Asterix in Amerika – OT: Asterix in America (1994)

Nachdem ich mich kaum vom heutigen #AbenteuerArbeitsweg erholt hatte, ist meine bessere Hälfte auch schon wieder zur Tür hinaus, um zu strawanzen. Da das Wetter eher bescheiden ist (sprich heute kein Spieleabend auf der Terrasse), stand mit „Asterix in Amerika“ ein weiterer Filmabend auf dem Programm. Sehr zur Begeisterung des Zwergofanten, der sich schon lange eine Fortführung unserer Komplettsichtung der Filmreihe wünscht… 🤜🐗🤛

Asterix in Amerika (1994) | © STUDIOCANAL

Asterix in Amerika (1994) | © STUDIOCANAL

Kommt leider nicht an „Die große Überfahrt“ ran

Mit der Comic-Vorlage „Die große Überfahrt“ verbinde ich eine ganz besondere Erinnerung: Ich war 10 Jahre alt und lag nach meiner Blinddarmoperation im Krankenhaus. Jedes Husten oder Lachen hat mir körperliche Schmerzen verursacht. Bei einem Besuch schenkten mir meine Eltern den oben genannten Asterix-Band. Das Ergebnis: Ich habe mich wortwörtlich vor Lachen gekrümmt. Freiwillig. Bis heute ist er einer meiner liebsten Asterix-Bände. Ein paar Jahre später hörte ich von der Verfilmung und war natürlich extrem heiß darauf. Die tatsächliche Sichtung war jedoch eine große Enttäuschung, da es gerade die unfassbar lustigen Szenen des Comics nicht auf die Leinwand geschafft haben. Wie der Film nun etliche Jahre später auf mich und meine Kids gewirkt hat?

Die Animation ist nett anzuschauen, selbst wenn die frühen CGI-Elemente aus heutiger Sicht mehr als befremdlich wirken. Da war der direkte Vorgänger „Asterix: Operation Hinkelstein“ deutlich stilsicherer inszeniert. Inhaltlich wurde das Comic um etliche Elemente erweitert, was nicht weiter schlimm wäre, hätte man den großartigen Humor der Vorlage mit übernommen. Leider jedoch ist davon kaum etwas übrig geblieben. Selbst die Gurugurus heißen nicht mehr Gurugurus. Und werden auch nicht mit Bär gefüllt. So viele verpasste Chancen. Dafür gibt es unpassende Gesangseinlagen, die eher wie gewollt und nicht gekonnt wirken. Schade.

Fazit

Speziell die Kinder hatten viel Spaß mit dem Film und auch ich muss zugeben, dass er über weite Strecken doch recht gut funktioniert. Warum man die brillante Vorlage jedoch so sträflich ignoriert hat, mag sich mir einfach nicht erschließen. Kein Totalausfall, aber bestimmt der schwächste unter den bisher von uns gesehenen Asterix-Filmen: 6/10 Punkte.

Hercules (1997)

Nachdem wir den Wunsch der Kinder nach einem Filmabend schon mehrfach ausgeschlagen hatten (das Wetter war einfach zu gut, um sich vor den Fernseher zu setzen), war es heute endlich soweit: Mit „Hercules“ wanderte dann auch ein Disney-Film in den Blu-ray-Player, den ich bisher noch nicht kannte. Wie dieser letztendlich bei uns ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Hercules (1997) | © Walt Disney

Hercules (1997) | © Walt Disney

Disneyfizierung griechischer Mythologie

„Hercules“ zählt zu den letzten Filmen des Studios, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre an 3D-Animation versucht hatten. Viele Filme dieser Ära gelten als nicht besonders gelungen, doch ich finde gerade Werke wie „Ein Königreich für ein Lama“, „Der Schatzplanet“ oder den erst jüngst gesehenen „Lilo & Stitch“ durchaus sehenswert. Im Gegensatz zu den genannten Filmen ist „Hercules“ jedoch ein überaus klassischer Disney-Film geworden, auch wenn er sich nicht an Märchen, sondern der griechischen Mythologie bedient. Ansonsten haben wir aber alles, was wir bereits dutzendfach gesehen haben: Eine bekannte, disneyfizierte Geschichte, eine typische Heldenreise, lustige Sidekicks und schmissige Musical-Szenen. Alles in „Hercules“ wirkt einfach viel zu bekannt.

Audiovisuell ist „Hercules“ eine wahre Freude: knallbunt und verspielt. Mit skurrilen Figuren durchsetzt und tollen visuellen Einfällen. Die Songs machen Spaß, auch wenn mir keiner so wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Einzig die frühen CGI-Effekte wirken ein wenig wie Fremdkörper im Film. Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte, auch wenn die große Begeisterung ausblieb. Die Kids waren da deutlich begeisterter und gerade der Zwergofant hat trotz der teils wirklich düsteren Szenen in der Unterwelt gut durchgehalten. Vermutlich wird einfach groß. Schnief.

Fazit

Auch wenn ich „Hercules“ mochte und froh bin, ihn endlich gesehen zu haben, so mochte sich die übliche Disney-Begeisterung nicht so recht einstellen. Zweifellos ein extrem hochwertiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen, aber inhaltlich doch zu sehr Schema F. Keiner meiner persönlichen Disney-Klassiker: 7/10 Punkte.

Wo die wilden Menschen jagen – OT: Hunt for the Wilderpeople (2016)

Das Wetter ist wieder schlechter. Einerseits schade, andererseits kommt man dadurch auch einmal wieder zum Filme schauen. Dabei geht es mir häufig so, dass ich entweder zu großen Blockbustern greife (um eben mitreden zu können) oder bereits bekannte Filme aus den 1980ern wähle (der Nostalgie halber). Dabei bleiben neuere, kleinere Filme oft leider auf der Strecke. Heute jedoch habe ich zu „Wo die wilden Menschen jagen“ gegriffen und es hätte gar keine bessere Wahl geben können… 🐗

Wo die wilden Menschen jagen (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wo die wilden Menschen jagen (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

„That doesn’t sound very special, majestical’s way better.“

Wie bin ich überhaupt zu „Hunt for the Wilderpeople“ (so der passendere Originaltitel) gekommen? Regisseur Taika Waititi ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ auf meinem Radar gelandet und auch dort geblieben. Auch seinen Ausflug ins Big-Budget-Kino mit „Thor: Ragnarok“ fand sehr gelungen. Und dass sich nun ausgerechnet Waititi der längst überfälligen Realverfilmung von „Akira“ annehmen soll, finde ich gar fantastisch. Aber zurück nach Neuseeland, wo der Regisseur diese kleine Geschichte rund um den 13-jährigen Ricky Baker und seinen Pflegevater Hec inszeniert hat. Gespielt wird das ungleiche Duo von Julian Dennison, der eine unfassbar authentische Leistung abliefert, und dem großartigen Sam Neill. In Kombination unschlagbar und mit die beste Schauspielleistung, die ich dieses Jahr bewundern durfte.

„I didn’t choose the skux life, the skux life chose me.“

Schon lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der es so gekonnt schafft, Humor und ernsthafte bis tief traurige Szenen zu verbinden. In einer Sekunde lache ich noch laut (und davon gab es wirklich etliche Momente) und in der nächsten muss ich eine Träne verdrücken. Dabei legt Waititi ein irres Tempo vor, ohne seinen Charakteren den nötigen Freiraum zur Entwicklung zu verwehren. Neben den unfassbar guten Hauptdarstellern steht die raue Landschaft Neuseelands klar im Zentrum der Geschichte und zeigt, dass das faszinierende Land auch abseits von „Der Herr der Ringe“ eine großartige Kulisse bietet (übrigens gibt es auch eine sehr witzige Referenz auf Peter Jacksons Trilogie). Einzig im Finale, das für meinen Geschmack ein wenig zu sehr auf Action setzt, schöpft Waititi mit beiden Händen aus dem Vollen. Die Stärke des Films liegt jedoch eindeutig in den ruhigeren, charakterbasierten Szenen.

Fazit

Ich sollte viel häufiger zu den kleineren, besonderen Filmen greifen. Da gibt es bestimmt noch etliche Entdeckungen zu machen. So wie „The Hunt for the Wilderpeople“, den ich euch nur dringend ans Herz legen kann. Einfach nur großartig und bei der nächsten Sichtung mit Aussicht auf die volle Punktzahl: 9/10 Punkte.

The LEGO Movie (2014) (WS1)

Nach unserem Besuch im Legoland sind wir nach wie vor im Lego-Fieber. Da das Wetter heute nicht zu einem lauschigen Abend auf der Terrasse eingeladen hat, haben wir einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist natürlich „The LEGO Movie“ gewandert, was ich mir mindestens ebenso sehr gewünscht habe, wie die Kinder. Wie der Film im Vergleich zu meiner ersten Sichtung abgeschnitten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

Everything Is (Still) Awesome

Im Legoland wurden wir mehrfach dem Trailer von „The LEGO Movie 2“ ausgesetzt. Auch die Sets des Films waren aufgebaut und wir hätten den Film im Park sogar sehen können. Wäre die Blu-ray bereits erhältlich gewesen, hätte ich direkt zugeschlagen. So muss nun aber der erste Teil noch einmal herhalten, was auch gar nicht schlimm ist, denn die Kinder kannten ihn noch nicht und auch ich habe mich sehr auf eine zweite Sichtung gefreut. Vielleicht liegt es am momentanen Lego-Wahn, aber ich hatte wieder genauso viel Spaß wie bei der ersten Sichtung. Dieses Mal sogar in 3D, was die visuelle Wucht von „The LEGO Movie“ tatsächlich noch einmal aufwerten konnte.

Inhaltlich war ich erneut erstaunt, auf wie vielen Ebenen „The LEGO Movie“ doch funktioniert:

  • Als Lego-Fanfilm (und -Werbefilm),
  • als fast schon ernsthaft düstere Dystopie,
  • als kunterbuntes Abenteuer,
  • als Parodie auf alles und jeden und
  • als Feiern der Kindheit und Kreativität.

Dabei wirkt der Film zu jederzeit leicht und unbeschwert. Die unterschiedlichen Elemente fügen sich, wie die titelgebende Bausteine, spielend zusammen und entführen sowohl kindliche als auch erwachsene Zuschauer auf ein kunterbuntes Abenteuer. Es ist unfassbar, wie viel Spaß der Film macht. Einfach nur toll. Einzig die Realszenen, so toll (wie auch naheliegend) ich die Idee auch finde, wirken ein wenig forciert. Aber vielleicht ist das nach 90 Minuten Non-Stop-Lego-Action auch einfach ganz normal. Die Kinder waren beide übrigens auch sehr begeistert. Speziell von dem Kniff das alles eine gespielte Geschichte war.

Fazit

Ich habe Lego als Kind geliebt, heute lieben meine Kinder Lego und auch ich bin nach wie vor davon begeistert. Sollte das hier tatsächlich nur eine gigantisch gute Content-Marketing-Masche sein, dann ziehe ich meinen Hut. Hier ist alles super! Nun freue ich mich noch mehr auf den zweiten Teil: 9/10 Punkte. Lohnen sich eigentlich „The LEGO Batman Movie“ und „The LEGO Ninjago Movie“ auch?

Tomb Raider (2018)

Nach einem recht entspannten Tag mit einer Einladung zum Grillen und viel Zeit draußen im Garten, stand uns abends der Sinn nach ebenso entspannter Unterhaltung. Die Wahl ist letztendlich auf die aktuelle Version von „Tomb Raider“ gefallen, die sich am 2013er Reboot der Spielereihe orientiert (welches ich übrigens immer noch nicht wirklich weit gespielt habe). Was die Neuauflage zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Tomb Raider (2018) | © Warner Home Video

Lara Croft: Angelina Jolie vs. Alicia Vikander

Okay, die Überschrift ist vielleicht ein wenig plakativ. Aber auch angemessen, denn schließlich wurde Angelina Jolie bei der ersten Verfilmung im Jahr 2001 als die perfekte Besetzung angesehen. Auf die beiden Filme möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen, liegt die Sichtung doch schon zu lange zurück. Viel mehr als Big-Budget-Trash mit Post-90er-Look waren sie in meiner Erinnerung aber nicht. Als Alicia Vikander, die ich in „Ex Machina“ großartig fand, als neue Lara Croft bekannt geben wurde, war ich sehr gespannt. Der Trailer sah mir zwar zu sehr nach CGI aus, doch mochte ich den geerdeteren Ansatz der Figur. Nachdem ich auch eine knappe Stunde in das erste Spiel der Reboot-Serie reingeschnuppert hatte, war ich umso mehr überzeugt, dass Alicia Vikander eine exzellente Lara Croft abgeben würde.

Die ersten Szenen des neuen „Tomb Raider“ hatten mich sogleich begeistert: Ich mochte den realistischen Ansatz sehr. Die Szenen in London mit Lara als Fahrradkurier haben mir extrem gut gefallen. Auch der langsame Aufbau bis hin zu ihrem Eintreffen in Hongkong war genau mein Ding. Doch mit Ankunft auf der Insel haben auch die übertriebenen Actionszenen zugenommen, die ich nach dem Trailer befürchtet hatte: viel zu viel CGI und viel zu wenig klassisches Abenteuer. Da springt der Greenscreen oft noch von der Leinwand (weil das Licht einfach nicht sitzt) und die Kamerafahrten sind übertrieben unrealistisch. Auch die Kampfszenen gegen Mathias Vogel (Walton Goggins) und Trinity waren mir zu viel. Doch spätestens mit Betreten der Grabmals hatte mich der Film wieder für sich eingenommen, denn hier wurden tatsächlich Erinnerungen an „Indiana Jones“ und Co. wach, wenngleich ich manchmal das Gefühl hatte, der Film hätte zu viel Budget gehabt, um gewisse Set-Pieces zu inszenieren. Man muss Regisseur Roar Uthaug aber zugute halten, dass er 3D teils wirklich effektiv einzusetzen wusste. Die 3D-Blu-ray hat sich somit gelohnt.

Fazit

Letztendlich ist „Tomb Raider“ ein typischer Blockbuster unserer Zeit: viel zu glatt und pompös inszeniert (auch wenn er dreckig und realistisch wirken soll), dabei aber sehr unterhaltsam und angenehm anzuschauen. Einen dicken Pluspunkt gibt es von mir tatsächlich für Alicia Vikander, die eine perfekte Verkörperung der neuen Lara Croft ist. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, selbst wenn dieser erste nicht perfekt war: 7/10 Punkte.

Zwei Asse trumpfen auf – OT: Chi trova un amico, trova un tesoro (1981)

Nach einem Tag voll körperlicher Ertüchtigung und einer strawanzenden Ehefrau, bleibt einem als guter Vater ja fast nichts anderes übrig, als mit den Kindern einen Filmabend zu veranstalten. Eben. Allerdings hatte die Sache einen Haken, denn ich wollte nicht schon wieder einen Zeichentrickfilm sehen, sondern den Kindern ein Kulturgut näherbringen: einen Spencer/Hill-Film. Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ habe ich mich für eine der harmloseren Prügelgeschichten entschieden. Wie die Filmwahl ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Nur Puffin schenkt mir die Kraft und Ausdauer die ich brauche!“

Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ verbindet mich eine ganz besondere Beziehung. Früher habe ich alle Spencer/Hill-Filme verschlungen. Diesen hier habe ich jedoch erst relativ spät entdeckt. In der TV-Zeitschrift wurde er damals als „Der beste Film des Prügelduos!“ beschrieben – und als Kind nimmt man das natürlich für bare Münze. Die Erwartungen waren folglich hoch und tatsächlich wurde ich bombastisch unterhalten. Mein Lieblingsfilm des Duos wurde er zwar nicht, aber ich mochte das exotische Setting und die völlig überzeichnete Komik. Sei es das Versteckspiel am Anfang auf Charlies Boot, die Ankunft auf der Insel oder der Kampf gegen den Japaner. Sergio Corbuccis Werk strotzt nur so vor unterhaltsamen Schauplätzen, völlig abstrusen Charakteren und einem fast schon infantilen Humor. Hinzu kommt die kongeniale Rainer-Brandt-Synchro und der mehr als eingängige Titelsong „Movin‘ Cruisin'“ von The Oceans.

„Du frisst was aus der Kelle fließt!“

Wie kam dieser Film, der nun schon so alt ist wie ihr Vater, nun bei zwei Kids im Jahr 2019 an? Gar großartig! Selbst der Zwergofant, der gerade bei Realfilmen immer skeptisch ist, war begeistert. Spätestens ab dem Zeitpunkt als klar war, dass das Duo Spencer/Hill mindestens ebenso unkaputtbar ist, wie „Asterix & Obelix“. Das Zappelinchen hat zwischendrin sogar geäußert, dass dies ihr neuer Lieblingsfilm sei. Nunja. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es sinnvoll ist, solch einen Film vorzuführen, der Gewalt als Lösung aller Probleme propagiert. Ist das zeitgemäß? Was ist mit der oberflächlichen Darstellung von Frauen? Der lächerlichen Darstellung der Eingeborenen? Alles Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Allerdings bezweifle ich stark, dass „Zwei Asse trumpfen auf“ nun einfach so sechs bzw. acht Jahre Erziehung zerstört. Zudem konnte ich so manche Dinge einordnend erklären. Nur die Frage, was denn mit dem Papagei passieren würde, nicht. Das hat mir jedoch gezeigt, dass die wunderbare Empathie der Kinder unantastbar ist. Manchmal muss das Leben eben auch ganz einfach einfach sein: „Ich will Nudelkacke! Nudelkacke!“

Fazit

Mir selbst hat „Zwei Asse trumpfen auf“ immer noch genauso viel Spaß gemacht, wie damals vor 25-30 Jahren. Es war mir auch eine große Freude zu sehen, wie gut der Humor und die Dynamik zwischen Bud Spencer und Terence Hill bei den Kindern ankommt. Das war bestimmt nicht unser letzter Film des Duos: 8/10 Punkte. Die Bildqualität der deutschen Blu-ray ist übrigens herausragend! ❤

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010)

Immer wenn ich mit einem Sessellift fahre, stelle ich mir die Frage, was ich machen würde, wenn ich unterwegs aussteigen müsste. Geht euch doch auch so, oder? Schon seit einigen Jahren weiß ich um den Film „Frozen: Eiskalter Abgrund“, der genau diese Prämisse zum Thema macht. Da ich vergangenes Wochenende in Bad Tölz erst wieder Sessellift  gefahren bin, war es endlich einmal Zeit für den Film…

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Skiiiiifoarn or Die Tryin‘

Ja, „Frozen“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Disney-Film) ist einer dieser Filme, die mit einer wunderbar fokussierten Prämisse aufwarten, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Drei Freunde werden auf einem Ski-Trip im Sessellift vergessen und müssen um ihr Überleben kämpfen. So einfach und doch so effektiv. Ich liebe Filme dieser Art, auch wenn die meisten ihr Versprechen meist nicht einlösen können. Auch Adam Greens „Frozen“ fängt stark an, doch schon bei der ersten dramatischen Szene musste ich aufgrund der unfreiwilligen Komik lachen. Glücklicherweise besinnt sich der Film danach wieder auf seine Stärken und lässt die Ausweglosigkeit der Situation auf uns Zuschauer wirken. Letztendlich ist der Verlauf der Handlung ziemlich bitter und uns wird kaum ein leichter Augenblick geschenkt.

Inszeniert ist „Frozen“ wirklich großartig. Man merkt, dass die Crew um Adam Green den kompletten Film on location gedreht hat, sprich es gibt echten Schnee, echte Wölfe und echte Berge. Das wirkt und hätte mit Greenscreen und CGI nicht halb so gut funktioniert. Leider können weder die Schauspieler noch das Drehbuch mit den formalen Aspekten mithalten. Die Figuren agieren unlogisch und begeben sich schnell in Klischees, was Dialoge und Aktionen angeht. Mit etwas mehr Fallhöhe – pardon the pun – und mehr Feinschliff, was das Drehbuch angeht, hätte hier ein wirklich intensiver, kleiner Reißer entstehen können. So wird das anvisierte Ziel, als „Der weiße Hai“ für Skifahrer etabliert zu werden, doch nicht ganz erreicht.

Fazit

Auch wenn mich „Frozen“ nicht wirklich begeistern konnte, so ist mir der Film doch sehr sympathisch. Zudem hat er mir gezeigt, wie ich nicht aus einer hängen gebliebenen Gondel aussteigen sollte. Wer weiß, wann mir das noch einmal helfen wird? Freunde von etwas abseitigeren Genre-Filmen sollten ruhig mal einen Blick riskieren, auch wenn einiges an Potenzial liegengelassen wird: 6/10 Punkte.

Meg – OT: The Meg (2018)

Vor gut 13 Jahren habe ich im Internet die Konzeptzeichnung zu einem Film namens „Meg“ gesehen, welche mich dazu brachte das gleichnamige Buch von Steve Alten zu lesen. Der Film sollte vorerst in der Produktionshölle verweilen, bis er 2018 endlich das Licht der Welt erblickte. Somit bin ich nach all den Jahren doch noch zu meinem Filmauftritt des Megalodon gekommen…

Meg (2018) | © Warner Home Video

Meg (2018) | © Warner Home Video

„We’re gonna need a bigger boat!“

Ja, „Meg“ ist ein Sommer-Blockbuster, wie er im Buche steht. Laut, bunt, dumm. Und mit Jason Statham in der Hauptrolle. Er spielt aber auch zu großen Teilen im und unter Wasser und hat einen riesigen Hai als Kontrahenten zu bieten. Da überwiegen doch eindeutig die positiven Aspekte! Zudem ist sich Jon Turteltaubs Film seines Status jederzeit bewusst. Er erzählt die gerade nötige Geschichte mit viel Humor, ohne dabei jedoch zu smart sein zu wollen. Es überwiegt die Action, die dummen Sprüche und die imposanten Unterwasserszenen mit dem Monsterhai. Die Vorlage hat damals eine andere Geschichte erzählt, auch wenn Versatzstücke immer noch vorhanden sind. Vielleicht orientiert sich der Film aber auch einfach an einer vielen der Fortsetzungen. Ich bezweifle es allerdings. Das hier ist einfach ein 08/15-Hollywood-Drehbuch – und als solches funktioniert es wunderbar.

Ich hatte tatsächlich extrem viel Spaß mit „Meg“. Die Bilder sind toll, gerade in 3D. Zwar hätte ich gerne etwas mehr Zeit abseits der Forschungsstation verbracht, doch insgesamt mag ich mich nicht groß beschweren. In seiner übertriebenen Hai-Action hat mich der Film teils an das Finale von „The Shallows“ erinnert, bleibt dabei jedoch konsistenter im Ton. Jason Statham passt perfekt in diese Rolle und mehr gibt es über die Schauspieler auch nicht zu sagen. Doch, eine Sache: Rainn Wilson (bekannt als Dwight Schrute aus „The Office“) ist viel weniger Comic-Relief als ich einerseits befürchtet, andererseits aber auch gehofft hatte.

Fazit

Wie Stammleser meines Blogs vermutlich schon mitbekommen haben, liebe ich Filme, die am, im oder unter Wasser spielen. Sehr sogar. Dazu noch ein riesiger Hai? Count me in! Davon abgesehen ist nichts an dem Film irgendwie besonders. Weder in die eine, noch die andere Richtung. Und dennoch sind die knapp zwei Stunden wie im Flug vergangen. Manchmal reicht das schon: 7/10 Punkte.

Chicken Run: Hennen rennen (2000)

Frau bullion ist einmal wieder strawanzen und somit war der Filmabend mit den Kindern vorprogrammiert. Nur leider konnten sich die beiden nicht auf einen Film einigen. Das Duell zwischen „Ich: Einfach unverbesserlich 3“ (Zappelinchen) und „Asterix in Amerika“ (Zwergofant) wurde nach hartem Kampf letztendlich von mir entschieden: Mit „Chicken Run: Hennen rennen“ landete einer meiner Favoriten im Blu-ray-Player. So einfach. Wie diese Entscheidung bei den Kindern ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Chicken Run: Hennen rennen (2000) | © STUDIOCANAL

Chicken Run: Hennen rennen (2000) | © STUDIOCANAL

„The Chicken Redemption“ oder „Chicken Break“?

Ich weiß noch als wäre es gestern gewesen: Es war die Zeit nach dem Abi. Ich war knackige 19 und hatte viel Zeit. Wilde Saufgelage, Partys und Frauen. Nicht. Natürlich ging es ins Kino. Die Sneak Preview gegen Mitternacht war ein fester Bestandteil meiner Woche. Wir setzten damals alle Hoffnung in „Pitch Black: Planet der Finsternis“ und bekamen stattdessen „Chicken Run: Hennen rennen“ vorgesetzt. Nach der ersten Enttäuschung und abfälligen Äußerungen, für die ich mich heute schäme, über diesen Kinderfilm wurden wir schnell eines Besseren belehrt. Dieses Stop-Motion-Abenteuer war ja unglaublich unterhaltsam! Unzählige Referenzen auf Gefängnisfilme, Doppeldeutigkeiten und eine enorme Detailverliebtheit. Wahnsinn! Ein paar Wochen später lief dann tatsächlich das heiß ersehnte Vin-Diesel-Spektakel, doch welcher Film mich letztendlich besser unterhalten hat, ist überhaupt keine Frage. Definitiv eine meiner denkwürdigsten Sneak-Preview-Vorstellungen.

Doch wie hat „Chicken Run“ nun meinen Kindern gefallen? Tatsächlich waren diese anfangs ein wenig skeptisch. Die Atmosphäre und Bilder sind teils durchaus düster und drastisch, was gerade dem Zwergofanten zu schaffen machte. Die Fluchtversuche der Hennen und die absurden Action-Szenen haben beide Kids jedoch sofort wieder für den Film eingenommen. Obwohl das Setting dem von „Shaun das Schaf“ ähnelt, ist diese Aardman-Produktion doch weit erwachsener und filmischer erzählt. Nicht nur deshalb wohl mein Lieblingsfilm des Animationsstudios, obwohl ich auch „Wallace & Gromit“ mehr als gelungen finde. Der Humor, die Referenzen, die Charaktere und ja, selbst die Liebesgeschichte passen hier einfach wie die Faust aufs Auge (der Bäuerin). Ein waschechter Gefängnisfilm. Nur eben mit Hühnern.

Fazit

Das enthusiastische Lachen der Kinder während des großen Finales sagt eigentlich alles: „Chicken Run: Hennen rennen“ ist ein zeitloser Film für alle Generationen. Habe ich schon den wunderbaren Score erwähnt? Und die liebevolle Ausstattung? Ein Film voller Details, die alle wertgeschätzt werden wollen. Deshalb gibt es von mir auch eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Ein Königreich für ein Lama – OT: The Emperor’s New Groove (2000)

Die kurze Arbeitswoche nach Ostern ist wie im Fluge vergangen. Meine Familie war mit Feriendingen beschäftigt und ich habe das Wochenende herbeigesehnt. Zum Abschluss der Osterferien habe ich einen Familien-Filmabend einberufen, bei dem die Wahl auf „Ein Königreich für ein Lama“ gefallen ist. Einen unterschätzen Disney-Film, den ich sogar im Kino gesehen habe…

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Ein Königreich für ein Lama (2000) | © Walt Disney

Eine Buddy-Slapstick-Comedy in Perfektion

Als „Ein Königreich für ein Lama“ damals im Kino lief, ging meine Zivildienstzeit gerade zu Ende. In der Feriengruppe unseres Behindertenwohnheims hatte ich damals einen netten Jungen betreut, dem ich zusammen mit einer Kollegin einen Kinobesuch zum Geburtstag geschenkt habe. So kam es, dass ich diesen Disney-Film im Kino sah. Heute kann ich mich mehr an die Begleitumstände (wie umständlich doch Bahn fahren mit Rollstuhl war) erinnern, als an den Film selbst. Ich weiß nur noch, dass wir eine gute Zeit hatten und ich den Humor für Disney sehr erfrischend fand. Etliche Jahre später habe ich den Film noch einmal auf DVD nachgeholt, doch „The Emperor’s New Groove“ hat nie zu den Disney-Klassikern gehört, die einen besonders großen Stellenwert bei mir hatten. Mit „Atlantis“ und „Der Schatzplanet“ wurden kurz danach auch die vorerst letzten klassisch animierten Filme des Studios veröffentlicht, die ich überhaupt noch gesehen habe.

Heute fällt „Ein Königreich für ein Lama“ schon alleine durch seinen ungewöhnlichen Look auf: teils sehr artifiziell und überstilisiert, knallbunt und seltsam kantig. Irgendwie frisch und ungewöhnlich. Auch der Humor samt Brechen der vierten Wand wirkt nicht wie typisch Disney. Das Tempo ist extrem hoch und eine Slapstick-Szene jagt die nächste. Man muss schon wirklich am Ball bleiben, um alles mitzubekommen. Da fällt es auch nicht wirklich ins Gewicht, dass die Geschichte überaus simpel ist. Die ohnehin schon knappen 75 Minuten vergehen wie im Flug. Sowohl meine Kinder als auch ich haben viel gelacht und waren sehr begeistert von diesem seltsamen Lama und seinen Abenteuern.

Fazit

Wenn man von Disney-Klassikern liest, dann wird „Ein Königreich für ein Lama“ meist leider vergessen. Dabei ist es ein wundervoll temporeicher und extrem witziger Film, der wie im Rausch an einem vorbeizieht. Es fehlen die klassischen Songs und der Disney-Kitsch, doch Humor und Stil sind große Klasse! Von mir gibt es dafür eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.