Black Panther: Wakanda Forever (2022)

Nach einem trägen Regentag war es abends Zeit für einen Filmabend. Nachdem ich mich recht spontan gegen Grippe hatte impfen lassen, fühlte ich mich doch etwas angeschlagen. Vielleicht war es auch einfach das Wetter? Auf jeden Fall war es gut, dass wir unsere Sichtung von „Black Panther: Wakanda Forever“ zeitig begonnen hatten. So habe ich trotz der langen Laufzeit durchgehalten. Ob sich das gelohnt hat? Das lest ihr in der heute schon zweiten MCU-Besprechung nach „Hawkeye“… 🐈‍⬛

Black Panther: Wakanda Forever (2022) | © Walt Disney

Black Panther: Wakanda Forever (2022) | © Walt Disney

Fast schon „Black Panther: The Way of Water“

Nach dem tragischen Tod von Chadwick Boseman konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie „Black Panther“ fortgesetzt werden sollte. Seinen Verlust merkt man „Black Panther: Wakanda Forever“ auch in jeder einzelnen Szene an. Regisseur Ryan Coogler, der zuletzt mit „Blood & Sinners“ überzeugen konnte, hat versucht, Boseman ein Denkmal zu setzen und zugleich eine neue Black Panther einzuführen. Keine leichte Aufgabe. Hinzu kommt das neue Volk der Talokanil, das auf den ersten Blick wie nahe Verwandte der Na’vi aus „Avatar: The Way of Water“ wirken. Das war zu Beginn ein wenig befremdlich, doch Coogler hat sich das recht gut ausgedacht und beide Welten miteinander verknüpft.

Alles zusammen war jedoch beinahe zu viel des Guten: Mit 162 Minuten läuft „Black Panther: Wakanda Forever“ einfach zu lange. Der Film hat zu viele Baustellen, und dennoch kann er die Lücke, die Chadwick Boseman hinterlassen hat, nicht schließen. Das möchte ich Ryan Coogler und seinen Mitstreiter:innen gar nicht zum Vorwurf machen, denn sie haben eindeutig das Beste aus der traurigen Prämisse herausgeholt. Der Film geht ans Herz und kann doch nicht komplett überzeugen. Für mich ist er dennoch einer der gelungeneren Beiträge der vierten Phase des MCU.

Marvel Cinematic Universe: Phase 4

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Abschluss der dritten Phase sind wir nun auch mit der vierten Phase des MCU durch. Dabei finden die Serien, die wir teils auch gesehen haben, hier noch gar keine Berücksichtigung. Deshalb folgt hier nur das Ranking aller Filme:

  1. „Eternals“ (8/10 Punkte)
  2. „Spider-Man: No Way Home“ (8/10 Punkte)
  3. „Black Panther: Wakanda Forever“ (7/10 Punkte)
  4. „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ (7/10 Punkte)
  5. „Thor: Love and Thunder“ (7/10 Punkte)
  6. „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ (7/10 Punkte)
  7. „Black Widow“ (7/10 Punkte)

Fazit

„Black Panther: Wakanda Forever“ hatte es nicht leicht. Dennoch hat Ryan Coogler das Beste aus dem Film herausgeholt. Ich mochte viele Aspekte: das neue Volk, teilweise die Action und besonders die emotionalen Momente. Insgesamt war mir der Film dennoch zu lang und unausgegoren. In vielerlei Hinsicht auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Zorn der Titanen – OT: Wrath of the Titans (2012) (WS1)

Eine lange Arbeitswoche geht zu Ende. Das Zappelinchen ist wieder auf einem BRK-Einsatz, und ich war mit dem Zwergofanten beim Karate-Training und habe die Zeit für einen ausführlichen Spaziergang genutzt. Danach ging es nach Hause, wo es Pizza und einen Filmabend gab. Es stand „Zorn der Titanen“ auf dem Programm, den ich bei meiner ersten Sichtung vor 13 Jahren äußerst mäßig fand. Ob er mir heute besser gefallen hat? 🔥

Zorn der Titanen (2012) | © Warner Home Video

Zorn der Titanen (2012) | © Warner Home Video

Eine feurige und doch blasse Fortsetzung

Der Vorgänger „Kampf der Titanen“ hatte mir zuletzt wieder recht gut gefallen. Aber er ist nahezu schon wieder komplett aus dem Gedächtnis verschwunden. Das ist schon faszinierend: Die Filme sind gut gemacht, in der Ausstattung steckt Aufwand, die Effekte sehen toll aus und auch die Schauspieler:innen sind durchaus namhaft. Doch irgendwie verpufft all das, denn die Handlung wirkt gehetzt und alles wird ohne Gespür für Pacing inszeniert. Das war schon beim ersten Teil so, doch beim zweiten kommt dies noch viel stärker zum Tragen. Eigentlich müsste mich solch eine Vater-Sohn-Geschichte komplett packen (gerade da ich den Film nun mit meinem Sohn gesehen habe), doch emotional tut sich bei mir einfach nichts.

Die Monster und Schauplätze sind abermals das Verkaufsargument für „Zorn der Titanen“. All das sieht größtenteils noch immer richtig gut aus und hat auch Wumms. Aber die Figuren? Sie bleiben absolut blass. Der Endkampf müsste eigentlich unfassbar episch wirken, doch Regisseur Jonathan Liebesman (u.a. „Teenage Mutant Ninja Turtles“) schafft es nicht, die Distanz zum Geschehen auf der Leinwand zu eliminieren. Schade um all den Aufwand, der betrieben wurde, um die Freizeitparkversion der griechischen Antike auf die Leinwand zu zaubern. Außer Effektzauber nichts gewesen.

Fazit

Leider konnte mich „Zorn der Titanen“ auch beim zweiten Mal nicht überzeugen. Ich hatte teils mit dem Schlaf zu kämpfen, und der Zwergofant hat beim ersten Anlauf sogar das Finale verschlafen. Auch nach dem erneuten Schauen war er nicht sonderlich begeistert. Einige Elemente (Monster und Schauplätze) sind durchaus unterhaltsam, doch der restliche Film klickt einfach nicht. Ein drittes Mal werde ich ihn wohl nicht schauen: 4/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte einen BRK-Einsatz; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Thor: Love and Thunder (2022)

Endlich einmal wieder ein Filmabend. Eigentlich hätten Frau bullion und ich lieber etwas anderes geschaut, doch bei den Kids war der Wunsch nach dem MCU groß. Also haben wir mit „Thor: Love and Thunder“ weitergemacht. Das war vielleicht auch nicht verkehrt, denn so steigt die Chance, bis zum Kinostart von „Avengers: Doomsday“ die bisherigen Filme aufgeholt zu haben. Nun aber erst einmal nach New Asgard… ⚒️

Thor: Love and Thunder (2022) | © Walt Disney

Thor: Love and Thunder (2022) | © Walt Disney

Albern und ernst gesellt sich gern?

Lustigerweise liegt unsere Sichtung von „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ heute exakt einen Monat zurück. Hat sich dieser als sehr wichtig für die aktuelle MCU-Saga angefühlt, scheint „Thor: Love and Thunder“ eher eine unwichtige Nebenhandlung zu erzählen. Das fand ich auch nicht weiter schlimm. Mit Taika Waititi saß nach „Thor: Tag der Entscheidung“ abermals einer meiner liebsten Regisseure am Ruder. Ich hatte jedoch bereits im Vorfeld eher negative Kritiken mitbekommen, sodass meine Erwartungshaltung nicht die höchste war. Schon bald zeigt sich, dass „Thor: Love and Thunder“ eher auf der albernen Seite steht. Vermutlich ist er der bisher sogar quatschigste aller MCU-Filme. Das funktioniert teilweise, teilweise aber auch nicht bzw. ist es einfach zu viel des Guten. Da hatte Taika Waititi im Vorgänger mehr Fingerspitzengefühl bewiesen.

Auf der anderen Seite erzählt „Thor: Love and Thunder“ allerdings eine eher tragische Geschichte. Wenn sich Jane (fand ich als Mighty Thor übrigens großartig!) zwischen Krebsbehandlung und einem letzten Abenteuer entscheiden muss, dann trifft das einen ganz akut wunden Punkt bei mir. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich den Film vermutlich nicht geschaut. Aber es war schon okay und hat die Geschichte für mich emotionaler gemacht, als sie im Normalfall vermutlich gewesen wäre. Passt das mit den Albernheiten zusammen? Tatsächlich erstaunlich gut. Hinzu kommen ein paar schöne Actionszenen (auch hier funktionieren bei Weitem nicht alle), die auch den Kindern viel Spaß gemacht haben:

„Weißt du, was ich das Beste an dem Film fand? Dass sie Gold geblutet haben.“

– Das Zappelinchen nach dem Film

Erwähnen möchte ich auch noch Christian Bale als Bösewicht Gorr, der wie immer eine gute Figur macht. Und natürlich Matt Damon als Theaterdarsteller, der Loki spielen darf. Auch extrem albern, aber auch extrem witzig.

Fazit

„Thor: Love and Thunder“ macht vieles falsch, aber auch vieles richtig. Ich hatte eine gute Zeit mit dem Film, doch wird er mir nicht lange im Gedächtnis bleiben. Die Kids waren etwas begeisterter und Frau bullion ist direkt eingeschlafen. Mal sehen, wann wir wieder Zeit für einen Filmabend finden und ob es uns dann wieder ins MCU verschlagen wird: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Kampf der Titanen – OT: Clash of the Titans (2010) (WS2)

Der Tag heute ist einfach viel zu lang. Ich habe schon vor 7 Uhr morgens zu arbeiten angefangen und mein letzter Termin war erst gegen 18 Uhr vorbei. Danach bin ich mit dem Zwergofanten zum Karate-Training geradelt, war eine Stunde spazieren und danach ging es wieder nach Hause. Als wir für den Filmabend vor den Fernseher kamen, war es schon fast 21 Uhr. In den Blu-ray-Player wanderte schon zum dritten Mal der mittelmäßige „Kampf der Titanen“ aus dem Jahr 2010. Warum und wieso? Das lest ihr in der folgenden Besprechung… 🦂

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Die Antithese zu Nolans „Die Odyssee“

Nachdem der Zwergofant und ich Christopher Nolans „Die Odyssee“ im Kino gesehen hatten, war der Junior heiß auf weitere Filme über die Antike. Da es schon spät war, habe ich mich einfach für den kürzesten entschieden und bin somit einmal mehr bei „Kampf der Titanen“ gelandet. Obwohl ich diesen schon zweimal gesehen habe und ihn schon beim ersten Mal nur mittelmäßig fand, hatte ich irgendwie wieder Lust auf den eher albernen Fantasy-Action-Streifen. Auch heute haben wieder einige Sachen wunderbar für mich funktioniert, andere dagegen ließen mich eher laut auflachen. Dem Zwergofanten ging es übrigens ganz ähnlich und er hat die gleichen Kritikpunkte und Stärken identifiziert. Mein Sohn eben.

„Kampf der Titanen“ hetzt viel zu schnell durch seine Geschichte. Obwohl alles episch und groß sein soll, nimmt sich Louis Leterrier keine Zeit, um die Welt und ihre Figuren atmen zu lassen. Wie in einem reinen Actionfilm wird von Schauplatz zu Schauplatz gesprungen und alles Weitere geht in der Hektik unter. Wirklich schade, denn der Film und seine Schauplätze sehen auch nach 16 Jahren noch beeindruckend gut aus. Man merkt, dass Leterrier aus dem Actionfach kommt und das tut dieser epischen Geschichte nicht immer gut. Der Kampf gegen die Skorpione hat mir erneut sehr gut gefallen und auch bei Medusa kommt durchaus Spannung auf. Die Götter wirken dagegen wie Fremdkörper im Film und dies zeigt schön auf, wie gut Nolans Entscheidung war, diese in „Die Odyssee“ nur indirekt auftreten zu lassen. Hier entspringen sie natürlich dem Originalfilm von 1981. Wüsste man es nicht besser, könnte man Liam Neeson und Ralph Fiennes danach kaum noch für ernsthafte Schauspieler halten. Welch grandioses Overacting!

Fazit

Nein, auch bei der dritten Sichtung ist „Kampf der Titanen“ nicht plötzlich zu einem guten Film mutiert. Aber er ist nach wie vor unterhaltsam. Leider leidet er ziemlich unter seinem viel zu hohen Tempo und der dadurch gehetzten Erzählweise. Die Action funktioniert recht gut und die Götterszenen sind einfach nur absurd. Großer Fantasy-Action-Quatsch im fiktiven, antiken Griechenland: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Ballett; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Die Odyssee – OT: The Odyssey (2026)

Ich habe beschlossen, meine letzten Urlaubstage noch zu genießen und jeden Tag etwas Besonderes zu unternehmen. Denn zuletzt haben mich meine eigenen Gedanken schon wieder in den Wahnsinn getrieben. Also habe ich heute kurzerhand beschlossen, mir „Die Odyssee“ im Kino anzuschauen. Der Zwergofant war sofort Feuer und Flamme, wenngleich der Rest der Familie eher verhalten reagiert hat. Also sind wir zu zweit ins Kino aufgebrochen und haben davor noch etwas bei meiner Mama vorbeigefahren. Wie uns Christopher Nolans Epos gefallen hat? 🐴

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Bildgewaltiges Fantasy-Kino im Historiengewand

Ich war erstaunt, wie präsent mir „Die Odyssee“ als Geschichte doch war. Homers Original habe ich vermutlich nie gelesen, doch waren mir Nacherzählungen in Comic-Form und anderen popkulturellen Erzeugnissen bekannt. Ich hatte alle Aufgaben Odysseus‘ parat und auch die Rahmenhandlung kam mir wieder in den Kopf. Auch Wolfgang Petersens „Troja“ habe ich natürlich gesehen. Insofern konnte mir diese Interpretation von „Die Odyssee“ inhaltlich nichts Neues bieten. Spannend ist auch eher, wie Christopher Nolan Homers Werk umgesetzt hat. Gerade das IMAX-Format war natürlich in aller Munde. Auch ich hätte den Film gerne auf einer solchen Leinwand gesehen, doch letztendlich hat auch das 2,39:1-Bild der digitalen Aufführung wunderbar funktioniert. Im IMAX haben die Bilder aber bestimmt noch mächtiger gewirkt. Überhaupt beschreibt das Wort mächtig den Film schon ganz gut: Er wirkt mächtig und teils auch erdrückend. Danach waren wir erst einmal platt und in den Kinosessel gedrückt. Ein gutes Gefühl oder doch eher nicht?

Sind die IMAX-Kameras nur ein teures Gimmick?

Tatsächlich hat uns der Film und seine mächtige Wucht wirklich gut gefallen. Trotz knapp drei Stunden Laufzeit, kam mir „Die Odyssee“ eher kurz vor. Wie so oft bei Nolan ist der Film nicht chronologisch erzählt, sondern springt in den Zeitebenen hin und her. Das hat die doch recht formelhafte Aufgabensammlung des Odysseus recht gut aufgebrochen. Mochte ich. Auch inszenatorisch ist „Die Odyssee“ schon meisterhaft, zumindest solange einem klar ist, dass man es hier mit Fantasy-Kino und keinem Historienstreifen zu tun hat. Und die IMAX-Kameras? „Die Odyssee“ hat durch diese auf jeden Fall einen besonderen Look. Ich jedoch hätte teils gerne mehr Tiefenschärfe gehabt. Und mehr Weitwinkel. In den schlimmsten Szenen hat mich die geringe Schärfenebene an „Army of the Dead“ erinnert (bewusste Übertreibung) und ich wäre teils wirklich lieber nicht ganz so nahe am Geschehen dran gewesen. Aber es war Nolans Entscheidung so zu drehen und der Film hat dadurch etwas Besonderes, was im IMAX vermutlich noch mehr zur Geltung kommt.

Auch die Schauspieler:innen fand ich allesamt gelungen besetzt. Allen voran Matt Damon, der seine Sache wirklich fantastisch macht. Witzig fand ich nach „Spider-Man: Brand New Day“ das erneute Aufeinandertreffen von Tom Holland und Jon Bernthal. Auch der restliche Cast ist wunderbar und reflektiert eher den Fantasy-Kino-Aspekt als das lose umherflatternde Historiengewand. Selbst emotional hat mich „Die Odyssee“ an der einen oder anderen Stelle gepackt und ich fand Nolans nüchterne Inszenierung von Odysseus Aufgaben sehr spannend. Nicht unbedingt so, wie ich es umgesetzt hätte, aber auf jeden Fall spannend und typisch für Nolan.

Fazit

Ich bin wirklich froh, es noch zu „Die Odyssee“ ins Kino geschafft zu haben. Der Film hat mich durchaus begeistert und ich fand vieles an ihm sehr beeindruckend. Der Zwergofant war noch begeisterter als ich und hatte eine richtig gute Zeit. Ich glaube, er ist nun auf den Geschmack für großes Schlachtenkino gekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Wertung im Originalton und eventuell 16:9-Vollbild, sollte es das auf die 4K Ultra HD Blu-ray schaffen, noch einen Punkt nach oben schnellt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte kein Interesse an dem Film; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Was für ein Tag. Er hat sich nicht angefühlt wie Urlaub. Der Krankenhausbesuch mit meiner Mama ist mir noch nachgehangen und auch nachmittags gab es zu viel Input für das Kopfkino. Abends habe ich mich wie nach einem zehnstündigen Arbeitstag gefühlt. Dennoch wollten wir endlich einmal wieder einen Film schauen und haben uns „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ zugewandt. Wie uns, nach „Spider-Man: Brand New Day“, die Rückkehr zur Phase 4 des MCU gefallen hat? 🪄

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Standard-Marvel-Action trifft auf Sam Raimi light

Ich muss sagen, dass Doctor Strange nicht mein liebster Avenger ist. Schon den ersten Teil fand ich beim zweiten Durchgang nur ganz unterhaltsam. Zuletzt habe ich ihn in „Spider-Man: No Way Home“ gesehen, wo er eine nicht unwesentliche Rolle spielte. „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ beginnt mit nicht nur einer, nein, sogar gleich zwei äußerst generischen Action-Sequenzen, die nur so vor CGI strotzen. Der Look ist wirklich übel und die Figuren wirken wie Fremdkörper in einer Computerwelt. Hier hatte ich den Film schon fast abgeschrieben. Dann jedoch kommt die Enthüllung von Scarlet Witch, worüber ich mich nach „WandaVision“ durchaus gefreut hatte. Die Geschichte besitzt auch Potenzial, zumal ich die Idee, dass Träume Einblicke in Paralleldimensionen sind, auch schon hatte. Tja, damit war ich wohl nicht allein. Wieder eine Romanidee, die ich einpacken kann.

In der zweiten Hälfte dreht der Film ordentlich auf und Sam Raimi kommt tatsächlich zum Vorschein. Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt fast schon nicht mehr erwartet. Ob ihn der Gastauftritt von Bruce Campbell entfesselt hat? Auf jeden Fall bekommen wir Horror light à la Sam Raimi zu sehen, inklusive einer Zombie-Version von Doctor Strange, besessenen Körperteilen und Dämonen. Herrlich! Da hatte ich wieder richtig viel Spaß mit „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“. Auch die Chemie der Figuren fand ich in der zweiten Hälfte gelungener. Schön, wenn sich Filme über ihre Laufzeit so positiv entwickeln.

Fazit

„Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ schafft es, seine Stärken erst in der zweiten Filmhälfte auszuspielen. Alles davor ist ziemlich generisch und mau. Das Zappelinchen und Frau bullion sind direkt eingeschlafen und der Zwergofant sieht den Film ähnlich wie ich. Natürlich musste ich ihm den Hintergrund von Sam Raimi erklären und zumindest hatte er einen Bezug durch Raimis „Spider-Man“-Trilogie. Gegen Ende ein großer Spaß, das bleibt unbenommen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen und wollte nicht bewerten; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Eternals (2021)

Heute war endlich einmal wieder gutes Wetter, weshalb wir den Tag größtenteils draußen verbracht haben. Natürlich war ich eine Runde laufen, dann habe ich ungefähr fünf Tonnen rasengemäht (teils hätte ich eine Machete brauchen können) und war noch am Skatepark. Sogar mein Buch konnte ich danach noch fertig lesen. Trotz all dem haben wir uns abends noch für „Eternals“ vor dem Fernseher versammelt. Ein MCU-Film, der eigentlich nirgends gut wegkommt. Wie er uns gefallen hat? 🏛️

Eternals (2021) | © Walt Disney

Eternals (2021) | © Walt Disney

Trotz Götter-Action angenehm bodenständig

Nach „Black Widow“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ war ich fast schon etwas müde, ob der stets gleichen Marvel-Formel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich beide Filme schon kannte. Nun also „Eternals“ und damit eine Gruppe von Göttern, sprich zehn(!) neue Figuren. Puh, das kann ja etwas werden. Regisseurin Chloé Zhao gelingt das Unglaubliche und sie schafft es innerhalb von zweieinhalb Stunden, uns die neuen Held:innen ans Herz wachsen zu lassen (plus noch ein paar menschliche Figuren), eine komplett neue Mythologie zu erklären, existenzielle Fragen aufzuwerfen und nebenbei noch ein paar imposante Actionszenen zu inszenieren. Das alleine ist schon ein Kunststück, doch dass dies alles noch wunderbar ineinandergreift und funktioniert? Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

„Eternals“ ist kunterbunt besetzt, von Hollywood-Starts, wie Angelina Jolie oder Salma Hayek (witzigerweise erst gestern in „The Faculty“ gesehen), über prominente Serien-Schauspieler, wie Richard Madden oder Kit Harington (beide bekannt aus „Game of Thrones“) sowie Comedy-Schauspielern, wie Kumail Nanjiani (Dinesh aus „Silicon Valley“) oder Brian Tyree Henry (Alfred aus „Atlanta“), der Cast ist unfassbar. Am meisten hat mir wohl gefallen, dass Chloé Zhaos sich nicht einfach an die typische MCU-Formel klammert, sondern sich viel Zeit für ihre Figuren nimmt, wild durch die Zeit springt und Bilder auch einfach mal stehen lässt. Selbst die Actionszenen wirken geerdet, da die Kamera nicht stets um die Figuren kreist, sondern auf Augenhöhe bleibt. Die Verknüpfung zum restlichen MCU ist dabei eher lose und die Geschichte kann für sich alleine stehen. Diese wird mir bestimmt auch länger im Gedächtnis bleiben als viele andere aus dem Marvel-Kosmos. Chapeau, Frau Zhao.

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir „Eternals“ ausgesprochen gut gefallen. Noch spannender fand ich, dass es den Kindern ganz genauso ging. Obwohl es plötzlich viele neue Figuren gab und keine bekannten Held:innen Gastauftritte hatten. Es wurde sofort die Frage nach einem zweiten Teil laut, doch diesen wird es ja wohl leider nicht geben. Schade drum, denn „Eternals“ tut der Phase 4 des MCU qualitativ richtig gut: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) (WS1)

Auch heute haben wir den Filmabend wieder viel zu spät begonnen. Das Zappelinchen hatte eine Freundin zu Besuch und diese ist spontan noch zum Abendessen geblieben. Danach war es schon Richtung 21 Uhr, bevor wir mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ den nächsten Schritt in der Phase 4 des MCU unternommen haben. Damit sind wir auch beim letzten Marvel-Film angekommen, den ich bereits gesehen habe. Nun wird es für uns alle spannend… 🐉

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) | © Walt Disney

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) | © Walt Disney

Knackige Kampfkunst im Marvel-Universum

Schon beim Prolog ist mir wieder aufgefallen, wie schlecht die CGI gealtert sind bzw. wie schlecht diese einfach aussehen. Die virtuellen Umgebungen sind klar als solche zu erkennen und die Schauspieler:innen wirken wie in der Anfangszeit von Bluescreen-Effekten wie ausgestanzt. Man merkt, dass hier nicht mit Liebe am Detail an den VFX gearbeitet wurde, sondern dass eine überhetzte Produktions-Timeline im Hintergrund stand. Wirklich sehr schade für so viel Geld (Budget: 1,5 Millionen USD). Später wird es dann glücklicherweise besser und gerade die Kampfszenen, z.B. im Bus in San Francisco oder am Hochhaus in Macau, machen wirklich Spaß. Hier wirkt es als würde frischer Wind ins MCU kommen. Auch die Figuren haben mir erneut ausgesprochen gut gefallen, gerade Awkwafina im Zusammenspiel mit Simu Liu. Auch die intimeren Szenen in der Familie fand ich wunderbar.

Als es dann gegen Ende regelrecht fantastisch wird, hatte mich der Film wieder etwas verloren. Zu übertrieben wirkt der Endkampf. Die übliche Marvel-Krankheit eben. Die Verknüpfung von „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ zum Rest des MCU ist eher gering, was ich auch nicht schlimm fand. Der Zwergofant meinte sogar, dass dies gar kein Marvel-Film hätte sein müssen. Da hat er durchaus einen Punkt und vielleicht wäre dies, ohne die üblichen Marvel-Krankheiten, auch ein besserer Film geworden. So bleibt am Ende eine weitere Origin-Geschichte, die leider etwas hinter ihrem Potenzial zurückbleibt. Sympathisch fand ich all das dennoch.

Fazit

Insgesamt hatte ich wieder viel Spaß mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“. Die relativ späte Uhrzeit hat alle Zuschauer:innen immer mal wieder gähnen lassen, doch konnte uns der Film bis zum Schluss bei der Stange halten. Kein MCU-Highlight, aber eine nette Ergänzung. Nun beginnt für uns Marvel-Neuland und darauf freue ich mich schon sehr: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Und täglich grüßt das Murmeltier – OT: Groundhog Day (1993)

Was für ein Tag: Nach sieben Stunden Zimmer streichen war ich komplett platt. Dennoch bin ich noch für einen kurzen Lauf vor die Tür. Die Damen des Hauses haben sich danach zu einem Konzert aufgemacht und der Zwergofant hat unterdessen Brotzeit vorbereitet, welche wir bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ vor dem Fernseher eingenommen haben. Den Film wollte ich schon lange einmal wieder sehen und auch der Zwergofant war sehr interessiert daran, das Konzept Zeitschleife kennenzulernen. Wie uns der Besuch in Punxsutawney gefallen hat? ⏰

Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Zurecht einer der großen Komödienklassiker

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer jener Filme, die ich mir als Jugendlicher immer und immer wieder im Fernsehen angeschaut habe. Ich fand das Konzept der Zeitschleife einfach faszinierend und Bill Murray und Andie MacDowell wunderbar zusammen. Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, dass ich die diversen Selbstmordversuche ziemlich morbide fand, obwohl sie nur einen kleinen Teil der Geschichte ausmachen. Am Ende war es aber die Zeitschleife, die mich immer wieder zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zurückbrachte. Kein Wunder, dass mich Jahre später „Replay: Das zweite Spiel“, der erste Roman rund um das Thema Zeitschleife, in seinen Bann zog. Mit diesem verbinde ich auch eine sehr persönliche Geschichte, doch ich schweife ab. Festhalten kann ich, dass Zeitschleifen seit jeher eine große Faszination auf mich ausüben und ich auch jüngere Varianten, wie z.B. „Edge of Tomorrow“, „Happy Deathday“, „Palm Springs“, „Boss Level“ oder „Sechzehn Stunden Ewigkeit“, stets interessant und sehenswert finde.

Da „Und täglich grüßt das Murmeltier“ inzwischen schon 33 Jahre auf dem Buckel hat, war ich gespannt, wie der Film letztendlich beim Zwergofanten ankommt. Er ist es ja schon gewöhnt, ältere Filme zu schauen und hat Bill Murray direkt aus „Ghostbusters“ und „Die Geister, die ich rief…“ wiedererkannt. Er fand die Geschichte faszinierend und war gespannt ob und wie sie sich auflöst. Auch die Botschaft des Films hat er ziemlich auf den Punkt analysiert. Harold Ramis hat mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ eine damals wahrlich untypische Geschichte für Hollywood sehr massentauglich inszeniert. Das ist schon eine wahre Kunst und es ist bewundernswert, wie gut, stringent und effizient das Drehbuch samt dessen Umsetzung geworden ist. Den Charme des Films schreibe ich jedoch den famosen Schauspieler:innen zu, die selbst bis in die Nebenrollen diesen einen Tag in Punxsutawney mit Leben füllen. Die 4K-Restaurierung ist zudem wirklich sehenswert:

Fazit

Auch heute noch macht „Und täglich grüßt das Murmeltier“ so viel Spaß, wie am ersten Tag. Harold Ramis‘ Film ist zurecht einer der großen Komödienklassiker seiner Zeit. Er hat zudem ein filmisches Subgenre etabliert, das mich stets reizt. Diesen Film kann ich tatsächlich immer und immer wieder schauen. Verblüffend, nicht wahr? 9/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit Frau bullion auf einem Konzert; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016) (WS1)

Das Winterwunderland hält uns weiter voll im Griff. Fast könnte man von verzögerter Weihnachtsstimmung sprechen. Somit haben wir uns heute zum zweiten Filmabend des Jahres vor dem Fernseher versammelt und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ eingelegt. Nach unserem „Harry Potter“-Marathon im Dezember ging es also zurück in die magische Welt. Wie uns die Reise gefallen hat? 🧳

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Ein (zu) effektgeladenes Prequel mit Charme

Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ vor acht Jahren schon einmal gesehen. Damals hat mir der Film recht gut gefallen, wenngleich er für mich auch nicht an die Hauptreihe anschließen konnte. Ich kann direkt vorwegnehmen, dass mein Eindruck nach der heutigen Sichtung ein recht ähnlicher ist: Ich mochte die erste Hälfte sehr gerne, die sich hauptsächlich um die Ankunft Newt Scamanders in New York City dreht. Seine phantastischen Tierwesen sind tatsächlich ziemlich fantastisch und auch die Dynamik mit seinem neuen No-Maj-Freund hat mir wieder wirklich gut gefallen. Es sind die kleinen Details der Zauberwelt, die ich mochte: Das magische Tischdecken, die Unterschiede zwischen der amerikanischen und der britischen Zauberwelt usw. Dort hatte mich David Yates‘ Film, der zudem ausgesprochen gut aussieht. Ein perfektes Prequel also?

Inhaltlich ist das wohl der Punkt, der mich am meisten stört: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wirkt etwas unentschlossen, ob er nun eine große Prequel-Geschichte rund um Gellart Grindelwald erzählen soll oder doch eher einen kleinen und verspielten Ausflug in die Welt der phantastischen Tierwesen. Zudem war mir der Action-Anteil im letzten Drittel deutlich zu hoch. Weniger CGI-Bombast wäre definitiv mehr gewesen. Auch kann ich die FSK-Einstufung einmal wieder nicht nachvollziehen. Mit sechs Jahren hätten sowohl ich als auch meine Kinder Albträume gehabt. Am Ende kommt es natürlich zur großen Überraschung, welche aber auch irgendwie verpufft. Mal sehen, wie der Prequel-Aspekt nun in den folgenden Filmen ausgebaut wird. Ich befürchte nämlich, dass die Reise genau dorthin gehen wird.

Fazit

Ich hatte größtenteils wieder viel Spaß mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Auch erkenne ich an, dass es schwierig ist, dem Erfolg der „Harry Potter“-Filme nachzueifern. David Yates hat vieles richtig gemacht, doch ob das alles wirklich nötig gewesen ist? Das kann man sich gerade bei Prequels immer fragen. Den Kindern hat der Film deutlich besser gefallen, doch auch ich freue mich nun auf die beiden weiteren Teile: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)