Rogue One: A Star Wars Story (2016)

Nachdem ich bereits den ganzen Tag mit meiner Filmsammlung beschäftigt war, wollte am Abend natürlich auch eine Blu-ray eingelegt werden. Die Wahl ist mir nicht leicht gefallen, doch letztendlich habe ich mit „Rogue One: A Star Wars Story“ zu einem Film gegriffen, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Ob er meine Liebe zu „Star Wars“ erneut zu entfachen wusste?

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Der bisher beste „Star Wars“-Film von Disney

Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen: Es wird ein neuer „Star Wars“-Film veröffentlicht, ich verpasse ihn im Kino und selbst die Blu-ray steht seit Jahren ungesehen im Regal. Früher hätte ich mir die Finger danach geleckt. Doch heute? Es ist nichts Besonderes mehr. Spätestens seit dem teils ziemlich vermurksten „Star Wars: The Last Jedi“ ist mir die Lust endgültig vergangen. Somit hat es lange gedauert, bis ich mich an „Rogue One: A Star Wars Story“ herangewagt habe. Auch war ich skeptisch, ob denn die Details rund um die Beschaffung der Pläne des Todessterns unbedingt erzählt hätten werden müssen. Wie so oft bei Prequel-Filmen. Vielleicht hat mich der Film auch aufgrund meiner gedämpften Erwartungen so begeistert – aber ja, er hat mich ziemlich umgehauen! ❤

Zunächst einmal bin ich extrem vom Look des Films angetan. Er kombiniert wunderbar die Kostüme, Sets, ja selbst Bedienelemente und Computerbildschirme der Original-Trilogie mit modernen CGI-Effekten. Dabei hält er sich, bis auf zwei prominent platzierte CGI-Figuren (für mich nicht so störend wie oft behauptet), ziemlich zurück, was ich sehr zu schätzen wusste. Auch Handlung und Charaktere konnten mich überzeugen. Nein, nötig war es nicht, diese Geschichte zu erzählen, aber sie läuft ziemlich genauso ab, wie man es sich jahrelang vorgestellt hat: Ein bunt zusammengewürfelter Haufen Rebellen setzt alles aufs Spiel, um an die Pläne des Todessterns zu kommen. Danach wird niemand mehr von ihnen hören, doch der Plan ist aufgegangen. Die Geschichte fügt sich nahtlos vor „Star Wars: A New Hope“ ein und ich hätte nun unglaubliche Lust darauf, direkt mit diesem Film weiterzumachen. Ein größeres Lob kann ich „Rogue One: A Star Wars Story“ gar nicht aussprechen.

Fazit

Disney sollte sich viel mehr darauf konzentrieren, kleine Nebengeschichten in diesem unfassbar großen Universum zu erzählen. Weg von Skywalker, Solo und Co. Auch wenn die Verbindung zu der Original-Trilogie hier gegeben ist, so wird doch das große Potenzial neuer Geschichten erkennbar. Für mich zweifelsfrei der bisher beste unter den neuen „Star Wars“-Filmen: 8/10 Punkte.

Die Eiskönigin II – OT: Frozen II (2019)

Normalerweise schenken wir den Kindern im erweiterten Familienkreis zu Nikolaus immer einen Theaterbesuch. Dieses Jahr hat sich jedoch abgezeichnet, dass das nicht klappt. Also musste ein Alternativprogramm her. Da zurzeit „Die Eiskönigin II“ im Kino läuft, war ein würdiger Ersatz schnell gefunden. Ich habe mir dafür sogar den Nachmittag freigenommen, da ich bereits den letzten Kinobesuch mit der Familie verpasst hatte. Danach ging es noch auf den Nürnberger Christkindlesmarkt, was inzwischen auch schon Tradition ist. Ob wir davor gut gelaunt aus dem Kino kamen, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🥶🎅

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Eine mit Bedacht erzählte Fortsetzung

Als „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ so unfassbar durch die Decke ging, habe ich mich gewundert, dass nicht zwei Jahre später schon die Fortsetzung im Kino lief. Ist ja schließlich Disney und wäre ein normaler Rhythmus für „Star Wars“ und Marvel, ihre anderen großen Marken. Für „Die Eiskönigin II“ hat sich Disney jedoch ganze sechs Jahre Zeit gelassen, was dem Film unglaublich gut getan hat. Ich hatte stets das Gefühl, ein wirkliche Fortsetzung zu sehen. Eine Weitererzählung der Geschichte und der Figuren. Man erfährt neue Hintergründe, es gibt logische Weiterentwicklungen und die Welt wird insgesamt reicher. Das mochte ich wirklich sehr. Zudem hat die Technik noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht, was für extrem beeindruckende Bilder gesorgt hat. Wegen den jüngeren Kindern in unserer Gruppe haben wir bewusst auf eine 3D-Vorstellung verzichtet, doch ich bin mir sicher, dass die Welt in 3D noch einmal beeindruckender gewirkt hätte.

Auch wenn ich anfangs noch dachte, Disney würde mit ihrer Reihe an neuen Märchen- bzw. Prinzessinnen-Filmen nur wieder eine altbekannte Erfolgsformel modernisieren, so ist mir dieses Mal noch deutlicher bewusst geworden, was für einen Sprung diese märchenhaften Musicals auch inhaltlich gemacht haben. Anna und Elsa sind zweifelsfrei die Heldinnen ihrer Abenteuer. Kristoff und Co. spielen da nur eine Nebenrolle. Viele Szenen wirken unfassbar empowernd (mir fällt kein passendes deutsches Wort ein) und selbst ich hatte dabei häufiger eine Gänsehaut. „Die Eiskönigin II“ hat in dieser Hinsicht mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Botschaft, Fehler der Vergangenheit nicht nur einzugestehen, sondern aktiv rückgängig zu machen. Super! In dieser Hinsicht ist mir der Film wirklich extrem sympathisch.

Spaß und Spannung wechseln sich ab

Nicht nur alle fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die Eiskönigin II“, auch bei den Erwachsenen ist er gut angekommen. Überhaupt hat der Film es gut geschafft, eine Balance zwischen Spaß, Spannung und Emotionen aufzubauen. Auch hier fällt auf, wie viel Aufwand in die Handlung geflossen ist. Natürlich ist nicht alles perfekt und man muss dem Kitsch und den Musical-Szenen etwas abgewinnen können, um wirklich Gefallen an „Frozen II“ zu finden. Für mich überhaupt kein Problem und ich bin somit beschwingt aus dem Kino gekommen. Danach haben wir noch den Christkindlesmarkt unsicher gemacht, bevor es und bei frostigen Temperaturen zu kalt wurde und wir den Heimweg angetreten haben:

Fazit

Auch „Die Eiskönigin II“ ist zurecht ein großer Erfolg. Disney führt die Geschichte der zwei Schwestern wundervoll weiter und bringt viele schmissige Songs und humorvolle Szenen im Film unter. Wer schon vom ersten Teil genervt war, der braucht auch hier nicht reinschauen. Wer aber eine durchdachte und nicht nur schnell dahingerotzte Fortsetzung sehen möchte, für die oder den lohnt sich der Kinobesuch mit der ganzen Familie auf jeden Fall: 8/10 Punkte.

Operation: Overlord – OT: Overlord (2018)

Die letzten 24 Stunden waren wahrlich anstrengend. Falls ich diesen Eintrag in einigen Jahren noch einmal lesen sollte, seien als Stichwörter Parkhaus und Zahnspange genannt. Darüber hinaus liegen fünf proppenvolle Arbeitstage hinter mir. Ich konnte das Wochenende demnach kaum erwarten. Für den heutigen Filmabend hatte ich mir „Operation: Overlord“ ausgesucht, der genau das richtige Maß an Aufregung zu versprechen schien. Ob er das auch einhalten konnte?

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Castle Wolfenstein: The Movie

Bei „Operation: Overlord“ haben wir es mit einem klassischen Genre-Mix zu tun. Wie damals „From Dusk Till Dawn“ oder „The Descent“. Während der ersten Filmhälfte wohnen wir einem etwas überstilisierten Kriegsfilm bei, der ziemlich zur Sache geht und keine Gefangenen macht. Spätestens mit Ankunft in der französischen Kleinstadt lernen wir auch die Charaktere besser kennen, was für den weiteren Verlauf des Films nicht unwichtig ist. Schließlich gilt es in der zweiten Hälfte mit unseren Helden mitzufiebern, während sie Nazi-Zombies zerlegen. Dies ist kein großer Spoiler, macht bereits das Film-Cover sowie die Inhaltsangabe kein Geheimnis um diesen Twist. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell der Film in trashige Gefilde kippt. Und irgendwie passt das ja auch zum Thema. Auch wenn ich die Videospiele, vom damals indizierten „Wolfenstein 3D“ einmal abgesehen, nie gespielt habe, erinnert das Setting doch sehr an das bekannte Spiele-Franchise.

Letztendlich war ich doch positiv überrascht, wie nah man an den Charakteren dran ist. Dies ist jedoch vor allem der ersten Filmhälfte zu verdanken. Später weiß auch der erste Ausflug ins Labor mit verstörenden Bildern zu überzeugen. Danach wird „Operation: Overlord“ leider ein wenig zu platt, actionlastig und vorhersehbar. Macht aber nichts, denn als leicht trashiger Kriegshorror weiß die Geschichte dennoch zu unterhalten. Da braucht man gar nicht zu sehr mäkeln.

Fazit

Schon alleine, dass ich wach geblieben bin, rechne ich „Operation: Overlord“ hoch an. Das hätte heute wahrlich nicht jeder Film geschafft. Wer gerne Genre-Kino mit eher großem Budget und durchaus saftiger Action schaut, der sollte hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte viel Spaß mit den fidelen Nazi-Zombies: 7/10 Punkte.

Zoomania – OT: Zootopia (2016) (WS1)

Was für eine Woche. Sehr auslaugend. Auch meine Erkältung ist wieder auf dem Vormarsch. Hmpf. Da Frau bullion heute strawanzen ist, haben die Kids und ich die Gelegenheit genutzt und einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist dieses Mal „Zoomania“ gewandert, den ich zuletzt vor gut drei Jahren gesehen habe. Damals konnte er mich nicht vollends überzeugen. Ob sich dieser Eindruck im Beisein der Kinder verändert hat?

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Eine tierische Buddy-Cop-Comedy 🐰🦊🚔

Nachdem ich den Kids drei Filme zur Wahl gestellt hatte, konnten sie sich letztendlich auf „Zoomania“ einigen. Das ist schon einmal positiv zu bewerten. Beide kennen die Hörspielfassung, was gerade beim Zwergofanten doch einiges an Skepsis nahm. Dennoch hatte er Sorge wegen ein paar unheimlichen Szenen. Was das angeht hat er im letzten Jahr aber einen deutlichen Sprung gemacht: Zwar musste er auch während dieser Geschichte ein paar Mal wegschauen, doch insgesamt ist Spannung im Film kein wirkliches Problem mehr für ihn. Das Zappelinchen ist mit ihren neun Jahren eh schon viel weiter und konnte sich komplett auf die kunterbunte Geschichte einlassen. Auch mir ist das dieses Mal leichter gefallen, da ich ja bereits von meiner ersten Sichtung wusste, was ich von „Zoomania“ zu erwarten habe.

Was soll ich sagen? Heute hat mir der Film um das ungleiche Ermittlerduo aus Hase und Fuchs deutlich besser gefallen. Die Geschichte ist immer noch einfach und wenig überraschend, doch die unzähligen kleinen Details und auch die offensiv eingewobene Toleranzbotschaft fand ich bei der heutigen Sichtung einfach wundervoll. Zudem konnte die detailreiche Optik des Films noch mehr auftrumpfen, da die unzähligen Ebenen, durch die „Zootopia“ aufgebaut ist, durch das 3D noch eine enorme Tiefe ins Bild gebracht haben. Großartig!

Fazit

Ja, „Zoomania“ hat bei der ersten Wiederholungssichtung wirklich gewonnen. Die Kinder waren begeistert und auch ich konnte mich so richtig schön in diese Welt fallen lassen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Filmabende mit der Familie liebe? Gerade nach anstrengenden Wochen. Für den bereits geplanten zweiten Teil ist ein Kinobesuch schon jetzt fest eingeplant: 8/10 Punkte.

Die Hüter des Lichts – OT: Rise of the Guardians (2012)

Zum Ende der Ferien wollten wir den Kindern noch einen Filmabend gönnen. Nach längeren Diskussionen konnte wir uns letztendlich auf „Die Hüter des Lichts“ einigen, was auch eine wirklich gute Wahl war. Ob der bunte Abenteuerspaß rund um den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Zahnfee, den Sandmann und Jack Frost auch uns Eltern zu überzeugen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎅🐰🦷⌛❄

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Avengers des kindlichen Staunens

Eigentlich ist diese Idee so Banane, dass sie schon wieder gut ist: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee, Sandmann und Jack Frost kämpfen als Superheldentruppe zusammen gegen den schwarzen Mann, der Angst und Schrecken verbreiten will. Falsch umgesetzt hätte das wahrlich ein Desaster werden können, doch die auf der Buchreihe „The Guardians of Childhood“ basierende Geschichte ist wunderbar fantasievoll, temporeich und modern erzählt. Die bekannten Figuren haben ein glaubwürdiges und durchaus realistisches Update bekommen und die Action ist mitreißend, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Dabei lebt der Film ganz klar von seinen Schauplätzen und den mitreißend inszenierten Jagdszenen über die ganze Welt. Bei all dem Trubel bleiben auch die Emotionen nicht auf der Strecke und gerade Jack Frosts Geschichte weiß durchaus zu berühren.

Neben all dem Staunen und Wunder, was beides in eine schöne Botschaft eingewoben wurde, hat der Film im Grunde jedoch nur eine klassische Superheldegeschichte mit eben ungewöhnlichen Helden zu bieten. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn die Welt wirkt lebendig und sowohl wir Eltern als auch die Kids hatten viel Spaß mit „Die Hüter des Lichts“. Fast schon verwunderlich, dass es noch keine Fortsetzung gibt.

Fazit

Nachdem unsere Kids meinten, nach dem Film beim Zähneputzen streiten zu müssen, ist der nächste Filmabend in weite Ferne gerückt (ja, auch das gehört leider dazu). Insofern bin ich froh mit „Die Hüter des Lichts“ zumindest davor eineinhalb schöne Stunden verbracht zu haben. Gerade weil man nicht viel über den Film liest, möchte ich ihn euch umso mehr ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Seventh Son (2014)

Nachdem wir den heutigen Samstag komplett damit verbracht haben, den Garten einigermaßen winterfest zu machen (übrigens bei Sonnenschein und 20 °C), waren wir abends einigermaßen platt. Mit „Seventh Son“ ist die Wahl somit auf einen Film gefallen, der zumindest anspruchslose Unterhaltung versprochen hat. Ob diese Annahme korrekt war? ⚔🐲

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Generisches Fantasy-Kino mit Schauwerten

„Seventh Son“ gehört in die Riege von Fantasy-Roman-Adaptionen, die nach dem Erfolg von „Der Herr der Ringe“ in Massen aus dem Boden schossen. Eigentlich war diese Welle 2014 schon größtenteils abgeebbt. Umso verwunderlicher also, dass es dieser doch recht aufwendig produzierte Film trotz seiner generischen Geschichte überhaupt bis in die Kinos schaffte. Mit Jeff Bridges und Julianne Moore hatte man zumindest zwei altehrwürdige Stars am Start und Auftritte von Kit Harington (bekannt als Jon Snow aus „Game of Thrones“) und Alicia Vikander (kurz darauf der Durchbruch mit „Ex Machina“ und bekannt als Lara Croft aus „Tomb Raider“) hatten durchaus das Potenzial, den Film auch für das jüngere Publikum interessant zu machen. Warum hat der Film also nur bedingt gezündet?

Die Geschichte ist unfassbar generisch. Hexenjäger jagen Hexen. Selbst das persönliche Schicksal von Master Gregory könnte nicht offensichtlicher sein. Alles fühlt sich an wie aus dem Baukasten. Doch leider hat man aus allen diverseren Bausteinen ausgerechnet die Bösewichte gebaut hat. Das wirkt leider ziemlich unglücklich und hinterlässt einen unschönen Nachgeschmack. Davon abgesehen haben mich die Schauwerte durchaus begeistert: Es gibt famos anzusehende  Landschaftsaufnahmen (gerade in 3D), die Effekte sind beeindruckend und selbst Jeff Bridges übertrieben grummelig nuschelnder Lehrmeister wusste mich irgendwann für sich einzunehmen. Sieht man von den offensichtlichen Schwächen ab, bietet Sergey Bodrovs Werk also durchaus brauchbare Unterhaltung.

Fazit

Wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und über so manche (neben den Hauptdarstellern) unglückliche Besetzung hinwegsehen kann, dann macht „Seventh Son“ doch erstaunlich viel Spaß. Keinesfalls ein neuer Fantasy-Klassiker, doch für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch ziemlich brauchbar: 6/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – OT: Romancing the Stone (1984)

Aufgrund des morgigen Feiertags hat sich heute die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben. Lange stand ich vor dem Regal und habe mich durch neueste Blockbuster gewühlt, nur um am Ende mit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zu einem meiner persönlichen Klassiker zu greifen. Wie so häufig. 💎

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Eine Abenteuer-Romanze von Robert Zemeckis

„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zweifellos in meine am häufigsten gesehenen Filme ein. Damals als man noch auf das tägliche TV-Programm angewiesen war. Auch den Nachfolger „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ habe ich ähnlich oft gesehen. In den letzten 20 Jahren habe ich den Film ein wenig aus den Augen verloren, doch es war sogleich wie nach Hause kommen. Lustigerweise hat sich meine Erinnerung nahezu komplett auf den Abenteuerteil in der Mitte des Films beschränkt. Die eigentlich besondere Rahmenhandlung rund um die von Kathleen Turner wunderbar verkörperte Romanzen-Autorin Joan Wilder war mir nicht mehr sonderlich gut im Gedächtnis. Dabei funktioniert der Film aufgrund des durch sie verkörperten Fish-out-of-Waters einfach großartig. Mit Michael Douglas als Draufgänger mit Herz wird ihr zudem der perfekte Partner an die Seite gestellt.

Alles in „Romancing the Stone“, den ich heute übrigens zum ersten Mal im Originalton gesehen habe, schreit nach 80er Jahre. Der wunderbar gemächliche Aufbau, Kostüme und Ausstattung sowie vor allem der durch Saxophon bestimmte Score. Herrlich! Die Action ist flott inszeniert, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Robert Zemeckis (u.a. bekannt für „Zurück in die Zukunft“) beweist abermals ein Händchen für das richtige Timing. Gewundert hat mich im letzten Drittel ein wenig der Gewaltfaktor, der u.a. durch eine von einem Krokodil explizit abgebissene Hand bestimmt wird. Aber so waren sie eben, die filmischen 80er Jahre.

Fazit

Wenn man die 80er-Jahre-Ästhetik aushält oder ihr sogar etwas abgewinnen kann, dann bereitet „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ auch heute noch viel Vergnügen. Ich war ziemlich begeistert und freue mich nun bereits auf den zweiten Teil, den ich trotz OOP noch auf Blu-ray ergattern konnte: 8/10 Punkte.

Der weiße Hai 2 – OT: Jaws 2 (1978)

Nach einer ziemlich vollen und beruflich spannenden Woche, bin ich wirklich froh zwei Tage Pause zu haben. Was eignet sich besser zum Entspannen als ein Film? Nichts, korrekt. Also habe ich „Der weiße Hai 2“ in den Player geschoben und war gespannt, was die Fortsetzung zum ersten großen Blockbuster denn reißen kann… 🦈

Der weiße Hai 2 (1978) | © Universal Pictures Germany GmbH

Der weiße Hai 2 (1978) | © Universal Pictures Germany GmbH

Auf den ersten Blockbuster folgt das erste Sequel

„Ach, wie ist es doch schön, nach Amity Island zurückzukehren!“ Das waren meine Gedanken, während der ersten halben Stunde. Da ich bisher nur den großartigen ersten Teil kannte, hat es sich ein wenig so angefühlt, als würde ich längst verschollenes Material entdecken oder eine Zeitreise unternehmen. Ein seltsames Gefühl. Tatsächlich muss ich sagen, dass Regisseur Jeannot Szwarc die Atmosphäre von „Der weiße Hai“ ziemlich gut einfängt. Auch das Drehbuch ist durchaus kompetent. Zumindest in der ersten Hälfte des Films, die fast schon wie ein Remake des Spielberg-Klassikers wirkt. Allerdings ist Chief Brodys Paranoia ausgeprägter, was wohl der spannendste Teil der Geschichte ist, aus dem man mehr hätte machen können. Danach jedoch verkommt der Film zur Teenie-Hai-Hatz, was umso trauriger ist, wenn man bedenkt, wie großartig sich die zweite Hälfte des Originals gestaltet.

Auch wenn man natürlich nicht mehr auf den Überraschungseffekt setzen konnte, was das Verschleiern des nautischen Monsters durch Musik, Bojen und Co. angeht, so hätte man den Gummi-Hai doch nicht immer so offensichtlich zeigen müssen. Leider sieht der zweite Bruce nicht in allen Szenen wirklich gelungen aus, auch der Spannung ist die sichtbare Bedrohung leider abträglich. Dabei gibt es wahrlich fantastisch inszenierte Szenen, wie z.B. die Wasserski-Szene aus der Perspektive des Hais. Wirklich innovativ gefilmt und mitreißend inszeniert. Das Finale dagegen zieht sich merklich und selbst die Auslöschung des weißen Hais wirkt wie ein blasser Abklatsch des Originals.

Fazit

Selbst wenn hier keinesfalls die Qualität von „Der weiße Hai“ erreicht wird, so ist es doch spannend zu sehen, wie diese Fortsetzung bereits die Regeln für Sequels in Hollywood etabliert hat: halb Remake, halb unnötige Weitererzählung. Schon alleine deshalb lohnt sich ein Blick aus filmhistorischem Interesse. Daneben ist der „Der weiße Hai 2“ kompetent inszeniert und es ist nett, noch einmal nach Amity Island zurückzukehren. Nötig wäre das allerdings nicht gewesen: 7/10 Punkte.

Der weiße Hai – OT: Jaws (1975)

Seit ich in unserem Urlaub in den Niederlanden am Meer war, hatte ich Lust darauf, mir einmal wieder „Der weiße Hai“ anzuschauen. Überhaupt ist die letzte Sichtung schon viel zu lange her und Filme wie „The Shallows“, „47 Meters Down“ oder „The Meg“ sind einfach kein Ersatz. Von unsäglichen Werken wie „Sharknado“ und Co. einmal ganz zu schweigen. Wie konnte es mit dem Genre nur so weit kommen?

Der weiße Hai (1975) | © Universal Pictures Germany GmbH

Der weiße Hai (1975) | © Universal Pictures Germany GmbH

„We’re gonna need a bigger boat.“

Was wurde über „Der weiße Hai“ noch nicht gesagt? Der erste große Blockbuster, ein Score, der heute noch Gänsehaut bereitet, der widerspenstige Bruce und überhaupt eine unglaubliche Produktionsgeschichte. Kaum zu glauben, dass ich diesen Film bisher noch nicht in meinem Blog verewigt habe! Meine letzte Sichtung liegt folglich mindestens 13 Jahre zurück und ich war gespannt, ob mich „Jaws“ auch heute noch so begeistern kann wie damals. Dies war auch meine erste Sichtung der Blu-ray und ich bin erfreut, wie frisch der Film darauf aussieht. Einfach fantastisch! Man muss sich einmal bewusst machen, dass Steven Spielbergs Blockbuster inzwischen 44(!) Jahre auf dem Buckel hat. Er ist fünf Jahre älter als ich und sieht doch noch so viel besser aus! Und das ist alleine das audiovisuelle Paket. Wären da nicht Mode und Frisuren, man könnte „Der weiße Hai“ heute noch 1:1 so inszenieren wie damals.

Speziell die Dramaturgie des Films sucht heute noch ihresgleichen: Das Drehbuch ist extrem dicht, der Spannungsaufbau bewundernswert und Spielberg nimmt sich (darin ist er ohnehin der Meister) dennoch viel Zeit für seine Figuren. Heute ist mir erstmals die strenge Zweiteilung von „Jaws“ aufgefallen und ich könnte nicht sagen, welchen Teil ich lieber mag: Der ruhige, fast schon an eine Sozialstudie erinnernde Aufbau der Geschichte auf Amity Island oder die actionreiche Hatz auf der Orca. Trotz der gänzlich unterschiedlichen Schauplätze und Handlung sind beide Teile gekonnt miteinander verwoben, was der großartigen Figurenzeichnung zu verdanken ist. Gerade wenn Quint und Hooper sich unter Deck zusammenraufen und am Ende selbst Chief Brody in den schrägen Gesang einstimmt, ist das ein wunderbarer Moment. Wie so viele.

„Farewell and adieu to you fair Spanish ladies.“

Auch wenn es beim Dreh nur Probleme mit dem künstlichen Hai (genannt Bruce) gab, so sind die Effektszenen doch extrem effektiv. Gerade auch weil man die erste Stunde überhaupt nichts vom Hai sieht. Die spätere Kombination aus Filmmaterial echter Haie sowie kurzer Einstellungen von Bruce ist sehr überzeugend. Auch heute noch. Viele Filmemacher könnten sich hier mehrere Scheiben abschneiden, was das Zeigen des Monsters bzw. generell der Bedrohung angeht. Kreative Lösungen, wie die gelben Fässer im letzten Filmdrittel, sind der beste Beispiel, dass technische Einschränkungen die Kreativität fördern, was letztendlich die besten Ergebnisse liefert.

Fazit

Auch nach 44 Jahren ist „Der weiße Hai“ immer noch das Paradebeispiel für einen perfekt geschrieben und inszenierten Blockbuster. Ein Film, den jeder Filmstudent bis ins Detail analysieren sollte. Für alle anderen einfach nur ein großes Vergnügen. Ich bin erneut extrem begeistert und werde mich, nachdem ich ein wenig Zeit mit der fantastischen Making-of-Dokumentation verbracht habe, vielleicht auch erstmalig (und ganz ohne Erwartungen) den Fortsetzungen nähern. Seine Stellung als Meisterwerk hat sich „Jaws“ mit dieser Sichtung weiterhin gesichert: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The LEGO Movie 2: The Second Part (2019)

Schon seit unserem Besuch im Legoland und spätestens seit der letzten Sichtung des Vorgängers, freue ich mich (und nicht nur ich) schon extrem darauf, endlich „The LEGO Movie 2“ zu sehen. Heute war es endlich soweit! Der Film war noch ganz frisch in meiner Sammlung und da das Wetter inzwischen recht herbstlich ist (d.h. keine langen Abende mehr auf der Terrasse), haben wir einen längst überfälligen Filmabend mit der ganzen Familie veranstaltet. Toll!  😄

The LEGO Movie 2: The Second Part (2019) | © Warner Home Video

The LEGO Movie 2: The Second Part (2019) | © Warner Home Video

Welcome to the Systar System

Im Vorfeld habe ich nicht viel Gutes über „The LEGO Movie 2“ gehört. Genauer eingelesen hatte ich mich aber nicht. Nachdem ich über die grobe Handlung bereits durch die mehrfache Sichtung des Trailers im Legoland informiert war, freute ich mich tatsächlich auf das postapokalyptische Setting. Der Film funktioniert hier auch ganz wunderbar und wartet erneut mit beeindruckenden Bauten auf, die trotz CGI erstaunlich echt wirken. Die Geschichte wirkt dieses Mal (noch) größer, da das bekannte Lego-Setting teils verlassen wird. Auch diese Elemente fügen sich perfekt in den Film ein, so dass ich auf formaler Ebene keine Beanstandungen habe. Einzig so neu und frisch, wie im ersten Teil, wirkt die animierte Lego-Welt natürlich nicht mehr.

Auf inhaltlicher Ebene haben die Autoren ebenfalls alles herausgeholt, was man von einem Sequel erwarten konnte. Auch hier fehlt natürlich der Überraschungseffekt des Vorgängers. Man kennt die Meta-Ebene bereits und weiß von Anfang an, was hinter der von den Lego-Figuren rund um Emmet und Lucy erlebten Abenteuern steckt. Die hier erzählte Geschichte ist jedoch so nachvollziehbar und fast schon herzergreifend, dass bei mir sogar Erinnerungen an „Toy Story“ wach wurden. Insgesamt ist das alles nicht mehr so innovativ oder witzig, wie noch im ersten Teil, doch immer noch unglaublich charmant erzählt und voller toller Ideen.

Fazit

Auch mit „The LEGO Movie 2“ hatten wir alle viel Spaß. Eine wirklich würdige Fortsetzung von der Eröffnung bis zum famosen Abspann. Leider ist in Deutschland keine 3D-Fassung des Films erhältlich, was ich persönlich sehr schade finde. Aber typisch Warner Home Video, dem wohl schlimmsten Label für Filmfans. Davon abgesehen ist der Film ein großer Spaß und wir haben ihn garantiert nicht zum letzten Mal gesehen: 8/10 Punkte.