Faculty: Trau keinem Lehrer! – OT: The Faculty (1998)

Da es heute in Strömen regnet, habe ich den Zwergofanten mit dem Auto vom Karate-Training abgeholt. Auf dem Rückweg schnappten wir uns noch etwas zu essen. Falafel war leider aus, also gab es nur zwei Döner für die Kids. Da Frau bullion ausgeflogen war, haben wir heute nicht mit dem MCU weitergemacht. Dafür habe ich die Kinder mit „The Faculty“ wieder mehr an meine Jugend und das Horror-Genre herangeführt. Wie das allen Beteiligten gefallen hat? 🧑‍🏫

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

The Faculty (1998) | © STUDIOCANAL

Die Körperfresser an der High School

Schon wenn während einer der ersten Szenen „The Kids Aren’t Alright“ von The Offspring erklingt, fühlte ich mich so sehr in meine Jugend zurückversetzt, dass ich fast etwas nostalgisch wurde. „The Faculty“ ist eben komplett ein Werk dieser Zeit. Kurz nach „Scream“, ebenso von Kevin Williamson geschrieben und von Robert Rodriguez teils schön eklig inszeniert. Ein wahre Freude! Eine solche ist auch der Cast, denn es tummeln sich viele große Stars der späten 1990er und frühen 2000er Jahre: Elijah Wood (Frodo aus „Der Herr der Ringe“), Josh Hartnett (u.a. „Sin City“), Famke Janssen (u.a. die „X-Men“-Filme), Robert Patrick (T-1000 aus „Terminator 2“), Salma Hayek (u.a. „From Dusk Till Dawn“) Jon Stewart(!), Usher(?) und viele mehr. Aus heutiger Sicht eine beeindruckende und wilde Mischung, die wunderbar funktioniert.

Inhaltlich übersetzt Kevin Williamson die typische Körperfresser-Geschichte in eine High School. Das macht er mit solch einem Augenzwinkern, dass es eine wahre Freude ist. Hier bleibt kein Klischee aus und wird im besten Falle noch gebrochen. Robert Rodriguez inszeniert all das mit hohem Tempo und einem Gespür für seine Figuren. Auch die Actionszenen machen viel her. Kaum zu glauben, dass er zuletzt die teils vermurkste Action in „The Book of Boba Fett“ inszeniert hat. Gerade die Paranoia zwischen den High-School-Kids wird wunderbar eingefangen und es macht Spaß mit der ungleichen Gruppe unterwegs zu sein. Die Effekte sind zwar offensichtlich, doch besser gealtert, als ich dies in Erinnerung hatte. Und dass Rodriguez am Ende auf einen typischen Horrorfilm-Twist verzichtet, rechne ich ihm hoch an.

Fazit

Ich hatte wieder enorm viel Spaß mit „The Faculty“. Genau meine Zeit, genau mein Ding. Die Kinder fanden den Film nicht zu gruselig oder hart (da waren sie durch „Stranger Things“ schon gut vorbereitet), nur etwas eklig. Ansonsten mochten sie die Geschichte und speziell das High-School-Setting. Kann man sich auch nach knapp 30 Jahren immer noch sehr gut anschauen. Wer hätte das gedacht? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Stranger Things – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 5)

Wir sind gerade erst am Bahnhof angekommen. Den Hype Train haben wir längst verpasst. Also warum nicht direkt in den Bummelzug einsteigen und noch einmal ganz gemächlich alle vorherigen Stationen abfahren? Genau das haben wir als Familie mit „Stranger Things“ gemacht. Wir sind zu viert nach Hawkins aufgebrochen und haben uns über die letzten gut drei Monate noch einmal die komplette Serie angeschaut. Das war ein unglaubliches Erlebnis und ich bin froh, dass wir uns für diesen Ansatz entschieden haben. Auch den Kindern wird diese Erfahrung wohl als eines der einprägsamsten popkulturellen Ereignisse ihrer Jugend im Gedächtnis bleiben. Begleitet mich nun also gerne bei unserer langen Reise durch das Upside Down… 👹

Stranger Things | © Netflix

Stranger Things | © Netflix

Den Duffer-Brüdern ist mit „Stranger Things“ etwas gelungen, was heute nicht mehr so häufig passiert: Ein neues, popkulturelles Phänomen. Etwas Originelles, das zum eigenen Franchise wird. Man kann diese Entwicklung über die fünf Staffeln wunderbar verfolgen. Gerade die erste Staffel steht ein wenig für sich und ist in vielen Dingen, sowohl inszenatorisch als auch handlungstechnisch, kaum mit der fünften Staffel vergleichbar. Dennoch fügen sich die unterschiedlichen Schwerpunkte erstaunlich gut zusammen und der emotionale Kern bleibt recht konsistent. Was genau ich meine? Das führe ich weiter in meinen Besprechungen der einzelnen Staffeln aus:

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Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025)

Gestern waren die Kinder auf der Geburtstagsfeier ihrer Cousine, welche sich bis weit in den späten Abend gezogen hat. Uns hatte spontan eine Freundin besucht, die noch bis zum Abendessen geblieben ist. Danach hatten wir die Gelegenheit einmal wieder einen Film zu sehen, der für Kinder nicht geeignet ist. Meine Wahl fiel auf „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“, den ich schon ewig sehen wollte. Ob Zach Creggers Film seiner Prämisse gerecht werden konnte? 🤡

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

Weapons: Die Stunde des Verschwindens (2025) | © Warner Bros

„Magnolia“ als Horror-Groteske

Die Prämisse kannte man bereits aus dem Trailer: In einer amerikanischen Kleinstadt verschwinden um Punkt 2:17 Uhr morgens alle Kinder aus einer einzelnen Schulklasse. Alle bis auf eines. Sie verlassen die Häuser und rennen (siehe Bild oben) in die Nacht und waren nicht mehr gesehen. Mehr erfährt man im Trailer nicht. Auch im Film wird dieser Teil der Geschichte innerhalb der ersten fünf Minuten abgehandelt. Doch was passiert danach? Dann geht der Film erst richtig los. Zach Cregger erzählt „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ wie „Magnolia“ oder auch „Pulp Fiction“, sprich als Episodenfilm, dessen Geschichten zusammenhängen und sich überschneiden. Dadurch entstehen teils absurde Szenen, die man zunächst überhaupt nicht einordnen kann. Am Ende wird alles zusammengeführt, so dass es inhaltlich überraschend viel Sinn ergibt und alles erstaunlich schlüssig erklärt wird.

Was „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ so interessant macht, ist der Ton des Films: Das Mysterium ist wirklich mysteriös und dramatisch. Die Kleinstadt wird dadurch komplett in Mitleidenschaft gezogen. Zugleich ist der Film sehr unheimlich. Cregger gelingt es, ein paar extrem stimmungsvolle und absurd gruselige Szenen aufzubauen. Dabei gibt es nur wenige Jump Scares, die jedoch sehr effektiv sind und eher durch existierende Elemente im Bild und weniger durch laute Soundeffekte ausgespielt werden. Auch als gegen Ende eigentlich klar wird, worauf alles hinaus läuft, bleibt der Film spannend und verstörend. Neben all dem ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ auch noch erstaunlich witzig. Ja, richtig gelesen. Cregger setzt Humor gekonnt ein und ließ mich teils laut auflachen (z.B. der Spritzenangriff im Zelt oder auch Teile des Finales). Solch eine Mischung sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich bin mir sicher, dass sie auch nicht für jede:n Zuschauer:in funktioniert, doch mich hat der Film komplett abgeholt.

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Heute leben viele Horrorfilme davon, möglichst nihilistisch zu sein. Happy End? Keine Chance. Umso erfrischender fand ich es, dass Creggers Film tatsächlich ein extrem befriedigendes Ende bietet. Nein, auch hier ist das Trauma nicht weggewischt und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende. Aber dass das Böse so gekonnt von seinen eigenen Waffen, und das im wortwörtlichen Sinne, geschlagen wird, fand ich einfach nur grandios. Insgesamt ist „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ ein in jeder Hinsicht extrem überraschender Film, der famos erzählt ist und einfach nur Spaß macht. Die 4K-Version überzeugt durch ein knackiges Bild, das die stimmungsvolle Inszenierung zum Leben erweckt. Kann ich nur empfehlen:

Fazit

„Weapons: Die Stunde des Verschwindens“ hat mich noch mehr begeistert, als ich das zuvor für möglich gehalten hätte. Genau mein Ding: Ich habe mich sehr gegruselt, die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, die Figuren fand ich famos geschrieben, ich habe viel gelacht und wurde überrascht. Was will man mehr? So sollte Kino sein und ich freue mich jetzt schon darauf, den Film noch einmal zu sehen: 9/10 Punkte.

The Last of Us – Staffel 2 (2025)

Nach zwei Jahren Pause, geht es endlich weiter mit der Fortsetzung eines meiner Serien-Highlights aus dem Jahr 2024. Die erste Staffel von „The Last of Us“ hatte mich so gepackt, wie kaum eine zweite Serie in diesem Jahr. Zumindest bis zum strukturell und inhaltlich durchaus vergleichbaren „Sweet Tooth“. Die Vorfreude auf „The Last of Us – Staffel 2“ ließ ich mir auch von den teils vernichtenden Kritiken nicht nehmen. Wie mir die Rückkehr ins Pilzkönigreich gefallen hat? Spoiler sind zu erwarten. 🍄

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

Eine ungeschönte Fortsetzung mit Verlusten

Leider hatte ich mich damals, als der zweite Teil der Videospielvorlage erschienen ist, bereits gespoilert. Ich wusste also, dass Joel im Verlauf der zweiten Staffel stirbt. Wie genau es dazu kommt, war mir jedoch nicht bewusst. Auch dass dies bereits in der zweiten Episode passiert, hätte ich nicht erwartet. Speziell da Joel zuvor eher wenig Screentime hat und zwischen ihm und Ellie ein größerer Konflikt schwelt, der am Ende auch nicht aufgelöst wird. Umso härter ist der Verlust für Ellie. Auch ich als Zuschauer war hart getroffen. Was ich so mitbekommen habe, war dies auch einer der großen Kritikpunkte an der Vorlage und auch dieser zweiten Staffel von „The Last of Us“: Die Geschichte, die viele mit Joel und Ellie gleichsetzen, entwickelt sich komplett unerwartet weiter. Die Serie wird sowohl zu einer Rachegeschichte als auch einem lesbischen Liebesdrama. Das war wohl zu viel für manche Zuschauer (bewusst nicht gegendert). Das heißt nicht, dass ich keine Kritikpunkte habe oder zulasse, doch viele Kommentare zur zweiten Staffel (und auch dem zweiten Teil der Videospielvorlage) kann ich einfach nicht ernst nehmen.

So hart der Verlust des geliebten Charakters ist, so sehr muss ich die Showrunner doch auch bewundern, dass sie einen neuen Weg eingeschlagen haben. Was heißt neu? Schon bei „The Walking Dead“ gab es immer wieder schockierende Todesfälle von Hauptfiguren. Durch den bisherigen Fokus auf Joel und Ellie wirkt der Verlust hier nur umso stärker. Der nun folgende Rachefeldzug von Ellie und Dina ist packend inszeniert und wartet mit einigen nervenzerfetzenden Szenen auf. Dennoch bleibt das Gefühl, dass die wirklich herausragenden Episoden, wie sie noch in der ersten Staffel ihren Platz gefunden haben, fehlen. Das ändert sich bei der sechsten Episode „The Price“, in der wir all die verpassten Jahre in Jackson sehen und wie sich die Beziehung zwischen Ellie und Joel verändert hat. Obwohl oder gerade weil es in dieser Folge keinerlei Action oder Angriffe Infizierter gibt, besitzt sie eine emotionale Wucht, die am Ende kein Auge trocken lässt. Auch war es schön, die kürzlich verstorbene Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose, „Schitt’s Creek“) noch einmal in einer tragenden Rolle zu sehen. Ein wahrer Verlust für die Film- und Serienwelt. Das eigentliche Finale endet letztendlich im spannendsten Moment auf einem Cliffhanger. Ziemlich unbefriedigend. Zudem deutet sich an, dass wir in der dritten Staffel Abbys Perspektive einnehmen werden, was in der Vorlage wohl bereits ähnlich gelöst wurde. Das könnte durchaus spannend werden. Momentan sieht es auch so aus, als würde die dritte Staffel die letzte werden. Der Plan, die Geschichte auf fünf Staffeln zu erweitern, ist anscheinend leider nicht aufgegangen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Fazit

Auch wenn mich die zweite Staffel von „The Last of Us“ nicht mehr so bedingungslos begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so haben mich die sieben Episoden doch erneut außergewöhnlich gut unterhalten. Ich liebe die Figuren und die Welt immer noch. Die Kombination aus Spannung und Drama funktioniert für mich nach wie vor perfekt und auch wenn die Entwicklung schmerzhaft ist, so führt sie die Geschichte für mich doch relevant fort. Nach wie vor exzellentes Endzeit-Drama: 9/10 (9.0) Punkte.

Wednesday – Staffel 2 (2025)

Knapp zwei Monate haben wir für die acht Episoden dieser zweiten Staffel gebraucht. Ob das an der abfallenden Qualität von „Wednesday – Staffel 2“ liegt? Wenn man sich so die Bewertungen angeschaut hat, dann könnte man davon ausgehen. Ob das auch bei unserer Sichtung der Fall war, könnt ihr in der folgenden Besprechung lesen… 🧟

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Hex-hex, Handlungsstrang vervielfache dich!

Um es ein wenig einzuordnen: Auch für die erste Staffel von „Wednesday“ haben wir beinahe einen Monat gebraucht. Mehr als ein bis zwei Episoden pro Woche sind mit der gesamten Familie nicht drin. Über die Weihnachtsferien hat uns unser „Harry Potter“-Marathon zusätzlich ausgebremst. Es lag also nicht an der Qualität dieser zweiten Staffel, sondern alleine an unserer Priorisierung. Tatsächlich fand auch ich das zweite Jahr an der Nevermore Academy schwächer als das erste. Dieses war wunderbar fokussiert erzählt. Wednesday hatte ein Mysterium zu lösen, es gab ein paar kleinere Nebenhandlungen, welche jedoch der Haupthandlung kaum in die Quere kamen, und die Auflösung war tatsächlich recht unerwartet. Das Beste jedoch: Die Kinder waren so begeistert, wie selten von einer Serie. Der Erfolg gab ihr recht, denn Tim Burton scheint mit dem Quasi-Reboot der „Addams Family“ den Zeitgeist getroffen zu haben.

Die zweite Staffel von „Wednesday“ ist eine typische Fortsetzung, denn sie bietet mehr von allem: Mehr Figuren, mehr Handlungsstränge, mehr Mysterien, mehr Addams. Klingt anstrengend? Ist es zuweilen auch. Mit Steve Buscemi (u.a. bekannt für „Fargo“ oder „Boardwalk Empire“) stößt ein bekannter Schauspieler zum Cast, den ich stets sehr gerne sehe. Gefreut habe ich mich auch über Christopher Lloyd, der in den Verfilmungen der 1990er Jahre als Onkel Fester überzeugen konnte. Was hatte ich inhaltlich erwartet? Ein komplett neues Mysterium an der Nevermore Academy. Das gibt es auch. Irgendwie. Allerdings wird noch ein weiteres eingeführt. Und noch eines. Und die Hyde-Geschichte des ersten Teils geht auch weiter. Dann hängt alles irgendwie zusammen. Auch mit den Addams, die plötzlich auch auf den Schulgrund ziehen. All das lässt die Handlung oft unfokussiert und unnötig verwirrend wirken. Zumal viele Elemente auch nicht wirklich wichtig sind. Am besten hat mir in der zweiten Staffel die sechste Episode „Kenne deine Leiden“ gefallen, die im Grunde nur eine Körpertausch-Komödie zwischen Wednesday und Enid ist. Überhaupt bietet die Serie weiterhin viele wundervolle kleine Details, die auch abseits der überladenen Mystery-Handlung funktionieren.

Fazit

Auch wenn „Wednesday“ uns im zweiten Jahr nicht mehr so komplett begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so bietet die Serie weiterhin gute Unterhaltung. Für das dritte Jahr wünsche ich mir wieder mehr Fokus. Trotz meiner Kritikpunkte hatten die Kinder und auch wir Erwachsenen wieder viel Spaß mit „Wednesday“ und freuen uns schon auf die dritte Staffel: 8/10 (7.6) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Wednesday – Staffel 1 (2022)

Ich hänge dem Hype einmal wieder hinterher. Zwar hatte das Zappelinchen bereits bei Veröffentlichung Interesse an „Wednesday – Staffel 1“ gezeigt, doch geschaut hatte sie die Serie damals nicht. Da ich die Kinder dieses Jahr an die „Addams Family“-Filme herangeführt habe, war der Sprung zu Tim Burtons Serie ein kleiner. Das Interesse war groß und somit war unsere nächste Familienserie nach „Loki“ gesetzt. 🕸️

Wednesday – Staffel 1 | © Netflix

Wednesday – Staffel 1 | © Netflix

Die „Addams Family“ trifft auf „Harry Potter“

Als „Wednesday“ veröffentlich wurde, klebte noch eine 12er Freigabe an der Serie (zumindest bei der Veröffentlichung auf Netflix). Inzwischen wurde die Serie offiziell ab 16 freigegeben, was uns zum Überlegen brachte, ob wir dennoch reinschauen können. Da der Zwergofant bisher die Filme gut verkraftet hatte, wollten wir es zumindest probieren: Es war tatsächlich überhaupt kein Problem. Je nach Kind kann man die Serie auch schon gut ab 12 Jahren schauen. Spannend bzw. gruselig ist sie an ein paar Stellen natürlich dennoch, aber alles gut verkraftbar. Genug der Vorrede. Wie kann man sich eine „Wednesday“-Serie nun vorstellen? Ich habe sie am ehesten als Mischung aus einer modernisierten Version der „Addams Family“-Filme der 1990er Jahre und „Harry Potter“ wahrgenommen. Stimmung und Ton sind eindeutig in der eigenen Welt verhaftet, doch Setting und Aufbau bzw. Struktur haben mich doch deutlich an die Internatswelt des jungen Zauberers denken lassen. Auch hier musste in jedem Jahr ein Mysterium in Hogwarts gelöst werden. Genau wie in der Nevermore Academy in „Wednsesday“. Das ist schon ein ziemlich geschickter Schachzug.

Was die Besetzung angeht, hat Tim Burton ein recht glückliches Händchen bewiesen: Natürlich schwebt über allem die ikonische Besetzung der Barry-Sonnenfeld-Filme, doch mit Jenna Ortega (auch bekannt aus Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“) als Wednesday, Catherine Zeta-Jones als Morticia, Luis Guzmán als Gomez und Fred Armisen als Onkel Fester ist auch die neue Familie Addams recht gut aufgestellt. Hinzu kommen etliche Jungdarsteller:innen, welche wunderbar in diese Welt passen. Speziell Emma Myers‘ Enid ist ein wundervoller Gegenpol zu Wednesday. Die Serie bewegt sich recht geschickt auf Coming-of-Age-Pfaden und kombiniert diese mit Gothic-Mystery-Elementen. Ich hätte nicht vermutet, dass dieser Ansatz so gut funktioniert, wie er es tatsächlich tut. Die Serie macht unfassbar viel Spaß und sieht auch toll aus. Tim Burtons typischer Stil kommt allerdings deutlich weniger durch, als ich das erwartet hätte. Somit ist die Serie trotz des düsteren Fantasy-Settings sehr breitentauglich und selbst Wednesday darf am Ende Gefühle zeigen. Herrlich fand ich auch, dass mit Christina Ricci die Darstellerin der 1990er Wednesday eine zentrale Rolle spielt. Eine schöne Hommage und auf der Meta-Ebene besonders witzig. Das Mysterium selbst bietet einige Wendungen lädt zum Miträtseln ein. Die Kinder waren komplett in die Serie investiert. Wirklich ein 100%iger Erfolg.

Fazit

Ich liebe „Wednesday“ schon alleine dafür, dass uns die Serie begeistert auf dem Sofa vereint hat. Alle wollten wissen, wie es weitergeht. Da gab es keinen genervten Blick und kein Augenrollen. Wir hatten danach Diskussionen über einzelne Episoden und Figuren und überhaupt war es ein kleines Familien-Event, was wir schon lange nicht mehr mit Filmen oder anderen Serien hatten. Schön! Nun freuen wir uns schon alle auf die zweite Staffel, auch wenn die Kritiken eher bescheiden sind. Das erste Jahr auf der Nevermore Academy war auf jeden Fall großartig: 9/10 (8.8) Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Beetlejuice Beetlejuice (2024)

Ein sonniger Herbsttag voller Gartenarbeit geht zu Ende. Nachdem ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt hatte, gab es noch lecker Pizza und danach mit „Beetlejuice Beetlejuice“ einen weiteren Filmabend. Ich war schon sehr gespannt auf diese Fortsetzung. Ob Tim Burton an den grandiosen ersten Teil anknüpfen konnte? 🪦

Beetlejuice Beetlejuice (2024) | © Warner Home Video

Beetlejuice Beetlejuice (2024) | © Warner Home Video

Als Legacy Sequel von den Toten auferstanden

Um es kurz zu machen: Ja, Tim Burton hat so ziemlich alles aus der späten Fortsetzung von „Beetlejuice“ herausgeholt, was man herausholen konnte. Er trifft den Ton des Originals ziemlich perfekt, der alte Cast ist zu großen Teilen wieder am Start und die Geschichte bietet frische Aspekte und bereichert die Welt der Lebenden und der Toten. Der größte Unterschied zum ersten Teil ist wohl, dass der titelgebende Lottergeist Beetlejuice hier andauernd auftritt und dem Film komplett seinen Stempel aufdrückt. Die damaligen Hauptfiguren, die frisch verstorbenen Maitlands, fehlen im Sequel komplett. Das fand ich einerseits schade, andererseits nutzt Tim Burton diesen Umstand auch, um sich komplett in den Irrsinn seines neuen Protagonisten fallen zu lassen. Somit besitzt „Beetlejuice Beetlejuice“ zwar etwas weniger Herz und dafür noch mehr jenseitiges Chaos.

Mit Monica Bellucci, Justin Theroux, Willem Dafoe und natürlich Jenna Ortega gibt es etliche Neuzugänge zum Cast, die wahrlich viel Spaß mit ihren Rollen haben. Es ist schon ein Kunststück, 36 Jahre nach dem ersten Teil noch einmal so gekonnt den Geist des Originals einzufangen. Hut ab, Tim Burton! Allerdings ist auch keine Szene so ikonisch, wie manche (Stichwort: Day-O) von damals. Nicht jeder Gag zündet und es gibt im Grunde nur mehr von allem. Speziell von den Einblicken ins Jenseits. Macht aber alles nichts, denn „Beetlejuice Beetlejuice“ bietet wunderbare Unterhaltung für alle Fans und solche, die es (z.B. durch Jenna Ortega und „Wednesday“) noch werden wollen. Speziell Michael Keaton möchte ich noch hervorheben, der in die Rolle des Unruhestifters schlüpft, als hätte er sie nie abgelegt. Großartig!

Fazit

Wie mir schon prophezeit wurde, hat mich „Beetlejuice Beetlejuice“ tatsächlich ziemlich begeistert. Wie die meisten Legacy Sequels hätte es auch diesen Film nicht unbedingt gebraucht, doch Tim Burton hat definitiv alles aus der Prämisse, die Geschichte weiterzuerzählen, herausgeholt. Die Kinder fanden ihn übrigens ähnlich gelungen wie den ersten Teil. Ob wir den Lottergeist noch einmal wiedersehen werden? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Beetlejuice (1988) (WS1)

Ein aufregender Tag geht zu Ende: Das Zappelinchen hatte ihre ersten Einsätze im Rahmen des BRK-Bereitschaftsdienstes (der letzte ging bis 22 Uhr). Dennoch haben wir zwischen zwei Einsätzen mit „Beetlejuice“ einen Filmabend eingeschoben. Meine letzte Sichtung lag schon sieben Jahre zurück und ich war gespannt, wie Tim Burtons Gruselkomödie bei den Kindern ankommt… 🪦

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Ein völliger Fiebertraum von einem Film

Gestern Abend habe ich mich über „Blood & Sinners“ und die Tatsache gefreut, dass es auch heute noch originelle Filme gibt. Doch das ist nichts im Vergleich zu „Beetlejuice“, in dem Tim Burton wahrlich alle Register zieht: Das Jenseits ist so voller Esprit und Witz erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Das Worldbuilding ist großartig und man wird durch die Hauptfiguren Adam (Alec Baldwin) und Barbara (Geena Davis) Maitland, die frisch Verstorbenen, wunderbar in die absurden Regeln dieser Welt eingeführt. Auch die Tatsache, dass der titelgebende Lottergeist Beetlejuice (bzw. Betelgeuse) für nur knapp 15 Minuten auftritt, und dieser damit eher eine Randbemerkung im großen Ganzen ist, kommt dem Film zugute. Dieser Gag bzw. Michael Keatons wunderbar überzogenes Spiel kann sich somit gar nicht totreiten.

Mein Highlight war auch heute wieder die fantastische Day-O-Szene, in der alle beteiligten Schauspieler:innen, allen voran Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose aus „Schitt’s Creek“), eine unfassbar witzige Performance abliefern. Daneben mochte ich natürlich alles rund um das bürokratisierte Jenseits. Tim Burton schöpft hier bereits aus dem Vollen, was meiner Meinung nach nur so gut funktioniert, weil die Maitlands komplett bodenständig gezeichnet werden. Selbst als Gespenster in ihrem eigenen Haus. Übrigens war dies der erste Film, den wir alle vier in englischem Originalton gesehen haben und das hat erstaunlich gut funktioniert. Überhaupt waren die Kinder, speziell das Zappelinchen, deutlich begeisterter von „Beetlejuice“ als ich das vermutet hätte. Nach dem Film wurde sie noch zum letzten Einsatz des  Tages abgeholt. Schon alleine deshalb wird sie diese Sichtung wohl nicht so schnell vergessen.

Fazit

Mir hat „Beetlejuice“ heute noch einmal bedeutend besser gefallen als beim letzten Durchgang. Nun freue ich mich schon auf die Fortsetzung „Beetlejuice Beetlejuice“ und hoffe, dass Tim Burton damit den Ton des Originals trifft. Wie schon die „Addams Family“-Reihe perfekte Grusel-light-Unterhaltung für die ganze Familie: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Blood & Sinners – OT: Sinners (2025)

Es ist Halloween und beide Kinder sind dieses Jahr bei ihren Cousins eingeladen. Ich selbst habe knapp 200 Süßigkeiten verteilt und ein paar Kinder erschrocken. Danach gab es leckere Kürbisflammkuchen und mit „Blood & Sinners“ einen der Horrorfilme des Jahres, die unbedingt noch sehen wollte. Wobei Horrorfilm die falsche Einordnung ist. Dazu jedoch im Verlauf der Besprechung mehr… 🎸

Blood & Sinners (2025) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Blood & Sinners (2025) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Blues von der Dämmerung bis zum Morgengrauen

Es ist schon erstaunlich welch großen Hype „Blood & Sinners“ erfahren hat. Ich finde das fantastisch und kann es dennoch nicht so ganz nachvollziehen: Was ist Ryan Cooglers Film nun eigentlich? Ein schwarzes Gangsterepos? Ein Film über die Kraft des Blues? „From Dusk Till Dawn“ im Mississippi der 1930er Jahre? Vermutlich all das zusammen. Umso mehr erstaunt mich der große Erfolg, denn Zuschauer:innen, die Vampire sehen wollen, müssen lange warten. Fans von Musikfilmen wird die Gewalt abschrecken. Doch vermutlich ist es genau das, was den Erfolg des Films ausmacht: Er lässt sich in keine Schublade stecken. Das Kinopublikum ist vielleicht doch vielfältig interessierter, als nur perfekt auf die Zielgruppe zugeschnittene Blockbuster ohne Ecken und Kante sehen zu wollen. Ryan Coogler (u.a. „Black Panther“) hat alles richtig gemacht, denn „Blood & Sinners“ besitzt einige Ecken und Kanten. Das Pacing ist nicht immer stimmig, er nimmt sich mal zu viel, mal zu wenig Zeit. Die Figuren sind kantig und all das macht den Film deutlich interessanter, als was man sonst häufig sieht.

Ich hätte mir auch die Geschichte der Smokestack-Zwillinge (grandios gespielt von Michael B. Jordan) ohne Vampire angesehen. Die Figuren wären spannend genug gewesen. Dazu die famose Musik und das Südstaaten-Setting. Fantastisch! Coogler hätte die Vampire auch weglassen und einen ausführlichen Kampf gegen den Ku-Klux-Klan zeigen können. Aber nein, er hat sich für einfach alles entschieden. Das ist wirklich sehr erfrischend zu sehen. Auch die Mid-Credit-Szene lohnt sich hier ausnahmsweise. Hätte ich auch gerne als Teil des Films gesehen. Doch das ist eben auch so eine Sache: Coogler macht sein Ding. Er hat mehr als genug Blockbuster-Erfahrung und mixt nicht nur Genres, sondern auch Konventionen. Die 4K Ultra HD Blu-ray sieht übrigens fantastisch aus und klingt auch so. Große Empfehlung:

Fazit

„Blood & Sinners“ hat nicht nur mir, sondern auch Frau bullion ausgesprochen gut gefallen. Dabei ist sie überhaupt keine Horrorfilm-Freundin. Aber wie gesagt: Das ist auch nur ein kleiner Bruchteil dieses zurecht unfassbar erfolgreichen Genremixes. Die Kinder habe ich übrigens gerade zurück ins Haus gebeten. Hoffentlich waren sie keinen Vampiren begegnet: 9/10 Punkte.

Die Addams Family in verrückter Tradition – OT: Addams Family Values (1993)

Endlich Freitag, endlich wieder ein Filmabend. Dabei sind wir wieder spät vor den Fernseher gekommen, denn das Zappelinchen hatte heute ihre Vorstellung beim BRK und ich war mit dem Zwergofanten beim Karate-Training. Danach haben wir noch gegessen, uns über den Tag ausgetauscht und sind letztendlich viel zu müde aufs Sofa gefallen, um uns „Die Addams Family in verrückter Tradition“ anzuschauen. ⚰️

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine Fortsetzung auf dem Niveau des ersten Teils

Nachdem uns bereits „Addams Family“ sehr gut gefallen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil durchaus groß. Im Gegensatz zum Vorgänger hatte ich diesen jedoch nicht so häufig in meiner eigenen Jugend gesehen. Vermutlich eine oder maximal zwei Sichtungen. Ich konnte mich eigentlich nur noch an die grobe Handlung und das Baby mit dem wundervollen Namen Pubert erinnern. Sowohl Look und Stimmung als auch die Handlung sind perfekt getroffen, um eine würdige Fortsetzung zu sein. Eine solche ist „Die Addams Family in verrückter Tradition“ zweifellos. Das mag auch daran liegen, dass erneut Barry Sonnenfeld auf dem Regiestuhl saß, der komplette Cast wieder mit von der Partie war (ergänzt durch die famose Joan Cusack) und nicht zu viel Zeit zum Vorgänger vergangen war.

Auch wenn die Handlung abwechslungsreicher wirkt und es deutlich mehr Schauplätze gibt, so mochte ich den fokussierten ersten Teil noch einen Tick mehr. Als Fortsetzung hätte ich mir jedoch keinen besseren Film wünschen können. Der Plot um die schwarze Witwe, die Onkel Fester umbringen will, daran aber scheitert, ist herrlich absurd und witzig. Die Sommercamp-Eskapaden von Wednesday und Pugsley mochte ich auch. Alles rund um das Baby ist ohnehin grandios. Insgesamt eine wirklich runde Sache und das in gerade einmal 94 Minuten inklusive Abspann erzählt. Das bekommt heute kaum noch ein Film hin. Barry Sonnenfeld war wahrlich der perfekte Mann für diese Familie.

Fazit

„Die Addams Family in verrückter Tradition“ schließt gekonnt an den Vorgänger an und ist allen Fans der wunderbar charmant-verrückten Familie zu empfehlen. Leider haben nur der Zwergofant und ich bis zum Ende durchgehalten. Die Nächte sind einfach zu kurz und die Tage zu vollgestopft. Da wünschte man sich die Energie, welche die Addams Family an den Tag bzw. die Nacht legt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen; Zwergofant: 7/10 Punkte.)