Die Unglaublichen – OT: The Incredibles (2004)

Eigentlich war die Aussicht auf einen Filmabend heute eher schlecht, da es die Kids heute morgen schon vor der Schule übertreiben mussten. Im Laufe des Tages hat sich die Stimmung aber gebessert, so dass sich der Zwergofant abends „Die Unglaublichen“ aussuchen durfte. Bisher hatte er nur durch das Xbox-Spiel „Rush: A Disney-Pixar Adventure“ dazu Kontakt. Umso gespannter war er auf den Film… 🦸‍♂️🦸‍♀️

Die Unglaublichen (2004) | © Walt Disney

Die Unglaublichen (2004) | © Walt Disney

Ein erstaunlich erwachsener Superheldenfilm

Ich habe „Die Unglaublichen“ damals tatsächlich im Kino gesehen. Vor 17 Jahren. Das ist doch unglaublich! Tatsächlich merkt man dem Film zu Beginn sein Alter auch an, doch bereits nach ein paar Minuten hatte ich mich an den Look gewöhnt und durch die dynamische Inszenierung macht Brad Bird einiges wett. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch wieder der konsequent durchgezogene Stil, der an die „James Bond“-Filme der späten 1960er Jahre erinnert. Schon alleine deshalb wirkt „Die Unglaublichen“ nicht so sehr auf Kinder zugeschnitten, wie andere Animationsfilme. Doch auch inhaltlich ist die Gangart deutlich härter: Suizid, tödliche Waffen oder überspitzte Gewalt. Der Film macht wahrlich keine Gefangenen.

Die Handlung selbst ist nicht sonderlich originell, sondern lebt von der Dynamik innerhalb der Familie sowie den unglaublich dynamischen Actionszenen. Insgesamt ergibt sich im Pixar-Kanon ein besonderer Stellenwert für „Die Unglaublichen“, denn der Film wirkt anders und erwachsener als die anderen Werke des Animationsstudios. Den zweiten Teil habe ich bisher noch nicht gesehen, doch bin ich mir sicher, dass sich dies in den nächsten Wochen ändern wird.

Fazit

„Die Unglaublichen“ wird oft übersehen, wenn man von den besten Pixar-Filmen liest. Auch für mich spielt er nicht ganz vorne mit, doch nimmt er auf jeden Fall einen besonderen Platz in meinem Herzen ein. Durch die Superheldenthematik wirkt er gerade heute sehr relevant, aufgrund seines Stils bleibt er jedoch zeitlos. Definitiv empfehlenswert: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Sonic the Hedgehog (2020)

Ein voller und anstrengender Tag liegt hinter uns. Zuerst bin ich einen Halbmarathon gelaufen, dann war ich mit den Kindern schwimmen. Da wir gestern bis nachts auf der Terrasse saßen, hat sich der Filmabend auf heute verschoben und der Zwergofant konnte endlich seinen Wunschfilm „Sonic the Hedgehog“ einlösen… 🦔

Sonic the Hedgehog (2020) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Sonic the Hedgehog (2020) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Deutlich besser als zu Beginn erwartet

Zuerst hatte ich von „Sonic the Hedgehog“ gehört als das erste Trailer mit dem ursprünglichen Design aufgetaucht ist und das Internet quasi implodierte. Das Kreativteam hat sich die Kritik zu Herzen (oder zum Geldbeutel) genommen und das Design des blauen Igels noch einmal überarbeitet. Auch ich fand den ursprünglichen Look befremdlich, war aber überrascht wie laut die Stimmen diesbezüglich waren. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich seit jeher ein Nintendo-Kind war und damals auch nie eine Sega-Konsole in der Hand hatte. Sonic kannte ich höchstens von Spielstationen im Kaufhaus und mir war das Gameplay stets zu hektisch. Dennoch bin ich mir der popkulturellen Bedeutung der Figur durchaus bewusst, auch wenn ich vermutet hätte, dass diese inzwischen bereits abgeflacht sei.

Nun aber zum Film: Zunächst einmal erinnert er mit seinem Mix aus Realfilm und animierten Charakteren ein wenig an „Die Schlümpfe“ oder auch „Hop: Osterhase oder Superstar?“, in dem James Marsden ebenfalls unfreiwillig einen animierten Partner an die Seite gestellt bekommt. Nicht sonderlich innovativ und eher auf die 08/15-Kinderfilmformel setzend, als eine wirkliche Adaption des Spiels zu sein. Ich muss aber zugeben, dass eine solche auch nicht umzusetzen gewesen wäre. Mit Dr. Robotnik (fantastisch gespielt von Jim Carrey) und den Ringen werden Kernelemente aber übernommen und geschickt mit unserer Welt kombiniert. Das Drehbuch ist zudem sympathisch und die Gags selbst in der Synchro gelungen.

Fazit

„Sonic the Hedgehog“ ist eine extrem unterhaltsame Actionkomödie, die mir erstaunlich viel Spaß gemacht hat. Die Kinder waren beide begeistert und ich freue mich jetzt schon auf den kommenden zweiten Teil. Das war doch wirklich einmal eine positive Überraschung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  10/10 Punkte.)

The Farewell (2019)

Der letzte Urlaubsabend. Nach einem Tag, der ganz im Zeichen von flügge gewordenen Gartenrotschwänzchen stand, habe ich abends einen Film gewählt, der ganz zur etwas wehmütigen Ferienendstimmung passen sollte: Das Familiendrama „The Farewell“, dessen Blu-ray erst einen Tag zuvor bei mir eingetroffen ist. Ob der Film meine an ihn gerichteten Erwartungen erfüllen konnte? 🤵👰⚰

The Farewell (2019) | © DCM Film Distribution GmbH (Vertrieb LEONINE)

The Farewell (2019) | © DCM Film Distribution GmbH (Vertrieb LEONINE)

Eine Hochzeit und (k)ein Todesfall

„The Farewell“ erzählt eine, zumindest für mich, ungewöhnliche Geschichte und bewegt sich dabei in einem angenehm kleinen Rahmen: Eine tödliche Krankheit, die vor der erkrankten Großmutter geheim gehalten wird. Um dennoch Abschied nehmen zu können, wird eine Hochzeit fingiert, so dass alle Verwandten sie noch einmal sehen können. Unter diesen befindet sich auch Billi, welche eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Großmutter besitzt. Aus dieser Prämisse hätte man ein zutiefst schmalziges Werk machen können, das nur so auf die Tränendrüse drückt. Regisseurin Lulu Wang hat diese höchst emotionale Geschichte, die zudem autobiographisch inspiriert ist, jedoch herrlich unsentimental erzählt.

Die Dynamik innerhalb der Großfamilie ist interessant und spannend zu verfolgen. Hinzu kommt eine gewisse Culture-Clash-Komponente, da ein Spannungsfeld zwischen den USA und China (und zu einem deutlich geringeren Maß auch Japan) aufgemacht wird. Hier kann man viel über die unterschiedlichen Kulturen, gerade was ihren Umgang mit Krankheit und Tod angeht, lernen. Lulu Wangs Geschichte richtet dabei nicht, welche Herangehensweise nun die bessere ist, sondern lässt die Frage ziemlich offen. Auch wenn am Ende ein bestimmter Weg beschritten wird. Die kurze Mid-Credit-Szene der echten Nai Nai kam für mich ziemlich überraschend und hat mir ein großes Lächeln auf das Gesicht gezaubert.

Fazit

„The Farewell“ ist ein ruhiger und bedächtig erzählter Film. Man taucht als Zuschauer in eine fremde Familie und Kultur ein, der man sich nur schwer entziehen kann. Trotz des ernsten Themas ist der Film nie bedrückend. Aufgrund der unterschiedlichen Sprachen, kann ich nur empfehlen, ihn im O-Ton zu sehen. Ein bewegendes und doch stets auch humorvolles Drama, das ich nur wärmstens empfehlen kann: 9/10 Punkte.

F/X 2: Die tödliche Illusion – OT: F/X2 (1991)

Eigentlich waren wir heute Abend viel zu spät auf dem Sofa. Zudem hat mich der komplette Tag an der frischen Luft müde gemacht. Dennoch wollte ich auf einen Film nicht verzichten und habe somit „F/X 2: Die tödliche Illusion“ in den Player geschoben. Was die Fortsetzung von „F/X: Tödliche Tricks“ zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤡

F/X 2: Die tödliche Illusion (1991) | © NSM Records

F/X 2: Die tödliche Illusion (1991) | © NSM Records

Die 1990er sind die fieseren 1980er Jahre

War der erste Teil bereits tief in den 1980er Jahren verwurzelt, setzt „F/X 2: Die tödliche Illusion“ fast noch einmal eine Schippe drauf: Der Score, in dem das Saxophon dominiert, die Klamotten, der Humor, der Machismo, all das wirkt unfassbar überholt. Da war ich fast schon verwundert, dass der Film aus den frühen 1990er Jahren stammt. Auch vom Look  und Sound abgesehen, fühlt sich „F/X2“ an, wie eine direkte Fortsetzung: All die Bestandteile des ersten Teils werden noch einmal aufgegriffen und oft bis ins Lächerliche übersteigert. Auch der seltsam schwankende Ton zwischen hartem Thriller und absurder Comedy ist wieder mit von der Partie.

In so mancher Szene konnte ich kaum glauben, dass der Film sein Ding wirklich so durchzieht. Alleine schon das Setup, um den Serienmörder zu fassen, ist völlig unfassbar in seiner elaborierten Selbstzweckhaftigkeit. Da wird wirklich alles hingebogen, um aus dem F/X-Mann einen Actionhelden zu machen. Unglaublich. Die aberwitzigste Szene ist dann wohl der Kampf zwischen Killer und Clown-Roboter, der die Bewegungen unseres Helden kopiert. Im Kontrast dazu stehen teils drastische Tötungsszenen, die jedoch rasch wieder in Vergessenheit geraten und auch unsere Figuren nicht weiter zu belasten scheinen. Wahrlich ein Unikum von einem Film. Man kann NSM wirklich dankbar sein, dass sie die Filme für die Nachwelt festgehalten haben; die Reihe wäre heute wohl kein Streaming-Erfolg mehr:

Fazit

War der erste Teil noch ein größtenteils funktionierender Thriller, driftet „F/X 2: Die tödliche Illusion“ teils komplett ins Phantastische ab. Der Film bleibt dabei dennoch erstaunlich unterhaltsam und sympathisch. Ernst nehmen kann und sollte man ihn wohl nicht, aber wer gut 100 Minuten Spaß der ungewöhnlichen Sorte haben möchte, der sollte unbedingt einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010)

Natürlich muss am ersten Urlaubstag ein Film geschaut werden. Erstaunlicherweise war ich abends noch recht fit, obwohl ich einen Halbmarathon, Rasenmähen, wildes Spielen mit den Kids uvm. hinter mir hatte. Schon erstaunlich, was so alles in einen einzigen Tag passt. Auch unser Paketzusteller war fleißig und hat die Blu-ray des Films „The King’s Speech: Die Rede des Königs“ geliefert, welche sogleich ihren Weg in den Player gefunden hat… 🎙

The King's Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

Wunderbares Schauspieler*innen-Kino

Ich kann mich noch genau an mein mangelndes Interesse erinnern, als „The King’s Speech“ damals den Oscar gewann. Ein Film über eine Sprachstörung? Und dazu noch angesiedelt im britischen Königshaus? Puh, nein danke. Inzwischen jedoch habe ich mich in die britische Aristokratie und sogar das filmische (bzw. seriell erzählte) Abbild der britischen Monarchie vorgewagt und wurde erst kürzlich von der Netflix-Serie „The Crown“ bestens unterhalten. „The King’s Speech“ kann man quasi als das Prequel zur Serie betrachten, was letztendlich auch der Auslöser für die heutige Sichtung war.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass Tom Hooper „The King’s Speech“ wahrlich beeindruckend inszeniert hat. Einerseits sehr theaterhaft, andererseits aber auch mit sehr filmisch wirkenden Weitwinkelaufnahmen. Fantastisch anzusehen. Die wahre Stärke des Films sind jedoch seine Schauspieler*innen, allen voran Colin Firth als King George VI. und Geoffrey Rush als sein Sprachtherapeut Lionel Logue. Doch auch Helena Bonham Carter ist großartig als Queen Elizabeth. Zunächst dachte ich, dass es ungewohnt sei, sie in dieser Rolle zu erleben, da sie in „The Crown“ mit Prinzessin Margarete ein anderes Mitglied der königlichen Familie verkörpert. Jedoch spielt sie hier so anders, dass ich keinen Gedanken an ihre andere Rolle verschwendet habe.

Fazit

Ja, „The King’s Speech“ ist wirklich so gut wie sein Ruf. Das etwas staubig anmutende Thema wurde so unterhaltsam, wie es vermutlich möglich war, umgesetzt. Er wird nicht mein Lieblingsfilm werden, doch wurde ich mehr als nur positiv überrascht, was vor allem an den großartigen Schauspieler*innen liegt: 8/10 Punkte.

Army of the Dead (2021)

Nach einem recht entspannten Samstag, an dem ich nur mit den Kids eine Runde laufen war, habe ich mich abends schon sehr auf „Army of the Dead“ gefreut. Der Netflix-Prämiere des jüngsten Zack-Snyder-Films konnte man in Filmkreisen ja gar nicht entgehen. Da ich Snyders „Dawn of the Dead“-Remake sehr mag, war ich auf seine Rückkehr zum Genre gespannt… 💵

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Unterhaltsame Zombie-Action und seltsamer Look

Zunächst einmal muss ich auf den Look des Films eingehen: Snyder, der hier ebenfalls als Director of Photography agierte, hat fast ausschließlich mit Teleoptiken und extrem offener Blende gearbeitet. Das führt zu einem super schmalen Schärfebereich, wodurch das ganze Bild unglaublich soft und zugleich unruhig wirkt. Teils hatte ich sogar das Gefühl, als hätte er zusätzlich digitale Unschärfefilter verwendet, so seltsam kam mir das Bokeh stellenweise vor. Was auch immer der Grund für diese künstlerische Entscheidung gewesen sein mag, so fand ich den Look über weite Strecken, wenn auch nicht störend, doch zumindest ablenkend. Damit sieht „Army of the Dead“ zwar nicht so überstilisiert aus, wie andere Filme des Regisseurs (z.B. „300“), doch mindestens genauso aufdringlich.

Vom Look einmal abgesehen, fand ich die Idee hinter „Army of the Dead“ wirklich nett: Ein Heist-Movie mitten in der Zombie-Apokalypse. So simpel und doch so genial. Auch mag ich normalerweise keine denkenden Zombies, sondern bevorzuge die klassischen Untoten (egal ob sie rennen oder nicht). Der Kniff hier mit König und Königin hat mir jedoch gut gefallen. Vielleicht auch, weil er mich an den Night King und seine White Walker aus „Game of Thrones“ erinnert hat. Nur eben in der Wüste. Dazu das Setting in Las Vegas, welches zwar begrenzt ist, jedoch genügend Spielraum für abwechslungsreiche Actionszenen bietet. Auch die einzelnen Figuren und ihre Schauspieler*innen (ja, auch Matthias Schweighöfer) mochte ich allesamt gerne. Wenn nur das Drehbuch nicht so flach gewesen wäre. Drei größere Dialogszenen, und somit knapp 20 Minuten Laufzeit weniger, und der Film wäre gleich noch einmal gelungener gewesen.

Fazit

Auch wenn „Army of the Dead“ etliche Schwächen besitzt, so sind die zweieinhalb Stunden für mich jedoch wie im Flug vergangen. Neben der schönen Zombie-Action ist bei mir vor allem der seltsame Look hängengeblieben. Macht aber alles nichts, denn letztendlich bekommt man damit genau das, was man vom ersten Trailer an hat erwarten dürfen. Zudem wissen wir nun, dass ein Blowjob Auslöser der Zombie-Apokalypse war. Wer hätte das gedacht? 7/10 Punkte.

Spider-Man: A New Universe – OT: Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)

Eine weitere volle Woche liegt hinter uns. Für den Rest der Familie war es der Endspurt vor den Pfingstferien. Nun also zwei Wochen frei. Das wird allen gut tun. Vor mir liegt zumindest ein langes Wochenende, welches wir heute natürlich mit einem Filmabend eingeläutet haben. Endlich stand mit „Spider-Man: A New Universe“ der Herzensfilm des Zwergofanten auf dem Programm. Auch ich habe mich schon sehr auf die Sichtung gefreut… 🕷🕸

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: A New Universe (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wahrlich der ultimative Comicfilm

Spider-Man ist für den Zwergofant wohl der wichtigste Superheld. Er spielt stundenlang mit seinem Cousin im Garten, bindet Seile an das Stelzenhaus und schwingt sich in lebensgefährlich wirkenden Stunts von Leiter und Rutsche. Da darf man immer gar nicht so genau hinsehen. Dabei sind seine einzigen bisherigen Berührungspunkte ein paar LEGO-Spielsets sowie das Xbox-Spiel „LEGO Marvel Super Heroes“. Für die Realfilme ist er noch etwas jung, doch seit „Spider-Man: A New Universe“ bei mir im Regal steht, schleicht er hartnäckig um den Film herum. Mit acht Jahren, und inzwischen reichhaltiger Filmerfahrung, ist er nun auch alt genug dafür.

Auch ich mag Spider-Man und die zugehörigen Verfilmungen sehr. Egal ob die Sam-Raimi-Filme der frühen 2000er Jahre, den kurzen Lauf mit Andrew Garfield oder den aktuellen Spider-Man im MCU. Auf das hier war ich jedoch nicht vorbereitet: Schon alleine der Stil des Films, der wie ein lebendig gewordener Comic wirkt, hat mir beständig ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Auch inhaltlich ist „Spider-Man: Into the Spider-Verse“, so der deutlich passendere Originaltitel, eine Wucht: Jede Figur bekommt ausreichend Raum und die emotionalen Szenen sind wirklich mitreißend. Definitiv kein (reiner) Kinderfilm. Da ist die bombastische Action beinahe schon Nebensache. Der Kniff mit dem Multiversum ist auch weit mehr als nur ein Gag und doch konzentriert sich der Film größtenteils auf Miles Morales und sein Erwachen als Superheld. Einfach stark und in seinem Ideenreichtum unglaublich beeindruckend. So und nicht anders sollte eine Comic-Verfilmung aussehen.

Fazit

Ihr seht wie begeistert ich bin. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der Begeisterung, die der Zwergofant verspürt. Er ist nun komplett im Spider-Man-Fieber und wünschte sich, er wäre Miles Morales. Was für eine Begeisterung! Da werde ich mich mal nach einer guten Comic-Serie zum Einstieg umsehen müssen. Habt ihr einen Tipp? Momentan tendiere ich zu „Erste Abenteuer“ aus der Marvel-Action-Serie. Aber zurück zum Film, der uns alle einfach nur bestens unterhalten hat: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  10/10 Punkte.)

Faster (2010)

Was für ein aufregender Tag! Den Brückentag heute hatte ich mir freigenommen und gleich morgens wurde ich geimpft. Hurra! So euphorisch war ich schon lange nicht mehr. Bisher halten sich die Impfreaktionen auch in Grenzen: Mein Arm schmerzt und ich fühle mich ein wenig schlapper als sonst. Also auch nicht anders als nach einer Grippeimpfung. Abends hatte ich Lust auf einen Thriller und mit „Faster“ somit einen Film gewählt, den ich schon länger einmal sehen wollte. Nur dass ich eigentlich „Snitch: Ein riskanter Deal“ im Kopf hatte. Die Poster beider Filme sehen aber auch zu ähnlich aus. Ich schiebe es auf Impfverwirrung… 🙄

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Faster (2010) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein (fast) schnörkelloser Action-Thriller

Als ich meinen Fehler feststellte, war ich schon eine Viertelstunde im Film und habe dann natürlich weitergeschaut. Ein Actionkracher mit Dwayne Johnson sollte doch so gut wie der nächste sein. Zu Beginn hat mir „Faster“ auch wirklich viel Spaß gemacht. Dreckige Bilder, harte Action und ein schweigsamer Antiheld. Ja, dafür bin ich durchaus zu haben. Dann Auftritt eines gelangweilten Killerpärchens, was den Grindhouse-Faktor gleich deutlich nach oben getrieben hat. Warum auch nicht? Hier hat der Film jedoch so langsam begonnen in zu viele Versatzstücke zu zerfasern. Immer noch sehr unterhaltsam, doch letztendlich eben nicht mehr so schön schnörkellos, wie noch zu Beginn gedacht.

Neben Dwayne Johnson sticht vor allem Billy Bob Thornton heraus, dessen Rolle sich mir leider viel zu früh offenbart hat. Gegen Ende wird „Faster“ dann plötzlich moralisch und ich hätte mir ein Beibehalten der kompromissloseren Gangart gewünscht. Das hat dann nicht mehr so wirklich zum Rest der Geschichte gepasst. Am Ende war der Film dann vorbei und ich beginne jetzt schon, ihn zu vergessen. So unterhaltsam er auch während der Sichtung gewesen sein mag.

Fazit

„Faster“ bietet harte und größtenteils schnörkellose Action, wie ich sie gerne sehe. Über seine Laufzeit leistet sich der Film jedoch so manche Spielerei und setzt auf gewollte Coolness. Das hätte es nicht gebraucht. Letztendlich dann doch nichts Besonderes. Kann man sich ruhig geben, wenn man sonst nichts zu schauen hat und mal wieder einen härtere Dwayne Johnson erleben will: 5/10 Punkte.

Hotel Mumbai (2018)

Meine Arbeitswoche ist bereits zu Ende und ich kann ein paar Tage off auch wirklich gebrauchen. Somit hat sich auch unter der Woche die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben, bei dem die Wahl auf „Hotel Mumbai“ gefallen ist. Der Film stand schon länger im Regal und ich habe mich nie so richtig herangetraut. Wie schlimm es letztendlich war, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🏨🔥

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Hotel Mumbai (2018) | © LEONINE

Eine schmerzhafte Tour de Force

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich damals im Radio von den Terroranschlägen in Mumbai hörte. Auch an die Nachricht der Wiedereröffnung des Taj Mahal Palace habe ich Erinnerungen. Allerdings nur sehr blasse. Gedanken wie diese habe ich mir vor dem Einlegen der Blu-ray gemacht. Vermutlich auch um die Frage zu beantworten, warum man sich bzw. ich mir überhaupt solche Filme anschaue. Warum holt man sich diese Ereignisse zurück auf den Bildschirm? Ist es der Reiz des Morbiden? Der Schrecken als Unterhaltung? Ähnliche Gedanken hatte ich teils bereits bei „Zero Dark Thirty“ oder „Boston“. Komplett erklären kann ich es mir nicht, allerdings fühle ich mich dem historischen Ereignis nach Sichtung der dramatisierten Aufbereitung meist näher, recherchiere selbst und kann es besser einordnen.

Als Film betrachtet, ist „Hotel Mumbai“ wirklich extrem kompetent inszeniert. Die internationale Produktion weist famose Schauspieler*innen (allen voran Dev Patel, bekannt für „Lion: Der lange Weg nach Hause“) auf und zieht die Spannungsschraube zum Bersten an. Dabei ist Anthony Maras‘ Film stets mitreißend, schmerzhaft anzusehen und doch empathisch seinen Figuren gegenüber. Auch mochte ich, dass die meisten Charaktere tatsächlich Hindi sprechen und der Cast überhaupt sehr international ist. Ich hatte wirklich das Gefühlt, dass die Produktion nicht auf einen schnellen Dollar aus war, sondern die Geschichte so authentisch und gut wie möglich erzählen wollte.

Fazit

Ist „Hotel Mumbai“ nun also große Unterhaltung? Jein. Der Film ist spannender als so mancher Thriller, jedoch aufgrund der wahren Ereignisse auch schmerzhaft und verstörend anzusehen. Wenn ihr offen für diese Art von filmischer Aufarbeitung seid, dann kann ich euch den Film jedoch nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.

F/X: Tödliche Tricks – OT: F/X: Murder by Illusion (1986)

Ein langer Tag liegt hinter uns, den ich mit Laufen, Rasenmähen und Inlineskaten größtenteils draußen verbracht habe. Das Highlight des Tages war jedoch ein Anruf meines Hausarztes und ein damit verbundener Impftermin. Juhu! Abends sind wir erst gegen 21 Uhr aufs Sofa gekommen und meine Filmwahl ist auf „F/X: Tödliche Tricks“ gefallen. Meine Mitseherin war nach ein paar Minuten im Land der Träume, doch mich konnte der wunderbar altmodische Thriller überzeugen… 👹

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

F/X: Tödliche Tricks (1986) | © NSM Records

Ein Thriller aus den tiefsten 1980er Jahren

Für mich war die Sichtung von „F/X: Tödliche Tricks“ heute eine Prämiere. Die Filmreihe war mir zwar schon immer ein Begriff, doch irgendwie habe ich sie inhaltlich stets mit einem Bombenleger-Thriller zusammengebracht. Warum auch immer. Die DVDs hatte ich früher häufiger in der Hand oder im Warenkorb, doch zugegriffen habe ich nie. Dann habe ich vor ein paar Monaten herausgefunden, dass der Thriller im Spezialeffekte-Milieu spielt, was sofort mein Interesse geweckt hat. Inzwischen war der Film und sein Nachfolger gar nicht mehr so leicht zu bekommen und ich habe letztendlich zur wunderschönen Sonderausgabe von NSM (siehe unten) gegriffen.

Inhaltlich bekommen wir es mit einer Mischung aus Mafia-Thriller und Heist-Movie zu tun. Dabei wartet „F/X: Tödliche Tricks“ mit so einigen Wendungen auf, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Gerade auch was den Ton des Films angeht, der zu Beginn oft eher noch komödiantisch ist, dann in einen harten Thriller umschlägt, komplett in die Action-Richtung abdriftet und gegen Ende wieder zu seiner Leichtigkeit zurückfindet. Ungewöhnlich und doch funktioniert das alles wirklich gut. Vielleicht auch, weil der Film so sehr im Jahrzehnt seiner Entstehung verankert ist, dass er heute einfach nur noch charmant aus der Zeit gefallen wirkt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „F/X: Tödliche Tricks“ nach all den Jahren für mich entdeckt zu haben. Gerade wenn man den filmischen 1980er Jahren etwas abgewinnen kann, dürfte man auch heute noch viel Spaß damit haben. Ich für meinen Teil bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung: 8/10 Punkte.