Ralph reichts – OT: Wreck-It Ralph (2012) (WS1)

Schon wieder ist eine Woche zu Ende. Eine durchaus turbulente Woche. Eine Woche mit zu wenig Schlaf und zu viel Kopfkino. A propos Kino: Zeit für einen Filmabend! Nachdem das Zappelinchen und ich schnell ein paar Flammkuchen gezaubert hatten, habe ich „Ralph reichts“ in den Player geschoben, der mich bei der Erstsichtung ziemlich begeistert hatte. Da der Zwergofant momentan im Gaming-Fieber ist, schien mir das die perfekte Wahl zu sein… 🎮🕹

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Ein zeitgemäßes Abenteuer mit Herz

Als mir klar wurde, dass „Ralph reichts“ aus dem Jahr 2012 ist, und damit schon 10 Jahre auf dem Buckel hat, bin ich mir plötzlich ziemlich alt vorgekommen. Kann das wirklich sein? In meinem Kopf ist er noch topaktuell und ich habe ihn doch auch erst vor zwei Jahren gesehen, oder etwa nicht? Tatsächlich liegt auch meine letzte Sichtung bereits 9 Jahre zurück. Schon verrückt, wie das so ist mit der zeitlichen Wahrnehmung. Auch heute wirkt „Ralph reichts“ noch sehr aktuell, was vermutlich am weiterhin konstanten Bestehen der Retrowelle liegt. Pixelgrafik altert einfach gut und ja, diese fängt Rich Moores (u.a. „Zoomania“) Animationsabenteuer gekonnt ein.

Neben den unzähligen Anspielungen (ich habe mich besonders über den Konami-Code gefreut), steht tatsächlich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft im Zentrum, welche auch den emotionalen Kern des Films bildet. Dieser Aspekt hat mir wieder sehr gut gefallen. Die wilde Action mit all ihren audiovisuellen Verweisen war mir dagegen fast etwas zu viel. Das liegt natürlich nicht an meinem inzwischen schon fortgeschrittenen Alter, sondern dass ich einfach recht müde war von der Woche. Davon abgesehen hatte ich aber wieder enorm viel Spaß mit Ralph, Vanellope, Felix und Co. in ihrer kunterbunten Arcade-Welt.

Fazit

Bei meiner ersten Sichtung war ich noch etwas begeisterter von „Ralph reichts“. Vielleicht weil ich noch nicht wusste, was auf mich zukommt? Vielleicht weil ich noch fast 10 Jahre jünger war? Vielleicht lag es aber auch nur an der Tagesform. Dennoch hatte ich viel Spaß mit dem Film und die Kinder noch mehr. Erstaunlicherweise war das Zappelinchen noch begeisterter als der Zwergofant. Auf die Fortsetzung freuen wir uns alle auf jeden Fall sehr: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Elliot, der Drache – OT: Pete’s Dragon (2016)

Glücklicherweise ist diese Woche vorbei. Ich fühle mich so ausgelaugt wie schon lange nicht mehr. Somit habe ich mich mindestens ebenso sehr wie die Kinder auf den heutigen Filmabend gefreut, für den ich „Elliot, der Drache“ ausgewählt habe. Eine dieser typischen Disney-Realverfilmungen, könnte man zumindest meinen. Die Wahrheit ist jedoch viel wunderbarer… 🐉

Elliot, der Drache (2016) | © Walt Disney

Elliot, der Drache (2016) | © Walt Disney

Klassisch und kunstvoll: Familienkino fürs Herz

Regisseur David Lowery ist eher für Arthouse-Filme bekannt. Ungewöhnlich also, dass er hier ein Disney-Remake angeht. Aber das haben ja bereits etliche bekannte Regisseure gemacht, vermutlich auch um ihre kleineren Projekte zu finanzieren. Tatsächlich ist „Elliot, der Drache“ aber kein Remake des Disney-Films „Elliot, das Schmunzelmonster“, sondern eigenständiger Film, der lediglich das Grundthema (Waisenkind freundet sich mit Drache an) aufgreift. Wenn ich an die 1977er Version denke, dann kommen mir das Fischerdorf Passamaquoddy und die bösen Gogans in den Sinn. Den Film habe ich gar nicht so oft gesehen, doch das Hörspiel unzählige Male gehört. Ein Teil meiner Kindheit. Ein wirkliches Remake hätte ich mir nicht vorstellen können. David Lowerys Ansatz, eine komplett neue Geschichte zu erzählen, fand ich deshalb großartig.

„Elliot, der Drache“ spielt in den frühen 1980er Jahren, was dem Film ein ganz eigenes Flair verleiht. Er wirkt beinahe ein wenig aus der Zeit gefallen und deshalb auch zeitlos. Mich hat er an Samstagnachmittagsfilme, wie sie im Disney Club ausgestrahlt wurden, erinnert: Ein Kind freundet sich mit einem Tier an. Hier ist es eben nur ein Drache. Trotz der wirklich guten Drachen-CGI wirkt „Pete’s Dragon“ sehr naturalistisch inszeniert. Weit ab von bunt und knallig, wie viele andere Disney-Filme der Neuzeit. Die Geschichte selbst ist wenig spektakulär und setzt sich eher aus bekannten Versatzstücken zusammen. Aber sie besitzt unglaublich viel Herz und geht deshalb auch zu Herzen. Am Ende musste ich die eine oder andere Träne verdrücken. Damit hat der Film definitiv etwas bei mir ausgelöst. Einfach schön.

Fazit

Auch wenn „Elliot, der Drache“ kein finanzieller Erfolg war und im Disney-Kanon wohl auch keine große Rolle spielt, so habe ich den Film sehr gemocht. Er erzählt eine kleine Geschichte, die ans Herz geht und wunderbar klassisch und nah an den Figuren dran inszeniert wurde. Hat mich sehr gut unterhalten und die Kinder waren beide extrem begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Jim Knopf und die Wilde 13 (2020)

Die erste Arbeitswoche des Jahres liegt hinter mir. Es war schön, einige Kolleg*innen wieder live zu sehen und doch hat es sich angefühlt, als hätte man locker drei Wochen aus den fünf Tagen machen können. Zudem rückt Corona näher, gerade die Zahlen der positiven Fälle aus den Schulen sind erschreckend. Somit haben wir uns alle auf einen entspannten Filmabend gefreut, an dem ich „Jim Knopf und die Wilde 13“ in den Player geschoben habe… 🚂🧜‍♀️

Jim Knopf und die Wilde 13 (2020) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Jim Knopf und die Wilde 13 (2020) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine herrliche Fortsetzung für die ganze Familie

Der erste Teil „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ war mir noch gut im Kopf, auch wenn die Sichtung bereits ein halbes Jahr zurückliegt. Somit habe ich mich bei der Rückkehr nach Lummerland schnell heimisch gefühlt und mich zugleich auf ein neues Abenteuer gefreut. Auch dieses war für mich nicht neu, ist mir doch die Adaption der Augsburger Puppenkiste bestens bekannt. Dennoch konnte ich mich an den genauen Ablauf der Geschichte nicht mehr erinnern. Die Struktur des Films ist recht ähnlich zum ersten und doch gibt es genügend neue Schauplätze und Figuren, dass keine Langeweile aufkommt. Ich mochte das alles wieder sehr gerne.

Die Inszenierung ist absolut hochwertig und teils durchaus auf Hollywood-Niveau. Sehr beeindruckend für einen deutschen Kinderfilm. Dadurch besitzt auch „Jim Knopf und die Wilde 13“ etwas Episches, das an große Fantasy-Filme erinnert. Dennoch bleibt es im Kern ein Kinderfilm, in dem jede Figur einfach nur gut zueinander ist. Selbst die gar nicht so bedrohlichen Bösewichte. Das mag für Erwachsene naiv wirken, doch ist des so herzlich inszeniert, dass es eine Freude ist.

Fazit

Auch „Jim Knopf und die Wilde 13“ bietet famose Familienunterhaltung. Die Inszenierung ist beeindruckend und die Geschichte samt Figuren liebevoll ausgestaltet. Wahrlich perfekt für einen Filmabend mit der ganzen Familie: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Ron läuft schief – OT: Ron’s Gone Wrong (2021)

Nach einem entspannten zweiten Feiertag, an dem wir mit der Patin des Zwergofanten einem EXIT-Game entkommen sind, wollten die Kinder abends unbedingt noch einen Film schauen. Da ja Ferien sind, hatte ich dem wenig entgegenzusetzen und somit gab es heute mit „Ron läuft schief“ direkt den nächsten Filmabend. Der Animationsfilm aus dem Hause 20th Century Studios läuft momentan noch im Kino, aber auch bereits auf Disney+, was die Sichtung für uns deutlich einfacher macht… 🤖

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Viele bekannte Elemente und doch charmant

Die Kinder hatten den Trailer zum Film bereits mehrfach gesehen. Ich dagegen wusste gar nichts von ihm. Nach ein paar Minuten wähnte ich mich in einer schlechteren Kopie von „Die Mitchells gegen die Maschinen“ – ein Gefühl, das mich über den gesamten Film nicht komplett verlassen hat. Weiterhin musste ich aufgrund der Freundschaft zwischen Jungen und Roboter sehr an „Baymax: Riesiges Robuwabohu“ und „Der Gigant aus dem All“ denken. Das Design von Ron erinnert dagegen sehr an EVE aus „WALL·E“. Ihr seht schon, in „Ron läuft schief“ stecken etliche Versatzstücke bekannter Animationsfilme und bis ca. zur Hälfte der Laufzeit hatte ich das Gefühl, dass er nicht viel aus diesen Ansätzen macht.

Am Ende ist die Botschaft durchaus eine schöne und ja, auch die Beziehung zwischen Barney und Ron konnte mein Herz erweichen. Davor ist jedoch zu viel Apple-Bling und Social-Media-Fanciness im Film, was ich recht anstrengend fand. Das hatte „Die Mitchells gegen die Maschinen“ für mich doch deutlich besser gelöst. Ich muss es „Ron läuft schief“ aber schon zugute halten, dass der Film gefühlt immer besser wird bzw. er und seine Figuren gegen Ende immer mehr Substanz bekommen. Das sieht man heutzutage nicht mehr so häufig, denn meist steigert sich nur der Actionanteil.

Fazit

„Ron läuft schief“ ist ein netter Animationsfilm, der zwar die Finesse von Pixar-Produktionen vermissen lässt, letztendlich aber doch gut zu unterhalten weiß. Ins Kino muss man dafür vielleicht nicht, doch für einen Filmabend in den Weihnachtsferien ist er schon durchaus gut geeignet: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Das letzte Einhorn – OT: The Last Unicorn (1982)

Der erste Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wieder einmal habe ich zu viel gegessen und mich, trotz Lauf am Morgen, zu wenig bewegt. Am späten Nachmittag haben sich die Kinder mit ihren Geschenken beschäftigt und ich Fotos bearbeitet. Danach war noch ein Filmabend geplant, bei dem ich „Das letzte Einhorn“ eingelegt habe. Einer der wichtigsten Filme meiner Kindheit und ich war gespannt, wie er heute noch funktionieren würde… 🦄

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Das letzte Einhorn (1982) | © Concorde Video

Ein Zeichentrickfilm wie kein zweiter

Ich kann nicht mehr sagen, wann ich „Das letzte Einhorn“ zum ersten Mal gesehen habe. Ich weiß nur noch, wie sehr mich der Film beeindruckt und auch geängstigt hat: Die Harpyie, der rote Stier oder das sprechende Skelett. All diese Elemente haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich hatte Albträume davon und selbst bei den späteren Sichtungen habe ich vor diesen Szenen, ganz ähnlich wie bei „Die unendliche Geschichte“, einen gesunden Respekt gehabt. Am meisten ist mir jedoch die magische bzw. traumartige Geschichte in Erinnerung geblieben. Es wird nicht alles auserzählt und Teile der Handlung und der Motivation der Figuren bleiben der Interpretation überlassen. Ungewöhnlich für einen kindgerechten Zeichentrickfilm.

Auch stilistisch ist „Das letzte Einhorn“ ein besonderer Film. Der Stil erinnert an Anime, was kein Wunder ist, wurde er doch von dem Studio animiert, aus dem später Studio Ghibli (u.a. „Chihiros Reise ins Zauberland“) hervorging. Dabei sind die Animationen eher hakelig und nicht sonderlich flüssig. Auch die Hintergründe strotzen nicht vor Details, besitzen jedoch einen ganz eigenen Charme. Alles wirkt sehr kunstvoll und eigen. Damit ergänzt der Stil wunderbar die einerseits spröde, andererseits aber auch höchst emotionale und fast schon kitschige Geschichte. Das habe ich in dieser Mischung noch kein zweites Mal gesehen. Erwähnt werden muss natürlich auch der Soundtrack von Jimmy Webb und America, der selbst großartiger Kitsch ist und heute vermutlich bekannter als der Film selbst.

Fazit

Für mich war die heutige Sichtung stark von Nostalgie geprägt. Mich konnte der Film jedoch auch bestimmt 20 Jahre nach der letzten Sichtung erneut abholen. Er ist einfach etwas Besonderes. Der Rest der Familie war nicht sonderlich begeistert. Am ehesten noch der Zwergofant, wobei ich auch bei ihn eher das Gefühl hatte, er wolle sich mir zuliebe auf den Film einlassen. Für mich ein großer Teil meiner persönlichen Filmgeschichte und immer noch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985)

Momentan ist eine seltsame Zeit. Gegen Ende des Jahres fühle ich mich ja meist etwas von der Rolle, doch zurzeit ist es echt schlimm. Vermutlich habe ich mich heute auch deshalb für „Enemy Mine: Geliebter Feind“ entschieden. Weil ich damit Erinnerungen verbinde, doch dazu später mehr. Zudem gibt es ein neues RedLetterMedia re:View dazu, was wohl ein Zeichen ist. Also dann, auf zu fremden Welten… 👨‍🚀👽

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Enemy Mine: Geliebter Feind (1985) | © 20th Century Fox

Herrlich klassisches Sci-Fi-Kino made in Germany

Ich habe „Enemy Mine: Geliebter Feind“ irgendwann als Kind bzw. junger Teenager gesehen. Aber nicht komplett. Vermutlich bis zur 45-Minuten-Marke, also bis 21 Uhr. Damals starteten Filme schließlich allesamt um 20:15 Uhr nach der Tagesschau. Somit war ich also noch so jung, dass ich früher ins Bett musste. Auch weiß ich genau, dass ich den Film auf jeden Fall noch fertigschauen wollte, da mich die Geschichte unglaublich faszinierte. Allerdings habe ich das nie. Heute jedoch war es soweit und ich wurde mit einem wunderbar klassischen Sci-Fi-Drama belohnt.

Die Prämisse von zwei Feinden, die auf einem fremden Planeten stranden und die sich dort zusammenraufen, ist so einfach wie genial. Dennis Quaid spielt einen typischen, amerikanischen Draufgänger und Louis Gossett Jr. seinen außerirdischen Gegner. Natürlich kommt es, wie es kommen musste: Die beiden freunden sich unter widrigen Bedingungen an, es kommt zu einem tragischen Todesfall und einer der beiden muss ein Versprechen einlösen. All das ist wunderbar handgemacht inszeniert und strahlt viel Charme aus. Zumindest wenn man sich nach den ersten paar Minuten an die doch nicht mehr taufrischen Effekte gewöhnt hat. Speziell die Maske der/des Drac ist jedoch nach wie vor großartig. Auch die meisten Sets können sich sehen lassen. Die Gänge der futuristischen Raumstation habe ich selbst übrigens schon, nach einem Ritt auf Fuchur, in der Bavaria-Filmstadt erkundet.

Als Kritikpunkte kann ich höchstens den teils anstrengenden Score sowie das konstruierte und teils auch gehetzt wirkende Finale nennen. Das war schon zu schön, um wahr zu sein. Andererseits hätte mich ein düsteres Ende auch nicht glücklich gemacht. So oder so bin ich froh, den Film endlich komplett gesehen zu haben.

Fazit

Nun habe ich Wolfgang Petersens „Enemy  Mine: Geliebter Feind“ nach ca. 30 Jahren endlich zu Ende geschaut. Auch wenn die Faszination der damaligen Sichtung nicht komplett eingefangen werden konnte, so ist der Film für Sci-Fi-Fans doch immer noch lohnenswert. Die Geschichte um Toleranz und Akzeptanz ist zudem wirklich schön und in unserer heutigen Zeit auch wichtiger denn je: 8/10 Punkte.

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft – OT: Honey, We Shrunk Ourselves (1997)

Nachdem der gestrige Filmabend mit „Nightmare Before Christmas“ für die Kinder leider größtenteils ein Reinfall war, haben wir heute direkt einen weiteren Filmabend angeschlossen. Mit „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ habe ich nichts dem Zufall überlassen, da bereits die beiden Vorgänger bestens bei den Kindern angekommen sind. Ob die Direct-to-Video-Fortsetzung überzeugen konnte? 🕷

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft (1997) | © Walt Disney

Eine schöne Fortsetzung für den Heimkino-Markt

Zunächst einmal ist dem Zwergofanten das Bildformat aufgefallen. Warum denn da nun auf den Seiten schwarze Balken sind? Diese Frage konnte ich recht schnell klären und nach ein paar Minuten ist diese Tatsache nicht mehr groß ins Gewicht gefallen. Schon witzig, dass das 4:3-Format heute beinahe ausgestorben ist. Davon abgesehen merkt man dem Film das geringere Budget an und die riesenhaften Sets von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ mussten in vielen Szenen Greenscreen-Szenen weichen. Es gab aber auch ein paar gebaute Handlungsorte, was gleich viel wertiger wirkt. Selbst die günstig getricksten Szenen wurden mit viel Kreativität umgesetzt, so dass meine Sympathie für den Film deutlich überwiegt.

Die Geschichte ist erneut nicht sonderlich innovativ, doch fand ich sie etwas gelungener als von „Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby“. Vermutlich weil ich geschrumpfte Menschen in einer gigantischen Welt spannender finde, als Babys die wie Godzilla durch Städte wüten. Hervorzuheben ist noch, dass Rick Moranis in „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ seinen letzten Auftritt hatte, bevor er sich aus dem Schauspielgeschäft zurückzog. Für das Reboot steht er wieder als Wayne Szalinski in der IMDb. Würde ich mir anschauen. Ansonsten gibt es noch eine junge Mila Kunis (Jackie aus „That ’70s Show“) zu bewundern.

Fazit

Die Kinder waren von „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ begeistert und ich tatsächlich auch. Für ein Direct-to-Video-Sequel hätte man sich nicht mehr wünschen dürfen. Nun ist auch diese Reihe abgeschlossen und ich werde sie in guter Erinnerung behalten. Herrlich altmodische Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Ostwind: Aris Ankunft (2019)

Nachdem der letzte Filmabend schon drei Wochen zurückliegt, war es heute Zeit für „Ostwind: Aris Ankunft“. Recht passend, da ich ein paar Stunden zuvor mit dem Zappelinchen zu ihrer Reitstunde geradelt bin. Die Sichtung des Vorgängers „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ liegt bereits neun Monate zurück, doch der Rest der Familie hat den fünften Teil in der Zwischenzeit sogar im Kino gesehen… 🐎

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe ein Remake des ersten „Ostwind“

Hat der vierte Teil mit dem neuen Setting noch einen frischen Wind in die Reihe gebracht, kehren wir in „Ostwind: Aris Ankunft“ nach Kaltenbach zurück. Mika liegt nach einem Unfall im Koma und wir wohnen einer neuen Begegnung zwischen einem menschlichen Außenseiter und eben Ostwind bei. Das alles hat mich doch sehr an den ersten Teil „Ostwind“ erinnert und die Geschichte hat sich demnach recht redundant angefühlt. Samt Reittournier am Ende inklusive Happy End.

Die neue Figur Ari ist nett gezeichnet und nett gespielt. Die Dynamik zwischen den bekannten Charakteren funktioniert perfekt und die Inszenierung abermals sehr hochwertig. An die mythischen Elemente habe ich mich inzwischen gewöhnt, doch inzwischen nutzen sich die Versatzstücke ein wenig ab. Auch laut dem Rest der Familie ist dieser Teil ein wenig schwächer, doch die bereits im Kino gesehene Fortsetzung soll wieder anziehen. Ob ich diese jemals sehen werde?

Fazit

„Ostwind: Aris Ankunft“ war ein weiteres, nettes Pferdeabenteuer. Allerdings nutzt sich die bekannte Formel inzwischen ab, zumal die Geschichte wirklich sehr nahe am ersten Teil dran ist und beinahe wie ein Reboot wirkt: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Raya und der letzte Drache – OT: Raya and the Last Dragon (2021)

Juhu, endlich Freitagabend! Das bedeutet natürlich auch Filmabend mit der Familie. Allerdings stand dieser unter der Woche häufiger auf der Kippe. Die Kinder wissen warum. Doch am Ende hat es dann ja doch geklappt und wir konnten endlich „Raya und der letzte Drache“ anschauen… 🐉

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Ein imposant animiertes Fantasy-Abenteuer

Mit „Soul“ und „Luca“ haben wir kürzlich zwei gar herausragende Filme aus dem Hause Disney gesehen. Also aus dem Hause Disney/Pixar. Bei „Raya und der letzte Drache“ handelt es sich dagegen um eine reine Disney-Produktion, was ja nichts Schlechtes sein muss. Immerhin haben sie mit „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ einen meiner liebsten Animationsfilme der letzten Jahre abgeliefert. Das Setting schien zudem recht unverbraucht zu sein und asiatische Kampfkunst, gepaart mit Fantasy-Elementen, hat schließlich bereits bei „Mulan“ (der Zeichentrickversion zumindest) bestens funktioniert.

„Raya und der letzte Drache“ sieht großartig aus! Ich mag es sehr, wie menschliche Hauptfiguren in den jüngsten Disney-Animationsfilmen aussehen. Der Look der Haut und der Abstraktionsgrad funktionieren einfach hervorragend. Inhaltlich ist die Geschichte dagegen nicht ganz so stark. Der Aufbau erinnert ein wenig an Level eines Videospiels und man bekommt nicht wirklich viel von den einzelnen Gebieten der Welt zu sehen. Da hätte ich mir fast ein wenig mehr Abwechslung und Abenteuer gewünscht. Dennoch fügen sich die einzelnen Elemente gut zusammen, die Botschaft ist schön und die Figuren, und ihre Interaktion miteinander, machen wirklich Spaß. Im Finale werden noch einmal alle emotionalen Karten gezogen und ich musste, einmal wieder, eine Träne verdrücken. Einfach schön.

Fazit

„Raya und der letzte Drache“ ist ein wunderbares Fantasy-Abenteuer, das nicht nur großartig aussieht, sondern auch wirklich extrem unterhaltsam ist. Inhaltlich nicht ganz so ausgefeilt, wie die letzten Pixar-Filme, doch mit viel Liebe fürs Detail umgesetzt. Ich hatte viel Spaß damit und die Kinder waren begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Review: DUNE (2021)

Aktualisierung: Ich habe „Dune: Part One“ am 23. Februar 2024 zum zweiten Mal gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es ist schon lange her, seit ich mich das letzte Mal wirklich heiß auf einen Kinofilm war. Zuletzt dürfte das wohl „Star War: The Last Jedi“ gewesen sein, der mich dann doch ziemlich enttäuscht hat. Beim Nachfolger war es noch schlimmer. Die letzten wirklich gelungenen Kinoerlebnisse waren für mich „Alita: Battle Angel“ und davor „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve. Da dieser mit „Arrival“ auch einen der besten Sci-Fi-Filme der letzten Jahre inszenierte, war die Vorfreude auf seine Interpretation von „DUNE“ umso größer… 🏜

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Meine Vorgeschichte zu „DUNE“

Wenn ich an „DUNE“ denke, dann vor allem an David Lynchs Verfilmung aus dem Jahr 1984. Inzwischen weiß ich, dass diese nicht sonderlich angesehen ist. Für mich hat sie jedoch stets zu den großen Sci-Fi-Filmen gezählt. Ich mag das Produktionsdesign sehr, die Atmosphäre und die Schauspieler*innen. Allerdings habe ich den Film in den letzten 20 Jahren auch nicht mehr gesehen, weshalb mich meine Erinnerungen trügen mögen. Die TV-Miniserie ist mir dagegen als nicht sonderlich gelungen im Gedächtnis geblieben. Aber auch diese würde mich inzwischen fast einmal wieder reizen. Schon alleine für den Vergleich. Und dann natürlich habe ich angefangen, Frank Herberts Roman zu lesen. Ich bin noch ziemlich am Anfang (kurz nach dem Attentatsversuch durch den Hunter-Seeker bzw. Jäger-Sucher), doch macht mir das Lesen schon jetzt extrem viel Freude:

Für „DUNE“ lohnt sich der Kinobesuch

So sehr ich mich gefreut habe, den Film mit netten Kollegen im Kino zu sehen, so genervt war ich von dem Umstand, dass ich in der Nacht zuvor so gut wie keinen Schlaf abbekommen habe. Nach der Arbeit bin ich also schon ziemlich müde in die Stadt gefahren und hatte Sorge, dass ich auf den bequemen Sitzen des Deluxe-Kinos wegnicken würde. Diese Sorge sollte allerdings völlig unbegründet sein. Davor jedoch war ich zunächst einmal erstaunt, wie ernst das Kino inzwischen die 3G-Regel nimmt. Das war vor ein paar Wochen noch anders. Auch wenn das beim Einlass ein wenig nervig war, so hat sich dieser Kinobesuch für mich doch deutlich entspannter und sicherer angefühlt, was natürlich auch am großzügigen Platzangebot des Deluxe-Kinos liegen mag. Ohnehin eine Empfehlung dafür. Bild, Sound und Luxus sind den Aufpreis auf jeden Fall wert. Zumindest die 2-3 mal, die ich noch im Jahr ins Kino gehe. Doch nun endlich zum Film:

Zunächst einmal muss ich versuchen wiederzugeben, wie unglaublich bildgewaltig Denis Villeneuve „DUNE“ umgesetzt hat. So langsam ist seine Bildsprache auch eindeutig erkennbar: Manche Raumschiffe haben an „Arrival“ erinnert, manche Schauplätze samt Lichtinszenierung an „Blade Runner 2049“ – und doch ist „DUNE“ noch einmal etwas ganz eigenes. Gerade die Ankunft auf Arrakis wirkt unfassbar episch. Lange Kamerafahrten, sich langsam absenkende Raumschiffe und dazu der stets präsente, dröhnende Score von Hans Zimmer. Eigentlich eher ein Klangteppich, der stark an Villeneuves leider viel zu jung verstorbenen Hauskomponisten Jóhann Jóhannsson erinnert. Kein Score, den ich mir abseits des Films anhören würde, doch im Zusammenspiel mit den Bildern eine Wucht.

Inhaltlich bewegt sich Villeneuve sehr nahe an der Vorlage. Teils erweitert er diese sogar, um den Zuschauer*innen mehr Kontext zu geben, teils sind ganze Szenen 1:1 aus Frank Herberts Buch übernommen. Auch Details, die im Buch ausführlich erklärt werden, finden sich auf der Leinwand wieder, wenn auch oft nur im Hintergrund als Detail der Ausstattung. Diese sind dann meist nicht unmittelbar handlungsrelevant, verstärken aber das Worldbuilding und erfreuen Leser*innen des Romans natürlich. Für mich ein guter Weg, um eine vorlagentreue Adaption abzuliefern und dennoch im Zeitrahmen eines Kinofilms zu bleiben. Hier auch mein einziger Kritikpunkt: Am Ende hätte ich gerne noch weitergeschaut, denn wir springen mittendrin einfach aus der Geschichte raus. Dennoch ist „DUNE“ weit mehr als nur ein Prolog und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Dann auch garantiert wieder im Kino.

Fazit

Ich hätte noch viel mehr schreiben können: Über die famose Besetzung, das Gefühl der flirrenden Hitze, das der Film verbreitet, über die wundervollen Kostüme oder das Set-Design. Aber ich mache es wie Denis Villeneuve und springe aus der Besprechung, wenn es am schönsten ist. Ich freue mich nun extrem darauf, den Roman weiterzulesen und auch die David-Lynch-Version einmal wieder zu sehen, welche in ein paar Wochen einen neuen 4K-Release erfährt. So glücklich war ich schon lange nicht mehr, im Kino gewesen zu sein: 9/10 Punkte.