheidet sich doch ziemlich von der Handlung des Films.

Randnotiz: Während des Films hat uns übrigens eine Nachbarin geklingelt und berichtet, dass ein anderes Nachbarskind, dessen Bruder mit einem Cousin des Zwergofanten in die Klasse geht, positiv auf Corona getestet wurde. Und in der Schule des Zappelinchen gibt es auch den ersten Fall. Die Einschläge kommen näher. Das nur als private Notiz zum Nachvollziehen in ein paar Jahren.

Fazit

Die heutige Sichtung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat mir aufgezeigt, wie perfekt der Film in nahezu jeder Hinsicht ist. Sowohl die Inszenierung als auch speziell das Drehbuch. Hier stimmt einfach alles und trotz der vielen Action-Szenen besitzt die Geschichte eine wunderbare Tiefe und eine Botschaft, die ich wirklich zu schätzen weiß. Einfach famos: 9/10 Punkte.

Die drei Musketiere – OT: The Three Musketeers (2011)

Manchmal sind die Gründe, sich einen bestimmten Film anzusehen, schon seltsam. Bei „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 2011 hat ausgereicht, dass wir kürzlich Bamberg besucht haben und der Film zu großen Teilen dort gedreht wurde. Was hat Paul W. S. Andersons 3D-Actioner sonst noch zu bieten? ⚔

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Grober und doch unterhaltsamer Unfug

Man kann von Paul W. S. Anderson halten was man will, doch erkennt man seinen durchaus markanten Stil in jedem seiner Filme. Leider ist dieser oft ziemlich trashig, was gerade im Zusammenspiel mit viel CGI heraussticht. Die real gefilmten Szenen besitzen dagegen durchaus Charme in ihrer naiven und überbetonten Action. Zudem sieht das mit echten, stereoskopischen Kameras gefilmte 3D einfach unfassbar gut aus. Auch beim generellen Look scheiden sich die Geister: Er ist oft zu sauber, die Kostüme wirken wie Kostüme und doch passt all das irgendwie zusammen. Ich bin davon nicht unbedingt Fan, kann dem aber durchaus positive Seiten abgewinnen.

Inhaltlich ist „Die drei Musketiere“ grober Unfug. Einerseits recht klassisch erzählt, andererseits mit Fantasy-Elementen (u.a. Luftschiffe) angereichert. Auch diese krude Mischung hat für mich recht gut funktioniert, wobei ich die erste Filmhälfte deutlich lieber mochte. Und es gibt (einmal wieder) Mads Mikkelsen mit Augenklappe, wie er auf Notre Dame kämpft. Unfassbar(er Unfug). Aber ich wurde gut unterhalten, speziell eben von den geerdeteren Szenen, die u.a. in Bamberg gedreht wurden und wo ich selbst vor ein paar Tagen noch stand. Speziell die Alte Hofhaltung wird im Film wunderbar eingesetzt (siehe auch Bildzitat oben) und macht wohl meine liebste Szene des Films aus. Schon auf den ersten beiden Fotos sind zwei Drehorte des Films zu sehen. Ist das nicht toll (und auf dem dritten das „Das Sams“-Haus)? 😍

Fazit

Nein, ein sonderlich guter Film ist „Die drei Musketiere“ vielleicht nicht. Aber ich wurde gut unterhalten. Wer zudem die Drehorte kennt und, so wie ich, einen Mehrwert aus dieser Kenntnis zieht, der darf gerne noch einen Punkt aufschlagen. Schon alleine deshalb war es für mich ein tolles Filmerlebnis: 6/10 Punkte.

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018)

Nach einem sportlichen Tag mit Laufen und Schwimmen, war es nachmittags so windig, dass wir uns am Abend auf das Sofa verkrümelt haben. Den Kindern stand der Sinn nach einem Filmabend und da „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ neu bei Prime Video im Programm ist, haben wir den jugendlichen Abenteurern abermals einen Besuch abgestattet… 🦖

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein angenehmer Soft-Reboot mit neuen Freunden

Unsere Sichtung von „Fünf Freunde 4“ liegt inzwischen schon einen ganzen Sommer zurück. Dennoch haben wir der Neubesetzung der fünf Freunde etwas skeptisch entgegengesehen. Aber es ging in diesem Fall nicht anders, da die Bande inzwischen zu sehr den Kinderschuhen des ersten Teils entwachsen war. Ich habe die originalen SchauspielerInnen tatsächlich vermisst, wenngleich ich auch zugeben muss, dass die neue Besetzung durchaus gelungen ist. Es fehlt eben noch ein wenig am natürlichen Zusammenspiel. Aber dies kann sich ja noch entwickeln. Zumindest wäre meine Kinder (und auch ich) einer Fortsetzung nicht abgeneigt.

„Oh, ich liebe diese Musik!“
– Der Zwergofant während der Opening Credits

Was die Handlung angeht, so ist „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ nicht sonderlich innovativ. Das Setting mit der Burg erinnert an „Fünf Freunde 2“ und der Weg bis zur Auflösung ist zumindest nett anzusehen. Eben typisch für das Franchise. Man merkt, dass sich außer den SchauspielerInnen nur wenig verändert hat und das ist auch ganz gut so.

Fazit

„Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ ist wieder deutlich kindgerechter als der vierte Teil der Reihe. Trotz der neuen Besetzung atmet auch der inzwischen schon fünfte Teil den Geist der Vorgänger. Für Kinder ist das beste Unterhaltung und auch wir Erwachsenen hatten viel Spaß damit: 7/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone – OT: Maze Runner: The Death Cure (2018)

Gestern haben wir unsere Kinder von den Großeltern geholt, die entsprechend platt waren. Ja, auch die Kinder. Entsprechend sind sie abends in Bett gefallen, was uns die Möglichkeit gab „Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone“ nachzuholen. Für mich der erste neue Teil der Reihe, welchen ich bisher noch nicht gesehen hatte…

Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone (2018) | © 20th Century Fox

Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone (2018) | © 20th Century Fox

Ein würdiges Finale der „The Maze Runner“-Saga?

Die Eröffnungssequenz ganz im „Mad Max“-Stil hat mir wirklich gut gefallen. Überhaupt ist der gesamte Film sehr kinetisch erzählt. Stets sind die Figuren in Bewegung und die Action ist übersichtlich inszeniert. Das ist auch gut so, denn „Maze Runner: Die Auserwählten in der Todeszone“ besteht zu 90% aus Action. Der Großteil der Handlung beschäftigt sich damit, dass unsere Helden in eine abgeschottete Stadt eindringen bzw. in eines der Gebäude. Das ist durchaus spannend erzählt, jedoch wird die bisher aufgebaute Welt dadurch ein wenig auf diesen Schauplatz reduziert.

Den Vergleich zu Vorlage kann ich an dieser Stelle nicht mehr fundiert ziehen, doch rein vom Gefühl her ist die Adaption zielgerichteter erzählt und war für mich insgesamt befriedigender. Wes Ball beweist abermals ein Händchen für starke Bilder, doch das sehr weichgespülte Ende am Strand konnte auch er nicht retten. Aufgrund der imposanten Flucht aus der Stadt samt emotionaler Konfrontation zwischen Thomas und Teresa dennoch ein gelungenes Finale der Saga.

Fazit

Wie bereits bei den Büchern reicht keine Fortsetzung an den faszinierenden ersten Teil heran. Im Vergleich zu „Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“ braucht sich das Finale jedoch nicht zu verstecken. Zwar keine Offenbarung im Young-Adult-Dystopie-Bereich, aber wirklich gute Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste – OT: Maze Runner: The Scorch Trials (2015) (WS1)

Nach einem wettermäßig sehr unbeständigen Dienstag, an dem ich immerhin einen langen Lauf absolviert habe, ist unser Abendessen sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Aufgrund des Regens haben wir uns nach drinnen zurückgezogen und mit „Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“ die Fortsetzung unseres gestrigen Films in den Player geschoben…

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste (2015) | © 20th Century Fox

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste (2015) | © 20th Century Fox

Eine ziemlich wüste Fortsetzung

Man verzeihe mir dieses schlechte Wortspiel, doch „Maze Runner: The Scorch Trials“ ist wirklich ein ziemlich konfuser Film. Teils typisches Young-Adult-Drama, teils überraschend harter Zombie-Schocker, teils Kriegsfilm. Ich muss jedoch sagen, dass ich ihn gerade auch aufgrund seiner Versatzstücke mochte. Regisseur Wes Ball beweist abermals ein echtes Händchen für Effekte und Schauplätze. Trotz viel CGI sieht der Film einfach unglaublich gut und erstaunlich geerdet aus. Völlig egal, ob High-Tech-Forschungslabore, verfallene Städte oder unterirdische Gänge. Audiovisuell braucht sich der Film nicht zu verstecken.

Auch die Schauspieler machen ihre Sache erneut gut. Besonders witzig fand ich, das Duo Kaya Scodelario und Barry Pepper zusammen in dem Film zu sehen, welches ich zuletzt erst in Alexandre Ajas Tierhorror „Crawl“ bewundern durfte. Inhaltlich war mir die Geschichte zu sehr auf Action ausgelegt. Speziell der Shoot-Out in der Wüste hat mir am Ende zu viel Raum eingenommen.

Fazit

Im Gegensatz zu „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ kann ich die Fortsetzung im Vergleich zur ersten Sichtung nicht aufwerten. Zwar hat er mir erneut viel Spaß gemacht, doch ist er einfach nicht so rund erzählt, wie der Vorgänger. Aber das war bei der Romanvorlage auch schon so. Nun bin ich schon sehr gespannt auf das Finale. Für den zweiten Teil der Trilogie gibt es nach wie vor 7/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth – OT: The Maze Runner (2014) (WS1)

Nach einem vollen und irgendwie anstrengenden Tag war das Wetter abends zu schlecht, um sich auf die Terrasse zu setzen. Folglich haben wir uns aufs Sofa zurückgezogen und einmal wieder einen Film geschaut. Dieses Mal ohne Kinder, weshalb die Wahl auf „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ gefallen ist. Dieses Projekt wollte ich schon seit längerer Zeit angehen und heute war es endlich soweit…

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014) | © 20th Century Fox

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014) | © 20th Century Fox

Der Film gewinnt mit Abstand zur Vorlage

Bei meiner ersten Sichtung vor ziemlich genau fünf Jahren hatte ich die Vorlage noch zu gut im Kopf als dass ich die Adaption nicht andauernd damit verglichen hätte. Heute jedoch konnte ich den Film einfach als das genießen, was er ist: Ein Jugendabenteuer in endzeitlichem Setting, das mit einem spannenden Schauplatz aufzutrumpfen weiß. Zudem mochte ich abermals die Figuren und ihre Schauspieler. Am meisten hat mich jedoch erneut die Prämisse rund um das Labyrinth mitgerissen. Einfach eine simple und doch brillante Idee, die zudem audiovisuell extrem kompetent von Regisseur Wes Ball umgesetzt wurde.

Bei der heutigen Sichtung haben mich auch die Erinnerungsfetzen und die größere Geschichte um WCKD nicht gestört, da ich inzwischen weiß, dass in dieser Hinsicht noch einiges kommen wird. Da ich das Finale der Roman-Trilogie eher durchwachsen fand, bin ich nun umso mehr auf den Film gespannt, da sich die Reihe bereits im zweiten Teil deutlich von der Vorlage gelöst hat.

Fazit

Vielleicht liegt es an meiner momentanen Filmabstinenz, doch ich hatte richtig viel Spaß mit „The Maze Runner“. Die nächsten Filmabende sind schon gesetzt. Zumindest wenn das Wetter mitspielt (oder eben nicht). Die Wertung steigt somit um einen Punkt auf 8/10 Punkte.

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018)

Nachdem der erste Urlaubstag recht vielversprechend begonnen hat, kam am frühen Nachmittag der Wolkenbruch und seitdem hat es nur noch geregnet. Somit gab es keinen lauschigen Abend auf der Terrasse, sondern zum ersten Mal seit einem Monat wieder einen Filmabend. Heute durfte sich das Zappelinchen den Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ gefallen… 🐶🐧🐘

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Als reiner Kinderfilm gerade noch brauchbar

Nachdem mich schon der Trailer recht wenig zu begeistern wusste, hat der Film meine Befürchtungen letztendlich bestätigt: „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ erzählt eine 08/15-Geschichte mit Versatzstücken, die man in anderen deutschen Kinderfilmen (z.B. „Fünf Freunde“ oder „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“) bereits viel gelungener und vor allem charmanter gesehen hat. Hinzu kommen CGI-Effekte, die offenbar mit viel zu wenig Budget umgesetzt wurden, was zumindest mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Die viel zu laute und hektische Inszenierung sowie der völlige Verzicht darauf, die Motivation der Figuren zu erklären, hat die Sache nicht besser gemacht. Da konnten für mich selbst tolle Schauspieler, wie Meret Becker oder Christoph Maria Herbst, nichts mehr retten.

Was ich dem Film allerdings zugute halten muss: Den Kindern hat er gefallen. Sie haben oft sogar wirklich laut gelacht. Und nein, nicht aufgrund des völlig unnötigen Fäkalhumors. Aus Kinderperspektive betrachtet funktioniert „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ demnach wohl ganz gut. Aber ich bin mir sicher, dass er auch bei meinen Kindern nicht sonderlich lange nachwirken wird.

Fazit

Unter den vielen deutschen Kinderfilmen, die ich mit den Kindern in den letzten Jahren gesehen habe, ist „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ zweifellos der schwächste. Schade drum: 4/10 Punkte.

Aladdin (2019)

Freitagabend, das Wetter ist bescheiden. Eine gute Gelegenheit also für den zweiten Film im Juli und den ersten Filmabend mit der Familie seit einem Monat. Verrückt wie die Zeit vergeht und was es immer zu tun gibt. Wie dem auch sei: Die Wahl ist heute auf die Realverfilmung von „Aladdin“ gefallen, auf die ich ziemlich gespannt war… 🐒

Aladdin (2019) | © Walt Disney

Aladdin (2019) | © Walt Disney

Als Zeichentrickfilm wäre das super gewesen!

Bisher stehe ich den Disney-Realverfilmungen ja durchaus wohlwollend gegenüber. „The Jungle Book“ fand ich sogar richtig großartig. „Die Schöne und das Biest“ nicht mehr ganz so famos, aber immer noch sehr schön umgesetzt. Auch „Aladdin“ macht über weite Strecken wirklich Spaß, ist in meinen Augen bisher aber der schwächste Versuch die Disney-Klassiker zu modernisieren. Und nein, die Frage ob das denn überhaupt nötig sei, möchte ich hier nicht diskutieren (die Antwort ist eh klar). Auch möchte ich gleich zu Beginn festhalten, dass mir Will Smith als Dschinni wirklich gut gefallen hat. Auch weil er nicht versucht Robin Williams zu kopieren, sondern seinen eigenen Stil findet. Überhaupt ist der Film immer dann am stärksten, wenn er sich ein wenig von der Vorlage entfernt, was leider nicht oft der Fall ist.

Ich konnte mich teils des Eindrucks nicht erwehren, dass der gesamte Film animiert besser funktioniert hätte. Verrückt oder? Als Realfilm wirken die Musical-Szenen oft zu kulissenhaft oder aufgesetzt. Dennoch mochte ich das kunterbunte Treiben. Ja, selbst ein paar typische Guy-Ritchie-Spielereien ließen sich entdecken. Aber im Großen und Ganzen hätte den Film jeder machen können. Disney fährt somit auf Nummer sicher und das Ergebnis ist ein unterhaltsames Musical-Abenteuer. Die Darsteller von Aladdin und Jasmin fand ich sehr überzeugend, Bösewicht Dschafar dagegen bleibt vollkommen blass. Sehr schade.

Fazit

Nun sage ich es doch: Gebraucht hätte dieses Remake wohl niemand. Die gut 120 Minuten vergehen jedoch wie im Flug und ich hatte viel Spaß mit dem Film. Dennoch würde ich mir das nächste Mal wieder das Original ansehen. Gerade die wundervollen Songs funktionieren darin einfach besser. Dennoch ist auch das Remake durchaus sehenswert: 7/10 Punkte.

Hook (1991)

Puh, was für ein Tag. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr in den Feierabend gehen, doch es gab immer noch etwas zu tun, so dass ich erst gegen 18 Uhr ins Wochenende starten konnte. Umso mehr habe ich mich auf den Filmabend gefreut: Nachdem wir vor zwei Wochen die Disney-Version von „Peter Pan“ geschaut hatten, stand heute endlich die inoffizielle Fortsetzung „Hook“ auf dem Programm. Ein Film, der mir persönlich extrem viel bedeutet. Umso gespannter war ich auf die heutige Sichtung… 🏴‍☠️

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Filmgewordene Nostalgie in Reinform

„Hook“ als Film habe ich in meinem bisherigen Leben vielleicht viermal gesehen. Inklusive der heutigen Sichtung. Also gar nicht so häufig. Aber ich habe als Kind die Hörspielkassette besessen – und diese ist bei mir rauf und runter gelaufen. Ich kann das Hörspiel (hier auf YouTube) heute noch mitsprechen. Es hat einen famosen Erzähler und war ungekürzt zur Filmfassung. Noch heute beschwört die Geschichte bei mir ein ganz besonderes Gefühl, was nicht nur meiner besonderen Beziehung zum Film geschuldet ist, sondern auch am Inhalt liegt: Hier geht es in erster Linie um das Erwachsenwerden, das Vergessen der Kindheit, den beständigen Kampf zwischen Verantwortung und Spaß. Prioritäten im Leben und dem, was man seinen eigenen Kindern mitgeben möchte. All das verpackt Steven Spielberg in einen kunterbunten Abenteuerfilm, der jedoch stets das große Gefühl zelebriert. Ein ungewöhnlicher Film, den damals leider nicht viele zu schätzen wussten.

Nüchtern betrachtet besitzt der Film auch eine seltsame Struktur: Es dauert über eine halbe Stunde, bis es endlich ins Nimmerland geht und noch länger bis Peter Banning wieder zu Peter Pan wird. Nimmerland ist eine einzige große Kulisse und dies sieht man dem Film auch in jeder Einstellung an (was das angeht hat er mich etwas an Ridley Scotts „Legende“ erinnert). Dadurch wirkt die abenteuerliche Insel einerseits sehr haptisch, andererseits aber auch unwirklich und wie eine Theaterbühne. Weiterhin schwankt die Geschichte stark im Ton zwischen extrem albern und kindlich bis hin zu grausam und traurig. Doch all das funktioniert für mich unglaublich gut und ich konnte gerade aus heutiger Sicht sehr mit Peter (toll gespielt von Robin Williams) mitfühlen. Es ist eine nostalgische Geschichte, an deren Ende jedoch die Zukunft und Zuversicht gewinnt. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Fazit

Ich glaube teils hat es meine Kinder etwas verstört, dass ich jeden Dialog mitsprechen konnte. Dennoch hatten beide viel Spaß mit dem Film. Speziell die verlorenen Jungs und ihre Angriffe auf Kapitän Hook haben ihnen viel Freude bereitet. Ich selbst habe viel in Nostalgie geschwelgt und die neue Perspektive als Vater genossen. Einfach ein Film, zu dem ich immer wieder sehr gerne zurückkehre und eine Geschichte, die mir extrem viel bedeutet. Vielleicht nicht perfekt, doch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm