Toy Story 2 (1999) (WS1)

Nach dem heutigen Halbmarathon war ich abends recht platt und doch ist es mir sehr leicht gefallen, beim Filmabend wach zu bleib. Da das Zappelinchen heute mit der Schulplatzmiete im Opernhaus war und sich ein Ballett angeschaut hat, haben wir direkt „Toy Story 2“ eingelegt. Der Zwergofant war vom ersten Teil richtig begeistert und hat sich enorm auf den zweiten gefreut. Ich übrigens auch. 🤠

Toy Story 2 (1999) | © Walt Disney

Toy Story 2 (1999) | © Walt Disney

Vielleicht die beste Pixar-Fortsetzung überhaupt

Damals war es sehr ungewöhnlich, dass Fortsetzungen zu Animationsfilmen ins Kino kommen. Das war eher so ein Direct-to-Video-Ding. Heute kaum vorstellbar. „Toy Story 2“ hat es zurecht auf die große Leinwand geschafft. Bis heute ist es vielleicht die beste Fortsetzung eines Pixar-Films überhaupt. „Alles steht Kopf 2“ würde ich noch gelten lassen und „Toy Story 3“ eventuell auch, doch dazu ein anderes Mal mehr. Obwohl nur vier Jahre seit dem ersten Teil vergangen sind, merkt man dem Film den technischen Fortschritt enorm an. Das hatte ich gar nicht mehr so im Kopf. Jedoch sind die Charaktermodelle noch detaillierter, was ebenso auf die Welt zutrifft. Besonders wenn man die beiden Hunde in den Filmen vergleicht, wirkt das wie ein Sprung in die Zukunft. Wahnsinn! Was war das für eine spannende Zeit für den Animationsfilm.

Neben den technischen Errungenschaften des 26(!) Jahre alten Films, den ich zuletzt 2006 gesehen habe, überzeugt vor allem der Inhalt. Die Welt rund um Woody wird so viel größer. Um ihn bildet sich eine komplett neue Gruppe an Figuren, welche perfekt in die Geschichte passt. So manch ein Gag des ersten Teils wird wieder aufgegriffen und bis zur urkomischen Perfektion getrieben. Der Film ist wirklich unfassbar lustig und der Zwergofant ist aus dem Lachen teils gar nicht mehr rausgekommen. Dabei erzählt er eine herzergreifende Geschichte, die wohl alle nachvollziehen können, deren Kindheit ähnlich durch Spielzeug geprägt war. Inzwischen weiß ich, dass sich dieser Aspekt im dritten Teil noch einmal verstärkt, doch die Grundlagen wurden bereits hier gelegt. Die animierten Outtakes im Abspann runden den perfekten Eindruck des Films gekonnt ab.

Fazit

Ich liebe „Toy Story 2“ mindestens genauso sehr wie seinen Vorgänger. Ich könnte gar nicht sagen, welchen Film ich gelungener finde. Beide Geschichten greifen perfekt ineinander und die etablierte Welt wird wunderbar erweitert. Die Figuren wachsen und entwickeln sich weiter. Auch über den Animationsfilm hinaus eine der besten Fortsetzungen, die jemals produziert wurden: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: war ein Ballett anschauen; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Star Wars: Die dunkle Bedrohung – OT: Star Wars: The Phantom Menace (1999)

Nach einem ziemlich doofen Tag stand mir abends der Sinn nach guter Unterhaltung. Zudem hat sich der Zwergofant schon länger gewünscht, dass wir endlich „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“ anschauen. Zyniker werden nun fragen, wie das mit guter Unterhaltung zusammengeht. Aber ich mag den Film, auch wenn er bei Weitem nicht mein liebster Film der Reihe ist. Weshalb und wieso, lest ihr im Folgenden… 🚀

Star Wars: Die dunkle Bedrohung (1999) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die dunkle Bedrohung (1999) | © Lucasfilm & Walt Disney

Der erste große Film-Hype einer neuen Ära

Ich weiß heute noch, wie sehr wir alle damals „Star Wars: Episode I“ entgegengefiebert haben. Das Internet war 1999 noch nicht mit dem heutigen vergleichbar und doch dürfte der Trailer zu „The Phantom Menace“ eines der ersten Videos gewesen sein, das ich mir damals bei Apple Trailers in einer recht hohen Auflösung im QuickTime-Format heruntergeladen habe. Unzählige Trailer-Sichtungen später war der Hype auf dem Höhepunkt. Das „Star Wars“-Prequel war auch einer der ersten großen Filme, die noch vor dem Kinostart geleakt sind und als Raubkopie gehandelt wurden. Auch in meinem Freundeskreis ging eine Kopie herum. Zugang wäre also da gewesen, doch zum ersten Mal „Star Wars“ im Kino (zumindest seit der Special-Edition-Wiederaufführung von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) hätte ich mir natürlich nie entgehen lassen. Bei der Kinosichtung, kurz nach dem Abi, konnte der Film an den Erwartungen nur scheitern. Dennoch habe ich ihn nie gehasst, wie so viele andere Fans. Und heute?

Viele erste Male mit „Star Wars: Episode I“

Inzwischen habe ich den Film schon ein paar Mal gesehen, aber weit nicht so häufig, wie die klassische Trilogie. Mit größerem Abstand kann ich auch viel mehr schätzen, was dieses Prequel für die Kinogeschichte bedeutet. Schon alleine, dass es ein Prequel ist. Wer kannte den Begriff denn schon davor? Unzählige weitere Prequels sollten in den kommenden Jahren folgen. Dann hat George Lucas nicht einfach nur bekannte Elemente recycelt (so wie J.J. Abrams in „The Force Awakens“), sondern tatsächlich versucht etwas Neues zu erzählen. Warum dies ausgerechnet die Geschichte um eine Handelsföderation sein musste, ist natürlich eine berechtigte Frage. Das Universum wurde auf jeden Fall weit aufgestoßen und dennoch die Brücke zur originalen Trilogie geschlagen. Inklusive unnötig anmutendem Fanservice; das hat der Film dann doch mit der neuen Trilogie gemein.

Am meisten beeindruckt mich aber auch heute noch die Technik. Man darf nicht vergessen: Das war noch einmal zwei Jahre vor „Der Herr der Ringe“ und wäre im gleichen Jahr nicht „The Matrix“ erschienen, würde der Eindruck, den „Episode I“ in technischer Sicht auf die Filmwelt hinterlassen sollte, vielleicht stärker gewürdigt worden. Viele Szenen sehen heute immer noch unfassbar gut aus. Alleine das Pod-Rennen ist an Dynamik und Action-Inszenierung kaum zu schlagen. Doch auch virtuelle Hintergründe und komplett animierte CGI-Charaktere schlagen sich heute noch mehr als wacker. Selbst Jar Jar Binks sieht in den meisten Szenen gut aus (über die Figur an sich kann man natürlich streiten). Dann die großen Schlachtszenen mit tausenden von Figuren, riesige Unterwassermonster und famose Raumschlachten. Technisch war bzw. ist der Film schon eine Wucht. Von John Williams‘ exzellentem Score einmal gar nicht zu schreiben.

Inhaltlich nicht ohne Schwächen

Über den Inhalt des Films wurde sich an vielerlei Stellen schon ausgelassen. Ich denke da nur an Mr. Plinkett’s Reviews auf RedLetterMedia, welche die Standardvorlage für alle Hater sind. Natürlich sprechen die Jungs hier viele richtige Punkte an, doch kann ich solch einem systematischen Zerlegen nichts abgewinnen (und ich mag den Kanal sonst sehr gerne). Doch den Midi-Chlorianern steht dann eben ein Kampf mit Darth Maul gegenüber. Der Film hat viel Schatten, aber auch viel Licht. Ich schlage mich hier viel lieber auf die helle Seite der Macht, denn ich hatte auch heute wieder viel Spaß mit dem Film. Der Zwergofant hat ihn interessanterweise als bisher besten „Star Wars“-Film betitelt, wohingegen das Zappelinchen ihn eher langweilig fand. Ich bin schon gespannt, wie wir alle die beiden Fortsetzungen wahrnehmen werden.

Fazit

Inzwischen hat „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“ schon 23 Jahre auf dem Buckel. Dreiundzwanzig Jahre. Warum nur kann ich mich an die Zeit rund um den Filmstart noch so gut erinnern? Es waren prägende Jahre für mich. Und auch für das Kino. Goerge Lucas hat die Kinolandschaft hiermit beeinflusst, das dürfte sicher sein. Auch ganz persönlich hat der Film seinen Platz in meinem Herzen gefunden: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

October Sky (1999)

Der erste Weihnachtsfeiertag ist vorüber: Wir haben viel gegessen, uns gut unterhalten und die Kids haben sich an ihren Geschenken erfreut. Dennoch waren wir froh als der Trubel vorüber war und wir uns aufs Sofa fallen lassen konnten. Eigentlich stand heute die Auffrischung der neuen „Star Wars“-Trilogie auf dem Programm, doch darauf hatten wir wenig Lust, weshalb der mir noch unbekannte „October Sky“ in den Player gewandert ist. Eine exzellente Wahl… 🚀

October Sky (1999) | © Capelight Pictures

October Sky (1999) | © Capelight Pictures

Ein famoser, biografischer Coming-of-Age-Film

Manchmal ist es komisch. Normalerweise habe ich von einem Film zumindest schon einmal gehört, bevor ich ihn mir kaufe und ins Regal stelle. Bei „October Sky“ hat mich jedoch nur das schöne Mediabook von Capelight Pictures (siehe unten) sowie die grobe Prämisse des Films gelockt. Ich war mir bisher sogar immer sicher, dass „Donnie Darko“ der erste bedeutende Auftritt von Jake Gyllenhaal auf der großen Leinwand gewesen ist. Jedoch weit gefehlt! In „October Sky“ spielt er Homer Hickam, der in einer Bergbaustadt in den USA der 1950er Jahre seinen Traum verfolgt und Raketenwissenschaftler wird. Warum hatte ich zuvor noch nie von dem Film gehört? Ich kann es mir nicht erklären, erzählt er doch eine wundervoll universelle Coming-of-Age-Geschichte, die zudem auf wahren Begebenheiten beruht.

Regisseur Joe Johnston (u.a. „Captain America: The First Avenger“) inszeniert seinen Film völlig unaufgeregt und ohne aufgesetzte Überraschungen. Dieser Aspekt ist vielleicht auch die einzige Schwäche des Films: Er verläuft bis zum Happy End ziemlich genau so, wie man es auch erwarten würde. Das Leben scheint eben tatsächlich die besten Geschichten zu schreiben. Somit wirkt alles nicht neu, aber handwerklich absolut sauber erzählt und inszeniert. Am Ende musste ich sogar ein paar Tränen verdrücken. Wieso noch einmal hatte ich zuvor noch nie von dem Film gehört?

Fazit

„October Sky“ ist eine wundervolle Coming-of-Age-Geschichte mit schöner Botschaft und vielen Emotionen, was auch an Mark Ishams mitreißendem Score liegt. Wenn euch meine Besprechung den Film auch nur im Geringsten verkauft, dann schaut unbedingt einmal rein. Ihr werdet es nicht bereuen: 8/10 Punkte.

eXistenZ (1999)

Nach einem entspannten Vater-Sohn-Samstag, an dem wir viel gespielt und ein wenig Haushalt gemacht haben, waren am Abend alle (ja, auch Mutter und Tochter) platt, so dass für uns Eltern nur noch ein Film auf dem Programm stand. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, habe ich mich mit „eXistenZ“ für einen Film entschieden, der im Gegensatz zu heutigen Werken mit einer Laufzeit von unter 100 Minuten auskommt und dennoch eine packende Geschichte zu erzählen weiß. Ihr kennt den Film nicht? Dann lest am besten weiter, denn ihr habt etwas verpasst!

eXistenZ (1999) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

eXistenZ (1999) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Mindfuck und Body-Horror der Extraklasse

„eXistenZ“ ist zeitgleich mit „Matrix“ erschienen. Wenn ich euch nun fragen würde, welchen der beiden Filme ihr gesehen habt, dann dürfte die Antwort größtenteils wohl auf das Werk der Wachowski-Schwestern fallen. Die inhaltlichen Parallelen sind unübersehbar und doch handelt es sich bei David Cronenbergs Film keineswegs um ein Plagiat (er kam sogar knapp vorher ins Kino), sondern und einen extrem spannenden Vertreter dieses Genres, der eben nur nicht für den Massenmarkt ausgelegt war. Moment, David Cronenberg? Das ist doch der Regisseur von „Videodrome“ oder der Neuverfilmung von „Die Fliege“ mit Jeff Goldblum. Extremer Body-Horror, der so manchem Zuschauer unangenehm aufstoßen dürfte. Wie also geht das mit einer Geschichte über virtuelle Welten à la „Matrix“ zusammen?

David Cronenberg verbindet beide scheinbar konträre Ansätze gar wunderbar. Durch die lebenden VR-Systeme gewinnt die Reise in die virtuellen Spielwelten eine zusätzliche, sehr greifbare Dimension. Äußerst faszinierend und ja, oft auch ziemlich abstoßend und explizit. Wie auch die Charaktere, ist man sich als Zuschauer schon bald nicht mehr sicher, in der wievielten Staffelung aus fiktiven Welten man sich nun eigentlich befindet. Hier hat mich der Film sehr an „Inception“ erinnert, nur dass er viel weniger plakativ daherkommt und nicht alles bis ins Detail erklärt.

Ein A-Cast für einen nur scheinbaren B-Movie

Wie zu erwarten setzt David Cronenberg auf durchaus blutige und auch sehr ekelhafte Bildeffekte. Die dargestellte Welt wirkt dadurch extrem schmutzig und überhaupt nicht wie eine durchgestaltete virtuelle Umgebung, die uns andere Filme dieses Genres präsentieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass „eXistenZ“ heute nur noch schwer zu greifen ist und vom Publikum vergessen wurde. Umso beeindruckender, dass die Besetzung so großartig ist: Jennifer Jason Leigh (zuletzt in „Annihilation“ gesehen) spielt an der Seite von Jude Law. Weiterhin geben Willem Dafoe, Ian Holm und Sarah Polley ihr Stelldichein. Der Score stammt von Howard Shore. Nur große Namen. Und doch wirkt „eXistenZ“ angenehm klein. Tatsächlich ein ganz anderer Film. Er bricht mit den Erwartungen und selbst das Ende besitzt mehrere Ebenen.

Fazit

Mir hat „eXistenZ“ bereits damals viel Freude bereitet. Ich kann heute nicht mehr sagen, ob ich ihn im Kino gesehen habe oder erst auf VHS. Die letzte Sichtung lag schon viel zu lange zurück, da es den Film lange nicht zu erwerben gab. Dank Turbine Media Group liegt inzwischen aber eine mehr als brauchbare Blu-ray-Fassung vor, die ich in diesem Zuge nur empfehlen kann. Wenn ihr den Film noch nicht kennt, ihr euch aber für Sci-Fi dieser Art interessiert, dann unbedingt nachholen: 9/10 Punkte.

Der Gigant aus dem All – OT: The Iron Giant (1999)

Nach einem entspannten Samstag mit viel Hausarbeit, Lesen und Spielen, hatte ich Lust auf einen Animationsfilm. Seit ein paar Monaten steht „Der Gigant aus dem All“ in meinem Regal, der mich schon seit seinem Erscheinen im Jahr 1999 interessiert. Heute war es dann endlich soweit und ich habe Brad Birds Kinodebüt den längst überfälligen Besuch abgestattet…

gigant-aus-dem-all-1

Die Erwartungen waren tatsächlich ziemlich hoch, wird „The Iron Giant“ doch häufig als einer der besten Animationsfilme bezeichnet. Und tatsächlich hat er es geschafft mich bereits mit den ersten Szenen für sich einzunehmen: Spätestens wenn unser junger Held Hogarth durch ein typisches 50er Jahre Städtchen radelt und seine Mutter im Diner besucht, ist mein Herz aufgegangen: so eine wunderbare Detailverliebtheit, handgezeichnete Animationen und ein Score zum Dahinschmelzen. Audiovisuell ein Traum für jeden Trickfilmfreund.

Auch inhaltlich zieht Brad Bird (u.a. „Ratatouille“ und „Mission Impossible: Phantom Protokoll“) in seiner Adaption von Ted Hughes „Der Eisenmann“ alle Register: Das Setting mitten im Kalten Krieg ist durchsetzt von Paranoia und popkulturellen Anspielungen. Es ist wahrlich wunderbar, wie behutsam die Beziehung zwischen Hogarth und seinem eisernen Freund mit Leben befüllt wird. All dies geschieht zudem unglaublich effizient: Jede Szene ist auf den Punkt genau inszeniert und es gibt keinen unnötigen Ballast. In nur 90 Minuten kreiert Bird eine Welt, in der man sich zu Hause fühlt und die angefüllt ist mit echten Charakteren, Leben und Emotionen. Fantastisch!

Da ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, kann ich nicht sagen inwiefern die neuen Szenen der Signature Edition einen Mehrwert schaffen. Inhaltlich machen sie Sinn und ich würde sie bei einer kommenden Sichtungen der Kinofassung vermutlich vermissen. Insofern eine lohnenswerte Erweiterung.

Ich bin unglaublich froh „Der Gigant aus dem All“ endlich nachgeholt zu haben. Es ist ein wundervoller Film über eine ungewöhnliche Freundschaft und ein klares Statement gegen Paranoia und Fremdenfeindlichkeit, was heute bekanntlich wichtiger denn je ist. Meine Liste der besten Zeichentrickfilme würde ab heute auf jeden Fall um einen Platz erweitert werden. Solltet ihr den Film auch noch nicht kennen, kann ich nur eine dicke Empfehlung aussprechen: 9/10 Punkte.

Galaxy Quest (1999)

Heute war einer dieser Tage. Wieder 10 Stunden auf der Baustelle gewesen und doch nicht wirklich etwas ausgerichtet. Die fehlenden Erholungsphasen machen sich zudem so langsam aber sicher bemerkbar. Somit habe ich bei der Filmwahl auf eine sichere Bank gesetzt und mit „Galaxy Quest“ auf einen nur allzu bekannten Klassiker zurückgegriffen, dessen letzte Sichtung auch schon wieder gut 10 Jahre zurückliegt. Dabei wanderte die DVD früher mit Regelmäßigkeit aller paar Monate in den Player…

galaxy-quest-1

Was soll ich sagen? Der Film funktioniert auch heute noch so gut wie vor 15 Jahren – und zwar, wie die meisten guten Parodien, sowohl als Komödie als auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in dem Genre, das parodiert wird. Man darf sich als Zuschauer somit über eine Showbiz-Satire, Sci-Fi-Komödie und ein Weltraum-Abenteuer in einem freuen. Und das Beste: „Galaxy Quest“ kommt vollständig ohne Fäkalhumor aus und gibt weder seine Figuren noch die Fans des parodierten Genres der Lächerlichkeit preis. Ich fühlte mich sofort wieder wohl in dieser Welt und war stets gefangen von der Geschichte, auch wenn mir ihre Wendungen nur allzu bekannt waren. Kein Wunder, dass Paramount und Amazon zurzeit an einer Serienversion des Konzepts arbeiten.

Neben dem toll geschriebenen und einfallreichen Drehbuch, überzeugen vor allem die passend ausgewählten Schauspieler: Tim Allen (Mike Baxter, „Last Man Standing“) mimt den egomanischen Captain absolut wunderbar. Sein Gegenpart wird von Alan Rickman (Severus Snape, „Harry Potter“) ebenso überdramatisierend verkörpert. Sam Rockwell (Sam Bell, „Moon“) und Tony Shalhoub (Adrian Monk, „Monk“) ergänzen den männlichen Part der Crew. Als weiblicher Star darf Sigourney Weaver (Ellen Ripley, „Alien“) ganz bewusst als Stichwortgeberin fungieren und bekommt kurz vor Ende auch noch den größten Lacher spendiert: „Ducts? Why is it always ducts?“ Auch wenn einige Witze ganz bewusst auf der Metaebene spielen, so muss man jedoch keine Angst haben, dass der Film beständig die vierte Wand durchbrechen würde.

Auch wenn ich nie expliziter „Star Trek“-Fan war, so sind mir viele parodierte Elemente doch noch aus Zeiten in Erinnerung, in denen nachmittags eben beständig TOS oder auch TNG über den Bildschirm flimmerten. Einfachere Zeiten, in die mich „Galaxy Quest“ auch jedes Mal ein wenig zurück teleportiert. Solltet ihr, liebe Leser, bisher noch nichts von diesem wunderbaren Film gehört haben, und im besten Fall noch ein Herz für Sci-Fi besitzen, dann spreche ich hiermit meine dringendste Empfehlung aus. Reinschauen lohnt sich – es könnte ein neuer Lieblingsfilm warten: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Der 13te Krieger – OT: The 13th Warrior (1999)

Lange hat es gedauert, bis John McTiernans bzw. Michael Crichtons „Der 13te Krieger“ seinen Weg in mein Heimkino fand. Obwohl ich den Film damals bereits im Kino kennen und lieben gelernt hatte und unzählige Sichtungen auf diversen Videoabenden folgen sollten, konnte ich mich nie zum Kauf der qualitativ minderwertigen DVD durchringen. Dank durchaus respektabler Blu-ray habe ich dieses Versäumnis nun endlich nachgeholt.

Ich weiß noch genau, dass die Freigabe des Films damals wilde Diskussionen entfachte. Im Kino war „Der 13te Krieger“ nämlich noch ab 12 freigegeben. Auch ich musste mich sehr wundern, erlebten wir bei der damaligen Sichtung doch ein recht brutales Historienabenteuer. Männerkino eben. Folglich durfte der Film auch bei etlichen, damals noch an der Tagesordnung stehenden, Videoabenden nicht fehlen. Die meisten Szenen haben sich demnach unauslöschbar in mein filmisches Langzeitgedächtnis gespielt. Umso gespannter war ich also, wie sich das Historienvehikel denn heute schlagen würde.

Um es kurz zu machen: Ich bin immer noch begeistert. Auch wenn bekannt ist, dass die Produktion unter keinem guten Stern stand und Michael Crichton John McTiernans Version um mehr als 45 Minuten beraubte, den Rest umschnitt und den kompletten Score austauschte, so muss ich doch sagen, dass „Der 13te Krieger“ immer noch verdammt gut funktionert. Er ist kurzweilig, äußerst atmosphärisch und schön gefilmt. Die Handlung ist treibend und der Spannungsaufbau exakt ausgearbeitet. Die Charaktere sind gut geschrieben und wachsen einem schnell ans Herz. Auch wenn man teils merkt, dass gewisse Handlungsstränge (z.B. rund um den Sohn des Königs) weichen mussten, so wirkt der Film kompakt und wie aus einem Guss.

Erfrischend ist, wie bedächtig Antonio Banderas Figur als untypischer Held aufgebaut wird. Kleine Details, wie das schön visualisierte Erlernen der nordischen Sprache, tragen zudem dazu bei, dass die Filmwelt – trotz mythischer Ankläge – real und fundiert wirkt. Weiterhin liebe ich die grandiosen Landschaftsaufnahmen. Der Drehort rund um das Dorf ist wirklich perfekt gewählt. Auch Jerry Goldsmiths Score könnte ich immer wieder hören. Episch und doch passend für dieses doch recht intime Historienabenteuer.

Für mich wird „Der 13te Krieger“ wohl immer ein ganz besonderer Film sein und ich würde einiges geben, um einmal John McTiernans Director’s Cut sehen zu können. Doch auch Michael Crichtons Version hat sich in mein filmisches Herz gespielt und ich werde ihn nun wohl wieder öfter anschauen. Zweiflern sei dieses herrlich altmodisch inszenierte Actionabenteuer auf jeden Fall ans Herz gelegt. Dank Blu-ray nun auch endlich in ansprechender Qualität: 9/10 Punkte.

Absolute Giganten (1999)

Der Film war eine meiner ersten DVDs. Ich weiß auch nicht genau, warum ich ihn mir damals gekauft habe. Vermutlich war er einfach günstig. In den ersten Jahren habe ich „Absolute Giganten“ schließlich so oft gesehen wie keinen zweiten Film. Teils nur im Abstand von Monaten. So sehr berührte mich Sebastian Schippers Ode an die Freundschaft.

Es ist fantastisch wieviel diese kleine Film in seinen knapp 80 Minuten zu erzählen weiß. Man kennt seine Figuren ganz genau. Ihre Gefühle, ihre Wünsche und ihre Ängste. Man lebt, lacht und leidet mit ihnen. So als wäre man selbst dabei in dieser einen letzten Nacht. Als würde man selbst Abschied nehmen. Ich kenne keinen zweiten Film, der das Gefühl der Melancholie so wunderbar herzzerreißend einfängt, wie „Absolute Giganten“. Nicht durch große Dialoge, nicht durch eine voranpeitschende Handlung. Nein, allein durch Atmosphäre. Durch den wundervollen Score, durch Blicke und durch die magischen Bilder dieser wundervollen Stadt.

Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, doch Sebastian Schipper („Ein Freund von mir“) ist mit seinem Debütfilm etwas ganz Besonderes gelungen. Die Charakatere wirken einfach echt. Ihre Welt wirkt echt. Nicht unbedingt realistisch, aber echt. Vor allem von einem emotionalen Standpunkt aus gesehen. Schippers nächtliches Hamburg ist bevölkert von skurrilen Figuren, welche den Stellenwert dieser letzten Nacht unterstreichen. Irgendwann vergessen unsere Helden, was sie ziel- und ruhelos umtreibt. Sie werden in letzte Abenteuer verstrickt, doch irgendwann sind auch diese überstanden und es graut unausweichlich der Morgen.

Neben einem fantastisch inszenierten Kickerspiel und der wohl besten Tanzchoreografie der Filmgeschichte, bietet „Absolute Giganten“ das poetischste Filmende, das mir jemals untergekommen ist. Wer da keine Träne verdrückt war wohl noch nie an einem Wendepunkt in seinem Leben gestanden, musste noch nie Freunde zurücklassen und hat wohl so einiges verpasst in seinem Leben.

Für mich ist „Absolute Giganten“ ein ganz besonderer Film. Nur wenige Filme schaffen es, etwas so tief in einem drin zu berühren. Obwohl ich ihn bestimmt schon ein halbes dutzend Mal gesehen habe, hat er keine Unze seiner Wirkung verloren. Allen da draußen, die nun skeptisch sind, weil es sich um einen deutschen Film handelt, weil sich der Film nicht richtig einordnen lässt oder weil ihr ihn gerade nicht griffbereit habt, sei gesagt: Geht und schaut euch diesen Film an! Ihr werdet es nicht bereuen. Und wenn doch, dann schaut ihn euch noch einmal an, bis auch euer perfekter Moment hängen bleibt. Es lohnt sich: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Deep Blue Sea (1999)

Nachdem unser Running Sushi-Abend gestern spontan ins Wasser gefallen ist, habe ich mich auf andere Art und Weise an Fischen erfreut: Mit Renny Harlins „Deep Blue Sea“. Dieser Film verbindet alles, was ich mir von einem reinen Unterhaltungsfilm erhoffe. Da wird ein Wissenschaftsthriller mit Tierhorror gemixt und all das spielt am, im und unter Wasser. Popcornherz, was willst du mehr?

deepbluesea.jpg

„Deep Blue Sea“ ist sicherlich nicht der intelligenteste und subtilste Film seiner Art, doch bestimmt einer der Filme mit dem perfektesten Spannungsaufbau. Harlin zieht hier wirklich alle Register. Auch inszenatorisch. Man fühlt sich selbst gefangen auf dieser fremdartigen Konstruktion mitten im Ozean. Den Elementen und den Haien ausgeliefert. Die Geschehnisse, die letztendlich in der großartigen Hubschrauberszene gipfeln, lassen mich – selbst nach der bestimmt dritten Sichtung – immer noch unruhig werden.

Erfreulich ist auch die Konstellation des Fischfutters. Zwar gibt es – wie immer in diesem Genre – nur Stereotypen, doch sind diese wenigstens einigermaßen glaubwürdig und sympathisch gezeichnet. Auch die Schauspieler wissen die Rollen gut auszufüllen. Selbst LL Cool J (was für ein Name) fällt als comic relief nicht sonderlich negativ auf und zeigt – im Gegensatz zu sonstigen Rapperkollegen – sogar ansatzweise Schauspieltalent.

Neben teils toll inszenierten Wasser- und Haiszenen, fallen allein ein paar CGI-Attacken negativ auf: Zu offensichtlich als Fremdkörper erkennbar. Ganz im Gegensatz zu den animatronischen Haien. Der Film hat allerdings auch schon 8 Jahre auf dem Buckel. Das darf man nicht vergessen.

Für mich ist „Deep Blue Sea“ immer noch einer der unterhaltsamsten Monsterfilme überhaupt. Renny Harlin hat seine Sache ausgezeichnet gemacht und ich finde es schade, dass er nicht mehr an die großen Budgets herangelassen wird – und ja, ich finde „Die Piratenbraut“ (OT: „Cutthroat Island“) klasse! Ich wünschte es gäbe mehr spaßige guilty pleasures, wie diesen Film: 8/10 Punkte.

American Beauty (1999)

Zum Abschluss des langen Filmsonntags, hat sich gestern noch ein DVD-Abend mit Sam Mendes „American Beauty“ ergeben. Mit der ersten Sichtung des Films verbinde ich einige ganz besondere Momente und auch die noch folgenden haben den Film zu etwas Besonderem gemacht. Auch gestern habe ich wieder festgestellt, dass kaum ein Film komischer, ernsthafter, optimistischer, deprimierender, fröhlicher und trauriger zugleich daher kommt. Kurzum: Ein Meisterwerk.

am_beauty.jpg

Die Geschichte von Lester Burnham – genial verkörpert von Kevin Spacey – mag wie eine Satire auf den uramerikanischen way of life erscheinen. Die typischen Vorstädte, verbohrter Patriotismus und konservatives Gedankengut. Doch „American Beauty“ ist viel mehr. Wer kann sich nicht mit Lester identifizieren? Wer hat nicht bereits einen Lebensweg eingeschlagen, der irgendwie endgültig erscheint? Der Film treibt diese Ängste auf die Spitze und wirkt doch jederzeit real und nachvollziehbar, was zu großen Teilen den wirklich fantastischen Schauspielleistungen aller Beteiligten zuzuschreiben ist.

Die gewählte Erzählform ist interessant und außergewöhnlich. Durch die Vorwegnahme des Endes wird keineswegs Spannung herausgenommen. Sie wird eher gefördert. Ein stetiges, beunruhigendes Erwarten liegt den gesamten Film über in der Luft. Dazwischen gibt es unzählige wirklich komische Szenen, die teilweise so beängstigend treffend und zielsicher sind, dass einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Das große Finale ist ein Meisterstück der Montage: Zugleich traurig und hoffnungsvoll. Selbst nach der – ich weiß nicht wievielten – gestrigen Sichtung, war ich noch lange in der Gedankenwelt des Films gefangen. Das schaffen nicht viele Filme.

Die Inszenierung ist perfekt. Kamera, Score, Montage. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Ein für ein Kinodebut in jeder Hinsicht beeindruckender Film. Und nicht nur dafür. Der Film macht nachdenklich. Ob man nicht auch selbst etwas mehr leben sollte. Ob man zufrieden ist. Nach der Sichtung gestern war ich es: 10/10 Punkte.