Auslöschung – OT: Annihilation (2018)

Gestern war für mich der große Area-X-Tag: Nicht nur habe ich mit „Acceptance“ Jeff VanderMeers Trilogie zu Ende gelesen, ich habe am Abend auch noch Alex Garlands Verfilmung „Auslöschung“ nachgeholt. Da der Film hierzulande bisher nur bei Netflix läuft, hatte ich mir bereits im Juni 2018 die US-Blu-ray importiert. Gut ein halbes Jahr später war es endlich soweit – gerade noch knapp vor dem 14. März, an dem auch bei uns der Film offiziell auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird…

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Area X nach Schema F?

Bereits im Vorfeld der Sichtung war mir bewusst, dass Alex Garland („Ex Machina“) mit „Annihilation“ keine werksgetreue Adaption der Vorlage angestrebt hat, sondern eher eine Widerspiegelung seiner subjektiven Eindrücke, die er beim Lesen des ersten Teils der Southern-Reach-Trilogie hatte. Die wichtigsten Elemente finden sich somit auch im Film wieder: Die Frauengruppe rund um die Biologin (gespielt von Natalie Portman), das mysteriöse Gebiet Area X, die Southern-Reach-Organisation, die seltsam mutierte Natur, der Leuchtturm usw. Rein vom Setting und der Atmosphäre her hat Alex Garland die Vorlage ziemlich perfekt getroffen und es war für mich eine große Freude, zusammen mit den Wissenschaftlerinnen Area X zu erkunden.

Die wirklich abgefahrenen Elemente wiederum, welche die Vorlage so besonders machen, haben es dagegen nicht in den Film geschafft. Ich denke hier speziell an die  topographische Anomalie und den Crawler, welche für mich den Kern der Mysterien rund um Area X darstellen. Für mich fehlt hier ein Kernelement der Geschichte, selbst wenn alles andere ziemlich gut getroffen wurde. Ich musste hierbei an die Verfilmung von „Relic: Museum der Angst“ denken, bei der auch der Hauptcharakter der Vorlage aus der Adaption gestrichen wurde. Garland konzentriert sich in seiner Version komplett auf die Entstehung der Doppelgänger, was auch ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist, aber eben nur einer unter vielen. Schade.

Down the Rabbit Hole

Ich habe im Vorfeld viel über die Kontroverse mitbekommen, die der Veröffentlichung des Films auf Netflix vorausging. Nachdem ich gestern erst „Acceptance“ fertig gelesen hatte, konnte ich den Gedanken des Studios auch nachvollziehen, dass das große Kinopublikum wohl so seine Schwierigkeiten mit dem Stoff haben würde. Nach der Sichtung des Films kann ich aber nur sagen: WTF? Von all den Andeutungen und vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten bleibt im Film nichts übrig. Es ist ziemlich eindeutig, wie sich die Handlung entwickelt und was mit den Charakteren passiert. Nichts, was genreverwandte Filme nicht schon ähnlich gemacht hätten. Wenn die scheinbare Komplexität des Stoffes tatsächlich der Grund des Studios gewesen sein sollte, den Film nicht in die Kinos zu bringen, dann gute Nacht, große Leinwand.

Fazit

Auch wenn ich es bemerkenswert finde, wie konsequent Alex Garland den Stoff heruntergebrochen und das Drehbuch auf wenige Elemente eingedampft hat, so finde ich es doch extrem schade, dass etliche Kernaspekte fehlen. Mir ist durchaus bewusst, dass eine 1:1-Adaption nicht möglich gewesen wäre, doch eine echte Trilogie, die sich auf die drei ineinander verschachtelten Haupterzählebenen der Vorlage beschränkt, das hätte ich famos gefunden. Dennoch ist die Atmosphäre von Area X perfekt getroffen und ich mag Natalie Portman in ihrer Rolle sehr. Für sich genommen ein großartiger Sci-Fi-Schocker, als Adaption nur bedingt gelungen: 8/10 Punkte.

Jurassic World: Das gefallene Königreich – OT: Jurassic World: Fallen Kingdom (2018)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ am 25. Dezember 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Heute habe ich endlich „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ nachgeholt. Kaum zu glauben, dass inzwischen selbst die Fortsetzungen meiner liebsten Filmreihen lange ungesehen im Regal stehen. Ob das der momentan überwältigenden Konkurrenz, der knappen Zeit oder der abnehmenden Qualität geschuldet ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) | Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

B-Movie-Drehbuch mit Big-Budget-Umsetzung

Auf „Jurassic World“ war ich damals so heiß, dass ich ihn sogar im Kino gesehen habe. Zwar wurde ich gut unterhalten, doch so ganz wollte der Funke nicht überspringen. Bei der Wiederholungssichtung im Heimkino war ich dagegen recht angetan. Nun also die erste Fortsetzung des soften Reboots. Der Trailer hat mich damals ziemlich enttäuscht, doch auf Regisseur J.A. Bayona halte ich nach „Das Waisenhaus“, „The Impossible“ und „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ziemlich große Stücke. Vielleicht kann aus „Jurassic World: Fallen Kingdom“ doch mehr werden als die zu erahnende Handlung vermuten lässt?

Leider kann auch die stimmungsvolle Inszenierung J.A. Bayonas den Film nicht vor seinem hanebüchenen Drehbuch retten. Vor 20 Jahren wäre so etwas mit Gummipuppen und Udo Kier als Bösewicht im Direct-to-Video-Regal verramscht worden. Wirklich unfassbar, wie wenig Mühe in die Geschichte und die Charaktere geflossen ist. Dabei hat der Film durchaus ein paar tolle Ansätze, doch gehen diese im viel zu vollgestopften und unausgegorenen Skript völlig unter. Puh. Das hat kaum noch etwas mit dem Original-Franchise zu tun und selbst der strukturelle Aufbau, der sich natürlich an „The Lost World: Jurassic Park“ orientiert, wirkt in seiner repetitiven und zwanghaft modernisierten Art und Weise selbst wie ein missglückter Klon der Vorlage.

Dino-Grusel trifft auf das Ende der Welt

Speziell die erste Stunde hat mich mit ihrer Formelhaftigkeit, die sich oftmals an die bestehenden Filme anbiedert, gelangweilt. Danach wird es interessanter, doch mag die zwanghaft neuartige Inszenierung als Gruselfilm nicht wirklich zum Franchise passen. Der Ausblick auf Endzeit mit Dinos weckt dagegen die Lust auf einen weiteren Teil. Dann aber bitte mit einem besseren Drehbuch. Ohne noch mehr Gen-Monster oder Gen-Töchter. Dafür mit mehr Charakteren und einem Gefühl für die Stimmung der bisherigen Filmreihe, denn diese wird hier leider so gut wie nie getroffen.

Fazit

Leider hat mich „Jurassic World: Fallen Kingdom“ doch ziemlich enttäuscht. Er hatte ein paar unterhaltsame Actionszenen und Ideen, aber oftmals wirkte die Geschichte einfach daneben. Letztendlich bleibt ein absolut durchschnittlicher Monsterfilm übrig, was für einen Film dieses Kalibers leider nicht als Lob zu verstehen ist: 5/10 Punkte.

Avengers: Infinity War (2018)

Aktualisierung: Ich habe „Avengers: Infinity War“ am 27. Dezember 2019 und am 21. September 2024 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ich habe es endlich getan. Nachdem die Filmwelt bereits vor einem Jahr über Marvels „Avengers: Infinity War“ ausgeflippt ist, habe ich das große Finale (oder zumindest den ersten Teil davon) auch endlich gesehen. Ob der Film wirklich so diskussionswürdig ist, wie es teils den Anschein hatte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Marvel dreht den Bombast einfach mal auf 11

Wow, es ist wirklich beeindruckend, was die Russo-Brüder (zuletzt verantwortlich für „Captain America: Civil War“) hier auf die Beine gestellt haben. Dabei meine ich weder die bombastische Action, noch das ach so schockierende Finale. Nein, ich spreche davon, dass wirklich alle bisherigen Charaktere des Marvel Cinematic Universe (MCU) ihren großen Auftritt haben und keiner wirklich zu kurz zu kommen scheint. Natürlich werden Schwerpunkte gesetzt, doch insgesamt empfand ich diesen Aspekt als sehr ausgewogen. Ebenso gut hat mir Thanos als Bösewicht gefallen. Nach den Trailern hatte ich eher vermutet, dass er ein wenig lächerlich wirkt, doch er war für mich bisher mit der stärkste Bösewicht des MCU.

Am besten hat mir die erste Hälfte des Films gefallen, da hier das Abenteuer im Vordergrund stand, wohingegen „Avengers: Infinity War“ in seiner zweiten Hälfte – welch eine Überraschung! – eher zum reinen Spektakel verkommt. All das ist zwar wunderbar unterhaltsam inszeniert, wirkt in seiner Geballtheit aber fast ein wenig ermüdend. Außerdem: Hatten wir nicht erst einen Kampf vor den Toren Wakandas?

Das schockierende Finale… (Spoiler)

…ist überhaupt nicht schockierend. Schließlich befinden wir uns in einer Comic-Welt, in der andauernd Helden sterben und zurückkehren. Das Auflösen in CGI-Partikel hat auf mich zudem weit weniger emotional gewirkt, als wenn ganz einfach ein echter Körper zurückgeblieben wäre. Da hatte ich mir tatsächlich mehr Dramatik erwartet. So wirkt alles doch sehr nach: „Wir drehen im nächsten Film noch einmal an der Zeitschraube und alles ist wieder wie davor. Zauberei!“ Ich finde das nicht weiter schlimm (wie gesagt befinden wir uns in einer Comic-Welt), aber entsprach das tatsächliche Finale für mich nicht der überzogenen Fan-Reaktion. Vermutlich hätte ich es besser wissen müssen. Perfektes Marvel-Marketing eben.

Fazit

Ja, „Avengers: Infinity War“ ist tatsächlich ein bombastisches Filmvergnügen und ein beeindruckender Blockbuster. Er zählt für mich auch zu den gelungensten Filmen des Franchises, doch einen wirklich besonderen Stellenwert besitzt er für mich nicht. Extrem unterhaltsam (unfassbar, wie schnell die zweieinhalb Stunden vergangen sind), aber letztendlich doch nur ein weiteres, typisches Marvel-Vehikel: 8/10 Punkte.

Paddington (2014)

Nachdem ich heute morgen recht lange Schnee geschaufelt habe, hatte ich mich am Nachmittag auf das erste Schlittenfahren des Jahres gefreut. Leider hat es dann jedoch geregnet und der Plan ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser gefallen. Also habe ich die Kids gepackt und wir haben den Nachmittag zu dritt im Hallenbad verbracht. Als wäre das noch nicht genug gewesen, wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Trotz Forderung der Fortsetzung unserer „Asterix“-Reihe, haben wir uns letztendlich auf „Paddington“ geeinigt. Ob das eine gute Wahl wahr, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Paddington (2014) | © STUDIOCANAL

Ist „Paddington“ der perfekte Kinderfilm?

Ich muss zugeben, dass ich – von ein paar typischen Illustrationen einmal abgesehen – bisher noch keinen Berührungspunkt mit „Paddington“ hatte. Da ich aber so viel Gutes über den Film gehört hatte, wollte ich ihn unbedingt sehen. Am besten natürlich mit der ganzen Familie. Der Zwergofant war leider nur am Anfang dabei. Das Erdbeben samt Tod des Onkels war zuviel für ihn. Er ist bei so etwas immer noch unglaublich sensibel und hat den restlichen Film lieber aus sicherer Distanz („Papa, was ist jetzt passiert?“) verfolgt. Das Zappelinchen dagegen war voll dabei und hat den Bären samt Ersatzfamilie sofort ins Herz geschlossen. Genauso ging es auch meiner Frau und mir. Gerade Paddingtons herrlich mutige, naive und tollpatschige Natur ist wahrlich großartig getroffen.

Neben Paddington selbst, weiß vor allem Familie Brown zu überzeugen. Die Mutter wird von Sally Hawkins gespielt und nach „The Shape of Water“ ist sie mir bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit sehr positiv aufgefallen. Übrigens gibt es in beiden Filmen ein irrwitzig überschwemmtes Badezimmer. Das jedoch nur am Rande. Ein weiterer Star ist die detailreiche und liebevolle Ausstattung des Films. Es wurden bereits Vergleiche zu Wes Anderson gezogen, was ich durchaus nachvollziehen kann. „Paddington“ hat aber mehr Herz und wirkt weit weniger artifiziell. Dennoch hat Paul King sein Werk wunderbar kunstvoll inszeniert, wodurch er sich zweifellos von anderen Kinderfilmen abhebt.

Fazit

„Paddington“ ist wahrlich ein wundervolles Filmerlebnis für die (fast) komplette Familie. Einzig Nicole Kidmans Bösewichtin empfand ich als etwas zu klischeehaft. Das hat dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch getan und ich freue mich nun schon extrem auf „Paddington 2“ – zumindest wenn wir den Zwergofant dazu überreden können: 8/10 Punkte.

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit – OT: Bill & Ted’s Excellent Adventure (1989)

Der letzte lange Urlaubsabend, der vorerst letzte Film. Doch welchen? Nachdem im Keanu-Reeves-Podcast von Radio Nukular erst wieder meine Erinnerungen an „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ aufgefrischt wurden, hatte ich enorm Lust darauf, nach langer Zeit einmal wieder nach San Dimas zurückzukehren. Ob der Film heute noch genauso gut funktioniert, wie in meinen eigenen Jugendjahren?

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) | © STUDIOCANAL

Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) | © STUDIOCANAL

Bunt ist das Dasein und granatenstark!

Kaum ein zweiter Film hat bei uns damals so eingeschlagen, wie „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“. Die Dialoge sind in den täglichen Sprachgebrauch übergegangen: „Volle Kanne, Hoschi!“ wurde zum geflügelten Wort und wir haben einzelne Szenen über das normale Maß hinaus zitiert. Umso ungewöhnlicher war es heute auch für mich, die Originalfassung des Films zu hören. Diese ist nicht minder gelungen, aber in ihrer Albernheit doch etwas zurückgenommen. Dafür funktionieren etliche Wortspiele deutlich besser, was der Natur der Sache geschuldet ist. In meinem Herzen werden Bill und Ted aber immer alle als Hoschi bezeichnen.

Volle Kanne, Hoschi!

Die Geschichte ist extrem simpel, wird aber dennoch durch etliche Zeitreiseparadoxen aufgewertet, welche mit viel Humor in die Geschichte eingearbeitet wurden. Auch wissen die exzellenten Abenteuer an sich zu überzeugen, denn mit Bill und Ted stolpern zwei zwar völlig ignorante und doch grundsympathische Helden durch die bunte Weltgeschichte. Ich hätte übrigens nicht sagen können, ob „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ oder „Wayne’s World“ die erste große Rock-Komödie war. Beide Filme besitzen für mich eine ähnliche Atmosphäre und es freut mich, dass unsere beiden Hoschis noch vor Wayne und Garth die alberne Rock-Komödie in den Mainstream gebracht haben (so sehr ich auch „Wayne’s World“ liebe).

Der zweite Teil „Bill und Ted verrückte Reise in die Zukunft“ befindet sich seit heute übrigens auch endlich in meiner Sammlung (diesen werde ich dann aber ohne meine Frau anschauen müssen):

Die aus heutiger Sicht trashigen Effekte unterstreichen die Wirkung des Films inzwischen umso mehr. Wirklich sehr unterhaltsam. Ich hatte auch nicht mehr in Erinnerung, dass der Film in der letzten halben Stunde so komplett abdreht: Die Reinigung des Hauses und Napoleon im Erlebnisbad sind einfach herrlicher Schwachsinn!

Fazit

Ja, mich hat „Bill & Ted’s Excellent Adventure“ heute noch genauso so gut unterhalten wie damals. Der Film ist so sehr ein Produkt seiner Zeit, dass man ihn auch wunderbar als Zeitdokument betrachten kann, inklusive seiner Schwächen. Für mich überstrahlen der Humor, die Schauspieler und ja, auch die Zeitreisegeschichte alles andere. Einer meiner großen persönlichen Klassiker: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Der Flug des Navigators – OT: Flight of the Navigator (1986)

Langsam aber sicher muss ich der Tatsache ins Auge sehen, dass sich der Urlaub dem Ende neigt. Und nicht nur ich, auch meine Familie. Bis es jedoch soweit ist, stehen uns noch ein paar entspannte Tage ins Haus und ich möchte, so die Abende nicht bereits anderweitig verplant sind, noch möglichst viele Filme sehen. Heute habe ich mich für „Der Flug des Navigators“ entschieden, den ich als Kind geliebt (und ein wenig gefürchtet) habe. Warum lest ihr in der folgenden Besprechung…

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Der Flug des Navigators (1986) | © Splendid Film

Auf den Spuren von „E.T. the Extra-Terrestrial“

Es gibt ein paar Sci-Fi-Filme, die nach dem Erfolg von „E.T. the Extra-Terrestrial“ produziert wurden. Neben „Der Flug des Navigators“ kann ich mich auch noch an „Explorers: Ein phantastisches Abenteuer“ erinnern. Beide Filme habe ich sogar vermutlich noch vor dem Original kennengelernt. Auch „Invasion vom Mars“ fällt in diese Zeit des (mehr oder weniger) kindgerechten Sci-Fi-Nachmittagsprogramms. Neben dem Design des Raumschiffs hat sich mir vor allem die doch recht düstere Geschichte ins Gedächtnis eingebrannt. Ich weiß, dass ich den Film nicht immer sehen wollte, weil mir Davids Schicksal – auch wenn es natürlich ein Happy-End gibt – sehr nahe ging. Getrennt von der Familie. Als Kind das Schlimmste.

Aus heutiger Sicht kann ich den eher düsteren Verlauf der Geschichte zu schätzen wissen. Dafür wirken die eher actionreichen Szenen in zweiten Filmhälfte ein wenig albern. Speziell das frühe CGI ist natürlich in die Jahre gekommen. Dafür besitzt der Look der Innenausstattung samt seiner Kreaturen und Max immer noch viel Charme. Ansonsten musste ich bei der Stimmung des Films an einen recht modernen Genre-Kollegen denken: „Midnight Special“, in dessen Besprechung ich damals bereits die Verbindung zu „Der Flug des Navigators“ gemacht hatte.

Fazit

Auch wenn „Der Flug des Navigators“ nicht an das große Sci-Fi-Vorbild der 80er Jahre herankommt, so ist der Film doch ein famoses Jugendabenteuer, das auch vor düsteren Themen nicht zurückschreckt. Der Film hat mich heute noch so fasziniert wie damals und ich habe ihn bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen: 8/10 Punkte.

Chihiros Reise ins Zauberland – OT: Sen to Chihiro no Kamikakushi (2001)

Ach, du schöne Urlaubszeit! Beinahe eine Woche ist schon vorüber und gerade die Feiertage vergehen irrsinnig schnell. Immer gibt es etwas zu tun, selbst die Geschenke liegen noch unangetastet unter dem Baum. Dennoch habe ich mir heute die Zeit für einen Film genommen und „Chihiros Reise ins Zauberland“ in den Player geschoben. Ob der Anime-Klassiker die richtige Wahl für die Weihnachtstage war?

Chihiros Reise ins Zauberland (2001) | © Universum Film GmbH

Chihiros Reise ins Zauberland (2001) | © Universum Film GmbH

Schwestern im Geiste: Alice, Dorothy und Chihiro

Meine letzte Sichtung des Studio-Ghibli-Erfolgs liegt bestimmt schon 15 Jahre zurück. Beim Gedanken daran ist mir auch erst klar geworden, dass der Film selbst schon 17 Jahre auf dem Buckel hat. Man sieht ihm kein einziges davon an. Durch den wunderbar klassischen Animationsstil wirkt „Chihiros Reise ins Zauberland“ frisch wie am ersten Tag. Gerade auf Blu-ray kommt das farbenfrohe Bild wunderbar zur Geltung. Ein audiovisuelles Kunstwerk, das mich in jeder einzelnen Szene enorm beeindruckt hat. Selbst die sparsam eingesetzten 3D-Animationen fügen sich nahtlos ein und geben besonderen Momenten noch mehr Tiefe. Ganz viel Liebe dafür.

Auch inhaltlich weiß „Chihiros Reise ins Zauberland“ zu überzeugen: Im Grunde erleben wir eine phantastische Coming-of-Age-Geschichte, die an andere Klassiker, wie „Alice im Wunderland“ oder „Der Zauberer von Oz“, erinnert. Aufgrund des starken Bezugs auf die japanische Mythologie, war ich mir nie sicher, welche Elemente eine zweite Bedeutungsebene aufweisen und welche die Geschichte einfach nur um phantastische Figuren und Schauplätze erweitern. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn der Film funktioniert auch wunderbar, wenn wir Zuschauer uns die Lücken in der Erzählung denken bzw. eigene Interpretationen finden. Vielleicht sogar noch besser.

Fazit

Auch wenn ich bis heute noch nicht sonderlich viele Filme von Hayao Miyazaki gesehen habe, so ist mir „Chihiros Reise ins Zauberland“ dennoch bereits sehr ans Herz gewachsen. Ein unfassbar fantasievoller, liebevoller und großartig gestalteter Film, der seinen Status als Ausnahmewerk zurecht trägt: 9/10 Punkte.

Small Soldiers (1998)

Welcher Film soll kurz vor Weihnachten noch in den Player wandern? Die Auswahl an in diesem Jahr noch nicht gesehenen Weihnachtsfilmen wäre groß gewesen und doch habe ich mich für „Small Soldiers“ entschieden. Warum das eine gute Entscheidung war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Small Soldiers (1998) | © Koch Media GmbH

Wenn „Gremlins“ auf „Toy Story“ trifft…

…dann dürfte das Ergebnis ziemlich nahe an „Small Soldiers“ dran sein. Man merkt von der ersten Sekunde, dass es sich hierbei um einen Film von Joe Dante handelt. Der Vater der „Gremlins“ treibt seine satirischen Querschläge hier auf die Spitze und geht dabei erneut nicht sonderlich subtil vor. Der Film wirkt somit über weite Strecken wie eine weitere Fortsetzung von „Gremlins“, was jedoch nur einen Teil der Geschichte ausmacht. Der andere erinnert eher an Jugendabenteuer à la Spielberg, was für die späten 90er Jahre eher ungewöhnlich erscheint. Die Mischung funktioniert nicht immer, doch mir waren beide Aspekte sehr sympathisch.

Man merkt dem Drehbuch an, dass man sich teils wohl bewusst zurückgehalten hat. Die Geschichte besitzt zwar düstere Anklänge, doch richtig dramatisch wird es für die menschlichen Figuren nie. Auch wenn die Unentschlossenheit, was den Ton der Geschichte angeht, teils unangenehm auffällt, so wurden die technischen Aspekte grandios gemeistert. Die Mischung aus praktischen Effekten und CGIs funktioniert auch heute noch tadellos. Vermutlich auch, weil die gerenderten Elemente tatsächlich aus Plastik sein sollen. Auch die abgehackt wirkende Animation passt perfekt zum Thema Spielzeug. Aus technischer Hinsicht wirklich sehr gut gealtert.

Fazit

Ich finde es schade, dass „Small Soldiers“ kein größerer Hit wurde. Auch wenn er kein perfekter Blockbuster ist, so würde ich ihm doch einen gewissen Kultstatus nicht absprechen. Vielleicht ist er ein paar Jahre zu spät gekommen. So oder so kann man sich diese „Gremlins“-Variante auch heute noch sehr gut anschauen: 8/10 Punkte.

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen – OT: Percy Jackson: Sea of Monsters (2013)

Nachdem die letztwöchige Sichtung des Vorgängers nicht sonderlich entspannt verlaufen ist, habe ich mich heute umso mehr auf einen gemütlichen Filmabend mit „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ gefreut. Ob die zweifelsfrei besseren Rahmenbedingungen dem Film zuträglich waren?

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen (2013) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen (2013) | © 20th Century Fox

Auf der Suche nach dem Goldenen Vlies

„Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“ ist eine typische Fortsetzung. Nachdem die Origin-Geschichte erzählt ist, kann der Film von Anfang an auf Tempo setzen und hält sich nicht lange mit Erklärungen auf. Dennoch wird die Mythologie mehr oder minder sinnvoll erweitert, woraus sich ein weiteres Quest für Percy Jackson und seine Mitstreiter ergibt. Das wirkt alles noch gehetzter und temporeicher erzählt als bereits der Vorgänger, was der Unterhaltung allerdings keinen Abbruch tut.

Mein Highlight war zweifelsfrei Nathan Fillion als Götterbote Hermes, der in einem Nebensatz über zu früh abgesetzte TV-Serien lamentieren darf. Herrlich! Mit Anthony Head gibt es einen zweiten Joss-Whedon-Alumni, der Pierce Brosnan als Zentaur ersetzt. Überhaupt ist es wieder eine Freude, die viele Versatzstücke, die teils an „James Bond“ und teils an „Indiana Jones“ erinnern, in Kombination zu erleben. Das funktioniert nicht immer wirklich gut, aber zumindest bleibt der Film dadurch spaßig.

Fazit

Im Vergleich zum Vorgänger ist alles noch mehr auf cool getrimmt und die Handlung noch ein wenig alberner. Doch ich mochte den Film und fand ihn sympathisch. Wer also bereits „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ mochte, der dürfte auch am zweiten Teil Gefallen finden: 6/10 Punkte.

Asterix: Sieg über Cäsar – OT: Astérix et la Surprise de César (1985)

Weiter geht es mit der Filmreihe rund um die widerborstigen Gallier: Da die Frau heute zur ersten Weihnachtsfeier des Jahres ausgeflogen ist, haben wir die Gelegenheit genutzt und „Asterix: Sieg über Cäsar“ in den Player geschoben. Ein weiterer Filmabend, auf den sich speziell zwei Zuschauer sehr gefreut haben…

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Asterix: Sieg über Cäsar (1985) | © STUDIOCANAL

Obelix im Liebestaumel

Es ist wirklich erstaunlich: Wenn man die Asterix-Filme am Stück schaut, kann man regelrecht mit ansehen, wie sich die Technik weiterentwickelt. War der direkte Vorgänger „Asterix erobert Rom“ teils noch recht experimentell in seiner Inszenierung, so wirkt der neun Jahre später entstandene „Asterix: Sieg über Cäsar“ fast schon zu professionell. Die Hintergründe, Figuren und Animationen sehen allesamt absolut hochwertig aus und wissen zu begeistern. Dennoch habe ich ein wenig den ungestümen Charme des vorangegangenen Films vermisst.

Auch was die Geschichte angeht, kann „Asterix: Sieg über Cäsar“ leider nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten. Mir war der Fokus auf Falbala und Tragicomix zu groß. Dennoch macht es unglaublich viel Spaß, Asterix und Obelix bei ihrem kurzen Einsatz in der Fremdenlegion und der Erkundung Roms zu begleiten. Auch Idefix bekommt endlich einen größeren Auftritt, was für die Kinder zu den spannendsten Momenten geführt hat. Mir selbst waren noch etliche Szenen im Kopf, wenngleich ich diesen Film in meiner eigenen Kindheit auch nicht wirklich oft gesehen habe.

Fazit

Wer die Asterix-Reihe liebt, wird auch mit „Asterix: Sieg über Cäsar“ viel Freude haben. Gerade audiovisuell ist der Film ein Schmaus – und es gibt endlich das Titellied, das ich bei den vorherigen Filmen vermisst habe. Ein echter Ohrwurm. Der nächste Film „Asterix bei den Briten“ ist mir wieder besser im Gedächtnis. Hierfür gibt es jedoch erst einmal völlig verdiente 8/10 Punkte.