Mein Bewertungssystem

Ein Thema, das mich schon länger beschäftigt, ist die Bewertung von Filmen* in einem Punktesystem. Ob ein solches überhaupt nötig ist, wird ja oft diskutiert. Ich finde es schön, dass Leser auf einen Blick erfassen können, wie gut bzw. schlecht ein Film im Vergleich zu anderen Filmen abschneidet. Ob man sich nun in einem System mit 10 oder 5 Punkten, Sternen oder DeLoreans bewegt, ist beinahe egal. Ich für meinen Teil habe mich für ein 10 Punkte-System mit ganzen Schritten entschieden (was sich auch leicht auf ein 5 Punkte-System mit halben Schritten umrechnen lässt). Doch wofür stehen die einzelnen Punkte in meinem Bewertungssystem?

1 Punkt: Der Film ist ein Totalausfall. Hier stimmt wirklich so gut wie gar nichts.
2 Punkte: Es mag ein paar positive Aspekte geben, doch werden diese vom Rest des Films wieder völlig zunichte gemacht.
3 Punkte: Der Film hat ein paar unterhaltsame Momente, welche jedoch allenfalls von absoluten Genrefans geschätzt werden.
4 Punkte: Die Menge an ärgerlichen und unterhaltsamen Momenten nähert sich an. Insgesamt jedoch nichts, für das man seine Zeit opfern sollte.
5 Punkte: Knapp unter dem Durchschnitt. Genrefans können mit dem Film Spaß haben, alle anderen sollten sich eine Sichtung lieber zweimal überlegen.
6 Punkte: Knapp überdurchschnittliche Unterhaltung. Kann man sich als Zeitvertreib gut ansehen, ist meist jedoch schnell wieder vergessen. Kein Film für die Ewigkeit.
7 Punkte: Hier beginnt es interessant zu werden. Genrefans sollten auf jeden Fall reinschauen und alle anderen dürften zumindest gut unterhalten werden.
8 Punkte: Ein sehr guter Film, der jedoch ein paar kleinere Unstimmigkeiten beinhalten kann. Ein gelungener Filmabend ist auf jeden Fall garantiert.
9 Punkte: Großes Kino. Sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, selbst wenn das Genre sonst nicht zum persönlichen Sichtungsspektrum gehört.
10 Punkte: So gut wie perfekt. Ein Pflichtfilm für jedermann. Kino, das bewegt und mitreißt – und im Idealfall noch Tage nach der Sichtung wirkt. Ein echtes Erlebnis.
Lieblingsfilm: Dieses Prädikat bekommen von mir Filme verliehen, die sich mir tief ins filmische Herz gespielt haben. Filme zum immer wieder sehen. Filme zum teilen. Filme zum lieben.

Ich hoffe durch diese Einordnung ist es ein wenig nachvollziehbarer geworden, warum bei mir ein Film mit 5 Punkten eben noch unter dem Durchschnitt liegt, 10 Punkte-Filme nicht zwangsweise zu den Lieblingsfilmen gehören müssen und die Abstufungen dazwischen je nach Genrevorlieben durchaus eine andere Bedeutung haben können.

* Dieses Bewertungssystem wende ich analog für Serien an.

17 Gedanken zu “Mein Bewertungssystem

  1. Sehr schön ausgearbeitet, könnte ich in der Ausführlichkeit gar nicht definieren. Bei mir ist es für die ersten drei Kategorien eher der Oberbegriff unerträgliche Schmerzen / schwere Schwerzen / leichte Schmerzen, dann kommt schon naja-puh, unterdurchschnittlich, durchschnittlich, okay, gut, sehr gut, großartig.

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    • Ich trage den Artikel schon länger mit mir herum und nun habe ich zumindest eine Grundlage zu Wertungsdiskussionen in der Hinterhand… 😉

      Deine Einteilung finde ich aber auch klasse und sehe ich durchaus als legitime verkürzte Darstellung meiner Variante. Eh klar.

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  2. Mir wäre das ja schon fast zu stressig, meine Argumentation so stringent durchzuhalten :). Ich handhabe das auch eher blockartig: 1-3 = wurgs, 4 – 5 = halbwegs in Ordnung, ab 6 wird es dann immer besser.
    Ich stelle mir nur folgende Frage dazu: Bei 3 und 5 Punkten erwähnst, Du die Genrefans, die mit den Filmen im Gegensatz zum „Normalogucker“ (mehr) Spaß haben könnten. Daraus ergibt sich ja, dass Du kein festgelegtes Lieblingsgenre hast, oder? Ansonsten würdest Du Filme aus „Deinem“ Genre ja höher bewerten müssen. Ich hatte auch schon mal versucht, bei Deinen Serienreviews irgendein bestimmtes Faible rauszulesen. Ist mir bisher nicht gelungen :).
    Aber interessant ist es allemal, die Info zu den Punkten zu lesen.

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    • Ich sitze jetzt auch nicht da und gehe die Liste Schritt für Schritt nach Kriterien durch. Es ist oft natürlich eine Bauchentscheidung, doch im Großen und Ganzen trifft das Bewertungssystem genau ins Schwarze. Filme meines Genres bewerte ich nicht zwangsweise besser, sondern sehe sie teils sogar kritischer. Kommt immer ganz darauf an. Was meine Lieblingsgenres angeht, ist das tatsächlich weitgefächert, doch Sci-Fi würde ich hier wohl an einer der ersten Stellen nennen. Ansonsten eher Zeiträume, d.h. Filme aus den 70ern bis 90ern. Doch grundsätzlich bin ich für (fast) alles offen.

      Bei Serien schaue ich eigentlich auch alles, was mir vor die Linse kommt. Wichtig ist nur, dass mich die Charaktere ansprechen und die Serie gut geschrieben ist. Dann ist das Genre schon beinahe nebensächlich…

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  3. Ein ganz wunderbares Bewertungssystem. Besonders das mit dem Lieblingsfilm. Finde ich Klasse, denn es gibt wirklich Filme die sind Konkurrenzlos und verdienen einen Sonderbehandlung. Wie bei mir z.B. Zurück in die Zukunft, weswegen ich das DeLorean – System gewählt habe. 😉 Vielen Dank für die Erwähnung! 😀

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    • Das freut mich. Ein Bewertungssystem, das nur meine Ansprüche erfüllt, wäre auch irgendwie fehl am Platz. Insofern schön zu lesen, dass es auch für einige Leser nachvollziehbar ist.

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