Die Eiskönigin II – OT: Frozen II (2019)

Normalerweise schenken wir den Kindern im erweiterten Familienkreis zu Nikolaus immer einen Theaterbesuch. Dieses Jahr hat sich jedoch abgezeichnet, dass das nicht klappt. Also musste ein Alternativprogramm her. Da zurzeit „Die Eiskönigin II“ im Kino läuft, war ein würdiger Ersatz schnell gefunden. Ich habe mir dafür sogar den Nachmittag freigenommen, da ich bereits den letzten Kinobesuch mit der Familie verpasst hatte. Danach ging es noch auf den Nürnberger Christkindlesmarkt, was inzwischen auch schon Tradition ist. Ob wir davor gut gelaunt aus dem Kino kamen, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🥶🎅

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Die Eiskönigin 2 (2019) | © Walt Disney

Eine mit Bedacht erzählte Fortsetzung

Als „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ so unfassbar durch die Decke ging, habe ich mich gewundert, dass nicht zwei Jahre später schon die Fortsetzung im Kino lief. Ist ja schließlich Disney und wäre ein normaler Rhythmus für „Star Wars“ und Marvel, ihre anderen großen Marken. Für „Die Eiskönigin II“ hat sich Disney jedoch ganze sechs Jahre Zeit gelassen, was dem Film unglaublich gut getan hat. Ich hatte stets das Gefühl, ein wirkliche Fortsetzung zu sehen. Eine Weitererzählung der Geschichte und der Figuren. Man erfährt neue Hintergründe, es gibt logische Weiterentwicklungen und die Welt wird insgesamt reicher. Das mochte ich wirklich sehr. Zudem hat die Technik noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht, was für extrem beeindruckende Bilder gesorgt hat. Wegen den jüngeren Kindern in unserer Gruppe haben wir bewusst auf eine 3D-Vorstellung verzichtet, doch ich bin mir sicher, dass die Welt in 3D noch einmal beeindruckender gewirkt hätte.

Auch wenn ich anfangs noch dachte, Disney würde mit ihrer Reihe an neuen Märchen- bzw. Prinzessinnen-Filmen nur wieder eine altbekannte Erfolgsformel modernisieren, so ist mir dieses Mal noch deutlicher bewusst geworden, was für einen Sprung diese märchenhaften Musicals auch inhaltlich gemacht haben. Anna und Elsa sind zweifelsfrei die Heldinnen ihrer Abenteuer. Kristoff und Co. spielen da nur eine Nebenrolle. Viele Szenen wirken unfassbar empowernd (mir fällt kein passendes deutsches Wort ein) und selbst ich hatte dabei häufiger eine Gänsehaut. „Die Eiskönigin II“ hat in dieser Hinsicht mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Botschaft, Fehler der Vergangenheit nicht nur einzugestehen, sondern aktiv rückgängig zu machen. Super! In dieser Hinsicht ist mir der Film wirklich extrem sympathisch.

Spaß und Spannung wechseln sich ab

Nicht nur alle fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die Eiskönigin II“, auch bei den Erwachsenen ist er gut angekommen. Überhaupt hat der Film es gut geschafft, eine Balance zwischen Spaß, Spannung und Emotionen aufzubauen. Auch hier fällt auf, wie viel Aufwand in die Handlung geflossen ist. Natürlich ist nicht alles perfekt und man muss dem Kitsch und den Musical-Szenen etwas abgewinnen können, um wirklich Gefallen an „Frozen II“ zu finden. Für mich überhaupt kein Problem und ich bin somit beschwingt aus dem Kino gekommen. Danach haben wir noch den Christkindlesmarkt unsicher gemacht, bevor es und bei frostigen Temperaturen zu kalt wurde und wir den Heimweg angetreten haben:

Fazit

Auch „Die Eiskönigin II“ ist zurecht ein großer Erfolg. Disney führt die Geschichte der zwei Schwestern wundervoll weiter und bringt viele schmissige Songs und humorvolle Szenen im Film unter. Wer schon vom ersten Teil genervt war, der braucht auch hier nicht reinschauen. Wer aber eine durchdachte und nicht nur schnell dahingerotzte Fortsetzung sehen möchte, für die oder den lohnt sich der Kinobesuch mit der ganzen Familie auf jeden Fall: 8/10 Punkte.

Operation: Overlord – OT: Overlord (2018)

Die letzten 24 Stunden waren wahrlich anstrengend. Falls ich diesen Eintrag in einigen Jahren noch einmal lesen sollte, seien als Stichwörter Parkhaus und Zahnspange genannt. Darüber hinaus liegen fünf proppenvolle Arbeitstage hinter mir. Ich konnte das Wochenende demnach kaum erwarten. Für den heutigen Filmabend hatte ich mir „Operation: Overlord“ ausgesucht, der genau das richtige Maß an Aufregung zu versprechen schien. Ob er das auch einhalten konnte?

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Operation: Overlord (2018) | © Paramount

Castle Wolfenstein: The Movie

Bei „Operation: Overlord“ haben wir es mit einem klassischen Genre-Mix zu tun. Wie damals „From Dusk Till Dawn“ oder „The Descent“. Während der ersten Filmhälfte wohnen wir einem etwas überstilisierten Kriegsfilm bei, der ziemlich zur Sache geht und keine Gefangenen macht. Spätestens mit Ankunft in der französischen Kleinstadt lernen wir auch die Charaktere besser kennen, was für den weiteren Verlauf des Films nicht unwichtig ist. Schließlich gilt es in der zweiten Hälfte mit unseren Helden mitzufiebern, während sie Nazi-Zombies zerlegen. Dies ist kein großer Spoiler, macht bereits das Film-Cover sowie die Inhaltsangabe kein Geheimnis um diesen Twist. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell der Film in trashige Gefilde kippt. Und irgendwie passt das ja auch zum Thema. Auch wenn ich die Videospiele, vom damals indizierten „Wolfenstein 3D“ einmal abgesehen, nie gespielt habe, erinnert das Setting doch sehr an das bekannte Spiele-Franchise.

Letztendlich war ich doch positiv überrascht, wie nah man an den Charakteren dran ist. Dies ist jedoch vor allem der ersten Filmhälfte zu verdanken. Später weiß auch der erste Ausflug ins Labor mit verstörenden Bildern zu überzeugen. Danach wird „Operation: Overlord“ leider ein wenig zu platt, actionlastig und vorhersehbar. Macht aber nichts, denn als leicht trashiger Kriegshorror weiß die Geschichte dennoch zu unterhalten. Da braucht man gar nicht zu sehr mäkeln.

Fazit

Schon alleine, dass ich wach geblieben bin, rechne ich „Operation: Overlord“ hoch an. Das hätte heute wahrlich nicht jeder Film geschafft. Wer gerne Genre-Kino mit eher großem Budget und durchaus saftiger Action schaut, der sollte hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte viel Spaß mit den fidelen Nazi-Zombies: 7/10 Punkte.

Brittany Runs a Marathon (2019)

Da ich mit „Good Omens“ momentan wieder eine Serie auf Prime Video schaue, ist mir aufgefallen, dass es „Brittany Runs a Marathon“ bereits in das Programm geschafft hat. Der von Amazon produzierte Film war natürlich aufgrund seiner Thematik auf meinem Radar gelandet und so habe ich mich gefreut, dass er so schnell verfügbar ist. Dann einmal die Laufschuhe geschnürt und los…

Brittany Runs a Marathon (2019) | © Amazon Studios

Brittany Runs a Marathon (2019) | © Amazon Studios

Fat-Shaming oder wunderbar motivierend? 🏃‍♀️

Vor über elfeinhalb Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen. Damals hatte ich noch gut 15 kg mehr Gewicht auf den Rippen. Zur gleichen Zeit lief „Run, Fatboy, Run“ mit Simon Pegg in den Kinos, ein weiterer Film mit ähnlicher Thematik, der mich damals tatsächlich inspiriert hat. Zumindest was die Benennung meiner inzwischen schon 638 Laufberichte angeht. Nun also gibt es mit „Brittany Runs a Marathon“ einen weiteren Film, der die Macht des Laufens zelebriert und den Laufsport mit unzähligen anderen Veränderungen im Leben in Verbindung bringt. Dabei ist die titelgebende Brittany übergewichtig und pflegt einen eher ungesunden Lebensstil. Keine Ziele, keine Konsequenzen, aber durchaus Spaß am Leben. Leicht hätte die Geschichte in Richtung Fat-Shaming kippen können, doch letztendlich geht es darum, dass Brittany ehrlich zu sich ist, andere in ihr Leben lässt und Verantwortung für sich übernimmt.

„You changing your life was never about losing weight. It was about taking responsibility for yourself.“

(Demetrius zu Brittany)

Die eigentliche Handlung ist größtenteils ziemlich vorhersehbar, aber extrem charmant inszeniert und gespielt. „Brittany Runs a Marathon“ hat sich für mich stark nach einer anderen Amazon-Produktion, nämlich „The Big Sick“, angefühlt – und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen. Auch wenn das Laufen nur ein Katalysator ist, so hatte ich beim finalen Marathonlauf doch Tränen in den Augen. Ja, Laufen kann transformierend sein und das zeigt der Film wunderbar.

Fazit

Wer den Streaming-Dienst nutzt, und gerne mal eine leichte Komödie abseits von RomCom, Fäkalhumor und Co. sieht, dem kann ich „Brittany Runs a Marathon“ nur ans Herz legen. Wenn ihr dazu noch LäuferIn seid (oder es werden wollt), dann schaut unbedingt einmal rein: 8/10 Punkte.

Zoomania – OT: Zootopia (2016) (WS1)

Was für eine Woche. Sehr auslaugend. Auch meine Erkältung ist wieder auf dem Vormarsch. Hmpf. Da Frau bullion heute strawanzen ist, haben die Kids und ich die Gelegenheit genutzt und einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist dieses Mal „Zoomania“ gewandert, den ich zuletzt vor gut drei Jahren gesehen habe. Damals konnte er mich nicht vollends überzeugen. Ob sich dieser Eindruck im Beisein der Kinder verändert hat?

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Eine tierische Buddy-Cop-Comedy 🐰🦊🚔

Nachdem ich den Kids drei Filme zur Wahl gestellt hatte, konnten sie sich letztendlich auf „Zoomania“ einigen. Das ist schon einmal positiv zu bewerten. Beide kennen die Hörspielfassung, was gerade beim Zwergofanten doch einiges an Skepsis nahm. Dennoch hatte er Sorge wegen ein paar unheimlichen Szenen. Was das angeht hat er im letzten Jahr aber einen deutlichen Sprung gemacht: Zwar musste er auch während dieser Geschichte ein paar Mal wegschauen, doch insgesamt ist Spannung im Film kein wirkliches Problem mehr für ihn. Das Zappelinchen ist mit ihren neun Jahren eh schon viel weiter und konnte sich komplett auf die kunterbunte Geschichte einlassen. Auch mir ist das dieses Mal leichter gefallen, da ich ja bereits von meiner ersten Sichtung wusste, was ich von „Zoomania“ zu erwarten habe.

Was soll ich sagen? Heute hat mir der Film um das ungleiche Ermittlerduo aus Hase und Fuchs deutlich besser gefallen. Die Geschichte ist immer noch einfach und wenig überraschend, doch die unzähligen kleinen Details und auch die offensiv eingewobene Toleranzbotschaft fand ich bei der heutigen Sichtung einfach wundervoll. Zudem konnte die detailreiche Optik des Films noch mehr auftrumpfen, da die unzähligen Ebenen, durch die „Zootopia“ aufgebaut ist, durch das 3D noch eine enorme Tiefe ins Bild gebracht haben. Großartig!

Fazit

Ja, „Zoomania“ hat bei der ersten Wiederholungssichtung wirklich gewonnen. Die Kinder waren begeistert und auch ich konnte mich so richtig schön in diese Welt fallen lassen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Filmabende mit der Familie liebe? Gerade nach anstrengenden Wochen. Für den bereits geplanten zweiten Teil ist ein Kinobesuch schon jetzt fest eingeplant: 8/10 Punkte.

Misery (1990)

Nachdem ich vor ein paar Wochen meine Top 5 der besten weiblichen Bösewichte aufgestellt habe, wurde ich darauf hingewiesen, dass doch Annie Wilkes fehlen würde. Daraufhin musste ich zugeben, dass ich „Misery“ bisher noch nicht gesehen hatte, was ich mit der heutigen Sichtung jedoch endlich geändert habe…

Misery (1990) | © MGM

Misery (1990) | © MGM

Welch wunderbar schauriges Kammerspiel

Auch wenn ich die Verfilmung des Stephen-King-Romans bisher noch nicht gesehen hatte, so kannte ich jedoch die Versatzstücke ihrer Handlung. „Misery“ gehört eben zu jenen Filmen, die sich zurecht ihren Platz in der Popkultur gesichert haben. Auch das grundlegende Thema des hilflosen Gefangenen, der plötzlich zurückkehrenden Peinigerin und auch viele andere Motive sind weithin bekannt. Rob Reiners Film ist jedoch so etwas wie der Archetyp für Filme nach diesem  Strickmuster. Eben das Original. Mit James Caan und besonders Kathy Bates ist „Misery“ herausragend besetzt. Neben ein paar durchaus wichtigen Nebenfiguren tragen sie die Geschichte auch komplett alleine. Der sich langsam steigernde Horror wird von Rob Reiner perfekt eingefangen und ist neben den großartigen Schauspielleistungen eindeutig seiner stilsicheren Inszenierung zuzuschreiben.

Der gemächliche Spannungsaufbau ist wahrlich Beispielhaft und ich musste häufiger an andere Genre-Klassiker, wie z.B. „Der weiße Hai“, denken. Die schneebedeckten Berge Colorados steuern zudem viel zur dichten Atmosphäre bei. Am Ende war ich doch beinahe überrascht wie positiv der Film doch für den Autoren Paul Sheldon ausgeht. Auch wenn „Misery“ oft fies und hinterhältig ist, so lässt der Film den Zynismus heutiger Genre-Filme vermissen. Für mich durchaus positiv, zumal sich der psychologische Horror auch bei der Hauptfigur bis weit nach dem eigentlichen Ende der Geschichte trägt.

Fazit

Ich bin wirklich froh, diesen Klassiker des Horrorkinos nachgeholt zu haben. Letztendlich ist er ein Kammerspiel, in dem die Spannungsschraube langsam und bedächtig, aber auch stetig und ohne Gnade, angezogen wird. Nun gibt es endlich auch von mir eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Seventh Son (2014)

Nachdem wir den heutigen Samstag komplett damit verbracht haben, den Garten einigermaßen winterfest zu machen (übrigens bei Sonnenschein und 20 °C), waren wir abends einigermaßen platt. Mit „Seventh Son“ ist die Wahl somit auf einen Film gefallen, der zumindest anspruchslose Unterhaltung versprochen hat. Ob diese Annahme korrekt war? ⚔🐲

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Seventh Son (2014) | © Universal Pictures Germany GmbH

Generisches Fantasy-Kino mit Schauwerten

„Seventh Son“ gehört in die Riege von Fantasy-Roman-Adaptionen, die nach dem Erfolg von „Der Herr der Ringe“ in Massen aus dem Boden schossen. Eigentlich war diese Welle 2014 schon größtenteils abgeebbt. Umso verwunderlicher also, dass es dieser doch recht aufwendig produzierte Film trotz seiner generischen Geschichte überhaupt bis in die Kinos schaffte. Mit Jeff Bridges und Julianne Moore hatte man zumindest zwei altehrwürdige Stars am Start und Auftritte von Kit Harington (bekannt als Jon Snow aus „Game of Thrones“) und Alicia Vikander (kurz darauf der Durchbruch mit „Ex Machina“ und bekannt als Lara Croft aus „Tomb Raider“) hatten durchaus das Potenzial, den Film auch für das jüngere Publikum interessant zu machen. Warum hat der Film also nur bedingt gezündet?

Die Geschichte ist unfassbar generisch. Hexenjäger jagen Hexen. Selbst das persönliche Schicksal von Master Gregory könnte nicht offensichtlicher sein. Alles fühlt sich an wie aus dem Baukasten. Doch leider hat man aus allen diverseren Bausteinen ausgerechnet die Bösewichte gebaut hat. Das wirkt leider ziemlich unglücklich und hinterlässt einen unschönen Nachgeschmack. Davon abgesehen haben mich die Schauwerte durchaus begeistert: Es gibt famos anzusehende  Landschaftsaufnahmen (gerade in 3D), die Effekte sind beeindruckend und selbst Jeff Bridges übertrieben grummelig nuschelnder Lehrmeister wusste mich irgendwann für sich einzunehmen. Sieht man von den offensichtlichen Schwächen ab, bietet Sergey Bodrovs Werk also durchaus brauchbare Unterhaltung.

Fazit

Wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und über so manche (neben den Hauptdarstellern) unglückliche Besetzung hinwegsehen kann, dann macht „Seventh Son“ doch erstaunlich viel Spaß. Keinesfalls ein neuer Fantasy-Klassiker, doch für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch ziemlich brauchbar: 6/10 Punkte.

School of Rock (2003)

Heute hat sich für uns ein kinderfreier Abend ergeben, weshalb wir eigentlich etwas Außergwöhnliches unternehmen hätten können. Das Wetter war aber mies, nach Kino und Theater war uns nicht und somit haben wir einfach den neu eröffneten Inder getestet (sehr lecker!) und uns danach auf das Sofa zurückgezogen. So spießig sind wir inzwischen! Um dennoch ein wenig Schwung in die Bude zu bringen, habe ich „School of Rock“ in den Player geschoben, der schon viel zu lange auf der Liste stand… 🎸🎹🤘

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

Eine perfekte One-Man-Show von Jack Black

Warum hatte ich überhaupt Interesse an „School of Rock“? Hier muss ich eindeutig Richard Linklater nennen, der sich als Regisseur für einige meiner Lieblingsfilme (u.a. „Before Sunrise“ oder „Boyhood“) verantwortlich zeichnet. Doch auch Werke wie „SubUrbia“ oder „A Scanner Darkly“ haben ihn seit jeher als spannenden Filmemacher auf meinen Radar gebracht. „School of Rock“ schien mir aufgrund der recht formelhaft anmutenden Geschichte nie so wirklich interessant zu sein. Eher wie eine 08/15-Mainstream-Komödie. Sicher ist der Film irgendwie auch das – und doch besitzt er ein ganz eigenes Flair, das er vor allem Jack Blacks völlig ausgelassenem Spiel und der zelebrierten Liebe für Rockmusik in jeder Form zu verdanken hat.

Im Grunde wird hier die übliche „Dangerous Minds“-Formel auf den Kopf gestellt, sprich es kommt kein übermotivierter Lehrer an eine Klasse mit schwierigen Kindern, sondern ein als Betrüger auftretender Slacker (da haben wir wieder Linklaters Thema) trifft auf eine absolute Musterklasse. Mit wie viel Leidenschaft Jack Blacks Dewey Finn die teils stocksteifen Kinder für seine Musik zu begeistern weiß, ist eine große Freude. Im Abspann des Films merkt man deutlich, wie viel hier vermutlich improvisiert war und die Chemie, die zwischen Black und den Kindern herrscht, wirkt dadurch einfach unfassbar authentisch. Alles in allem ein Feel-Good-Movie, wie er im Buche steht.

Fazit

Auch wenn „School of Rock“ sicher nicht der außergewöhnlichste Richard-Linklater-Film ist, so greift er doch bekannte Themen auf und ist im besten Sinne großes Unterhaltungskino. Schon lange hatte ich kein solches Dauergrinsen mehr im Gesicht. Wenn ihr den Film noch nicht kennt, dann wartet nicht so lange wie ich, sondern schaut ihn euch am besten sofort an. Herrlich musikalische Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Skyscraper (2018)

Nachdem ich am heutigen Brückentag ausnahmsweise arbeiten war, stand mir abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung. Mit „Skyscraper“ ist einmal wieder ein 3D-Film in den Player gewandert – und was soll ich sagen? Auf audiovisueller Ebene hat das Action-Krampf ziemlich gut funktioniert. Davon abgesehen? Lest selbst… 🏢🤯

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Skyscraper (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

„Stirb langsam“ für die YouTube-Generation

Okay, okay. Diese Aussage ist schon fast schon zu abwertend und wird dem Film nicht wirklich gerecht. Ein wenig Wahrheit ist aber durchaus dran. Im Grunde bekommen wir das gleiche Setting präsentiert, wie im ersten „Stirb langsam“-Film: Ein einsamer Kämpfer muss sich in einem topmodernen Hochhaus mit diversen Bösewichten herumschlagen. Nur dass der damals geerdete und verletzliche Bruce Willis durch den Übermenschen Dwayne Johnson ersetzt wurde. Entsprechend wurden auch alle anderen Elemente des Films auf 11 gedreht: das Hochhaus, die Technik und die Effekte. Einzige der Gewaltlevel bleibt recht familienfreundlich. Das alles mag nun nicht sonderlich verlockend klingen, doch hatte ich wirklich viel Spaß mit der völlig übertriebenen Action.

An der Seite von Dwayne Johnson spielt Neve Campbell (habe ich sie seit „Scream 4“ überhaupt einmal wieder gesehen?) und ihre Figur macht ebenfalls keine Gefangenen. Sehr sympathisch. Überhaupt ist der Ton des Films recht gelungen, sprich er nimmt sich ernst genug, um nicht in völligen Schwachsinn abzudriften, ist dabei aber humorvoll genug, um eine gewisse Selbstironie zu beweisen. Da funktioniert dann selbst der berühmte Sprung vom Baukran ins brennende Hochhaus.

Fazit

Für einen entspannten Filmabend kann „Skyscraper“ eine ziemlich perfekte Wahl sein. Wenn man eben mit den richtigen Ansprüchen an ihn herangeht. Das 3D hat den Film in meinen Augen noch einmal aufgewertet, was wohl auch zeigt, dass hier vor allem die Schauwerte im Mittelpunkt stehen. Aber auch das reicht manchmal vollkommen aus: 6/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – OT: Romancing the Stone (1984)

Aufgrund des morgigen Feiertags hat sich heute die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben. Lange stand ich vor dem Regal und habe mich durch neueste Blockbuster gewühlt, nur um am Ende mit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zu einem meiner persönlichen Klassiker zu greifen. Wie so häufig. 💎

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Eine Abenteuer-Romanze von Robert Zemeckis

„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zweifellos in meine am häufigsten gesehenen Filme ein. Damals als man noch auf das tägliche TV-Programm angewiesen war. Auch den Nachfolger „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ habe ich ähnlich oft gesehen. In den letzten 20 Jahren habe ich den Film ein wenig aus den Augen verloren, doch es war sogleich wie nach Hause kommen. Lustigerweise hat sich meine Erinnerung nahezu komplett auf den Abenteuerteil in der Mitte des Films beschränkt. Die eigentlich besondere Rahmenhandlung rund um die von Kathleen Turner wunderbar verkörperte Romanzen-Autorin Joan Wilder war mir nicht mehr sonderlich gut im Gedächtnis. Dabei funktioniert der Film aufgrund des durch sie verkörperten Fish-out-of-Waters einfach großartig. Mit Michael Douglas als Draufgänger mit Herz wird ihr zudem der perfekte Partner an die Seite gestellt.

Alles in „Romancing the Stone“, den ich heute übrigens zum ersten Mal im Originalton gesehen habe, schreit nach 80er Jahre. Der wunderbar gemächliche Aufbau, Kostüme und Ausstattung sowie vor allem der durch Saxophon bestimmte Score. Herrlich! Die Action ist flott inszeniert, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Robert Zemeckis (u.a. bekannt für „Zurück in die Zukunft“) beweist abermals ein Händchen für das richtige Timing. Gewundert hat mich im letzten Drittel ein wenig der Gewaltfaktor, der u.a. durch eine von einem Krokodil explizit abgebissene Hand bestimmt wird. Aber so waren sie eben, die filmischen 80er Jahre.

Fazit

Wenn man die 80er-Jahre-Ästhetik aushält oder ihr sogar etwas abgewinnen kann, dann bereitet „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ auch heute noch viel Vergnügen. Ich war ziemlich begeistert und freue mich nun bereits auf den zweiten Teil, den ich trotz OOP noch auf Blu-ray ergattern konnte: 8/10 Punkte.

Predator: Upgrade – OT: The Predator (2018)

Die Besprechung zu diesem Film startet, wie immer, mit dem Tagebuchteil. Da müsst ihr durch, liebe Leser: Heute war noch einmal ein richtig schöner Spätsommertag, den wir am inklusivem Kinderfest und dem Tag der offen Tür der Freiwilligen Feuerwehr verbracht haben. Nachdem mich der Zwergofant heute beim Laufen begleitet hatte, habe ich abends noch ein paar Brettspiele mit ihm gespielt. Danach ging es ab aufs Sofa (ohne Kinder natürlich) und mit „Predator: Upgrade“ stand ein Film auf dem Programm, auf den ich schon lange neugierig war…

Predator: Upgrade (2018) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Predator: Upgrade (2018) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Wer hätte es gedacht? Eine würdige Fortsetzung

Als damals angekündigt wurde, dass Shane Black den neuen Predator-Film inszenieren würde, war ich extrem positiv gestimmt. Warum auch nicht? Shane Black ist nicht nur ein erfahrener Drehbuchautor (z.B. „Lethal Weapon“), er hat auch schon große und sehenswerte Filme (z.B. „Iron Man 3“) umgesetzt und war 1987 beim ersten „Predator“ als Schauspieler Teil des Ensembles rund um Arnold Schwarzenegger. Dann jedoch kamen die ersten Besprechungen und sie alle waren ziemlich vernichtend. Gerade einmal 5,4 Punkte bei der IMDb sind auch keine Empfehlung, weshalb ich mir mit der Sichtung dann doch Zeit gelassen hatte. Nun war es aber endlich soweit – und was soll ich sagen? Ich wurde blendend unterhalten!

Auch wenn die Technik viel moderner (und deshalb nicht immer passend) ist, fühlt sich „Predator: Upgrade“ wie ein Film aus den späten 1980er Jahren an. Viel Testosteron, machohafte Sprüche, blutige Action und ein angenehm klassischer Score. Zudem hatte ich bei der Action stets das Gefühl, einen genauen Überblick über das Geschehen zu haben. Das ist inzwischen leider viel zu selten der Fall. Ansonsten ist die Geschichte angenehm cheesy (ohne jedoch trashig zu sein), die Militärs sind nicht die strahlenden Helden, sondern ein Haufen kaputter Typen. Hinzu kommen etliche großartige SchauspielerInnen, die man bisher vor allem aus Serien kennt, z.B. Olivia Munn („The Newsroom“), Yvonne Strahovski („Chuck“), Sterling K. Brown („This Is Us“) bis hin zum famosen Kinderschauspieler Jacob Tremblay aus „Raum“. Selbst die Klimakrise wird mehr oder minder sinnvoll thematisiert und all das mündet in einem sehr unterhaltsamen Mix, den man allerdings nicht zu ernst nehmen sollte.

Für mich ist „The Predator“ eine sehr gelungene Fortsetzung, da er die Geschichte des Originals nicht einfach noch einmal 1:1 in der heutigen Zeit nacherzählt, sonder sein eigenes Ding daraus macht. Das kann man mögen oder nicht, aber es ist mutiger als viele anderen späten Sequels. Für mich kaum schwächer als die anderen beiden Fortsetzungen:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  3. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  4. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Mich hat Shane Blacks späte Fortsetzung positiv überrascht und ich hatte viel Spaß damit. Sicher kein neuer Klassiker oder ein in irgendeiner Art und Weise relevanter Film, doch um noch einmal dem ikonischen Monster gegenüber zu stehen, gibt  es wahrlich schlechter Filme (hust, „Aliens vs. Predator 2“, hust): 7/10 Punkte.