Stay (2005) (WS1)

Nach einem Tag mit einem langen Lauf und einer ausführlichen Videospiel-Session (mit einem Spencer/Hill-Klopper) durfte es abends ruhig ein wenig anspruchsvoller werden. Nachdem Wulf kürzlich eine Besprechung von „Stay“ veröffentlicht hat, bekam ich auch wieder Lust auf den Film und war gespannt, wie er mir wohl knapp 14(!) Jahre nach der ersten Sichtung gefallen würde…

Stay (2005) | © STUDIOCANAL

Stay (2005) | © STUDIOCANAL

Ein filmisches Rätsel der Extraklasse

Ich weiß noch, dass mir die Auflösung von „Stay“ beim letzten Mal nicht sonderlich gut gefallen hat. Dieses Mal wusste ich noch (ungefähr), was auf mich zukommt. Insofern konnte ich auf Hinweise achten und war tatsächlich beeindruckt, wie sehr Marc Forster in der Inszenierung Teile der bereits Auflösung vorweggenommen hat. Sei es die Farbstimmung, das Sounddesign oder Matte-Paintings, die unauffällig, aber doch verstörend sichtbar, über den Hintergrund wandern. Von den nahtlosen Szenenübergängen einmal ganz zu schweigen, die wahrlich an Träume erinnern. Überhaupt besitzt „Stay“ eine unfassbare traumhafte Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Meisterhaft inszeniert.

Das Drehbuch des Films stammt übrigens von David Benioff, der Jahre später von vielen für die achte Staffel von „Game of Thrones“ gehasst werden sollte. Wie sein Skript ohne die herausragende Inszenierung wirkt, lässt sich nur schwer greifen. Beides in Kombination funktioniert für mich jedenfalls ausgesprochen gut. Auch die famosen Schauspieler (u.a. Ewan McGregor, Naomi Watts und Ryan Gosling) tragen zum Erfolg des Films bei. Allerdings sei gesagt, dass er bei den meisten Kritikern nicht sonderlich gut wegkam, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann.

Fazit

Auch bei der zweiten Sichtung konnte mich „Stay“ ziemlich begeistern. Für mich hätte der Film sogar noch ein wenig rätsel- und traumhafter sein können. Wer auf filmische Rätsel steht und bisher noch nichts von „Stay“ wusste, für den ist Marc Forsters Werk ein ganz heißer Tipp: 8/10 Punkte.

One Cut of the Dead – OT: Kamera wo tomeruna! (2017)

Noch vor ein paar Tagen habe ich eine Liste mit meinen heiß erwarteten Filmen 2020 veröffentlicht. Unter diesen befand sich sich auch „One Cut of the Dead“. Dass es mit der Sichtung letztendlich so schnell ging, hätte ich nicht gedacht. Ob der Film meine hohen Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung. Spoiler sind zu erwarten. Wirklich. Schaut zuerst den Film!

One Cut of the Dead (2017) | © Koch Media GmbH

One Cut of the Dead (2017) | © Koch Media GmbH

Selten hat sich Durchhaltevermögen so ausgezahlt

Auf dem Cover wird die japanische Zombie-Komödie doch tatsächlich mit „Shaun of the Dead“ vergleichen. Damit wird sogleich nach den Sternen gegriffen. Umso enttäuschender wirken die ersten 35 Minuten des Films, in denen wir einen One-Take zu sehen bekommen. Eben wie „Victoria“ nur in der trashigen Zombie-Variante. Trashig ist hier auch das Stichwort, denn etliche Szenen wirken seltsam daneben. Ich wurde davon ganz gut unterhalten, aber war doch recht enttäuscht. Allerdings hatte ich davor schon gelesen, dass der Film nach seinem ersten Drittel einen ganz anderen Weg einschlagen sollte. Das hat mich einerseits darin bestärkt dranzubleiben, andererseits wäre die Überraschung ohne dieses Wissen vermutlich noch größer gewesen.

Das zweite Drittel zeigt, wie es zu dem One-Take kam und damit quasi den ein Making-of der Vorproduktion. Hier musste ich an Filme wie „Living in Oblivion“ denken, denn es gibt unzählige schräge Charaktere und wir lernen auch die filmverrückte Familie des Regisseurs kennen. So richtig dreht „One Cut of the Dead“ allerdings im letzten Drittel auf, in der wir dem Dreh des One-Takes aus anderer Perspektive beiwohnen. Was hier abgefeuert wird, ist so herrlich absurd und kunstvoll, dass es eine wahre Freude ist. Zudem endet der Film auf einer so positiven und sympathischen Note, dass ich fast Lust bekommen habe, mich selbst einmal wieder mit dem Filmen zu beschäftigen.

Fazit

„One Cut of the Dead“ ist eine extrem sympathische und gut gemachte Komödie über das Filmemachen. Am besten ihr wisst davor noch gar nichts über die Handlung (jetzt ist es zu spät, sorry). Mit Kenntnis des gesamten Films gibt es vermutlich sogar im ersten Drittel viel Lustiges zu entdecken. Vielleicht also am besten gleich noch einmal schauen? Wenn das mal kein Lob ist: 8/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS10)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Dieses Jahr sind wir erst spät dazu gekommen, das wichtigste Ritual in der Vorweihnachtszeit anzugehen. Gestern hat uns ein Unfall samt Notarzt und nachwirkendem Schock noch ein wenig um die Weihnachtsstimmung gebracht (dazu vielleicht an anderer Stelle mehr), doch nun ist das Gröbste überstanden und die Zeit reif, „Schöne Bescherung“ endlich in den Blu-ray-Player zu schieben. Wenn die Griswolds nicht für die richtige Stimmung sorgen können, dann weiß ich auch nicht…

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Inzwischen ein festes Weihnachtsritual 🎄🎅

Es ist erst drei Jahre her, dass ich „Schöne Bescherung“ zum ersten Mal zusammen mit den Kindern geschaut habe. Seitdem ist die gemeinsame Sichtung ein festes Ritual in unserer Familie und die Vorfreude beim Nachwuchs mindestens ebenso groß, wie bei mir. Das Zappelinchen hat über weite Strecken einfach nur noch laut gelacht und der Zwergofant hat die kommenden Highlights stets vorhergesagt. Und die Frau des Hauses? Die hat nach den zehrenden letzten Tagen wohlverdient die Augen zu gemacht und Energie getankt. So hatte jeder etwas von dem Filmerlebnis, das im Schein des frisch geschmückten Weihnachtsbaums stattfand. Die bisher fehlende Weihnachtsstimmung hat sich bei uns allen nun definitiv eingestellt.

Dieses Jahr wird „Schöne Bescherung“ wohl auch der einzige Weihnachtsfilm bleiben, doch ich bin zuversichtlich, dass eines der nächsten Jahre wieder mehr Gelegenheit für vorbereitende Besinnlichkeit bieten wird. Umso schöner, dass das Drehbuch aus der Feder von John Hughes alles vereint, was man in einem Weihnachtsfilm braucht: Satire auf das verrückte, kommerzielle Treiben, kalkulierten Familienwahnsinn, viel zu hohe Erwartungen aber auch Besinnlichkeit und herzerwärmende Momente. ❤

Fazit

Mit dieser inzwischen schon elften Besprechung von „Schöne Bescherung“ läute ich auch offiziell die Weihnachtszeit im Hause bullion bzw. moviescape ein. Habt ihr den Film dieses Jahr schon gesehen? Wenn nicht, dann wird es Zeit: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Das Krokodil und sein Nilpferd – OT: Io sto con gli ippopotami (1979)

Der letzte Tag im November. Morgen ist der erste Advent. Unglaublich, oder? Somit stand heute noch einmal Plätzchen backen auf dem Programm. Obwohl es dabei recht spät wurde, hatten wir den Kindern einen Filmabend versprochen, bei dem die Wahl ziemlich einheitlich auf „Das Krokodil und sein Nilpferd“ gefallen ist. Ob dieser Spencer/Hill-Streifen ebenso eingeschlagen hat, wie die vergangenen, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🐊🦛

Das Krokodil und sein Nilpferd (1979) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Das Krokodil und sein Nilpferd (1979) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Wenn Du mich nochmal duzt, haue ich Dir ’ne Delle in die Gewürzgurke.“

Da „Das Krokodil und sein Nilpferd“ einer der beiden Spencer/Hill-Filme war, die ich bereits auf DVD besessen habe, liegt die letzte Sichtung noch gar nicht so lange zurück. Also nur ca. 15 und nicht 25 Jahre. Als Kind hat der Film zum Standardprogramm gehört, der sich vor allem durch sein exotisches Setting vom restlichen Œuvre des Prügelduos abhebt. Im direkten Vergleich mit den zuletzt gesehenen „Zwei Asse Trumpfen auf“ und „Zwei bärenstarke Typen“ fällt auf, dass die Schlägereien noch mehr im Zentrum stehen und die Geschichte noch reduzierter daherkommt. Der Humor ist dabei allerdings ziemlich absurd, was sich speziell in der Szene rund um das Mittagessen mit Kaviar, Hummer und Co. manifestiert. Die deutsche Übersetzung schien mir auch eine Spur derber als in den anderen Filmen, was vielleicht auch die leicht höhere Freigabe erklärt.

„Das klingt als wenn Du ’ne Dachrinne frisst.“

Die Kinder hatten enorm viel Spaß an dem Film. Das exotische Setting mit den Tieren war hierbei definitiv ein Faktor, doch letztendlich haben erneut die übertriebenen Prügeleien für die größten Lachanfälle gesorgt. Oder die Konfrontation der beiden Helden mit dem Truck samt anschließender Kamikaze-Fahrt rückwärts den Berg hinab. Großartig infantiler Slapstick.

Fazit

Auch wenn „Das Krokodil und sein Nilpferd“ bestimmt nicht der beste Spencer/Hill-Streifen ist, so weiß er doch durch sein exotisches Setting und den teils völlig absurden Humor zu überzeugen. Wir alle hatten enorm viel Spaß mit dem Film: 8/10 Punkte.

Happy Deathday 2U – OT: Happy Death Day 2U (2019)

Nachdem wir am heutigen Samstag den Kindergeburtstag des Zwergofanten gefeiert haben, waren wir abends alle reif für die Falle. Dennoch wollte ich dieses Wochenende zumindest einen Film schauen. Die Wahl ist auf „Happy Deathday 2U“ gefallen, da mir der erste Teil letzte Woche doch recht gut gefallen hatte. Was das Sequel zu bieten hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Zurück in die Zeitschleife

War „Happy Deathday“ ein frischer Wind im auserzählten Slasher-Genre, stand zu befürchten, dass der zweite Teil nur mehr vom Gleichen zu erzählen weiß. Einerseits ist das auch so, andererseits bietet er viele neue Aspekte und setzt zudem einen anderen Schwerpunkt. War im ersten Teil noch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ die offen zitierte Inspiration, darf nun „Zurück in die Zukunft II“ herhalten, um der völlig absurden Geschichte einen Bezug zu geben: Wir erleben bereits Gesehenes aus neuen Blickwinkeln und es kommt zu einigen pseudotechnischen Erklärungen. Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, wenn Mysterien rückwirkend aufgelöst werden und eine schnöde Erklärung aus dem Hut gezaubert wird (siehe die Midi-Chlorianer in „Star Wars: Episode I“ oder die Entstehung der Xenomorphs in „Alien: Covenant“). Hier passt es jedoch wunderbar und eröffnet neue Möglichkeiten.

„Happy Deathday 2U“ ist noch einmal weniger Slasher als der Vorgänger. Der Humor wird aufgedreht und hier funktioniert der Film auch am besten. Gerne hätte ich Tree durch noch viel mehr alternative Universen stolpern sehen. Aber damit hätte sich der Film wohl zu weit vom Original entfernt. Am schwächsten ist er leider immer dann, wenn er doch wieder versucht auf den bereits bekannten Wegen zu wandeln. Hier hätte sich Christopher B. Landon ruhig mehr trauen dürfen. Aber wer weiß? Vielleicht ist es ja in einem eventuellen dritten Teil soweit?

Fazit

Für eine Fortsetzung im Horror-Genre ist „Happy Deathday 2U“ gar wunderbar gelungen. Humor und Darsteller (vor allem Jessica Rothe) sind famos. Wer den ersten Teil mochte, der kann bedenkenlos reinschauen. Ich würde mich tatsächlich über einen dritten Teil freuen. Dann aber völlig abgefahren und gerne auch die Slasher-Wurzeln zurücklassend: 7/10 Punkte.

Happy Deathday – OT: Happy Death Day (2017)

Da wir Halloween in der Therme Erding verbracht haben, musste ich den #Horrorctober auf den November ausweiten. Mit „Happy Deathday“ wanderte heute somit ein Film in den Blu-ray-Player, der sowohl zum Gruseln als auch zum Miträtseln einlud. Ein Slasher-Film mit nur allzu bekanntem Twist… 👺🔪

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Und täglich grüßt der Maskenkiller

Ich liebe Zeitschleifen. Ganz egal ob den, auch in „Happy Deathday“ ganz offensiv zitierten, Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“, die Sci-Fi-Varianten „Edge of Tomorrow“ oder „Source Code“, Episoden in Serien wie „Buffy the Vampire Slayer“ oder den großartigen Roman „Replay: Das zweite Spiel“, der so ziemlich das Beste in diesem Genre darstellt. In Anbetracht der Fülle an bereits erzählten Geschichten mit mehr oder weniger ähnlicher Prämisse, wirkt diese Variante nun nicht sonderlich originell. Die Kombination mit einem, sehr an Wes Cravens „Scream“ erinnernden, Slasher bringt zwar ein wenig frischen Wind, doch letztendlich habe ich mich wieder an den gleichen Dingen erfreut, wie bei den anderen Geschichten dieser Art.

Wie beim erwähnten Bill-Murray-Klassiker geht es vor allem darum, dass die Hauptfigur eine Entwicklung durchmacht, wodurch es ihr gelingt, der Zeitschleife zu entfliehen. Den letzten Twist hatte ich dabei nicht kommen sehen und fand ihn rundum gelungen. Auch davor gibt es einige kleinere Überraschungen sowie nette visuelle Ideen. Die Baby-Maske fand ich zudem extrem creepy. Aber ich bin auch anfällig für Slasher dieser Art. In Kombination mit dem beinahe schon satirischen Humor eine gelungene Mischung.

Fazit

„Happy Deathday“ ist wahrlich kein Meisterwerk, aber dennoch ein sehr sympathischer Vertreter der modernen Horrorwelle. Wenn ihr das Genre mögt und zudem noch auf Zeitschleifen steht, dann solltet ihr Christopher Landons Film nicht verpassen: 7/10 Punkte.

Die Hüter des Lichts – OT: Rise of the Guardians (2012)

Zum Ende der Ferien wollten wir den Kindern noch einen Filmabend gönnen. Nach längeren Diskussionen konnte wir uns letztendlich auf „Die Hüter des Lichts“ einigen, was auch eine wirklich gute Wahl war. Ob der bunte Abenteuerspaß rund um den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Zahnfee, den Sandmann und Jack Frost auch uns Eltern zu überzeugen wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🎅🐰🦷⌛❄

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Hüter des Lichts (2012) | © Twentieth Century Fox

Die Avengers des kindlichen Staunens

Eigentlich ist diese Idee so Banane, dass sie schon wieder gut ist: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee, Sandmann und Jack Frost kämpfen als Superheldentruppe zusammen gegen den schwarzen Mann, der Angst und Schrecken verbreiten will. Falsch umgesetzt hätte das wahrlich ein Desaster werden können, doch die auf der Buchreihe „The Guardians of Childhood“ basierende Geschichte ist wunderbar fantasievoll, temporeich und modern erzählt. Die bekannten Figuren haben ein glaubwürdiges und durchaus realistisches Update bekommen und die Action ist mitreißend, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Dabei lebt der Film ganz klar von seinen Schauplätzen und den mitreißend inszenierten Jagdszenen über die ganze Welt. Bei all dem Trubel bleiben auch die Emotionen nicht auf der Strecke und gerade Jack Frosts Geschichte weiß durchaus zu berühren.

Neben all dem Staunen und Wunder, was beides in eine schöne Botschaft eingewoben wurde, hat der Film im Grunde jedoch nur eine klassische Superheldegeschichte mit eben ungewöhnlichen Helden zu bieten. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn die Welt wirkt lebendig und sowohl wir Eltern als auch die Kids hatten viel Spaß mit „Die Hüter des Lichts“. Fast schon verwunderlich, dass es noch keine Fortsetzung gibt.

Fazit

Nachdem unsere Kids meinten, nach dem Film beim Zähneputzen streiten zu müssen, ist der nächste Filmabend in weite Ferne gerückt (ja, auch das gehört leider dazu). Insofern bin ich froh mit „Die Hüter des Lichts“ zumindest davor eineinhalb schöne Stunden verbracht zu haben. Gerade weil man nicht viel über den Film liest, möchte ich ihn euch umso mehr ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Banana Joe (1982)

Endlich Wochenende! Nach zwei harten Wochen ist diese kurze Pause auch dringend nötig. Da der Rest der Familie ab Montag zudem Herbstferien hat, habe ich mit einem Filmabend gleich einmal das Ferienprogramm eingeläutet: Wir haben uns mit „Banana Joe“ nach längerer Zeit einmal wieder einen Bud-Spencer-Klassiker angeschaut. Dieses Mal ohne Terence Hill, was dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch tat…

Banana Joe (1982) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Banana Joe (1982) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„An meinem Arm wird nicht gepuffert!“

„Banana Joe“ gehört, wie viele andere Werke des Prügelduos, zu den Filmen, die ich als Kind recht häufig gesehen habe. Gerade der Titelsong war mir noch bestens im Ohr. Ansonsten konnte ich mich am ehesten noch an die Szenen im Dschungel und auf dem Fluss erinnern. Den gesamten Mittelteil hatte ich nicht mehr so richtig im Kopf, war aber letztendlich begeistert, wie sehr die Handlung doch an so diverse Asterix-und-Obelix-Geschichten erinnert. Konkret kommen mir hier „Asterix erobert Rom“, samt Passierschein A38, sowie „Asterix: Sieg über Cäsar“ mit seinem Ausflug in die Fremdenlegion in den Sinn. Ob sich Carlo Pedersoli (ja, Bud Spencer hat unter seinem bürgerlichen Namen das Drehbuch verfasst) sich da wohl hat inspirieren lassen? 🤔

„Du läufst bequem unterm Teppich.“

Nicht nur ich, auch die Kinder hatten viel Spaß mit „Banana Joe“. Zunächst waren sie ja ein wenig skeptisch, da sie Terence Hill vermisst hatten. Dieses Gefühl ist jedoch schnell verflogen und gerade die wenigen Prügelszenen waren erneut ein Highlight für sie (und das obwohl sie ansonsten recht friedfertig sind). Mir selbst haben die oben angesprochenen Szenen nach dem Fish-out-of-Water-Prinzip am meisten Freude bereitet. Sicherlich nicht sonderlich innovativ, und inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, doch für mich nach wie vor beste Unterhaltung.

Fazit

Wenn mir vor 10 bis 20 Jahren jemand erzählt hätte, dass ich einmal mit meinen Kindern zusammen die alten Spencer/Hill-Filme schaue, dann hätte ich ihn oder sie vermutlich für verrückt erklärt. Es ist aber wirklich so gekommen und wir alle haben viel Spaß damit. Ist das nicht famos? Meine rein subjektive Bewertung lautet folglich: 8/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? – OT: Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules (2011)

Der Tag heute war hart. So richtig hart. Entspannung war also dringend nötig. Die Frau richtet heute zudem einen Mädelsabend aus, sprich ich habe mich mit den Kindern in den Keller zurückgezogen und einen Filmabend veranstaltet. In den (alten) Player und auf den (kleinen) TV ist „Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ gewandert, was speziell beim Zappelinchen, die etliche Bücher der Reihe kennt, für Begeisterung sorgte. Auch ich hatte mich nach dem netten ersten Teil auf die Fortsetzung gefreut…

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungener zweiter Teil der Reihe

Schon nach ein paar Szenen haben wir uns sogleich wieder zu Hause gefühlt: Alle bekannten Figuren sind wieder dabei, die Schauplätze sind größtenteils identisch und auch inhaltlich baut „Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules“ konsequent auf seinem Vorgänger auf. Im Zentrum der Geschichte steht Gregs Verhältnis zu seinem großen Bruder Rodrick, welches recht typisch für Geschwister ist. Eben nicht immer einfach. Daran ändern auch diverse Bestechungsmaßnahmen der Mutter nichts. Wie sich die beiden dennoch zusammenraufen bildet grob das Handlungsgerüst des Films. Das ist weder sonderlich spektakulär noch innovativ erzählt, aber eben nett anzuschauen und wirklich unterhaltsam. Eben Coming-of-Age für die jüngere Generation.

Während der Sichtung habe ich einen lustigen Effekt festgestellt: Sowohl das Zappelinchen als auch insbesondere der Zwergofant haben zum ersten Mal erlebt, was Fremdschämen bedeutet. Dabei muss man sich anscheinend genauso hinter einem Kissen verstecken, wie bei gruseligen Szenen. Ist es nicht fantastisch, wie intensiv Kinder Filme noch erleben? ❤

Fazit

„Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ ist eine typische Fortsetzung mit netten Ideen und schöner, wenn auch platter, Botschaft. Mir hat er mindestens so gut gefallen, wie sein Vorgänger. Auch der dritte Teil steht bereits im Regal und ich weiß jetzt schon, wer bald nach dem nächsten Filmabend fragen wird: 7/10 Punkte.

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! – OT: Diary of a Wimpy Kid (2010)

Neulich sind wir darauf gekommen, dass es von einer der beliebtesten Buchreihen des Zappelinchens auch mehrere Verfilmungen gibt. Somit habe ich „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ und seinen Nachfolger kurzerhand gebraucht bestellt und erhielt dennoch zwei brandneue Blu-rays. Jackpot! Ob man das von dem Film auch behaupten kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤓

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Eine comichafte Coming-of-Age-Geschichte

Ich selbst kenne die Bücher nur vom Durchblättern und dachte tatsächlich stets, dass es sich um eine deutsche Buchreihe handelt. Jedoch weit gefehlt: „Diary of a Wimpy Kid“ ist anscheinend ein weltweites Phänomen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es sich bei der Verfilmung um eine US-Produktion mit durchaus bekannten Schauspielern, wie Chloë Grace Moretz (u.a. „Let Me In“) oder Steve Zahn (u.a. „Joyride“), handelt. Der wortwörtliche Comic-Charakter der Vorlage wird mit in den Film übernommen, was sich größtenteils auf das Intro und Outro beschränkt. Dazwischen gibt es immer mal wieder Überblendungen, was jedoch kaum davon ablenkt, dass es sich bei „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ um eine waschechte Coming-of-Age-Geschichte handelt. Nur eben ein wenig comichaft übersteigert.

Auf der inhaltlichen Ebene ist das alles nicht sonderlich originell und weithin bekannt: Die Hauptfigur kommt in eine neue Jahrgangsstufe und muss dort ihren Platz finden. Das alles wird jedoch mit viel Herz erzählt und ist mit etlichen witzigen, kleinen Szenen angereichert, die wirklich Spaß machen. Speziell die Kinder hatten viel Spaß und haben in den spannenden Szenen (z.B. der Verfolgungsjagd an Halloween) auch sehr mitgefiebert. Der erlösende Humor schwankt dabei zwischen Kindergarten und vorpubertär, was aber durchaus zum Film passt.

Fazit

Auch ich hatte mit „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ viel Spaß und sehe der Fortsetzung freudig entgegen. Sicher nicht der ganz große Wurf, doch eine schöne Coming-of-Age-Komödie für die nächste Generation: 7/10 Punkte.