The LEGO Ninjago Movie (2017)

Nachdem Frau bullion und das Zappelinchen heute Abend strawanzen sind und sich ein Konzert anschauen, hatten der Zwergofant und ich einen Männerabend. Wie so etwas aussieht? Zuerst haben wir uns mit „The LEGO Ninjago Movie“ einen lang ersehnten Film angeschaut und uns dann zusammen ins Bett gekuschelt, um noch ein wenig einem Ninjago-Hörspiel zu lauschen. Männerabend eben. Inzwischen hört der Zwergofant das Hörspiel alleine zu Ende (wenn er nicht dabei einschläft) und ich berichte euch, wie uns der Film gefallen hat… 🥋🔥💧🥶🥬

The LEGO Ninjago Movie (2017) | © Warner Home Video

The LEGO Ninjago Movie (2017) | © Warner Home Video

Ein Franchise für die Kids von heute

Nicht erst seit unserem Besuch im Legoland liebe ich die beiden „The LEGO Movie“-Filme. Mit Ninjago hatte ich selbst noch nicht allzu viele Berührungspunkte, doch der Zwergofant ist großer Fan. Er besitzt etliche Spielsachen, ein paar Hörspiele und schaut mit Vorliebe die Serie. Mich erinnert das bunte Ninja-Treiben immer ein wenig an die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ meiner Kindheit, weshalb ich durchaus eine Verbindung zum LEGO-Franchise herstellen kann. Bereits im Vorfeld hat mir der Zwergofant genauestens erklärt, was er von der Geschichte weiß und wer die Figuren sind. Somit habe ich mich einigermaßen in der Welt zurechtgefunden, zumal der Film ohnehin kein Vorwissen voraussetzt. Allerdings kann es auch nicht schaden, denn die Hintergründe und Figuren bleiben doch ziemlich flach.

Der Stil des Films steht den anderen beiden LEGO-Movies in nichts nach. Auch die Verknüpfung mit Realszenen (u.a. mit Jackie Chan) ist wieder sehr gelungen. Somit war der Einsatz der ultimativen Waffe samt auftauchendem Monster auch mein Highlight des Films. Davon abgesehen sind die Gags sehr nett, die Geschichte bietet einige imposante Kampfszenen (war mir schon fast zu viel) und einen amüsanten Vater-Sohn-Konflikt. An die Innovationskraft, die vor allem der erste „The LEGO Movie“ ausstrahlt, kommt „The LEGO Ninjago Movie“ jedoch nicht ran. Dennoch mochte ich den Film schon alleine weil der Zwergofant am Ende des Abends verlauten ließ:

„Papa, diesen Abend werde ich nie vergessen!“

Wie soll man da noch objektiv über einen Film urteilen?

Fazit

Auch wenn sich die LEGO-Formel inzwischen ein wenig abnutzt und die Ninjago-Welt deutlich beschränkter ist, als das komplett freie Universum der bisherigen Filme, so hatte ich doch viel Spaß mit „The LEGO Ninjago Movie“. Am meisten freut es mich jedoch, die Begeisterung meines Sohns mitzuerleben und daran teilhaben zu können: 7/10 Punkte.

In einem Land vor unserer Zeit – OT: The Land Before Time (1988) (WS1)

Ich wünsche euch ein gesundes neues Jahr! Wie es sich für einen 1. Januar gehört, haben wir lange geschlafen und einen ausführlichen Neujahrspaziergang (über 7 km!) gemacht. Da die Geduld der Kinder dadurch ziemlich strapaziert wurde, haben wir ihnen einen Filmabend versprochen. Um „In einem Land vor unserer Zeit“ sind wir schon lange herumgeschlichen und haben irgendwann sogar schon einmal das Buch dazu vorgelesen. Heute haben sich alle Mitschauer getraut, sich dem Scharfzahn gegenüberzustellen… 🦖🦕

In einem Land vor unserer Zeit (1988) | © Universal Pictures Germany GmbH

In einem Land vor unserer Zeit (1988) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein nostalgisches Meisterwerk von Don Bluth

Wie bereits in meiner ersten Besprechung vor 11 Jahren(!) geschrieben (damals war ich noch nicht einmal Vater), verbinde ich mit „In einem Land vor unserer Zeit“ viele nostalgische Gefühle. Gar nicht so sehr, weil ich den Film als Kind so oft gesehen hätte, sondern weil ich die Hörspielkassette, welche die Tonspur des Films verwendet, unzählige Male gehört habe. Somit sind mir die Erzählstimme, die Musik sowie die Dialoge zwischen Littlefoot, Cera, Ducky, Petrie (und Spike) bestens vertraut. Speziell die emotionalen Szenen rund um den Tod der Mutter sind mir im Gedächtnis geblieben und diese waren es auch, die meine Kinder am meisten bewegt haben. Don Bluths Animationsfilm ist hier wirklich sehr emotional und teils auch ziemlich düster erzählt. Auch die Konfrontation mit Scharfzahn ist nicht ohne, jedoch ist selbst der Zwergofant inzwischen so abgehärtet, dass er diesen Szenen mit zumindest einem halb geöffnetem Auge folgen konnte.

Hatte ich mich damals beschwert, dass die Qualität der DVD mangelhaft sei, so bin ich mit der Blu-ray durchaus zufrieden. „In einem Land vor unserer Zeit“ wurde zwar nicht perfekt restauriert, und man kann die analoge Herkunft des Films spüren, was jedoch auch den Charme der Produktion ausmacht. Die Animationen sind extrem hochwertig und Don Bluth ist das Kunststück gelungen, die Geschichte auf 68 Minuten so zu verdichten, dass nur noch ihre Essenz übrig bleibt. Gerade in der heutigen Zeit, in der Filme unter 120 Minuten Laufzeit die Ausnahme sind, ist das sehr beeindruckend. Überhaupt ist die Geschichte von Don Bluth und seinem Animationsstudio sehr spannend. Wenn ihr euch näher dafür interessiert, schaut doch zum Beispiel einmal hier rein (nicht vom Click-Bait-Titel abschrecken lassen):

Mein Fazit zu „In einem Land vor unserer Zeit“

Nicht nur für den trägen 1. Januar war „In einem Land vor unserer Zeit“ die perfekte Wahl. Die Kinder konnten sich so richtig in die Geschichte fallen lassen und wir haben selbst den atmosphärischen Abspann bis zum Schluss durchlaufen lassen. Für mich einer der ganz großen Animationsfilme: 9/10 Punkte.

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers – OT: Star Wars: The Rise of Skywalker (2019)

Vermutlich war es schon kein gutes Zeichen, dass ich in Vorbereitung auf die gestrige Sichtung von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ keinerlei Lust verspürt hatte, die beiden Vorgänger noch einmal zu sehen. Vor dem Kinobesuch waren wir noch essen und vielleicht war es auch ein schlechtes Zeichen, dass wir über eine Stunde auf unsere Pizza warten mussten. Als wir dann im dunklen Kinosaal saßen, war ich dennoch voller Vorfreude. Immerhin ist es „Star Wars“ im Kino. Allerdings dürfte das für mich wohl auch das letzte Mal (zumindest mit Vorfreude) gewesen sein…

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (2019) | © Walt Disney

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (2019) | © Walt Disney

Disney fehlt die Vision für „Star Wars“

Um zu verstehen, warum „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ eine ziemliche Enttäuschung war, müssen wir ein paar Filme zurückgehen: J. J. Abrams hat mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ einen soften Reboot gestartet, der von Nostalgie durchtränkt war und im Prinzip die Handlung von „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ nacherzählt. Das war zwar nicht sonderlich innovativ, aber schien mir wie eine durchdachte Rückkehr zum Franchise, das seit jeher mit großen Erwartungen verknüpft ist. Mit „Star Wars: Die letzten Jedi“ hat Rian Johnson alles umgekrempelt, was Abrams zuvor aufgebaut hatte. Das mag innovativer wirken, zeugt letztendlich aber nur von fehlender Vision seitens Disney. Somit möchte ich keinem der beiden Regisseure die Schuld in die Schuhe schieben, denn jeder hat wohl sein „Star Wars“ umgesetzt. Nun also der dritte Teil, in dem J. J. Abrams versucht zu retten, was zu retten ist. Er rudert teils zurück, greift dennoch Elemente des Vorgängers auf und geht am Ende ganz auf Nummer sicher, in dem er ein Quasi-Remake von „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ inszeniert. In Kombination wirkt das alles so konfus und harmlos, dass es einfach nur noch traurig ist.

In den letzten Tagen habe ich im Zuge meiner Sichtungen von „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ viel über Disney diskutiert. Man kann über die Flut von Superheldenfilmen denken, was man will, jedoch ist unbestreitbar, wie erfolgreich und konsistent Disney und Marvel dieses Franchise in den letzten 10 Jahren aufgebaut haben. Mit Kevin Feige ist hier jemand im Hintergrund, der die Fäden in der Hand hält und der eine Vision hat. Bei „Star Wars“ scheint Disney bzw. Kathleen Kennedy die nötige Vision zu fehlen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass solch eine völlig inkonsistent erzählte Trilogie wie diese hier dabei herauskommt. Dabei ist weder Abrams‘ noch Johnsons Ansatz richtig oder falsch, nur in Kombination mag der Spagat einfach nicht zünden. Die erste halbe Stunde von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ ist eine einzige Hatz von Ort zu Ort, in der Abrams versucht Elemente des Vorgängers umzuinterpretieren. Das Pacing ist schrecklich und selbst als es danach ruhiger wird, wissen nur einzelne Versatzstücke zu überzeugen.

Eine harmlose Enttäuschung auf ganzer Linie

Dabei hat „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ durchaus einiges auf der Habenseite: Die Figuren sind endlich wieder zusammen unterwegs und interagieren miteinander. Die Schauwerte sind bombastisch und die Schauplätze spannend. Auch wenn die Ruine des Todessterns wieder pure Nostalgie ist, so bietet sie doch ein gelungenes Setting. Warum dennoch kein „Star Wars“-Gefühl bei mir aufkam? Vielleicht weil gerade im letzten Drittel alles so vorhersehbar war. Da ist wieder der Imperator, da gibt es wieder eine sich im Aufbau befindliche Bedrohung, die in der Lage ist Planeten zu zerstören, da werden wieder Lichtblitze geschossen. Puh. Im Grunde kombiniert „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ all die negativen Aspekte seiner beiden Vorgänger und versucht einen Film daraus zu machen, der bei allen ankommt. Das ist durchaus unterhaltsam und nett anzusehen, aber eben auch komplett uninteressant und harmlos. Damit ist „Star Wars“ endgültig in der Mittelmäßigkeit angekommen.

Fazit

Das war es nun also, das große Finale der Skywalker-Saga. Ziemlich enttäuschend, oder? Wie oben beschrieben zeigt sich in den drei Filmen die fehlende Vision Disneys für dieses mächtige Franchise. Da wird zu viel gewollt und zu wenig erreicht. Ich wurde größtenteils unterhalten, aber von der Magie, die „Star Wars“ früher ausgemacht hat, ist nichts mehr zu spüren. Schade drum: 5/10 Punkte.

Avengers: Endgame (2019)

Nachdem der Hype schon lange vorbei ist, bin auch ich endlich dazu gekommen, das große, vorübergehende Finale des Marvel Cinematic Universe (MCU) anzuschauen. Erstaunlicherweise habe ich es bis zur heutigen Sichtung ohne Spoiler geschafft, was fast schon an ein Wunder grenzt. Ob mich „Avengers: Endgame“ demnach zu überraschen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung (Spoiler sind zu erwarten).

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Back to Days of Future Past

Natürlich habe ich mir nach dem Finale von „Avengers: Infinity War“ keine Illusionen gemacht, dass die Hälfte unserer Helden (und der restlichen Bevölkerung unseres Universums) einfach tot bleibt. Auch wenn der Time Stone, wie von mir vermutet, nicht zum Einsatz kommt, so ist Zeitreise doch eines der großen Themen des Films. Damit erinnert „Avengers: Endgame“ ein wenig an ein anderes großes Superhelden-Franchise, das mit „X-Men: Days of Future Past“ eine ganz ähnliche Prämisse auffährt. Da wir hier jedoch im MCU sind, macht dieser Aspekt jedoch nur einen Teil der Geschichte aus: Weiterhin gibt es etliche Charakterszenen und am Ende eine bombastische Schlacht, die wahrlich ihresgleichen sucht. Wem zudem die unzähligen Enden in „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ zu viel waren, der dürfte in diesem Film einen Zusammenbruch erleiden. Ja, „Avengers: Endgame“ ist genau der bombastische Blockbuster, den man als Finale dieser Filmreihe erwarten durfte.

Ein wahrlich episches Finale!

Erneut war ich erstaunt bis begeistert, wie gut die Russo-Brüder die unzähligen Fäden zusammengeführt haben. Dabei ist kein Aspekt wirklich überraschend. Insofern geht es weniger darum, was passiert als wie und warum es passiert. Dies ist mir seit jeher eine sympathischere Herangehensweise an eine Geschichte. Spoiler hätten mir den Filmgenuss also nicht verdorben. Auch wenn die übergreifende Handlung nur wenige Überraschungen enthält, so haben mich doch viele kleine Momente glücklich gemacht: Sei es unter anderem die Begegnung zwischen Tony und seinem Vater oder ein Einblick in die Vergangenheit von Thanos und seinen beiden Töchtern. Das hat die Welt und ihre Figuren für mich reicher gemacht. Das Ableben von Tony Stark, Natasha Romanoff und irgendwie auch Steve Rogers war für mich erwartbar und auch konsequent. Nein, das MCU ist hier weder schockierend, noch sonderlich mutig, aber es nimmt sich Zeit seine Figuren zu Ende zu erzählen. Das mochte ich sehr.

Neben seinen inhaltlichen Stärken ist „Avengers: Endgame“ ein audiovisueller Hochgenuss. Damit meine ich nicht nur die schön übersichtlich inszenierten Actionszenen, sondern auch gerade die ruhigen Momente. Ich mag die Ästhetik der Marvel-Filme, die sich tatsächlich von anderen Blockbustern abhebt. Eine absolut runde Sache, die einen gewissen Endpunkt setzt, ohne sich jedoch die Zukunft zu verbauen. Sehr beeindruckend gelöst. Ich bin gespannt, wie es nun mit dem MCU weitergehen wird.

Fazit

Auch wenn das viele Filmfreunde anders sehen, so muss ich doch den Hut vor Disney für das ziehen, was sie in den letzten 11 Jahren mit dem MCU auf die Beine gestellt haben. „Avengers: Endgame“ ist zusammen mit seinem Vorgänger zweifellos der vorübergehende Höhepunkt der Saga. Der Film hat mich mehr gepackt, als ich es für möglich gehalten hätte: 9/10 Punkte.

Avengers: Infinity War (2018) (WS1)

Was für ein Tag! So langsam bin ich komplett im Urlaubsmodus angekommen. Ich habe beinahe den ganzen Tag auf meiner neuen Gitarre gespielt, dazwischen viel zu viel gegessen und ein wenig Sport getrieben. Bevor es nun auf das große Finale zugeht, habe ich abends noch einmal „Avengers: Infinity War“ in den Player geschoben, was eine gute Auffrischung der Ereignisse war. Nun freue ich mich schon sehr auf die Auflösung der Geschichte…

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Erneut ein bombastisches Vergnügen! 🦸‍♂️🦸‍♀️

Auch wenn meine erste Sichtung von „Avengers: Infinity War“ erst knapp ein Jahr zurückliegt, so hatte ich doch einiges schon wieder vergessen. Das mag einerseits an dem Overkill an Marvel-Filmen liegen, andererseits ist dieser erste Teil des großen Finales aber auch unfassbar vollgepackt mit Schauplätzen, Figuren und Action-Szenen. Daneben vollbringen die Russo-Brüder das Kunststück, dass kein Charakter zu kurz kommt und Thanos als Bösewicht wirklich zu glänzen weiß. Die zweieinhalb Stunden vergehen wie im Flug und ich habe mich an den bombastischen Bildern kaum satt sehen können. Für mich definitiv einer der stärksten Beiträge im Marvel Cinematic Universe (MCU).

Über meine letzten drei Sichtungen von MCU-Filmen, nämlich „Ant-Man and the Wasp“, „Captain Marvel“ und diesen hier, habe ich mir noch einmal Gedanken darüber gemacht, warum gerade dieses Franchise so gut funktioniert. Speziell wenn man sich die schwierige Geschichte der Superheldenfilme anschaut (hier übrigens mit der „Superhero Unit“ ein Podcast-Tipp). Es war eine langsame Entwicklung, die sich nicht von heute auf morgen ausgezahlt hat. Disney hat mit Kevin Feige vermutlich einfach den richtigen Mann am Start, der hier die Fäden in der Hand hält. Davon abgesehen sind die Filme extrem gut umgesetzt, auch wenn die Handlung mit den Schauwerten meist nicht mithalten kann. Ich möchte an dieser Stelle auch gar keine große Diskussion aufmachen, doch bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass das MCU in vielerlei Hinsicht wirklich bedeutsam für unsere heutige Filmlandschaft ist – und zwar sowohl was negative als auch was positive Aspekte angeht.

Fazit

„Avengers: Infinity War“ ist ein Monster von einem Film, der in seinen besten Momenten leichtfüßig und doch extrem dramatisch wirkt. Dieses Mal hat mich auch das Ende mehr mitgenommen und ich bin emotional voll dabei, wenn es endlich ins große Endgame geht. Dazu hoffentlich schon morgen mehr: 8/10 Punkte.

Solo: A Star Wars Story (2018)

Ich fühle mich so alt. Alt und müde. Nach einer feuchtfröhlichen Weihnachtsfeier in der Nacht von Freitag auf Samstag, war ich heute ziemlich gerädert. Dennoch wollte das Tagesprogramm mit dem Kauf des Christbaums und dem Chorauftritt der Kinder am Weihnachtsmarkt durchgezogen werden. Ob es demnach die beste Idee war, mit „Solo: A Star Wars Story“ abends noch einen Film einzulegen?

Solo: A Star Wars Story (2018) | © Walt Disney

Solo: A Star Wars Story (2018) | © Walt Disney

Eine unnötige, aber unterhaltsame Vorgeschichte

Nachdem ich erst letztes Wochenende wirklich begeistert von „Rogue One: A Star Wars Story“ war, hatte ich durchaus die Hoffnung, dass mir auch der zweite Einzelfilm des Franchises gefallen würde. Die Idee, sich einer der beliebtesten Figuren des „Star Wars“-Universums zu nähern, ist zwar nachvollziehbar und doch auch der große Schwachpunkt des Films. Das fängt schon einmal damit an, dass Alden Ehrenreich einfach kein Harrison Ford ist. Damit meine ich noch nicht einmal die fehlende äußere Ähnlichkeit, sondern eher den Charme und das Charisma. Keine Fehlbesetzung, aber doch eine, welche der Figur nicht gerecht wird. Mit Donald Glover als Lando Calrissian hat Disney dagegen den perfekten Schauspieler für die Rolle gecastet. Gerade im Zusammenspiel fällt Ehrenreich leider doppelt ab. Wirklich schade.

Abgesehen von den Schauspielern, weiß die Handlung durchaus zu überzeugen. Ich mochte die abenteuerlichen Schauplätze sowie das Gangster- bzw. Schmuggler-Setting. Das passt zu den Figuren und hat wirklich Spaß gemacht. Der von Paul Bettany gespielte Bösewicht ist dagegen ziemlich fad und die Dialogszenen mit ihm und Emilia Clarkes Figur Qi’ra ziehen sich ziemlich in die Länge. Mit 20 Minuten weniger Laufzeit und mehr Fokus auf den Abenteueraspekt wäre „Solo: A Star Wars Story“ ein deutlich mitreißenderer Film geworden. Vielleicht war ich auch einfach nur zu müde.

Fazit

Was soll ich sagen? Ich liebe das „Star Wars“-Universum und freue mich immer darüber, neue Einblicke zu bekommen. Warum diese stets mit bekannten Figuren verknüpft sein müssen? Das weiß wohl nur Disneys Finanzabteilung. Erschwert wird dieser Ansatz dadurch, dass der Hauptdarsteller die großen Fußstapfen Harrison Fords nicht zu füllen vermag. Wenn man von alldem jedoch absieht, bekommt man mit „Solo: A Star Wars Story“ eine durchaus unterhaltsames Sci-Fi-Gangster-Abenteuer zu sehen: 7/10 Punkte.

Rogue One: A Star Wars Story (2016)

Nachdem ich bereits den ganzen Tag mit meiner Filmsammlung beschäftigt war, wollte am Abend natürlich auch eine Blu-ray eingelegt werden. Die Wahl ist mir nicht leicht gefallen, doch letztendlich habe ich mit „Rogue One: A Star Wars Story“ zu einem Film gegriffen, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand. Ob er meine Liebe zu „Star Wars“ erneut zu entfachen wusste?

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Der bisher beste „Star Wars“-Film von Disney

Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen: Es wird ein neuer „Star Wars“-Film veröffentlicht, ich verpasse ihn im Kino und selbst die Blu-ray steht seit Jahren ungesehen im Regal. Früher hätte ich mir die Finger danach geleckt. Doch heute? Es ist nichts Besonderes mehr. Spätestens seit dem teils ziemlich vermurksten „Star Wars: The Last Jedi“ ist mir die Lust endgültig vergangen. Somit hat es lange gedauert, bis ich mich an „Rogue One: A Star Wars Story“ herangewagt habe. Auch war ich skeptisch, ob denn die Details rund um die Beschaffung der Pläne des Todessterns unbedingt erzählt hätten werden müssen. Wie so oft bei Prequel-Filmen. Vielleicht hat mich der Film auch aufgrund meiner gedämpften Erwartungen so begeistert – aber ja, er hat mich ziemlich umgehauen! ❤

Zunächst einmal bin ich extrem vom Look des Films angetan. Er kombiniert wunderbar die Kostüme, Sets, ja selbst Bedienelemente und Computerbildschirme der Original-Trilogie mit modernen CGI-Effekten. Dabei hält er sich, bis auf zwei prominent platzierte CGI-Figuren (für mich nicht so störend wie oft behauptet), ziemlich zurück, was ich sehr zu schätzen wusste. Auch Handlung und Charaktere konnten mich überzeugen. Nein, nötig war es nicht, diese Geschichte zu erzählen, aber sie läuft ziemlich genauso ab, wie man es sich jahrelang vorgestellt hat: Ein bunt zusammengewürfelter Haufen Rebellen setzt alles aufs Spiel, um an die Pläne des Todessterns zu kommen. Danach wird niemand mehr von ihnen hören, doch der Plan ist aufgegangen. Die Geschichte fügt sich nahtlos vor „Star Wars: A New Hope“ ein und ich hätte nun unglaubliche Lust darauf, direkt mit diesem Film weiterzumachen. Ein größeres Lob kann ich „Rogue One: A Star Wars Story“ gar nicht aussprechen.

Fazit

Disney sollte sich viel mehr darauf konzentrieren, kleine Nebengeschichten in diesem unfassbar großen Universum zu erzählen. Weg von Skywalker, Solo und Co. Auch wenn die Verbindung zu der Original-Trilogie hier gegeben ist, so wird doch das große Potenzial neuer Geschichten erkennbar. Für mich zweifelsfrei der bisher beste unter den neuen „Star Wars“-Filmen: 8/10 Punkte.

Die Eiskönigin II – OT: Frozen II (2019)

Normalerweise schenken wir den Kindern im erweiterten Familienkreis zu Nikolaus immer einen Theaterbesuch. Dieses Jahr hat sich jedoch abgezeichnet, dass das nicht klappt. Also musste ein Alternativprogramm her. Da zurzeit „Die Eiskönigin II“ im Kino läuft, war ein würdiger Ersatz schnell gefunden. Ich habe mir dafür sogar den Nachmittag freigenommen, da ich bereits den letzten Kinobesuch mit der Familie verpasst hatte. Danach ging es noch auf den Nürnberger Christkindlesmarkt, was inzwischen auch schon Tradition ist. Ob wir davor gut gelaunt aus dem Kino kamen, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🥶🎅

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Eine mit Bedacht erzählte Fortsetzung

Als „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ so unfassbar durch die Decke ging, habe ich mich gewundert, dass nicht zwei Jahre später schon die Fortsetzung im Kino lief. Ist ja schließlich Disney und wäre ein normaler Rhythmus für „Star Wars“ und Marvel, ihre anderen großen Marken. Für „Die Eiskönigin II“ hat sich Disney jedoch ganze sechs Jahre Zeit gelassen, was dem Film unglaublich gut getan hat. Ich hatte stets das Gefühl, ein wirkliche Fortsetzung zu sehen. Eine Weitererzählung der Geschichte und der Figuren. Man erfährt neue Hintergründe, es gibt logische Weiterentwicklungen und die Welt wird insgesamt reicher. Das mochte ich wirklich sehr. Zudem hat die Technik noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht, was für extrem beeindruckende Bilder gesorgt hat. Wegen den jüngeren Kindern in unserer Gruppe haben wir bewusst auf eine 3D-Vorstellung verzichtet, doch ich bin mir sicher, dass die Welt in 3D noch einmal beeindruckender gewirkt hätte.

Auch wenn ich anfangs noch dachte, Disney würde mit ihrer Reihe an neuen Märchen- bzw. Prinzessinnen-Filmen nur wieder eine altbekannte Erfolgsformel modernisieren, so ist mir dieses Mal noch deutlicher bewusst geworden, was für einen Sprung diese märchenhaften Musicals auch inhaltlich gemacht haben. Anna und Elsa sind zweifelsfrei die Heldinnen ihrer Abenteuer. Kristoff und Co. spielen da nur eine Nebenrolle. Viele Szenen wirken unfassbar empowernd (mir fällt kein passendes deutsches Wort ein) und selbst ich hatte dabei häufiger eine Gänsehaut. „Die Eiskönigin II“ hat in dieser Hinsicht mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Botschaft, Fehler der Vergangenheit nicht nur einzugestehen, sondern aktiv rückgängig zu machen. Super! In dieser Hinsicht ist mir der Film wirklich extrem sympathisch.

Spaß und Spannung wechseln sich ab

Nicht nur alle fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die Eiskönigin II“, auch bei den Erwachsenen ist er gut angekommen. Überhaupt hat der Film es gut geschafft, eine Balance zwischen Spaß, Spannung und Emotionen aufzubauen. Auch hier fällt auf, wie viel Aufwand in die Handlung geflossen ist. Natürlich ist nicht alles perfekt und man muss dem Kitsch und den Musical-Szenen etwas abgewinnen können, um wirklich Gefallen an „Frozen II“ zu finden. Für mich überhaupt kein Problem und ich bin somit beschwingt aus dem Kino gekommen. Danach haben wir noch den Christkindlesmarkt unsicher gemacht, bevor es und bei frostigen Temperaturen zu kalt wurde und wir den Heimweg angetreten haben:

Fazit

Auch „Die Eiskönigin II“ ist zurecht ein großer Erfolg. Disney führt die Geschichte der zwei Schwestern wundervoll weiter und bringt viele schmissige Songs und humorvolle Szenen im Film unter. Wer schon vom ersten Teil genervt war, der braucht auch hier nicht reinschauen. Wer aber eine durchdachte und nicht nur schnell dahingerotzte Fortsetzung sehen möchte, für die oder den lohnt sich der Kinobesuch mit der ganzen Familie auf jeden Fall: 8/10 Punkte.

Operation: Overlord – OT: Overlord (2018)

Die letzten 24 Stunden waren wahrlich anstrengend. Falls ich diesen Eintrag in einigen Jahren noch einmal lesen sollte, seien als Stichwörter Parkhaus und Zahnspange genannt. Darüber hinaus liegen fünf proppenvolle Arbeitstage hinter mir. Ich konnte das Wochenende demnach kaum erwarten. Für den heutigen Filmabend hatte ich mir „Operation: Overlord“ ausgesucht, der genau das richtige Maß an Aufregung zu versprechen schien. Ob er das auch einhalten konnte?

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Castle Wolfenstein: The Movie

Bei „Operation: Overlord“ haben wir es mit einem klassischen Genre-Mix zu tun. Wie damals „From Dusk Till Dawn“ oder „The Descent“. Während der ersten Filmhälfte wohnen wir einem etwas überstilisierten Kriegsfilm bei, der ziemlich zur Sache geht und keine Gefangenen macht. Spätestens mit Ankunft in der französischen Kleinstadt lernen wir auch die Charaktere besser kennen, was für den weiteren Verlauf des Films nicht unwichtig ist. Schließlich gilt es in der zweiten Hälfte mit unseren Helden mitzufiebern, während sie Nazi-Zombies zerlegen. Dies ist kein großer Spoiler, macht bereits das Film-Cover sowie die Inhaltsangabe kein Geheimnis um diesen Twist. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell der Film in trashige Gefilde kippt. Und irgendwie passt das ja auch zum Thema. Auch wenn ich die Videospiele, vom damals indizierten „Wolfenstein 3D“ einmal abgesehen, nie gespielt habe, erinnert das Setting doch sehr an das bekannte Spiele-Franchise.

Letztendlich war ich doch positiv überrascht, wie nah man an den Charakteren dran ist. Dies ist jedoch vor allem der ersten Filmhälfte zu verdanken. Später weiß auch der erste Ausflug ins Labor mit verstörenden Bildern zu überzeugen. Danach wird „Operation: Overlord“ leider ein wenig zu platt, actionlastig und vorhersehbar. Macht aber nichts, denn als leicht trashiger Kriegshorror weiß die Geschichte dennoch zu unterhalten. Da braucht man gar nicht zu sehr mäkeln.

Fazit

Schon alleine, dass ich wach geblieben bin, rechne ich „Operation: Overlord“ hoch an. Das hätte heute wahrlich nicht jeder Film geschafft. Wer gerne Genre-Kino mit eher großem Budget und durchaus saftiger Action schaut, der sollte hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte viel Spaß mit den fidelen Nazi-Zombies: 7/10 Punkte.

Zoomania – OT: Zootopia (2016) (WS1)

Was für eine Woche. Sehr auslaugend. Auch meine Erkältung ist wieder auf dem Vormarsch. Hmpf. Da Frau bullion heute strawanzen ist, haben die Kids und ich die Gelegenheit genutzt und einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist dieses Mal „Zoomania“ gewandert, den ich zuletzt vor gut drei Jahren gesehen habe. Damals konnte er mich nicht vollends überzeugen. Ob sich dieser Eindruck im Beisein der Kinder verändert hat?

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Eine tierische Buddy-Cop-Comedy 🐰🦊🚔

Nachdem ich den Kids drei Filme zur Wahl gestellt hatte, konnten sie sich letztendlich auf „Zoomania“ einigen. Das ist schon einmal positiv zu bewerten. Beide kennen die Hörspielfassung, was gerade beim Zwergofanten doch einiges an Skepsis nahm. Dennoch hatte er Sorge wegen ein paar unheimlichen Szenen. Was das angeht hat er im letzten Jahr aber einen deutlichen Sprung gemacht: Zwar musste er auch während dieser Geschichte ein paar Mal wegschauen, doch insgesamt ist Spannung im Film kein wirkliches Problem mehr für ihn. Das Zappelinchen ist mit ihren neun Jahren eh schon viel weiter und konnte sich komplett auf die kunterbunte Geschichte einlassen. Auch mir ist das dieses Mal leichter gefallen, da ich ja bereits von meiner ersten Sichtung wusste, was ich von „Zoomania“ zu erwarten habe.

Was soll ich sagen? Heute hat mir der Film um das ungleiche Ermittlerduo aus Hase und Fuchs deutlich besser gefallen. Die Geschichte ist immer noch einfach und wenig überraschend, doch die unzähligen kleinen Details und auch die offensiv eingewobene Toleranzbotschaft fand ich bei der heutigen Sichtung einfach wundervoll. Zudem konnte die detailreiche Optik des Films noch mehr auftrumpfen, da die unzähligen Ebenen, durch die „Zootopia“ aufgebaut ist, durch das 3D noch eine enorme Tiefe ins Bild gebracht haben. Großartig!

Fazit

Ja, „Zoomania“ hat bei der ersten Wiederholungssichtung wirklich gewonnen. Die Kinder waren begeistert und auch ich konnte mich so richtig schön in diese Welt fallen lassen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Filmabende mit der Familie liebe? Gerade nach anstrengenden Wochen. Für den bereits geplanten zweiten Teil ist ein Kinobesuch schon jetzt fest eingeplant: 8/10 Punkte.