Arielle, die Meerjungfrau – OT: The Little Mermaid (1989)

Es ist 2018! So ganz kann ich es noch nicht glauben, dass die Feiertage und die Zeit zwischen den Jahren tatsächlich schon wieder vorbei ist. Der Start ins neue Jahr fühlt sich für mich immer ein wenig seltsam an. Irgendwo zwischen Wehmut und ich möchte gleich jetzt sofort alles neu und anders haben. Aber darum soll es hier nicht gehen. Nach knapp vier Stunden Schlaf waren wir heute alle ein wenig matschig und außer einem ausgedehnten Neujahrsspaziergang, ein paar Brettspielen und – auf vielfachen Wunsch einer einsamen Dame – der Sichtung von „Arielle, die Meerjungfrau“ war nicht viel zu holen…

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Arielle, die Meerjungfrau (1989) | © Walt Disney

Unten im Meer

Auch wenn ich „Arielle, die Meerjungfrau“ als Kind und Jugendlicher bestimmt einige Male gesehen habe, gehört der Film nicht zu meinen persönlichen Disney-Klassikern. Das Zappelinchen besitzt jedoch die zugehörige CD und ist schon seit Jahren (ja, wir sind Rabeneltern) heiß darauf, endlich auch den Film zum Hörspiel zu sehen. Da ich keine innige Beziehung zu dem Film habe, entschied ich mich für die Synchronfassung aus dem Jahr 1998, weil auf dieser eben auch das Hörspiel basiert. Außer ein paar Stimmen, konnte ich keinen großen Unterschied zur Urfassung von 1989 ausmachen, was eingefleischte Fans natürlich anders sehen. Soviel zu den Rahmenbedingungen. Was hat der Disney-Klassiker sonst noch zu bieten?

Zu Beginn hat es für mich tatsächlich ein paar Minuten gedauert, bis ich in der klassischen 2D-Animation drin war. Ich habe eher auf die Kunstform geachtet, als dass ich mich in die Geschichte hätte fallen lassen können. Das war einerseits befremdlich, andererseits aber auch toll, weil man vielen Szenen die Handarbeit deutlich ansieht. Es ist wirklich herrlich, wie detailreich und liebevoll Charaktere animiert sind und die einzelnen Ebenen der Schauplätze zu einem dreidimensional wirkenden Raum montiert wurden. Doch auch inhaltlich hat mich das Märchen gepackt: Ja, im Grunde bekommt man nur eine klassische Liebesgeschichte mit Fish-out-of-Water-Element (im wortwörtlichen Sinne) zu sehen, die jedoch so charmant erzählt wird, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann.

Fazit

Ich kann verstehen, warum „Arielle, die Meerjungfrau“ bis heute zu den großen Disney-Klassikern zählt. Die schöne Geschichte ist beeindruckend animiert und weiß sowohl inhaltlich als auch formal zu überzeugen. Die Songs sind mir immer noch im Kopf und ich habe nun Lust bekommen, die anderen Disney-Klassiker zeitnah einer weiteren Sichtung zu unterziehen. Da warten noch einige Meisterwerke: 9/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. November 2020 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Den heutigen Tag haben wir genutzt, um mit den Kids in einen Indoor-Spielplatz zu gehen. Entsprechend platt waren wir (ja genau, hauptsächlich wir Eltern) am Ende des Tages. Das hat uns jedoch nicht davon abgehalten, „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ in den Player zu schieben. Seit der gestrigen Sichtung des ersten Teils war ich richtig heiß darauf, nach Berk zurückzukehren…

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Größer, weiter, schneller und düsterer

Ja, „How to Train Your Dragon 2“ ist eine typische Fortsetzung. Auch merkt man, dass durch die TV-Serie die Zeit zwischen den beiden Filmen überbrückt wurde. Es gibt einige neue Elemente und die Charaktere haben einen sichtlichen Sprung gemacht. Das fand ich spannend, ist dies in Animationsfilmen nicht häufig der Fall. Doch auch Zuschauer, die, wie ich, direkt zur Fortsetzung gesprungen sind, können der Handlung problemlos folgen. Hicks sieht sich der Herausforderung gegenüber, die Nachfolge der Stammesführung antreten zu müssen. Bei seiner Flucht vor der Verantwortung stolpert er in ein Abenteuer, das ihn zum natürlichen Anführer macht, was sich auch erneut in Ohnezahns Charakter spiegelt. Erneut nicht sonderlich komplex, doch mit vielen schönen Szenen und famos inszenierten Flugszenen angereichert. Coming-of-Age mit Drachen, wenn man so will.

Ich mochte die Dynamik zwischen den Figuren wieder sehr. Auch der Sprung ins Teenager-Alter hat perfekt funktioniert. Die Einführung von Hicks‘ Mutter dagegen wirkte auf mich zu Beginn wie ein Deus-Ex-Machina-Moment, hat dann aber schnell an nötiger Tiefe gewonnen. Leider hat man daraus zu wenig gemacht und ich hätte gerne ein paar mehr Charakterszenen gesehen. Regisseur Dean DeBlois hat jedoch den bombastisch inszenierten Kampfszenen den Vorrang gegeben. Letztendlich funktioniert die Mischung doch wirklich gut, der Film hätte meiner Meinung nach aber noch stärker sein können. Insgesamt eine wirklich gelungene Fortsetzung.

Fazit

Mit „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ habe ich so ziemlich den Film bekommen, den ich nach dem tollen ersten Teil erwartet hatte. Ob der Kinofilm noch einmal besonders auf die Tube drückt, um sich von der TV-Serie abzuheben? Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Allerdings mag ich die aufgebaute Welt und ihre Charaktere so sehr, dass ich gerade den ersten Roman der Vorlage bestellt habe. Aber auch auf den Abschluss der filmischen Trilogie bin ich schon richtig heiß: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem recht entspannten und doch irgendwie anstrengenden Tag, folgte am Abend mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ die Sichtung eines Films, den ich bereits vor sieben Jahren gesehen und besprochen habe. Ganz konkret wurde mein erneutes Interesse an dem Franchise durch den Zwergofanten geweckt, der seit seinem fünften Geburtstag großer Fan der Drachen ist, ohne je auch nur einen Schnipsel davon gesehen zu haben. Ob mich der Film auch beim zweiten Mal packen konnte?

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Komm Ohnezahn, wir fliegen!

Was hatte ich Spaß mit dem Film! Doch fangen wir von vorne an: Die Geschichte ist zweckmäßig simpel und besticht durch ein unverbrauchtes Setting. Im Zentrum steht eindeutig die Beziehung zwischen Hicks und seinem Drachen Ohnezahn – und diese Szenen funktionieren sowohl auf der emotionalen als auch auf der inszenatorischen Ebene perfekt. Es macht so viel Spaß, mit Ohnezahn durch die Lüfte zu fliegen. Und ja, dieses Mal habe ich den Film in 3D gesehen und ja, es ist ein Zugewinn. Herrlich!

Die langsam entstehende Bindung zwischen dem Wikingerjungen und seinem Drachen hat mich heute auch stark an „Mein Freund, der Delfin“ erinnert: In beiden Fällen setzt sich ein Junge dafür ein, dass ein verletztes Tier durch eine Prothese wieder seine natürliche Bewegungsfähigkeit erlangt. Auch in diesem Film funktioniert dieses Handlungselement perfekt und die Spiegelung am Ende lässt erahnen, dass Ohnezahn und Hicks in Zukunft noch viel enger zusammenwachsen. Überhaupt fand ich es für einen Animationsfilm sehr beeindruckend, den finalem Kampf nicht ohne Konsequenz für die Hauptfigur enden zu lassen.

Fazit

Wie gerne hätte ich „How to Train Your Dragon“ mit dem Zwergofanten angeschaut, doch leider weiß ich, dass er sich viel zu sehr gefürchtet hätte. Wenn er nun Fragen zu den Drachen und ihren Reitern hat, kann ich diese jetzt aber endlich fundiert beantworten. Und wenn er dann soweit ist, freue ich mich schon sehr auf eine Rückkehr nach Berk (bis dahin besuchen wir bestimmt noch öfter die Playmobil-Version, die bei uns Einzug gefunden hat): 8/10 Punkte.

Doctor Strange (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Doctor Strange“ am 15. Juni 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es geht Schlag auf Schlag weiter mit meinem aktuellen Besuch im Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem ich erst gestern „The First Avenger: Civil War“ gesehen habe, stand heute mit „Doctor Strange“ eine weitere Origin-Geschichte auf dem Programm. Wie sich Benedict Cumberbatch als unfreiwilliger Weltenretter so schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Irgendwo zwischen „Inception“ und „Harry Potter“

Nachdem sich die Filme der großen Helden inzwischen fast ein wenig generisch anfühlen, so können Randfiguren wie „Ant-Man“ oder eben auch „Doctor Strange“ neues Terrain betreten. Tatsächlich fühlt sich diese Origin-Geschichte auch anders an, als die bekannten MCU-Filme: viel mehr Mystik und Fantasy. Die Effekte erinnern zudem sehr an Christopher Nolans „Inception“ und wissen gerade in 3D wirklich zu beeindrucken. Hier lohnt sich die zusätzliche Ebene und ich bin froh, diese Version des Films gesehen zu haben. In etlichen Szenen dieser Fassung wird das Cinemascope-Bild zudem auf IMAX geöffnet, was direkt noch einmal intensiver wirkt. Audiovisuell ist „Doctor Strange“ wahrlich ein Hochgenuss.

Wie lässt sich die mystische Handlung im MCU verorten? Ich hatte über weite Strecken tatsächlich nicht das Gefühl, einen Film des Marvel-Franchise zu sehen. Die Berührungspunkte sind (noch) sehr gering, auch wenn die Mid-Credit-Szene Lust auf eine Annäherung macht. Mit schwächeren Schauspielern hätte die ganze Geschichte auch leicht ein wenig überzogen wirken können, doch Benedict Cumberbatch und Tilda Swinton verleihen ihren Charakteren die nötige Ernsthaftigkeit.

Fazit

Ich mag Origin-Geschichten und „Doctor Strange“ ist mit Sicherheit eine der beeindruckendsten. Die Handlung ist nicht sonderlich komplex, wird aber mitreißend und einfallsreich erzählt. Benedict Cumberbatch ist ein wahrer Gewinn für das MCU, was die Messlatte für ein zukünftiges Zusammentreffen mit den Avengers höher legt. Selbst wenn man sonst nicht viel mit Marvel und Superhelden anfangen kann, kann man hier durchaus einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles (2007)

Aktualisierung: Ich habe „TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles“ am 26. Februar 2021 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Es ist Dezember, die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Das Jahr setzt zum Endspurt an, sowohl beruflich als auch privat. Aufgrund der ersten Weihnachtsfeier war ich heute Abend Strohwitwer und habe mir mit „TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles“ einen Film ausgesucht, der wohlige Erinnerungen an einfachere Zeiten ausgelöst hat. Damals vor knapp 30 Jahren…

TMNT (2007) | © Universum Film GmbH

TMNT (2007) | © Universum Film GmbH

Cowabunga! The Turtles Are Back!

Ja, da sind sie wieder: Leonardo, Rafael, Donatello und Michelangelo. Als wären sie nie weggewesen. Der 2007er Film setzt dabei an die Realverfilmungen der 90er an und beschreitet damit einen ähnliche Weg wie Bryan Singers „Superman Returns“, sprich er möchte sowohl Fortsetzung als auch Reboot sein. Für mich hat das erstaunlich gut funktioniert, das große Publikum dagegen fand der Film leider nie. Dabei atmet er so viel mehr den Geist der Turtles als die Michael-Bay-Produktion aus dem Jahr 2014. Wirklich schade. Selbst wenn der Animationsstil zu Beginn ungewohnt wirkt (gerade was die menschlichen Charaktere angeht), so ist speziell New York City wunderbar dargestellt und bildet damit den perfekten Schauplatz für die Turtles-Action.

So überzeugend die Interaktion der vier Brüder gelungen ist, so schwach gestaltet sich leider die Handlung. Anstatt gegen Shredder und Co. zu kämpfen, treten die mutierten Schildkröten gegen einen unsterblichen Krieger an, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. Leider wirkt das unglaublich generisch und lässt mich als ehemaligen Fan die bekannten Gegner vermissen. Unterhaltsam ist das alles dennoch anzuschauen.

Fazit

Wer nach all den Jahren einmal wieder Lust auf die Turtles hat, der kann sich „TMNT“ guten Gewissens anschauen. Der Film ist im Vergleich zu den neuen Realverfilmungen auf jeden Fall die bessere Wahl. Ich habe nun Lust auf die 90er-Jahre-Filme bekommen und muss mich wohl langsam einmal nach den Blu-rays umsehen. Nostalgie ist doch etwas Schönes: 7/10 Punkte.

Jupiter Ascending (2015)

Eine Woche, die rasend schnell vergangen ist und doch viel zu kurz war, liegt hinter mir. Morgen steht der Geburtstag des Zwergofanten an, weshalb sich heute die einzige Möglichkeit bot, einen Film zu schauen. Eigentlich war ich zu müde, weshalb der viel gescholtene „Jupiter Ascending“ eine gute Wahl zu sein schien. Ob mich das Werk der Wachowski-Geschwister letztendlich wachhalten konnte?

Jupiter Ascending (2015) | © Warner Home Video

Jupiter Ascending (2015) | © Warner Home Video

Wenn man alles in einen einzigen Film packt…

Schon nach ein paar Minuten drehte sich meine Frau zu mir um und sagte:

„Da wusste wohl jemand nicht, welche Geschichte er erzählen soll und hat einfach alles in den Film gepackt.“

Damit hat sie den Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen, denn exakt so fühlt sich „Jupiter Ascending“ auch an. Der Film strotzt nur so vor Ideen, die alle angerissen aber selten zu Ende erzählt werden oder wirklich durchdacht wirken. Teils musste ich hier auch an Luc Bessons „Valerian: Die Stadt der tausend Planeten“ denken, der insgesamt jedoch viel stringenter inszeniert ist. Im Grunde wird eine typische  Fish-out-of-water-Geschichte erzählt, die letztendlich Dimensionen annimmt, die zu Beginn unvorstellbar wirken. Das mag nicht sonderlich elegant geschehen, hat für mich aber durchaus funktioniert, zumal der Unterhaltungswert stets gegeben war. Ganz unverhofft ist „Jupiter Ascending“ viel komödiantischer angelegt, als ich zuvor gedacht hatte – von der unfreiwilligen Komik einmal ganz abgesehen (ja, es war wohl die eine oder andere Space-Skate-Sequenz zu viel).

Auch wenn die Geschichte ziemlich hanebüchen erscheint, so geben sich die Wachowskis doch Mühe, dass zumindest ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit gegeben ist. Wenn bei Marvel, DC und Co. ganze Städte in Schutt und Asche gelegt werden und das kein normaler Mensch mitzubekommen scheint, dann wird dieser Punkt hier tatsächlich adressiert und erklärt. Das ist nur ein kleines Detail, doch die Welt (so verrückt sie auch erscheinen mag) ist dadurch in sich stimmig. Auch mochte ich die abgefahrenen Designs und die abgedrehten Ideen und Schauplätze. Kein großes Kino, nicht besonders gut geschrieben und doch unterhaltsam und vor allem sympathisch. Das hätte ich so nicht vermutet. Mila Kunis, Channing Tatum und Sean Bean sind zudem ein gutes Leinwand-Trio. Einzig Eddie Redmaynes Overacting ist oft hart an der Grenze, passt aber auch irgendwie zum trashigen Charme des Films.

Fazit

Wie ihr aus meiner bisherigen Besprechung schon herauslesen konntet, hat mir „Jupiter Ascending“ tatsächlich unerwartet viel Spaß gemacht. Ein nettes Weltraum-Abenteuer, das sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt. Auch wenn ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe, so möchte ich doch eine Lanze für den Film brechen, schon alleine aufgrund seines Ideenreichtums. Traut euch: 7/10 Punkte.

Krieg der Götter – OT: Immortals (2011)

Vor knapp drei Monaten habe ich meinen neuen Fernseher mit Tarsem Singhs „The Fall“ eingeweiht und dabei einen wundervollen Film entdeckt. Daraufhin habe ich mir vorgenommen auch Singhs „The Cell“ einmal wieder zu sehen und seinen „Krieg der Götter“ nachzuholen. Letzteres habe ich heute tatsächlich getan. In voller Opulenz in 3D. Was kann da noch schief gehen?

Krieg der Götter (2011) | © Constantin Film

Krieg der Götter (2011) | © Constantin Film

Wenn „Kampf der Titanen“ auf „300“ trifft…

Diesen Gedanken hatten wohl die Produzenten des Films. Zack Snyders „300“ war ein veritabler Erfolg und auch der Mythologie-Actioner „Kampf der Titanen“ hat an der Kinokasse überzeugt. Warum also nicht den visionären Regisseur Tarsem Singh verpflichten und ihn ein Best-of der beiden Filme drehen lassen? Kann ja nicht viel schief gehen. Auch ich wurde durch viele durchwachsene Kritiken gewarnt, hatte jedoch noch Hoffnung. Singh wird es schon richten. Und manchmal sind ja selbst visuell herausragende Schlachtgemälde interessant. So dachte ich. Doch dann bekam ich GZSZ in der Antike. Mit hanebüchenen Dialogen, komplett verwirrenden Sprüngen in der Handlung und einer Charakterzeichnung, die einfach nicht vorhanden ist. Dazu noch ein Henry Cavill (ja, unser Superman aus „Man of Steel“) in der Hauptrolle, der wirkt als würde er sich in einer Schauspielklasse an Improvisation versuchen. Schade nur um John Hurt in einer völlig verschenkten Nebenrolle.

Ich hatte den Film wirklich schon komplett abgeschrieben, doch in den letzten 20 Minuten dreht Tarsem Singh noch einmal richtig auf. Dann bekommen wir endlich den Kampf Götter gegen Titanan zu sehen, auf den wir die ganze Zeit gewartet hatten. Hier spritzt das Blut in Zeitlupe und ja, das funktioniert in seiner völlig überstilisierten Gewaltdarstellung. Singhs Stil kommt auch davor in ein paar wenigen Szenen durch, die durchaus beeindruckend anzusehen sind. Jedoch hilft das auch nicht gegen das miese Drehbuch und die unsagbar langweiligen Dialogszenen zu bestehen.

Fazit

Ich bin wirklich guter Dinge an „Immortals“ herangegangen. In den Kampfszenen und Landschaftsaufnahmen überzeugt Tarsem Singhs Film auch erneut auf ganzer Linie. Doch der Rest der Geschichte versinkt in gepflegter Langeweile, dilettantischen Dialogen und einer konfus erzählten und doch unfassbar simplen Geschichte. Nein, das war leider wirklich nichts. Am besten wäre es gewesen, Singh hätte sich komplett auf die übertriebene Action konzentriert. Also schaut euch die letzten 20 Minuten an, dann habt ihr alle Highlights gesehen: 4/10 Punkte.

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014)

Aktualisierung: Ich habe „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ am 30. Juli 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich letztes Wochenende den ersten Teil gesehen habe, folgte heute mit „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ die Fortsetzung des kurzlebigen Reboots der beliebten Superheldenreihe. Die Kritiken zu diesem waren eher verhalten, ich habe mich dennoch über eine Rückkehr von Andrew Garfield als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft gefreut. Zurecht?

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014)

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014) | © Sony Pictures Home Entertainment

Erinnerungen an „Spider-Man 3“ werden wach

Die erste Hälfte des Films hat mich wieder voll und ganz überzeugt. Nach wie vor mag ich Spider-Mans Sprüche und die Action rund um den jugendlichen Superhelden. Auch Electro samt Entstehungsgeschichte fand ich zunächst noch spannend, da hier ein persönlicher Konflikt im Mittelpunkt der Geschichte steht. Keine Allmachtsfantasien oder völlig übertriebene Massenangriffe, wie man sie aus den anderen Marvel-Filmen kennt. Auch Peter Parkers Beziehung zu Gwen Stacy bot Unterhaltungswert, selbst wenn das ewige Hin und Her ein wenig an den Nerven gezerrt hat. Comic-Romanze eben. Aber nicht unsympathisch.

Mit der Verwandlung Harry Osbornes in den Green Goblin wird alles in dem Film etwas zu viel. Die Action nimmt überhand, es gibt Sprünge in der Handlung und die Motivation der Figuren bleibt auf der Strecke. Dabei fand ich Dane DeHaan (jüngst in „Valerian: Die Stadt der tausend Planeten“ gesehen) als Gegenspieler durchaus gelungen. Was die plötzliche Überfrachtung angeht, musste ich tatsächlich an Sam Raimis „Spider-Man 3“ denken, der damals ein ähnliches Problem hatte. Auch die Dramaturgie nach Gwen Stacys Tod (warum hat man die Brücke durch einen Turm ersetzt?) fand ich vom Timing her nicht perfekt. Da wollte man am Ende zu schnell auf einen positiven Abschluss hinaus. Schade, denn in vielen Szenen stand dieser zweite Teil seinem Vorgänger in nichts nach.

Fazit

Auch wenn „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ bei Weitem nicht perfekt ist, so ist er keinesfalls der Totalausfall, als der er oft beschrieben wird. Marc Webb hätte gut daran getan, den Film nicht so voll zu stopfen und sich lieber auf eine Storyline konzentriert. Trotz allem bietet der Film viele tolle Szenen und Andrew Garfield ist mir als Spider-Man noch mehr ans Herz gewachsen. Schade, dass nach diesen beiden Auftritten mit Tom Holland schon wieder ein neuer Spider-Man folgte: 7/10 Punkte.

The Amazing Spider-Man (2012)

Aktualisierung: Ich habe „The Amazing Spider-Man“ am 8. Juni 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem relativ entspannten Samstag, an dem ich mich wieder einmal an einen längeren Lauf versucht habe, war meine Hoffnung abends lange wach zu bleiben nicht sonderlich groß. Also habe ich mit „The Amazing Spider-Man“ zum zweiten Mal einen 3D-Film in den Player geschoben. Der Vorteil: Man kann sich nicht hinlegen, was die Chancen den gesamten Film zu sehen deutlich erhöht. Lacht nicht. Auch ihr kommt noch in mein Alter… 😉

The Amazing Spider-Man (2012)

The Amazing Spider-Man (2012) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ist ein Reboot nach nur 5 Jahren sinnvoll?

Mich hat der Reboot des Franchises nur fünf Jahre nach „Spider-Man 3“ nie wirklich gereizt. Ich mochte Tobey Maguire in der Rolle des Peter Parker und gerade „Spider-Man 2“ ist bis heute einer meiner liebsten Superheldenfilme. Warum also so schnell  eine Neuauflage? Wie vermutlich die meisten Filmfans wissen, hängt es mit den Rechten zusammen. Inzwischen haben Sony und Disney sogar einen richtigen Deal ausgehandelt, so dass unsere freundliche Spinne aus der Nachbarschaft nun ganz offiziell bei den Avengers mitspielen darf. Bis zum dritten Reboot dauerte es folglich also nur drei Jahre. Um es kurz zu machen: Mir war das alles zu doof und ich dachte stets, ich bräuchte keinen neuen Spider-Man. Sollte ich damit falsch gelegen haben?

Tatsächlich muss ich nach der Sichtung gestehen, dass „The Amazing Spider-Man“ gar großartige Unterhaltung bietet. Andrew Garfield passt wunderbar in diese Rolle (auch wenn er für Peter Parker ein wenig zu cool ist) und Marc Webbs (u.a. Regisseur von „(500) Days of Summer“) Inszenierung bringt die Spinnen-Action auch gekonnt auf ein neues Level. Es macht einfach Spaß dem sympathischsten Superhelden zuzusehen, wie er Gangster vermöbelt, durch Straßenschluchten schwingt (besonders in 3D) und dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Da stört es auch kaum, dass der Bösewicht ein wenig zu klischeehaft ist und man die Handlung in abgewandelter Form schon einmal gesehen hat.

Fazit

Ich bin froh, nun auch den (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen Spider-Man kennengelernt zu haben. Die modernisierte Origin-Story funktioniert perfekt und ich bin jetzt schon gespannt, wie mir „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ gefallen wird, über den man ja die verschiedensten Meinungen liest. Manchmal muss man seine Vorurteile fallen lassen und wird dann mit einem wirklich gelungenen Filmerlebnis belohnt. Ein klasse Auftritt: 8/10 Punkte.

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten – OT: Valerian and the City of a Thousand Planets (2017)

Gestern Abend hatten wir sturmfrei. Die Kinder waren bei den Großeltern und wir konnten tun und lassen was wir wollten. Natürlich haben wir die Gelegenheit ergriffen, sind lecker essen gegangen und danach ins Kino. Einzig die Wahl des Films gestaltete sich als schwierig, denn so richtig interessante Filme liefen leider nicht. „The Circle“ reizt mich zwar durchaus, doch leider sind die Kritiken alle vernichtend. Dann lieber irgendwann das Buch. Schließlich haben wir uns aufgrund mangelnder Alternativen für „Valerian: Die Stadt der tausend Planeten“ entschieden. Dieser sollte dank IMAX 3D und Dolby Atmos immerhin audiovisuell beeindruckend sein. Ob das gereicht hat?

Valerian: Die Stadt der tausend Planeten (2017)

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